Die Einen lieben es, den Anderen wird übel - Meerlila Blu - E-Book

Die Einen lieben es, den Anderen wird übel E-Book

Meerlila Blu

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Beschreibung

leichte Unterhaltung für jeden der eine Familie hat und gerne verreist! Die Kreuzfahrtbranche boomt. Die Einen sind schon süchtig, die Anderen wollen es unbedingt ausprobieren und manchen wird eben übel. Die Geschichte entführt den Leser auf eine Reise, bei der nicht alles ganz nach Plan läuft.

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Seitenzahl: 129

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Meerlila Blu

Die Einen lieben es, den Anderen wird übel

Eine Winterreise im Frühling

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorfreude

Einsteigen, Aussteigen, Umsteigen

Wenn möglich, bitte wenden

Alle Mann an Bord

Flüssige Begrüßung

Sieben Mal kurz, einmal lang

Weißwein und Jeans

Von Apfelsaft bis Apfelkuchen

Kreuzfahrtschichte

Schneeflöckchen, Weißröckchen

Zu Verkaufen

Mit „H“ oder ohne „H“

Glühwein statt Cocktail

Wettlauf mit den Wolken

Venedig des Nordens

Erdbeerbowle zum Kaffee

Constanze aus Amsterdam

Auf See

Humor statt Kompetenz

Impressum neobooks

Vorfreude

Puh, mit einem Ruck zog Jenna den Reißverschluss am letzten Koffer zu. Mal wieder stand eine Kreuzfahrt an, aber diesmal prophezeite der Wetterbericht absolut kein Frühlingserwachen. Da war sogar von Schnee die Rede, und das Ende April. Dabei zählte Jenna seit Monaten die Tage bis zur Abreise. Im letzten Jahr hatten sie auf eine Reise verzichtet und die letzte Kreuzfahrt lag nun schon zwei Jahre zurück. Bis dahin hatte es Jenna , ihren Mann Daniel und den gemeinsamen Sohn Lukas jedes Jahr aufs Meer gezogen, aber seit ihre Eltern sich ihnen vor einigen Jahren angeschlossen hatten, mussten sie anderweitig jemand finden der ihren inzwischen reichlich betagten Hund für eine Woche aufnahm.

Nun aber sollte es in zwei Tagen endlich losgehen. Dass man um diese Jahreszeit keine Wettergarantie bekommt war eigentlich allen klar gewesen. Zumindest wenn man nicht in den Süden fliegt, sondern die Reise im Norden beginnt. Daniel war seit Tagen ein Nervenbündel, weil für ihn der Urlaub erst begann wenn er die Familie zum Starthafen chauffiert hatte und am Hamburger Terminal endlich das Auto in die Hände des Parkservice geben konnte. Der Parkplatz war schon seit einem halben Jahr gebucht, aber in letzter Minute hatte sich der Terminal für die Abreise noch einmal geändert. Voller Schreck hatte Jenna festgestellt, dass auf der Bestätigung des Parkservice noch Steinwerder stand, während das Schiff am Terminal Hafencity anlegen würde. Zum Glück konnte die Dame am Telefon sie beruhigen, man war selbstverständlich schon über die Änderung informiert schließlich sei man Partner der Reederei und außerdem war der gebuchte Parkplatz an das Schiff gekoppelt, so dass man sie am Terminal Hafencity erwarten würde. Na, dem Himmel sei Dank. Eigentlich konnte gar nichts schief gehen. Immerhin hatten sie diesen Service immer dann in Anspruch genommen, wenn sie auf eine Flugreise verzichtet hatten und bisher hatte es nie einen Grund für Beanstandungen gegeben. Gut dass sie auch diesmal den Wagen nahmen, das Gepäck türmte sich immer höher und im Flugzeug hätten sie diese winterliche Ausstattung nicht mitnehmen können. Jenna sah sich noch einmal im Zimmer um, doch, sie hatte an alles gedacht. Neben den dicken Winterjacken waren sogar lange Unterhosen im Gepäck. Ihre wärmsten Stiefel hatte Jenna als allererstes eingepackt, auch wenn sie hoffte sie ebenso wenig zu brauchen wie die dicken Pullover wegen denen die Koffer kaum zu gingen.

