Die Mission - Jürgen Rinelli - E-Book

Die Mission E-Book

Jürgen Rinelli

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Beschreibung

Im zweiten Teil der Takerer-Trilogie steht Aaron erneut vor großen Herausforderungen, die seine bisherigen Erlebnisse in den Schatten stellen. Nach den Ereignissen des ersten Teils sehnt er sich nach Normalität, doch das Schicksal hat andere Pläne. Aaron trifft auf seinen besten Freund Costa, und die Wiedervereinigung der beiden verspricht zunächst eine willkommene Pause von den intergalaktischen Konflikten. Doch die Ruhe währt nur kurz. Während sich zwischen Kalari und Costa eine unerwartete Nähe entwickelt, die mehr als nur Freundschaft verspricht, wird das Team in eine gefährliche und ungeplante Mission verwickelt. Eine uralte Spur, die von den sogenannten 'Alten' hinterlassen wurde, führt sie in unbekannte und unerforschte Bereiche des Universums. Die Reise wird zu einem Abenteuer, das nicht nur ihre körperlichen, sondern auch ihre emotionalen Grenzen testet. Ihre Entdeckungen führen sie in eine weit entfernte Galaxis, in der die Gesetze der Physik und der Realität auf den Kopf gestellt werden. Hier lauern nicht nur unbekannte Gefahren, sondern auch die Erinnerungen und Erben einer längst vergessenen Macht: die Eroberer aus vergangener Zeit, die nun wieder in das Geschehen eingreifen. Diese mysteriösen Wesen haben ihre eigene Agenda, und ihre Motive sind ebenso rätselhaft wie bedrohlich. Während die Mission voranschreitet, wird nicht nur ihre Freundschaft auf die Probe gestellt, sondern auch ihre Loyalität zueinander und zu ihrer Sache. Intrigen, Verrat und unerwartete Wendungen machen es schwer, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Die Dunkelheit, die sich um sie legt, zwingt Aaron und sein Team, Entscheidungen zu treffen, die ihr Schicksal für immer verändern könnten. Wie wird das Zusammentreffen mit den Eroberern aus längst vergangener Zeit enden? Werden Freundschaft und Zusammenhalt den Prüfungen standhalten, oder werden sie daran zerbrechen? Der zweite Teil der Takerer-Trilogie nimmt den Leser mit auf eine fesselnde Reise voller Spannung, Emotionen und unvorhersehbarer Wendungen. In einem Universum, in dem nichts so ist, wie es scheint, wird Aaron entdecken, dass die größte Bedrohung vielleicht nicht von außen kommt, sondern tief in ihnen allen verborgen liegt.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Die Takerer Story

 

Jürgen Rinelli

 

 

Das Buch:

In Teil 2 der Takerer-Story trifft Aaron auf seinen besten Freund Costa. Während Kalari und Costa sich näher kommen, werden die Freunde in eine ungeplante Mission gedrängt. Die Spur der Alten führt sie durch Abenteuer und in eine weit entfernte Galaxis. Wie wird das Zusammentreffen mit den Eroberern aus vergangener Zeit sich auf Freundschaft und Zusammenhalt auswirken?

 

Alle Namen, Personen und Geschehnisse sind reine Fiktion und Ähnlichkeiten reiner Zufall.

 

 

 

 

 

 

Der Autor:

Jürgen Rinelli wurde 1970 in Deutschland geboren. In seinem bewegten und oft abenteuerlichen Leben lebt und arbeitet er in vielen Ländern. Ob als Kaufmann, Manager, Mechaniker,Handwerker, Coach, Taucher oder IT Experte findet er immer einen Weg seinen Träumen nachzugehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Takerer Story

 

Die Mission

 

Roman

 

Jürgen Rinelli

 

 

Jürgen Rinelli

Am Eichet 6a

85302 Alberzell

 

[email protected]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Edition, 2024

© 28.08.2024 All rights reserved.

Jürgen Rinelli

Am Eichet 6a

85302 Alberzell

 

[email protected]

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

Kapitel 1 – Ankunft auf der Erde1

Kapitel 2 – Sardinien die Zweite5

Kapitel 3 München11

Kapitel 4 Glyfada – das Treffen16

4.1 Zwischenspiel Costa22

4.2 Unterdessen im Fitnessraum26

4.3 Schneller Aufbruch27

4.4 Standpauke31

4.5 Die Verbindung37

4.6 Benaki-Museum45

Kapitel 5 – Das Siedlerschiff48

Kapitel 6 Vorbereitungen64

6.1 Zwischenspiel Costa74

6.2 Abschied und Aufbruch80

Kapitel 7 Die Welt der Alten?84

7.1 Die Station100

7.2 Die letzte Prüfung105

Kapitel 8 Das Schiff der Alten110

8.1 Das Zusammentreffen127

8.2 Die Flucht138

8.3 Die Schlacht154

8.4 Aret169

Kapitel 9 Aufbruch nach Vora in das System der Vorakron196

9.1 Die Festung211

9.2 Das Vora-Reich225

Kapitel 10 Glossar233

 

 

