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Eine provokante Neuinterpretation der Menschheitsgeschichte, die sumerische Schöpfungsmythen mit geologischen Belegen für eine kosmische Katastrophe vor 12.800 Jahren verknüpft und die These aufstellt, dass die Menschheit zweimal erschaffen wurde. Das Werk verbindet dabei wissenschaftliche Analyse mit einer faszinierenden Reise durch antike Texte, die als technische Dokumentationen außerirdischer Waffentechnologie interpretiert werden. Kurzinhalt Das Buch untersucht die sumerischen Anunnaki-Mythen und stellt die These auf, dass diese keine religiösen Allegorien, sondern historische Berichte über außerirdische Besucher darstellen. Der Autor verknüpft diese Texte mit geologischen Belegen für eine kosmische Katastrophe vor 12.800 Jahren und argumentiert, dass die Menschheit zweimal erschaffen wurde - einmal vor der Katastrophe und einmal danach. Dabei werden sumerische Keilschrifttexte als technische Dokumentationen eines Konflikts zwischen den Anunnaki und deren fortgeschrittener Waffentechnologie interpretiert. Das Buch behandelt unter anderem auch die problematischen Konsequenzen der Anunnaki-Herrschaft, insbesondere die verbotenen Verbindungen zwischen "Wächtern" (gefallenen Engeln) und Menschenfrauen, aus denen die Nephilim - riesenhafte Mischwesen - hervorgingen. Der Autor verbindet das apokryphe Buch Henoch mit mesopotamischen Quellen und zeigt auf, wie diese Hybriden zur Bedrohung wurden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Text "Enki und Ninma", der detailliert fehlgeschlagene Schöpfungsversuche beschreibt. Diese werden nicht als mythologische Erklärungen für menschliche Behinderungen interpretiert, sondern als Protokolle genetischer Experimente. Der Autor vergleicht diese Berichte mit dem Maya-Schöpfungsmythos Popol Vuh, der ebenfalls mehrere gescheiterte Menschenschöpfungen beschreibt.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Gottheiten mit Makeln
Die Menschheit blickt auf die Anunnaki
mit einer Mischung aus Schaudern und
Ehrfurcht.
Doch was verbirgt sich hinter dieser
Bezeichnung in Wahrheit?
In den überlieferten Berichten erscheinen die
sumerischen Göttergestalten als fassbare, überarbeitete und zerstrittene Individuen,
keineswegs als ätherische himmlische Wesen. Monumente und Legenden rund um den Globus
erzählen von gigantischen Erscheinungen, die
dieselbe Historie transportieren.
Kreaturen, die herabstiegen und vielleicht die
Menschheit leiteten, dominierten oder gar ins
Dasein riefen.
Sie waren Götter und Sinnbilder.
Oder handelte es sich um Besucher von einem
jenseits des Neptun liegenden Körper namens
Nibiru, dessen Wiederkunft eines Tages
bevorstehen könnte?
ungewöhnlichen Streifzug in unsere ferne
Vergangenheit, um eine Erzählung zu erhellen,
in der Mythologie und Chronik
ineinanderfließen.
Sumerische Götterwesen und deren Taten
Als im 19. Jahrhundert Archäologen die Reste Mesopotamiens ans Licht brachten, entdeckten sie mehr als bloße Verzeichnisse von Abgaben und Sachgütern. Sie stießen auf
außergewöhnliche Narrative. Es handelte sich um Texte, in Ton graviert mit Keilschrift, welche darlegten, nicht nur was geschehen war, sondern auch unseren Ursprung, den Zweck unserer Existenz und die Verbindung zwischen den Menschen und den Himmelswesen. Eines der aufschlussreichsten Dokumente ist der Atrachasis-Mythos, ungefähr aus dem 17. Jahrhundert vor Christus, der mit einer Szene beginnt, die frappierend ist. Im Zentrum steht nicht der Glanz der Götter, sondern ihre Mühsal. Die Anstrengungen der Gottheiten waren gewaltig, die Arbeitslast erdrückend, das Leiden omnipräsent. Dreitausendsechshundert Jahre lang verrichteten sie Frondienste, Tag und Nacht. Sie werden nicht als entrückte, glückselige Kreaturen geschildert, sondern als Wesen, die unter einer Bürde ächzen und zermürbt sind. Als die Plackerei unerträglich wird, ereignet sich das Unerwartete.
