Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Manchmal beginnt Liebe mit Sehnsucht und endet mit Leere. Du gibst alles, kämpfst und erklärst dich immer wieder - bis du dich selbst nicht mehr erkennst. ,,Die Maske der Liebe" erzählt von der unsichtbaren Gewalt emotionalen Missbrauchs - von Manipulation, Schuld, Angst und dem schmerzhaften Verlust des eigenen Selbst. Doch es ist auch ein Buch über Heilung, über Erwachen und Mut über den Weg zurück zur eigenen Wahrheit. Kathrin Schatzki schreibt ehrlich und berührend über ihren Weg durch Narzissmus, Trauma und Selbstzweifel. Ein Buch für alle, die spüren, dass wahre Liebe nicht zerstört - sondern heilt. Für alle, die verstehen wollen was es heißt, sich selbst zu verlieren und den Mut finden, sich wiederzufinden.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 69
Veröffentlichungsjahr: 2025
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Für alle, die verletzt wurden, die sich selbst kaum noch wiedererkennen und doch tief in sich spüren, dass da mehr ist. Du darfst heilen. Du darfst frei sein. Du darfst wieder du selbst sein.
Vorwort
Kapitel 1 – Was ist Narzissmus?
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Selbstwert und Selbstliebe vs. toxischer Narzissmus
Mythen & Realität
Kapitel 2 – Dynamik einer narzisstischen Beziehung
Love Bombing – die perfekte Illusion
Abwertung und Gaslighting
Kontrolle, Schuldumkehr & emotionale Erpressung
Kreislauf aus Nähe und Distanz
Kapitel 3 – Warnsignale erkennen
Typische Red Flags
Alltägliche Manipulation
Checkliste zum Ankreuzen (18 Fragen, Auswertung)
Kapitel 4 – Die Folgen von narzisstischem Missbrauch
Psychische Folgen
Körperliche Symptome
Der Körper speichert Traumata
Auswirkungen auf Umfeld und Kinder
Kapitel 5 – Erste Schritte aus der Spirale
Erkennen: Es liegt nicht an mir
Abgrenzung und Grenzen setzen
Selbstfürsorge - Schritt für Schritt Kraft zurückgewinnen
Unterstützung suchen
Sicherheit: Umgang mit Angst vor Eskalation
Kapitel 6 – Heilung und Neubeginn
Selbstliebe lernen
Praktische Übungen (Affirmationen, Journaling-Fragen, Atemübungen)
Neue Grenzen setzen
Vergebung und Loslassen
Vertrauen neu lernen
Neubeginn gestalten
Kapitel 7 – Für Angehörige und Freunde
Wie man Betroffene unterstützen kann
Was man nicht sagen sollte
Signale richtig deuten
Anhang und Extras
Nachwort
Hilfestellen & Adressen
Platz für deine Gedanken
Reflexionsfragen
Freier Platz für deine Notizen
Ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man nicht mehr weiß, wer man eigentlich ist.
Wie es ist, wenn man die Schuld bei sich sucht, obwohl tief im Inneren eine leise Stimme flüstert: „Das stimmt nicht… das bist nicht du."
Ich kenne die Nächte, in denen man wach liegt und grübelt ob man wirklich „zu empfindlich" oder „zu schwierig" ist.
Ich kenne das Gefühl, mit unsichtbaren Antennen jede noch so kleine Stimmungsschwankung wahrzunehmen - ständig angespannt, immer bereit sofort zu reagieren, damit es nicht wieder eskaliert. Ich kenne den Moment, in dem man in den Spiegel schaut und sich fragt: „Wo ist der Mensch hin, der ich mal war?"
Ich schreibe diese Zeilen nicht aus einem Lehrbuch, sondern aus meinem eigenen Leben. Ich war Partnerin, ich bin Mutter und ich war eine Frau die glaubte, die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch ich wurde eine Frau, die Stück für Stück zerbrach - ohne es selbst zu merken.
Ich weiß noch, wie ich mir irgendwann im Badezimmer die Tränen aus den Augen wischte und in den Spiegel sah.