Kapitel 1 – Ankunft auf der Erde

Mein Urlaub ist fast zu Ende als wir wieder in das Sonnensystem einfliegen und ich schweife in Gedanken zurück zum Anfang meiner großen Reise. Ich hatte meinen Urlaub auf Sardinen am Samstag, den 29. April 2023 begonnen. Kam nach dem Flug spät am Nachmittag in meinem Ferienhäuschen an. Sonntag und Montag verbrachte ich damit, zu bummeln und in Kaffees den starken Regen abzuwarten. Dann, am Dienstag, ging es los zu meiner ersten Treckingtour. Vermeintlich zu einer Schlucht mit tollen Wasserfällen und vor allem – Einsamkeit. Ich wollte Zeit für mich, um vom Stress runterzukommen. Zu viel Arbeit, zu vieles in meinem Leben, das mir Energie raubte und mich zu einem Schubladenmenschen und einem Grinch werden ließ. Ja – klar! Ich habe es zugelassen, also ist es einzig mein Verschulden, das ich so geworden bin. Dann, auf meiner ersten Tour, als ich endlich in den `Lauf und verarbeite´, Modus kam und den Wasserfall erreichte – traf ich SIE! Erst ein Schock und dann – ja – begann das größte meiner bisherigen Abenteuer! Die Liebe meines Lebens. Es kam zu einer Verbindung mit Folgen. Einerseits erhielt ich meine Gabe der Empathie zurück, was ich anfangs alles andere als Begrüßte. Mein Trostpflaster war die unglaublich tiefe Verbindung mit Yvette. Ich ging mit ihr eine Verbindung auf ewig ein, ohne das wir beide das anfangs wussten. Die Folgen waren – unangenehm. Vereinfacht ausgedrückt. Der unglaublichste Sex und die intensivste Liebe, die ich mir vorstellen konnte. Selbst jetzt, kann ich mein Glück noch immer kaum glauben! Ehrlich! Vieles ist passiert, hab auch einiges an `Unfällen´ gehabt. Dennoch sind die Veränderungen in meinem Leben so umfangreich und die Liebe so groß, dass ich nachts hochschrecke, um mir zu versichern, das Yvette neben mir liegt. Yvette - ist das Wichtigste in meinem nun sehr langen Leben. Alles andere, also die Tatsache das sie vom Planeten Taker stammt, eine Regierungsangehörige, Forscherin und Kriegerin ist, meine neue Heimat nun hier draußen in den `unendlichen Weiten des Alls´ liegt ... ist mir egal. Sie ist alles, was für mich zählt und ich gehe überall hin, wo sie hingeht, und ich werde ALLES tun um bei ihr sein zu können. Das mit dem sehr langen Leben sollte ich auch noch etwas näher erläutern. Die Takerer sind ein sehr, sehr altes Volk. Sie gründeten ihr Sternenreich, als wir noch mit Keulen aufeinander losgingen. Okay! Auch hier habt ihr Recht! Manche Menschen tun das noch heute. Ich beziehe mich hier auf die Steinzeit. Die Takerer sind durch ihren technologischen und geistigen Fortschritt relativ unsterblich geworden. DAS ist es, was ich durch die energetische Verbindung mit Yvette nun auch bin. Vorteil: unglaublicher Sex. Nachteil, den ich aber auch als Vorteil sehen kann: Wir können nicht länger als maximal zwei Tage voneinander getrennt sein, ohne die Verbindung zu erneuern. Wir würden sterben – was mir ja auch beinahe passierte als Yvette zu einer fingierten Nachrichtenübermittlung von der Erde abgezogen wurde. Ich wäre beinahe gestorben - was die vorher erwähnte nachteilige unangenehme Folge betrifft. `Damals´ – wie sich das anhört nach lediglich knapp drei Wochen – wussten wir nicht das wir durch unsere so schnell entstandene ehrliche und echte Liebe sowie der besonderen Gabe der Takerer, in eine echte Verbindung eingetreten sind. In einer solchen fühlt es sich an, als würde jeder zum anderen `addiert´. Es besteht eine energetische Verbindung die uns befähigt auch ohne den nur bei den Takerer Frauen vorhandenen telepathisch – suggestiven Blick, mental zu kommunizieren. Ein weiterer Vorteil der Verbindung ist, dass wir unglaublich schnell heilen. Verletzungen heilen während einer Verbindung vollständig – bewusstsein vorausgesetzt. Warum? Weil eine Verbindung mit einer sexuellen Vereinigung einhergeht. Natürlich heilen wir auch, wenn wir uns nur nah sind. Nur nicht so schnell und weniger reizvoll. Ich sagte ja – tolle positive Veränderungen. Durch unsere Verbindung wurde meine Gabe der Empathie verstärkt und ich gelte als Vollempath und stehe - nach ein paar Abenteuern – nun im offiziellen Dienst des Rates von Taker. Meine offizielle Berufsbezeichnung: Aaron der Empath. Leider übertreiben es die Takerer mit den Bezeichnungen und dem Ranggehabe. Meine Yvette trägt als Regierungsangehörige noch den Namen ihres Hauses. Also Yvette von Lakta. Wenn man das nun durch unseren Status und meine offiziell gemachte Verbindung und dadurch einhergehenden Integration in die Familie zu meinem Namen mit Rang hinzufügt ... Aaron von Lakta der Empath. Stellt euch vor! Das sprechen die immer wieder voll aus, wenn ich auf die Brücke komme, in die Mannschaftsmesse eintrete und bei leider vielen anderen Gelegenheiten. Yvette nervt es schon Einpaarhundert Jahre. Ja – sie ist 230 und damit 177 Jahre älter als ich. Zu meiner Verteidigung – sie sieht aus wie 35. Sehr athletisch, marmorweiße Haut, bronzefarbenes leicht metallisch schimmerndes Haar, roséfarbene Iriden mit einem stahlblauen Ring und 1,85m Größe. Ringe um die Iriden habe auch ich seit der Verbindung. Meine sind in ihrer Augenfarbe. Das ist das äußerliche Zeichen einer echten Verbindung. Wir werden auf der Erde Kontaktlinsen tragen um, bei denen die mich kennen, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Verwandte, Freunde und Kollegen. Was mich auch wieder zurückbringt aus meinem kleinen Rückblick, beim Anblick der größer werdenden Erde auf dem Hauptschirm. Ich bin zurück, nicht weil ich hier wieder leben werde. Zumindest vorerst nicht, bis die Erde so weit ist, dass ich mich zeigen kann, wie ich bin und sie nicht gleich das Sonnensystem sprengen weil es Außerirdische gibt und sie diese Auslöschen wollen. Bei dem Gedanken muss ich lachen, denn, ich wurde und werde als `Barbar´ bezeichnet. Nun kommt eben dieser Barbar daher und sagt, er kommt erst zurück, wenn die Erde nicht mehr von Barbaren bevölkert wird. Ich war – bin – auf der Erde ein IT-Consultant und daher eher mit vorne bei der Technik. Na ja, die ersten Tage hab ich hier auf dem Kommandoschiff der Kommandantin Aret, nicht mal gewusst wo und wie man ne Tür öffnet, wenn die das nicht allein gemacht hat. Also bin ich hier der Barbar gewesen und meine Yvette nennt mich immer mal wieder so. Ich sehe es als Kosename - was bleibt mir auch anderes übrig. Nach wie vor werden mir Hynoschulungen, mit der Begründung auf meine `besondere´ Gehirnstruktur, verweigert. Die Kommandantin - und auch leibliche Mutter von Yvette – meinte scherzhaft das ich genug Zeit habe zu lernen. Der Rat hat es diplomatischer ausgedrückt: „Aaron, wir können das Risiko nicht eingehen, das du deine Gabe verlierst. Sie ist einzigartig. Außerdem – und fasse das nicht als Beleidigung auf – ist es gerade deine einfachere Denkweise, die dir Blickwinkel erlaubt zu denen wir nicht mehr fähig sind.“ Also füge ich mich und muss halt dann immer wieder Yvette, Cynthia ihre persönliche Ehrengardistin oder Kalari fragen wie etwas funktioniert. Letztere – Kalari – ist meine persönliche Ehrengardistin. Toll oder? Der Barbar hat eine eigene Leibwache. Das ist auch so eine Vorschrift oder Tradition der Takerer. Ab einer bestimmten Position wird eine Garde vorgeschrieben. Ehrengardistinnen sind speziell ausgebildete Elitesoldaten. Warum eine Frau? Einerseits weil es nur noch sehr wenige Männer gibt bei den Takerern. Das hat seine Ursache in einer Veränderung im energetischen Haushalt der Männer begründet, wodurch es kaum mehr männlichen Nachwuchs gab. Gott sei Dank konnte ich durch meine so `einfache Denkweise´ die Puzzleteile neu ordnen. Ja – und meine Gabe der Empathie war hier von sehr großem Nutzen. Andererseits haben nur Takererfrauen die telepathisch-suggestiven Fähigkeiten und bei einer Garde erhöht das den Sicherheitsfaktor. Der Ausdruck, `Gott sei Dank´ – auch etwas das sich unterscheidet zur Erde: Bei den Takerern heißt es: `Mutter sei Dank!´ Die Takerer haben eine matriarchalische Gesellschaftsstruktur und daher steht die Mutter an oberster Stelle.

 

Nun bin ich schon wieder abgeschweift. Wir sind zur Erde zurück, um einerseits meine Angelegenheiten zu regeln. Also Job kündigen, Wohnung auflösen, Familie informieren das ich weiter auf einen anderen `Kontinent´ ziehe und seltener vorbeikommen kann. Für die Familie wird es schwerer werden. Aber dank der technischen Möglichkeiten der Takerer und deren Satellit in der Erdumlaufbahn werde ich mit einem Laptop oder Smartphone der Erde, weiterhin sozusagen wie vor Ort, Skypen, Mailen, etc. können. Praktisch nicht wahr? So habe ich auch meinen Urlaub um eine Woche verlängern können. Das war das weiteste Telefonat und ich darf es keinem auf der Erde erzählen. Der andere Grund ist die Beendigung der Forschungsarbeiten Yvette´s auf der Erde. Wir werden diese Forschungsarbeiten passenderweise in Griechenland beenden. Passenderweise da ich hier einen sehr guten Bekannten habe, den ich Kalari vorstellen möchte. Vielleicht kann ich ja ein wenig Amor spielen und meinem Bekannten - Costa – ein mir wichtiges Geschenk machen. Nichts materielles – es ist eher ein für mich wichtiges Bedürfnis, etwas für einen Menschen zu tun, der mir sehr viel Vertrauen geschenkt hat. Ich sehe es als eine Art Ausgleich, der nie verlangt wurde und für mich eine Herzensangelegenheit darstellt.

 

Wir werden in ein paar Minuten in die Erdumlaufbahn einschwenken und das getarnte Schiff per Transporter verlassen. Unsere erste Station wird meine Ferienwohnung auf Sardinien sein.

Kapitel 2 – Sardinien die Zweite

Ohne Zwischenfälle – was in Anbetracht der turbulenten der letzten drei Wochen sehr erfrischend ist – materialisieren wir im Wohnzimmer der gemieteten Ferienwohnung.

 

„Bäh was ist das für ein übler Geruch?“, kommentiert Kalari sofort. „Der Müll. War etwas unvorbereitet die Abreise. Nicht wahr Cynthia?“ „Mach mir das nicht zum Vorwurf Aaron. Ich musste dich, so schnell es ging zu Yvette bringen und an so was wie Müll raus bringen ...“ „Ja, schon klar, sowas gibt es bei euch schon lange nicht mehr“, vervollständige ich den Satz. „UNS!“, kommt es von Yvette. „Hä?“ „Liebster, du bist doch jetzt auch ein Takerer.“ „Ah ja, richtig, da war was ...“, antworte ich mit verträumtem Blick. „Nein! Hört auf! Hört mit diesem Grinsen auf! Wir wissen alle, das ihr in einer Verbindung steht und was das mit sich bringt“, wirft Cynthia ein. „Ihr müsst uns nicht bei jeder Gelegenheit daran erinnern. Wir bekommen eure Energien JEDEN ABEND mit!“ Ja, das ist noch so etwas. Die Energien gerade bei frisch verbundenen Paaren sind im näheren Umkreis zu spüren. Das war der Grund, warum wir auf dem Kommandoschiff weit weg der Mannschaftsquartiere einquartiert wurden. „Schon gut“, beschwichtige ich Cynthia, während ich den Müll packe und nach draußen verfrachte.

