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Der Autor steht für einen unverwechselbaren Schreibstil. Er versteht es besonders plastisch spannende Revolverduelle zu schildern und den ewigen Kampf zwischen einem gesetzestreuen Sheriff und einem Outlaw zu gestalten. Er scheut sich nicht detailliert zu berichten, wenn das Blut fließt und die Fehde um Recht und Gesetz eskaliert. Diese Reihe präsentiert den perfekten Westernmix! Vom Bau der Eisenbahn über Siedlertrecks, die aufbrechen, um das Land für sich zu erobern, bis zu Revolverduellen - hier findet jeder Westernfan die richtige Mischung. Lust auf Prärieluft? Dann laden Sie noch heute die neueste Story herunter (und es kann losgehen). »Komm schon runter von deinem Pferd, Wayne«, grinst Clayde Savage. »Wir wollen es wie richtige Männer austragen. Oder hast du vielleicht die Hosen voll?« Seine letzten Worte klingen spöttisch und treiben Wayne Seymour das Blut ins Gesicht. Dieser schüttelt den Kopf, zeigt seine Zähne und gleitet geschmeidig aus dem Sattel. Wayne Seymour ist ein großer, stattlicher Mann von vielleicht dreißig Jahren. Sein blondes, bis auf die Schulter fallendes Haar, umrahmt ein markantes Gesicht mit funkelnden, blauen Augen. Jetzt schiebt er sein Kinn unternehmungslustig vor und tritt einige Schritte auf Clayde Savage zu. »Du bist ein verdammter Idiot«, klingt seine Stimme. »Susan hat sich nun einmal für mich entschieden. Warum willst du das nicht einsehen? Soll ich es dir vielleicht in deinen verdammten Schädel hämmern?« Clayde Savage grinst bitter. Er streicht sich mit einer raschen Handbewegung eine Strähne seines schwarzen Haares aus der Stirn und beginnt seinen Revolvergurt zu lösen. Wayne staunt ihn immer noch an. »Du willst dich wirklich mit mir prügeln, Clayde? Du bist verrückt! Total verrückt.
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Seitenzahl: 127
Veröffentlichungsjahr: 2026
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»Komm schon runter von deinem Pferd, Wayne«, grinst Clayde Savage. »Wir wollen es wie richtige Männer austragen. Oder hast du vielleicht die Hosen voll?«
Seine letzten Worte klingen spöttisch und treiben Wayne Seymour das Blut ins Gesicht.
Dieser schüttelt den Kopf, zeigt seine Zähne und gleitet geschmeidig aus dem Sattel.
Wayne Seymour ist ein großer, stattlicher Mann von vielleicht dreißig Jahren. Sein blondes, bis auf die Schulter fallendes Haar, umrahmt ein markantes Gesicht mit funkelnden, blauen Augen. Jetzt schiebt er sein Kinn unternehmungslustig vor und tritt einige Schritte auf Clayde Savage zu.
»Du bist ein verdammter Idiot«, klingt seine Stimme. »Susan hat sich nun einmal für mich entschieden. Warum willst du das nicht einsehen? Soll ich es dir vielleicht in deinen verdammten Schädel hämmern?«
Clayde Savage grinst bitter.
Er streicht sich mit einer raschen Handbewegung eine Strähne seines schwarzen Haares aus der Stirn und beginnt seinen Revolvergurt zu lösen.
Wayne staunt ihn immer noch an. »Du willst dich wirklich mit mir prügeln, Clayde? Du bist verrückt! Total verrückt. Doch nicht wegen Susan?«
»Wegen Susan«, antwortet Clayde kurz, ballt seine Hände zu Fäusten und kommt langsam näher.
»Wehre dich Wayne!«
Seine Stimme klingt stählern, vermischt mit einem ohnmächtigen Zorn. Clayde Savage ist in vielem fast das genaue Gegenteil von Wayne Seymour.
Er ist groß und hager. Sein dunkelgebräuntes Gesicht mit der etwas zu flachen Nase und den leicht abstehenden Ohren erinnert mehr an einen Indianer. Über seine Wange zieht sich eine feuerrote Narbe, die von einem Streifschuss herrührt.
»Moment, Clayde«, ruft Seymour und weicht einige Yards zurück. »Du darfst nicht glauben, dass ich Angst vor dir habe, denn dazu kennen wir uns zu genau. Aber wäre es nicht vernünftiger, wenn wir uns über die ganze Sache in Ruhe unterhalten würden?«
Clayde verzieht sein Gesicht und beginnt zu grinsen.
