Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg - Oliver Pötzsch - E-Book

Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg E-Book

Oliver Pötzsch

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Beschreibung

Gemeinsam mit seiner Tochter Magdalena und ihrem Mann Simon reist der Henker Jakob Kuisl im Jahre 1668 nach Bamberg. Was als Familienbesuch geplant war, wird jedoch bald zum Alptraum: In Bamberg geht ein Mörder um. Die abgetrennten Gliedmaßen der Opfer werden im Unrat vor den Toren der Stadt gefunden. Schnell verbreitet sich das Gerücht, die Morde seien das Werk eines Werwolfs. Jakob Kuisl mag sich diesem Aberglauben nicht anschließen und macht sich auf die Suche nach dem »Teufel von Bamberg«.

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Das Buch

Im Herbst 1668 reist der Schongauer Henker Jakob Kuisl zusammen mit seiner Familie nach Bamberg. Bartholomäus Kuisl, der Bamberger Henker, will sich vermählen und plant ein Familienfest. Doch kaum hat Jakob Kuisl die neue Heimatstadt seines Bruders erreicht, erfährt er, dass in Bamberg ein grausamer Mörder umgeht. Erst werden abgetrennte Gliedmaßen in der Regnitz angeschwemmt, dann werden Leichen in der Stadt gefunden. Augenzeugen wollen in den Bamberger Gassen ein wildes Tier gesehen haben. Schnell ist von einem Werwolf die Rede. In der Stadt keimt Panik auf, keiner fühlt sich mehr sicher. Die ersten Verdächtigen werden zur Vernehmung in den Kerker gebracht. Erinnerungen an die Bamberger Hexenprozesse dreißig Jahre zuvor werden wach, und viele Bamberger fürchten, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. Die Stimmung ist aufgeheizt, und Jakob Kuisl muss schnell handeln, wenn er eine weitere Hexenjagd verhindern will. Zusammen mit seiner Tochter Magdalena und dem Medicus Simon Fronwieser stößt der Henker bald auf eine heiße Spur, die ihn zum »Teufel von Bamberg« führt.

Der Autor

Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, war jahrelang Filmautor beim Bayerischen Rundfunk und lebt heute als Autor in München. Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren. Seine historischen Romane um den Schongauer Henker Jakob Kuisl haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekanntgemacht.

www.oliver-poetzsch.de

Von Oliver Pötzsch sind in unserem Hause bereits erschienen:

Die Henkerstochter-Saga (in chronologischer Reihenfolge):

Die Henkerstochter

Die Henkerstochter und der schwarze Mönch

Die Henkerstochter und der König der Bettler

Der Hexer und die Henkerstochter

Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg

Die Ludwig-Verschwörung

Die Burg der Könige

Oliver Pötzsch

Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg

Historischer Roman

Ullstein

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Motto: »Cautio Criminalis« aus Friedrich von Spee:Cautio Criminalis oder rechtliche Bedenken wegen der Hexenprozesse. Aus dem Lateinischen von Joachim-Friedrich Ritter. © Deutscher Taschenbuchverlag, München

Kapitel 14: Die historischen Originalzitate stammen aus den Protokollen der Bamberger Hexenprozesse.

Der Ullstein Verlag dankt dem Deutschen Taschenbuchverlag und der Staatsbibliothek Bamberg für die freundliche Abdruckgenehmigung.

ISBN 978-3-8437-0743-5

Originalausgabe im Ullstein Taschenbuch© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2014Dieses Werk wurde vermittelt von der Autoren- & Projektagentur Gerd F. Rumler, MünchenUmschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, MünchenTitelabbildung: © akg-images (Personen), © INTERFOTO / Sammlung Rauch (Stadtansicht); © FinePic®, München (Fond)Karte von Bamberg: © Peter Palm, Berlin

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

E-Book: Pinkuin Satz und Datentechnik, Berlin

Für Olivia, ein neues Mitglied in der großen Kuisl-Familie.Bleib weiter so fröhlich, und schenke der grauen Welt dein Lachen.Und wie man unter Scharfrichternachfahren sagt:Hals- und Beinbruch!