„Wir sollten uns beeilen, deine Sachen zu packen, damit wir nach München kommen. Wir müssen noch ein paar Papiere vorbereiten.“ „Vorbereiten für `Fingieren´“, kommentiere ich Yvette. „Wir können ja schlecht eine Heiratsurkunde - wenn es so etwas bei uns geben würde – von Taker vorlegen. Auf Taker sind unsere Augen `Ausweis´ genug. Oder möchtest du doch noch bis zum – wie nanntest du es? Ende der Kündigungsfrist? – mobil vom Kommandoschiff aus arbeiten?“ „Himmel! Nein! Ich will so schnell wie möglich wieder von hier weg. Da draußen gibt es so vieles, das ich nicht kenne. Außerdem haben wir eine Einladung nach Helit zur Hochzeit der Kanzler Bretsch und Tokisch.“ „Die Forschungen werden wir noch zum Abschluss bringen und Kalari glaube ich, möchte deinen Bekannten kennenlernen.“ „Ja, is klar. Das wird interessant. Mein Bekannter lebt in Griechenland. Hab ihn auch schon viele Jahre nicht mehr gesehen. Er heißt Costa. So wie gefühlt ein Viertel der Griechen.“„Liebster ich fühle da etwas Unwohlsein ... ist alles in Ordnung?“ „Alles gut, es gibt da ein paar Dinge die eben durch Costa’s Besuch wieder aufpoppen.“ „Willst du mir davon erzählen?“ „Vielleicht später Liebste“, beende ich die gerade unangenehm werdende Unterhaltung mit Yvette. „Wann werden wir ihn aufsuchen? Wie sieht er aus? Was macht er? Ist er groß? Ist er stark?“, bombardiert mich Kalari mit Fragen. „Lass dich überraschen Kalari. Ich habe ihn auch schon lange nicht geseh`n. Er ist auf jeden Fall einer der sehr, sehr wenigen Menschen, denen ich vertrau.“

 

Wir haben meine paar Sachen schnell gepackt. Den größten Platz in meinem Koffer nimmt meine Sportausrüstung ein. Eine Prüfung des Ferienhauses noch und wir sind abreisebereit im Wohnzimmer versammelt. „Okay, dann erst mal wieder zurück auf das Schiff. Meinst wir könnten noch einmal an den Wasserfall? Falls dort keiner ist. Ich glaub, das wär noch ein schöner Abschluss“, frage ich Yvette zwinkernd. „Ihr wisst schon das wir hier neben euch stehen und ihr laut gesprochen habt?“ „Gib es auf Kalari, die haben nichts anderes als die ständige Erneuerung ihrer Verbindung im Kopf. Vielleicht noch Cappuccino und Pistazien Croissants“, erwidert Cynthia und spricht in ihr Armband: „Transporter! Vier auf das Kommandoschiff!“

 

Auf dem Kommandoschiff prüfen Yvette und ich schnell die Umgebung des Wasserfalls und lassen uns dort hin beamen. Zuvor haben wir die Kommandantin natürlich informiert. „Ihr habt eine Stunde! Danach werden wir die Orter wieder ausrichten. Also verschwindet schon!“, kommentierte sie lachend. An dem kleinen Wasserfall mit dem Wasserbecken angekommen, halten wir uns an den Händen und sehen uns tief in die Augen. Wie bei unserer ersten Begegnung hier vor drei Wochen versinke ich in Yvette’s Augen. Diesmal ist es anders. Es ist ein Blick voll Liebe und Dankbarkeit. „Liebster, es fühlt sich wie eine Ewigkeit an, dass wir hier gestanden sind.“ „Ja, obwohl noch nich mal drei Wochen rum sind. Ein seltsames Gefühl.“ „Wir haben nur eine Stunde ...“, erinnert mich Yvette. „Dann, lass uns die Sonne genießen und bitte nicht ins Wasser gehen. Ich kann mich dran erinnern, wie eisig das Wasser ist.“ „Haha, heute musst du ja auch deine Erektion nicht verstecken.“ „Nicht? Soll ich die nicht verstecken?“, frage ich zwinkernd. „Hm, lass sie uns erst mal aus der Hose befreien und nachsehen, ob sie so groß ist, dass man sie verstecken muss.“ Schnell sind wir entkleidet und liegen auf der mitgebrachten dicken Decke. Es ist ein schönes Gefühl hier in der freien Wildbahn, nackt und erregt in der Sonne zu liegen. Yvette liegt auf dem Rücken und ich liege seitlich auf meinen Ellenbogen gestützt und bewundere den für mich perfekten athletischen Körper meiner Liebsten. Fest klopft mein Herz in meiner Brust. „Ich bin ein Glückspilz, du bist so unglaublich schön.“ Sanft lege ich meine Hand auf eine ihrer Brüste. Manche würden sie als klein ansehen, für mich haben sie die perfekte Form. Sie passt fast in meine Hand und sie sind sehr straff. Ich kann ihren festen Nippel spüren, wie er sich in meine Handfläche drückt. Sanft streichelnd, kreise ich mit meiner Handfläche über ihren Nippel und fühle ihm nach, wie er auf meiner Haut seine Bahn zieht. Yvette hebt ihren Brustkorb etwas an, um mehr Druck auf meine Hand zu fordern. Ich will sie genießen und streichle zur anderen Brust. Wiederhole dort die kreisenden Bewegungen während ich den freien Nippel der ersten Seite, in meinen Mund sauge. Er fühlt sich fest und ein wenig rau in meinem Mund an. Auf meine Liebkosung reagierend, legt sie ihre Hand auf meinen Nacken und drückt mich fester an sich. Ich rolle mich über sie und mit meinen Knien neben ihrem Becken nasche ich jetzt auch an der linken Brust. Aufgestützt auf der linken Hand, massiere ich zugleich ihre rechte Brust. Es ist schön zu fühlen wie sie auf meine Liebkosung reagiert. Zögernd entlasse ich den Nippel aus meinem Mund. Mit beiden Händen neben ihrem Oberkörper abstützend beuge ich mich höher und berühre ihre wundervollen Lippen in einem sanften Kuss. Nur kurz lasse ich mich auf den Tanz unserer Zungen ein, denn ich brenne, darauf ihre anderen Lippen zu liebkosen. Leise flüstere ich in ihr Ohr: „Jetzt werde ich dich kosten und genießen.“ Vom Hals bis hinab zu ihrem Venushügel küssend, setze ich meine Ankündigung in die Tat um. Dort angekommen, hebe ich ein Knie und Yvette spreizt ein Bein seitlich um mich zwischen ihre Beine zu lassen. Gleich lege ich mich auf das eine Bein, welches sich zwischen meinen Beinen befindet. Dadurch bringe ich mich in eine schöne Position um ihre glänzende Vulva lecken und meinen Schaft an ihrem Fuß reiben zu können. Ich genieße es, mit der Zunge durch ihre Spalte zu pflügen und den Eingang durch das Teilen ihrer Lippen freizulegen. Meine Lust steigert sich mehr und mehr durch den Geschmack ihres Saftes und das glatte weiche Gefühl welches ihre feuchten Lippen auf meiner Zunge verursachen. Ein sanfter Kuss auf ihre Knospe und befeuchten meiner Lippen, ein festerer Kuss auf ihre Knospe, dann ... meine Lippen umschließen ihren pulsierenden und härter werdenden Kitzler sanft. Erst langsames sanftes Massieren der Blüte, dann sanftes Kreisen der Zunge. Zwischendurch leichtes Auf und Ab schlagen meiner Zungenspitze über ihre harte Spitze. Gott! Wie mich das heiß macht! Mein Schwanz pocht und der kalte Fuß, an dem ich mich reibe, bringt mich fast zum Explodieren. Yvette stöhnt und ihre Vulva bewegt sich auf und ab. Ihre Hand an meinem Kopf will den Druck erhöhen – doch ich widerstehe und setze meine sanfte Liebkosung ihrer Weiblichkeit fort. Ein paar Minuten. Länger halte ich es selbst nicht aus und könnte auch ihrer wachsenden Forderung nach mehr Intensität nicht widerstehen. Ohne mit meinen Lippen von ihr abzulassen, entlasse ich ihren Fuß aus meiner Beinklammer und begebe mich komplett zwischen ihre Beine. Jetzt, mit mehr Freiraum, nehme ich meine Hände unter ihre Schenkel, hebe sie an und dirigiere Yvette, ihre Füße auf meinem Rücken abzulegen. Gierig setze ich meinen Mund in ihre Vulva und mit den Händen presse ich ihre Schenkel um meinen Kopf. Sie versteht sofort, was ich will, und nimmt mich in eine für mich sehr erotische Beinzange. Fest presst sie mich dadurch an ihre Vulva und reibt sich hart an meinem Mund. Gefühlt vergehen nur ein paar Sekunden als ich gedämpft durch ihre Schenkel an meinem Kopf, ihren Lustschrei vernehme. Ein kleiner Schwall Liebessaft verlässt ihre zuckende Spalte und was ich nicht schnell genug auflecken kann, wird wie ein Schwamm von meinem Bart aufgenommen. Als ihre größten Spasmen nachlassen, öffnet sie ihre Beine und zieht leicht an meinem Kopf. Gerne folge ich der Aufforderung und komme hoch. Ihre Beine sind aufgestellt und gespreizt, ihre nasse Vulva glänzt in der Sonne. Ich dirigiere meinen harten Schwanz an dieses einladende, wundervolle Ziel und lasse mich nur zu gern von ihren drückenden Händen an meinen Pobacken, fester eintauchen. Tief in ihr nimmt mir dieses feuchte, weiche Gefühl um meinen Schaft, den Atem. Fest fühle ich ihren Venushügel und ihre vollen Lippen am Ansatz meines Schafts. Es braucht keine festen raus rein Bewegungen. Ich will nur in ihr sein, sie fühlen. Den Druck und ihre Weichheit. Es ist vollkommen, so wie es ist. Auf den Ellbogen abgestützt nehme ich meine Hände unter ihre Schultern und massiere sie leicht. „Es fühlt sich so vollkommen an“, flüstere ich und suche ihre Augen. Beide wissen wir was wir wollen und durch ihre besondere Gabe beginnt sie die Verbindung aufzubauen. Ihre Iriden beginnen zu funkeln und ich kann die Brücke der mentalen Verbindung spüren, als ich auch schon ihre Worte in meinem Verstand höre: „Ich liebe dich. Sei mein!“ Ich antworte mental und mit all meiner Liebe: „Ich liebe dich. Sei mein!“ Diese Worte lösen den uralten Vorgang der Verbindung aus. Wir beginnen zu schweben und die Welt explodiert in einem Kaleidoskop an Farben. Wir fühlen, wie unsere Orgasmen uns überrollen und fühlen dabei nicht nur unseren eigenen. Durch die Verbindung sind wir eins, fühlen den anderen, so wie wir uns selbst fühlen. Werden auf einer höheren energetischen Ebene vereint. Nicht nur sexuelle Erlösung durch einen unbeschreibbaren lang anhaltenden Orgasmus, sondern heilende, reinigende und befreiende Vereinigung wie sie nur bei wirklich liebenden Paaren vollzogen werden kann.

