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Myrna Bus, Agentin des Kollegiums, will eigentlich einfach nur Urlaub auf Io machen. Unverhofft gerät sie in eine tolldreiste Flucht-, Verschwörungs- und Entführungsgeschichte, die sich um den hübschen Jeffrey rankt – einen jungen Mann, den Myrna keinesfalls von der Bettkante stoßen würde. Ausgerechnet ihre Kollegin Leonce hat den Auftrag, besagten Jeffrey aufzuspüren – was steckt wirklich hinter alldem? Welche Absichten verfolgt Bernd, Jeffreys Vater, in Wirklichkeit? Und was ist mit den durchgeknallten Io-Bewohnern los? Das wilde kosmische Verfolgungsdrama trägt gelegentlich grotesk-surreale Züge, aber es fließt auch echtes Blut und mehrmals springen die Heldinnen und Helden dem Tod nur gerade so eben von der Schippe. Was Myrna erlebt, hat mit Urlaub nun wirklich nichts mehr zu tun … Und über allem thront majestätisch der gigantische Jupiter und beobachtet das Geschehen, wobei er manchmal zu zwinkern scheint …
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Claude Faine
Jupiter, Io und ein
Asteroidenjunge
Science-Fiction
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Steve Mayer, nach Motiven, 2023
Korrektorat: Antje Ippensen
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
Alle Rechte vorbehalten
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Jupiter, Io und ein Asteroidenjunge
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
Von Claude Faine sind folgende Titel bereits erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung:
Myrna Bus, Agentin des Kollegiums, will eigentlich einfach nur Urlaub auf Io machen. Unverhofft gerät sie in eine tolldreiste Flucht-, Verschwörungs- und Entführungsgeschichte, die sich um den hübschen Jeffrey rankt – einen jungen Mann, den Myrna keinesfalls von der Bettkante stoßen würde. Ausgerechnet ihre Kollegin Leonce hat den Auftrag, besagten Jeffrey aufzuspüren – was steckt wirklich hinter alldem? Welche Absichten verfolgt Bernd, Jeffreys Vater, in Wirklichkeit? Und was ist mit den durchgeknallten Io-Bewohnern los? Das wilde kosmische Verfolgungsdrama trägt gelegentlich grotesk-surreale Züge, aber es fließt auch echtes Blut und mehrmals springen die Heldinnen und Helden dem Tod nur gerade so eben von der Schippe. Was Myrna erlebt, hat mit Urlaub nun wirklich nichts mehr zu tun … Und über allem thront majestätisch der gigantische Jupiter und beobachtet das Geschehen, wobei er manchmal zu zwinkern scheint …
***
Io ist ein verdammt schlechter Ort, um die üblichen Menschenspiele zu spielen: hassen, jagen, töten. Io ist ein Jupitermond, ziemlich rot, Magma spuckend, Erdbeben geschüttelt, der beste Platz, den ich mir im Sonnensystem zur Erholung aussuchen konnte. Dachte ich. Ich lag in einem bequemen, fast unsichtbaren Raumanzug auf der rauen Steinerde von Io, und über mir hing als riesige Kugel Jupiter selbst. Von mancher Seite hatte ich gehört, dass Jupiter über seinen Monden wie ein gewaltiger Luftballon erscheint, aber ich kann versichern: Die massige, wolkenzerfetzte Oberfläche, das blutrote, triefende Auge von Jupiter haben nichts »Luftiges« an sich. Der Planet schien mir jeden Moment auf den Kopf fallen zu wollen; ich kam mir winzig vor, unendlich hilflos.
Ich genoss das Gefühl.