»Was suchen wir so mühsam nach Zauberern? Hört auf mich, ihr Richter, ich will euch gleich zeigen, wo sie stecken. Auf – greift Kapuziner, Jesuiten, alle Ordenspersonen und foltert sie, sie werden gestehen. Leugnen welche, so foltert sie drei-, viermal, sie werden schon bekennen. (…) Wollt ihr dann noch mehr, so packt Prälaten, Kanoniker, Kirchenlehrer, sie werden gestehen, denn wie sollen diese zarten, feinen Herren etwas aushalten können?«

Friedrich Spee von Langenfeld, Cautio Criminalis, Anno Domini 1631

Stammbaum der Kuisls

Dramatis Personae

Die Familie Kuisl

Jakob Kuisl, Schongauer Scharfrichter

Bartholomäus Kuisl, sein Bruder, Bamberger Scharfrichter

Magdalena Fronwieser (geborene Kuisl), Henkerstochter

Simon Fronwieser, Schongauer Bader

Die Kuisl-Zwillinge Georg und Barbara

Peter und Paul, Kinder von Magdalena und Simon Fronwieser

Stadt Bamberg

Meister Samuel, Bamberger Stadtphysicus und Leibarzt des Bischofs

Katharina Hauser, Verlobte von Bartholomäus Kuisl

Hieronymus Hauser, Katharinas Vater, städtischer Schreiber

Martin Lebrecht, Hauptmann der Stadtwache

Adelheid Rinswieser, Apothekersgattin

Berthold Lamprecht, Wirt des Gasthauses »Wilder Mann«

Jeremias, sein Verwalter

Aloysius, Henkersknecht

Answin, Lumpen- und Leichensammler

Matthias, Nachtwächter und Trunkenbold

Die Schauspieler

Sir Malcolm, Spielleiter einer reisenden Schauspieltruppe

Guiscard Brolet, Spielleiter einer weiteren Truppe und Sir Malcolms größter Konkurrent

Markus Salter, Stückeschreiber und Schauspieler

Matheo, jugendlicher Darsteller und Frauenschwarm

Einige Bamberger Ratsherren

Georg Schwarzkontz, Tuchhändler

Thadäus Vasold, Ratsältester

Korbinian Steinkübler, bischöflicher Kanzler

Magnus Rinswieser, Apotheker

Jakob Steinhofer, Wollweber

Kirchliche Würdenträger

Philipp Valentin Voit von Rieneck, Bamberger Fürstbischof

Sebastian Harsee, Bamberger Weihbischof

Johann Philipp von Schönborn, kurfürstlicher Erzbischof von Würzburg, Bischof von Worms und Mainz

Prolog

Schongau, 16. Februar Anno Domini 1626

An dem Tag, als sein Vater unter Qualen starb, beschloss Jakob Kuisl, seiner Heimatstadt für immer den Rücken zu kehren.

Es war der kälteste Februar seit Menschengedenken. Meterlange Eiszapfen hingen an den Dachfirsten, das alte Holz der Fachwerkhäuser knarrte und ächzte unter dem Frost, ganz so, als wäre es lebendig – trotzdem hatten sich entlang der Schongauer Marktgasse, die vom Rathaus hinunter zum Stadttor führte, Hunderte von Menschen versammelt. Alle waren dick vermummt mit Tüchern und Fellen, die Reicheren trugen warme Kappen aus Bären- oder Eichhörnchenpelz, viele der Ärmeren hatten Frostbeulen im Gesicht oder an den Füßen, die von zerfetzten Lumpen nur notdürftig geschützt wurden. Schweigend, doch mit funkelnden, gierigen Augen beobachteten die Schongauer die kleine Gruppe, die sich einen Weg zwischen ihnen hindurchbahnte, aus dem nördlichen Stadttor hinaus, auf der breiten, von Schneematsch bedeckten Straße, immer der Richtstätte zu. Wie Hunde, die eine blutige Fährte aufgenommen hatten, folgte die Menschenmenge dem Verurteilten, den vier gelangweilt wirkenden Bütteln mit ihren Hellebarden und dem Henker mit seinen beiden Knechten.

Jakob und sein Vater gingen voraus, wobei Johannes Kuisl immer wieder stolperte und sich an seinem großgewachsenen, fast vierzehnjährigen Sohn abstützen musste. Wie so oft hatte der Schongauer Scharfrichter vor der Hinrichtung bis weit in den Morgen gesoffen. Schon mehrmals in den letzten Jahren hatte seine Hand bei Enthauptungen deshalb gezittert, doch so schlimm wie heute war es noch nie gewesen. Johannes Kuisls Gesicht war aschfahl, er stank stechend nach Branntwein und hatte Mühe, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Jakob war froh, dass sein Vater an diesem Tag nur eine verhältnismäßig einfache Strangulation vornehmen musste. Den Scheiterhaufen konnten zur Not auch er und sein ein Jahr jüngerer Bruder Bartholomäus anzünden.

