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Die jährliche Qual der Steuererklärung - nicht ganz erst gemeint. Der Autor ist sich ziemlich sicher, dass sich der potentielle Leser ebenfalls jährlich erneut über diese höchst vergnügliche Arbeit ärgern muss.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Bibliographische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.de abrufbar.
Ulf Häusler
Die Steuererklärung
ISBN Paperback: 978-3-347-89637-6
ISBN eBook: 978-3-347-89638-3
Cover-Gestaltung: Regina Häusler
www.art-regina-haeusler.de
Technisches Layout: Jochen Zeller
1.Auflage
© 2023 Ulf Häusler
Verlag und Druck:
tredition GmbH
Halenreie 40 - 44
22359 Hamburg
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Die Steuererklärung
Den geplagten Steuerbürgern mit mittlerem Einkommen…
ULF HÄUSLER
DIE STEUERERKLÄRUNG
Eine (überwiegend) heitere Erläuterung
Cover
Urheberrechte
Titelblatt
Prolog
1.Kapitel: Mantelbogen, Zeilen 1 – 15 und Zeile 17
2.Kapitel: Mantelbogen Zeilen 16 und Zeilen 31 - 47
3.Kapitel: Mantelbogen, Zeilen 18 – 27
4.Kapitel Anlage Vorsorgeaufwendungen
5.Kapitel: Anlage Sonderausgaben
6.Kapitel: Anlage Außergewöhnliche Belastungen
7.Kapitel: Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen
8.Kapitel: Anlage Kind
9.Kapitel: Anlage N
10.Kapitel: Anlage S
11.Kapitel: Anlage R
12.Kapitel: Anlage KAP
13.Kapitel: Anlage V
14. Kapitel: Anlage Unterhalt
15.Kapitel: Anlage L
16.Kapitel: Anlage G
17 Kapitel: Anlage SO
18.Kapitel: Anlage WA-Est
Statt eines Nachworts… …ein Brief:
Über den Autor
Cover
Urheberrechte
Titelblatt
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Über den Autor
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Prolog
Felix Bollmann war deprimiert. Und das nicht erst seit heute, sondern genau genommen schon seit dem Neujahrsmorgen, weil ihm ausgerechnet beim Frühstück mit Ehefrau Elena eingefallen war, dass er – alle Jahre wieder – erneut ganz allmählich damit beginnen müsste, alle Unterlagen für die im späten Frühjahr fällige Einkommensteuererklärung zu sichten. Und sichten bedeutete im Klartext, die beiden mit allen im abgelaufenen Jahr dortselbst gesammelten und folglich rappelvollen Schuhkartons mit Rechnungen, Belegen, allen möglichen Quittungen auszumisten. Und ausmisten bedeutete, alle Belege zu sortieren nach denkbarer Zuordnung zu den diversen Einkunftsarten auf kleinen Häufchen zu stapeln und alles, was nicht steuerrelevant war, für die Blaue Tonne zu sammeln.
Im vergangenen Jahr hatte er sich schon einmal etwas näher damit befasst und feststellen können, dass es 7 Einkunftsarten gibt. Und man sage und schreibe 25 – in Worten: fünfundzwanzig (!) – Anlagen obendrein ausfüllen könnte oder gar müsste, auf dass ja dem Fiskus nichts entgehe, um ihm und seinen etwa 35 Millionen Leidensgenossen per staatlich angeordnetem, in Gesetzesform gegossenem Zugriff auch den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen.
Hatte er nicht im vergangenen Sommer in der Zeitung gelesen, dass er und seinesgleichen bis in den Juli hinein nur für Väterchen Staat arbeiten? Gut, er musste einräumen, dass er als Altenteiler nicht mehr arbeiten musste, aber das Juli-Datum betraf auch ihn und Elena, die sich nun ihrer Altersbezüge erfreuten, genauso, wie die Erwerbstätigen. Zusätzlich fiel ihm noch ein, dass Elena am Silvester-Abend ein hinreißend schönes ‚kleines Schwarzes’ getragen hatte. Was offensichtlich neu war. Und vermutlich teuer, denn Elena pflegte in aller Regel ihre Garderobe nicht unbedingt bei ‚Charme und Anmut‘, ihrer spöttischen, aber liebevollen Umschreibung für das Modehaus ‚C & A‘ zu erwerben. Und garantiert hatte sie beim Erwerb des edlen Fummels wieder nicht daran gedacht, sich statt eines Kassenzettels zu (hoffentlich ‚nur‘) 400 Euro vier Einzelquittungen über je 100 Euro geben zu lassen. Selbstredend für Arbeitskleidung. So würde er das edle Kleidungsstück nicht einmal als Werbungskosten geltend machen können.
