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Unter Diabetes mellitus wird eine Reihe endokriner Störungen zusammengefasst, die den Kohlenhydratstoffwechsel beeinträchtigen. Leitsymptom sind erhöhte Blutglukosewerte (Hyperglykämie), die sich bei einem unbehandelten Diabetes mellitus einstellen. Diabetes mellitus gilt berechtigterweise als verhaltensmedizinische Modellerkrankung: Das Zusammenspiel von psychosozialen und Verhaltensfaktoren, der Diabetes-Selbstbehandlung und medizinischen Faktoren ist entscheidend für die Prognose der Erkrankung. Nicht zuletzt aufgrund stetig steigender Fallzahlen werden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in der Praxis immer häufiger Menschen mit Diabetes behandeln und sich daher mit diabetesspezifischen Problemfeldern ebenso wie mit diabetesspezifischen Besonderheiten in der Therapie psychischer Störungen bei komorbidem Diabetes konfrontiert sehen. Der Band gibt einen aktuellen und praxisorientierten Überblick über zentrale psychosoziale Themen, wie diabetesbezogene Belastungen (Diabetes-Distress) und die Krankheitsakzeptanz, sowie über Besonderheiten bei der Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen bei Diabetes mellitus. Notwendiges Basiswissen zu medizinischen Grundlagen und zur Behandlung des Diabetes mellitus wird anschaulich vermittelt. Neben diabetesspezifischen Problemfeldern, wie z.B. der Hypoglykämieangst oder der beeinträchtigten Hypoglykämiewahrnehmung, werden insbesondere Essstörungen und Depression bei Diabetes thematisiert und Spezifika in deren Diagnostik und Behandlung herausgestellt.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
Thomas Kubiak
Jennifer Grammes
Diabetes mellitus
Fortschritte der Psychotherapie
Band 86
Diabetes mellitus
Prof. Dr. Thomas Kubiak, Dipl.-Psych. Jennifer Grammes
Die Reihe wird herausgegeben von:
Prof. Dr. Martin Hautzinger, Prof. Dr. Tania Lincoln, Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief, Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier
Die Reihe wurde begründet von:
Dietmar Schulte, Klaus Grawe, Kurt Hahlweg, Dieter Vaitl
Prof. Dr. Thomas Kubiak, geb. 1972. 1993–1999 Studium der Psychologie in Freiburg. 2002 Promotion. 2011 Habilitation. Seit 2011 Professor für Gesundheitspsychologie am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Dipl.-Psych. Jennifer Grammes, geb. 1986. 2008–2013 Studium der Psychologie in Mainz. Seit 2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Gesundheitspsychologie am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit 2013 Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (KVT), seit 2017 Weiterbildung Psychodiabetologie (DDG) und seit 2018 Weiterbildung Fachkunde Kinder- und Jugendpsychotherapie.
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Satz: Sabine Rosenfeldt, Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG
Format: EPUB
1. Auflage 2022
© 2022 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen
(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-3165-9; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-3165-0)
ISBN 978-3-8017-3165-6
https://doi.org/10.1026/03165-000
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Vorwort
1 Beschreibung der Erkrankung
1.1 Bezeichnung
1.2 Definition: Typ-1- und Typ-2-Diabetes
1.3 Epidemiologie
1.4 Therapie, Verlauf und Prognose
1.4.1 Typ-1-Diabetes
1.4.2 Typ-2-Diabetes
1.4.3 Selbstmanagementorientierte Schulung
1.4.4 Behandlungsleitlinien
1.4.5 Diabetische Folgeerkrankungen
1.4.6 Unterzuckerung (Hypoglykämie)
1.5 Komorbiditäten
1.6 Diagnostische Verfahren und Dokumentationshilfen
1.6.1 Behandlungsdaten
1.6.2 Fragebogenverfahren
2 Störungstheorien und Modelle
2.1 Diabetesakzeptanz
2.2 Diabetes-Distress
2.3 Diabetesbezogene Ängste
2.3.1 Angst vor Folgeerkrankungen
2.3.2 Angst vor der Insulintherapie
2.3.3 Hypoglykämieängste
2.4 Hypoglykämiewahrnehmung
2.5 Komorbide psychische Störungen
2.5.1 Depression
2.5.2 Essstörungen
2.5.3 Sexuelle Funktionsstörungen
2.6 Probleme im sozialen Umfeld
2.6.1 An- und Zugehörige
2.6.2 Recht und Soziales
3 Diagnostik und Indikation
3.1 Psychodiagnostische Instrumente
3.2 Indikationsstellung
4 Behandlung
4.1 Darstellung der Therapiemethoden
4.1.1 Auftrags- und Zielklärung
4.1.2 Diabetesakzeptanz
4.1.3 Diabetes-Distress
4.1.4 Diabetesspezifische Ängste
4.1.5 Hypoglykämiewahrnehmung
4.1.6 Komorbide psychische Störungen
4.2 Effektivität