Das Piepsen ihres Handys riss Jenna aus ihren Gedanken. „Bist du fertig mit packen? Ich weiß gar nicht ob alles was ich bereit gelegt habe in die Koffer passt.“ Allem Anschein nach war Jennas Mutter noch nicht ganz fertig. Hoffentlich nahmen ihre Eltern genug warme Kleidung mit, sie hatte es ihnen oft genug eingebläut. Jenna, Daniel und Lukas hatten schon zwei ähnliche Routen befahren und wussten wie kalt die Abende auf einem Schiff im Norden sein können. Aber tagsüber hatte immer die Sonne geschienen und Regen gab es eigentlich nie. Gerade als ihre Zuversicht zu wachsen begann fiel ihr wieder ein, dass es auch im Mittelmeer nie Regen auf einer ihrer Seereisen gegeben hatte. Bis ihre Eltern mitfuhren und Jennas Vater im Hafen von Civitaveccia völlig durchnässt und mit deutlichem Vorwurf in der Stimme gefragt hatte „hast Du nicht gesagt, hier würde es bestimmt nicht regnen?“. Jenna beschloss optimistisch zu bleiben. So ein Kreuzfahrtschiff hatte schließlich auch bei schlechtem Wetter einiges zu bieten, auch wenn es dann nicht ganz das Selbe war.

Lukas war erst acht Jahre alt als das Kreuzfahrtfieber sie gepackt hatte und bis jetzt hatten sie immer eine Kabine mit ihm geteilt. Allerdings war dies schon vor zwei Jahren nicht mehr so einfach gewesen. Der inzwischen vierzehnjährige fühlte sich von seinen Eltern schon sehr in seiner Privatsphäre gestört und so hatte Lukas diesmal von vorneherein erklärt, dass er nicht mehr bereit war sich eine Balkonkabine mit ihnen zu teilen. Klar, immerhin war er jetzt sechzehn und Jenna war durchaus bereit ihrem Sohn eine eigene Kabine zu gönnen. Sie hatte allerdings die Bedingung gestellt, dass die Kabinen zumindest nebeneinander lagen. Obwohl sie schon ein halbes Jahr im Voraus gebucht hatten war da nichts mehr zu machen. Bevor Lukas seinen Wunsch durchsetzen konnte lieber alleine zu Hause zu bleiben, hatten sie in den sauren Apfel gebissen und eine Suite gebucht. Nun sollten sie doch wohl ausreichend Platz haben und Lukas konnte in einem anderen Raum schlafen als seine Eltern. Die Aussicht auf einen eigenen Whirlpool im Bad hatte schließlich auch Lukas begeistert und Jenna tröstete sich jetzt mit diesem Gedanken über die schlechte Wettervorhersage hinweg. Außerdem war da ja noch das private Sonnendeck im Bug des Schiffes, die Aussicht würde bestimmt phantastisch sein. Daniel hatte zwar schon seine Bedenken angemeldet, aber Jenna war sehr neugierig auf die Suite. Zu Daniels vierzigstem Geburtstag hatte Jenna schon einmal die Luxus-Variante gebucht und im Fahrtwind hatten sie dann kaum die Tür auf das Außendeck aufdrücken können, aber das Schiff war schließlich auch kleiner gewesen. Es wird bestimmt toll, Hauptsache Urlaub, dachte Jenna. Dass das dritte Bett in der Suite auch nur wieder ein klappbarer Sessel und kein richtiges Bett war hatte sie leider zu spät gemerkt und war jetzt nicht mehr zu ändern. Auch wenn man für den Preis nun wirklich ein richtiges Bett hätte erwarten können. Es war ja nur für eine Woche und notfalls würde sie eben einfach mal mit Lukas tauschen.