»Es gibt nichts mehr zu bereden, Wayne«, knurrt er dann. »Du hast mir mein Girl ausgespannt, und dafür werde ich dich jetzt verprügeln! Savvy?«
»Du bist ein Trottel, Clayde«, ruft Wayne und winkelt die Arme an. »Dann komm schon, alter Junge. Du willst es nicht anders. Ich versichere dir nochmals, dass es allein Susans Entschluss war, mich zu heiraten.«
»Du kannst ihr mehr bieten als ich«, grient Clayde. »Yeah, sie hat es mit Weitblick klar erkannt. Du, der große Rinderkönig, und ich, der kleine Pferderancher. Es ist alles klar, Wayne. Susan will es nicht anders, doch du wirst einsehen, dass ich mich nicht zum Gespött des ganzen County machen lasse. Ich werde dich jetzt verprügeln, und dann kannst du mit Susan von mir aus glücklich werden!«
Schon bei seinen letzten Worten greift Clayde Savage an.
Wayne Seymour wird überrascht, bekommt eine Rechte auf den Kinnwinkel und wird hart zurückgeworfen.
Er überschlägt sich und kommt wieder auf die Beine.
In seinen Augen funkelt es, und dann greift er selbst an. Er ist wohl zehn Pfund schwerer als Clayde und legt nun seine ganze Kraft in die Schläge.
Er deutet eine Linke kurz an und schlägt seine Rechte in Claydes Körper, der aufstöhnend zurückweicht.
»Das war erst der Anfang, Buddy«, schnauft er dabei. »Du wirst gleich bedauern, überhaupt auf diese verrückte Idee gekommen zu sein!«
Clayde Savage lacht nur spöttisch und greift erneut an.
Er unterläuft seinen Gegner, kommt durch dessen Deckung und knallt diesem eine Rechte gegen den Kieferwinkel und seine Linke, die als Aufwärtshaken kommt, unter das Kinn.
Wayne Seymour wird leicht angehoben, bekommt einen dümmlichen Gesichtsausdruck und setzt sich auf den Hosenboden. Er hält sich mit schmerzverzogenem Gesicht sein Kinn und starrt Clayde mit offen stehenden Mund an.
»Komm hoch, Wayne«, murmelt dieser. »Wir sind noch nicht fertig. Komm schon, old Fellow!«
Seymour erhebt sich taumelnd. Aus seiner Nase quillt Blut und sickert langsam über sein Kinn.
Doch er greift erneut an.
Clayde lässt ihn leerlaufen, knallt ihm die geballte Faust in den Nacken und trifft ihn nochmals schwer in den Magen.
Seymour klappt wie ein Taschenmesser zusammen und stürzt zu Boden.
Seine Not ist sehr groß, denn es dauert einige Augenblicke, ehe er sich wieder erhebt.
Er ist angeschlagen, und ein besorgter Ausdruck steht in seinen Augen.
Clayde lacht.
»Wollen wir aufhören, großer Mann? Dein Honey soll noch etwas von dir übrig haben. Du wirst bestimmt noch gebraucht!«
Wayne scheint diese Worte nicht zu vernehmen, denn er stürmt wie ein gereizter Büffelbulle los.
Clayde erwartet ihn ruhig. Eine erbarmungslose Härte funkelt in seinen Augen.
Er taucht unter Waynes Fäusten weg und trifft nochmals richtig. Seymour geht zu Boden und windet sich vor Schmerzen. Clayde steht mit geballten Fäusten über ihm gebeugt.
»Genug …?«, keucht er. »Hast du genug, du großer Mann? Oder wollen wir …«
Clayde wird unterbrochen, denn erst jetzt vernimmt er Hufschläge, die sich schnell nähern.
Er stutzt, dann verengen sich seine Augen zu schmalen Schlitzen, und er fährt sich über sein zerzaustes Haar.
Es ist Susan Holliday, die herangaloppiert kommt und nun ihr Pferd scharf zügelt. Sie springt aus dem Sattel.
Yeah, sie ist schön, diese Susan Holliday.
Ihr weizenblondes Haar fällt bis auf die Schultern, umrahmt ein lebensfrohes Gesicht mit tiefblauen Augen und Grübchen in den Wangen. Ihre Lippen sind voll. Auch sonst ist an ihr alles, was das Herz eines Mannes höherschlagen lässt.