 

„Piep, piep, piep,, ...“ „Was? Oh große Mutter! Die Zeit! Schnell Liebster, zieh dich an.“ „Echt jetzt? Is die Stunde schon wieder rum?“ „Gut das ich einen Alarm gestellt habe, sonst wären wir von unseren allzu sorgsamen Gardisten gesucht worden.“ Schnell stehe ich auf und schaffe es gerade noch, meine Hose hochzuziehen als Cynthia und Kalari auch schon auf der Lichtung – laut unsere Namen rufend – auftauchen. „Kann es sein, das die sich absichtlich weiter entfernt haben beamen lassen und laut rufend zu uns kommen, weil sie ...?“ „Ich denke die beiden haben schon damit gerechnet, das wir die Zeit mal wieder nicht im Griff haben und wollen uns eine Chance geben.“ „Hm, oder sich selber vor dem Anblick ihrer nackten, geilen, verschwitzten Vorgesetzten in Action“, erwidere ich lachend. „Hallo Kalari, hallo Cynthia. Danke für eure Diskretion.“ „Hallo Aaron, gerne. Glaub mir, wir sind nicht lebensmüde“, entgegnet Cynthia. „Deine Yvette würde uns in kleine Häppchen verarbeiten wenn wir dich in einer unpassenden Pose oder ohne Bekleidung sehen würden“, sagt meine Gardistin Kalari. „Liebster, dein Shirt!“, drückt mir Yvette auch schon mein Shirt in die Hand und fordert mich auf, auch meinen Oberkörper zu bedecken. „Okay, hab verstanden, was ihr meint’s.“ Durch unsere Verbindung sind wir nicht nur energetisch eins, können uns nicht nur telepathisch Verständigen. Durch unsere Verbindung, die wirklich nur der Tod trennen kann, sind gewisse Emotionen extrem gesteigert. Dazu zählt auch die Eifersucht. Ein regelrechter Beschützer und Besitzdrang. Einmal hatte Yvette die Waffe gezogen, weil man mich aus einer Verhandlung `entfernen´ wollte. Damals hatte die Kommandantin zum Glück sofort erkannt, wozu das führen würde und ihren Befehl noch rechtzeitig gestoppt. Hätten mich die Gardistinnen angerührt ... naja, das scheint schon ewig her zu sein. Zu viel ist in den letzten Wochen geschehen, das mir ein Gefühl gibt, als wären Jahre vergangen. „Da, siehst du es Yvette?“ „Ja, jetzt kann ich sehen, was du meinst.“ „Hä? Kalari?“, frage ich. „Äh, bitte entschuldige. Wenn du in Gedanken versunken bist, dann bekommst du diesen `Ausdruck´ im Gesicht. Verträumt, weit weg, starr, du hältst sogar mitten in einer Bewegung inne.“ „Aha.“ „Da es unsere Aufgabe ist, auf euch aufzupassen, analysieren wir eure Bewegungen, Gesten und Äußerungen. Es ist nicht einfach, auf ein Paar in echter Verbindung aufzupassen, die sich mental austauschen. Zudem bist du Empath und wenn du eine Wahrnehmung hast, wollen wir schneller reagieren. Der Vorfall im Ratssaal darf sich nicht wiederholen.“ „Liebste, hast du gehört? Wir werden analysiert.“ „Du wirst analysiert. Mich kennt Cynthia schon.“ „Da muss ich widersprechen, Schwesterchen. Seit der Verbindung hast du ein paar neue Züge angenommen.“ Telepathisch sage ich: „Liebste, dein Schwesterchen erkennt dich nicht mehr.“„Weißt du das sie nur dann das Wort `Schwesterchen´ verwendet, wenn sie ernsthaft befürchtet von mir einen Verweis für ihre Unverschämtheit zu erhalten?!“„Ihr beiden seid wirklich wie Geschwister. Bist du dir sicher, dass ihr nicht tatsächlich verwandt seid?“„Da bin ich mir absolut sicher!“ „Mentaler Austausch. Thema wir beide. Was meinst du?“ „Ich stimme dir zu, Kalari. Jetzt der Blick! Deutung: Wir sind zu weit gegangen und sollten uns zurückziehen.“ „Da liegt ihr goldrichtig mit dieser Deutung!“, platzt es aus Yvette hervor. „Ups“, vernehmen wir Kalari. „Ups?“ „Liebster, das ... haben sie von dir!“ „Hmpf. Vier auf das Kommandoschiff!“, rufe ich wieder einmal zu laut, in mein Armbandgerät. Auf dem Schiff angekommen, ziehen wir uns wärmere und passendere Kleidung für München an. Es ist an der Zeit meine Wohnung aufzulösen. Da ich allein lebe, beamen wir direkt in meine drei Zimmer Wohnung.

