Die Geburt - Martina Stubenschrott - E-Book
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Die Geburt E-Book

Martina Stubenschrott

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Beschreibung

Dieses Buch ist für alle Menschen, die mit Schwangerschaft und Geburt zu tun haben, ob als Gebärende, MedizinerInnen, Hebammen, Dolas, GeburtsbegleiterInnen, Mütter oder Väter. Denn durch die authentischen Erzählungen von Frauen, die von Martina Stubenschrott 1:1 transkribiert wurden, wird deutlich, was Frauen brauchen, was ihnen gut tut und was sie unterstützt. Gleichzeitig erkennen wir auch, welche Faktoren eine Geburt stören oder ungünstig beeinflussen können. Mit Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit können alle Beteiligten ihren Beitrag leisten, die Geburt zu einem kraftvollen und transformierenden Erlebnis werden zu lassen, für Mutter und Kind und für sich selbst. Gleichzeitig können Mütter, die geboren haben, ihre eigenen Erfahrungen reflektieren und vielleicht nachträglich erkenntnisreicher verarbeiten. Öffnen Sie ihr Herz und lassen Sie sich ein, auf ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis. In diesem Buch erzählen acht Österreicherinnen, wie sie ihre Schwangerschaft und Geburt erlebten (Zeitraum 2010-2016). Egal wie gut oder schwierig die Bedingungen waren – eins haben alle gemeinsam: die unbeschreibliche Freude, die Ehrfurcht und das große Staunen über dieses Wunder, wenn ein neuer Mensch das Licht der Welt erblickt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 476

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Vorwort

von Grit Scholz

Sie halten ein ganz besonderes Buch in den Händen. Ich möchte Sie mit meinem Vorwort inspirieren, eine neugierige, offene Haltung beim Lesen dieser eher ungewöhnlichen Art von Verschriftlichung zu finden.

Kaum jemand ist es gewohnt, Transkriptionen von Erzähltem zu lesen, die nicht überarbeitet und in Form gebracht wurden – erst recht nicht in Buchform. Wir erwarten in einem Buch ganze Sätze, einen guten Ausdruck, Struktur und wenn möglich einen Spannungsbogen, der unsere Aufmerksamkeit fesselt und uns das Buch bis zum Ende mit Interesse lesen lässt. Etwas in dieser Art werden Sie hier nicht finden. Martina Stubenschrott hat es gewagt, genau das niederzuschreiben, was erzählt wurde. Erzählt von Frauen, die sich erinnern, an die Schwangerschaft und Geburt ihrer Kinder. So, wie sie es einer guten Freundin erzählen würden, so, wie es gerade kommt, wie es ihnen wieder einfällt. Die Geburten fanden in den letzten sechs Jahren statt, also keine uralten Geschichten, sondern Erlebnisse aus der heutigen Zeit. Es sind Österreicherinnen, die da authentisch berichten, was es sprachlich sehr spannend macht und auch erkennen lässt, dass im deutschsprachigen Raum auch kulturelle Unterschiede herrschen, jenseits von Mundart.

Mich hat besonders berührt, dass einige Wörter viel ursprünglicher benutzt werden, als bei uns in Deutschland. Da mag sich manche deutsche Leserin wundern, doch das ist erlaubt. Wundern Sie sich, staunen Sie und öffnen Sie ihr Herz, lesen und fühlen Sie zwischen den Zeilen. Schütteln Sie nicht den Kopf über viele unvollendete Sätze, sondern erlauben Sie ihrem Gefühl, diese in Gedanken selbst zu vervollständigen.

Nehmen Sie sich Zeit beim Lesen, und seien Sie sich bewusst, dass dies nichts ist, was extra gut lesbar, leicht verdaulich und verständlich aufgeschrieben wurde. Das Was und Wie, wie es in diesem Buch zu lesen ist, ist eine Einladung, Worte wahrzunehmen, jenseits unserer geprägten Strukturen. Es steht nicht so geschrieben, weil niemand Zeit und Lust hatte, das zu überarbeiten, sondern weil die Überarbeitung absichtlich weggelassen wurde.

Als Verlegerin war ich im ersten Moment zögerlich. Ich dachte, so etwas kann man nicht machen. Doch nachdem ich das gesamte Manuskript gelesen hatte – war es genau das, was mich so sehr beeindruckt und berührt hatte. Ich konnte ein großes Potential darin sehen, was es ermöglicht, Gefühls­inhalte zu transportieren, die von jeder Bearbeitung weggewischt würden.

Wenn ich gefragt werde, worum es in diesem Buch geht, dann kann ich das schwer mit Worten ausdrücken, obwohl ich prinzipiell keine Schwierigkeiten habe, mich schriftlich mitzuteilen. Dieses Buch macht deutlich, dass es Dinge gibt, die jenseits von Sprache sind – doch als Empfindung, als Wahrnehmung, als Information Eindrücke hinterlassen.

Wenn ich Worte benutze wie Selbstermächtigung oder weibliche Kraft, weibliches Prinzip, Urwissen, Körperwissen, Angst, Ohnmacht, Verunsicherung – dann hat jeder Mensch so seine Assoziationen. Wir lesen, was wir fühlen oder wir lesen, was unser Verstand reflektiert. Im besten Falle bilden diese beiden Dinge eine Art Herzverstand und wir sind damit befähigt, Inhalte ganzheitlich zu erfassen, zu erspüren.

Gebären ist eine subjektive, individuelle Erfahrung. Wie eine Frau ihre Schwangerschaft und die Geburt erlebt, hängt von unzähligen Faktoren ab und doch gibt es so etwas wie eine kollektive Wahrnehmung, die immer mitschwingt. Diese ist von kulturellen und zeitgenössischen Werten geprägt und demzufolge auch sehr unterschiedlich.

Da mag es schon einen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich geben, und wären das indische Frauen oder kubanische, wäre es sicher nochmal grundlegend anders. Doch egal wie, wer, wann und wo – es geht immer um das gleiche Mysterium – neues Leben entsteht und kommt in diese Welt.

Es gibt seit Jahren eine starke Bewegung, die mehr Bewusstsein in diesen Prozess bringt. Wir wissen heute, dass ein Kind bereits in der Schwangerschaft geprägt wird und die Umstände der Geburt wie eine Art Grundbaustein fungieren und das Wesen des Menschen stark beeinflussen. Wir wissen auch, dass eine Frau, die die Geburt als schöpferischen Prozess erlebt und die das Vertrauen in ihr Körperwissen hat, sehr gestärkt daraus hervor geht.

Manche Frau empfindet die Geburt als eine Art Initiationsprozess, an deren Ende sie als „neues“ Weib in der Welt steht. Da mag eine Kraft entstehen, die sie vorher nicht kannte. Da mag Vertrauen und Verbundenheit mit allem sein, was ihr bis dahin nicht möglich war, so deutlich zu fühlen.

Dies alles sind Gründe für Frauen, mehr Achtsamkeit und Selbstverantwortung in den gesamten schöpferischen Prozess zu investieren, von welchem sie ein so bedeutender Teil sind. Denn die Welt von morgen wird von den Kindern von heute gestaltet und es ist nicht egal, wie Kinder gezeugt, ausgetragen und geboren werden.

All das gilt es nicht auf intellektueller oder konzeptioneller Ebene zu erreichen, sondern tief im Inneren zu erkennen. Deshalb möchte ich auch nicht noch mehr Vorworte machen, sondern den Inhalt dieses Buches für sich sprechen lassen.

Aus diesem Grunde war es mir ein Bedürfnis, dieses außergewöhnliche Buch zu verlegen und ich wünsche Ihnen, es mit offenem Herzen zu lesen.

Einleitung

Acht Frauen erzählen mittels narrativer Interviews ihre zutiefst persönlichen Geburtserfahrungen. Die interviewten Frauen wurden so ausgewählt, dass ein möglichst breites Spektrum abgebildet wird. Frauen gebären im Krankenhaus, in der Privatklinik oder Zuhause. Frauen gebären vaginal. Frauen gebären mittels Kaiserschnitt. Manche Leben kommen zu früh und schaffen es zu bleiben, andere Leben gehenen wieder, lange bevor sie das Licht dieser Welt erblicken. Frauen erzählen von Geburten, die sie als gut erlebten. Frauen erzählen von Geburten, die unter schwierigen Bedingungen stattfanden. Frauen erzählen von Geburten, die für sie heilend wirkten. Frauen erzählen von Geburten, die Narben hinterlassen haben. Anhand der Überschriften erkennt die Leserin, unter welchen Bedingungen die Geburt stattfand. Erstgebärenden lege ich ans Herz, nur Geburten zu lesen, die unter guten Bedingungen stattfanden, damit sie positiv gestimmt in ihre erste Geburt gehen.

