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Bei Krebs könnte das, was Sie bislang nicht wissen, die entscheidende Information für Ihre Heilung sein.
In diesem Buch enthüllt Ty Bollinger aufschlussreiche Fakten über
»Die Wahrheit über Krebs ist ein bahnbrechendes Buch. Ty Bollinger gibt Aufschluss über eine Fülle an natürlichen Methoden, die Immunität zu stärken, den Körper zu nähren und Krebs zu bekämpfen. Lesen Sie dieses Buch - es könnte Ihr Leben retten.« Josh Axe
Krebs betrifft mehr Menschen, als Sie glauben würden. Laut Weltgesundheitsorganisation werden eine von drei heute lebenden Frauen und einer von zwei Männern irgendwann in ihrem Leben mit der Diagnose Krebs konfrontiert.
Für Ty Bollinger ist das nicht einfach eine Statistik, sondern etwas durchaus Persönliches. Nachdem er innerhalb von 10 Jahren mehrere Angehörige durch Krebs verloren hatte, begab er sich auf eine weltweite Forschungsreise, um so viel wie nur möglich über Krebstherapien und die medizinische Industrie, die um diese Krankheit herum entstanden ist, herauszufinden. In diesem Buch möchte er seine Entdeckungen - von denen Sie einige schockieren werden - mit Ihnen teilen und Ihnen neue Erkenntnisse vermitteln, wie Sie damit umgehen können, wenn Sie selbst oder einer Ihrer Lieben von Krebs betroffen sind.
Laut Ty Bollinger gibt es neben Chemotherapie, Bestrahlung und operativen Eingriffen sehr wohl viele weitere Methoden, Krebs zu behandeln oder ihm vorzubeugen - wir wissen nur nichts darüber. Die Wahrheit über Krebs taucht in die Geschichte der Medizin ein und in die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die Wirksamkeit Dutzender unkonventioneller Krebstherapien belegen.
Falls bei Ihnen gerade Krebs diagnostiziert wurde, kann dieses Buch Ihnen und Ihrem behandelnden Arzt dabei helfen, die nächsten Schritte zu planen. Falls Sie sich bereits in einer konventionellen Behandlung befinden, kann es Ihnen helfen, während der Chemotherapie oder Bestrahlung Ihre Gesundheit zu unterstützen. Falls Sie selbst Mediziner sind und alles darüber erfahren möchten, wie Sie Ihren Patienten helfen können, wird das Buch Ihren Horizont erweitern und Sie mit wahren Geschichten erfolgreicher Heilung inspirieren. Und wenn Sie schlicht Krebs in neuem Licht sehen möchten, wird es Ihnen die Augen öffnen.
»Ein für alle unerlässlicher Leitfaden. Das in diesem Buch vermittelte, kaum bekannte Wissen kann dazu beitragen, das menschliche Leid überall auf der Welt zu beenden und Menschen aus den Fängen der gescheiterten Krebsindustrie zu retten.«
Mike Adams, der »Health Ranger« und wissenschaftlicher Direktor von CWC Labs
»Und wieder hat Ty Bollinger zugeschlagen! Nach seinem bahnbrechenden Dokumentarfilm Die Wahrheit über Krebs legt er nunmehr ein allumfassendes Buch über die Krebsepidemie und deren ganzheitliche Lösung vor. Besonders interessant ist, wie Klang, Licht und Elektrizität die Immunfunktionen ankurbeln und den Körper heilen können. Dieses Buch ist die perfekte Lektüre für alle, die Krebs vorbeugen oder ihn auf natürliche Weise heilen wollen.«
Jack Wolfson, Doktor der Osteopathie und Kardiologie
»Ty Bollinger liefert Patienten, Wissenschaftlern und Medizinern eine exzellente Erklärung, warum unser derzeitiges Krebsmodell mangelhaft ist und wie Krebs verhindert werden kann. Er bietet eine umfassende Übersicht über Behandlungsoptionen, die hinsichtlich des Risiko-Nutzen-Kosten-Verhältnisses den meisten onkologischen Standardmethoden vorzuziehen sind. Verwenden Sie dieses Buch als Ihre Schatzkarte, um Krebs vorzubeugen und zu heilen. Krebs kann bekämpft werden, und Ty zeigt uns, wie.«
Patrick Quillin, Arzt, Ernährungsexperte und Bestsellerautor
»Mit Die Wahrheit über Krebs hat Ty Bollinger einen Grand Slam hingelegt. Durch seine Ergründung der Krebspolitik wirft er einen mutigen Blick auf eine aussichtslose Situation, die Millionen Menschen überall auf der Welt betrifft. Weil er die umfassenden Informationen in klarer, leicht verständlicher Sprache präsentiert, sind seine erfrischenden, denkwürdigen Einsichten jedermann zugänglich. Falls Sie selbst oder eine Ihnen nahestehende Person von Krebs betroffen ist, ist dieses Buch für Sie Pflichtlektüre.«
Dr. Edward F. Group III
»Ein wahrhaft ermutigendes Buch. Es bietet Patienten Hoffnung auf die Zukunft und die nötigen Informationen, um ihren Krebs zu bekämpfen. Der erste Schritt zur Heilung besteht in der Selbstheilung, und in dieser Hinsicht ist dieses Buch eines der besten auf dem Markt.«
Leigh Erin Connealy, praktische Ärztin
»Ein überwältigendes und ambitioniertes Buch. Ty Bollinger gibt sich nicht mit einer medizinischen Abhandlung zufrieden; er nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Medizin und zeigt uns anhand von Jahrhunderten der Manipulation und des wissenschaftlichen Missbrauchs, wie wir zu dem Punkt gelangt sind, an dem wir in Sachen Krebs heute stehen. Ich sage schon seit Jahren: >Wir alle haben mit dem Krebs zu kämpfen.< (Sie selbst oder jemand aus Ihrem nahen Umfeld wird diese Krankheit wahrscheinlich bekommen.) Daher rate ich jedem, Tys umfassende Abhandlung, die Die Wahrheit über Krebs wirklich ans Licht bringt, unbedingt zu lesen.«
Keith Scott-Mumby, Doktor der Medizin, Chirurg