Kapitel 3 München

Da stehen wir im Wohnzimmer meiner Wohnung. Es ist ein großer offener Raum mit einer Küchenzeile und einem Tresen mit drei Barhockern, welcher als eine Art Raumteiler zwischen Küche und Wohnbereich steht. „Aha“, kommentiert Cynthia. „Was?“, frage ich. „Na ja, viel auf Besuch bist du nicht aus. In deinem `Wohnzimmer´ stehen ein Rudergerät und ein Ellipsentrainer, von der Decke hängen Turner-Ringe und ein Slingtrainer. Hier an der Wand stapeln sich Matten und kleine Würfel. Kein Sofa, kein Tisch. Nur der Tresen und die drei Barhocker.“ „Was sollte ich auch sonst hier tun? Sitzen kann ich im Büro nebenan und schlafen im Schlafzimmer.“ „Sollen wir alles einscannen oder willst du das wir es in ein Lager transportieren?“, fragt Yvette. „Gute Frage. Meine Siebträger, die will ich mit nehmen. Also die ganze Ecke da in der Küche mit all dem Zubehör. Ansonsten kann alles verschwinden. Durch die Scans kann ich die Dinge, die ich evtl. wieder will, ja dann replizieren.“ „Gut, dann lass ich die Drohne kommen, wenn wir fertig sind.“ „Dann schreibe ich noch die Wohnungskündigung und kündige den Dauerauftrag für die Miete zum Ablauf der Frist. Die Wohnung muss noch gestrichen werden, ich war hier dreizehn Jahre und laut Vertrag muss ich hier ne kleine Renovierung durchführen.“ „Was meinst du?“, fragt Kalari. „Na, die Wände müssen wieder weiß gestrichen werden und die Bohrlöcher vorher geschlossen. Dann noch alles etwas sauber machen. Fenster, Läden und so weiter.“ „A, ich lass das die Drohne machen“, erwidert Kalari lapidar und erinnert mich damit wieder an meinen Mangel an Wissen in Bezug auf die Technologie der Takerer. „So ein klein wenig Hypnoschulung? Muss doch niemand erfahren?“ „NEIN!“, kommt es im Duett von Cynthia und Kalari. „Ich könnte doch den Computer fragen ...“, versuche ich erneut einen Vorstoß. „NEIN! Das ist das Einzige, auf das du vom Rat keinen Zugriff gewährt bekommen hast. Für dich musste extra ein neues Protokoll eingerichtet werden, damit der Zugriff auf diese Einrichtung trotz deiner Vollmachten, gesperrt bleibt. Also schlag es dir aus dem Kopf und akzeptiere es einfach!“, erwidert Cynthia. „Hm, ja ich hab´s mitbekommen. Fühlt sich einfach komisch an, wenn ich von was quatsche und ihr dann lapidar sagt: Das lassen wir die Drohne gleich mit machen.“ „Wir verstehen, was du fühlst. Du siehst durch deine Gabe aber auch, dass wir uns nicht über deine technologischen Wissenslücken lustig machen.“ „Schon gut. Ja, das erkenne ich und bin euch dafür dankbar. Keiner auf Taker macht sich über mich lustig.“

 

Nachdem ich den Brief zur Wohnungskündigung geschrieben und ausgedruckt habe, sowie der Drohne die Anweisungen gegeben wurden, beamen wir auf das Kommandoschiff zurück. Die Schlüssel habe ich dem Vermieter gleich mit in das Kuvert gelegt. Alles Weitere können wir vom Orbit aus erledigen. Die Daten unserer Vermählung sind schnell in die Behördenanlagen eingespeist. Die rudimentären Sicherheitseinrichtungen der Netzwerke - selbst für Erdenverhältnisse, stellen keine Hürden dar. Auch das offizielle Schreiben der irischen Regierungsbehörde ist schnell erstellt. Es wird Prüfungen und rückfragen, standhalten. Yvette ist laut dem Schreiben offiziell eine irische Militärangehörige und ich werde von der irischen Regierung durch unsere Vermählung, aufgefordert mit auf die Basis zu ziehen. Zur Sicherheit und zumindest so lange bis Yvette eine andere Position einnehmen kann. Wir hoffen, dass ich damit meinen Arbeitgeber zu einem Aufhebungsvertrag mit sofortiger Wirkung, überreden kann. Alles nicht so ganz schick und ehrlich, nur die Wahrheit kann ich in diesem Fall schlecht erzählen. `Hey, ich habe geheiratet. Eine Frau von den Sternen und ich muss auch gleich wieder weg von der Erde.´

 

Samstag morgen sitzen wir vier in der Offiziersmesse zum Frühstück und besprechen die weitere Vorgehensweise. „Wir werden in Griechenland die restlichen Forschungsarbeiten erledigen. Ich will mir einige der alten Archive ansehen. Es gibt dort einen Hinweis, der vielleicht Aufschluss über die Geschichte der takerischen Auswanderer geben könnte. Einflüsse sind überall zu sehen, nur wüsste der Rat gerne, wo die Reste der Schiffe geblieben sind. Sie werden sie sicher nicht in die Sonne geflogen haben. Da die Erde technologisch langsam zu wachsen beginnt, muss ein Auffinden der Schiffe - oder der Reste der Schiffe – verhindert werden“, beginnt meine Forscherin, Yvette. „Dann sollten wir uns erst mal einwählen und ein Zimmer oder besser ein kleines Häuschen in Athen suchen. Kann sein, das wir Besuch empfangen wollen und außerdem wird uns irgendwann dann doch mal jemand beobachten wenn wir nur einfach so aus einer leeren Gasse, einem Hinterhof oder einem Zimmer, auftauchen“, kommentiere ich. „Feste Unterkunft, ja, das macht Sinn. Buche einfach“, sagt Kalari, die noch nie auf der Erde war. „So einfach ist das nicht – Größe, Ausstattung, Ort, ...“, lache ich. „Groß wäre gut, nah am Einsatzort, den Rest passen wir an“, erwidert sie lapidar. „Ah, jetzt kapier ich, warum du das so locker nimmst. Kann es sein, dass ihr, wenn ihr auf einen eurer Planeten reist, nur Haus oder Zimmer in dem Ort eurer Wünsche auswählt? Dann die Ausstattung bei Ankunft über eure Technik anpasst, wenn die vorhandene Grundkonfiguration nicht euren Wünschen entspricht?“ „Genau, ganz einfach. Aber wenn ich dein Grinsen und deine Worte richtig deute, glaube ich zu erkennen, das es hier nicht so einfach ist.“ „Nö, ganz und gar nicht. Wenn man nicht genau schaut, hat man ne Dusche über der Kloschüssel, ein Bett, das zu kurz oder hart ist, keine Fenster, keine Klimaanlage, keinen Kühlschrank, Motten, Dreck und so weiter und so weiter. Geht auch noch schlimmer. Wenn es nur ein Etagenbadezimmer gibt. Dann teilt man sich Bad und Klo mit anderen Gästen.“ „Igitt!“ „Genau. Also werde ich mal meinen für euch antiken Laptop aufklappen und auf die Suche nach einem schönen Häuschen gehen, das mein Konto nicht gleich sprengt. Konto – ist ähnlich wie bei euch eure Armbandfarben beim Bezahlen. Nur hier auf der Erde gibt´s nix ohne Arbeit. So etwas wie ein bedingungsloses Grundeinkommen ohne Arbeit wird gerade erst in ein paar Ländern getestet. Nur damit könnte man auch nicht in Urlaub fahren.“ Irgendwie genieße ich es heute sogar, mich in die online Buchungsportale einzuwählen. Ich habe einiges auf der Bank rumliegen, weil ich mich nie an ein eigenes Haus binden wollte, und das Geld benötige ich ja nun nicht mehr. Also wähle ich in Glyfada eine schöne alleinstehende Villa am Meer aus. Glyfada ist einer der elegantesten und luxuriösesten Vororte von Athen. Ich habe dort beruflich einige Male zu tun gehabt und die prachtvollen Villen bewundert. Leisten wollte ich mir einen Aufenthalt aber nie. Es gibt auch viele schöne Kaffees, Bars und Restaurants. Ob wir die Zeit für dessen Besuch haben werden, wage ich zu bezweifeln. Die Buchungsbestätigung kommt beinahe sofort und es wird sogar nachgefragt, ob ich besondere Wünsche an Getränken, Lebensmitteln und Bettwäsche habe. Man würde sehr gerne alles in zwei Stunden besorgen können. Warum nicht? Denke ich und antworte, das ich frische mittelstarke Espressobohnen für die Siebträgermaschine wünsche, sowie Vollmilch, Martini Bianco und Kretanischen Tsikoudia. Letzterer ist auch bekannt als Raki und dennoch anders. Tsikoudia ist die Kretanische Variante des als Tsipouro bekannten Tresterbrands und etwas stärker. Außerdem bestelle ich einen großen Strauß mit bunten großen Callas. Auch hier kommt die Bestätigung bereits nach fünf Minuten. „Wir können in vier Stunden in die Villa ziehen. In der Zwischenzeit werde ich Costa kontaktieren und ein Treffen vereinbaren. Wahrscheinlich finden wir ihn in seinem Studio. Also werden wir unser heutiges Training einfach dort hin verlagern.“ „Studio? Costa? Er macht Sport?“, sprudelt Kalari gleich wieder los. „Ja, ja und ja. Er ist außerdem sehr groß. Aber beruhige dich erst mal. Du hast ihn noch nicht gesehen und eine Garantie, dass ihr ein `Match´ seid, gibt es auch keine. Ich will nicht, dass du enttäuscht bist. Ich weiß auch nicht, ob er noch alleine ist. Wir haben einige Jahre nicht miteinander gesprochen.“ „Keine Sorge, auch wenn ich glaube, dass deine Gabe mehr sieht. Du kennst ihn und kennst mich. Hoffentlich ist er ungebunden.“ „Lasst uns ein paar passende Kleidungsstücke replizieren und in Koffer packen. Wir müssen mit Gepäck anreisen. Wir werden uns einen Fahrerservice am Flughafen buchen und stilvoll ankommen. Den Schein wahren. Es kann nicht schaden und es macht Spaß mal auf den Putz zu hauen. Montag machen Yvette und ich einen kurzen Abstecher nach München und sehen zu das ich dort alles Abschließen kann. Ihr werdet zumindest englisch als die Verkehrssprache auf der Erde, brauchen. An Bord und in vorbereiteten Räumen habt ihr ja diese Übersetzer, die ich immer noch nicht kapier wie die funktionieren ohne das ich jemand andren als den mir Gegenüber oder mich, reden hör.“ „Telepathischmechanischer Simultanübersetzer – TMS. Stell es dir wie Schwingungen vor. Jede Sprache hat eine Schwingung und man kann sie in Einklang bringen, auf dieselbe Ebene heben. Wir greifen diese Schwingungen bereits in den Gehirnen ab und geben lediglich eine Matrix hinzu, welche die Worte dann verstehen lässt. Zu den Sprachen auf der Erde, wir haben die Hauptsprachen in einer Hypnoschulung bereits erhalten.“ „TMS, okay. Hauptsprachen der Erde, aha. Ganz super, dann sprecht ihr jetzt besser Griechisch als ich. Wieder nix mit Heimvorteil!“, antworte ich etwas deprimiert. „Schmollst du?“ „Ach! Is´ doch einfach scheiße das ich Hypnoschulungen verwehrt bekomm!“ „Auch wenn ich dich verstehe, solltest du damit abschließen. Du kennst die Gründe und du wirst von allein lernen, was du eben gerade brauchst. Wie sagst du immer? On the go?“ Lachend antworte ich: „Schon gut, gib mir noch´n paar Monate mich dran zu gewöhnen, mich als Barbar unter technologischen Wunderwesen zu fühlen.“