Vor der Aufnahme der Interviews habe ich den Frauen in schriftlicher Form Impulsfragen zum Lesen gegeben:

Wie hat sie ihre Geburt erlebt?

Was hat sie gefühlt?

Was hat ihr gutgetan?

Was hat sie geschwächt?

Gibt es etwas, das sie Erstgebärenden auf ihrem Weg mitgeben will?

Ich möchte Raum für die Innenwelt der gebärenden Frau schaffen. Durch die intimen Erzählungen wird spürbar, wie es der Frau geht, ob auf dem Bett liegend, im Vierfüßlerstand, auf dem Hocker oder in der Badewanne. Ich möchte bei Geburtshelfenden mehr Feinfühligkeit für die Geburtsprozesse wecken. Mir geht es um die einfachen Dinge, die der Frau gut tun.

Lernen wir von erfahrenen Hebammen und Frauen, die geboren haben.

Hören wir auf, Dinge zu tun, die sich blockierend auf die Geburt auswirken.

Dieses Buch ist kein medizinischer Ratgeber. Jede Frau bleibt in ihrer Verantwortung für sich und ihr Kind die beste medizinische Versorgung zu wählen. Jede Frau bleibt in der Verantwortung in ihrem ganz persönlichen Fall abzuwägen, was für sie und ihr Kind gut ist. So manche Frau und so manches Kind sind nur aufgrund neuer Technologien und operativer Möglichkeiten am Leben. Einigen unfreiwillig kinderlosen Paaren wird durch den heutigen Forschungsstand die Erfahrung der leiblichen Elternschaft ermöglicht.

So manche Frau erlebte ihre Geburt aber auch unter schwierigen Bedingungen, weil Geburtshelfende die Ganzheitlichkeit des Geburtsprozesses nicht begreifen und nicht beachten. Sie haben vergessen, dass seelische, geistige und intuitive Prozesse in Wechselwirkung mit unserem Körper stehen. „Zusätzlich erschweren die Klinikroutine, der Klinikalltag, die Personalnot von Hebammen und Geburtshelfenden sowie die Ausbildungssituation von Hebammen und Assistenzärzten, die gute Geburt.“ (Stadelmann 2005, S. 202 f.)

Ich habe mich bewusst für diese Art der Erzählung entschieden. Die Interviews sind nicht geschönt, nicht korrigiert und nicht in Reinschrift gebracht. Es geht mir nicht um den einfachen Lesefluss. Es geht mir darum, nachzuspüren, sich einzufühlen, langsam zu lesen und vielleicht auch die Ungeduld, die Neugierde, die Spannung, die Überraschung, die Trauer, die Freude, die Wut, die Verzweiflung, das Warten oder die Erleichterung nachzuempfinden.

Anhand der Interviews reflektiere ich am Ende des Buches auf der menschlichen Ebene, was die Frauen ganzheitlich, das bedeutet körperlich, seelisch, geistig und intuitiv brauchen, um eine gute Geburt zu erleben. Im Anschluss daran beschreibe ich mittels einer Spiegelung Einflüsse, die sich blockierend und störend auf den Geburtsprozess auswirken. Am Ende finden sich einige Fragen, die sich sowohl an die wissenschaftliche Forschung, als auch an uns Menschen richten und unsere Grundhaltungen betreffen.

Ich lade Frauen ein, die in freudiger Erwartung sind, Geburtsgeschichten zu lesen, die unter guten Bedingungen stattfanden. Ich lade Frauen ein, die geboren haben und die ihre Geburt noch beschäftigt, sich durch die Geschichten anderer Frauen verstanden zu fühlen und das Erlebte gut werden zu lassen. Ich lade medizinisch ausgebildete Menschen ein, die tagtäglich Frauen während der Schwangerschaft und unter der Geburt begleiten, sich in die andere Seite einzufühlen. Sie können dazu beitragen, gute Bedingungen zu ermöglichen.

Ein herzliches DANKE an alle Frauen, die mir ihre persönliche Geburtsgeschichte anvertraut haben.

Legende

(…) Gedankenpause

[ ] Ergänzungen der Interviewführenden

() Äußerungen der Interviewführenden

(kursiv) Lautäußerungen der Interviewgebenden

halbfett besondere Betonung der Interviewführenden

Bedingungen

Mit Bedingungen meine ich: Unter welchen Umständen fand die Geburt statt? Waren die Begleitumstände hilfreich für die Frau oder schwierig und störend? Ich traf die Einteilung anhand der Beobachtungen, die mir während der Geburtserzählungen aufgefallen sind. Die Begleitumstände beziehen sich auf die Zeit vor, während und nach der Geburt. Das bedeutet nicht, dass die betroffenen Frauen dies gleich sehen wie ich. Die Einteilung ist immer ein mehr oder weniger, keine Geburt fand unter nur guten oder unter nur schwierigen Bedingungen statt.

Gute Bedingungen: Viele Einflüsse, die ich unter einer „guten Geburt“ genannt habe, treffen zu. Einige Umstände, die ich unter einer „blockierten Geburt“ genannt habe, treffen zu.

Schwierige Bedingungen: Viele Umstände, die ich unter einer „blockierten Geburt“ genannt habe, treffen zu. Einige Umstände, die ich unter einer „guten Geburt“ genannt habe treffen zu.

Sehr schwierige Bedingungen: Es besteht Lebensbedrohung für das Kind und die Mutter.

Interview 1: Geburt in einer Privatklinik

[Es steht dir frei, was du erzählst und was du nicht erzählst, das ist okay und du kannst auch Pausen machen oder auch zurückgehen, das liegt ganz bei dir. Ich höre dir zu.]

Erstes Kind: Spontangeburt (gute Bedingungen)

Ja, der Jonathan [mein Sohn] war eben gestern drei Jahre alt. Das passt jetzt eh gut, um über das Ganze nochmals nachzudenken, göl? Ah, im Prinzip, ahm, ist ja bei uns in der Familie, haben ja alle viele Kinder. Und ich weiß nicht, ob du das von B [meiner Schwester] in Summe weißt, mit der Ei­zellen­spende und so. (mhm) Da gibt es eben hormonelle Probleme und eine zweite Schwester hat auch, ist auch im verfrühten Wechsel.

Und wir waren damals, der Klaus [mein Mann] und ich (mhm) ein Jahr in XY und dann bin ich eben heimgekommen, da war ich siebenundzwanzig und dann war das Ganze da, nicht wahr? Vorher haben wir immer noch geglaubt: „Ja, wir können eh alle Kinder bekommen ohne Ende.“ (mhm) Und da haben wir dann schon überlegt, hm, ja wie tun wir. Weil mit siebenundzwanzig – so richtig, ganz dringend notwendig, also weißt du, das Gefühl jetzt, uh, jetzt brauch ich unbedingt sofort ein Kind, das war noch nicht (mhm), weil wir einfach jetzt noch Ausland und unterwegs und so bla bla bla. Wir haben uns auch erst, ja, wie lange haben wir uns gekannt? Zwei Jahre, der Klaus und ich? Ahm, ja und dann haben wir aber geheiratet und dann haben wir gesagt, ja, unter diesen Umständen schauen wir einfach was passiert. (mhm) Und, ich war dann zwei Monate später schon schwanger (lacht). Also ich habe immer gesagt, vor der Hochzeit will ich nicht, dass ich schwanger werde (mhm), aber dann ist es eigentlich ziemlich schnell gegangen. Es war aber, also die ganz die, so diese erste frühe Schwangerschaft war (…), das war eine ganz wilde Zeit für mich, weil der, der Klaus kurz vor Weihnachten, der hat da eine Darmoperation gehabt (mhm), wo wir sechs Tage lang nicht gewusst haben, was los ist. Er hat, eine Darmschlinge hat sich verdreht, weil er – und das haben sie nicht gesehen und nicht gemerkt und, also ich weiß noch den Tag, am 23. hab ich daheim allein den Test gemacht, weil ich wissen wollte, ob da jetzt was ist oder nicht. Und, ahm, ja so um wirklich Weihnachten 24./25./26., waren so echt die Tage, wo wir nicht gewusst haben, packt der Klaus das, überlebt er? (mhm) Ich habe schon, ich hab gewusst, ich bin schwanger und ich habe aber nicht gewusst, ob ich das alleine groß ziehen muss, oder nicht (mhm), göl? Also, das war schirch. Und dann haben sie ihn operiert und dann hat eh alles gepasst. Aber es hat ah zwei Tage gedauert, bis er überhaupt so fit war, oder so ansprechbar war, dass ich ihm das habe sagen können (mhm), göl? Also das war so pff… Ich weiß noch, dann ist er operiert worden, das hat fünf bis sechs Stunden gedauert und dann habe ich auch nicht gewusst, boa, ich habe nicht in der Wohnung bleiben können, ich wollte auch nicht heimfahren, ich wollte nicht sagen, dass ich schwanger bin unter diesen Umständen, irgendwem, göl? Und dann bin ich eben zu einer guten Freundin gefahren und dann bin ich eben dort dann geblieben. Und dann ist es aber eh voll schnell bergauf gegangen beim Klaus und dann hat es eh voll gepasst und wir haben uns voll gefreut und so, also dass war dann eh voll klass. Aber, wir haben eben dann schon auch die – wie lange haben wir gewartet? Zwölfte/dreizehnte Woche bis wir es irgendwem gesagt haben (mhm), weil ich einfach immer gesagt habe, das war so eine wilde Zeit für mich, ich weiß nicht, ob, ob – wenn es nicht bleibt, dann würde ich es verstehen, göl? Also, das war für mich so: Schauen wir mal, wie das Ganze sich entwickelt.