»Alles, was Sie schon immer über Krebs und die Krebsindustrie wissen wollten, und vieles mehr: Ty Bollingers neues Werk enthüllt, wie wir Krebs bekommen, wie diese Krankheit von der Pharmaindustrie vermarktet und von den >Standardtherapien< des medizinischen Establishments am Leben gehalten wird. Er zeigt uns die vielen heute verfügbaren Optionen jenseits von Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen! Ty Bollingers Die Wahrheit über Krebs ist ein stets aktueller Krebs-Leitfaden, der die Zeiten überdauern wird.«
Ben Johnson, Doktor der Medizin, Koautor des Bestsellers The Healing Code
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2017
Kritikerstimmen zu diesem Buch
»Ein für alle unerlässlicher Leitfaden. Das in diesem Buch vermittelte, kaum bekannte Wissen kann dazu beitragen, das menschliche Leid überall auf der Welt zu beenden und Menschen aus den Fängen der gescheiterten Krebsindustrie zu retten.«
—Mike Adams, »Health Ranger« und wissenschaftlicher Direktor von CWC Labs
»Und wieder hat Ty Bollinger zugeschlagen! Nach seinem bahnbrechenden Dokumentarfilm Die Wahrheit über Krebs legt er nunmehr ein allumfassendes Buch über die Krebsepidemie und deren ganzheitliche Lösung vor. Besonders interessant ist, wie Klang, Licht und Elektrizität die Immunfunktionen ankurbeln und den Körper heilen können. Dieses Buch ist die perfekte Lektüre für alle, die Krebs vorbeugen oder ihn auf natürliche Weise heilen wollen.«
—Jack Wolfson, Doktor der Osteopathie und Kardiologie
»Ty Bollinger liefert Patienten, Wissenschaftlern und Medizinern eine exzellente Erklärung, warum unser derzeitiges Krebsmodell mangelhaft ist und wie Krebs verhindert werden kann. Er bietet eine umfassende Übersicht über Behandlungsoptionen, die hinsichtlich des Risiko-Nutzen-Kosten-Verhältnisses den meisten onkologischen Standardmethoden vorzuziehen sind. Verwenden Sie dieses Buch als Ihre Schatzkarte, um Krebs vorzubeugen und ihn zu heilen. Krebs kann bekämpft werden, und Ty zeigt uns, wie.«
—Patrick Quillin, Arzt, Ernährungsexperte und Autor vonBeating Cancer with Nutrition
»Die Wahrheit über Krebs ist ein Wegweiser, mit Gottes Medizinkästchen Krebs erfolgreich zu vermeiden, zu behandeln und zu heilen. In diesem zukunftsweisenden Buch gibt Ty Bollinger Aufschluss über die Fülle an natürlichen Methoden, das Immunsystem zu stärken, den Körper zu nähren und Krebs zu bekämpfen. Lesen Sie dieses Buch – es könnte schlicht Ihr Leben retten.«
—Josh Axe, Doktor der Chiropraktik und Autor vonEat Dirt(dt. Titel:Dreck macht gesund)
»Mit Die Wahrheit über Krebs hat Ty Bollinger einen Grand Slam hingelegt. Durch seine Ergründung der Krebspolitik wirft er einen mutigen Blick auf eine aussichtslose Situation, die Millionen Menschen überall auf der Welt betrifft. Weil er die umfassenden Informationen in klarer, leicht verständlicher Sprache präsentiert, sind seine erfrischenden, denkwürdigen Einsichten jedermann zugänglich. Falls Sie selbst oder eine Ihnen nahestehende Person von Krebs betroffen ist, ist dieses Buch für Sie Pflichtlektüre.«
—Edward F. Group III, Doktor der Chiropraktik
»Ein wahrhaft ermutigendes Buch. Es bietet Patienten Hoffnung auf die Zukunft und die nötigen Informationen, um ihren Krebs zu bekämpfen. Der erste Schritt zur Heilung besteht in der Selbstheilung, und in dieser Hinsicht ist dieses Buch eines der besten auf dem Markt.«
—Leigh Erin Connealy, praktische Ärztin
»Ein überwältigendes und ambitioniertes Buch. Ty Bollinger gibt sich nicht mit einer medizinischen Abhandlung zufrieden; er nimmt uns mit auf eine Reise durch die Geschichte der Medizin und zeigt uns anhand von Jahrhunderten der Manipulation und des wissenschaftlichen Missbrauchs, wie wir zu dem Punkt gelangt sind, an dem wir in Sachen Krebs heute stehen. Ich sage schon seit Jahren: ›Wir alle haben mit dem Krebs zu kämpfen.‹ (Sie selbst oder jemand aus Ihrem nahen Umfeld wird diese Krankheit wahrscheinlich bekommen.) Daher rate ich jedem, Tys umfassende Abhandlung, die Die Wahrheit über Krebs wirklich ans Licht bringt, unbedingt zu lesen.«
—Keith Scott-Mumby, Doktor der Medizin, Chirurgie und Ganzheitlichen Medizin
»Alles, was Sie schon immer über Krebs und die Krebsindustrie wissen wollten, und vieles mehr: Ty Bollingers neues Werk enthüllt, wie wir Krebs bekommen, wie diese Krankheit von der Pharmaindustrie vermarktet und von den ›Standardtherapien‹ des medizinischen Establishments am Leben gehalten wird. Es zeigt uns die vielen heute verfügbaren Optionen jenseits von Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen! Ty Bollingers Die Wahrheit über Krebs ist ein stets aktueller Krebs-Leitfaden, der die Zeiten überdauern wird.«
—Ben Johnson, Doktor der Medizin, Osteopathie und Naturheilkunde, Koautor des BestsellersThe Healing Codeund Autor vonThe Secret of Health: Breast WisdomundNo Ma’am-ograms!
Widmung
Das letzte Foto von meinen Eltern, aufgenommen 1995
Dieses Buch widme ich meiner Mutter, Jerry Jean Bollinger-Taylor, und meinem Vater, Charles Graham Bollinger. Sie waren die besten Eltern, die ich mir hätte wünschen können, und sie liebten mich bedingungslos. Ich verlor diese beiden wunderbaren Menschen an den Krebs und die erfolglosen Therapien dagegen. Beide sind auf ihre eigene Art meine Helden. Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, kann ich wirklich sagen, dass ich an meine Mutter und meinen Vater keine einzige schlechte Erinnerung habe. Ihr Lächeln war ansteckend, ebenso ihre Lebensfreude.
Nun, da beide gegangen sind, habe ich zwei Lücken in meinem Herzen, die nie mehr geschlossen werden können. Aber ich werde sie beide im Himmel wiedersehen. Darauf hoffe ich.
