Die Klinik - Jutta Hinzmann - E-Book

Die Klinik E-Book

Jutta Hinzmann

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Beschreibung

Die Autorin weiß, worüber sie schreibt. Sie, ausgebildete Krankenschwester, kennt das Gesundheitswesen aus dem Effeff, besonders wie es sich nach der Wende verändert hat. Jutta Hinzmanns Report enthüllt die Machenschaften in einer Klinik, das die immer erbärmlicher werdende moralische Qualität unserer Gesellschaft widerspiegelt.

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Seitenzahl: 88

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Jutta Hinzmann

Die Klinik

Die große Abzocke

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Die Klinik

Impressum

Expose`

Das Klinik

Auf der Station für Innere Medizin

Auf der Station für Innere Medizin

Wieder auf der Wache

Auf der Station für Innere Medizin

Zurück in der Notaufnahme

Nachtschicht auf der Wachstation

Ein Tag später auf der Inneren

Zurück auf die Wachstation

Auf der Inneren Station

Zurück in der Notaufnahme

Nachwort

Worterklärungen

Impressum neobooks

Die Klinik

Oder

Die große Abzocke

Von

Jutta Hinzmann

Impressum

Text : Copyrigth by Jutta Hinzmann

Umschlag : Copyrigth by Jutta Hinzmann

Verlag : Jutta Hinzmann

Adresse : Waldweg 44

19258 Besitz

Druck : epubli ein Service der neopubli GmbH Berlin

Expose`

Eine Klinik, wie eine von vielen in Deutschland. Die Notaufnahme ist überfüllt, und der RTW bringt unentwegt Patienten, welche dringend medizinische Hilfe brauchen. Das Personal arbeitet am Limit seiner Kräfte. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Herr Wandschneider geht auf die Station für Innere Medizin zur Aufnahme. Wegen unklarer Gewichtsabnahme soll er sich hier einer Darmuntersuchung unterziehen. „Nur eine Untersuchung, nach drei Tagen können sie wieder nach Haus“, erklärt der diensthabende Arzt zuversichtlich. Der Patient wird 14 Tage bleiben um sich dann verärgert selbst zu entlassen. Der Patient Schulz verstirbt. Eine Verwechslung der Nahrung führt zu seinem Tod. Frau Hitt, 90 Jahre, Diagnose „ausgetrocknet“ liegt sechs Wochen in der Klinik. Ihre Grundkrankheit wird schnell behoben, doch der hohe Blutdruck bleibt und stört den Chefarzt. Unbedingt will er sein medizinisches Können beweisen. Wochenlang wird die alte Dame mit blutdrucksenkenden Medikamenten vollgestopft, gegen ihren Willen. Als Frau Hitt entlassen werden soll, ist der Blutdruck für den Chefarzt in Ordnung, die Patientin ist nicht mehr in der Lage, sich allein zu versorgen. Sie wird sich nicht mehr auf den Beinen halten können und ständig umfallen. „Ein Krankenhaus arbeitet nur rentabel, wenn es eine 120% Auslastung verbucht, egal wie.“ So und nicht anders will der leitende Direktor dieser Klinik seine Mitarbeiter arbeiten sehen.