Drei Yards vor Clayde bleibt sie stehen. Ihre Augen funkeln, und ihre Lippen pressen sich hart gegeneinander.
Sie starrt auf Wayne Seymour, der sich nun langsam aufrichtet und schwankend dasteht.
»Du bist ein verdammter Narr, Clayde«, zischt sie hart. »Warum musste das sein?«
Clayde Savage antwortet nicht.
Er greift seinen Revolvergürtel aus dem Gras, schnallt ihn um und geht mit schnellen Schritten zu seinem Pferd.
Doch dies lässt Susan nicht zu.
Wie eine Katze ist sie plötzlich hinter Clayde, packt diesen am Arm und reißt ihn herum.
Claydes Gesicht zeigt Überraschung.
»Was soll das, Susan?«, fragt er ruhig, und nichts in seinen Augen verrät etwas von den Gefühlen, die in ihm toben. »Das war eine ureigene Angelegenheit zwischen Wayne und mir. Du musst dich nicht einmischen. Er wird es dir nie verzeihen, dass du ihn am Boden gesehen hast!«
»Ihr Narren«, ruft sie mit sich überschlagender Stimme. »Ihr hirnverbrannten Narren. Warum müsst ihr euch schlagen? Du bist ein schlechter Verlierer, Clayde!«
»Kann sein«, grient dieser. »Doch es kommt wohl immer auf die Art und Weise an, wie man hereingelegt wird …«
Ihre Augen verschleiern sich leicht, und um ihre Mundwinkel beginnt es zu zucken.
»Du hast mit gezinkten Karten gespielt, Susan«, murmelt er erbittert. »Du hast einen gegen den anderen ausgespielt, und jetzt wunderst du dich, dass ich so reagiere. Eigentlich hättest du diese Tracht Prügel verdient.«
Susan weicht zurück.
Ihre Augen beginnen erneut zu funkeln. Sie macht eine abwehrende Geste, wendet sich jedoch abrupt um und geht zu Wayne hinüber, der jetzt ein wenig sicherer auf seinen Füßen steht.
Clayde aber wirft sich in den Sattel, gibt seinem Wallach die Zügel frei und galoppiert davon. Bald ist er zwischen den Hügeln verschwunden …
*
»Sind Sie unter eine Stampede gekommen?«, fragt Bruce Crysler, der Vormann der S-im-Kreis-Ranch, und fährt sich über seinen sichelförmigen Texanerbart.
Wayne Seymour kneift die Augen zusammen und wirft seinem Vormann einen prüfenden Blick zu. Dann winkt er nur ab und stiefelt zu dem prächtig gebauten Ranchhaus hinüber.
»Komm mit«, ruft er über seine Schulter zurück. »Es gibt einiges zu besprechen!«
Die beiden Männer sitzen sich gegenüber. Wayne schenkt zwei Gläser mit Whisky voll.
Die beiden blicken sich an.
»Ich habe volles Vertrauen zu dir«, sagt Wayne Seymour dann, nachdem sie die Gläser geleert haben. »Du warst schon immer der beste Mann auf der Ranch. Früher sagte ich sogar Onkel zu dir. Auch Dad ließ nichts auf dich kommen …«
Bruce Crysler nickt.
»Yeah«, murmelt er undeutlich. »Wir waren fast wie Freunde. An seinem Totenbett habe ich ihm versprochen, mich um Sie zu kümmern. Sie können immer mit mir rechnen!«
Wayne fährt sich über sein Kinn. In seinen blauen Augen ist ein nachdenklicher Ausdruck.
»Es geht um Clayde Savage«, meint er dann. »Okay, ich habe ihm sein Girl ausgespannt, aber ich rechne damit, dass er es mir verdammt übel nehmen wird.«
Bruce Crysler fährt sich über seinen Bart und starrt in das zerschlagene Gesicht seines Bosses.
Dieser nickt.
»Wir haben uns geprügelt, Bruce, und er hat mich geschlagen. Doch das wird ihm nicht genügen. Clayde ist ein verdammter Hitzkopf. Ich kenne ihn genau, denn früher waren wir Freunde.«
»Wenn ich Sie recht verstehe, Mister Seymour, dann glauben Sie, dass ihr Leben in Gefahr ist?«
»Yeah, Bruce. Nicht dass ich Angst hätte, aber gegen eine Kugel aus dem Hinterhalt ist man einfach machtlos.«
Bruce Crysler schüttelt den Kopf.