Verstohlen ging Jakobs Blick hinüber zu dem Verurteilten, der mit seinen zerfetzten Kleidern und dem zerschlagenen Gesicht mehr einer in Höhlen hausenden Kreatur als einem Menschen glich. Der Leinsamer Hans hatte die letzten Jahre wie ein Tier gelebt, nun sollte er auch wie ein Tier krepieren. Die meisten Schongauer kannten den alten Schäfer vom Holzklauben und Kräutersuchen im Wald. Hans war so dumm wie seine Schafe, nah an der Grenze zum Schwachsinn, hatte aber bis vor kurzem als harmlos gegolten. Nur die Kinder hatten sich vor ihm gefürchtet, wenn er sich ihnen mit seinem zahnlosen Maul grinsend näherte, ihnen sabbernd über den Kopf strich oder eine klebrige Süßigkeit reichte. Auch Jakob war dem Hans ein paarmal auf einer Lichtung begegnet, wenn er mit seinen beiden jüngeren Geschwistern Bartholomäus und Elisabeth durch die Wälder um Schongau streifte. Vor allem die erst dreijährige Lisl hatte dann immer ganz fest seine Hand umklammert, während Bartholomäus mit Tannenzapfen nach Hans warf, bis dieser jammernd das Weite suchte. Ihre Mutter hatte sie alle drei oft vor dem obdachlosen Vagabunden gewarnt, doch Jakob hatte bei seinem Anblick eher Mitleid empfunden, während der zwölfjährige Bartholomäus den Hans wohl am liebsten am nächsten Baum aufgehängt hätte, als Schmaus für die Raben. Seit Jakob denken konnte, waren Bartholomäus Tiere wichtiger gewesen als Menschen. Ein kranker Igel wurde von ihm liebevoll gesund gepflegt, während er gleichzeitig seinem Vater dabei half, einem verdächtigen Opferstockräuber die Knochen zu brechen. Eine Vorliebe, die Jakob nicht verstehen konnte.

Traurig musterte Jakob den alten, leicht schwachsinnigen Schäfer, der gebunden wie ein Stück Vieh zwischen ihnen der Hinrichtungsstätte entgegenhumpelte. Wie eine Kuh glotzte Hans die Schongauer an, von denen ihn einige mit Schnee und Dreck bewarfen und verspotteten. Sein Mund formte sinnlose Laute, er wimmerte und schluchzte. Jakob nahm nicht an, dass dem Hans überhaupt bewusst war, warum er heute sterben sollte. Es war kurz nach Heilig Drei König gewesen, als die achtjährige Martha, die jüngste Tochter des Schongauer Bürgermeisters, beim Rodeln im Wald den Alten versehentlich angefahren hatte. Wie ein Wolf hatte er sich daraufhin auf sie geworfen, ohne dass im Nachhinein jemand hätte sagen können, warum. Hatte er mit ihr spielen wollen? Hatte ihm der schnell heranrasende Schlitten Angst gemacht? Martha hatte wie am Spieß geschrien. Als die anderen Kinder herbeirannten, hatte er ihr bereits das Kleid vom Leib gezogen. Dazugerufene Holzfäller hatten den Hans schließlich gepackt und in die Schongauer Fronveste geschleppt, wo er auf der Streckbank die widerwärtigsten Verbrechen schilderte. Wie ein Tier habe er sich über all die Jahre mit seinen Schafen gepaart; die Martha habe er in seinen Schäferwagen schleppen und dort vergewaltigen und töten wollen.

Als Jakob den brabbelnden Hans jetzt so vor sich sah, konnte er sich jedoch nicht vorstellen, wie der Alte überhaupt ein solches Geständnis zustande gebracht haben sollte. Geschweige denn, dass es wahr war.

Mittlerweile hatten sie die Hinrichtungsstätte außerhalb der Stadt erreicht, ein weites, gerodetes Feld, wo Jakob und Bartholomäus bereits am Vortag neben dem Schafott einen mannshohen Scheiterhaufen aufgeschichtet hatten. Eine Leiter führte hinauf zu einem Pfahl mit Ketten, der aus dem Holzstoß herausragte und den Mittelpunkt einer kleinen hölzernen Plattform bildete. Aus dem Augenwinkel bemerkte Jakob, wie stolz Bartholomäus den Scheiterhaufen musterte, und er empfand eine leichte Abscheu. Zum ersten Mal hatte der Bartl seinem älteren Bruder bei der Vorbereitung einer Hinrichtung helfen dürfen, für ihn war der Tag, an dem Hans’ Urteil und die Todesart verkündet wurden, ein Fest gewesen. Endlich ging sein Traum in Erfüllung, in die Fußstapfen seines Vaters und seines geliebten und bewunderten Bruders zu treten. Eigentlich verstand Jakob die Verehrung nicht, die ihm Bartholomäus entgegenbrachte. Oft machte er sich über den etwas schwerfälligen jüngeren Bruder lustig, im Geheimen verachtete er ihn sogar, was aber nichts daran änderte, dass ihm der Bartl wie ein Hündchen folgte. Bartholomäus sah Jakob zu, wenn er die Folterkammer reinigte und die Stricke für das Hängen knotete oder wenn er das Richtschwert schärfte, weil der Vater einmal wieder zu besoffen dafür war. Und insgeheim wusste Jakob, dass Bartholomäus irgendwann ein besserer Scharfrichter sein würde als er.