Ja, das hat dann alles gut gepasst und dann war es eh super. Also, meine erste Schwangerschaft war echt (…) echt klass. Mir ist es halbwegs gut gegangen und ich habe eben viel Zeit gehabt, habe mir viel Zeit genommen. (mhm) Ich habe ganz viel Bewegung gemacht. Ich habe gewusst, ich bin schwanger und bin nur mehr spazieren gegangen, das hat mir so gutgetan. Also, ich bin nach D [Ort] raufgegangen, wir haben noch in E damals gewohnt. Und, ich habe einfach, ja Zeit gehabt und mir die Zeit genommen, mich mit dem eben – ein bisschen lesen, ein bisschen zu tun und – ja.

Und, in Summe muss ich sagen, dadurch, dass meine älteren Geschwister ja auch schon alle Kinder haben, ahm, war für mich das wesentlich einfacher, weil ich fast für jede Frage irgendwen gehabt habe, den ich anrufen konnte. Also weißt eh, wenn es dort oder da zwickt, dann weißt aha, ja passt. Dann rufst du die F an oder wenn es (…) rufst du die G an oder (…) oder die H, die Schwägerin nebenan, die war auch gleichzeitig schwanger, die hat zwei Monate vor mir ihr drittes Kind bekommen. (mhm)

Das heißt, ich habe, ich habe echt viele Leute um mich herum gehabt, die – oder viele Frauen, die da schon viel gewusst haben, die mit mir auch sehr offen geredet haben, also die ich auch sehr offen gefragt habe alles, göl. Also das, das war eigentlich super.

Und dann, so war ich eigentlich recht unbekümmert, natürlich man weiß nie, was, was so wirklich dann ist bei der Geburt. Und dann, ich weiß nur, ich war, ich habe immer geglaubt, ich bin voll nervös. Aber, ich war überhaupt nicht nervös. Also je näher der Tag gekommen ist (mhm), desto mehr habe ich mich gefreut und desto mehr habe ich mir gedacht, so jetzt geht es dann hoffentlich endlich los. Aber ich habe eben, so wie gesagt, auch meine vielen Schwestern, die eben jetzt alle drei Kinder haben und das sind jetzt, also das, unser jetziges drittes Kind ist das achzehnte Enkerl (mhm) von meiner Mama, oder von meinen Eltern, dass man ungefähr weiß, um wie viel es hier geht.

Und ja. Und dann war der Kerl – oder, wir haben nicht gewusst, was wir bekommen – der war dann (…) in Summe zehn Tage drüber, über den Termin. (mhm) Und ich habe gleich, also ich habe schnell einen richtig dicken Bauch gehabt. (mhm) Mich haben in E [Ort] die Leute beim Hofer beim Einkaufen angeredet: „Nein, ich muss sicher Zwillinge bekommen, weil so wie ich ausschaue.“ (mhm) Und dann, ja. Und dann war das, ahm, die Geburt war in I [Ort] geplant, mit der Dr. J und dem Hebammenteam das eben dort ist. Ich habe vorher eigentlich wenig Kontakt zu Hebammen gehabt, so diese normalen Termine. Ich glaube, einen Termin laut Mutter-Kind-Pass hast du – und dann habe, zum Schluss hin, habe ich Akupunktur noch gemacht, drei-, viermal. Ja. (mhm) Also das waren so (…) und was ich auch noch gemacht habe, genau, das die Geburtsvorbereitung von der Osteopathie her.

Da habe ich eine Kollegin, die da sehr gut ist und die das Becken und das Cranio­sacrale System, also das alles ein bisschen ins Lot bringt mit drei Terminen, so ein paar Wochen vor der Geburt. Und da das eben auch mein Zugang ist zum Körper und zum – wie kann der Körper Dinge gut mei­stern – war ich da eben irgendwie beruhigt und habe dann gedacht, ja es wird schon irgendwie gehen. (mhm) Und, eben das Blöde war dann nur, dass das so lange gedauert hat und sich überhaupt nix getan hat. So die Tage vorher sowieso nicht. (mhm)

Und dann bin ich eben immer wieder CTG schreiben gegangen und ja, mir ist es gut gegangen. Also, ich habe ein gutes Gefühl gehabt, das war das Beste an der Geschichte, weil sonst wäre es wahrscheinlich eh schwierig geworden. Weil die Frau Dr. J drinnen, die hat eben zum Schluss hin haben wir aufgehört das Baby abzumessen und abzuwiegen (aha), weil es klar war, das wird ein großes Kind, göl? (mhm) Und das war das, was mich eben eigentlich nervös gemacht hat, wirklich (mhm, mhm). Weil weißt eh, da musst du dann jeden Tag oder jeden zweiten Tag CTG schreiben und sie hat dann eh schon gesagt: „Na, passt eh alles, brauchen wir nicht abmessen und abwiegen.“

Ich glaube, irgendwann hat sie einmal viereinhalb Kilo herausgebracht, dann hat sie dreieinhalb Kilo – ja vier Kilo haben wir immer gehabt. (mhm) Und manchmal ist es da sogar noch drüber gegangen. Und das waren eben alles so Dinge, die wollte ich dann nicht so genau wissen. Wobei es eh klar war, mein Mann ist riesig, ich bin groß, ich meine (mhm), das war eh klar, das kleinste Kind werden wir nicht bekommen (mhm) (lacht) (ja). Aber so schwarz auf weiß willst du es dann irgendwie doch nicht wissen. (mhm) Ja und dann, ahm, aber im Großen und Ganzen war ich halbwegs beruhigt, weil ich mir gedacht habe, meine Schwestern haben das auch irgendwie gemacht, das wird wohl bei mir auch gehen. Und (…) somit habe ich eigentlich auch der Ärztin vermitteln können, ich weiß was ich will und Einleiten war überhaupt kein Thema. (mhm) Also wars für mich auch kein Thema, weil ich mir schon gedacht habe: boa (…) Von einer Schwester habe ich gewusst, die hat einen Kaiserschnitt gehabt, da haben sie sich beim Geburtstermin beim Ersten so irgendwie vertan. Dann haben sie die Wehen eingeleitet und das hat überhaupt nicht funktioniert (ja, hm). Und schlussendlich nach einem zweitägigen Kampf kannst sagen, haben sie dann den Kaiserschnitt gemacht. Und ein Miniwuzerl rausgeholt. (mhm) Ein echt kleines Kind. Wo man irgendwie gesehen hat, die war einfach noch nicht so weit (passt nicht, mhm), nicht wahr?