Ich blickte an Jupiter vorbei in die Schwärze des Raumes, wo knapp über dem Horizont die heimatliche Sonne funkelte. Ich fühlte kaum Heimweh in mir. Wieder in das innere Sonnensystem zu reisen hieß, meine Arbeit wiederaufzunehmen. Wenn die Arbeit den größten Teil der Zeit in einem vierundzwanzigstündigen Job auf Leben und Tod besteht, genießt man die Ruhe und Abgeschiedenheit auf den Jupitermonden. Was nicht heißen sollte, dass mich irgendjemand gezwungen hätte, Agentin zu werden …
Ein helles Pünktchen lenkte mich ab; stieg über dem Horizont auf, näherte sich der Jupiterscheibe und verschwand darin. Es war mir gleichgültig. Und wenn sich auf Io eine Verschwörerbande zusammenfände, die die Erde oder den Mars erobern wollte: Dies war mein Urlaub.
Meine Gedanken waren abgeirrt, und ich hatte nicht auf meine unmittelbare Umgebung geachtet. Das leise Fiepen, mit dem mein Telekom die Annäherung einer Person meldete, überraschte mich, und ein paar Sekunden versagten meine sonst so übereifrigen Reflexe. Da ich in einer Bodenvertiefung lag, sah auch der Unbekannte mich erst im letzten Augenblick. Ich riss die Augen auf, als ein heller, erschrockener Schrei in meinen Ohren gellte. Bevor ich noch aufspringen konnte, stolperte jemand über meinen Bauch und schlug neben mir nieder.
»Willkommen«, sagte ich, obwohl mein Bauch schmerzte und ich in der ersten Sekunde alles andere als erfreut über die Ruhestörung gewesen war. Schon im nächsten Augenblick hatte meine Fähigkeit zum blitzschnellen Durchschauen von Situationen mir nämlich Weiteres und durchaus Erfreuliches über den stolpernden Ankömmling verraten. Männliche Wesen mit derartig langen, kräftigen Beinen sind mir immer willkommen.
Der Kleine trug einen durchsichtigen Raumanzug und unter diesem Raumanzug ultrakurze Shorts, die zwar mit ihren vielen bunten Bildchen einiges zu erzählen hatten, erfreulich gebräuntes Muskelfleisch aber eher enthüllten als verbargen. Der Bursche schien einige Tage unter einem UV-Strahler gelegen zu haben: Er wirkte halb wie ein urwüchsiger Bergsteiger und halb wie Rudolfo Valentino. Ich mag solche Männer, die sich nicht leicht einordnen lassen, selbst wenn sie in meinen Urlaub auf Io platzen.
Ein paar Sekunden blieb er nach Atem ringend neben mir liegen, dann wandte er mir den Kopf zu, blickte mich aus dunklen Augen an, in denen Angst zuckte. Ich lachte. Ich setzte mich halb auf und lachte. Eine Angewohnheit vom Mars, auf dem ich geboren wurde. Bevor wir irgendetwas Dummes und Überflüssiges sagen, lachen wir Marsbewohner lieber.
Meinem entspannenden Lachen zum Trotz verschwand die Angst nicht aus seinem Blick. Er machte auch keine Anstalten, sich zu entschuldigen. Vielleicht malträtierte er öfter Frauen, indem er über sie stürzte. Er sah aus wie ein Abkömmling der Schickeria der guten alten, degenerierten Erde. Er sagte: »Hören Sie auf zu lachen!« Mit einem Ruck versuchte er aufzustehen, fiel aber sofort wieder stöhnend zurück.
Einen Moment spürte ich den Impuls in mir, die Situation mit einigen spöttischen Bemerkungen zu entschärfen, aber ich unterdrückte diese unmarsianische Regung sofort wieder. Ich zuckte mit den Achseln, und mein Blick tauchte in die großen, dunklen Augen meines Gegenübers, die im Schein Jupiters wie leergefegte marsianische Wüsten aussahen. Ich hatte mir geschworen, ohne Heimweh auszukommen, und krampfhaft schluckte ich den imaginären Kloß in meinem Hals hinunter.