Dank
Ty und Charlene Bollinger
Dank gebührt meiner wunderbaren Frau, Charlene, die meine »Prinzessin« und mein bester Freund ist. Sie ist seit 20 Jahren mein »Traumgirl«, meine Geschäftspartnerin und die Mutter unserer vier Kinder: Brianna, Bryce, Tabitha und Charity. Sie ist meine Inspiration, ein Geschenk Gottes, für mich das glänzendste Beispiel seiner Gnade und meine leidenschaftlichste Unterstützerin. Sie ist wahrlich der »Wind unter meinen Flügeln«. Danke, meine Prinzessin, für alles, was du bist, für alles, was du tust, und für unsere vier prächtigen Kinder!
Mein Freund Dr. Nicholas Gonzalez war vermutlich der brillanteste Krebsexperte der Welt, der häufig von anderen alternativen Ärzten empfohlen wurde, weil er bei »todgeweihten« Krebspatienten die größten Erfolge erzielte. Er liebte es, den Menschen zu helfen und sein Wissen mitzuteilen. Dr. Nick, du wirst schmerzlich vermisst!
Auch unserem Geschäftspartner des Projekts The Truth About Cancer, Jonathan Hunsaker, möchte ich danken. 2014 hatten wir keine Ahnung, welche Auswirkung wir auf die ganze Welt haben würden. Wir haben uns auf eine fantastische Reise begeben, und das war erst der Anfang. Ich bin mir sicher, dass Gott uns zusammengebracht hat, indem er dafür sorgte, dass sich unsere Wege kreuzten. Ohne deine Sachkenntnis im Marketing und deinen Geschäftssinn wären wir niemals in der Lage gewesen, zigmillionen Menschen die Wahrheit über Krebs nahezubringen. Danke, mein Freund! Wir verändern die Welt und retten Leben! Weiter so!
Vorwort
Ty Bollinger ist ein Mann mit einer Mission. Seine eindringliche Botschaft – dass Krebs kein Todesurteil ist und dass jeder, egal wo er lebt, das wunderbare, gottgegebene Heilpotenzial des eigenen Körpers aktivieren kann – gibt Millionen von Menschen überall auf der Welt Hoffnung.
Der Ansatz, Krebs mit natürlichen Heilkräften zu begegnen, ist in meiner Familie tief verwurzelt.
Vor über 100 Jahren entkam mein Urgroßvater Moshe der russischen Armee, als der Zar die Juden auslöschen wollte, und wanderte in die Vereinigten Staaten aus (wo er seinen Namen in Max änderte). Er verließ Russland völlig mittellos – alles, was er bei seiner Ankunft auf Staten Island dabeihatte, war seine Kleidung. Irgendwie schaffte er es, Zahntechniker zu werden, und eröffnete in Brooklyn sogar sein eigenes zahntechnisches Labor.
Beim Abschleifen der Gussformen für künstliche Zähne und Brücken kam es zu reichlicher Staubbildung, und beim Einatmen bekam er einen trockenen Hals. Gegen die Reizung trank er Limonade – bis zu acht Dosen am Tag. Nach einiger Zeit klagte Max über schlimme Magenschmerzen und Sodbrennen. Er bekam eine Gastritis und schließlich Magengeschwüre. Trotz dieser Symptome hörte er nicht auf, Limonade zu trinken. Als die Geschwüre bluteten, ging Max ins Krankenhaus, und nach einer Reihe von Untersuchungen erhielt er die Diagnose: Magenkrebs.
Die Ärzte konnten ihm nichts anbieten, aber irgendwie erfuhr mein Urgroßvater von einem deutschen Arzt namens Max Gerson, der Krebs mit einem ungewöhnlichen Ernährungsprogramm behandelte. Gerson betrieb in Hyde Park im US-Bundesstaat New York, nur 1½ Fahrstunden von Max’ Wohnort New York City entfernt, eine Klinik für natürliche Heilverfahren. Nach wenigen Monaten mit dem Gerson-Programm war Max krebsfrei.
Mein Großvater wurde Zahnarzt, mein Vater Heil- und Chiropraktiker. Ich wuchs in einer Familie auf, die natürliche Heilmethoden anwandte. Doch erst als bei mir »unheilbarer« Morbus Crohn diagnostiziert wurde und 69 Experten in Schul- und Naturmedizin mir nicht helfen konnten, erkannte ich meine Mission: Ich musste anderen Menschen, die in der gleichen Lage waren wie ich, dabei helfen, Krankheiten zu überwinden. Ich wurde wieder gesund, nachdem ich einen Mann kennengelernt hatte, der mich lehrte, mich von echten Lebensmitteln zu ernähren – auf der Bibel basierend, in der Geschichte bewährt und von der Wissenschaft bestätigt.
Nachdem ich also meine Krankheit überwunden hatte, begann ich mich beruflich mit natürlichen Wegen zu mehr Gesundheit zu beschäftigen. Ich studierte Sportmedizin, Naturheilkunde und Ernährungswissenschaften, veröffentlichte Schriften über Gesundheit und Wellness und gründete mehrere Ernährungsunternehmen. In der Anfangszeit meiner diesbezüglichen Laufbahn wurde bei meiner Großmutter Rose metastasierender Krebs diagnostiziert, und nach einer Operation, bei der der Tumor größtenteils entfernt wurde, entschied sie sich gegen weitere Therapien. Sie wandte sich stattdessen an mich. Aufgrund der unsicheren Prognose, die ihr erstellt worden war, befürchtete ich, sie könnte meine anstehende Hochzeit nicht mehr miterleben.
Ich suchte nach natürlichen Mitteln, die ihr Immunsystem stärken könnten. Ich riet Großmutter Rose, roh gepresste Säfte und fermentierte Lebensmittel zu sich zu nehmen und ihren Körper mit speziellen Methoden zu entgiften. Ich erstellte für sie Rezepte aus heilkräftigen Pilzen, Probiotika und fermentiertem Gemüse, die sie täglich zu sich nahm. Nach ein paar Monaten war sie krebsfrei. Den Rest ihres Lebens war sie voller Schwung und Elan.
Im Sommer 2008 lernte ich die Bestie, die wir Krebs nennen, persönlich kennen – bei einem chirurgischen Eingriff, um einen vermuteten Leistenbruch zu korrigieren, wurde ein bösartiger Tumor gefunden. Als weitere Untersuchungen zur Diagnose »aggressiver metastasierender Krebs« führten, der mich ohne einschneidende Therapie innerhalb weniger Monate das Leben kosten würde, wurde ich aktiv.