Die Igigi, die niederrangigen Götter, rebellieren. Sie legten ihre Werkzeuge nieder, entledigten sich ihrer Lastkörbe, formierten sich und zogen gegen das Quartier Enlils.
Dies ist eine Darstellung des Aufruhrs, ein Bild, das mehr einem Bericht über soziale Unruhe gleicht als einer mythischen Fabel. Die arbeitende Kaste, die ihr Arbeitsgerät beiseitelegt, die Diener, die vor ihrem Gebieter auftreten und eine Veränderung postulieren. An dieser Stelle präsentiert die Schriftrolle die Lösung: die Erschaffung einer neuen Spezies, der Menschheit.
Doch bevor wir uns in alle Einzelheiten vertiefen, muss Klarheit geschaffen werden über die Identität dieser Individuen, bekannt als Anuna oder Anunaki.
Schon die Wortbedeutung gibt Aufschluss: „An“ steht für den Himmelsgott, die oberste Autorität im sumerischen Götterpantheon. „Ki“ bedeutet „irdisch“.
Anuna bedeutet folglich „Abkömmlinge von An“, was sinngemäß heißt:
jene, die vom Himmel auf die irdische Sphäre herabgestiegen sind.
In den geschriebenen Quellen waren sie keine rein lokalen Gottheiten, gebunden an einen Fluss oder eine Stadt. Es waren Entitäten kosmischen Ausmaßes, Bestimmer des Schicksals.
Im Epos von Gilgamesch liest man:
„Die Anunaki, die gewaltigen Götter, sitzen Nibiru-Konzept und alternative Deutungsansätze und treffen die Entscheidung über das Verhängnis. Ihre Worte sind unwiderruflich.“
Sie waren nicht nur Beschützer oder Urheber, sondern auch Gesetzgeber und universelle Richter, denen widersprochen werden kann. Neben ihnen treten in den Aufzeichnungen stets die Igigi auf, die großen Wächter, die Untergebenen, welche die mühsamsten Arbeiten durchführten. Deren Meuterei im Atrachasis-Text ist das auslösende Ereignis, das zur Genese des Menschen führt. Die Anunnaki sind nicht auf ein einziges Erzählkonzept beschränkt.
Im Babylonischen Schöpfungsmythos, dem Enuma Elisch, sind sie es, die Marduks Thron errichten, nachdem dieser Tiamat, die Göttin des Chaos, besiegt hat.
Die Anunnaki zimmerten ihm ein königliches Sitzmöbel, versammelten sich und erhoben ihn zum Herrscher.
Im Abstieg der Inanna fungiert diese Gruppe als strenge Richterinstanz in der Geisterwelt, welche über das Verbleiben der Seelen urteilen.
Die Anunnaki der Totenwelt nahmen Platz auf Podesten aus Stein und richteten ihre todesbringenden Blicke auf sie. Das verbindende Merkmal dieser Textstücke ist offensichtlich. Immer, wenn sie auftreten, manifestieren die Anunaki höchste Macht, die Kapazität, Ordnungen zu etablieren, die niemand sonst brechen kann.
Sie sind nicht bloß Staffage, sondern das Fundament des mesopotamischen Götterhimmels.
Schon ihre Wortwurzel, Nachfahren von An und Ki, kennzeichnet sie als Wesenheiten zwischen Himmel und Erde, weder gänzlich göttlich noch vollends sterblich.
Angesichts dieser Belege stellt sich die unausweichliche Frage: Handelt es sich hierbei um Metaphern, die zur Erklärung gesellschaftlicher Konflikte innerhalb der frühen Stadtstaaten erdacht wurden?
Oder übermitteln die Texte die verklärte Erinnerung an Begegnungen mit realen Entitäten, Gestalten aus Fleisch und Blut,
die von einem anderen Ort abstammten und unter dem Namen von Göttern im kollektiven Gedächtnis fortleben?
Erst im 20. Jahrhundert begann eine Person, diese Tafeln als historische Berichte und nicht als religiöse Gleichnisse zu interpretieren. Zecharia Sitchin, in Baku geboren, in Palästina aufgewachsen und in London studiert, publizierte 1976 einen später sehr prominenten Band: Der zwölfte Planet (in italienischer Fassung: Il pianeta degli dei).