»Sie müssen mir helfen!«, stieß der Mann hervor. »Bitte!«, fügte er nach kurzem Zögern hinzu. Ich zog verwundert die Augenbrauen hoch, sagte aber immer noch nichts. Normalerweise mache ich stets die Erfahrung, dass sich Männer schutzbietend meiner annehmen wollen. Leute, die mich nicht kennen, haben mich eigentlich noch nie um Hilfe gebeten. Schließlich sehe ich nicht gerade aus wie ein bärenstarker Agent mit meinen eins-siebzig, meinen dünnen, aber wohlgeformten Armen und meiner doch sehr weiblichen Statur.
Ich weiß genau, wie rückständig die Vorstellungen der Männer auch heutzutage noch sind, und aus der Rolle des hübschen, naiven, harmlosen Mädchens habe ich schon etliche Vorteile schlagen können. Diese Überlegungen tummelten sich in meinem Unterbewusstsein, während ich dachte, dass der Rudolfo neben mir offenbar noch mehr Qualitäten besaß als nur sein anziehendes Äußeres. Aber wobei sollte ich ihm helfen?
Während ich noch nach einer Antwort suchte, zog sich der Typ an mir hoch, kniete schließlich schwankend und stöhnend und deutete in meinen Rücken, in die sonnenabgewandte Seite. Ich schaltete meinen Helmfunk leiser, um das aufdringliche Keuchen etwas milder genießen zu können.
Zwei Gestalten stapften mit hopsenden Bewegungen über die Oberfläche des Satelliten, ziemlich zielbewusst und offenbar in unsere Richtung. Mein hochgezüchteter Verstand registrierte sofort, dass sie nicht ihre Flugaggregate benutzten, was offenbar nichts anderes bedeuten konnte, als dass sie sich vor einer Entdeckung durch die Ortungsstationen fürchteten.
Jetzt hatten die beiden uns augenscheinlich gesichtet, denn sie stoppten ihre Vorwärtsbewegung; sanft wie zwei Federn sanken sie zu Boden. Gleichzeitig steckten sie ihre Köpfe zusammen, eine im Zeitalter des Helmfunks sinnlose, aber nicht ausrottbare Angewohnheit.
Nach einem kleinen Moment und flatternden Gesten hopsten sie weiter, schneller jetzt. Ich drehte den Kopf und blickte den Mann fragend an.
»Der Gleiter«, meinte er. Der Fremde hatte eine helle Stimme. Ich blieb bei Rudolfo oder der Vorstellung, die ich mir von ihm machte. Mutter hatte ein Bild von ihm in den Kolonistendampfer geschmuggelt, mit dem sie den Mars erobert haben, Anfang des zweiundzwanzigsten Jahrhunderts.
»Da vorn«, er deutete über die nächsten beiden Io-Hügel, »habe ich einen Gleiter versteckt. Sie müssen mitkommen!«
Was typisch für mein Glück war. Hätte sich der Bursche nur fünf Meter weiter rechts gehalten, wäre er nicht über mich gestolpert, hätte seinen dämlichen Gleiter erreicht, wäre gestartet, und die ganze Angelegenheit hätte meinen Urlaub nicht gestört. Als ich aus den Augenwinkeln das Schimmern eines Laserlaufs bei den beiden Hopsern entdeckte, überraschte mich das schon nicht mehr im Geringsten.
Ich sprang auf, griff meinem neuen Freund unter seine seidenweichen Schultern, hob ihn hoch und beförderte uns beide mit einem kleinen Sprung in das, was sich auf Io »die Luft« schimpfte. Dann schaltete ich vorsichtig das Flugaggregat hoch, lauschte eine Sekunde versonnen dem lieblichen Surren meines kleinen Triebwerks und ließ uns langsam in Richtung des imaginären Gleiters schweben. Der Arm Rudolfos lag um meinen Kopf, seine Finger krallten sich in meine zarten Schultern, die nicht minder nackt waren als die seinen, und irgendwie war das ein ganz angenehmes Gefühl. Mit einem Auge überprüfte ich den Sitz meines Monokinis, mit dem anderen den abwesenden, furchtsamen Gesichtsausdruck Rudolfos, dann wurde das angenehme Gefühl von einem hässlichen Knacken in meinem Telekom abgelöst.