Mit der leistungsstarken Kombination aus meinem Glauben an Gott, meinen Heiler, und einem proaktiven Ernährungs- und Entgiftungsprogramm bezwang ich den Krebs. Inzwischen liegt das »Todesurteil« des Arztes 8 Jahre zurück, und ich bin weiter auf meinem Kreuzzug unterwegs, um Gesundheit und Hoffnung in die Welt zu bringen.
Vor ein paar Jahren hatte ich das Privileg, Ty Bollinger kennenzulernen, doch erst als ich an seinem bahnbrechenden Dokumentarfilm mitarbeitete, konnte ich mit diesem wahrhaften Gesundheits-Kreuzritter längere Zeit verbringen. Seitdem haben wir unzählige Stunden zusammengesessen, und bei jedem Besuch bin ich mir mehr und mehr sicher: Dieser Mann hat eine Mission.
Das vorliegende Buch, Die Wahrheit über Krebs, ist ein phänomenaler Ratgeber für alle, die die aktuellsten Programme der Ernährungsverbesserung und gleichzeitigen Giftstoffreduktion verstehen wollen – beides sind wichtige Schritte, um Krebs zu überwinden. Es ist eine Pflichtlektüre für jeden, der Krebs verhindern oder bezwingen möchte.
Das Buch wird Ihnen eine Welt voller Möglichkeiten offenbaren, um Ihr Immunsystem zu stärken und Entzündungen zu mindern, und es unterstützt Sie beim Kampf um Ihre Gesundheit und Ihr Leben. Es ist Ihr Leitfaden zu mehr Gesundheit und einem ausgefüllteren Leben. Wenn Sie selbst – oder jemand aus Ihrem näheren Umfeld – gegen die Bestie Krebs ankämpfen, kann Die Wahrheit über Krebs Sie mit stichhaltigen Informationen und vor allem mit Hoffnung wappnen.
Wenn Sie selbst – oder einer Ihrer Angehörigen – sich im Kampf gegen Krebs befinden oder in Ihrer Familiengeschichte Krebs ein Thema ist und Sie für eine gesunde Zukunft sorgen wollen, empfehle ich Ihnen dringend, die natürlichen Behandlungsmethoden in diesem bahnbrechenden Buch sorgfältig zu erkunden.
Damit können Sie schlicht Ihre Gesundheit und Ihr Leben retten.
—Jordan Rubin,
Autor vonPlanet Heal Thyself,
Mitbegründer von Ancient Nutrition
Einleitung
Vor 100 Jahren wurde im Schnitt bei gerade einmal einem von achtzig Amerikanern Krebs diagnostiziert. Heute werden laut Weltgesundheitsorganisation einer von zwei Männern und eine von drei Frauen mit der Diagnose Krebs konfrontiert. 1› Hinweis
Die meisten Familien sind irgendwie von Krebs betroffen. Meine eigene ist da keine Ausnahme. Seit meine Frau Charlene und ich 1995 geheiratet haben, erlebten wir durch Krebs mehrere niederschmetternde persönliche Verluste. Mein Vater, Graham Bollinger, war das erste Todesopfer. Bei ihm wurde am 1. Juli 1996 Magenkrebs diagnostiziert, und am 25. Juli, nur 24 Tage später, starb er – mit gerade einmal 52 Jahren. Im Verlauf der nächsten 8 Jahre verlor ich meine beiden Großväter, eine Großmutter, einen Cousin, einen Onkel und schließlich meine geliebte Mutter, Jerry Bollinger-Taylor. Sie alle wurden durch den Krebs dahingerafft, ohne dass ihnen die ärztlich verordneten Therapien helfen konnten.
In den Wochen vor dem Tode meines Vaters begann ich mich intensiv mit Krebs zu beschäftigen. Ich ging in Bibliotheken, um Bücher und Magazine zu lesen – das Internet bot 1996 noch nicht so viele Informationen wie heute. Schließlich forschte ich in medizinischen Zeitschriften, in der Datenbank PubMed, in der National Library of Medicine und anderen renommierten Informationsquellen. Ich befragte Krebspatienten, die erfolgreich natürliche Methoden gegen ihre Krankheit angewandt hatten.
Doch damit nicht genug. In den vergangenen Jahren bin ich um die ganze Welt gereist und habe alle möglichen Leute aus der Welt der Medizin getroffen – von Ärzten bis Patienten, von Nordamerika bis Europa und Australien – und mit ihnen Interviews darüber geführt, welche Therapien aktuell in ihren jeweiligen Ländern angewandt werden. Diese Interviews und Konversationen sowie meine Entdeckungen habe ich in dieses Buch aufgenommen.
Die Erkenntnisse aus tausenden Stunden der Recherche in den letzten 20 Jahren haben mich wirklich erstaunt. Nicht nur habe ich von der unglaublichen Wirksamkeit vieler alternativer Krebstherapien und den erstaunlichen Genesungsgeschichten tausender angeblich unheilbarer Krebspatienten erfahren, ich habe auch herausbekommen, wie die Pharmaindustrie ebendiese Therapien unterdrückt und wie die mutigen und innovativen medizinischen Querdenker, die diese Therapien entwickelt haben, verfolgt werden. Zudem habe ich die politische Dimension des Krebses und die Gier der Pharmaunternehmen kennengelernt. Ich habe vom Krieg zwischen den Verfechtern konventioneller und alternativer Krebstherapien erfahren. Und ich bin tieftraurig, weil meine Eltern wohl noch am Leben wären, wenn die breite Masse Kenntnis von diesen alternativen Krebstherapien gehabt hätte.
Weiter fand ich heraus, dass alternative Krebstherapien viel, viel mehr beinhalten als den Gang zum Naturkostladen um die Ecke, um ein paar Packungen Vitamine und Mineralstoffe zu kaufen. Die wissenschaftliche Fundiertheit dieser Therapien und deren jeweilige Wirkungsweise im Kampf gegen den Krebs sind bemerkenswert. Tatsächlich wurden mehrere alternative Krebstherapien von Nobelpreisträgern entwickelt.
Dieses Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil legt das Fundament für den Rest des Buches. Er handelt von der Geschichte der Medizin und der politischen Komponente der Krebstherapien. Der zweite Teil liefert Informationen zu Krebsdiagnose, – erkennung und – ursachen, und im dritten Teil erkläre ich detailliert die Möglichkeiten der Krebsbehandlung, die sich als wirksam erwiesen haben. Jedes Kapitel in diesem dritten Teil endet mit einer Liste praktischer Kernpunkte mit der Überschrift »Das sollten Sie wissen«. Wenn Sie mit einer Krebsdiagnose konfrontiert sind, möchten Sie wahrscheinlich gleich zu Teil III blättern und die Methoden kennenlernen.