Felix musste dann an den Silvesterabend denken – sie hatten zusammen mit seinem Exkollegen und gutem Freund Heiner und seiner gesetzlich angetrauten Eheliebsten Hille gefeiert. Als Heiner nämlich mal wieder sein mit den Jahren recht voluminös gewordenes Eheweib verstohlen betrachtete und dann offenbar mit Elenas toller Figur verglich, hatte er plötzlich tief geseufzt und bereits leicht angeheitert gemeint:
„Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“
„Was meinst Du damit?“ hatte Hille prompt gefragt und ihm war nichts Besseres eingefallen, als zu antworten:
„Was hast Du gegen ein Zitat aus der Bibel? Steht im Psalm 38.“
Zum Glück hatte er nichts von einer Kleidergröße 38 gesagt.
Elena hatte, da sie um Hilles Leid wegen ihrer Fülle wusste, sofort bemerkt, dass mit dem Stichwort ‚Last‘ der Abend aus dem Ruder zu laufen drohte und daher geistesgegenwärtig kurz und bündig angemerkt:
„Komm Hille, wir setzen uns in mein Atelier. Sollen die Blödmänner doch allein ihre albernen Sprüche kloppen.“
Immerhin – um Mitternacht, als Felix die Pulle Taittinger köpfte, waren die Damen wieder aufgekreuzt – man hatte auf das neue Jahr angestoßen und der Frieden war wieder hergestellt.
Und nun war der Neujahrsmorgen da, Felix zerfallen mit Gott und der Welt. Weil besagte höchst unerfreuliche Arbeit mit der Vorbereitung der Steuererklärung anstand und dem damit verbundenen finanziellen Striptease vor seinem Finanzbeamten. Genauer gesagt, war es letztens eine Beamtin gewesen, in dankbarem Alter, vermutlich unerhört, denn Heiners Hille war vergleichbar als schlank zu charakterisieren. Felix hatte die Dame in höchst unguter Erinnerung, alldieweil sie sich vor nunmehr drei Jahren seiner Steuererklärung ausgesprochen ‚liebevoll‘ angenommen hatte. Das Ergebnis der Prüfung war niederschmetternd gewesen: Hatten er und Elena bis dato immer ein paar müde Euro Erstattung einheimsen dürfen, war eine saftige Steuernachzahlung herausgekommen und - schlimmer noch – er musste seitdem viermal im Jahr beachtliche und vor allem höchst ärgerliche Vorauszahlungen leisten. Das Einzige, was ihn damals getröstet hatte, war die Tatsache, dass er die Dame unter Hinweis auf die entsprechende Bestimmung in der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung davon hatte abhalten können, ihm und Elena auch noch die jährliche Abschreibung auf das von Elenas Schwester ererbte Einfamilienhäuschen im Waldeck in Nordhessen zu streichen.
Was hatte diese Frau nur alles von ihm wissen wollen. Immerhin hatte sie nicht danach gefragt, wie oft er mit Elena inniglich verbunden war. Wahrscheinlich hatte sie sich die Frage nur deshalb verkniffen, weil Väterchen Staat das liebevolle Beisammensein mit der eigenen, meist zugleich Ehefrau nach wie vor nicht als geldwerten Vorteil klassifizierte. Obwohl der Gedanke eigentlich naheliegend war, denn hormonell daheim befriedigte (zumeist) Ehemänner ersparten ja sonst womöglich notwendige Aufwendungen in einem Puff. Vielleicht wurde das ‚Problem‘ ja deshalb nicht steuerpflichtig, weil man sich inzwischen der Gleichberechtigung verschrieben hatte und es noch keine Bordelle gab, in denen Männer einsame Frauen empfingen.