Jakob selbst hatte schon vor Jahren beschlossen, diesen Beruf später nicht auszuüben. Doch hatte er überhaupt eine Wahl? Scharfrichtersöhne wurden Scharfrichter, wenn sie sich nicht als stinkende Schinder oder Abdecker verdingen mochten. So lautete das Gesetz, das die ehrlosen Berufe fein säuberlich von den anderen Berufen trennte. Den einzigen Ausweg bot der Große Krieg, der seit Jahren im Reich tobte und nach Söldnern lechzte, ganz egal, wie ehrlos sie waren.

»Was ist nur mit dem Vater los?«, flüsterte Bartholomäus neben Jakob und riss ihn so aus seinen Gedanken. Sie standen nun unweit des Scheiterhaufens, und die Menge gaffte sie erwartungsvoll an. Besorgt deutete Bartholomäus auf Johannes Kuisl, der sich trotz der Kälte den Schweiß von der Stirn wischte und sich bemühte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. »Der Gute kann sich ja kaum noch auf den Beinen halten. Ist er etwa krank?«

In der Zwischenzeit waren auch die vier Bürgermeister und andere hohe Patrizier an der Richtstätte eingetroffen. Gemeinsam mit dem Gerichtsschreiber und den paar hundert Zuschauern bildeten sie einen Kreis um die drei Kuisls und den Verurteilten. Nicht zum ersten Mal hatte Jakob das unbehagliche Gefühl, man werde auch ihn gleich hinrichten.

»Was soll mit dem Vater schon los sein?«, zischte Jakob und versuchte, ruhig zu bleiben, während um ihn ein leises Murren einsetzte. »Besoffen ist er mal wieder! Wir können nur beten, dass er sich nicht aus Versehen selbst anzündet.«

Bartholomäus zuckte zweifelnd mit den Schultern. »Aber vielleicht … vielleicht ist es ja auch das Fieber«, murmelte er. »Das geht zurzeit um. Schau dir nur die Mutter zu Hause an, die hat es auch erwischt.«

Jakob verdrehte die Augen. Er hasste es, wenn sein Bruder den Vater mal wieder von allen Sünden freisprach. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Vater sich von Jakob schon vor längerer Zeit abgewandt hatte, nachdem er erkennen musste, dass sein Ältester nicht in seine Fußstapfen treten wollte. Zu gerne hätte Jakob seinen Vater geliebt – allein, es ging nicht. Johannes Kuisl war ein Säufer und Versager. Früher, ja, da war er ein großer Scharfrichter gewesen, fast so gefürchtet wie sein Schwiegervater Jörg Abriel, der im berühmten Schongauer Hexenprozess über sechzig Frauen gefoltert, geköpft und verbrannt hatte. Von ihrem Großvater hatten die beiden Kuisl-Brüder auch jene seltsamen bösen Bücher geerbt, die Bartholomäus fast noch mehr liebte als seine kranken Tiere und die er mit dem Vater fast jede Woche einmal aus der Truhe in der Kammer holte. Sie erinnerten die Familie an die großen blutigen Zeiten, als ihr Name noch etwas gegolten hatte. Doch diese Zeiten waren schon lange vorbei, mittlerweile war Johannes Kuisl ein Wrack. Hinter seinem Rücken spotteten die Leute bereits; sie hatten keine Angst mehr vor ihm, und das war das Schlimmste, was einem Scharfrichter widerfahren konnte.

Ohne die Angst vor ihm war er ein Niemand.

Auch jetzt sah Jakob Verachtung in den Augen vieler Zuschauer aufblitzen, während sie den zitternden, schwitzenden Säufer abschätzig musterten. In Jakob wuchs die Furcht. Schon zweimal hatte sein Vater eine Hinrichtung beinahe verpfuscht, noch einmal würden ihm die Leute das nicht durchgehen lassen. Wer als Scharfrichter patzte, landete schnell selbst am Galgen oder wurde gesteinigt.

Und mit ihm manchmal die ganze Familie.

