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Eine einheitliche DIN für Weihnachtskekse oder eine Steuer auf Glühwein und Plumpudding, das sind nur einige der vielen Fragen, die auf dem Weihnachtsgipfel diskutiert werden, um eine weltweite Norm für Weihnachten zu schaffen. Santa Claus, Père Noël, Jultomten und hunderte anderer Weihnachtsmänner versuchen, sich auf ein einheitliches Weihnachten zu einigen. Wird es ihnen gelingen, das Fest der Liebe neu zu gestalten? Satirische Weihnachtsgeschichte für große Kinder und junggebliebene Erwachsene.
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Seitenzahl: 23
Veröffentlichungsjahr: 2017
Der Rentier-Protest
Die Idee
Santa Claus
Father Christmas
Père Noël
Jultomten
Mikołaj
Miss Eurocent
Der Stab
Die Weihnachtsparade
Der Gipfel
Die Agenda
Der Vertrag
Das Protokoll
Früher war mehr Lametta. Und da waren Rentiere auch in keiner Gewerkschaft, sondern machten einfach das, was der Weihnachtsmann ihnen sagte:
§I: Das haben wir immer schon so gemacht!
Heutzutage ist jeder mit jedem auf der Welt vernetzt, liest jeden Tag, was andere dürfen und wogegen sie Protest einlegen können. Welche Anzeige Aussicht auf Erfolg hat und welche nicht. Auf dem Weihnachtsmannblog wird pausenlos gepostet und die Rentiergewerkschaft ruft permanent nach höheren Löhnen. Wie soll da ein konservatives Weihnachtsmann-Unternehmen noch wirtschaftlich arbeiten? Die Planung, das Besorgen der Geschenke und das pünktliche Verteilen: unmöglich, wenn die Bediensteten nicht mitziehen, krank werden oder gar auf die Straße laufen und protestieren.
Hat jemand schon mal Rentiere auf der Straße protestieren sehen? Wie sie sich an Bahnschienen ketten, um anschließend abgeschleppt zu werden?
Schlimmer als jede Grünenbewegung gegen AKWs!
Was soll der echte Weihnachtsmann in so einer Situation bloß tun?
Der Weihnachtsmann schlug die Zeitung auf: Der Gipfel in Hamburg mit seinen ganzen Demonstrationen, Ausschreitungen und der nicht erklärbaren Zerstörungswut einiger Menschen sorgte für viel Wirbel in den Medien.
Die Mächtigsten dieser Erde trafen sich, um über Krieg und Frieden zu sprechen. Sie waren nicht alle einer Meinung, aber sie erörterten ihre Probleme und hörten jede Meinung an.
Vielleicht war es ja mal an der Zeit, dass sich alle Weihnachtsmänner dieser Welt an einen Tisch setzten und über den Frieden auf der Welt sprachen?
Sich austauschten, was der Sinn des »Festes der Liebe« wirklich war und wie man die Menschen dazu animierte, innezuhalten.
Wie man Rentieren klarmachte, dass sie nicht immer mehr Geld fordern durften, sondern sich auch mit dem zufriedengaben, was sie hatten: eine gesicherte Anstellung, genug zu essen, einen warmen Stall mit Gleichgesinnten. Die Anerkennungund Liebe der Kinder, weil sie zu Weihnachten eine so wichtige Aufgabe hundertprozentig ausführten. Oder sollte man ihnen einfach mal mit Leiharbeitsfirmen drohen? Die arbeiteten sicherlich deutlich günstiger als die eigenen Rentiere.
Vielleicht konnten sie gemeinsam den Kindern ans Herz legen, nicht endlos lange Zettel mit kommerziellen Wünschen zu verfassen, sondern einen einzigen Herzenswunsch zu äußern.
Alleine für das Lesen und Auswerten der vielen Wünsche brauchte die Weihnachtsdepotbuchhaltung schon viele Wochen. Oft stürzte der Computer ab, da die Festplatte bei so vielen Eingaben überfüllt war.
Vielleicht war die Volkshochschule auch bereit, einen Kursus »Wunschzettel kurz und knackig schreiben« in ihr Programmheft aufzunehmen?
