Die Tränen der Wandertaube - Stephan Doeve - E-Book

Die Tränen der Wandertaube E-Book

Stephan Doeve

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2,49 €

Beschreibung

Die nordamerikanische Wandertaube wurde im 19. Jahrhundert vollständig vom Menschen ausgerottet. In unserer heutigen Zeit entdeckt ein Wanderer namens Felix in einem großen Waldgebiet in Deutschland eine Taube, die der Wandertaube verblüffend ähnlich sieht. Felix wusste, das sich im 19. Jahrhundert einige Wandertauben von Nordamerika nach Europa verflogen. Aber er hatte nicht gedacht, dass sie sich hier auch vermehrt und überlebt hatten. Als es Felix gelingt, eine der verdächtigen Tauben näher zu betrachten, ist er ganz der Überzeugung eine Wandertaube vor sich zu haben. Doch seiner Freundin Tanja gelingt ein Foto von einer Wandertaube und sendet es an eine Zeitung ... Diese Geschichte soll an das Schicksal der Wandertaube erinnern.

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Seitenzahl: 28

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 – Die Gedanken der Wandertaube

Kapitel 2 – Im Wald der Wandertauben

Kapitel 3 – Die Augen der Wandertaube

Kapitel 1 – Die Gedanken der Wandertaube

Der warme Sommertag neigte sich dem Ende zu und der Sonnenuntergang stand kurz bevor. In diesem großen Mischwald stellten sich die Tiere, sofern sie nicht nachtaktiv waren, auf die kommende Nacht ein. Während sich die Tiere, welche tagsüber aktiv gewesen waren, ein sicheres Nachtlager vor ihren Fressfeinden suchten, hofften die nachtaktiven Tiere auf Beute.

Auf dem Waldboden war bald ein reges Treiben zu beobachten. Verlassene Erdhöhlen, alte umgefallene Baumstämme und natürliche Höhlen unter mächtigen Baumwurzeln waren schnell mit kleinen Tieren besetzt, die alle hofften, diese Nacht wieder mal lebend zu überstehen.

Dieser Wald schien jedoch eine seltsame Aura auszustrahlen, als ob er ein Geheimnis verbergen würde, das er nur ungern preisgeben möchte. Und er hütete seit fast 150 Jahren ein sehr großes Geheimnis, welches bisher nicht entdeckt worden war. Doch leider sollte er es schon bald preisgeben müssen.

Denn die Geheimnisse in der Natur waren schon immer von den Menschen entdeckt worden und das hatte bisher selten etwas Gutes bewirkt gehabt. Meistens hatte es die Zerstörung des Geheimnisses zur Folge gehabt, was der Mensch dann später sehr bereut hatte. Aber rückgängig machen hatte er dies dann auch nicht mehr können, denn was der Mensch in der Natur zerstört hatte, das hatte er gründlich gemacht. Er hatte es bisher in der Vergangenheit immer so gründlich gemacht, dass oft nicht einmal mehr die Erinnerung an das geblieben war, was er vernichtet hatte.

Vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne flog ein sehr kleiner Schwarm von großen schlanken Tauben vorbei und die Tiere verteilten sich auf den mächtigen gebogenen Ästen einer alten Eiche. Majestätisch wirkten ihre Landungen, als ob sie sich für die Gebieter dieses Waldes halten würden. Laut waren ihre Stimmen und sie hallten durch den ganzen Wald. Es dauerte eine ganze Weile, bis ihr Geschrei abgeklungen war und wieder Ruhe im Wald einkehrte.

Doch diese Tauben scheinen von ihrem Aussehen her gar nicht in ihre Umgebung zu passen.

Überhaupt sehen sie gar nicht so aus, wie man sie sonst kennt. Auf dem ersten Blick hätte man sie für ganz normale Tauben halten können. Aber wer sich die Mühe macht genauer hinzusehen, der kann bei diesen Tauben äußerliche Merkmale entdecken, die bei keiner anderen Gattung zu sehen sind.

Aber wer, außer einem Ornithologen, kann dreihundert existierende Arten und zweiundvierzig Gattungen dieser Tierart vom Aussehen her auseinanderhalten? Außerdem wird keiner glauben, dass man diese Taubenart noch lebend zu Gesicht zu bekommen kann, denn sie sind etwas ganz Besonderes.

Bei einer männlichen Taube ist die Unterseite von der Kehle bis zur Bauchmitte orange bis weinrot gefärbt. Die Iris im Auge ist ganz rot. Auch die gesamte Körperform ist seltsam für eine europäische Taube. Von der durchschnittlichen Körperlänge die etwa 41 Zentimeter beträgt machen alleine zwei Drittel die Schwanzfedern aus. Diese sind nach hinten hin keilförmig zugespitzt und 20 Zentimeter lang. Die Schulterfedern und die Oberflügeldecken sind mit dunklen Flecken besprengt, die bei jedem Tier anders aussehen. Auch die Flügel sind sonderbar, denn sie sind von karminroter Farbe. Die Weibchen ähneln dem Männchen, jedoch sind sie matter gefärbt und die Iris ist braun.