»Nun bring es endlich zu Ende, Kuisl!«, schrie Korbinian Berchtold, der feiste Bäckermeister, mit dessen Sohn Michael sich Jakob und Bartholomäus gelegentlich prügelten. Berchtold deutete auf den zitternden, immer noch vor sich hin brabbelnden Schäfer und dann auf den Scheiterhaufen. »Oder sollen wir das etwa selbst machen, hä? Aber vielleicht haben deine Bälger ja zu feuchtes Holz genommen, dann stehen wir morgen noch hier.«

Johannes Kuisl wankte noch einmal leicht, wie eine geborstene Eiche im Sturm, dann riss er sich zusammen, packte Hans Leinsamer am Kragen und zerrte ihn hinüber zur Leiter. Jakob wusste, was nun folgen würde. Letztes Jahr war er schon einmal beim Verbrennen einer Hexe dabei gewesen. Oftmals wurde die Strafe abgemildert, indem man den Verurteilten einen Beutel Schießpulver um den Hals hängte oder sie vorher erdrosselte. Auch der dumme Hans hatte einige Fürsprecher im Rat gehabt, der Scharfrichter würde ihn vor dem Verbrennen mit einem dünnen Seil strangulieren – eine schnelle, fast schmerzlose Todesart, wenn man es richtig machte.

Doch als Jakob nun seinen Vater auf die Leiter zutorkeln sah, kamen ihm Zweifel, ob die Strangulation diesmal so schnell und schmerzlos vor sich gehen würde wie erwartet. Auch Bartholomäus war merklich verunsichert. Starren Blicks beobachtete er den Vater, wie er den jammernden Hans die Leiter zur Plattform hinaufschob und dann ächzend hinterherkletterte.

Als er den oberen Rand schon fast erreicht hatte, passierte es.

Johannes Kuisl verlor den Halt, er fuchtelte noch einmal hilflos mit den Armen, dann fiel er rücklings wie ein Sack Mehl in den Schneematsch und rührte sich nicht mehr.

»Mein Gott, der Scharfrichter ist ja voll wie ein Weinsack!«, schrie nun einer aus der Menge. »Der kann sich höchstens noch selbst ersäufen!«

Einige lachten, doch von allen Seiten erhob sich jetzt ein zorniges Brummen, das Jakob die Haare zu Berge stehen ließ. Es klang wie ein wütender Bienenschwarm, der näher und näher kam.

»Verbrennt ihn am besten gleich zusammen mit dem Sodomiten, dann ist endlich Ruhe in der Stadt!«, brüllte nun jemand anderes. Jakob ließ seinen Blick über die Menge schweifen. Es war der Bäckermeister Korbinian Berchtold, der sich nun um Zustimmung heischend an die Schongauer wandte: »Es ist eine Schande, was für ein Schauspiel der Henker hier aufführt. Seit Jahren geht das nun schon so! Bis hinter Augsburg spotten sie über uns. Wir hätten ihn schon lange zum Teufel schicken und statt seiner den Steingadener Scharfrichter nehmen sollen!«

»Schickt ihn zum Teufel! Zum Teufel mit ihm«, johlten nun andere. Erste Schneebälle, aber auch Klumpen gefrorener Erde flogen in Richtung des Henkers. Es war, als würde sich die angestaute Erwartung plötzlich in einem einzigen gewaltigen Zornausbruch entladen. Zwar wedelte der Gerichtsschreiber, dessen Kopf unter dem amtlichen Barett zornesrot leuchtete, wichtigtuerisch mit den Armen und mahnte zur Ruhe, doch niemand schien ihn zu hören. Die vier Büttel, die den Zug begleitet hatten, verharrten ratlos und ein wenig ängstlich neben dem Scheiterhaufen.

Oben auf der Plattform stand Hans Leinsamer mit offenem Mund und glotzte auf das Schauspiel unter ihm. Nun fielen die ersten braven Schongauer Bürger mit Felsbrocken und Dolchen in der Hand über den Scharfrichter her, die Menge schloss sich über Johannes Kuisl wie eine riesige schwarze Woge. Jemand schrie wie am Spieß, und kurz glaubte Jakob, zwischen den vielen Armen und Beinen ein abgetrenntes Ohr am Boden liegen zu sehen. Rotes Blut floss wie Siegelwachs über den schmutzig weißen Schnee. Dann fiel Jakobs Blick auf das zerschmetterte Gesicht seines Vaters, der mit gebrochenen Augen in seine Richtung glotzte, während weitere Steine auf ihn niederprasselten.