Auf seinen Seiten vertrat Zecharia Sitchin die These: „Die Anunaki waren tatsächliche Organismen von einem Stern außerhalb unseres Sonnensystems, keine erfundenen Gottheiten; sie werden in den Texten Nibiru genannt.“ Der Begriff Nibiru taucht tatsächlich in Quellen aus Mesopotamien auf, hauptsächlich in den sogenannten Mul.Apin-Tafeln,
babylonischen astronomischen Sammlungen aus dem ersten Jahrtausend v. Chr.
Der Terminus wird einem Himmelskörper zugeschrieben, der den Himmel durchstreift oder sich an einem Meridianspunkt befindet, wobei er teilweise mit dem Jupiter, teilweise mit dem Merkur assoziiert wird. Sitchin widersprach der gängigen Deutung und postulierte Nibiru als einen eigenständigen Planeten mit einer Umlaufperiode von ungefähr 3600 Jahren, der in regelmäßigen Intervallen in unser Planetensystem eindringt.
Diese Zahl spiegelt sich auch in dem Atrachasis-Mythos, in welchem die Götter 3600 Jahre lang Arbeitsdienste leisteten, bevor sie sich empörten. Sitchin sah darin kein Zufall, sondern einen verschlüsselten Hinweis. Zur Stützung dieser Anschauung zog Sitchin das
bemerkenswerte Zylindersiegel Vorderasien 243 heran, welches im Berliner Museum aufbewahrt wird.
Dieses kleine Artefakt, datiert auf circa 2310 v. Chr., präsentiert eine auf den ersten Blick rätselhafte Gravur: eine sitzende Gottheit, zwei stehende Figuren und darüber eine Darstellung mit einem Stern, umgeben von elf kleineren Himmelskörpern.
Archäologen interpretieren dies schlicht als eine symbolische Abbildung von Göttern mit himmlischen Attributen, jedoch für Sitchin barg es eine tiefere Bedeutung. Er deutete diese Zeichnung als eine topografische Darstellung unseres Sonnensystems, mit der Sonne zentral positioniert, umstanden von Planeten, einschließlich eines noch unbekannten zwölften Körpers.
Das Siegel zeigt die Sonne in der Mitte, flankiert von elf planetaren Objekten. Zieht man den Mond ab, da er kein Planet ist, und fügt stattdessen Nibiru hinzu, dann exakt stimmt die Zählung überein.
Die Sonne, der Mond und zehn weitere Planeten. Dies wäre die älteste bekannte Konstellation unseres Sonnensystems.
Selbstverständlich wurde diese Interpretation von der Wissenschaftsgemeinschaft zurückgewiesen. Assyriologen heben hervor, dass das auf dem Siegel abgebildete vermeintliche Sonnensymbol tatsächlich die charakteristische Sternform mit Strahlen aufweist.
In der mesopotamischen Bildsprache symbolisiert diese Form irgendeinen Himmelskörper, nicht dezidiert unsere Sonne. Und die begleitenden Himmelskörper seien lediglich schmückende Zeichen, keine präzise Himmelskarte.
Dennoch behält die Darstellung ihren Reiz, da eine stilisierte Abbildung des Himmels mit ungewöhnlichen Komponenten klar erkennbar ist.
Falls die Sumerer tatsächlich Kenntnis von einem Planeten besaßen, der mit bloßem Auge nicht detektierbar ist, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie hätten sie diese Information erlangen können?
Die Existenz von Nibiru wurde von der modernen Forschung nie bestätigt, obwohl in jüngster Zeit mehrere astronomische Hypothesen über einen möglichen Planet Neun existieren – ein massiver Himmelskörper, der durch seine Gravitation die Bahnen der Kometen im Kuipergürtel beeinflusst.
Eine 2016 veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit von Konstantin Batugin und Mike Brown vom Caltech geht von einem Planeten mit ungefähr zehn Erdmassen aus, der Hunderte Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt umkreist.
Es ist weder Nibiru, noch besitzt er eine Umlaufzeit von 3600 Jahren, aber allein die Möglichkeit der Präsenz eines unbekannten Himmelskörpers signifikanter Masse am äußersten Rand unseres Planetensystems hat das Interesse an alten Erzählungen von Neuem entfacht, die vielleicht einen wahren Kern in sich tragen.
Sitchin allerdings beschränkte sich nicht auf rein astronomische Erörterungen. Er behauptete nicht nur, dass die Anunaki von Nibiru abstammten, sondern benannte auch den Beweggrund ihrer Reise: Ildu.
