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Jahre nach dem großen Krieg. Die Brudergemeinschaft in den Tiefen der Städte und die Große Konsumenten Familie (GKF) in den oberen Etagen liefern sich einen erbitterten Kampf. Harold C. Stevens, von der GKF auf den Mars in eine Strafkolonie verbannt, ist die einzige Chance der GKF, den Kampf nicht zu verlieren. Um Harold zu überzeugen, muss man zum Mars fliegen. Der Weg dorthin führt durch die Unter-Stadt und ihre absurden Konsumenten-Spiele – und der Krieg hat sich längst bis auf den Mars ausgebreitet. Harold durchlebt die fiktive Realität des Multiplexers, der die hässliche Wirklichkeit des Krieges wiederholt und die Gegenwart verändert …
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Claude Faine
Die Marsmission
Science-Fiction
Neuausgabe
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Steve Mayer, nach Motiven, 2023
Korrektorat: Claudia Müller
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.
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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Die Marsmission
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
22. Kapitel
23. Kapitel
24. Kapitel
25. Kapitel
26. Kapitel
27. Kapitel
28. Kapitel
29. Kapitel
Der Autor Claude Faine
Von Claude Faine sind folgende Titel bereits erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung:
Jahre nach dem großen Krieg. Die Brudergemeinschaft in den Tiefen der Städte und die Große Konsumenten Familie (GKF) in den oberen Etagen liefern sich einen erbitterten Kampf. Harold C. Stevens, von der GKF auf den Mars in eine Strafkolonie verbannt, ist die einzige Chance der GKF, den Kampf nicht zu verlieren. Um Harold zu überzeugen, muss man zum Mars fliegen. Der Weg dorthin führt durch die Unter-Stadt und ihre absurden Konsumenten-Spiele – und der Krieg hat sich längst bis auf den Mars ausgebreitet. Harold durchlebt die fiktive Realität des Multiplexers, der die hässliche Wirklichkeit des Krieges wiederholt und die Gegenwart verändert …
***
Science-Fiction
von Claude Faine
Harold C. Stevens ging langsam über den kargen Wüstenboden. Seine Stiefel wirbelten rötliche Staubwolken auf, die sich nur allmählich wieder senkten. Eine breite, verschlungene Sandspur kennzeichnete Harolds Weg bis zum nahen, blauschwarzen Horizont. In den Ohren des Mannes war ein stetes, leises Pfeifen, das Summen der Sauerstoff-Verdichtungsanlage, die den vorderen Teil seines Gesichts mit einer durchsichtigen Plexiglaskuppel umgab. Harold blieb stehen und legte den Kopf in den Nacken. Die Sonne hatte fast den Horizont erreicht. Ein gewaltiger Lichtdom, von der dünnen Atmosphäre kaum verfärbt, wölbte sich über den Boden. Jenseits des Domes, in der blauschwarzen Nacht, die die Sonne stets begleitete, waren die glitzernden Punkte der Sterne zu sehen. Ein stecknadelkopfgroßes Scheibchen, blau weiß, lenkte Harolds Interesse auf sich. Die Erde. Merkwürdig, der Anblick sagte ihm nicht mehr viel. Er konnte sich erinnern, noch vor ein paar Wochen oder Monaten mit einem fiebrigen Frösteln an die Erde gedacht zu haben. Alle seine Gedanken hatten um einen Fluchtweg zur Erde gekreist. Doch die Zeit verging auf dem Mars so schnell. Er musste schon Jahre hier sein, dachte Harold. Aber er wusste es nicht genau. Sein Blick fiel auf den staubigen Boden. Eine dürre Flechte hatte sich längs eines kleinen Kraters ausgebreitet. Er zertrat sie mit dem Absatz seiner schweren Stiefel. Nur eines wusste er genau, sagte eine Stimme in ihm, während er weiter stapfte. Eines Tages würde er diesen verfluchten Planeten verlassen, und dann, dann würde er ihnen all das heimzahlen, was sie ihm angetan hatten!