Mit wild klopfendem Herzen wandte Jakob sich seinem jüngeren Bruder zu, der fassungslos auf das Gewimmel vor ihm starrte. »Wir müssen hier weg!«, brüllte er gegen den Lärm an. »Schnell! Sonst sind wir die Nächsten!«

»Aber … aber … der Vater …«, stotterte Bartholomäus, »wir … wir müssen ihm helfen …«

»Himmelherrgott, Bartl, wach auf! Der Vater ist tot, verstehst du? Wir können uns nur noch selber helfen. Komm jetzt!«

Jakob zog den schreckensstarren Bruder vom Scheiterhaufen weg, als hinter ihnen plötzlich eine schrille Stimme ertönte.

»Da läuft seine Brut! Haltet sie, haltet sie!«

Schnell warf Jakob einen Blick hinter sich und sah, wie eine Meute Kinder und Jugendlicher auf der schneeglatten Straße auf sie zugestürmt kam. Vorneweg lief der Bäckerssohn Michael Berchtold, den Jakob erst vor wenigen Wochen kräftig verprügelt hatte. Nun sah der dürre, eher schwächliche Junge endlich die Möglichkeit, sich zu rächen.

»Haltet sie! Haltet sie!«, krähte er immer wieder, wobei er ein Scheit Brennholz vom Scheiterhaufen durch die Luft schwang. Jakob zweifelte nicht, dass Michael ihm damit den Schädel einschlagen würde, wenn er könnte. Die Gelegenheit war günstig, nach so einem Vorfall würde keiner mehr Fragen stellen als unbedingt nötig. Und das Leben eines Henkerskindes galt ohnehin nicht sonderlich viel.

Jakob verpasste dem noch immer wie gelähmten Bartholomäus einen Hieb, dass dieser mit einem überraschten Aufschrei nach vorne taumelte. Nun endlich schien auch der Jüngere den Ernst der Lage erfasst zu haben. Gemeinsam rannten sie auf das offene Stadttor zu, und die Meute folgte ihnen johlend.

Kurz nachdem Jakob rechts in die schmale Gasse nahe der Stadtmauer abgebogen war, wusste er, dass er einen Fehler gemacht hatte. Die Verfolger hatten sich aufgeteilt, ein Teil von ihnen versperrte bereits den vorderen Zugang zur Gasse. Grinsend und mit erhobenen Knüppeln näherten sie sich ihrer Beute.

»Deinen Vater haben wir schon!«, schrie Michael Berchtold seinem Erzfeind entgegen. »Jetzt bist du dran, Jakob! Du und dein Bruder!«

»Dafür müsst ihr uns erst mal erwischen«, erwiderte Jakob keuchend.

Aus dem Augenwinkel heraus sah er einen Karren, der mit Fässern beladen vor einem der Häuser stand. Einer plötzlichen Eingebung folgend, packte er seinen Bruder an der Hand, stieg auf die Fässer und zog sich von dort an dem niedrigen Dachsims nach oben. Mit einiger Mühe tat es ihm Bartholomäus gleich, und schon bald standen sie oben auf dem schneebedeckten First, von wo aus sie die ganze Stadt bis hinüber zur Hinrichtungsstätte überblicken konnten. Doch Jakob wusste, dass sie noch lange nicht in Sicherheit waren. Johlen, Schreie und stampfende Geräusche bewiesen ihnen, dass die anderen Jugendlichen ihnen folgten. Tatsächlich tauchte bereits das grinsende Gesicht Michael Berchtolds über der Traufe auf.

»Und nun, ihr Kuisls?«, fragte er hämisch. »Wo wollt ihr jetzt hin? Etwa wegfliegen wie die Vöglein? Oder will der Bartl, dieser Tölpel, einen Adler rufen, der euch wegträgt?«

Verzweifelt sah sich Jakob um. Sie hatten sich ausgerechnet das Haus ausgesucht, das am weitesten von den anderen Gebäuden der Gasse entfernt lag! Jakob schätzte, dass es mindestens drei Schritte bis zum nächsten Fachwerkhaus waren. Er selbst war groß und athletisch gebaut, es war also zu schaffen. Aber was war mit seinem jüngeren Bruder? Bartholomäus war schwerer als er, außerdem wirkte er sehr erschöpft. Trotzdem, sie mussten es wenigstens versuchen.

Ohne Bartholomäus zu warnen, setzte Jakob zum Sprung an. Schemenhaft sah er unter sich das Grau der mit Schnee und Kot befleckten Gasse, dann spürte er wieder festen Boden. Er hatte das andere Dach erreicht.

Erleichtert drehte er sich zu seinem Bruder um, der noch immer zögernd oben auf dem First stand. Gerade wollte Bartholomäus springen, als plötzlich neben ihm wie ein Geist Michael Berchtold erschien und ihn auf das eisglatte Dach hinabzerrte. Andere Jungen folgten, sie schlugen auf Bartholomäus ein, der verzweifelt nach seinem älteren Bruder schrie.