Seiner Ansicht nach berichteten mesopotamische Texte von einer Umweltkatastrophe auf dem Heimatplaneten der Götter.
Die Lufthülle Nibirus verschlechterte sich rapide. Als einzige Rettungsmaßnahme kristallisierte sich die Streuung von Goldpartikeln in der oberen Atmosphäre heraus, um Sonnenlicht zu reflektieren und die Wärmeaufnahme zu stabilisieren.
Daraus resultierte das manifeste, fast zwanghafte Interesse der Anunnaki an der Erde, einem Himmelskörper mit ausgiebigen
Goldvorkommen.
Erneut finden wir Bestätigung in den in Ton eingeritzten Botschaften des Atrachasis-Epos. Als sich die Igigi erhoben, hieß es: „Die Plackerei war zu groß, die Last
unerträglich.“
Aussagen, die nach Sitchins Auffassung nicht nur für landwirtschaftliche und bauerische Tätigkeiten stehen, sondern auch für den Goldabbau.
Eine derart strapaziöse Aufgabe, dass sie einen solchen Aufstand provozierte.
Das Konturbild, das sich herauskristallisiert, ist scharf umrissen. Eine Zivilisation von Außerirdischen, die aufgrund zwingender Existenzgründe die Erde ansteuern musste, wo sie Stützpunkte zur Rohstoffgewinnung etablierte.
In diesem vorgegebenen Szenario tritt der Mensch keineswegs zufällig auf die Bildfläche. Er ist nicht das Resultat eines willkürlichen göttlichen Eingriffs, sondern die logische Folge einer zu bewältigenden technischen Problematik. Die Revolte der niederen Arbeiterklasse, der Igigi, zwang die übergeordneten Nunaki in eine Lage, die sie nicht ignorieren konnten.
Wer sonst hätte die Sorgfalt aufgebracht, das Gelingen ihres Irdenprojektes zu sichern? Die Tafeln von Trasis übermitteln die Kunde, dass Enki, der Herr der Wasser der Tiefe und des Wissens, seinerzeit einen radikalen Lösungsvorschlag einbrachte: die Kreation einer neuen Spezies, geformt aus irdischem Material, aber imprägniert mit der Essenz einer Gottheit. Ein übersetzter Textabschnitt von Lambert fixiert diese Entscheidung präzise: „Die Aufgaben der Götter soll der Mensch übernehmen. Die Mühsal Enlils soll den Menschen treffen, die Plage der Ilu soll auf den Menschen fallen.“
Diese spezifische Wortwahl ist deshalb signifikant, weil sie den ureigenen Zweck der Erschaffung enthüllt. Der Mensch wird nicht aus eigenem Antrieb ins Leben gerufen, sondern dazu bestimmt, die rebellierenden Arbeitskräfte zu substituieren und die Götter von ihrer Last zu befreien.
Es ist kein Zufall, dass die Darlegung der Entstehungsmethode kurz darauf detailliert beschrieben wird. Es soll Lehm angereichert werden mit dem Fleisch und dem Blut einer Gottheit, sodass der Mensch mit diesem Siegel markiert und sein Geist permanent verknüpft wird.
Hier liegt die verblüffende Nuance: Der Ton, ein Material der Erde, wird mit dem Lebenssaft einer geopferten Gottheit verwoben, und exakt diese Prozedur verleiht dem Menschen das himmlische Element.
Dieses Bild findet sich, mit geringfügigen Abweichungen, in späteren Berichten wieder, etwa in der hebräischen Genesis, wo Gott Adam aus Erdreich formt: „Da formte Gott der HERR den Menschen aus dem Staub des Erdbodens und blies ihm den Lebensodem in die Nase,“ oder in ägyptischen Mythen, wo Chnum den Menschen am Töpferrad gestaltet.
Im mesopotamischen Rahmenwerk unterscheidet sich das göttliche Element von dem der Bibel: Es ist kein Hauch, sondern Blut, die Quintessenz des Lebens.