Da stand ich, jedoch erkannte ich mich kaum wieder.
Die fröhliche, starke Frau die ich einmal war, war verschwunden. Übrig blieb jemand der an sich zweifelte, der ständig versuchte „besser" zu sein, leiser, genügsamer.
Heute schreibe ich dieses Buch, weil ich möchte, dass du weißt: Du bist nicht alleine. Deine Gefühle sind echt.
Und wenn du dich in meinen Worten wiedererkennst, dann gibt es einen Grund dafür.
Ich schreibe nicht, weil ich alles weiß - sondern weil ich selbst dort war, wo du vielleicht gerade bist.
Weil ich den Schmerz gefühlt habe, die Verwirrung, das innere Zerreißen.
Dieses Buch soll dir kein komplizierter Ratgeber sein. Es soll ein Begleiter sein - für die Momente, in denen du Trost brauchst, für die Tage an denen du dich nach Klarheit sehnst und für die Nächte, in denen du Verständnis brauchst. Etwas das dir die Augen öffnet, dich an die Hand nimmt und dir zeigt:
Was du erlebst, ist real.
Was du fühlst, ist berechtigt.
Es war nie deine Schuld und es gibt einen Weg hinaus, denn Narzissmus trägt oft eine Maske.
Er zeigt sich als Liebe, Aufmerksamkeit, Fürsorge - doch hinter dieser Maske verbirgt sich etwas ganz anderes.
„Die Maske der Liebe" steht für diese Täuschung und für die Reise, sie zu durchschauen - bis du wieder klar siehst, wer du wirklich bist.
Vielleicht liest du dieses Buch, weil du gerade mitten in einer Beziehung steckst, die dich verwirrt, verletzt oder verunsichert. Oder, weil du im Rückblick auf eine vergangene Partnerschaft Antworten suchst, die dir bisher niemand geben konnte. Manchmal sind es aber auch Freunde, Geschwister oder Kollegen, bei denen wir miterleben wie sie sich Stück für Stück verlieren und wir fragen uns, was eigentlich dahintersteckt.
Das Wort Narzissmus begegnet uns heute überall - in Social Media, in Gesprächen mit Freunden, in Artikeln oder Podcasts. Doch was genau steckt eigentlich dahinter?
Ist es einfach nur eine Bezeichnung von Menschen, die selbstverliebt sind? Oder gibt es mehr zu verstehen?
Dieses Kapitel soll dir eine klare Grundlage geben:
Was Narzissmus überhaupt bedeutet.
Warum es wichtig ist zwischen gesundem und toxischem Narzissmus zu unterscheiden.
Welche Mythen und Vorurteile dich vielleicht bisher davon abgehalten haben die Situation richtig einzuordnen.
Du wirst merken: Narzissmus ist kein Modewort, sondern beschreibt ein tiefes, oft zerstörerisches Muster, das viel komplexer ist als reine Selbstliebe. Du wirst auch spüren, dass dein Gefühl dich nicht getäuscht hat.
Die Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Wenn wir über Narzissmus sprechen ist es wichtig zu verstehen, dass nicht jede selbstverliebte oder egoistische Person gleich ein „Narzisst" ist. In der Psychologie spricht man von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung (NPS) - einer klar beschriebenen Diagnose. Menschen mit dieser Störung zeigen bestimmte Muster, die sich durch ihr ganzes Leben ziehen. Dazu gehören zum Beispiel:
Ein starkes Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung
Das Gefühl etwas Besonderes oder Überlegenes zu sein
Schwierigkeiten echtes Mitgefühl für andere zu empfinden
Neigung andere Menschen eher als Mittel zum Zweck zu sehen.
Nach außen wirkt das oft wie großes Selbstbewusstsein.
Doch in Wahrheit steckt dahinter meist ein sehr empfindliches Selbstwertgefühl, das ständig nach Bestätigung sucht. Um sich innerlich stärker zu fühlen, brauchen sie es häufig andere kleinzumachen oder zu kontrollieren. Dieses Machtgefühl gibt ihnen kurzfristig die Sicherheit, die ihnen in ihrem Inneren fehlt.