»Jakob, Jakob! Hilf mir! Sie schlagen mich tot!«

Jakob sah die großen Augen seines Bruders, die ihn hilflos anstarrten. Er hörte die Schläge, die auf Bartholomäus einprasselten. Bestimmt sechs, sieben Jungen hatten sich auf ihn gestürzt. Es waren zu viele, selbst für Jakob, der es dank seiner Stärke ohne weiteres mit dreien von ihnen hätte aufnehmen können. Aber selbst wenn er sich kurz auf den Kampf einließ – jemand musste die Mutter und die kleine Lisl warnen, bevor noch Schlimmeres geschah! Was, wenn die Meute ihr Haus unten im Gerberviertel stürmte, während er sich hier mit den Gassenbuben eine Prügelei lieferte? Vielleicht zündeten sie ihnen bereits das Dach an! Er durfte keine Zeit verlieren.

Doch zu all diesen Bedenken kam noch etwas anderes, etwas, was Jakob sich nur äußerst ungern eingestand und was ihn wie mit feinen klebrigen Spinnweben umgarnte.

Der Eifer, mit dem Bartholomäus am Tag zuvor den Scheiterhaufen aufgeschichtet hatte, seine ständigen Lobreden auf den cholerischen Vater, die Art, wie der Bartl mitleidlos, ja fast mit sachlicher Neugierde die Tortur des alten Schäfers verfolgt hatte … das alles hatte Jakobs ständigen Widerwillen gegen seinen Bruder noch verstärkt. Es war ein fast fühlbarer Ekel, der ihn manchmal beinahe würgen ließ und der auch jetzt wie ein schlechter Geschmack in ihm aufstieg.

In diesem Augenblick wurde Jakob einmal mehr schmerzlich klar: Bartholomäus war genau wie sein Vater, wie diese ganze, von Gott verfluchte Scharfrichtersippe. Er selbst hatte nie zu ihnen gehört, und das würde er auch in Zukunft nicht – sosehr er sich früher nach der Anerkennung seines Vaters gesehnt hatte

Ohne es zu merken, hatte Jakob sich entschieden.

»Jakob, hilf mir!«, wimmerte Bartholomäus, während weiterhin Schläge auf ihn einprasselten. »Bitte! Lass mich nicht im Stich!«

Noch einmal sah Jakob in die vor Angst geweiteten Augen seines Bruders. Dann wandte er sich wortlos ab und rannte über die Dächer von Schongau auf die östliche Stadtmauer und das Gerberviertel zu.

Hinter ihm ertönte ein letzter verzweifelter Schrei, ein hohes enttäuschtes Klagen wie von einem verletzten Tier.

Jakob lief schneller, bis er Bartholomäus endlich nicht mehr hören konnte.

Kapitel 1

Über vierzig Jahre später, wenige Meilen vor Bamberg, 26. Oktober Anno Domini 1668

Verdammt, wenn die da vorne nicht bald ihren Arsch bewegen, pack ich sie am Schlafittchen und prügel sie eigenhändig nach Bamberg!«

Mit einem saftigen Fluch auf den Lippen erhob sich Jakob Kuisl von dem Ochsenfuhrwerk und schaute missmutig nach vorne. Eine ganze Karawane aus unterschiedlichen Karren und Fuhrwerken versperrte den schmalen Hohlweg, der nach einigen Windungen an einem Flussbett endete. Es regnete in Strömen, die vielen Bäume des dunklen Kiefernwalds ringsum waren nur als Schemen zu erkennen. Wasser tropfte von den tiefhängenden Ästen und Zweigen, und das beständige Plätschern vermischte sich mit den vielen anderen Geräuschen unten an der Furt. Schweine quiekten, Menschen schrien und schimpften, irgendwo wieherte ein Pferd. Über allem lag das dumpfe Rauschen des Flusses und des Regens.

Stirnrunzelnd beobachtete Magdalena ihren Vater, der kurz davor schien, auszubrechen wie ein Vulkan. Mit seinen über sechs Fuß überragte er den Karren wie ein Turm ein niedriges Kirchenschiff.

