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Der Garde der Königin Cilli unter Leitung der Johanna von Cölln war durch den Cöllner Erzbischof Dietrich II der Königsforst zugewiesen worden. Dort wurden die Damen in allen wichtigen geistigen und körperlichen Anforderungen geschult. Die Wasserburg Wahn war ihr Domizil. Die beiden Söhne des Burgherrn von Loe unterrichteten sie in der Handhabung von Waffen. Ein Mönch der Abtei auf dem Siegberg lehrte sie Latein, Deutsch und Mathematik. Sofern sich Johanna nicht an dem Unterricht beteiligte, erkundete sie den Forst und umliegende Heideflächen zusammen mit Jan, ihrem angetrauten Ehemann. Sie hatten im Königsforst ein Lager der Cigän entdeckt, sich mit ihnen bekannt gemacht und wurden mit den Garde-Damen zusammen eingeladen. An einem Sonntag kamen sie im Lager an. Sie wurden von schwarzhaarigen Männern und Frauen begrüßt.
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Seitenzahl: 42
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Ludger Johannes Trier
Die Garde der Königin
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Die Garde der Königin Cilli.
Die Cigän, ein fahrendes Volk.
Jagd im Königsforst
Impressum neobooks
Zweites Buch
Die Garde der Königin Cilli.
ISBN: 978-3-00-06666282-3
ImBlumenmond Mai A.D. 1415 ritten Johanna mit Jan und der Garde der Königin Cilli nach Cölln. Die Damen der Garde waren gut an der unterschiedlichen Haarfarbe zu erkennen. Clara war strohblond mit blauen Augen, Clementia kastanienbraun, mit Stich ins rötliche, die Augenfarbe schwarz. Georgia hatte weiße Haare mit braunen Augen und Rosemarija blauschwarze Haare und grüne Augen. Alle Frauen hatten ihren Haarschopf in einen lose geflochtenen Zopf gebunden, der unter ihren Kappen versteckt war. In den Ardennen hatte Johann mit den Damen Reiten geübt und sie mit den Waffen vertraut gemacht, im Königsforst bei Cölln sollte es weitergehen.
Es war ein lenzduftiger Frühlingstag. Johanna ritt neben ihrem Liebsten gen Cölln. Die Wochen in Aachen bei ihrer neuen Familie waren erholsam. Sie wurde gehätschelt und getätschelt. Als die Abreise nach Cölln bevorstand, flossen Tränen. Mutter Trier versprach sie bald mit ihrem Gatten in Cölln zu besuchen.
Dann war es soweit. In aller Frühe am nächsten Tag ritten sie los, da sie noch am selben Tag abends Cölln erreichen wollten. Zwei der für die Garde der Königin vorgesehenen Frauen ritten vorweg, die anderen zwei ritten zum Schluss. Jede der Damen hatte eine kleine Armbrust an der linken Seite und einen langen Dolch an der rechten Seite. Die Waffen hatte die Werkstatt der Glockengießer in Aachen mit besonderer Sorgfalt hergestellt. Johanna hatte ihren Satan dabei, von dem sie sich nicht trennen wollte. In Aachen hatte ihr der Abt eines Klosters ein sehr gutes Kaufangebot für Satan unterbreitet, das hatte sie abgelehnt. Die Reiseroute sollte über Düren, Eschweiler und Kerpen nach Cölln führen. In Eschweiler, am Eschweilerhof, einer Liegenschaft des Klosters Wörschweiler hatten sie Mittag gemacht. Bereits seit einer halben Stunde waren sie unterwegs, als Satan plötzlich unruhig wurde. Johanna kannte die Aufmerksamkeit ihres Pferdes. Wenn er sich auf diese Art äußerte, dann geschah etwas Unvorhergesehenes.
Sie rief den vor und hinter ihr reitenden Frauen zu, sofort in den neben dem Weg liegenden Wald zu reiten, ihre Armbrüste bereit zu halten und, wenn nötig zu benutzen. Bald hörten sie den Widerhall galoppierender Pferde. Eine Gruppe von fünf vermummten Reitern, deren Schilde keine Wappen führten, zügelten neben ihnen ihre Pferde. Jan erklärte seiner Frau: „Das sind Räuber, die haben es auf uns abgesehen.“ Jan sprach denjenigen an, der von seiner Kleidung her der Anführer war, außerdem ritt er ein teures Streitross.
„Ich kann mir vorstellen, wer Ihr seid, obwohl Ihr Euer Gesicht hinter dem Visier versteckt habt. Die Spießgesellen werden Eure Untergebenen sein, ich erkenne es an ihrer Kleidung und ihrem Verhalten.“ „Rede nicht so lange, gib mir Deine Geldbörse, die schöne Frau an Deiner Seite nehmen wir mit.“ „Sollte einer von Euch meine Frau anfassen,“ sagte Jan, „so ist er des Todes“.
Der letzte Reiter stieg vom Pferd und ging zu Johanna. Als er seine Hand ausstreckte, hörte er noch das Surren des Bolzen, der ihm auch gleich im Hals steckte. Er fiel um und war sofort tot. „Verschwindet schnell, sonst habt Ihr es auch hinter Euch“, rief Jan.
„Söhnchen“, sprach der Rädelsführer, „Ich kenne Dich, Du bist der Sohn der Aachener Glockengießer. Du wirst noch von mir hören, mach Dich auf was gefasst!“
„