Für die Menschen in ihrem Umfeld bedeutet das oft mehr als nur eine Belastung: Es kann zu tiefer Verunsicherung, emotionalen Verletzungen und dem Gefühl führen, Stück für Stück den eigenen Halt zu verlieren.
Selbstwert und Selbstliebe vs. toxischer Narzissmus
Oft wird in Ratgebern oder Artikeln der Begriff „gesunder Narzissmus" verwendet. Genau genommen ist das jedoch irreführend, denn Narzissmus in seiner psychologischen Bedeutung ist immer problematisch und kann eine Persönlichkeitsstörung beschreiben. Was Menschen eigentlich meinen, wenn sie von „gesundem Narzissmus" sprechen - ist ein stabiler Selbstwert und echte Selbstliebe.
Selbstwert und Selbstliebe sind etwas Positives:
Sie helfen uns, unsere Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Sie geben uns Kraft, Grenzen zu setzen.
Sie sorgen dafür, dass wir uns über eigene Erfolge freuen können - ohne andere kleinzumachen.
Toxischer Narzissmus dagegen ist das Gegenteil:
Er lebt von Bewunderung und Kontrolle über andere.
Bedürfnisse des Umfelds spielen kaum eine Rolle.
Nähe und Vertrauen werden durch Machtspiele ersetzt.
Während Selbstwert und Selbstliebe ein Fundament für gesunde Beziehungen schaffen, zerstört toxischer Narzissmus genau dieses Fundament.
Mythen & Realität
Der Begriff „Narzissmus" taucht heute immer häufiger auf. Oft wird er dabei sehr allgemein verwendet, manchmal schon dann, wenn jemand egoistisch wirkt oder viel von sich selbst spricht. Das zeigt, wie präsent das Thema inzwischen ist - führt jedoch auch leicht zu Missverständnissen. Umso wichtiger ist es, die Hintergründe zu verstehen und die echten Warnsignale von bloßen Verhaltensweisen zu unterscheiden.
Mythos 1: „Narzissmus heißt sich selbst zu lieben."
Realität: Echte Selbstliebe ist gesund und stärkt Beziehungen. Narzissmus dagegen bedeutet nicht Selbstliebe, sondern das ständige Suchen nach Bewunderung von außen - verbunden mit einem unsicheren Selbstwertgefühl.
Mythos 2: „Jeder der arrogant ist, ist ein Narzisst."
Realität: Arroganz oder Überheblichkeit können viele Menschen gelegentlich zeigen, ohne dass sie eine Persönlichkeitsstörung haben. Bei Narzissmus geht es nicht um einzelne Eigenschaften, sondern um ein dauerhaftes Muster - das Beziehungen und das Umfeld tief verletzen kann.
Mythos 3: „Narzissmus erkennt man sofort."
Realität: Am Anfang wirken narzisstische Menschen oft charmant und aufmerksam. Die destruktiven Seiten zeigen sich meist erst nach und nach, wenn Nähe entsteht und Kontrolle wichtiger wird. Für Betroffene und das Umfeld kann das tiefgreifende seelische und körperliche Folgen haben.
Mythos 4: „Narzissmus ist harmlos, das ist halt ein Charakterzug."
Realität: Toxischer Narzissmus ist alles andere als harmlos. Er kann Beziehungen zerstören, Betroffene isolieren und tiefe seelische Wunden hinterlassen - von Selbstzweifeln bis Traumatas und sogar körperlichen Symptomen.
Wenn du diese Grundlagen verstanden hast, wirst du die Dynamik einer narzisstischen Beziehung viel klarer einordnen können.
Im nächsten Kapitel schauen wir uns deshalb an, wie dieses Muster entsteht - von der idealisierten Anfangsphase, bis hin zu den zerstörerischen Kreisläufen, die so schwer zu durchbrechen sind.