»Sofort sinken und anhalten«, knarrte eine böswillige Stimme. Ich beschleunigte ein wenig. Solche Töne war ich aus langer Praxis gewohnt.
Es war besser, erst gar nicht darauf einzugehen.
Die Stimme im Kom fluchte laut. Ein greller Lichtstrahl jagte neben uns in die Steinwüste. Ich ließ uns absacken und ganz zu Boden stürzen, in den Schutz des ersten der zwei Hügel, als sich ein zweiter Strahl dem ersten zugesellte. Das Feuerwerk aus gierigen Lichtfingern, das darauf über unseren Köpfen tobte und in der dünnen Io-Atmosphäre irrwitzige Verästelungen fand, überblendete sekundenlang selbst die Sonne.
Ich fühlte, wie mein Herz wild zu klopfen begann. In erster Linie vor Wut, dass es mir nicht einmal vergönnt war, ein paar Tage Urlaub zu machen, ohne dass man mir ans Leder wollte. Hatten wir die Zeiten des Wildwestkarnevals im Weltraum nicht längst schon hinter uns?
Mit der Rechten versetzte ich meinem Begleiter einen aufmunternden Schlag auf den Rücken, und wir krochen langsam weiter. Natürlich gab ich mich nicht der Illusion hin, dass die beiden Laserschüsse uns etwa aufgrund meiner ausgezeichneten Reaktionen nicht getroffen hätten. Meine Reaktionen waren ausgezeichnet, aber gegen lichtschnelle Strahlen immer noch um Größenordnungen zu langsam. Nein, das waren Warnschüsse gewesen. Was nicht hieß, dass die nächsten nicht ernst gemeint sein konnten.
Ein weiterer Fluch in meinem Telekom ließ mich zurückblicken. Einer unserer beiden Verfolger lag auf dem Boden, gerade wieder hochtreibend, der andere beugte sich über ihn. Meine Augen fixierten die friedlich herabhängenden Laser, und das, zusammen mit der Tatsache, dass der letzte Hügel praktisch greifbar nahe vor uns lag, gab den Ausschlag: Ich packte meinen Begleiter etwas fester, sprang in einem wilden Hechtsprung nach vorn, und die geringe Io-Schwerkraft ließ mich knapp über die Hügelkuppe hinwegschweben.
Der Gleiter tauchte auf, ein gedrungenes, schalenförmiges Gefährt, ein Luxusmodell mit extrastarken Triebwerken, aber offen und schutzlos. High-Society-Fahrzeug. Überzüchtet und überteuert, aber mir sollte es recht sein. Während ich den bereitwilligen Mann in die Schale legte, beschäftigte sich meine freie Hand schon mit den Armaturen des Gleiters.
Ich tippte eine Weile wild auf dem Tastenbrett herum, aber nichts rührte sich. Mein Kopf begann sich allmählich zu röten, ein marsianisches Zeichen dafür, dass ich wütend wurde. Ich hatte diese Schrottkisten schon immer gehasst! Als ich mit brutaleren Methoden gegen das renitente Gefährt vorgehen wollte, hielt die feingliedrige Hand Rudolfos meine geballte Hand auf. Schmale, sensible Finger berührten die Sensorfelder. Mit einem leisen Plopp leuchtete die Kontrollanzeige grün auf. Summend begann der Gleiter zu steigen.
Ich warf Rudolfo einen verdutzten Blick zu und lachte.