Elisa erwachte mit einem schalen Geschmack im Mund. Ihr Kopf dröhnte, und alle ihre Glieder schmerzten, als hätte sie fürchterliche Torturen erlitten. Sie tastete mit der Hand an ihrem breiten Bett entlang und seufzte erleichtert, als sie einen warmen Sensorpunkt unter ihren Fingern spürte. Durch die fast geschlossenen Lider sah sie, dass das Licht im Zimmer behutsam heller wurde, gleichzeitig hob sich das Bett allmählich in aufrechte Lage. »Ich fühle mich schrecklich«, murmelte Elisa. Es prickelte an ihrem Arm. Der Schmerz kämpfte in großen Wogen augenblickslang mit dem Betäubungsmittel, dann räumte er das Feld. Elisa stöhnte wohlig. »Danke«, flüsterte sie. »Nichts zu danken«, gab die weiche Stimme des Hauscomputers zurück. »Darf ich Sie jetzt weiter vorbereiten?«
»Ja«, nickte Elisa. »Bereite mich vor.« Handwarme Tentakel schlängelten sich aus dem Bettkasten hervor, schoben sich unter Elisas Rücken und stemmten sie aus dem Bett. Kleine Rollen erwachten unter ihren Fußsohlen zum Leben und transportierten sie in den Hygieneraum, während eine Handvoll kitzelnder Fühler gleichzeitig ihr Nachthemd entfernten. Im Spiegel des Hygieneraums konnte Elisa beobachten, wie ein feiner Sprühregen sauerstoffgesättigten Wassers auf ihren alabasterfarbenen Körper prasselte. Sie seufzte. »Ich glaube«, murmelte sie, »meine Haut sollte etwas brauner aussehen. In VOGUE habe ich gelesen, dass die neue Modefarbe …«
»Sie haben recht«, unterbrach sie der Computer. Durch das Rauschen des Wassers war seine Stimme ein an und abschwellender Seufzer. »Ich werde das für heute Nacht arrangieren.«
»Gut.« Elisa betrachtete sich kritisch. Ihre Hüftknochen waren etwas zu eckig, fand sie. Trotzdem sie drehte sich einmal um sich selbst und schaltete die Dusche aus trotzdem, für ihre fünfzig Jahre sah sie nicht schlecht aus, wirklich nicht schlecht. Sie lächelte. Es war ein angenehmes Gefühl, zu wissen, dass man immer noch begehrenswert war. Der Türsummer schrillte, und ohne, dass Elisa etwas getan hätte, öffnete sich die Tür mit einem ächzenden Zischen. In der Öffnung stand ein kleiner, kahlköpfiger Mann mit zerknittertem Gesicht. Er humpelte leicht, als er den Raum betrat und sich in einen transparenten Sessel fallen ließ. Elisa bemerkte indigniert, dass sein Anzug mit großen, rostroten Flecken übersät war und einen leichten Verwesungsgeruch ausströmte. Der Mann überflog ihre Nacktheit und grinste schief. »Man sieht dir dein Alter nicht an«, meinte er. Elisa zuckte mit den Schultern und schlang sich eine Stoffbahn um den Körper. »Dir schon«, entgegnete sie. »Meinst du nicht, dass du ein bisschen übertreibst?«, wollte der Mann wissen. Elisa verzog die Augenbrauen und sagte nichts. Mein Gott, wenn sie der große Bertram persönlich zu dieser Stunde aufsuchte, gab es sicher Dringlicheres als ein Gespräch über die Fortschritte der Körperkosmetik. Sie tastete sich ein Nährfrühstück und wartete. Bertrams Finger tanzten auf der Lehne des transparenten Sessels. »Du erinnerst dich an unsere letzte Funktionärs-Versammlung«, stellte Bertram fest. Elisa nickte. »Wir haben die …« Bertram räusperte sich, »ich meine: Unser Zivilschutzentwurf ist auf Widerstand gestoßen.«