In der Bibel heißt es in Hosea 4:6: »Mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis.« Auf meinen Reisen durch die Welt und bei der Lektüre zum Thema Krebs sehe ich immer wieder, dass die meisten Menschen zwar die »konventionellen Optionen« der Krebsbehandlung (wie Chemotherapie und Bestrahlungen) kennen, aber nur ein kleiner Prozentsatz sich überhaupt dessen bewusst ist, dass es andere, »natürliche Optionen« gibt. Das Ziel dieses Buches ist es, Ihnen diese natürlichen Optionen vorzustellen und Sie in die Lage zu versetzen, sich ein eigenes Urteil zu bilden, nicht, Sie von etwas zu überzeugen oder Sie zu etwas zu überreden. Ich glaube an die Freiheit, dass jeder sich seinen eigenen Behandlungsplan wählen sollte – aber es wäre keine echte Wahl, wenn nicht alle Möglichkeiten auf dem Tisch lägen.
Dieses Buch richtet sich sowohl an Mediziner als auch an Laien, an Krebspatienten und Nicht-Krebspatienten. Und im Besonderen richtet es sich an Krebspatienten, die gerade konventionell – beispielsweise mit Chemotherapie – behandelt werden oder wurden, denn viele der hier vorgestellten Therapien können in Kombination mit konventionellen Methoden eingesetzt werden, um diese effektiver zu machen. Es gibt viele gute Ärzte, die für einen integrativen Ansatz in der Krebsbehandlung offen sind. Ich rate Ihnen, sich einen Arzt zu suchen, der Ihnen hilft, einen integrativen Behandlungsplan zu erstellen, wenn Sie das wünschen.
Die meisten Menschen haben weder das Geld noch die Zeit, um zahlreiche Bücher über die medizinischen, finanziellen und politischen Aspekte von Krebs sowie die effektiven natürlichen und integrativen Therapieansätze zu kaufen und zu lesen. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Buch hier als prägnante, aber umfassende Informationsquelle dienen kann.
Ich wünsche mir, dass andere Familien nicht so viele Verluste verkraften müssen wie meine eigene. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Meine Liebe zur Menschheit hat mich dazu gebracht, mein Leben der weltweiten Verbreitung der Wahrheit über Krebs zu widmen. Das ist meine Mission.
Denken Sie stets daran: Krebs ist kein Todesurteil. Es gibt immer Hoffnung.
Viel Spaß bei der Lektüre!
—Ty Bollinger
Teil I
Die Geschichte der Medizin und die politische Agenda hinter dem Krebs
KAPITEL 1
Hippokrates, Jenner und Pasteur: Die Anfänge der Medizin
»Der Körper des Menschen enthält in sich Blut und Schleim sowie gelbe und schwarze Galle; diese machen die natürliche Beschaffenheit des Körpers aus, und durch sie empfindet man Schmerz oder genießt Gesundheit.«
Dieses prägnante Credo des berühmten griechischen Arztes Hippokrates von Kos (460 bis ca. 370 v. Chr.), der weithin als »Urvater der westlichen Medizin« gilt, war für die Entwicklung der modernen Medizin von grundlegender Bedeutung. Er betrachtete die menschliche Gesundheit aus holistischer Perspektive statt als Anhäufung isolierter Teile. Seinem System verdanken wir auch das Konzept der ganzheitlichen Heilung, das bei der Krebsvorsorge und – behandlung ausschlaggebend ist. 2› Hinweis
Viele Menschen sind sich dessen nicht bewusst, aber vor Hippokrates war Medizin im Wesentlichen ein Mischmasch aus Tradition, Aberglaube und Zauberei – nicht eben das, was Sie Ihren Kindern in einer lebensbedrohlichen Situation zumuten möchten. Viele Leute glaubten fälschlicherweise, Krankheit sei eine Art Strafe der Götter und das einzige Heilmittel bestünde in Beten und Hoffen. Faktoren wie Ernährung, Bewegung, Hygiene und Lebensgewohnheiten lagen in puncto Gesundheit überhaupt nicht im Blickfeld, und kaum jemand war darauf spezialisiert, Krankheiten mit echter Medizin zu behandeln.
Im Gesundheitswesen herrschten chaotische Zustände, bis eben Hippokrates kam und alles änderte. Dank seines weitreichenden Einflusses haben wir heute Ärzte, die als gut ausgebildete Mediziner fungieren und nach soliden wissenschaftlichen Prinzipien arbeiten, Prinzipien, die auf klinischen Tests und rationalen Betrachtungen beruhen statt lediglich auf Bräuchen. Anders gesagt: Es gibt heute Regeln, wie Krankheiten behandelt werden, und Hippokrates war der Pionier, der den Ball ins Rollen brachte.
Dieser und andere Beiträge des Hippokrates veränderten die Medizin auf positive Weise, weil sie die ärztliche Tätigkeit strukturierten und standardisierten. Aber wie Sie bald sehen werden, hat diese Geschichte kein glückliches Ende wie im Märchen. Äußere Einflüsse korrumpierten Hippokrates’ gute Absichten und machten die Medizin zu einer profitorientierten Maschinerie, die sich auf Krankheitsmanagement fokussierte statt auf Heilung.
Wir begeben uns nun gemeinsam auf eine Reise, auf der wir die Geschichte der Medizin und ihre dramatischen Veränderungen seit der klassischen Antike erkunden. Achten Sie darauf, wie Krankheit und Gesundheit immer wieder neu definiert wurden, um die jeweils geltende Ansicht zu stützen. Nur in diesem Licht werden Sie verstehen, wie wir dahin gelangt sind, wo wir heute stehen, und warum es so wichtig ist, dass wir den eingeschlagenen Kurs schnellstens ändern.
Ehe wir zum Hier und Heute kommen, wollen wir uns genauer anschauen, wie alles anfing. Kern der Philosophie hinter der hippokratischen Lehre ist ein geometrisches Konzept, bekannt als Satz des Pythagoras: In einem rechtwinkligen Dreieck ist das Quadrat der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate der beiden Katheten, die den rechten Winkel bilden. In der Natur wird dieses Konzept auf die vier Elemente angewandt, die die physische Welt bilden, wie wir sie wahrnehmen: Wasser, Erde, Luft und Feuer.