4.2.1 Effekte verschiedener Therapieverfahren auf die glykämische Kontrolle
4.2.2 Diabetes-Distress
4.2.3 Hypoglykämieprobleme
4.2.4 Depression
4.2.5 Essstörungen
4.3 Psychopharmakologie
5 Fallbeispiele
5.1 Typ-2-Diabetes mit Depression und Diabetes-Distress
5.2 Typ-1-Diabetes mit beeinträchtigter Hypoglykämiewahrnehmung
6 Weiterführende Literatur und Webseiten
7 Literatur
8 Kompetenzziele und Lernkontrollfragen
9 Anhang
Diabetes Distress Scale (DDS 17) – Probleme bei der Diabetesbehandlung
Auswertung der DDS-17
Strukturierte HypoglykämieanamneseClarke et al., 1995, übersetzt und modifiziert nach Kulzer et al., 2004
Karten
Anamnese diabetesspezifischer Informationen
Hinweise zu den Karten
Die Prävalenz des Diabetes nimmt kontinuierlich zu. Dies stellt das Gesundheitssystem vor Herausforderungen auf dem Gebiet der Prävention und Behandlung, die nicht auf die Diabetestherapie und diabetologische Versorgung beschränkt sind. Psychosoziale Probleme bei Diabetes sind häufig und erschweren vielfach eine erfolgreiche Diabetestherapie, die essenziell ist, um diabetische Folgeerkrankungen zu vermeiden und die Lebensqualität der Menschen mit Diabetes zu erhalten. Liegen psychische Störungen vor, so sind diabetesspezifische Aspekte und Themen oft zentral und damit auch Gegenstand einer Psychotherapie. Es ist davon auszugehen, dass jeder zehnte Patient in der psychotherapeutischen Praxis (zusätzlich) an Diabetes erkrankt ist.
Der Diabetes mellitus ist eine verhaltensmedizinische Modellerkrankung: Medizinische, psychosoziale und Verhaltensfaktoren beeinflussen den Therapieerfolg und die Prognose des Diabetes maßgeblich. Eine adäquate psychosoziale Versorgung – einschließlich der Psychotherapie – ist ein wichtiger Baustein in der Behandlung der chronischen Erkrankung Diabetes. Kenntnisse auf dem Gebiet des Diabetes, der Diabetestherapie und diabetesspezifischer Aspekte psychischer Störungen sind zentral für den Behandlungserfolg. Im deutschsprachigen Raum hat sich vor diesem Hintergrund die Bezeichnung Psychodiabetologie etabliert – in Analogie zur Bezeichnung Psychoonkologie. Der Bedarf an Therapeutinnen und Therapeuten mit psychodiabetologischen Kenntnissen zeigt sich auch an der Etablierung von Weiterbildungscurricula, wie der Weiterbildung zum Fachpsychologen DDG, die von der Deutschen Diabetes Gesellschaft ins Leben gerufen wurde, oder an der Weiterbildung Psychodiabetologie bzw. in spezieller Psychotherapie bei Diabetes in einzelnen Kammerbezirken.
Seit dem von Gabriele Fehm-Wolfsdorf (2009) verfassten Band in der Reihe Fortschritte der Psychotherapie zum Thema Diabetes mellitus (Band 36) hat sich die Therapie des Diabetes, unter anderem durch innovative Behandlungsansätze und die Einführung moderner Diabetestechnologien, deutlich verändert, wie auch die Anforderungen, die das tägliche Diabetesselbstmanagement für Menschen mit Diabetes mit sich bringt. Auch haben psychodiabetologische Angebote zunehmend Eingang in Praxis und Versorgung gefunden. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns, die Möglichkeit bekommen zu haben, eine grundlegende Neufassung des Bandes in Angriff zu nehmen, der dem aktuellen Stand gerecht wird. Weiter gilt besonderer Dank unseren Kolleginnen Lilli |2|Priesterroth, Caroline Reese und Mona Clauter, die uns bei der Anfertigung des Manuskripts unterstützt haben.
Mainz, Februar 2022
Thomas Kubiak und
Jennifer Grammes
Fallbeispiel: Frau P.
Frau P. meldet sich wegen Ängsten zur psychotherapeutischen Behandlung. Diese stehen im Zusammenhang mit einem Typ-1-Diabetes, unter dem sie seit 27 Jahren leidet. Leider hätten sich in letzter Zeit die Unterzuckerungen im Alltag gehäuft und es sei auch zu einer schweren Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit gekommen, die einen Notarzteinsatz erforderte. Ihre Unterzuckerungswahrnehmung hätte sich über die letzten Jahre kontinuierlich verschlechtert. Dies habe sie sehr verunsichert. Sie traue sich kaum noch aus dem Haus, die Ängste vor Unterzuckerungen stünden dabei im Vordergrund, und ihre Gedanken kreisen um die Sorge, erneut eine Unterzuckerung erleiden zu können, bei der sie hilflos wird. In der Diagnostik wird klar, dass sich – zusätzlich zur Unterzuckerungsproblematik – eine Agoraphobie mit Panikstörung entwickelt hat. Eine Panikattacke sei für Frau P. dabei kaum von den noch vorhandenen Unterzuckerungssymptomen zu unterscheiden.