Sitchin interpretierte diesen Textpassus als eine bildhafte Umschreibung für einen realen technischen Ablauf. Für ihn stand der Ton nicht nur synonym für den Schlamm der Flüsse Mesopotamiens, sondern symbolisierte biologische Grundsubstanz, möglicherweise die weibliche Keimzelle eines irdischen Primaten. Das göttliche Blut hingegen verkörperte die genetische Information eines der Anunaki. Was die Schriften als Ritus bezeichnen, deutete er als zielgerichtete gentechnische Intervention, die Kreation eines Mischwesens aus Homo Erectus und den von Nibiru abstammenden Göttlichen. Dieses Versuchsprodukt erhielt die Bezeichnung Adamo. Die Ähnlichkeit zum hebräischen „Adama“, was Erde bedeutet und laut Bibel Adams Ursprung darstellt, ist evident. Geschichtsort für die Entstehung der ersten Menschen nennen die sumerischen Tafeln eine fruchtbare Region zwischen den Flüssen Tigris und Euphrat. Ein Begriff, den Sitchin lediglich als Reflexion des biblischen Paradiesgartens betrachtete. Jedoch war es kein Garten Eden, sondern ein Labor, eine dezentrale Genetik-Außenstelle.
Mit diesen Worten adressierte sich Enki an die obersten Priester: „In das Blut des Göttlichen soll der Lehm gemengt werden, und Mensch und Ilu sollen im Lehm verschmolzen sein.“
Die Terminologie des „Mischens“ scheint in diesem Kontext eine äußerst spezifische Handlung zu implizieren: Die Zusammenführung von zwei Bestandteilen zur Generierung eines dritten. Keineswegs ein Akt der Mystik, sondern ein technisches Vorgehen. Auch Dokumente aus Akkad und Babylon untermauern diese Sichtweise. Der Mensch ist dazu bestimmt, den Göttern als Arbeitskraft zu dienen.
Ein Loblied auf Marduk verkündet, dass er die Menschheit ins Dasein rief, um ihnen die Arbeit der Ilu zu transferieren, damit die Ilu frei seien. Folglich wird der Mensch nicht nur in den Trasis-Texten, sondern auch in weiteren Überlieferungen mit einer klaren Funktion ausgestattet: die Entlastung seiner Schöpfer. Sitchin führt seine Analyse weiter: Falls die Anunaki tatsächlich genetisch interveniert hätten, würde dies den sprunghaften evolutionären Übergang erklären, der vor rund 200.000 Jahren vom Homo Erectus zum Homo Sapiens erfolgte – eine Transformation, die von Anthropologen bis heute kaum zufriedenstellend erklärt werden konnte. In seiner Definition war Adamu kein aus dem Nichts entstandener Mensch, sondern ein Hybride, das erste Muster einer Spezies, konzipiert für Gehorsam und Arbeit.
Auch wenn dies umstritten ist, fällt auf, dass die alten Schriften selbst sprachlich keine Schöpfung basierend auf Liebe oder Mitleid darstellen. Sie beschreiben einen beauftragten Task, eine kalkulierte Maßnahme mit einem praktischen Endzweck.
Und dieser Zweck ist tief in den Zeilen der Tafeln verwurzelt: „Die Aufgaben der Ilu soll der Mensch tragen, die Mühsal der Ilu soll der Mensch tragen.“ Geformt aus Erdreich und göttlichem Lebenssaft, nahm mit ihm eine neue Ära des Erdprojektes der Anunaki Gestalt an. Wie jedes neu geschaffene Wesen barg er nicht nur das Potenzial eines Arbeitsmittels, sondern auch eine Opportunität. Und diese Chance führte zur tiefen Trennung der zwei Brüder, König und Erben göttlicher Herkunft, welche die Pole des Pantheons darstellten: tief gespalten waren Enki und Enlil. Enki, der Bewahrer der Weisheit und der Urgewässer, den Texten zufolge auch E-A genannt, sah in der Menschheit mehr als nur eine bloße Ressource.
Die Berichte zeichnen ihn als wohlwollend, beschützend und bereit, Anweisungen zu missachten, um dem Menschen beizustehen. Im Bericht über die große Flut instruiert er Ziusudra heimlich mit der lebensrettenden
Vorankündigung.
Enlil hingegen war der Gott des Sturms, der Herrschaftsgewalt und unumstößlicher Autorität, streng, unflexibel, eifersüchtig auf seinen Singularstatus. In den Schriften wird er häufig als Gegenspieler der Menschheit porträtiert, der sie liquidieren möchte, sobald sie zu zahlreich wird und übermäßige Geräuschentwicklung verursacht.