Und dann habe ich mir gedacht, auf so etwas will ich mich eben einfach, gegen so etwas will ich mich wehren. Das will ich nicht. Weil ich auch der Überzeugung bin, dass die Kinder ganz genau wissen, wann sie kommen. (mhm) Und eben auch (…) wenn sie länger brauchen. Und das hat aber mit der Ärztin gut zusammengepasst, das Fruchtwasser und alles hat gepasst, somit hat sie mich halbwegs in Ruhe gelassen. Ich habe gesagt, ich fühle mich gut, wenn irgendetwas ist, habe ich eh kein Problem, wenn etwas gemacht wird, aber, soweit bei mir alles passt, beim Kind alles passt, brauchen wir in den ersten vierzehn Tagen nicht diskutieren über irgendetwas und das hat sie dann auch so hingenommen, hat sie gesagt, passt. Weil wenn irgendetwas nicht passt, tun sie eh (ja). Da hast du eh keine Möglichkeit mehr. (mhm) Ja. Und im Endeffekt, im Nachhinein weiß ich, dass sich das Kind und mein Körper schon auf die Geburt vorbereitet haben, aber das war eben so (…) minimal, das weißt du eben beim Ersten nicht so genau (ja).

Also, ich habe keine richtigen Senkwehen gehabt, es hat dann eben ein bisschen mehr zum Ziehen angefangen, aber so diese typischen Sachen, so diesen Schleimpfropfen zehn Tage vorher oder – was auch immer, habe ich überhaupt nicht gehabt. Es war nur am neunten Tag nach dem Termin hat sie den Muttermund angeschaut und hat dann gesehen, dass der zwei Zentimeter geöffnet ist und den hat sie einfach dann noch ein bisschen geweitet. (mhm) Was ja auch schon als Geburtseinleitung gesehen wird. Ahm, ja und da bin ich dann wieder heim und war eh wieder überhaupt nix (lacht). Und dann bin ich wieder auf den Ort D spazieren gegangen (ja, lacht). Und beim Runtergehen habe ich gemerkt, ich habe einfach ein paar Mal stehen bleiben müssen, weil es einfach so gezogen hat. (mhm) Aber nichts Regelmäßiges (also), ja weißt eh, bei der steilen Gstätten, bei so einem Bauch ist mir das auch nicht so wirklich tragisch vorgekommen. (mhm) Aber dann ist, ja, dann sind wir schlafen gegangen, ja – wie war das dann? (…) Ja, dann bin ich munter geworden um zwei in der Früh, weil es ein bisschen gezogen hat, dann habe ich mir schon gedacht, hoffentlich, das könnte etwas werden. (mhm) Aber, man hat eben dann immer so Hoffnungen und wartet so jede Minute, dass irgendwie etwas wird – ah, man wartet ja schon so lange. Und beim Ersten wartest du ja schon vierzehn Tage vorher (ja), obwohl du eh nicht wartest (lacht) (mhm, ja, genau).

Und dann ist die Zeit eben lange und dann habe ich, bin ich still und heimlich aufgestanden, habe meinen Mann gar nicht aufgeweckt, dass er ja nichts mitbekommt, so quasi. Und dann bin ich ein bisschen, habe mich auf die Couch gelegt und habe auf die Uhr geschaut und dann habe ich gemerkt, okay, es zieht ein bisschen, hört wieder auf. Und das ist dann alle zehn Minuten gekommen. (mhm) Aber das Ziehen war – boa, ich habe nicht gewusst, ob ich mir das einbilde oder nicht (aha). Aber dann habe ich mir gedacht, na ja, nachdem ich schon munter geworden bin, deswegen (…) mal schauen, vielleicht wird es ja was. Und dann ist das aber wirklich so alle zehn Minuten geblieben – und dann bin ich den Klaus aufwecken gegangen und habe gesagt: „Du, ich glaube, vielleicht wird da noch was.“ Dann haben wir die Hebamme angerufen und gesagt, so wie es ist. Dann hat sie gesagt, ja, ich soll heiß baden gehen oder eine heiße Dusche nehmen und dann werde ich merken: Entweder es vergeht oder es wird dann losgehen.

Und ich bin kaum mit dem Hintern in der Badewanne gesessen, in der warmen (lacht), es ist dann richtig losgegangen. (mhm) Also da war dann klar, da haben wir sie dann angerufen, da haben wir gesagt, wir kommen. Also da hab ich gar nicht mehr gefragt. Und dann sind wir eh rein, um fünf Uhr in der Früh waren wir glaub ich drinnen und dann habe ich aber im Auto schon alle zwei Minuten Wehen gehabt. Also, wir haben in K [Ort] gewohnt und sind in den Ort I gefahren, das ist nicht weit. Aber das war schon echt eine lange Autofahrt. Und ja. Und wie war das dann? (…)

Ja genau und dann hat sie den Muttermund angeschaut, der war sechs Zentimeter dann eh schon offen (mhm), wie wir drinnen waren. Das war eh super. Und da habe ich dann schon ziemliche Wehen gehabt, also da hab ich dann schon immer stehen bleiben müssen und Atmen und Tun. (…) Und so ist es eigentlich halbwegs klass dahingegangen – nur – ich habe meines Erachtens echt schon ziemliche Wehen gehabt und dann schickt die Hebamme den Klaus frühstücken. (mhm) Dann hat sie gesagt: „Na,“ – es war sieben Uhr in der Früh – „er kann ruhig frühstücken gehen, weil er braucht die Kraft eh noch und es dauert noch a bisserl“ (…) und ich habe mir gedacht: Das kann nicht wahr sein. Ich habe echt geglaubt (mhm), also das war ganz furchtbar für mich. Weil ich mir gedacht habe, ich tu da jetzt eh schon seit Stunden herum, es war eigentlich in Summe, es war ja dann nicht so lange, aber (…) ja. Man weiß eben nicht, was lang ist und was kurz ist und (…) also, man hat da keine Vorstellung davon. Und ja. Dann ist der Klaus wirklich frühstücken gegangen, ist aber eh sofort wieder gekommen. Also das war eh nur so (…) er hat ja auch nicht weggehen wollen von mir (lacht).

Und wir wollten eben, wenn es passt, dann hätte ich gerne eine Wassergeburt. Also, würde ich eben gerne ins Wasser gehen. Und da hat die L, die Hebamme gesagt, ja, wenn der Muttermund ganz offen ist, dann kann ich in die Badewanne, weil du darfst nur eine Stunde drinnen bleiben. (mhm) Nach einer Stunde musst du wieder raus, also so, wenn sie wissen, ja passt, jetzt wird es bald kommen, dann darfst du rein. Und dann habe ich endlich (…) in die Badewanne rein dürfen, aber es war vom Muttermund immer noch so ein Saum offen – also geschlossen (mhm), also ein bisschen etwas hat noch gefehlt, ein halber cm oder so (ja). (…) Und d a s hat mich hergematert, das habe ich überhaupt nicht – den habe ich nicht weg atmen können. Den hat sie dann oft mit dem Finger schon ausgestrichen in einer Wehe, das hat furchtbar weh getan. (mhm) Also das war echt (…) wa, ich habe gar nicht mehr gewusst wo Vorne … – also, das war echt sehr heftig und dann, ahm, haben wir dann auch probiert, das einfach zu pressen. Ich habe ja dann schon den vollen Pressdrang gehabt (mhm) (…) Und der Saum war aber noch nicht ganz weg und jetzt wollte ich das Kind irgendwie da durch raus, habe ich den Buben da nicht durch rausgeschoben. (mhm)

Und irgendwann nach einer Stunde, ich meine, die Badewanne war super, weil in den Wehenpausen habe ich da drinnen geschlafen. (mhm) Also, ich bin da drinnen gelegen und habe dann alles fallen gelassen und geschlafen und dann ist es wieder losgegangen nach ein, zwei Minuten (mhm), aber man kann da echt schlafen, dazwischen, das geht gut (lacht). Und dann hat es aber geheißen: „Nein.“ Dann haben sie gesagt, ich soll aufstehen, weil es war das Kopferl dann schon teilweise wirklich unten. (mhm) Dann haben, dann hat die Hebamme L gesagt, ich soll das Kopferl angreifen – war für mich ganz absurd – ich meine, ich habe das ja alles in Büchern gelesen, aber (mhm) irgendwie, ma. Das hat mich irgendwie schon alles genervt. Ma, ich habe gesagt: „Holt das Kind raus von mir!“ (lacht).

