2,49 €
Wenn die Tage kürzer wurden und draußen der Schnee fiel, dann wussten wir als Kinder, dass Weihnachten vor der Tür stand. Tag für Tag, Stunde um Stunde wuchs die Vorfreude auf das Fest und beim Öffnen des Adventkalenders wussten wir dann, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis wir wieder mit leuchtenden Augen vor dem festlich geschmückten Christbaum standen. Weihnachten: Das bedeutete als Kind Schlittenfahren, Geschichten zu lauschen, gemeinsam zu singen, zu basteln und Kekse zu backen. Und auch heute noch sind diese Traditionen in mir lebendig, einfach weil dahinter auch ein tieferer Sinn liegt, berühren doch sich wiederholende Rituale und Bräuche unser Herz und unsere Seele. Darum soll dieses Buch eine Einladung sein, sich auf eine Reise zu alten weihnachtlichen Traditionen und Mythen zu begeben, Pflanzen kennenzulernen, die zu dieser Zeit eine wichtige Rolle spielen, einzutauchen in die Magie der Raunächte und in die Faszination, die vom alten Brauch des Räucherns ausgeht. Holen wir uns damit die ursprüngliche Seite dieses Festes wieder in Erinnerung und lassen wir uns ein auf eine magische Zeit voller eindrucksvoller Geschichten.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 46
Veröffentlichungsjahr: 2024
Impressum
Autorin: Mag. Manuela Molk
Lektorat und Korrektorat: Mag Manuela Molk
Veröffentlichung und Vertrieb im Auftrag der Autorin: www.epubli.de
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Vorwort
Bräuche rund um die Weihnachtszeit
Weihnachtlicher Pflanzenzauber
Die Wintersonnenwende feiern
Magische Raunächte
Räuchern in den Raunächten und in der Weihnachtszeit
Weihnachtliche Räucherpflanzen und Harze
Gewürze für weihnachtliche Räuchermischungen
Ägyptischer Weihrauch – Kyphi
Räuchermischungen selbst herstellen
Vorwort
Wenn die Tage kürzer wurden und draußen der Schnee fiel, dann wussten wir als Kinder, dass Weihnachten vor der Tür stand. Tag für Tag, Stunde um Stunde wuchs die Vorfreude auf das Fest und beim Öffnen des Adventkalenders wussten wir dann, dass es nicht mehr allzu lange dauern würde, bis wir wieder mit leuchtenden Augen vor dem festlich geschmückten Christbaum standen.
Weihnachten: Das bedeutete als Kind Schlittenfahren, Geschichten zu lauschen, gemeinsam zu singen, zu basteln und Kekse zu backen. Und auch heute noch sind diese Traditionen in mir lebendig, einfach weil dahinter auch ein tieferer Sinn liegt, berühren doch sich wiederholende Rituale und Bräuche unser Herz und unsere Seele.
Darum soll dieses Buch eine Einladung sein, sich auf eine Reise zu alten weihnachtlichen Traditionen und Mythen zu begeben, Pflanzen kennenzulernen, die zu dieser Zeit eine wichtige Rolle spielen, einzutauchen in die Magie der Raunächte und in die Faszination, die vom alten Brauch des Räucherns ausgeht.
Holen wir uns damit die ursprüngliche Seite dieses Festes wieder in Erinnerung und lassen wir uns ein auf eine magische Zeit voller eindrucksvoller Geschichten.
Bräuche rund um die Weihnachtszeit
Der heilige Nikolaus
Wir alle kennen sie wahrscheinlich aus unserer eigenen Kindheit: die Vorfreude, aber auch die Aufregung am Nikolaustag. Gespannt warteten wir dann im Haus, bis es dunkel wurde und der Nikolaus mit seinen Begleitern an die Tür klopfte, um uns Süßigkeiten und Mandarinen zu bringen und um uns auf unsere Fehler, die wir während des Jahres gemacht hatten, aufmerksam zu machen. Im katholischen Glauben geht der heilige Nikolaus auf den Bischof von Myra zurück, der um 270 gelebt haben soll. Er wurde in Lykien geboren und schließlich im türkischen Myra zum Bischof geweiht. Einige Quellen geben an, dass er am 6. Dezember, also dem heutigen Nikolaustag, verstarb. Einer Legende nach soll er sein Erbe an die Armen verteilt und während einer Hungersnot seine Diözese mit Getreide versorgt haben. Der heilige Nikolaus gilt im Christentum außerdem als Patron der Kinder und er ist einer der insgesamt vierzehn Nothelfer, den man mit drei goldenen Äpfeln sowie drei Goldbarren darstellt.
Der Nikolaus überbringt den Kindern jedes Jahr Geschenke, wobei sich in den typischen Säckchen meist Nüsse, Mandarinen, Schokolade oder Trockenobst befinden. Manchmal ist auch eine Rute mit dabei. Diese Gaben stehen als Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit, außerdem verbindet man mit dem Nikolaus verschiedene Pflanzen wie zum Beispiel das Ehrenpreis, das man im Volksmund „Niklasl“ nennt.
Bekannt sind zudem die Nikolausgedichte, die die Kinder speziell für den 6. Dezember lernen und mit dem sie den Nikolaus dann besänftigen wollen. Dadurch das Rituelle dieses Tages verstärkt und die Kinder selbst werden auf diese Weise ruhiger und gelassener.
Der Krampus
Als Kinder gruselten wir uns aber natürlich auch vor dem Krampus, der – wie Knecht Ruprecht in anderen Regionen – den heiligen Nikolaus begleitet. Seinen Ursprung hat dieser wilde Kerl in den Tälern der Alpen, er ist ein zotteliges, furchterregendes Wesen, der als Symbol für die dunkle Zeit steht. Im Rahmen der weihnachtlichen Bräuche nimmt der Krampus dem Nikolaus verschiedenste Aufgaben ab und erschreckt die unartigen Kinder mit seiner Rute. In Österreich, in Berchtesgaden oder im Allgäu treten die Krampusse sehr häufig gruppenweise auf, außerdem werden hier auch sogenannte Krampusläufe veranstaltet.
Außerdem war der Krampus in der Gegenreformation auch Bestandteil der sogenannten Nikolausspiele, wo er eine Art Erziehungsfunktion hatte. Diese Spiele wurden aber dann verboten, sodass man sich in weiterer Folge vor den Häusern versammelte, um diese aufzuführen. Von großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch die Sagengestalt der Perchta, die am 6. Jänner erscheint. Sie ist dafür zuständig, dass die Arbeitsruhe eingehalten wird. Sie wird ebenfalls als eine sehr wilde Gestalt dargestellt, die über eine eiserne Nase verfügt, woraus sich dann weitere Bräuche entwickelten. Mit der Zeit vermischte sich das Brauchtum, sodass heute die Begleiter des Nikolaus mancherorts auch Perchten genannt werden. Interessant ist auch, dass immer wieder neue Bräuche dazukommen, die sehr archaisch wirken und dadurch auch Diskussionen aufwerfen. So wird beispielsweise bei Krampusumzügen Metal-Musik eingesetzt, wobei es dabei vor allem um einen Show-Effekt geht. Das macht diese alte Tradition sehr spannend, weil es um historisches Wissen geht, das mit modernen Elementen verknüpft wird. Was ebenfalls zu beobachten ist: Es entwickeln sich neue Maskenstile, sodass die Träger zum Beispiel nicht mehr durch die Augen, sondern durch die Nasenlöcher sehen.
Der Adventskranz