Unter dem Begriff Diabetes mellitus werden eine Reihe endokriner Störungen zusammengefasst, die den Kohlenhydratstoffwechsel beeinträchtigen. Leitsymptom sind unphysiologisch erhöhte Blutglukosewerte (Hyperglykämie), die sich bei einem unbehandelten Diabetes mellitus einstellen.
Diabetes mellitus bedeutet wörtlich „honigsüßer Durchfluss“ – eine Hyperglykämie führt zur Ausscheidung von Glukose (Zucker) durch den Urin (Glukosurie), was in der Frühphase der Medizin auch zu diagnostischen Zwecken genutzt wurde. Neben der Hyperglykämie, die durch Blutglukosemessungen heute leicht festzustellen ist, zählen Müdigkeit, vermehrter Durst, eine gesteigerte Flüssigkeitszufuhr (Polydipsie) und vermehrter Harndrang sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit zum klinischen Erscheinungsbild eines sich manifestierenden Diabetes.
Beim stoffwechselgesunden Menschen ist der Glukosestoffwechsel und Kohlenhydrathaushalt sehr effektiv reguliert. Die Schlüsselhormone Insulin (blutglukosesenkend, anabol) und das antagonistische Glukagon (katabol), die beide in der Bauchspeicheldrüse produziert und sezerniert werden, regulie|4|ren den Glukosespiegel sehr effizient, sodass dieser sich beim stoffwechselgesunden Menschen im Regelfall innerhalb sehr enger Margen bewegt (ca. 70 bis 160 mg/dl, 3,9 bis 8,9 mmol/l).
Bei einer Diabeteserkrankung ist der Glukosestoffwechsel – je nach Diabetesform – auf unterschiedliche Weise gestört, sodass der Glukosespiegel nicht mehr adäquat reguliert werden kann. Dies resultiert in der charakteristischen Hyperglykämie, die sich bei unzureichend bzw. unbehandeltem Diabetes in erhöhten Langzeitblutzuckerwerten widerspiegelt (HbA1c-Wert, vgl. Tabelle 1 und Kasten).
Der HbA1c-Wert
Der HbA1c-Wert ist der „Langzeitzuckerwert“, der die Güte der Stoffwechseleinstellung in den zurückliegenden zwei bis drei Monaten widerspiegelt. Der Normbereich beim nichtdiabetischen Menschen beträgt 4 bis 6 % bzw. 20 bis 42 mmol/l (Abweichungen je nach Labor möglich).
Bei der Bewertung des HbA1c und der angestrebten Blutglukosezielbereiche sind auf jeden Fall weitere Faktoren zu berücksichtigen (z. B. Alter, Komorbiditäten, Hypoglykämierisiko). Eine detaillierte Zusammenfassung der Evidenzlage findet sich in den entsprechenden Behandlungsleitlinien (siehe weiterführende Literatur auf Seite 8).
Tabelle 1: Bewertung des HbA1c-Wertes (nach St. Vincent Deklaration, 1989)
Wertebereich
Bewertung
%
mmol/mol
> 7,5
> 58
Unbefriedigende Stoffwechseleinstellung (erhöht dauerhaft das Risiko für diabetische Folgeerkrankungen) – Therapiemaßnahmen bzw. Anpassungen notwendig
6,5 – 7,5
48 – 58
Gute Stoffwechseleinstellung (wenn ohne schwere Hypoglykämien)
< 6,5
< 48
Exzellente Stoffwechseleinstellung (wenn ohne schwere Hypoglykämien)
Die wichtigsten und häufigsten Formen des Diabetes mellitus sind der Typ-1-Diabetes und der Typ-2-Diabetes. Diese sind auch für die Psychotherapie von besonderer Bedeutung, da angesichts der hohen Prävalenz insbesondere des |5|Typ-2-Diabetes die Anzahl der Menschen in Psychotherapie zunehmen wird, die an einem komorbiden Diabetes leiden. Dementsprechend oft sind diabetesspezifische Themen in der Psychotherapie relevant und zu berücksichtigen.
Charakteristisches Merkmal des Typ-1-Diabetes (früher auch juveniler/jugendlicher Diabetes oder insulinpflichtiger Diabetes, insulin-dependent diabetes mellitus, IDDM) ist ein absoluter Insulinmangel. Es wird kein Insulin mehr produziert, was die Verstoffwechslung von zugeführten Kohlenhydraten respektive Glukose unmöglich macht. Der absolute Insulinmangel bei Typ-1-Diabetes kann rasch zu einer Dekompensation des Metabolismus führen – einer fortschreitenden Hyperglykämie, die unbehandelt zu einem lebensbedrohlichen diabetischen Koma (diabetische Ketoazidose) führt.
Ein Typ-1-Diabetes manifestiert sich oft recht plötzlich – mit dem charakteristischen klinischen Erscheinungsbild von gesteigertem Durst und Harndrang, Müdigkeit und einer Infektanfälligkeit. Im Vergleich zum Typ-2-Diabetes sind Menschen mit Typ-1-Diabetes bei Manifestation der Erkrankung schlank, teils – durch die katabole Stoffwechsellage bedingt – kachektisch. Das fehlende Hormon Insulin muss lebenslang substituiert und exogen zugeführt werden.