Es hat mich nicht mehr interessiert. Es war einfach so – wa. Ja, es war irgendwie kein Ende in Sicht gerade. Und dann hat es geheißen: „Ja, wir brauchen die Schwerkraft dazu, in der Badewanne wird das nichts mehr.“

Und dann habe ich aus der Badewanne rauskrallen müssen und das Kind war eigentlich schon so voll im Beckeneingang (mhm) und schon so eh halb draußen, aber ich habe es nicht fertig rausgeschoben (…) und dann haben die mir da eben aus der Badewanne raus (…) geholfen und auf diese Matte und – ma, das war echt schirch, weil ich habe ja, weißt, da ist so ein Kind zwischen (mhm) in deinem Becken drin, und ein großes Kind, göl, es war (…) war für mich nicht klar, boa, ob das jetzt eh alles passt, aber es – hast eh keine Zeit zum Nachdenken. (mhm) Und dann (…) ja, es ist halt auf der Matte noch weitergegangen und da hat es aber eh dann nicht mehr so lange gedauert, weil irgendwann haben sie dann gesagt, ahm, also da war dann die Ärztin eh da und die L, die Hebamme, ich soll (…) ah, sie werden jetzt schneiden. (mhm) Also, sie haben dann einen Dammschnitt gemacht (…) und dann ist es gegangen.

Und dann war das Kind da, das ist dann eh recht gut gegangen. Ich habe (…) ich habe, in meiner Praktikumszeit war ich einmal bei einer Geburt dabei (mhm), so von Unten sage ich nur (mhm) und da haben sie bei der Frau einen Dammschnitt gemacht und ich habe so richtig das Schneiden gehört, so: „Hhcht“ (mhm) und gesehen und von dem her habe ich echt die Panik gehabt, wenn sie das bei mir machen. Aber ich habe das nicht einmal gespürt, ich habe das nicht einmal mitbekommen. Ich hätte schon vorgeschlagen, sie sollen die Saugglocke oder was auch immer holen. (mhm) Es war mir alles wurscht. Weißt eh, es war nur Zeit, dass das Kind da rauskommt – aber jetzt: „Bitte schnell!“ (…)

Also, ich war dann eigentlich erleichtert, dass sie irgendetwas gemacht haben und dann war der Jonathan da. Und dann war der da (mhm), der war voll blau – oder? voll blau (mhm) – im Nachhinein, auf den Fotos siehst (mhm) (lächelt) und mir, und uns als Eltern ist das überhaupt nicht aufgefallen. Ich weiß noch, die Ärztin hat dann gesagt (lacht): „Ja, er schaut jetzt ein bisschen wild aus, aber das vergeht alles.“ Und ich habe mir dann gedacht: Ma, der schaut ja eh nicht wild aus, der ist ja eh so lieb (lacht). (mhm) Witzig. Ja. Und dann war er da, aber (…) ich war, ich war echt volle Kanone fertig.

Also am Anfang, ich habe dann nur, ich habe – das Kind ist so zwischen meinen Füßen gelegen und dann haben sie mir es eh rauf gelegt irgendwie. Und dann weiß ich noch, sie haben noch gefragt: „Ja, wollen sie nicht wissen, was es ist?“ Und ich habe gesagt: „Ja, wohl.“ Dann haben sie gesagt: „Ja schauen sie!“ Und dann habe ich gesagt: „Ma, könnt ihr mir es nicht sagen?“ (lacht).

Weißt eh, ich war einfach (mhm), vor lauter müde. So quasi: „Ma, lasst mich in Ruhe und sagt mir einfach was los ist.“ Ja. Und dann, ja. Dann war er eh da. Dann war es eh schön. Dann haben sie mich eben wieder zusammengeflickt. (mhm) Und in der Zwischenzeit hat der Jonathan schon getrunken. Das war für mich ganz (…) arg. Also so, das habe ich mir überhaupt nicht vorstellen können. (mhm) Mit der Nachgeburt, das ist auch alles gut gegangen, das war dann nur einmal so, nebenbei. Das hat mich alles nicht mehr interessiert so richtig. Und, der Jonathan ist deswegen so schwer gekommen, oder, das war deswegen so eine Arbeit, weil der (…) hat seine Hand da oben gehabt [in Höhe des Kopfes] (mhm) und dann noch zweimal die Nabelschnur rundherum. (mhm) Und hat sowieso einen Kopfumfang von fünfunddreißig Zentimeter gehabt. (mhm) Also 4,25 Kilo. Das war echt ein Knödel, göl? Und dann noch die Hand und die Nabelschnur, zweimal. Also, das war ein (…) Kaliber (mhm), kann man nur sagen. Und deswegen war das halt, also heute denke ich mir halt, boa (…) gut, dass das (lacht) schon geschafft ist. (mhm)

Aber, so in Summe waren es sieben Stunden, göl? (mhm) So vom ersten Aufstehen, was ja, was ja auch nicht so wirklich eine Zeit ist. Weil ich habe vorher (…) tief und fest geschlafen, war voll ausgeschlafen (mhm), und so, also. Eh (…) nicht so verkehrt, göl. Jo und dann weiß ich nur noch (…) also das mit dem Dammschnitt, das war eh nicht so schlimm, also das habe ich auch alles (mhm) durch die Ausbildung und so weiter (mhm) habe ich da eh so ein bisschen gewusst, was da alles sein kann, wie das weh tut. Ich meine, wissen, so richtig tut man es nicht, aber, da habe ich einfach theoretisch viel gewusst und damit weißt du eh, was du zu tun hast. Das ist dann nicht so die Tragik mehr.

Aber was noch arg war, war der Milcheinschuss. (…) Also da hab ich echt geglaubt, jetzt sterbe ich. (mhm) Also, das hat mir keiner gesagt, dass das so schirch sein kann. (mhm) Und der Milcheinschuss der hat mich (…) der hat mich fast zum Verzweifeln gebracht. Das war (…) das ist gleich alles gegangen mit dem Stillen oder, das hat gut funktioniert. Er hat brav herum gesaugt und genuckelt (lacht) und so weiter. Und (…) auf einmal schießt mir die Milch ein (lacht) und ich habe geglaubt, es platzt mir alles auf. Also, das war echt (…) ich habe mich nicht wiedererkannt und es war so massiv. Und ich habe die ganze Nacht nur kalte Sachen aufgelegt. (mhm) Ich meine, das war im Krankenhaus eh super, weil du läutest und dann kriegst du wieder etwas Neues, und dann haben sie gleich gesagt: „Ja, aber jetzt keinen Stilltee mehr trinken“ (mhm) Weil ich hab ja literweise Tee getrunken und dann eben literweise Stilltee. (mhm) Das war vielleicht ein bisschen zu viel, göll? Bist du deppat, also da habe ich mir echt, also da habe ich gesagt, also das ist echt unfair, weil ich meine bei manchen geht das ja anscheinend einfacher (ja), also, oder eben nicht so wild. (mhm) Aber ich habe mir gedacht, auf das war ich vollkommen unvorbereitet. Ich habe mir gedacht: „Passt, die Geburt habe ich geschafft und jetzt läuft es.“ Und dann (lacht) schießt mir die Milch ein (mhm), also das hat so weh – also, es war echt (…) es hat sich dann eh nach ein paar Tagen gelegt.

Aber so beim Stillen, ich habe echt so (…) die ersten zwei Monate (…) (mhm) hat mir das richtig weh getan. (mhm) Bei jedem Stillen wieder, boa, habe ich, bei jedem ersten Ansaugen habe ich eine Gänsehaut bekommen und wieder das Gefühl gehabt, boa (atmet ein und aus). (mhm) Und dann habe ich mir gedacht, ma das gibt es ja nicht. Weißt eh, rundherum die (…) meine Bekannten und Verwandten, die eben dann auch gerade Babys bekommen haben, die Stillen da her wie nix. Natürlich auch nicht das erste, sondern das zweite oder dritte Kind (mhm, ja). Hab ich mir gedacht, ma, wie geht denn das. Und ich habe einfach durchgebissen. Und dann plötzlich ist es auch gegangen. Aber es hat schon zwei Monate gedauert. (mhm) Wo ich geschmiert habe und (…) ja. Also, aber ich hab jetzt (…) jetzt o f f i z i e l l auch keine nennenswerten Probleme gehabt (lächelt). Es ist das Stillen gegangen (mhm), ich habe genug Milch gehabt und es hat alles gepasst (mhm), göl. Aber das war schon, da hab ich mir schon gedacht, boa (…) ganz, ganz für nix ist das nicht, also (mhm) man muss schon überzeugt davon sein davon, dass das gescheit ist für dein Kind (mhm), dass du das durchziehst. Ja. Das war der Jonathan so ungefähr.