 

Costa hat auf meine Nachricht sehr schnell reagiert. Als wären die letzten zwölf Jahre ohne Kontakt, nicht vorhanden. Wie vermutet ist er in seinem Studio und ich glaube inzwischen, wohnt er sogar dort, seit er seinen Trainer rausgeschmissen hat. War eine böse Sache damals. Als ich ihn frage, ob ich mit meiner Begleitung bei ihm Trainieren könnte, stimmt er sofort zu.

 

Kapitel 4 Glyfada – das Treffen

Ich wollte sichergehen, dass wir einerseits nicht gesehen und andererseits eine zeitlich nachvollziehbare Anreisezeit haben. Deshalb habe ich die Limousine in den hinteren Teil des DHL Express am Athener Flughafen bestellt. Wir konnten dort unbeobachtet `auftauchen´. Leider mussten wir dem Fahrer eine neue Erinnerung suggerieren und da es sich `lediglich´ um unseren genauen Pick-up Ort handelte – also Flughafen Ankunft – habe ich dem zugestimmt. Kalari die noch nie auf der Erde war, amüsierte das altertümliche Gefährt, welches sich auf vier Gummirädern fest auf dem Boden, wackelnd und schaukelnd fortbewegt, sehr. Für die Verhältnisse hier auf der Erde ist der extra lange Mercedes V300 AMG mit seiner hellen geräumigen Innenausstattung, gerade sehr aktuell. Straßenlage und Fahrgefühl ein Traum. Ja – ich gebe zu, die Gleiter auf Taker sind da noch eine andere Nummer. Wobei Kalari doch die Innenausstattung bewunderte und meinte, dass die Erde sicher irgendwann auch schöne Raumfahrzeuge entwerfen wird. Vor ein paar Wochen noch hätte ich es bei so einem Kommentar bedauert nicht später geboren worden zu sein, um die Raumfahrt der Erde zu erleben. Jetzt erlebe ich die Raumfahrt durch die Takerer und kann das Aufblühen der Raumfahrt der Erde in der Zukunft beobachten. Klar, nicht alles an der relativen Unsterblichkeit fühlt sich so gut an wie die Möglichkeit den technologischen Aufschwung eines Planeten über die Jahrhunderte zu erleben. Ich bin hier geboren und habe hier auf der Erde eine Familie und auch ein paar Freunde. Sie werde ich früher verlieren, als mir lieb sein wird. Die Zeit vergeht anders, wenn man kein `Haltbarkeitsdatum´ mehr hat, welches unaufhörlich wie ein Timer runter zählt. Während der Fahrt nach Glyfada sehe ich bekannte Straßen, Gebäude und Hafenanlagen vorbeiziehen. Erinnerungen an meine Jahre hier werden wach. Die Arbeit – die Firma! Ein anderes Leben. Komplett anders. Ein anderes Abenteuer, in das ich mich damals begeben hatte. Ausgewandert aus dem kalten Deutschland, um meinen Workaholic Lebensstil zu ändern. Eine Gelegenheit wahrgenommen und eine Tauchfirma gegründet. Als der `zuverlässige und unbestechliche´ Deutsche erhielt ich viele Aufträge. Bergungen, Hafenanlagen warten, Blöcke setzen, Core-Loc setzen, viele Fischfarmen, die meine Dienste beim Ankersetzen oder Netzwechsel suchten, Frachtschiffe überprüfen, Yachten warten. Yachten, da fing dann eine andere Tätigkeit an, welche im Verlauf Costa in meine Dienste brachte. Die Erinnerungen rufen sehr gemischte Gefühle in mir hervor. „Liebster geht es dir gut?“ Wieder einmal vergaß ich, das Yvette mich fühlen kann. „Ich wollte auch gerade fragen, ob etwas nicht stimmt. Du hast diesen unheilsorgenvollverträumten Blick“, kommentiert nun auch Cynthia. „Hä? Was für einen Blick? Ach egal. Ja, hier kommen ein paar gemischte Erinnerungen hoch. Nichts das von Bedeutung ist. Macht euch keine Gedanken. Is‘ schon wieder rum ums Eck.“ „Rum ums Eck?“, fragt Kalari. „Bedeutet das es bereits wieder vorüber ist. Alles gut“, erkläre ich etwas schroffer als beabsichtigt. Es gibt ein paar Dinge, über die ich noch mit niemandem gesprochen habe. Costa ist der Einzige, mit dem ich darüber sprechen kann, denn er war bei den Aufträgen dabei. Fest verschließe ich die Erinnerungen in einer tieferen Ebene und hoffe, sie nicht ausgraben zu müssen.

Als wir an der Villa ankamen, wurden wir bereits von zwei in schwarze Anzüge gekleideten Männern und einer Frau in einem ebenfalls schwarzen Businesskleid, erwartet. Die Männer entluden die Koffer und brachten sie in das Haus, während wir von der uns als Konstantina vorgestellten Maklerin, herumgeführt wurden. Die Blumen standen wie von mir gewünscht in Yvettes und meiner Suite. Yvette war hin- und weg. Kalari und Cynthia kommentierten nur mit: „Das war irgendwie klar, das da noch etwas speziell für seine Liebste sein muss.“ Nachdem uns die Maklerin und ihre Begleitung verließ, haben Kalari und Cynthia das gesamte Anwesen gründlich inspiziert und ein paar takerische Überwachungsanlagen installiert. Selbst hier auf dem Barbarenplaneten wollen sie nichts dem Zufall überlassen. Mir soll es Recht sein. Seit ich wieder hier in Griechenland bin, fühle ich mich etwas unwohl. Als würde ich verfolgt. Was Erinnerungen einem so alles an Streichen spielen können!

 

