Die Frau von Welt - Katrin Wontorra - E-Book

Die Frau von Welt E-Book

Katrin Wontorra

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Beschreibung

Auf den ersten Blick scheint ihr Leben perfekt zu sein - aber nur auf den ersten Blick. Corinn lebt in einer Welt, in der mehr Schein als Sein zählt. Sie spielt die Rolle der Frau-von-Welt - nach außen perfekt. Innerlich aber ist sie hin- und hergerissen zwischen ihrem eigentlichen Ich und dem Idealbild der Frau, dem sie so gerne entsprechen würde. Geprägt von Vorurteilen, Schubladendenken und selbst konstruierten Lebensweisheiten meistert sie ihren Alltag. Innerhalb der vielleicht wichtigsten Wochen in Corinns Leben überschlagen sich die Ereignisse: Ein unheimlicher Verehrer lässt nicht locker, in der Firma wird intrigiert, eine neue Freundin braucht dringend Hilfe und durch den lang ersehnten Kuss wird ihr Traumprinz zum Frosch. Corinn beginnt, Stück für Stück zu begreifen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass zum Glücklichsein mehr gehört, als nur eine Rolle zu spielen - Locker, leicht und witzig beschreibt dieser Roman die Schwierigkeiten eines weiblichen Egotrips. Dem Leser steht es frei, in der Realität nach Pendants der im Text vorkommenden Personen zu suchen.

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Seitenzahl: 513

Veröffentlichungsjahr: 2004

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Katrin Wontorra

Die Frau-von-Welt

Der denkende Mensch ändert seine Meinung

Roman

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sind im Internet unter http://dnb.ddb.de abrufbar

Alle Rechte vorbehalten

Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen, Verfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung auf DVDs, CD-ROMs, CDs, Videos, in weiteren elektronischen Systemen sowie für Internet-Plattformen.

© Lehmanns Media, Berlin 2015

Helmholtzstraße 2-9 • 10587 Berlin

Katrin Wontorra: Die Frau von Welt. Der denkende Mensch ändert seine Meinung

Covergestaltung: Sascha Alexander, Köln

Wer ist die Frau-von-Welt?

Corinn, 29 Jahre, 1,78 m, Marketingassistentin, ledig, lebt in einer Welt, in der mehr Schein als Sein zählt. Sie spielt die Rolle der Frau-von-Welt - nach außen - perfekt. Innerlich aber ist sie hin- und hergerissen zwischen ihrem eigentlichen Ich und dem Idealbild der Frau, dem sie so gerne entsprechen würde. Geprägt von Vorurteilen, Schubladendenken und selbst konstruierten Lebensweisheiten meistert sie ihren Alltag. Als Probleme auftauchen, beginnt Corinn Stück für Stück zu begreifen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt, und dass zum Glücklichsein mehr gehört, als nur eine Rolle zu spielen …

Autorin

Katrin Wontorra wurde 1978 in der Nähe von Köln geboren und lebt heute in Gießen,wo sie erfolgreich Tiermedizin studiert. Die gelernte Werbekauffrau bewies ihr Schreibtalent schon bei Sat.1 in Berlin und verfasste dort TV-Kurznachrichten. Ausschlaggebend für die Schriftstellerei war ihre Tätigkeit in einer Agentur für Moderatoren und Jungschauspieler in Köln. Dort wurde der Grundstein für den Roman „Die Frau-von-Welt“ gelegt,vollendet wurde das Erstlingswerk später während einer Auslandstätigkeit im sonnigen Kalifornien.

Danksagung

Liebe D.W.,

Du warst der Anlass für mich, immer wieder und wieder an meinem Werk zu arbeiten und es zu vollenden. Ohne die Erinnerung an Dich hätte ich das nie geschafft!

Die Frau-von-Welt

ist ein Roman.

Dem Leser steht es deshalb frei,

in der Realität nach Pendants

der im Text vorkommenden

Personen zu suchen.

Die Autorin legt Wert auf die Feststellung,

dass die im Buch beschriebenen

Personen nicht identisch sind mit tatsächlichen

gleichen Namens.

Handlungen und Personen sind frei erfunden.

Wie die Gesellschaft die Frau-von-Welt sieht:

Teil 1

Ein heller Lichtstrahl trifft meine Augen. Die Sonne wärmt zart mein Gesicht. Ich höre munteres Vogelgezwitscher durch das leicht geöffnete Fenster. Sanfter, warmer Wind streichelt meine leicht gebräunte Haut. Ich blinzle und sehe, dass alles so ist wie gestern. Ich lebe noch, Gott sei Dank!