Aber (…) was noch lustig war, ich war nach der Geburt so tot (…) und hungrig und fertig. (mhm) Also ich war einfach echt (…) voll ausgepowert und dann bin ich (lacht) bin ich auf dem Stuhl gelegen, und der Jonathan hat schon bei mir getrunken und es war zwar alles schön und nett, aber dann hab ich mir gedacht, jetzt werde ich da unten gerade vernäht und der s… und bin noch so hin und der Kerl saugt mich dann gleich wieder aus, göl? (mhm) Also das war irgendwie so (…) und dann weiß ich noch, haben sie mir einen warmen Tee gebracht, mit voll viel Zucker drin (mhm) … und dann habe ich noch eine Käsesemmel bekommen, gleich so volet. Dann hat der Jonathan getrunken und ich habe gegessen und sie haben mich vernäht. (mhm) (lacht) Also, das war (mhm) (…) aber ich hätte das sonst nicht gepackt, also kreislaufmäßig ist es mir schon (…) ich habe recht viel Blut verloren auch. (mhm) Also, (…) ahm, und das hat schon ein bisschen gedauert, also es hat so um halb zehn am Vormittag war er dann da (…) und (…) ja, am Abend bin ich glaub ich das erste Mal so richtig aufgestanden, dass ich allein aufs Klo bin. (mhm) (…) Also, da war ich schon (…)

Und, was so das größte Gefühl war nach der Geburt, das weiß ich auch noch, das hat mich auch so (…) also es, ich war schon noch so ein bisschen überfordert, das hat mich schon alles, das hat so lange gedauert vorher (mhm), aber dann (…) ist es doch passiert. (mhm) Dann habe ich doch ein Kind bekommen, so quasi und dann, war woa, das war dann schon echt wild. Und so, diese (…) dieses Mamasein und diese Muttergefühle, was man, was man immer so hört, was so ist, die haben mich voll fertig gemacht. Da hab ich gedacht, ma, das gibt es überhaupt nicht. Weißt du, zuerst, du bist so verliebt in deinen Mann und dann gibt es nur deinen Mann und dich und halt so, du bist zu Zweit. (mhm) Und dann kommt da so ein kleiner Kerl, der dich fast zerstört körperlich (mhm), also da war ich ihm schon ein bisschen bös, dass er so (mhm), also ich war nicht bös, aber es war, ich habe zum Klaus gesagt, so kurz nachher: „Boa, ich glaub, ich bin einfach echt (…) hin.“ (mhm) Innerlich. Obwohl nix (…) eigentlich war. Der Schnitt (…) aber, ich habe geglaubt, der hat mich jetzt echt voll zerstört, göl. Ich hab echt geglaubt, da wird nie mehr Richtung Sexualität irgendwie was gehen (mhm), weil das so, so (…) ausgezehrt und hin wie ich jetzt bin (mhm), also, das war so mein, mein Gefühl. Es war dem nicht so, aber (…) gefühlsmäßig, das war schon, boa, weiß ich nicht, dass das so, so sein muss. Und da war ich ihm am Anfang schon, boa.

Kriegst du Kinder und dann hast du eh so diese vollen Muttergefühle, göl und freust dich volle Kanone, aber auf der anderen Seite habe ich mir gedacht, boa (…) war es doch irgendwie (mhm), also es war so zwiegespalten. (mhm) So, was tue ich jetzt mit dem (…) Kerl. Ja (…) der, der dich voll vereinnahmt, auch wenn du (…) ja, wie soll ich sagen, ob du es willst oder nicht. (mhm) Es ist dein Kind und plötzlich tust du für das Kind alles. Also, das für mich ganz (…) also, ich habe natürlich auch gewusst, dass das dann so ist, und dass deine Kinder sowieso, die klassesten und die schönsten und die liebsten sind (lacht), aber ich habe mir nicht vorstellen können, wie das wirklich ist. (mhm) Also, das war für mich irgendwie arg, weil das kannst du (…) irgendwie. Ja. Ja und dann (…) uns ist es dann wirklich gut gegangen.

Der Jonathan war das erste Jahr so brav. Der hat brav geschlafen, mit vier Monaten hat er schon Zähne bekommen, aber ohne Probleme. Dann hat er mich irgendwann einmal gebissen beim Stillen. Da hätte ich ihn fast auf den Boden geworfen (lacht) (…) so weh hat das getan. (mhm) Ich war so unvorbereitet, göl?. (mhm) Das war nie und auf einmal beißt er volle zu. Und ich hätte ihn echt fast irgendwo hingeworfen. Aber das habe ich – Gott sei Dank – nicht gemacht (…) aber dann habe ich da vor dem Stillen die volle Panik gehabt, dass er wieder zubeißt, weil da hab ich noch voll gestillt. Aber er hat es dann eigentlich eh nicht mehr gemacht. Aber (…) da hab ich schon fast Schweißausbrüche bekommen bei jedem Mal anlegen, weil ich nicht gewusst habe (…) (mhm), weißt eh, es braucht ihn nur irgendetwas Jucken am Gaumen oder der nächste Zahn schieben. (mhm) Naja, aber es war dem eh nicht so. Ja.

Und dann, was auch noch lustig war, im Krankenhaus ist die Ärztin dann noch gekommen, schauen, ob alles passt und so. Und ich meine in I [Ort], wenn man diese Sonderklasse hat (mhm), von der Betreuung her ist das schon super. (mhm) Also ich habe immer gesagt, ich bleibe die Zeit, die sie mich behalten, bleibe ich im Krankenhaus. Der Wochenfluss war auch viel. (mhm) Also, da, wenn ich den, das Ganze daheim gehabt hätte. (mhm) Das wäre mir daheim viel zu blöd gewesen. Das ganze Wäschewaschen und, auch wenn der Mann viel tut, mir wäre das einfach zu blöd gewesen. (mhm) Und drinnen kriegst du einfach alles, das Essen serviert und kannst dich nur einmal um dein Kind kümmern und um das, und um deinen Körper ein bisschen, wo du dann am Anfang auch noch nicht weißt (…) dort Spülungen machen und da und Klo gehen kannst du noch nicht und, also, so die ganzen Sachen (mhm) da war ich echt froh, dass ich fünf Tage Zeit gehabt habe, mich in Ruhe mit dem Auseinandersetzen, dass die Hebamme jeden Tag da war mit dem Stillen und so einfach noch helfen. Die Kinderschwestern dort sind auch super, also die haben mir einfach auch (…) ja. Die hast du Tag und Nacht fragen können und es hat mich, es war nie jemand grantig (mhm), alle immer voll freundlich. Also, echt klass, göl. Das war schon super. Und dann nach fünf Tagen hast du dich wieder so ein bisschen gefangen, habe ich das Gefühl gehabt, hast du dich mit dem (…) arrangiert. Der Wochenfluss ist dann nicht mehr ganz so wild. Und ja, kannst dann wieder besser aufstehen, also das war, ja. Das war gut. Also, das habe ich eh gesagt, das würde ich bei jedem Kind wieder so machen. Nicht früh, nicht frühzeitig heim. Meine Schwester ist bei allen ihren drei Kindern (mhm), hat sie eine ambulante Geburt gehabt. Für mich, das wäre unvorstellbar. Aber, muss ein jeder tun, wie er will. Also so hat das gut für uns gepasst. Ja. So war das. (…) Ja. (…)

Zweites Kind: Spontangeburt (gute Bedingungen)

Ich hab dann, beim Jonathan bin ich dann Schwimmen gegangen, hab ich einen Kraulkurs gemacht. (mhm) Ich habe gesagt, ich will eben wieder irgendwas anfangen, wie es eben dann möglich war. (…) Und dann, so nach acht Monaten habe ich gemerkt, boa beim Schwimmen geht nichts weiter, ich habe wieder überhaupt keine Kondi (lacht) (mhm), keine Puste und gar nix und irgendwann, dann war ich noch unterwegs, dann war ich mit einer Freundin noch Steak essen (mhm) und einmal fort, wie es eben mit dem Stillen halbwegs gegangen ist und dann war es mir danach voll schlecht.