In der Medizin entwickelte Hippokrates ein Konzept, das der Anwendung des pythagoreischen Lehrsatzes auf die Natur entsprach und das er als Basis für seine Lehre der Heilkunst heranzog. Der menschliche Körper, so seine Hypothese, besteht aus vier Säften, hūmorēs, die im rechten Verhältnis zueinander stehen müssen, damit der Körper gesund ist: Blut, Schleim, gelbe Galle und schwarze Galle. Hippokrates glaubte auch, dass es vier elementare Qualitäten des menschlichen Körpers gibt: kalt, warm, trocken und feucht.
Nach Hippokrates ist ein gesunder Körper auf ein harmonisches Gleichgewicht dieser zwar separaten, aber im Wesen eng verwobenen Teile angewiesen, von denen keines ohne die anderen richtig funktionieren kann. Heute würden wir diesen Denkansatz »ganzheitliche« Medizin nennen – nach dieser Philosophie wird ein Kranker in seiner Gesamtheit behandelt – nicht nur einzelne Symptome. Hippokrates’ Methoden, um dies zu erreichen, waren zu seiner Zeit wohl vielen suspekt, aber sie sind im Grunde die gleichen, die wir noch heute in der Medizin anwenden.
Begriffe wie Symptome oder sogar Diagnose haben ihren Ursprung in der hippokratischen Medizin, die tatsächlich klinische Medizin in ihrer frühesten, primitivsten Form war. Für Hippokrates war die Medizin eine Kunst – mit der Natur als Künstlerin. Die Aufgabe des Arztes sah er schlicht darin, die Natur dabei zu unterstützen, den Körper zu reparieren und zu heilen, indem er zusammen mit dem Patienten der Natur das dafür nötige Werkzeug zur Verfügung stellte.
Hippokrates selbst brachte es einfach und schön auf den Punkt: »Die Kunst hat es mit drei Faktoren zu tun: Krankheit, Kranker, Arzt. Der Arzt ist der Diener der Kunst. Der Kranke muss sich der Krankheit entgegenstellen, zusammen mit dem Arzt.« 3› Hinweis
Zum unglaublichen Vermächtnis des Hippokrates gehört auch sein zeitloser ethischer Kodex, der nach wie vor als »Hippokratischer Eid« oder »Eid des Hippokrates« in der Medizin höchstes Ansehen genießt. Demnach ist es die Aufgabe des Arztes, den Kranken, so gut es ihm möglich ist, zu behandeln, die Privatsphäre des Patienten zu wahren, medizinisches Wissen an die nächste Generation weiterzugeben und vor allem niemandem, den er behandelt, Schaden zuzufügen. 4› Hinweis
Der tiefe Sinn von Hippokrates’ frühen medizinischen Erkenntnissen lebte noch lange nach seinem Tod weiter, und viele, die nach ihm kamen, stimmten ihnen zu – darunter Asklepiades von Bithynien (um 124–40 v. Chr.). Diesem weniger bekannten griechischen Arzt wird Pionierarbeit in dem Feld, das wir heute Molekularmedizin nennen, zugeschrieben. Und diese entwickelte er auf der Grundlage dessen, was Hippokrates zuvor aufgebaut hatte. 5› Hinweis
Asklepiades verwarf zwar viele hippokratische Doktrinen – wie etwa die der vier Elemente, die der vier Säfte und die Vorstellung, dass die Natur im Heilungsprozess wohlwollend wirkt –, die hinter seinem Ansatz der Medizin stehende Philosophie jedoch hatte bereits Hippokrates entwickelt. Zudem brachte Asklepiades mit seiner gütigen und natürlichen Herangehensweise in der Medizin den Aspekt des »Keinen-Schaden-Zufügens« aus dem Hippokratischen Eid auf die nächste Ebene.
Laut historischen Berichten war Asklepiades einer der ersten Ärzte, die die Verwendung von Heilkräutern, Lichttherapie, Massage und Sport im klinischen Rahmen propagierten; mehr dazu später in diesem Buch. Er unterschied außerdem als Erster zwischen akuter und chronischer Erkrankung, die er aus einer Position der »Sympathie, Fürsorge und Güte« behandelte, wie es in einem Buch über sein Leben, Vorschriften, heißt, das im Corpus Hippocraticum enthalten ist.
Die epikureische Lehre des Denkens hatte auf Asklepiades großen Einfluss, weshalb er so großen Wert darauf legte, dass die Patienten sich während des Heilungsprozesses geliebt und glücklich fühlten. Zudem erklärt es, warum er Hippokrates’ Hypothese von der wohlwollenden Natur ablehnte und eine aktivere Herangehensweise in der Medizin favorisierte. Um bei Hippokrates’ Kunstanalogie zu bleiben, hätte Asklepiades eher den Arzt denn die Natur als Künstler gesehen.
Sein Name geriet zwar nach seinem Tod großenteils in Vergessenheit, doch das Vermächtnis des Asklepiades lebte in zahlreichen Werken seiner Schüler weiter, darunter im Buch De Re Medica. Dieser berühmte medizinische Text aus der Feder von Titus Aufidius aus Sizilien war ab seiner Erstveröffentlichung bis ins 19. Jahrhundert hoch angesehen, obwohl ihn immer wieder philosophische und religiöse Schulen weit von sich wiesen.
Viele Theorien des Asklepiades, wie etwa die Anwendung der Atomlehre in seiner Solidarpathologie, sind im Krankheitsverständnis der modernen Medizin nach wie vor relevant. Und hätte er selbst es wohl auch nie zugegeben, aber sein medizinischer Ansatz war dem des Hippokrates doch erstaunlich ähnlich – schließlich erkannten beide das ganzheitliche Wesen der menschlichen Gesundheit und Heilung.
