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"Daniel Kojo Schrade konzeptualisiert nicht jedes seiner Werke vorab bis ins Detail. Ein wichtiger Bestandteil seines malerischen Prozesses ist die permanente Notwendigkeit der Veränderung. Es ist ein konstantes Aufeinanderschichten und Zusammenfügen." Wenn Yvette Mutumba, die Chefredakteurin des Kunstmagazins Contemporary And (C&), Daniel Kojo Schrades Kunstwerke beschreibt, wird deutlich, was die einzige Konstante in dessen Schaffen ist: Unabgeschlossenheit, Neuausrichtung, Rekalibrierung. In und durch dieses permanente Werden fördern seine Werke immer neue Schichten zutage, zeigen etwas, was vorher nicht da war, leben mit etwas, was vorher da war, aber verschüttet wurde. In Kursbuch 203 lädt Schrade zu einem Rundgang durch sein Leben und seine Kunst ein – durch die Bereiche, die nur in dauernder Veränderung bestehen und die sich mit alltäglichen Rassismuserfahrungen auseinandersetzen müssen.
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Seitenzahl: 13
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Inhalt
Daniel Kojo SchradeDie Kunst der Re-KalibrierungAlltäglichen Rassismus überleben
Der Autor
Impressum
Daniel Kojo SchradeDie Kunst der Re-KalibrierungAlltäglichen Rassismus überleben
»People who shut their eyes to reality simply invite their own destruction, and anyone who insists on remaining in a state of innocence long after that innocence is dead turns himself into a monster.«
James Baldwin, »Stranger in the Village«, Harper‘s Magazine, 1953
In der Malerei lässt sich recht gut in Schichten arbeiten. Diesen Umstand nutze ich. Der Prozess des Malens ist einzigartig. Vor allem wenn man, wie ich es tue, nicht bereits zu Beginn des Arbeitsprozesses wissen muss, wie das Bild genau aussieht, das am Ende auf der Leinwand steht. Diese Herangehensweise lässt mir die Freiheit, in den vielen Schichtungen, die zu meinen Bildern führen, thematische Schwerpunkte vielfältig zu verhandeln. Jede meiner Arbeiten besteht somit eigentlich aus mehreren inhaltlichen Motiven, die lediglich in ihrer Ganzheit nicht unbedingt sichtbar sind. Einzelne Elemente tieferer Schichten bleiben allerdings durchaus wahrnehmbar. Ich bin nicht nur davon überzeugt, dass materialbezogene Texturen, wie Kohlepartikel oder Baumwollfüllstoffe, eine folgende Schicht beeinflussen, sondern auch, dass Inhalte, die in einer vorhergehenden Schicht verhandelt wurden, eine folgende »informieren«, selbst wenn große Teile oder die gesamte Schicht am Ende des Arbeitsprozesses nicht mehr unbedingt dechiffrierbar sind. Auch die Kunstkritik hat meine Vorgehensweise bemerkt. Yvette Mutumba, Mitbegründerin und Chefredakteurin des Kunstmagazins Contemporary And (C&) und Co-Kuratorin der 10. Berlin Biennale für Gegenwartskunst 2018, schreibt im Katalogtext »Zwischen Den Zeilen Liegt Oftmals Mehr«, zur Ausstellung :listenings
