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Die Gemeinden haben ein großes Anliegen für Evangelisation, und sie hoffen auf eine Erweckung. Nie zuvor gab es mehr Missionare, nie zuvor mehr evangelistische Einsätze als in der gegenwärtigen Zeit. Viele Gemeinden und Missionswerke berichten voller Begeisterung über Erfolge und positive Bilanzen über Gemeindewachstum durch ihre Arbeit in der Evangelisation. Aber die Ergebnisse der modernen Evangelisation sind oft traurige Zeugnisse des Christentums. Viele bekennen zu glauben und leben dann weiter wie bisher. Das sind oft die Resultate solcher "Entscheidungen für Jesus" die durch die Aufrufe "nach vorn" hervorgerufen werden. • Wie vermeiden wir Scheinbekehrungen? • Was ist das Problem heutiger Evangelisations-Methoden? • Wie müssen wir die Menschen zu Buße und Glaube anhalten? In dieser Broschüre gibt Walter Chantry anhand von Matthäus 12,33-37 Antworten auf diese Fragen und erklärt die biblische Sicht über den Willen des Menschen. Er bemerkt ganz zu Beginn: "Ein richtiges Verständnis für das Evangelium und die Anwendung von Evangelisations-Methoden, die Gott ehren, hängen von der Erfassung dieses Problems vom freien und gebundenen Willen des Menschen ab." Wenn das Evangelium verkündigt wird, und wenn der Herr sich zu Seinem Wort bekennt, ist es Seine göttliche Kraft, die Sünder zum Leben erweckt. Darum gebührt aller Ruhm Ihm, unserem Gott!
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Veröffentlichungsjahr: 2025
© 2017 Verlag Voice of HopeEckenhagener Str. 4351580 Reichshof-Mittelaggerwww.voh-shop.de
Übersetzung: Irmgard LindnerUmschlag und Satz: Voice of HopeISBN 978-3-989672-31-4 – E-BookISBN 978-3-947102-07-5 – Broschüre
Originaltitel: Man‘s Will - Free Yet Bound© 1975, dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung vom »The Banner of Truth« Magazin entnommen, www.banneroftruth.org.
Soweit nicht anders vermerkt, wurden die Bibelzitate der Schlachter-Bibel 2000 entnommen.
Der Wille des Menschen – frei und doch gebunden
Seit mehr als 1500 Jahren ist die Kirche in eine hitzige Debatte über die Freiheit des menschlichen Willens verwickelt. Das eigentliche Problem gewann im frühen fünften Jahrhundert allgemeine Aufmerksamkeit durch die Auseinandersetzung zwischen Augustinus und Pelagius. Auch während des Mittelalters wurde dem Wesen der menschlichen Freiheit nicht geringe Beachtung geschenkt. Bernhard von Clairvaux und Anselm von Canterbury leisteten aufgrund ihres Schriftstudiums wichtige Beiträge zur Lehre über den menschlichen Willen. Im 16. Jahrhundert war die Freiheit oder Unfreiheit des Willens dann eine der wesentlichen Streitfragen, die die Reformatoren von der römisch-katholischen Kirche trennten. Nach Ansicht Martin Luthers war sie der Ausgangspunkt zu seiner Auseinandersetzung mit Rom. Im 17. Jahrhundert stand das Wesen der menschlichen Freiheit wiederum im Mittelpunkt der Debatte zwischen Arminianern und Calvinisten. Und im 18. Jahrhundert, während der großen Erweckung, tauchte der Konflikt erneut auf. Im 19. Jahrhundert war es Finneys Einstellung zur Erweckung, die die Kirche durch eine falsche Auffassung vom menschlichen Willen in die Irre führte. Und schließlich verursacht auch in unseren Tagen die Frage nach der Freiheit des menschlichen Willens wieder erhebliche Meinungsverschiedenheiten.
Das ist sicher: Ein richtiges Verständnis für das Evangelium und die Anwendung von Evangelisations-Methoden, die Gott ehren, hängen von der Erfassung dieses Problems ab.
Einige Theologen, sowohl Arminianer als auch Calvinisten, haben das Dunkel der Problematik durch ihre Beiträge erhellt. Andere aber, z. B. Jonathan Edwards, haben sich in philosophische Höhen verstiegen, wo mancher Gläubige in der dünnen Luft heikler Logik und komplizierter Gedankengänge nicht mehr mitkommt. Doch niemand ist so erfrischend klar wie unser heiliger Herr. Seine Unterweisung zu diesem Thema wird von lebendigen Illustrationen begleitet, die unserem tastenden Geist zu Hilfe kommen. In Matthäus 12,33-37 heißt es:
»Entweder machet den Baum gut und seine Frucht gut, oder machet den Baum faul und seine Frucht faul; denn aus der Frucht wird der Baum erkannt. Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatze Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatze Böses hervor. Ich sage euch aber, dass von jedem unnützen Worte, das irgend die Menschen reden werden, sie von demselben Rechenschaft geben werden am Tage des Gerichts; denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.«
In diesem Abschnitt finden sich drei Fenster, durch die auf Christi Lehre Licht fällt. Jedes stellt ein bekanntes Bild dar.
Ein Baum, der Frucht trägt (V. 33). Ein Mann, der aus seinem Schatz Gutes hervorbringt (V. 35). Ein überfließender Strom, der aus einer Quelle hervorsprudelt.