Und dann war ich noch mit dem Klaus irgendwo und dann haben wir zwei so Feierlichkeiten nacheinander gehabt, waren wir auch irgendwo so richtig 6-gängig voll gut essen und Wein trinken. Und danach war ich fix und fertig. Mir war nur schlecht und es war nur grausig und mir hat es so gegraust vor allem (lacht).

Und dann hab ich mir gedacht, na, das gibt es ja nicht. Da muss ich vielleicht einmal schauen (lacht) (mhm), dann hab ich einen Schwangerschaftstest gemacht. (mhm) Und dann war ich schwanger und nebenbei ist mir die Milch auch beim Jonathan a bisserl ausgegangen. Das habe ich auch gemerkt, die Nachproduktion haut nicht mehr so ganz hin. (mhm) Ich meine, da hat er eh schon dazu gegessen. (mhm) Das ist dann eh nicht so – du weißt auch nicht, tust du jetzt zu wenig stillen und wird deswegen weniger (mhm), oder ist es sowieso Zeit (mhm), aber da waren ein paar so Sachen und dann hab ich mir gedacht, ich glaub, ich muss mal einen Schwangerschaftstest machen und dann (…) war ich wirklich schwanger.

Und das, was ich vorher eigentlich erzählen wollte (mhm), von der Ärztin im Krankenhaus noch, das war nämlich lustig (mhm), weil die ist dann gekommen und hat gesagt: „Ja, und Frau W, wie schaut es aus, wie wollen sie weiter tun mit Verhütung? Soll gleich einmal ein Zweites kommen?“ Dann hab ich mir gedacht: Spinnt sie komplett? (mhm) (lacht) Ich bin ja, ich bin ja h i n. (lacht). (mhm) Zur Ärztin hab ich gesagt: „Ich glaube, da brauchen wir uns keine Sorgen machen, ich werde nie mehr in meinem Leben Sex haben, weil, das kann nicht mehr funktionieren. (mhm) Es ist eh alles zerstört.“ (lacht), So quasi, göl? (mhm) Also, ich habe, ich habe echt – ja, da die ersten Tage, da habe ich geglaubt, so. (…) Ja, das schöne lustvolle Leben war einmal. (mhm) Und dann hat sie nur gelacht und gesagt: „Warten sie nur, das wird schon alles wieder.“ (lacht) (mhm) Und dann hab ich mir gedacht, naja, vielleicht weiß sie mehr als ich und habe gedacht, ja, schauen wir mal. (…)

Und – ja, aber von der Heilung her, das ist echt gut gegangen (mhm), also das war dann echt, das hat mich echt verwundert, dass da (…) also so Richtung Beckenboden und das, hat sich echt alles wieder gut regeneriert – was ich mir nicht vorstellen habe können, aber ist so.

Ja, und dann war ich wieder schwanger. Und das war natürlich zuerst einmal (…) (mhm), war ich zuerst wieder ein bisschen überfordert, weil, jetzt hast so ein kleines liebes Kind daheim, mit dem du dich echt gut arrangiert hast und das war echt klass und gemütlich und super. Er war so lieb und wir haben echt viel gemacht, sind viel wandern gegangen, waren viel unterwegs, er war so unkompliziert. Und (…) dann war – boa, jetzt bist du wieder schwanger. Jetzt hast du das kleine Kind – also, ich war einfach noch so in den Kerl verliebt (mhm), dass ich mir gedacht habe: Ma, jetzt kann ich mich nicht schon wieder gleich auf ein Neues einlassen. (mhm) Also, das war, wie gesagt, war nicht geplant, ist einfach irgendwann passiert – keine – wir wissen heute noch nicht, wann und wie und was. (mhm) Aber, ist halt so gewesen, ich war dann damals schon in der achten Woche wie ich es gemerkt habe. (mhm) Also, richtig lang eigentlich schon (ja). Im Nachhinein (…) mit ein bisschen offenen Augen hätte ich es eh gleich wissen können (mhm) (lacht), aber (mhm), weißt eh, man blendet das – oder man denkt gar nicht daran. (mhm) Und da war dann echt, also das war für mich fast ein bisschen zu schnell. Jetzt, zuerst (…) jetzt haben wir noch nicht so wirklich das ganz verdaut (mhm), also, das hat mich wieder ein bisschen überrannt, aber ja. Es ist eben dann so dahingegangen. Der Bauch wächst.

Und der Jonathan, der war ja so ein großer Kerl und ist eben dann auch gut weitergewachsen. Und der hat dann (…) ja, ich glaube zwei oder drei Monate vor der Geburt hat der zum Gehen angefangen. (mhm) Und ich habe schon wieder so einen Riesenbauch gehabt. (mhm) Also vorher habe ich den mit zwölf bis dreizehn Kilo auch nur herumtragen müssen. Und da war bei mir alles wieder locker. Also, es war so vom Becken her – wenn ich schwanger bin, merke ich, ich kann nicht mehr am Boden sitzen, weil ich fast nicht mehr aufkomme. (mhm) Also, ich habe so typische körperliche Erscheinungen, die da sind, wenn ich schwanger bin und alles locker wird. Und das ist Punktum von Anfang an da, göl? (mhm) Und das ist natürlich unpraktisch, wenn du ein kleines Kind herumtragen musst. Ja. Aber dann, weißt eh, dann stellt man sich eh drauf ein. Und dann irgendwie war es eh nicht so schlecht. Aber man hört eben dann so viele Sachen, weißt eh. Die einen sagen: „Ja, fünfzehn Monate Unterschied, boa, da kannst du dich erschießen!“ (mhm) Haben echt wortwörtlich ein paar gesagt (mhm, mhm). Dann habe ich gesagt: „Ja, danke – aber ich, pff… (ja), das hilft mir jetzt nicht gerade, wenn man das immer vorher gesagt bekommt.“ Und dann hat es aber auch liebe Leute gegeben, die dann gesagt haben: „Ma, meine Kinder waren auch so. Es ist zwar zuerst ein bisschen zäh, aber dann ist es echt klass (mhm), weil sie so klass spielen miteinander. (mhm)“ Und so weiter. Weißt, so etwas hilft dir weiter. Aber, wenn dir jemand nur sagt: „Ja, kannst du dich erschießen.“ (mhm) Dann denkst du dir …“Spinnst oder was?“ Ich meine (mhm), auch wenn es intensiv ist, ich meine, man kann das, man kann das ja ein bisschen (…) anders ausdrücken auch, kommt mir vor. Ja.

Jetzt habe ich dann in Summe eben nicht genau gewusst, was so (…) auf uns zu kommt, aber es war eh wurscht, weil wir haben dann eh schon, ahm, wir sind dann eh schon – nein, wir haben noch in E [Ort] gewohnt. Nein, wir haben dann schon gewusst, dass wir dann raus ziehen werden. Das heißt jetzt rein von der Wohnung in E haben wir gewusst, mit zwei Kindern haben wir gut Platz und das machen wir schon. (mhm) Und, aber, sobald sie dann ein bisschen größer sind, werden wir am Land sein neben der Oma. Und das hat mich dann auch ein bisschen, weißt eh (mhm), das beruhigt einen dann schon. (mhm) Weißt eh, in E war ich eben ganz allein. (mhm) Und habe eben jede Minute, wenn ich etwas gebraucht habe, jemanden organisieren müssen. (mhm) Und das ist eben auch mühsam. Ja. Und die Schwangerschaft war eben – ja. Im Prinzip hab ich eh schon gewusst, was auf mich zukommt. Oder, wie das so ist. (mhm) Es war eben beim Jonathan super schön, weil ich einfach Zeit gehabt habe und mir alles eingeteilt habe, wie ich das wollen habe (…) und das ist eben dann bei der Elena [meiner Tochter] nicht mehr so gegangen. (mhm) Ich habe eben in der Früh aufstehen müssen. Das ist bei mir immer das, was nicht so klass ist. Wenn ich früh aufstehen muss, dann ist mir schlecht. (mhm) Wenn ich schlafen kann, so bis acht, neun Uhr, dann ist das wurscht, dann geht der ganze Tag. (mhm) Aber, wenn ich früh auf muss, dann – mit Kind ist das dann eben so. (mhm) (…) Ahm, ja. Dann war das eben alles ein bisschen durchwachsen, aber … ja, körperlich ist es mir da dann eben nicht so gut gegangen, weil ich das Gefühl gehabt habe, ich habe einfach noch nicht wieder aufgebaut. (mhm) So diese (…) eben alles, was dir so Kinder auszehren. (…)