„Die Unterkunft ist wirklich groß und schön. Auch der private Strand ist perfekt. Hier könnte man einen schönen romantischen Urlaub verbringen. Abends nackt am Strand liegen, ein Glas takerischen Martini, wir zwei auf einer schönen großen Decke im Sand, ...“, beginne ich. „Streich das gleich wieder! Wir sind auch hier!“ „Schon gut Kalari, wir haben eh keine Zeit. Wir sind in einer Stunde in Costas Studio zum Training verabredet.“ „Costa, Studio, ich zieh mich um!“, und schon ist Kalari verschwunden. „Die ist ja ganz aus dem Häuschen! Sie kennt ihn nicht und ich habe oft genug darauf hingewiesen das ich weder weiß, ob er alleine ist - wobei ich es vermute seit der wirklich doofen Geschichte damals – oder ob er ihr auch gefällt und umgekehrt. Ich bin nicht Amor und verschieße Pfeile.“ „Wer kann es ihr verübeln? Auf Taker gibt es nur wenige Männer und heimlich hoffen alle Frauen die dich kennen auf eine Gelegenheit, die Erde zu besuchen und vielleicht auch dort einen Lebensgefährten zu finden. Was meinst du mit `doofen Geschichte´?“ „Costa hatte vor vielen Jahren eine üble Trennung. Er ist etwas über zwei Meter groß und wirklich sehr kräftig. Er hat immer Angst, Frauen aus Versehen zu verletzen. Das war damals mit seiner Freundin ähnlich. Er hat sie abgöttisch geliebt, war ihr regelrecht verfallen und sie hat viel mit ihm gespielt. Will heißen, sie wusste, er ist ihr verfallen und sie hat ihn deshalb auch ausgenutzt. Immer das beste Restaurant, Kleider, Schmuck, Urlaube und so weiter. Sie war sehr oberflächlich und auf das bequeme Leben aus. Sein Trainer und auch bester Freund zu der Zeit, riet ihm immer er solle mit seiner Kraft achtsam sein, damit er sie nicht verletzt, da sie sehr zierlich ist. Immer wieder hat er ihm geraten, sie sehr zart und vorsichtig zu behandeln. Gerade beim Sex solle er besonders vorsichtig sein. Leider hat sich herausgestellt, dass sein Trainer ein falsches Spiel gespielt hat. Costa hatte sein Haus mit einer neuen Sicherheitsanlage ausgestattet und Kameras getestet. Logisch, er ist Sicherheitsspezialist und wollte sein neues Spielzeug ausprobieren. Seine Freundin wusste nicht, dass er Überwachungskameras aufgebaut hatte, und so musste Costa mit ansehen und hören wie sein Trainer - den er als engen Freund ansah – seine Freundin hart fickte und sie laut stöhnen hörte, wie gut es ist endlich richtig rangenommen, zu werden, denn ihr Freund wäre dazu wohl nicht in der Lage. Das hat ihn fast austicken lassen. Seinen sogenannten Freund hat er übel zusammengeschlagen. Seine Freundin flog aus seinem Haus und seitdem wollte er nie eine neue Beziehung eingehen. Es zerbrach etwas in ihm. Er ist sehr höflich und zuvorkommend zu allen Frauen, lehnt aber eine Beziehung ab. Er sagt immer das nur eine Frau, die ihn im Nahkampf besiegen kann und ebenso stark ist wie er, eine Chance bei ihm bekommen würde.“ „Oje, das hört sich übel an. Meinst du, er ist noch allein nach all den Jahren?“ „Na ja, besieg mal´n zwei Meter 110 kg definiertes Kraftpaket. Auf der Erde gibt´s nicht sehr viele solche Frauen. Costa, wenn sich was in den Kopf gesetzt hat, zieht es auch durch. Wenn er eine Frau hat, hätte er es mir wahrscheinlich schon mitgeteilt.“ „Kraft hat Kalari ja und zerbrechlich ist sie ganz bestimmt nicht. Vor allem hier auf der Erde mit der geringeren Schwerkraft.“

 

Bevor wir das Haus verlassen, nehme ich Kalari dann doch noch kurz zur Seite. Durch den kurzen Austausch mit Yvette in Bezug auf Costa will ich ihr dann doch einen kleinen Hinweis geben. Ich muss es ihr ja nicht schwerer machen. „Kalari, ein kleiner Hinweis zu Costa. Er ist wirklich sehr groß und für die Verhältnisse auf der Erde sehr kräftig. Er liebt das Training und vor allem liebt er Nahkampf. Gesetzt den Fall er ist noch ungebunden ... er hat eine Regel in Bezug auf Frauen. Nur eine Frau, die stärker ist als er und ihn im Nahkampf besiegen kann, wird bei ihm eine Chance bekommen. Wenn er noch alleine ist, dann ist er es seit vierzehn Jahren. Er wurde sehr verletzt und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er es durch. Vielleicht hilft das etwas, nur übertreib es nicht! Wir sind auf der Erde mit nur einem `g´. Selbst ich durch die Anpassung, komme mir hier vor, als würd alles zu leicht und zerbrechlich sein.“ „Nahkampf – das wird ja immer besser! Danke Aaron. Ich werde aufpassen nicht zu sehr zu übertreiben mit der Kraft. Danke für die Hinweise.“ Aufgeregt geht sie zu Cynthia und berichtet, was ich ihr zu Costa gesagt habe. „Wie alt ist Kalari nochmal?“, frage ich Yvette. „Sie ist 95, was bei uns wie du weißt, noch sehr jung ist. Außerdem denke ich das jede Frau und jeder Mann egal welchen Alters, sich in Liebesangelegenheiten wieder in ein Kind verwandelt.“ „Auch wahr. Dann lass uns mal ein Taxi rufen. Wird lustig, die fahren wie die Wilden hier in Athen. Wir könnten aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen, wenn ihr auf große Abenteuer aus seid.“ „Was sind das für Verkehrsmittel?“, fragt Cynthia. „Da gibt es Busse und die Metro, also Züge auf Schienen. Beide meist überfüllt, man quetscht sich wie eine Sardine hinein, hält möglichst die Luft an und betet, dass man an der gewünschten Haltestelle auch aus dem Bus raus kommt.“ „Ruf das Taxi!“, antwortet Cynthia mit einem genervten Schnauben. „Warum fragst du, wenn du schon weißt das wir euch keinesfalls in so ein Ding lassen werden!“ „Weils Spaß macht eure Gesichtsausdrücke zu sehen“, grinse ich sie breit an.

Das Taxi war schnell da und wir hatten eine interessante Fahrt in’s Zentrum Glyfadas. Costa hat sein Studio in einer schönen Gegend. Während der Fahrt gab ich noch weitere Informationen zu Costa bekannt. „Costa ist ein Sicherheitsspezialist. Er war bei einer staatlichen Spezialeinheit, die sich um den Schutz hoch gestellter Personen kümmert. Sogenannte VIP. Dort war er Teamleader und für die Organisation, Lagebeurteilung, Sicherheitsanlagen und Personeneinteilungen verantwortlich. Er stand auch immer selbst mit in vorderster Reihe, ließ nie nur seine Leute in der Schusslinie. Was er nicht selbst bereit war zu übernehmen, wollte er auch keinem aus seiner Gruppe anweisen. Er ist sehr gut in seinem Job und hat einen sehr hohen Ehrenkodex. Eines Tages sah er durch die Überwachungskameras, wie einer der VIP´s die er schützen sollte, sich auf einer Hausparty, an einem Mädchen vergriff. Sie war gerade mal 15 Jahre jung. Sie wehrte sich und schrie. Bis Costa das Zimmer erreichte, hatte der Politiker das Mädchen bereits bewusstlos geschlagen und war dabei sie zu vergewaltigen. Costa tickte aus und schlug den Politiker, den er schützen sollte. Wenn die anderen aus seinem Team ihn nicht zurückgezogen hätten, ... Wie dem auch sei, trotz der Aufzeichnungen, wurde dem Politiker nichts zur Last gelegt. Politik eben. Wäre schlecht für die amtierende Regierung, wäre schlecht für die Auslandsbeziehungen, wäre schlecht für die anstehenden Wahlen, wäre schlecht für die Ehe des Politikers, blablabla. Damit Costa ruhig bleibt und nicht über diese Sache spricht, wurde er offiziell in allen Ehren aus dem Dienst entlassen und bekam eine sehr hohe Abfindung. Mit dieser Abfindung kaufte er sich dann das Studio. Er nimmt immer wieder kleine Sicherheitsjobs an, wenn sie ihm angeboten werden. Militär oder private Personenschutzfirmen nehmen ihn nicht, da er auf einer Art Blacklist steht. In allen Ehren entlassen und dennoch wurde dafür gesorgt, dass es für ihn schwer ist, in seinem Beruf eine Anstellung zu finden.“ „Wie hast du ihn kennengelernt?“, fragt Yvette. „Ich hatte in dem Studio ein paarmal trainiert und wir hatten uns unterhalten. Haben ein paar Mal dann auch zusammen trainiert. Ich erzählte ihm, dass ich zurzeit in einem der Yachthafen als Taucher zu tun habe und er meinte, er wäre auch ein Taucher und es fehlt ihm. Es wäre Teil seiner Ausbildung und Arbeit gewesen. Na ja, so hab ich ihn gefragt, ob er Lust hätte, mich hier und da bei meinen Taucharbeiten zu unterstützen. Nix Besonderes. Hafenanlagen inspizieren, Frachtschiffe inspizieren, mal ne Außenreinigung eines im Hafen liegenden Schiffes oder auch mal neue Anker setzen bei Fischfarmen“, erklärte ich. Dabei hoffte ich auch, dass ich meine Emotionen und Erinnerungen tief genug vergraben hatte bei der Aufzählung meiner Arbeiten und dem, was ich nicht aufzählte.