Einsteigen, Aussteigen, Umsteigen

„Ich bin gerade auf dem Weg zu Deinen Eltern“ erklärte Daniel Jenna über die Freisprecheinrichtung im Auto, „wenn du nun auch kommst hätten wir dein Auto schon mal da“. Jennas Gesicht war ein einziges Fragezeichen. Morgen ging es ab in den Urlaub und sie hatte tausend Dinge zu erledigen. Ihre Eltern würde sie eine ganze Woche lang sehen, warum sollte sie jetzt hinfahren. Später würden sie sowieso den Hund und das gesamte Gepäck schon rüber bringen, dann brauchten sie morgen früh nur noch ins fertig gepackte Auto zu steigen und konnten starten. „Wenn wir nachher Dusty zu Deinen Eltern bringen wollen musst du ihn ihm Auto festhalten. In seine Box in den Kofferraum schafft er es nicht mehr, und alleine auf der Rückbank, na ich weiß nicht, der nimmt mir das Auto auseinander.“ Da war was Wahres dran. Sie hatten Dusty als drei Monate alten Hund aus dem Tierheim geholt und ihm ein liebevolles Zuhause gegeben. Aber er war mit Abstand der verrückteste Hunde den sie je hatten. Zu Anfang hatte das arme Tier überhaupt nichts essen wollen und es war Jenna und Daniel nur mit Hilfe von Leberwurst gelungen ihn zur Nahrungsaufnahme zu bewegen. Dafür war er aber umso dankbarer für jede Art von Zuneigung. Abends lag er in Jennas Armbeuge auf der Couch und schlief tief und fest. Inzwischen waren zwölf Jahre vergangen und Dusty war seit Langem aus der Armbeuge herausgewachsen. Nur wahrhaben wollte er das nicht. Noch immer drängelte er jeden Abend so lange bis zumindest sein Kopf seinen Stammplatz erreicht hatte. Nachdem er einmal Vertrauen zu seinen neuen Besitzern gefasst hatte bekam er auch Spaß am Essen, so dass sich der kleine Wurm mit den Jahren in einen ausgewachsenen Schäferhund mit Kurven entwickelt hatte. Dass er aber nicht mehr in den Kofferraum springen konnte lag eher an seinem Alter. Die wilden Jahre waren vorbei. Nur war es ihnen nie gelungen ihm die Angst vor allem was ratterte und knatterte oder sich allzu schnell bewegte zu nehmen. Bei jedem Mofa das ihm begegnete reagierte er ebenso empört wie auf den Staubsauger. Fremde Hunde und Menschen mit Kopfbedeckung machten aus Dusty ein gefährliches Raubtier. Allerdings nur solange am anderen Ende seiner Leine Daniel oder Jenna waren. Alleine wäre er vor Angst gestorben. Nicht zuletzt aus diesem Grund hatten sie den großen Hund immer in einer speziellen Transportbox im Kofferraum transportiert. Heute musste es also mal ohne gehen.

Seufzend griff Jenna nach den Autoschlüsseln. Daniel hatte Recht, besser sie brachte ihr geliebtes kleines Auto schon mal zu ihren Eltern. Zum Glück hatte sich ihre Schwester auch diesmal wieder bereit erklärt Dusty eine Woche lang zu versorgen. Sonst wäre aus diesem Urlaub nichts geworden. Eine Tierpension wäre für sie nie in Frage gekommen. Am Ende würde Dusty noch denken, sie hätten ihn nach all den Jahren zurück ins Tierheim gebracht. Früher hatten immer Jennas Eltern den Hund zu sich genommen, wenn sie und Daniel mit Lukas in den Urlaub fuhren. Seitdem ihre Eltern aber nun auch zu den Kreuzfahrtsüchtigen gehörten war Jennas Schwester die einzige Alternative. Nur hatte sie selbst einen Hund, und neuerdings auch eine Katze. Zum Glück wohnte sie mit Hund, Katze und Familie in der Doppelhaushälfte gleich neben den Eltern. So konnte Dusty im Haus der Eltern bleiben und wurde trotzdem gehegt und gepflegt.