Ich lachte nicht lange. Irgendetwas an diesem Mann schien mich so zu verwirren, dass ich einen Fehler nach dem anderen beging. Anstatt auf unsere Verfolger zu achten, waren alle meine Gedanken auf diesen noblen, degenerierten, flotten Typ gerichtet. Der Laserschuss erwischte mich unvorbereitet. Der Gleiter bockte ein bisschen, dann stieg er weiter, bald unerreichbar für die Verfolger. Er hatte nichts abbekommen.
Was man von mir nicht behaupten konnte. Ein glühender Schmerz jagte durch meine Schulter, meine Augen tränten, Blut sammelte sich zwischen meinen Zähnen. Das letzte, was ich hörte, bevor ich in eine ganz und gar unmarsianische Ohnmacht fiel, war das leise Zischen, mit dem der Sauerstoff aus meinem Anzug entwich.
*
Von hier oben betrachtet, wirkte die Erde beinahe unverändert: eine graublaue Murmel, die sich unter schwefelgelben Wolkenfetzen gemächlich und unbeirrbar drehte. Die Nachtseite war in finsteres, kaum durch Lichtpunkte erhelltes Dunkel gehüllt, eine schwarze Decke, die sich energiesparend um die Hälfte des Globus gelegt hatte.
Leonce Gibbs, schwarzhaarig, drahtig, mit dem blassen Gesicht einer Erdgeborenen, betätigte die Sparschaltung und wartete ab, bis ein flüchtiges Dämmerlicht den Raum erfüllt hatte. Die graue Erde löste sich mit dem Bildschirm in einem unwirklichen Funkenwirbel auf.
Leonce nickte zufrieden. Unter ihren Füßen summte und bebte kraftvoll die zylinderförmige Raumstation, die in einem hohen Orbit um die Erde trieb. Alles war ruhig und friedlich.
Aus einer Wandnische entnahm sie ein kleines Glas mit türkisfarbener Flüssigkeit, die brennend und leicht salzig schmeckend durch ihre Kehle rann. Beim dritten Schluck baute sich ein Hologramm vor ihr auf. Leonce warf der Abbildung, in der sich jetzt ein Kopf zu stabilisieren begann, einen ärgerlichen Blick zu, glättete ihr Gesicht allerdings sofort wieder zu einer undurchdringlichen Miene. Gefühlsbeherrschung war oberstes Gebot auf der Erde; mit Schaudern dachte sie an die Zustände auf Vesta, dem verrufensten Spelunken-Asteroiden des Sonnensystems, Anlaufhafen für heruntergekommene Weltraumschrottjäger. Aber selbst diese zwielichtigen Elemente spielten eine wichtige Rolle für die rohstoffknappe Erde.
»Ja?«, fragte sie jetzt den vollendeten Kopf, blond, jung, Sekretärgesicht.
»Kommen Sie in die Nebenzentrale«, forderte der Kopf. »Eine Entführung. Ein junger Bursche. Machte angeblich Urlaub auf den Jupitersatelliten und verschwand. Bringen Sie Myrna mit.«
»Myrna ist auf Io. Das wissen Sie doch.«
Der Sekretärkopf nickte ergeben. »Richtig. Steht hier auch. Kommen Sie also allein.«
Er wollte abschalten, aber Leonce hielt ihn mit einer schnellen Handbewegung zurück. »Einen Moment noch«, meinte sie. »Ich kann mich nicht erinnern, in einer privaten Detektei angestellt zu sein. Was interessieren uns Entführungen?«
»Der Entführte ist nicht ein beliebiger Jemand. Es ist Jeffrey.«
»Jeffrey?«
»Sagt Ihnen der Name nichts?« Das holographische Gesicht überzog sich mit einer Schar ungläubiger Falten. Gleichzeitig bekam es einen sanften, fast liebevollen Ausdruck. »Jeffrey gehören die Rohstoffe der Hälfte aller Asteroiden. Er ist – sagen wir: die absolute Spitze. Ein Idol, sozusagen.«
»Kommen Sie wieder zu sich!«, kommentierte Leonce trocken.
Der Sekretär verzog die Mundwinkel.