Felix musste grinsen: ‚Junge, was hast Du nur wieder für unkeusche Gedanken, das neue Jahr fängt ja gut an. Aber so ein Besuch im Puff – ob schon mal einer versucht hatte, die dort erhaltene Quittung als Geschäftsessen abzusetzen?‘
Und dann durchzuckte Felix eine grandiose Idee: Er würde die Fragen zu seiner Steuererklärung dieses Mal ganz ausführlich beantworten. Und zu den einzelnen Einkunftsarten und allen zugehörigen Anlagen ganz ausführlich Stellung nehmen und seine Erläuterungen den betreffenden Vordrucken jeweils beifügen…
1.Kapitel: Mantelbogen, Zeilen 1 – 15 und Zeile 17
Mittlerweile schrieb man den 26 April anno 2021 n.Chr. Ich, Felix Bollmann saß tief versonnen an meinem alten Schreibtisch – einem antiken Stück aus dem 18. Jahrhundert, einem sog. Jockel-Tisch - also einem Tisch für Spieler, daher mit tiefgezogenen Beinen, sodass sich die Spieler nicht per Fuß irgendwelche Signale geben konnten – und studierte fleißig die ausgedruckten Formulare für die Einkommensteuer-Erklärung des Jahres 2020. Und ich stellte zu meiner allergrößten Überraschung fest, dass der Mantelbogen gar kein Mantelbogen mehr war, sondern statt der aus früheren Jahren gewohnten 4 Seiten im Format DIN A4 – aufgeklappt also DIN A3 - nunmehr nur noch aus einem vor- und rückseitig beschriebenen Blatt Papier, also aus 2 Seiten bestand. Ich hoffte nunmehr insgeheim, dass der vor Jahren von Friedrich Merz, damals seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion, unterbreitete Vorschlag, die Steuerformulare auf das Format eines Bierdeckels einzudampfen, wenigsten tendenziell endlich wahr würde. Allerdings sollte sich meine Hoffnung nicht erfüllen. – das Finanzamt verlangte zwar auf dem neuen Mantelbogen nicht mehr so zahlreiche Angaben wie bisher, fragte dafür aber in den einzelnen Anlagen umso genauer nach.
Seufzend setzte ich die erforderlichen Häkchen, füllte die beiden Rubriken mit Steuer- und Steueridentifikationsnummer aus, um mich nunmehr den Zeilen 8 bis 15 des Vordrucks zu widmen: Name, Vorname, Titel usw.
Ich, Felix, Balthasar Bollmann, wurde am 1. April 1935 als Sohn des Fachanwalts für Steuerrecht Anton Balthasar Bollmann und seiner Ehefrau, Helgard Emilie, geborenes Freifräulein von Steinmann in Berlin geboren. Ich gestehe, dass ich nie begriffen habe, warum meine Mutter meinen Erzeuger geehelicht hat – es muss wohl so etwas wie eine vorgezogene Torschlusspanik gewesen sein, denn meine Mama (wegen ihrer adligen Herkunft bitte auf der zweiten Silbe betonen) war ein wenig mollert und schon über 25 und damit der 30 ziemlich dicht auf den Fersen, als sie das Flehen Antons erhörte und ihm das Ja-Wort gab. Selbiger war damals noch relativ schlank und rank, hinter jeder Schürze her, als Anwalt ließ er zwar hoffen, war aber noch recht unbedarft und als solcher in der Sozietät der von Steinmanns als Angestellter tätig. Und da mein Großvater Freiherr von Steinmann ein sehr gut betuchter Mann war – er verdiente wohl extrem viel Geld, weil er sich als Spezialist für die großen Rittergüter des ostelbischen Landadels etabliert hatte und u.a. deren Steuerprobleme löste – fand der Junganwalt Bollmann wohl auch aus diesem Grund Gefallen an dem jungen Freifräulein.
