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Die Adventskranzkerzenfrage enthält die besten und gleichzeitig einzigen satirischen Festtagsdramen des Autors Matthias Luck. Die im Buch aufgeworfene Frage entscheidet über das Wohl und das Wehe in der Vorweihnachtszeit. Laut vorgetragen kommen die Gedichte und die darin enthaltenen weihnachtlichen Todesfälle, Morde, Trennungen und Stubenbrände erwiesenermaßen am besten zur Geltung. Inhalt: 5 packende längere Dramen 5 gleichermaßen packende, jedoch kürzere Dramen
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Seitenzahl: 29
Veröffentlichungsjahr: 2017
Der passionierte, gleichwohl erfolglose Briefmarkensammler Matthias Luck, (Jahrgang 1964, BRD komplett, aber wertlos) ist waschechter Hamburger. Seine humoristischen Gedichte übertreffen die seiner Vorbilder Gernhardt, Erhardt, Busch, Ringelnatz und Morgenstern bei weitem – auf jeden Fall in der Länge. Der Autor liebt Pilze, Wein und Leberwurst.
Petra Averesch, Jahrgang 1965, Diplom-Grafikdesignerin, Studium an der FH Münster, lebt mit ihrer Familie seit über 20 Jahren gern in Hamburg.
In der Keksdose
Die Adventskranzkerzenfrage
Was haben Thomas Mann und Hildegard von Bingen gemeinsam?
Weihnachten bei ihrer Schwester
Knickebein
Der wahre Krokant
Neulich auf dem Weihnachtsmarkt
Fidibus
Prost Neujahr
Knickebein zu Ostern
In der Keksdose konnten des Nachts die Kekse nicht schlafen.
Das war kein Wunder, denn am Nachmittag trafen
die Kekse den miesen Keksevernichter,
ihren Bedroher, Henker und Richter.
Und der fraß schon die Hälfte ihrer Population,
und nun haben sie Angst, dass als nächstes schon
sie nun vom Henker verschlungen werden,
und dann ist Schluss mit ihrem Dasein auf Erden.
Und, was soll ich sagen, sie fürchteten sich leider zu Recht,
denn am nächsten Tag erging es ihnen sehr schlecht:
Das Monster, das Grauen, es war nur kurz unbewacht
und mit raschem Griff war ihr Versteck aufgemacht,
und helles Licht fiel schräg zu ihnen herein,
blendete alle, ein stummes Aufschreien.
Da wurde schon Schoko aus ihrer Mitte genommen!
Der Ohnmacht nah hörten sie dann verschwommen,
wie die Mama nach dem kleinen Laurens rief:
Laurens, Laurens – – – und sie atmeten tief –
bist du etwa da hinten bei den Keksen dabei?
Und sie atmeten auf, denn die Gefahr war vorbei,
doch ganz sicher leider nur für heute,
denn dazu waren sie eine viel zu fette Beute
für das kleine Monster und seinen gierigen Schlund
und seine scharfmilchigen Zähne im Mund.
oder warum Konfliktbewältigungskurse in der Vorweihnachtszeit regen Zulauf haben
Die Adventskranzkerzenfrage ist alles entscheidend
und bestimmt über das Wohl und das Wehe der Vorweihnachtszeit.
Ist sie entschieden, so ist sie vermeidend, das heißt erspart uns allen viel Leid.
Ist sie es nicht und ist die Antwort noch offen,
so kann das Ende grausam sein,
und es bleibt uns allen nur noch zu hoffen:
Der verursachte Schaden ist und bleibt klein.
Doch die Frage geht tief und ist philosophischer Natur:
Soll eine Kerze zunächst ganz alleine abbrennen,
individualistisch wie die Gesellschaft und nur
ihr eigenes Schicksal für sich stets erkennen?
Oder soll solidarisch jede Kerze reihum mal entflammen,
sodass ein gleichmäßiges Abbrennbild entsteht?
Bevorzugungen könnte man somit verdammen
und dafür sorgen dass die VWZ1 ausgewogen vergeht.
Sie sehen schon, ich tendiere zum Sozialismus,
für mehr Gerechtigkeit im Kerzenbilde.
Nächstenliebe ist gewiss doch ein Muss
zu Weihnachten, denke ich weise und milde.
Doch meine Frau sagt,
das könne man so nicht machen,
also wenn man sie fragt
oder Konjunktiv: früge,
(da werden Sie lachen)
wäre der Sozialismus eine einzige Lüge.
In Woche eins brenne stets nur ein Licht
und zwar immer das Gleiche!
Und das ändern wir auch in diesem Jahr nicht,
so wär’ das Gesetz und das reiche.
Dasselbe oder das Gleiche?
Der Unterschied ist groß, sage ich.
Mit Gleichbehandlung erreiche
ich viele, dasselbe aber, das ärgert mich.
Ich wüsste schon, was sie meine,
ich betriebe bloß Wortspalterei,
ich suche doch nur zum Scheine
Widersprüche in ihren Worten herbei.
Nun gut, dann zeige mir, wo finde ich diese Gesetze?
Vielleicht im Gesetz über Adventskranzkerzen?