»So weit wird Savage nicht gehen. Auch ich kenne ihn ganz gut. Yeah, er ist ein richtiger Hitzkopf, und die Sache mit Susan hat ihm schwer zugesetzt, doch …«
»Für alle Fälle, Bruce«, knurrt Wayne, »werden Sie ein wenig auf Clayde achten. Ich möchte kein Risiko eingehen. Nein, das möchte ich wirklich nicht!«
Der Vormann erhebt sich.
»Ich werde die Augen offen halten, Boss. Wann ist übrigens die Hochzeit? Die Jungs möchten gerne den genauen Termin wissen. Sie freuen sich schon heute …«
Wayne Seymour grinst.
»Sie wollen sich tüchtig einen hinter die Binde gießen«, meint er lachend. »Sie werden ihren Spaß bekommen. Die Hochzeit findet in drei Tagen statt.«
*
Clayde Savage springt vor dem kleinen Blockhaus aus dem Sattel und wirft Old Sam die Zügel zu.
Dieser betrachtet ihn eingehend.
»Du hast dich geprügelt«, stellt er dann trocken fest. »Hast du es ihm wenigstens besorgt?«
Über Claydes hageres Gesicht huscht ein Grinsen.
»Natürlich«, sagt er. »Hast du mit etwas anderem gerechnet, Old Sam?«
Dieser schüttelt den Kopf.
»Ob das gut ausgehen wird, Junge«, meint er dann und fährt sich durch sein graues, schütteres Haar. »Du hast jetzt einen Feind mehr auf dieser Welt. Und noch dazu einen mächtigen Feind, der dich vielleicht zertreten wird.«
Clayde Savage lacht unbekümmert.
»Diese Prügel mussten sein. Das war ich mir schuldig, und wenn Wayne vernünftig ist, lässt er es dabei beruhen.«
»Wir werden sehen«, murmelt der Alte düster. Er greift das Pferd und führt es zum Stall hinüber.
Clayde geht indessen zur Tränke und wäscht sich. Dann zieht er sich neue Kleidung an.
Old Sam kommt zurück.
Er kaut auf seiner Stummelpfeife und setzt sich Clayde gegenüber auf einen Stuhl.
»Und jetzt?«
Clayde lacht.
»Ich reite jetzt in die Berge und schieße mir vor lauter Liebeskummer eine Kugel in den Kopf.«
Der Alte lächelt und fährt sich über sein faltenreiches Gesicht.
»Reite, Clayde«, murmelte er dann. »Hier auf der Ranch werde ich schon alleine fertig. Versuche, den Wolf zu finden, der seit Wochen unsere Pferderudel ängstigt. Das wird dich auf andere Gedanken bringen. Außerdem …«
»Außerdem werde ich während der Hochzeit nicht da sein«, fährt Clayde fort. »Das wolltest du doch sagen?«
Der Oldtimer grinst und legt seine zerkaute Pfeife auf den Tisch.
»Yeah, so ist es. Reite in die Berge, und versuche den Lobo zu schießen …«
»Okay«, lächelt Clayde Savage. »Du hast schon recht, Alter. Ich reite wirklich. In einigen Tagen bin ich wieder zurück und lege dir den Wolfspelz vor die Füße.«
Old Sam nickt zufrieden.
*
Bruce Crysler zügelt sein Pferd und blickt auf Old Sam, der ihn mit ernstem Gesicht mustert.
»Hallo Sam«, brummt der Vormann der S-im-Kreis-Ranch und nickt dem Oldtimer freundlich zu. »Ist dir diese ewige Arbeit immer noch nicht zu viel geworden?«
Sam schieb seinen verbeulten Stetson in den Nacken, nimmt seine Pfeife aus dem Mund und grinst breit.
»Arbeit hält jung, Bruce. Man sieht es an dir, denn du scheinst überhaupt nicht älter zu werden.«
Der Vormann springt aus dem Sattel.
»Das täuscht, Sam«, knurrt er. »Ich spüre das verdammte Rheuma in meinen Knochen. Wir sind doch nicht mehr die Jüngsten.«
Old Sam lächelt.
»Spuck es schon aus, Bruce. Du bist bestimmt nicht gekommen, um mit mir über das Älterwerden zu sprechen!«
Bruce nickt. Sein Gesicht bekommt einen ernsten Ausdruck.