Eigentlich dauerte die Fahrt in den Nachbarort gerade mal ein paar Minuten, aber Jenna musste durch den Feierabendverkehr . Ungeduldig wartete Jenna, dass die letzte Ampel auf Grün sprang, bevor sie endlich von der Hauptstraße abbog und nun mit angepasster Geschwindigkeit durch das Wohngebiet tuckerte. Hoffentlich wunderte sich Lukas nicht wo sie geblieben war, in der Eile hatte sie ganz vergessen ihm Bescheid zu sagen. Aber gut, mit seinen sechszehn Jahren würde er sich schon zu helfen wissen und bestimmt würden sie auch nicht lange weg sein. Erst einmal hatte Lukas gar nicht mehr mit seinen Eltern und Großeltern in den Urlaub fahren wollen. Nun aber fieberte auch er dem Wiedersehen mit dem Schiff entgegen.

Als Jenna endlich die Einfahrt ihres Elternhauses erreichte war Daniel schon da. Sie sprang aus dem Auto und in Daniels Arme. „Na kanns losgehen?“ fragte Jenna und küsste ihren Mann stürmisch. „Ich bin mal gespannt wie wir das alles ins Auto bekommen sollen“ erwiderte Daniel. Jenna hatte in ihrem kleinen Auto bereits einen Teil von Dustys Ausstattung mitgebracht. Als ihre Mutter die Tür öffnete und nach draußen trat überreichte Jenna ihr den Korb mit Futternapf, diversen Bällen, dem Hundefutter und den Leckerlis. Neugierig trat nun auch der Vater aus dem Haus. Jenna deutete seinen fragenden Blick richtig und sagte „ich fahr jetzt mit Daniel wieder zurück nach Hause und lasse mein Auto hier. Gleich bringen wir Dusty und unsere Koffer, dann können wir anfangen das Auto zu packen und anschließend fahren wir mit dem kleinen Auto nach Hause. Damit kommen wir morgen früh zurück und müssen dann nur noch umsteigen. „ Jetzt guckte Jennas Vater noch verwirrter. Naja, sie hatte Daniel ja erst selbst nicht ganz folgen können.

„War doch klar, dass Dein Vater sich darauf nicht einlässt“ schmunzelte Daniel als alles erledigt war und er am Abend endlich mit Jenna auf dem Sofa saß. Sie hatten es sich gemütlich gemacht, aber dauernd suchte einer von ihnen versehentlich den Hund. Da Dusty bereits in seinem Feriendomizil war hatten sie ungewohnt viel Platz auf der Couch. Wahrscheinlich mussten Jennas Eltern dafür jetzt mehr zusammenrücken. Nachdem sie den Kombi mit Hund, Hundebett und Koffern beladen hatten, waren sie erneut aufgebrochen. Zusammen mit Jennas Vater hatte Daniel den Wagen erst entladen und dann wieder neu gepackt. Zu den vier Koffern gesellten sich jetzt statt des Hundezubehörs noch zwei von den Eltern. Jenna hatte in der Zwischenzeit Dusty beaufsichtigt, der fröhlich Wiedersehen mit dem Garten hinter dem Haus feierte. Als Jenna wieder ins Haus kam wunderte sie sich über die Kofferansammlung im Flur. „Sag bloß es passt nicht alles in den Kofferraum?“ hatte sie vorsichtig gefragt. „Doch, doch“, Daniel hatte da schon grinsen müssen, „Dein Vater mag nicht das gepackte Auto über Nacht draußen stehen lassen.“ „Stell Dir vor morgen früh sind die Koffer weg“ scherzte Jennas Mutter, „dann müssen wir alle vor der Abfahrt noch einkaufen gehen.“ „Solange das Auto noch da ist, den Rest kann man unterwegs kaufen“ antwortete Jenna. „Alles gut“, mischte Daniel sich ein „wir haben es ausprobiert und wissen morgen früh wie wir packen müssen. Dann geht das alles ganz schnell.“ In der Garage startete Jennas Vater sein Auto. „Herbert?“ rief Jennas Mutter. „Herbert, was machst Du?“ Durch den Glaseinsatz in der Haustür konnten sie verfolgen, wie Herbert das Auto in der Straße parkte und zurück zum Haus kam. „Daniel“, rief er „ich hab eine bessere Idee. Wir können das Auto doch schon packen und in die Garage stellen. Dann bleibt eben meiner die eine Nacht draußen.“ Daniel linste um die Ecke in die Garage. „Das passt nie im Leben.“ Die ausrangierte Eichenschrankwand, die früher in jedes gute deutsche Wohnzimmer gehörte, hatte in der Garage Platz gefunden und sorgte dort für zusätzlichen Stauraum. Allerdings machte sie es auch unmöglich einen Kombi in der Garage unterzubringen. Schließlich hatten sie sich doch darauf einigen müssen am nächsten Morgen noch einmal zu packen und das Auto von Jennas Eltern hatte seinen Platz in der Garage wieder einnehmen dürfen. „Als ob die heute Nacht noch ein Auge zu tun“ witzelte Jenna nun. Sie wusste wie aufgeregt ihre Eltern in der Nacht vor der Abreise waren und auch sonst schlief ihr Vater nicht besonders gut. Sicher nicht, wenn auch noch ein fremdes Auto in der Einfahrt parkte für das er sich nun verantwortlich fühlte. Da hätten die Koffer im Auto auch keinen Unterschied mehr gemacht. „Aber ich werde schlafen“ gähnte Jenna, „und morgen früh, wenn um fünf der Wecker klingelt werde ich mich wie jedes Mal fragen warum ich mir das freiwillig antue.“