»Himmelkreuzsakrament, ich …«

»Du merkst doch, dass es dort vorne an der Furt Schwierigkeiten gibt«, unterbrach ihn Magdalena, die zwischen einigen Kornsäcken saß. Sie gähnte und streckte ihr vom langen Sitzen schmerzendes Kreuz durch. Der kalte Regen hatte ihren Wollumhang durchweicht, und sie fröstelte leicht. »Meinst du etwa, wir bleiben zum Spaß hier im Dreck stehen?«

Der Schongauer Scharfrichter räusperte sich und spuckte abfällig in den Morast neben dem Wagen. »Diesen gspinnerten Franken traue ich alles zu«, knurrte er, nun schon etwas ruhiger. »Ich frag mich ohnehin, aus welchen Löchern die hier alle gekrochen sind. Nicht mal bei einer anständigen Hinrichtung herrscht ein solcher Trubel wie in diesem gottverfluchten Wald. Wo sind wir überhaupt? Hieß es nicht, wir würden Bamberg noch vor Sonnenuntergang erreichen?«

»Die Furt ist nun mal die einzige Stelle, wo man den Fluss bei einem solchen Wetter überqueren kann. Und wie du siehst, sind wir wahrlich nicht die Einzigen.«

Verdrossen blickte Magdalena sich um. Der Verkehr vor und hinter ihnen übertraf alles, was sie von ihrer Heimat, dem beschaulichen Pfaffenwinkel nahe der Alpen, her kannte. Drei Wochen war es nun her, dass sie mit ihrer Familie Schongau verlassen hatte, um ihrem Onkel Bartholomäus in Bamberg einen Besuch abzustatten. Seit dem gestrigen Halt im fränkischen Forchheim war die schlammige Straße immer belebter geworden. Wandernde Gesellen zogen von Weiler zu Weiler, Hausierer schleppten auf gebeugten Rücken ihre Kraxen mit grobgeschnitzten Holzlöffeln, Schleifsteinen und billigem Tand, in teures Tuch gekleidete Reiter preschten wortlos im Regen an den Reisenden vorbei. Vor allem aber wimmelte es von Fuhrwerken, zweirädrigen Karren, ungefederten Kutschen und mit Planen bezogenen Wagen, die allesamt durch den Wald auf die bischöfliche Stadt zu zogen.

»He, was ist da vorne los?«, rief der Schongauer Scharfrichter erneut, wobei er seine breiten Hände als Sprachrohr nutzte. »Seid’s ihr Rindviecher etwa eingeschlafen?«

Auch die Fuhrknechte auf den Karren vor und hinter ihnen fingen nun langsam zu murren an, hier und da fluchte einer lauthals. Magdalena bemerkte, dass manche der Männer besorgt, beinahe ängstlich, hinüber zu den Kiefern sahen, die trotz der frühen Nachmittagsstunde dunkel und bedrohlich wirkten – fast so, als würde hinter den ersten Stämmen bereits die Nacht einsetzen. Unwillkürlich spürte sie selbst eine gewisse Unruhe.

»Vermutlich ist ein Wagen im Flussschlamm steckengeblieben, das ist alles. Oder ein paar Kälber sind störrisch und wollen nicht weiter«, beruhigte sie sich selbst und zupfte am schmutzigen Leinenhemd ihres Vaters. »Also setz dich besser, bevor du noch einen Streit vom Zaun brichst.«

»Es kann doch nicht so schwer sein, so eine schmale Furt zu durchqueren!«, erwiderte Jakob Kuisl kopfschüttelnd. »Diese Franken sind einfach zu blöd, das ist alles. Vermutlich bleiben diese depperten Weinsäcke sogar im trockenen Flussbett stecken.«

Der Henker brummte noch ein Weilchen unwillig, dann setzte er sich endlich wieder hin. Mürrisch holte er seine Pfeife hervor und begann, an dem langen kalten Stiel zu saugen. Der Tabak war Kuisl bereits kurz hinter Nürnberg ausgegangen, was seine Laune nicht gerade verbesserte. Neben ihm kauerten zwischen den Kornsäcken die übrigen Mitglieder der Kuisl-Sippe. Magdalenas jüngere Schwester, die fünfzehnjährige Barbara, starrte gedankenverloren in den nicht enden wollenden Regen. Weiter hinten balgten sich lautstark Kuisls Enkel Peter und Paul, wobei sie ständig Gefahr liefen, hinterrücks vom Karren in den Morast zu fallen. Wie so oft hatte der ein Jahr jüngere Paul seinen fünfjährigen Bruder im Schwitzkasten und schnürte ihm die Luft ab.

»Zum Kuckuck, könnt ihr nicht einmal mit dem Streiten aufhören!«, schimpfte Simon, der neben dem Besitzer des Karrens, einem buckligen alten Bauern, vorne auf dem Kutschbock saß. Auch Magdalenas Ehemann ging die Warterei sichtlich auf die Nerven. Bislang hatte der Schongauer Bader noch versucht, in einem in Öltuch eingewickelten Lederband über Hebammenmedizin zu lesen, obwohl ihm der Regen immer wieder auf die Seiten tropfte. Nun legte er das zerfledderte, durchweichte Werk zur Seite und musterte seine beiden Söhne streng.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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