Und, dann waren wir, dann ist der Klaus in Karenz gegangen mit dem Jonathan – zwei Monate – und da sind wir dann fünf Wochen im Sommer mit Auto und Dachzelt Campingurlaub gefahren. (mhm) Das haben wir schon geplant gehabt – nur eben geplanter Weise, als ich nicht schwanger war. Und dort war ich aber dann schon doch recht schwanger. (mhm) Und dann waren wir eben in Italien und in Frankreich. Und das war eigentlich eh sehr schön – aber, es war für mich einfach echt anstrengend. Ich weiß noch, ich habe zum Klaus immer gesagt: „Die Karenzzeit, die brauche ich, damit ich tanken kann (mhm), damit ich dann eben nachher das gleich wieder gut schaffe.“ (mhm, mhm) Aber, wir sind eben beide auch so Typen, die sich dann von irgendwelchen Ideen sofort überzeugen lassen und voll motiviert sind (mhm) und bla, bla, bla und so weiter. (mhm) Also, da sind wir oft ein bisschen übermotiviert. Das haben wir erst nach und nach lernen müssen, dass man wirklich ein bisschen weniger machen muss mit Kindern (lacht). (mhm) Und dort haben wir es noch nicht ganz draußen gehabt. Also, wir sind wirklich von Campingplatz zu Campingplatz gefahren, so wie es uns getaugt hat, haben dann wieder aufgestellt, haben nichts vorreserviert. (mhm) Sind – haben dann alle paar Tage wieder Campingplatz gewechselt (mhm), was mit einem Dachzelt und einem Kind doch recht viel Arbeit ist. (mhm) Und noch dazu, ich schwanger und kann nicht am Boden sitzen. Da ist Campen eben auch nicht so praktisch. (…) Also, es war im Prinzip (seufzt), eigentlich eh ein schöner Urlaub, aber es war nicht die Entspannung, die ich gebraucht hätte. (mhm)

Und dann in Frankreich zum Schluss hat es mir dann die Sicherungen gehaut. Also, da habe ich dann einen richtigen Kreislaufkollaps gehabt mit Herzstechen und Atemnot und alles. (mhm) Ich meine, ich kenne das von früher, wenn mir irgendetwas zu viel wird. (mhm) Und dort hat es mich dann in Frankreich voll umgewuchtet am Campingplatz. Das war (lacht) das volle Trara, göl? (mhm) Mit ins Krankenhaus fahren und dann EKG machen und Kind anschauen lassen und es hat alles gepasst (mhm), war eh nichts, aber dann sind wir irgendwie schnurstracks heimgefahren über Italien. Dann haben sie uns noch das Auto ausgeräumt und die Scheibe eingeschlagen. (mhm) Also, das war irgendwie so ein (…) und dann waren wir endlich daheim und dann habe ich gewusst: Okay, eigentlich (…) ah, hätten wir es einfach ein bisschen gemütlicher machen können. Wir sind eh ein bisschen selbst schuld (ja). Aber (…) ja, das muss man erst lernen, glaube ich, mit den Kindern, wenn man so.

Der Klaus hat natürlich das ganze Körperliche und so, dass was, wo ich eben zu Tun habe (mhm), das spürt er nicht. (mhm) Er merkt natürlich, geht es mir gut, geht es mir nicht gut. (mhm) Oder, ich sage ihm natürlich, so oder so, aber dass so dann (…) der ganze Tag eigentlich richtig mühsam ist, das spürt er dann nicht, göl? Und dann habe ich mich dann doch irgendwie wieder motivieren lassen. (…) Aber, ja, wir haben es dann eh gesehen (mhm), dass es nicht so in Summe gescheit war. Und so hat sich eben die Schwangerschaft bei der Elena dann so ein bisschen (…) ich habe dann wilde Verspannungen gehabt und bin dann eh in Therapie gegangen und (…) also, es war einfach nicht so gemütlich. Ich habe viel weniger Zeit gehabt, dass ich spazieren gegangen bin (mhm, mhm). Also, einfach für mich viel weniger Zeit gehabt. Wenn ich spazieren gegangen bin, dann eben mit dem Kinderwagerl (ja, ja), was dann, oder mit dem Tragetuch (mhm, mhm), also die ganzen Sachen (…)

Und, ja, und dann ist wieder so die Zeit gekommen, die Elena ist im Dezember gekommen, Sechsundzwanzigsten haben wir Termin – nein, Blödsinn, Achtzehnten haben wir gehabt. (…) Mhm, und (…) dann vierzehn Tage vorher habe ich – oder drei Wochen habe ich dann eine Magen-Darm-Grippe gehabt (oje, mhm) (…) und, da habe ich gedacht, es geht schon los. Weil, beim Jonathan das war nämlich auch noch, die Nächte vorher habe ich dann schon Durchfall gehabt (mhm), wo die Ärztin gesagt hat, das passt so, da bereitet sich alles vor (mhm) (…) und (…) ja, und dann habe ich schon geglaubt, es geht los, aber es war dann nichts. Aber ich habe so viel gebrochen und Durchfall gehabt (mhm), mit so einem, so einer Kugel, dass ich dann eben ins Krankenhaus bin und dann bin ich eine Nacht dort gewesen und dann hat eh alles gepasst beim Kind, aber mir ist dann eben nichts weitergegangen, aber sie haben mich da mit Infusionen wieder aufgepäppelt. (mhm) Also, ich habe echt das Gefühl gehabt, ich, ich vertrockne. (mhm) Also, da war ich echt froh, dass die dann was getan haben. Ja. Und somit ist es dann d o c h noch nicht losgegangen (lacht) (lacht). Und dann haben wir wieder „zuwi“ gewartet und dann war schon fast Weihnachten da (…) und die Elena ist dann fünf Tage später gekommen (mhm, ok). (…) Direkt zu Weihnachten, da haben wir – ja, bei ihr war das – man weiß natürlich schon besser, was auf einen zukommt (mhm, mhm). Das hilft schon viel und wir haben nicht gewusst, dass wir ein Mädchen bekommen, aber ich habe eben so ein bisschen die Idee gehabt – okay, der Jonathan hat seine Hand und dann die Nabelschnur zweimal noch zusätzlich daneben gehabt und war echt riesig (mhm), das wird wohl nicht nochmals so sein. (mhm) Das heißt (ja), ich bin davon ausgegangen, dass es nicht schwieriger werden wird. (mhm) Der Körper weiß schon, was er zu tut hat (ja), ich weiß schon, was ich zu tun habe (mhm) und dann habe ich, dann haben wir am einundzwanzigsten habe ich schon so (…) Wehen gehabt ein bisschen (mhm) und dann am Abend wollte ich dem Klaus sagen, dass es eventuell was werden kann (mhm), weil ich will bei den Sachen immer vorher sicher sein (mhm), bevor ich dann alle möglichen Leute aufscheuche. (mhm) Ich mag das nicht, wenn dann alle nur mehr warten und: „Ma, wie und zwickt es jetzt da?“ (mhm) Das ist eine Sache, die ich mit mir ausmache und wenn ich weiß, jetzt geht es los, dann werden die anderen informiert (mhm, okay). So ist das (lacht).

Und dann will ich am Einundzwanzigsten am Abend, weiß ich noch, gehe ich ins Bad rein – der Klaus hat gerade Zähne geputzt – und ich wollte sagen: „Du, es könnte sein, dass (mhm) dass wir heute oder morgen noch etwas zu tun haben“ und er schaut mich an und sagt: „Du, ich habe gerade Fieber gemessen, ich hab ein bisschen Fieber (lacht), was tun wir, wenn es losgeht? Soll ich deine Mama fragen, ob sie mit zur Geburt geht (lacht)?“ (mhm) Das war der Wortlaut (mhm) und dann war absolut sofort alles weg. Also, es hat nichts mehr gezwickt (mhm, mhm, aha). Es war für mich klar, es war kein Tag zum Kinder bekommen (mhm), weil weißt eh mit Fieber sollen sie doch auch nicht so richtig bei den Neugeborenen dabei sein. (mhm) [Anmerkung: Fieber einer anderen Person hat keine Auswirkung auf Neugeborene]