Es beginnt wieder ein wunderschöner neuer Tag in meinem neunundzwanzig Jahre alten Leben voller Überraschungen, Hoffnungen und ... voller Probleme, Fragen und Vorurteile. Jeder Tag ist gleich: die Arbeit, die Leute und die Probleme: Was ziehe ich an? Sieht das gut aus? Was ist heute trendy? Was muss ich mir als nächstes kaufen, um in zu sein? Habe ich heute vielleicht im Lotto gewonnen? Was mache ich heute Abend? Treffe ich heute die große Liebe?

„Raus aus den Federn!“, schreit der Radiomoderator schrecklich gut gelaunt. „Guten Morgen, liebe Hörer und Hörerinnen! Es ist Montagmorgen und es wartet ein wunderschöner Tag auf uns!“

Während ich, die Frau-von-Welt, im getigerten Schlafanzug hektisch durch die Wohnung hetze und irgendwelchen Kram durch die Gegend räume, läuft mir wie jeden Morgen die Zeit davon.

Soll ich heute lieber die bequeme Jeans oder den unbequemen schwarzen Anzug anziehen? Schick oder lässig, elegant oder cool? Welch eine Frage um diese unmenschliche Uhrzeit! Ich zwänge mich in den schicken schwarzen Anzug, heute ist edel angesagt. Himmel, ist der eng! So, jetzt die teuren, schwarzen Stiefel. Rssst. Der Reißverschluss ist zu. Mein Gott, habe ich die nicht in der richtigen Größe gekauft? Was muss ich noch machen? Ein Blick auf die Uhr: Ich komme wieder zu spät. Beeilung! Mist, mir tun jetzt schon die Füße weh. Wie soll ich den ganzen Tag auf diesen Stelzen in der Firma aushalten? Egal, Hauptsache, ich sehe gut aus. Was nehme ich eigentlich als Mittagessen mit? Ein oder zwei Brote, Nudeln zum Aufbrühen, viel oder wenig Süßes? Naschen Sie auch gerne? Ich liebe Süßigkeiten. Das Problem ist nur, dass man keine Süßigkeiten essen sollte, wenn man dem momentanen Gesellschaftsbild entsprechen und damit verbunden, ‚beliebt’ sein möchte. Was ‚beliebt’ auch immer heißen mag. Das Schönheitsideal, das durch unserer Werbe-, Film- und Modebranche publiziert wird, heißt halb verhungert. Ich spreche von den Frauen aus den teuren Zeitschriften, die natürlich alle trendy magersüchtig sind und dabei auch noch glücklich in die Kamera lächeln. Diese bulimischen Dritte-Welt-Nachahmerinnen scheinen keine Ahnung von gutem Essen zu haben, sonst würden sie normal aussehen und das Reich der Gaumenfreuden genießen, so wie ich. Übrigens, bin ich auch schlank, zwar nicht dürr, aber auch nicht pummelig, eben genau die Mitte. Ab und zu denke ich schon, dass ich mir so ein bis zwei Kilo sparen könnte, wenn ich das süße Zeug weglassen würde. Aber wie kann man das heutige harte Arbeitsleben überleben ohne temporären Endorphinschub verursacht durch diese sündigen Leckereien? Und vor allen Dingen: Wer will denn das? Stellen Sie sich vor, ich würde auf meine Lieblingsspeise verzichten und richtig anfangen, Kalorien zu zählen! Meine Freundinnen hätten keine Lust mehr, mit mir etwas zu unternehmen. Immer, wenn es um das Essen gehen würde, wäre ich frustriert, da ich nicht das essen könnte, was die anderen zu sich nehmen. Das hätte zur Folge, dass ich ihnen den Appetit mit meiner schlechten Laune verderben würde. Durch meine innere Unzufriedenheit würde ich auf Dauer so extrem zickig und arrogant, dass mich niemand mehr leiden könnte. Bis zu dem traurigen Zeitpunkt, an dem ich alleine in meiner Wohnung sitzen und mir überlegen würde, wie ich mir das Leben nehmen könnte! Ohne Freunde ist das Leben nämlich beschissen. Somit ziehe ich für mich das Resümee: Ich habe zwei Kilo mehr auf der Hüfte, bin trotzdem noch einigermaßen schlank und erfreue mich mit meinen Freundinnen an Schoki, Keks und Co. der Zuckerindustrie!

Diesen Gedanken entsprechend entscheide ich mich für drei Schokoriegel. Unterschwellig flüstert mir mein Gewissen zu, dass dieser Vorrat nicht lange halten wird und ich später am Kiosk Nachschub kaufen werde. Ein Versuch, mit nur drei Riegeln auszukommen, ist es mir aber doch wert.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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