»Na und?« Elisa hob die Schultern. »Das war abzusehen, nicht wahr? Immerhin ist es eine ziemliche Investition, die wir da von unseren Bürgern verlangen. Sicherheitsbunker sind nicht eben billig. Aber auf die Dauer werden sie es schon schlucken«, schloss sie. »Das bezweifle ich«, entgegnete Bertram. Elisa schob das leere Tablett in den Bodenschacht und leckte sich über die Lippen. »Warum?«, fragte sie. »Wenn wir ihnen die Gefahr, in der sie stecken, deutlich genug machen, werden sie alles tun, um ihr Leben zu retten. Und der einzige Schutz vor einem Angriff sind nun einmal Privatbunker. Der einzige wirkliche Schutz, meine ich.«
»Es sind nicht nur die Bunker«, knurrte Bertram. Er kratzte sich unbehaglich. »Auch das Filtergesetz und der Konsumvorschlag und die Transall-Angelegenheit. Alle unsere Bemühungen, die Wirtschaft zu sanieren und die Sicherheit unserer Bürger zu wahren, werden irgendwie sabotiert.«
»Ist das dein Ernst?« Elisa lachte. »Nur weil die Leute nicht mehr blind alles kaufen, was wir ihnen vorsetzen?«
»Ich spreche von Sabotage«, meinte Bertram ernst. »Irgendjemand in diesem Land ist darauf aus, dass die Bevölkerung das Vertrauen in uns verliert. Und was das bedeutet …«
»Wir würden den Krieg verlieren.« Elisa lehnte sich zurück. Der Krieg, der sich jetzt schon Jahrzehnte hinschleppte. Alle hatten von einem überwältigenden, nur Tage dauernden Atomschlag geredet. In Wirklichkeit waren nur sehr wenige Atombomben gefallen. In der Großen-Konsumenten-Familie keine einzige. Der Krieg wurde mit anderen Mitteln geführt, und er zog sich so lange hin, weil die technologischen Reserven beider Blöcke fast unbeschränkt waren. Manchmal, dachte Elisa, konnte man fast glauben, dass gar kein Krieg herrsche. Und das sollte sich jetzt alles ändern? »So ist es«, nickte Bertram. »Unser Sturz ist genau das, worauf die Brudergemeinschaft seit Beginn des Krieges wartet. Seien wir ehrlich: Hätten wir nicht die Macht übernommen, hätte die GKF nicht ein Jahr lang durchgehalten. Wir wären in den ersten Tagen überrannt worden.«
»Ja, ja«, wehrte Elisa ungeduldig ab. Ideologen! dachte sie missmutig. »Du denkst also, dass irgendwo …« Bertram sprang aus seinem Sessel und ergriff Elisas rechte Hand. »Es gibt diese Organisation!«, sagte er eindringlich. »Wir müssen sie finden, ehe …« Er drückte Elisas Hand schmerzhaft. »Ich glaube, du erkennst nicht ganz den Ernst der Lage. Wir sind sehr verwundbar. Trotz all unserer Technik und unserer Wissenschaft sind wir verwundbar gegenüber Feinden, die aus dem Innern kommen. Sie manipulieren die Computer. Unsere Computer!«
»Oh«, hauchte Elisa schockiert. Sie zog ihre Hand aus Bertrams Umklammerung und massierte das Gelenk. Mit einem schnellen Rundblick musterte sie die Wohnung. Ihre Augen blieben an der reichverzierten Schaltwand des Hauscomputers hängen. Sie stand auf und trat vor die Wand. »Wie …«, begann sie. Sie schluckte und spürte ihre Stimme versagen. »Ich habe Ihr Gespräch mit angehört«, erklärte der Computer. »Und Sie können ganz beruhigt sein. Ich bin nicht von außen zu manipulieren. Meine Speichersicherungen sind das Beste, was es derzeit auf dem Markt gibt. Ich besitze zwei FTL-Compiler, die redundant gegengekoppelt sind, außerdem ein Mikro …«
»In Ordnung, in Ordnung«, wehrte Elisa hastig ab. »Schalt dich jetzt ab, ja?«
»Sie wissen, dass das nicht geht«, widersprach der Computer. »Entschuldigung.«