»Ist Clayde da?«, fragte er.
»Er ist hinter einem Lobo her, der schon seit Wochen unsere Herde beunruhigt. Also rede schon. Handelt es sich um Clayde?«
»Yeah«, brummt der Vormann und beginnt sich eine Zigarette zu drehen. »Versteh mich nicht falsch, Sam, aber ich glaube, ein offenes Wort hilft uns allen.«
Sam nickt. »Claydes und Waynes Väter waren Freunde, wir beide sind es immer noch, Sam, und ich bedauere, dass sich die beiden Jungs wegen eines Girls zerstritten haben. Einer konnte sie nur bekommen.«
»Es ist vorbei«, entgegnet Sam ruhig. »Clayde kommt darüber hinweg. Er wird sie vergessen. Bruce, es gibt ja auch noch andere Girls …«
Die beiden lachen.
»Clayde wird also keine Dummheiten machen?«, fragt Bruce und lächelt zufrieden.
»By Jove, natürlich nicht. Wayne hätte sich nur nicht hinter seinem Rücken an Susan heranmachen sollen. Das wars, was ihn so ärgerte.«
Der Vormann nickt.
»Dann bin ich beruhigt«, meint er und fährt sich über sein braun gebranntes Gesicht. »Ich habe eine Flasche Whisky in meiner Satteltasche. Willst du einen guten Schluck?«
Old Sam leckt sich die Lippen. »Aber immer!«, grinst er.
*
»Dann bis Morgen, Susan«, lächelt Wayne Seymour und küsst Susan Hollidays volle Lippen. Sie fährt ihm liebevoll durch sein langes Haar.
»Bis Morgen, Darling«, erwidert sie sanft. »Ich kann es kaum erwarten, deine Frau zu werden.«
Er lächelt geschmeichelt, geht mit kraftvollen Schritten zu seinem nervös tänzelnden Rappen und zieht sich gewandt in den Sattel.
»Bis Morgen, Honey«, ruft er. »Träume von mir!«
Er hebt seine Hand und winkt ihr lächelnd zu.
Sie lächelt und geht in das Haus zurück. Wayne Seymour reitet die Main Street entlang, winkt einigen Leuten freundlich zu und erreicht bald die letzten Häuser der kleinen Rinderstadt Tonson City.
Er lässt sein Pferd schneller laufen. Sein Ziel ist die heimatliche Ranch.
Als er den Fork-Creek erreicht, schwingt er sich aus dem Sattel, um sein Pferd saufen zu lassen. Diese Bewegung rettet ihm das Leben.
Die Kugel pfeift dicht an seinem Kopf vorbei und trifft den Rappen voll. Dieser bäumt sich auf, wiehert schrill und bricht dann zusammen.
Wayne Seymour reagiert unwahrscheinlich schnell. Mit einem wahren Panthersprung wirft er sich zur Seite, kommt hinter einen kleinen Felsbrocken zu liegen und reißt seinen Revolver aus dem Halfter.
Doch dann zwingen ihn die Kugeln des hinterhältigen Schützen wieder in Deckung. Um ihn herum stäubt es auf. Ein kleiner Steinsplitter ritzt seine Wange.
Sekunden vergehen …
Vorsichtig späht Wayne hinter dem Felsbrocken hervor, doch von dem Heckenschützen ist nichts zu sehen.
Wayne Seymour flucht heiser und wischt sich die Schweißperlen von seiner Stirn. Immer noch kauert er hinter dem Felsbrocken und wagt sich nicht hervor.
Dann hört er sich schnell entfernende Hufschläge.
Wayne atmet auf.
Mit gezogenem Colt eilt er die Uferböschung empor, doch der Reiter ist nur noch als kleiner Punkt zu sehen, der sich bald verliert.
Wieder flucht Wayne. Er geht zu seinem toten Pferd zurück, löst den Sattelgurt und wirft sich den mit Silbernägeln beschlagenen Sattel über die Schulter.
Dann stiefelt er los. Schon nach wenigen hundert Yards bleibt er mit schmerzenden Füßen stehen. Das Laufen in den hochhackigen Stiefeln bereitet ihm Schwierigkeiten.
Als er einen Reiter sieht, zieht er seinen Revolver und jagt einige Schüsse in die Luft.
Dieser zügelt sein Pferd und kommt dann herangeritten. Es ist Bruce Crysler.