Das Klinik

„Tschüss, mein Schatz und mach dir keine Sorgen. Wird schon gut gehen.“ Herr Wandschneider, ein schnittiger ende Fünfziger, gut aussehender Mann verabschiedet sich von seiner Frau. Für nur drei Tage geht er in die nahe gelegene Klinik. Seit Monaten nimmt er ab. Der Hausarzt findet nicht den Grund für die Gewichtsabnahme und überweist seinen Patienten in kompetente Hände. Lächelnd verlässt Herr Wandschneider seine Frau und begibt sich in die Klink. Zuversichtlich betritt er die Eingangshalle. Bis dato blieb er von einem Krankenhausaufenthalt verschont. Hier ist alles neu. Herr Wandschneider hat es nicht eilig und schaut sich zunächst um. Die Vorhalle erscheint ihm wie in einem Vier Sterne Hotel. Alles perfekt durchdacht und nobel ausgestattet, denkt er sich. „Kann ich Ihnen helfen?“ Eine junge gut aussehende Empfangsdame spricht ihn an. „ Ja, sicher, ich soll mich hier heut melden.“ Dabei knappert der sonst so resolute Mann an seinem Daumennagel. Die nette Person nimmt sich seiner an und notiert die Daten, die zur Aufnahme nötig sind. „Waren sie schon einmal bei uns?“ Herr Wandschneider verneint. „ Bitte“, dabei zeigt sie in Richtung Fahrstuhl. „Hier entlang und in der dritten Etage befindet sich die Station für Innere Medizin, dann guten Aufenthalt.“ Das Krankenhaus war in den letzten letzten Jahren saniert worden. Eine Stimme im super tollen neuen Fahrstuhl sagt bei jedem Halt, wo sich Herr Wandschneider befindet. Das unangenehme Gefühl in seiner Magengegend legt sich. In der dritten Etage endet die Fahrt für ihn. Das Stationszimmer sieht er sofort. Wie in einem Bienenhaus laufen hier die Schwestern ein und aus. Herr Wandschneider klopft an die weit offen stehende Tür. Ein „ Moment bitte“ hört er eine Stimme sagen. „Guten Morgen, mein Name ist Wandschneider. Ich bin für heut angemeldet.“ Eine Schwester sitzend am PC schaut zu ihm hoch, „Guten Morgen, bin gleich für sie da. Setzen sie sich der weil dorthin.“ Dabei zeigt sie auf den einzig freien Stuhl im Stationszimmer. Nach einigen Minuten kommt die Schwester zu Herrn Wandschneider. „ Tut mir leid, sie sehen ja, wir haben einfach zu viel zu tun, oder zu wenig Personal. Je nach dem, wie man es sieht.“ Währen die Krankenschwester dies und jenes auf dem Tisch vor Herrn Wandschneider aufbaut, fragte sie ihn nach Namen, Geburtstag und Wohnort. „Ich nehme ihnen jetzt Blut ab, dann gehen sie mit dem Becher auf die Toilette und dann zeige ich ihnen ihr Zimmer.“ Beim erzählen legt die Schwester die Blutdruckmanschette an und nimmt Blut ab. „ Ich bringe ihnen die Befunde meines Hausarztes mit, warum nehmen sie hier noch einmal Blut ab. Verstehe ich nicht.“ „Das ist bei uns so üblich“, erwidert die Schwester kurz und knapp. „Wie groß und wie schwer sind sie? Haben sie irgendwelche Allergien? Wen sollen wir im Notfall benachrichtigen? So das wäre vorerst alles. Schwester Birgit zeigt ihnen ihr Zimmer.“ Bevor Herr Wandschneider begreift, was hier abgeht, findet er sich sitzend auf einem Bett und die Reisetasche steht vor ihm auf dem Fußboden. „ Ziehen sie sich schon mal aus, ich komme gleich wieder.“ Und weg ist die Schwester. Eine Stimme reißt ihn aus seinen Gedanken. „Morgen, bin der Hartmut und da liegt der Franz, ist gerade bei einer Untersuchung.“ Die nette Stimme gehört einem älteren Herrn, der bäuchlings auf seinem Bett liegt und seinen neuen Zimmerkollegen anlacht. „ Morgen und ich heiße Hans.“ Hans steht auf und legt seine wenigen Sachen in einen Schrank neben seinem Bett. Ein Dreibettzimmer, wie gut denkt Hans, da ist man nicht so allein. „Hast ja nicht viele Klammotten mit“, bemerkt sein Bettnachbar. „Nee du, ich kann übermorgen wieder nach Haus. Soll bloß meinen Dünndarm, eh nein meinen Dickdarm angucken lassen.“ „Stell dir das nicht so einfach vor, da kannst du heut gleich anfangen mit hungern.“ Hans lacht, „ Ich weiß, mein Hausarzt hat mich informiert.“ Er muss viel trinken, bevor der Darm sauber sein würde. Das wollte er gern alles tun, wenn er nur schnell wieder nach Haus zu seiner Frau käme.

Die Notaufnahme