»Dann hör wenigstens nicht mehr zu«, verlangte Elisa. »Ja«, stimmte der Computer zu. »Ich werde so lange nicht mehr zuhören, bis Sie mir einen anderslautenden Befehl geben werden.« Mit einem Knacksen brach die Stimme ab. Elisa stieß die Luft mit einem pfeifenden Laut aus und wandte sich Bertram zu. »Du hast recht«, meinte sie. »Es ist verdammt ernst.«
»Bist du sicher, dass er uns nicht mehr abhört?« Bertram strich nachdenklich über die Ornamente der Schaltwand. Er hob die Schultern. »Aber es ist wohl gleichgültig. Wir können nirgendwo sicher sein, dass man uns nicht abhört. Sie werden es irgendwann so oder so erfahren. Also können sie es auch gleich mitbekommen.«
»Was können sie mitbekommen?«
»Wir müssen etwas gegen diese Organisation unternehmen«, erklärte Bertram, »und mir ist eine Idee gekommen, was wir unternehmen könnten, Harold ist unsere einzige Chance.«
»Harold?«, wiederholte Elisa entsetzt. »Du meinst doch wohl nicht den Harold, an den auch ich jetzt denke, wie?« Sie lachte hysterisch. »Harold C. Stevens«, sagte Bertram tonlos. »Deinen ehemaligen Mann.«
»Aber …« Elisa schüttelte stumm den Kopf. Bertram ließ ihr langes, fast weißes Haar durch seine Finger gleiten. »Wir brauchen jemanden«, erklärte er, »der von der Gegenseite akzeptiert wird. Anders haben wir keine Möglichkeit, in die Organisation einzusickern und ihren oder ihre Führer herauszufinden. Und auszuschalten.« Elisa stand mit einem Ruck auf. »Du vergisst, dass er uns hasst. dass er niemals für uns arbeiten wird. Wir haben ihn immerhin …«
»Ich weiß«, nickte Bertram. »Deshalb habe ich mich an dich gewandt. Du wirst ihn überzeugen.« Elisa erstarrte. Sie drehte sich um, blickte Bertram ungläubig an. Dann, als sie sein entschlossenes Gesicht sah, lachte sie laut auf.
Als er die breite, vom ewigen Sand halb zugeschüttete Kunststoffstraße erreichte, die zur Siedlung führte, war die Sonne längst untergegangen. Phobos und Deimos sandten ihren bleichen Schein über die karge Landschaft. Der Wind war schärfer geworden, und die Kälte begann sich allmählich durch seinen dicken Anzug zu fressen. Laue Nächte gab es auf dem Mars nicht. Alles, was sich drei Stunden nach Sonnenuntergang noch ungeschützt auf der Oberfläche befand, war zum Tode verurteilt. Die Scheinwerfer auf Harolds Brust tasteten sich durch die Staubwolken und senkten sich schließlich auf die glitzernde Straße. Noch ein kleiner Hügel, und die blauleuchtenden Kuppeln der Siedlung würden auftauchen. Was sie wohl tun würden, überlegte Harold, wenn er einfach hier draußen bliebe. Wahrscheinlich gar nichts, gestand er sich ein. Sie würden froh sein, wenn sie ihn los wären. Für sie war er ein schäbiger Deserteur, ein Verräter, der nur der unerfindlichen Gnade irgendeines hohen Funktionärs sein Leben verdankte. Er ging weiter, obwohl seine Beine sich weich und willenlos anfühlten. Natürlich würde er nicht hierbleiben. Er war nicht der Typ, der Selbstmord beging. Jetzt nicht mehr. Nicht, nachdem er so lange auf dem Mars überlebt hatte. Die lange Reihe der Kuppeln wirkte vertraut, und obwohl das Licht, das sie aussandten, blau und kalt war, hatte es doch etwas von einer inneren, verborgenen Wärme. Vor der Schleuse seiner Kuppel wurde Harold von einer bärtigen, hageren Gestalt in einem Isolationsanzug angehalten. »Du kommst spät«, knurrte die Gestalt, und Harold erkannte an ihrem Tonfall Albert, seinen persönlichen Aufseher.