Als wir vor dem Studioeingang stehen, finden wir die Tür verschlossen. Auf einem auf die Eingangstür geklebten handgeschriebenen Blatt lesen wir: Aufgrund eines Notfalls bleibt das Studio bis auf Weiteres geschlossen. „Was für ein Notfall? Ist ihm etwas passiert?“, fragt Kalari. „Ha! Typisch Costa. Ich ruf ihn an.“ „Aaron?“, kommt es lapidar aus dem Lautsprecher. „Wir sind da!“, antworte ich auf Griechisch. Klick. Telefon aufgelegt. „Er wird gleich ...“, beginne ich, als die Tür auch schon aufgeschlossen wird. „Kommt rein!“, fordert er uns auf und verschließt sofort die Tür hinter uns. Er ist unverändert der muskulöse 2,05 Meter Riese. Braune Haut, Pompadour Haarschnitt und drei Tages Bart. Seine braunen Augen leuchten, als er mich stürmisch umarmt. „Malaka Aaron! Es ist schön, dich wieder zu sehen. Du siehst gut aus. Kräftiger. War auch Zeit, dass du an Muskulatur zulegst!“ „Freund! Schön auch dich wieder zu seh‘n. Danke das wir so einfach auf ein Training vorbeikommen konnten. Was für ein Notfall ...?“, frage ich nach, obwohl ich mir seine Antwort schon denken kann. „Du hast eine Nachricht geschickt, da will ich mich ungestört unterhalten können, vielleicht hast du ja einen kleinen Auftrag?“, zwinkert er mir zu. Das war klar. „Auftrag?“, fragt Kalari. „Äh, bitte entschuldigt! Ich bin unhöflich. Costa das sind Kalari und Cynthia sowie meine Frau Yvette.“ „Sehr erfreut“, nickt er den beiden zu. „Deine Frau? Yvette, da musst du einiges an Arbeit hinter dir haben. Aaron ist eine harte Nuss und wollte sich nie fest an jemanden Binden.“ „Wir sind erst seit ein paar Wochen zusammen. Es war, eine Verbindung die einfach hatte sein sollen“, antworte ich für Yvette. „Wie sieht es bei Dir aus? Du bist eine noch härtere Nuss“, frage ich gleich die Gelegenheit nutzend nach. Zu deutlich spüre ich Kalaris Anspannung. „Wie gewohnt. Lass uns trainieren!“. Damit bestätigt er mir, dass er nach wie vor alleine ist. Als wir hinter ihm hergehen und er uns sein Studio zeigt, tritt Kalari neben mich. „Bedeutet das ...?“ „Ja, er ist allein.“ Aufatmend drängt sie sich vor und fragt: „Costa, können wir gleich mit dem Training beginnen? Aaron hat ein Programm zu absolvieren und seinen Zeitplan einzuhalten. Ich bin für seine Ausbildung verantwortlich.“ „Natürlich. Hier geht es in die Umkleiden. Welche Ausbildung?“ „Nahkampf und körperliche Stärke. Außerdem bin ich für seinen Schutz verantwortlich.“ „Ohooo Aaron! Das wird auch Zeit! Den Grund für diesen Entschluss wirst du mir sicher später noch erzählen, nicht wahr?“, ruft er mir nach hinten zu und mit Interesse an Kalari: „Du bist also im Nahkampf ausgebildet. Ich habe einen Trainingsraum für Nahkampf. Dort befinden sich ein Sparingbereich, Boxsäcke, Boxdummy, diverse Schutzausrüstung, auch eine Kendoausrüstung und sowas.“ „Sehr gut. Ein Waffenstand ist hier auch?“ „Waffen?! Malaka Aaron! Wir müssen reden! Schutz und Ausbildung!“, ruft er laut. „Kalari! Zurückhaltung!“, befiehlt Cynthia, aber jetzt, ist es schon zu spät und ich fühle das Costa vor Neugierde und Hoffnung auf einen neuen Auftrag förmlich platzt. Noch etwas kann ich nicht nur fühlen, sondern auch sehen. Er sieht Kalari neugierig immer wieder von oben bis unten an. „Lass uns trainieren und wir reden danach“, antworte ich in der Hoffnung, ihn noch etwas hinhalten zu können.

 

Im Hauptraum befindet sich neben der üblichen Gewichte, Hantelstangen und Bänke, auch ein Calisthenics-Bereich. Nach dem üblichen Aufwärmen gehe ich zur Klimmzugstange und beginne mit Klimmzügen und langsamen Muscle ups. Da es sich so leicht anfühlt, gehe ich gleich in die Planche und mache dort vier Liegestütze. „Kalari dein Programm ist echt gut, das hat Aaron damals noch nicht geschafft.“ Erst jetzt fällt mir ein das auch ich hier auf der Erde nun als an Taker Angepasster und durch die Verbindung mit Yvette, viel stärker bin. Die Anweisung, welche ich Kalari gegeben habe, hätte ich mir selbst auch auf die Stirn kleben müssen. Wurschtegal! Sein Interesse an Kalari ist deutlich gestiegen. Leise unterhalten Cynthia, Yvette und ich uns etwas abseits. „Sag mal Aaron, interpretiere ich richtig das Kalari ...“, fragt Cynthia. Seufzend bestätige ich: „Ja, unglaublich. Sie ist, obwohl sie ihn gerade mal eine Stunde kennt, total verknallt.“ „Was ist daran so unglaublich? Erinnere dich an uns, Liebster.“ „Schon klar, mal seh‘n, wie Costa auf sie reagiert. Er ist interessiert, sonst würde er nicht mit ihr trainieren. Lasst uns unser Programm durchziehen und die zwei einfach mal machen.“

 

 

4.1 Zwischenspiel Costa

Aaron ist hier! Und er hat eine Personenschützerin, die ihn auch im Nahkampf ausbilden soll. Dass er in nur nach ein paar Wochen kennenlernen, geheiratet hat, ist ungewöhnlich, mich interessiert aber eher, ob er einen neuen Auftrag hat, bei dem ich ihn unterstützen kann. Es ist Jahre her seit unserem letzten gemeinsamen Auftrag und ich habe nur vereinzelt ein paar Tagesjobs für Neupromis erhalten. Teilweise Kids in den zwanzigern, die durch dubiose Onlinehandel an Geld gekommen sind. Da ging es mehr um das Gehabe `seht mal, ich bin Reich und brauche einen Bodyguard. Schick oder? ´. Gerade gelernt die Schnürsenkel zu binden aber einen auf dicke Hose machen als hätten sie die Weisheit in die Liege gelegt bekommen. Irgendwann habe ich auch die Art Aufträge nicht mehr angenommen. Die Großen hatten noch Respekt vor der Person, die sie beschützen. Die Tastaturverbieger und Digitalgeldverschieber haben NULL Respekt. Zumindest die, die ich kennengelernt habe. Aaron würde wieder sagen: „Es sind nicht alle Menschen gleich“, oder so. Ich brenne richtig darauf wieder richtige Action zu haben. Egal, was es ist, wie lange es dauert und egal, wo es mich hinführt. Hauptsache Action! Action ... diese Kalari ... dafür das sie so zierlich ist, ist sie ziemlich kräftig und sie sieht verdammt gut aus! Sie dürfte so um die 1,82 groß sein, was sie auf jeden Fall größer als den weiblichen Durchschnitt macht. Mir gefallen auch ihre bronzefarbenen Haare, welche einen schönen Kontrast zu ihrer marmorweißen Haut bilden. Aber besonders haben es mir ihre roségoldenen Augen, die funkeln wie die Serne, angetan! Wenn sie Personenschützerin ist, muss sie auch einiges drauf haben. Auch diese Cynthia wurde mir als `Garde´ seiner Frau Yvette vorgestellt. Der Blick Aarons ist mir nicht entgangen, als Yvette das Wort rausgerutscht ist. Garde! Malaka Aaron! Da muss einfach etwas Großes dahinter stecken. Es war gut, das Studio kurzfristig zu schließen. Wahrscheinlich will Aaron erst sehen, wie es mir geht und ich denke, dass diese `Garde´ mich auch erst etwas abtasten will. Können sie haben! Ich zeige ihnen, wie fit ich bin und dass ich für jeden Auftrag der richtige Mann bin.

 

Aaron ist sehr kräftig geworden. Mit welcher Leichtigkeit er die Übungen durchführt, die ich ihm vor Jahren gezeigt habe, zeigt, dass er wirklich dran geblieben ist. Als er hier das erste Mal in mein Studio kam, hatte er lediglich mit Gewichten trainiert und sein Konditionstraining durchgezogen. Er interessierte sich für Calisthenics und als ich ihm die Vorzüge zeigte, war er so davon besessen, dass er keine Gewichte mehr anrührte. Ich brauche beides. Ich brauch auch das kalte Eisen, das mich in die Bank presst. Auch will ich was auf den Schultern spüren beim Training. „Wenn du die Bank nur zum Grübeln nutzt, lass mich ran!“ „Mala ...“, stoppe ich meinen Fluch noch rechtzeitig. „Was ist nun? Ich hab nicht den ganzen Abend Zeit“, antwortet Kalari. Verdutzt stehe ich auf. „Okay, äh kein Thema. Ich nehm ein paar Gewichte runter, Moment.

---ENDE DER LESEPROBE---