Dr. Christos Yapijakis, Genetiker, Biologe und Wissenschaftler an der medizinischen Fakultät der Universität Athen, fasste den Vergleich der beiden in einem 2009 im International Journal of Experimental and Clinical Pathophysiology and Drug Research erschienenen Artikel schön zusammen:
»Der richtungsweisende Hippokrates von Kos legte das Fundament für ärztliche Tätigkeit und Ethik. Der brillante Asklepiades von Bithynien bot eine realistischere und menschlichere Verfeinerung der Heilkunst, die erst jetzt richtig geschätzt wird. Es ist an der Zeit, Asklepiades für seine Beiträge als den Vater der Molekularmedizin anzuerkennen und ihm den ihm gebührenden Platz als richtungweisender Arzt zuzuweisen, gleich neben Hippokrates, der zu Recht als Vater der klinischen Medizin gilt.« 6› Hinweis
Auch nach seinem Tod um 370 v. Chr. lebte Hippokrates durch sein Vermächtnis weiter, und seine ethischen und moralischen Werte wurden in aller Welt zu Kernkomponenten der ärztlichen Tätigkeit. Der Code of Medical Ethics der American Medical Association (AMA) baut auf den Vorstellungen auf, die Hippokrates als Erster formulierte, darunter seine Prämisse, Kranken »nicht zu schaden« und ihren gesundheitlichen Zustand privat und geheim zu halten. 7› Hinweis
Die wichtigsten Glaubenssätze der hippokratischen Philosophie der Krankheiten jedoch verblassten und wurden von neuen Theorien abgelöst, etwa der, dass Keime und Mikroben Krankheiten verursachen. Der sogenannten »Keimtheorie« liegt die Vorstellung zugrunde, dass man sich Krankheiten »einfängt«, wenn bestimmte Erreger in den Körper gelangen und sich dort reproduzieren. Fangen Sie sich etwa einen »Erkältungsbazillus« ein, entwickelt Ihr Körper möglicherweise Erkältungssymptome, Sie verschleimen immer mehr und werden krank. Diese Ideologie, die heute oft vertreten wird, tauchte lange nach Hippokrates auf und gewann zwischen 1850 und 1920 in ganz Europa und Nordamerika an Boden. Die Keimtheorie unterscheidet sich drastisch von der Viersäfte-Philosophie der Krankheiten, die Hippokrates und viele seiner Schüler vertraten, wurde aber schließlich zum Maßstab der ärztlichen Tätigkeit des 20. Jahrhunderts und darüber hinaus.
Ein Grund für die Popularität der Keimtheorie liegt darin, dass sie all die komplexen Details der Säfte- und anderer früher Theorien über Krankheiten, für deren Kenntnis und Anwendung ein gewisses Maß an kritischem »Über-den-Tellerrand-Schauen« erforderlich ist, effektiv abschaffte. Ärzte mussten nicht mehr unzählige komplizierte Faktoren berücksichtigen, die zu einer bestimmten Krankheit beitragen könnten, und sie mussten auch keinen Gedanken mehr an die supranaturalistischen Elemente der hippokratischen Theorie verschwenden. Wer es mit Keimen zu tun hat, »fängt sie sich ein« oder eben nicht – so einfach ist das!
»Die Keimtheorie sorgte dafür, dass Krankheiten auf simple Interaktionen zwischen Mikroorganismus und Wirtskörper reduziert wurden, ohne dass Umwelteinflüssen, Ernährung, Klima, Atmung und so fort große Aufmerksamkeit geschenkt wurde, die jedoch im früheren Verständnis von Gesundheit und Krankheit essenziell gewesen waren«, erklärt eine historische Abhandlung in Contagion: Historical Views of Diseases and Epidemics der Harvard University.
Genau genommen schoss bereits im 17. Jahrhundert eine ganze Reihe von Keimtheorien aus dem Boden – also mehrere Jahrhunderte bevor die heute gängige Version sich offiziell durchsetzte. Mit jenen früheren Keimtheorien über »Kleinstlebewesen« (animalcules) probierten die besten Geistesgrößen ihrer Zeit herum, bis eine einheitliche Keimtheorie, die zu den veränderlichen Gesellschaftsnormen passte, gefunden war.
»Die Keimtheorie wurde in einem sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Milieu entwickelt, das sich immer mehr auf die Werte der Massenproduktion, des Massenkonsums, der Standardisierung und der Effizienz konzentrierte. All das war mit der Wissenschaft und der Popularisierung der Keimtheorie vereinbar«, erläutert die Harvard-Abhandlung, die diesen Kernpunkt hervorkehrte. 8› Hinweis
Stark vereinfachend wollte man nun alle Krankheiten auf nur noch eine Ursache zurückführen, nämlich die den Körper befallenden, krankheitserregenden Pathogene. So trugen die Grundsätze, die die Keimtheorie untermauerten, dazu bei, dass in der Medizin bald ein völlig neues Paradigma dominierte, das schnell zum ärztlichen Standard wurde: Symptommanagement durch den Einsatz patentierter Medikamente auf petrochemischer Basis.
»Big Pharma«, wie die pharmazeutische Industrie häufig genannt wird, ist das Resultat der Keimtheorie wie auch der Impfforschung – der Theorie, dass Menschen durch den Kontakt mit Krankheitserregern in Form von Impfungen gegen Krankheiten immun gemacht werden können. Beide Schulen beruhen auf der feindseligen Sichtweise der Keimtheorie gegenüber ansteckenden »Bazillen« und zielen darauf ab, diese Bazillen mithilfe von Arzneistoffen und chemischen Injektionen zu beseitigen.
Dem britischen Physiker und Wissenschaftler Edward Jenner (1749–1823) wird die Entwicklung des weltweit ersten Impfstoffs zugeschrieben – eines Impfstoffs gegen Pocken. In Jenners Zeit griffen die Pocken in der ganzen Bevölkerung um sich – angeblich mit Ausnahme von Melkerinnen, die durch ihre Tätigkeit ständig mit Kuhpocken in Kontakt kamen. Jenner nahm an, dass die Melkerinnen durch den Kontakt mit dem Eiter der infizierten Kühe irgendwie eine einzigartige Form der Immunität entwickelt hätten. Und aus diesem Eiter kreierte er schließlich die erste von der Regierung gebilligte Schutzimpfung für den Menschen.
Jenners Faszination für das immunologische Potenzial des absichtlichen Kontakts mit Krankheiten, um im menschlichen Körper eine Immunantwort zu provozieren und somit eine natürliche Immunität hervorzurufen, führte zu einer ganzen Reihe von Experimenten, mit denen er seine Theorie schließlich festigen konnte. Rasch kam er dahinter, dass für die Immunität der Kontakt mit sehr geringen Mengen Pockenviren ausreicht – eine Prämisse, die ihm in der aufstrebenden Welt der kommerzialisierten Impfforschung Akzeptanz einbringen sollte.