Wenn möglich, bitte wenden

Jenna thronte zwischen ihren Eltern auf der Rückbank des Wagens. Der Abschied von Dusty war ihr nicht leicht gefallen, aber jetzt ging es endlich los. Lukas saß neben seinem Vater und gab sich sichtbar Mühe nicht einzuschlafen. Sie waren seit Stunden auf der Autobahn, waren glücklicherweise bisher in keinen Stau geraten und erst ganz langsam ging ihnen der Gesprächsstoff aus. Die jeweiligen Nachbarn und Bekannten waren durchgehechelt und auch wie und wie lange wer geschlafen hatte war schon besprochen. Es wurde langsam still im Auto. Nur das Navigationssystem trug noch zur Unterhaltung bei. Ganz allmählich meldete sich auch Jennas Blase. „Magst Du nicht so langsam einen Kaffee trinken?“ fragte sie Daniel vorsichtig. „Wir haben doch schon ein ganzes Stück geschafft und könnten ruhig mal aussteigen und uns die Beine vertreten.“ Keiner der fünf hatte richtig gefrühstückt und es war schon beinahe elf Uhr. „Ich fahre an der nächsten Raststätte raus“ sagte Daniel und weil ein entsprechendes Hinweisschild kam setzte er auch gleich den Blinker. „Tecklenburger Land“, las Jenna laut, „das kling ja schon fast nach Urlaub.“ „Wenn möglich, bitte wenden“, mischte sich die Dame aus dem Navi ein, als Daniel auf den Parkplatz der Raststätte fuhr. „Also bis Hamburg sind es schon noch ein paar Stunden. Man braucht doch insgesamt so ungefähr sechs, nicht wahr?“ fragte Jennas Vater, während er mühsam versuchte aus dem Auto zu klettern. „Bisher haben wir es immer in vier Stunden geschafft, zumindest wenn wir keine Pause gemacht haben“ überlegte Jenna und versuchte nun ebenfalls ihre steifen Knochen in Bewegung zu bringen. „Aber es sind ungefähr sechshundert Kilometer“ meinte Herbert. „Um Himmels Willen“ lachte Daniel „es sind ungefähr vierhundertsechzig.“ „Ach“, machte Herbert „ich hatte die Entfernung nach Berlin im Kopf.“ Es war ganz schön windig auf dem Parkplatz und so machten sie sich alle schleunigst auf den Weg in das Restaurant.