»Jenner veröffentlichte viele Fallstudien, um sicherzustellen, dass die ganze Welt erfuhr, was er entdeckt hatte«, dokumentiert die in Dr. Jenner’s House (Berkeley/Gloucestershire) ansässige historische Gesellschaft. »Die Forschungen führten schließlich zum Begriff vaccination [englisch für Impfung] für diesen bahnbrechenden Prozess. Der Begriff wurde aus Jenners Studien entnommen: Vacca ist im Lateinischen die Kuh.« 9› Hinweis
Jenners Ideen waren aus immunologischer Sicht gar nicht so neu, denn einige der ältesten Beschreibungen von Immunität gehen zurück ins Jahr 430 v. Chr. Zudem gab es auch schon vor Jenner Menschen, die vermutet hatten, dass Schutzimpfungen Krankheiten verhindern könnten, wenngleich ihre Methoden primitiver und weit weniger effektiv gewesen waren.
Nach historischen Berichten testete ein britischer Bauer namens Benjamin Jesty (1736–1816) seinen eigenen provisorischen Pockenimpfstoff an seiner Frau – ganze 20 Jahre bevor Jenner seine populärere Version entwickelte. 10› Hinweis Manch einer spekuliert sogar, dass nicht Jenner, sondern Jesty ein Großteil des Ruhms für die Entwicklung eines wirksamen Pockenimpfstoffs gebührt, weil er Jahrzehnte vor Jenner sowohl seine Frau als auch zwei Söhne erfolgreich behandelt hatte. 11› Hinweis
Doch Jenner wurde schließlich die Ehre als »Vater der Impfungen und der Immunologie« zuteil, und viele schreiben dies der Tatsache zu, dass er als Erster die Sicherheit und Wirksamkeit eines Pockenimpfstoffs mithilfe einer Methode, die wir heute als wissenschaftlich anerkennen, erforschte – ein Fortschritt, der ihm den Respekt zahlreicher Bildungsgesellschaften in ganz Europa einbrachte.
Doch schon dem alten China gebührt eine Erwähnung in der Geschichte der Immunologie: Aufzeichnungen aus dem 10. Jahrhundert weisen darauf hin, dass damals Ärzte bei Patienten mit einer Methode namens »Variolation« das Immunsystem anregten – lange Zeit bevor Jenner zur Welt kam. Bei der Variolation wurden Menschen ganz ähnlich wie bei der heutigen Impfung in Kontakt mit Krankheitsherden gebracht, entweder intramuskulär oder durch die Nasenhöhle, wodurch sich eine Immunität – beziehungsweise, wie es im alten Griechenland genannt wurde, eine »Verschonung« vor der Krankheit – entwickelte. 12› Hinweis
Dass die Variolation jedoch damals keine Verbreitung fand, hat einen Grund: Sie wurde nie richtig normiert, und in vielen Fällen blieb sie wirkungslos. Im Osmanischen Reich versuchte man, mit dieser Methode Bürger gegen ansteckende Krankheiten wie Pocken zu impfen, aber viele bekamen schlimme Nebenwirkungen oder starben aufgrund der primitiven Gewinnungs- und Verabreichungsmethoden des Impfstoffs.
Jenner schließlich gelang es durch seine vielen Fortschritte auf diesem Gebiet, darunter umfangreiche wissenschaftliche Tests, etwas zu entwickeln, was viele ihm als seine ureigene Erfindung zuschreiben: die weltweit erste wissenschaftlich begründete Methode, um Menschen gegen Krankheiten zu impfen. Und wegen dieser bahnbrechenden Leistung steht nun Jenner in den Annalen als führender Pionier der Immunologie.
In Jenners letzten Lebenstagen betrat eine weitere prominente Figur die irdische Bühne, die einen noch aggressiveren Umgang mit Keimen entwickeln sollte: Louis Pasteur (1822–1895), ein französischer Chemiker, Wissenschaftler und Erfinder, von dem mit Sicherheit viele Leser schon gehört haben. Er propagierte die Keimtheorie derart erbittert, dass er seine eigene Methode entwickelte, um Lebensmittel und Getränke im wahrsten Sinne des Wortes zu »töten« – er selbst und sein Gefolge jedoch glaubten, sie würden unser Essen sicherer machen.
Bei dieser Tötungsmethode, heute als Pasteurisierung bekannt, wird etwas ultrahoch erhitzt, um alles, was darin leben könnte – darunter alle Bakterien und Enzyme –, abzutöten. Pasteur kam auf die Idee, als Brauer sich beklagten, dass ihr Bier vorzeitig sauer wurde. Dafür waren Bakterien verantwortlich, die nach der Fermentierung im Bier verblieben und sich von den lebenden Substanzen ernährten.
Ironischerweise kommt heute saures Bier im Zuge des India-Pale-Ale-Trends in Mode. Doch damals war der Säuerungsprozess ein großes Ärgernis für die Brauer, die ein gleichmäßig gutes, haltbares Produkt anstrebten, was die Konsumenten auch erwarteten. Doch das ist nicht machbar, wenn Bakterien mitmischen. Deshalb begann Pasteur, offensiv für seine Technik zu werben: Wenn Bakterien tot sind, bleiben Lebensmittel stabil. Und das ebnete freilich den Weg zu einer gänzlich neuen Methode der Massenproduktion von Lebensmitteln, genannt processing, »Verarbeitung«.
Pasteurs größter Ruhm liegt jedoch in etwas begründet, das nichts mit Lebensmitteln zu tun hat: Er rettete im Jahre 1865 die französische Seidenindustrie, die unter einem damals unbekannten, aber absolut verheerenden Mikrobenbefall litt. Paradoxerweise wurden durch sein Eingreifen in die Krise gar nicht alle Seidenraupen vernichtet, während Pasteurs Vermächtnis meist mit der totalen mikrobiellen Vernichtung zum Wohl der menschlichen Gesundheit verknüpft wird. 13› Hinweis
Pasteur entwickelte darüber hinaus auch einige Impfstoffe, darunter 1879 seinen ersten gegen Geflügelcholera, danach weitere Stoffe gegen Anthrax, Tuberkulose, Pocken und Tollwut. Mit seiner erfolgreichen Behandlung des 9-jährigen Joseph Meister, der 1885 von einem tollwütigen Hund gebissen worden war, erntete er internationale Anerkennung. 3 Jahre später leitete er sein eigenes Institut, das Institut Pasteur in Paris, das am 14. November 1888 eröffnet wurde. 14› Hinweis
Jede dieser Errungenschaften schürte eine globale Renaissance der Keimtheorie an, im Zuge derer die Medizin richtiggehend besessen von der Idee der Keime wurde. Pasteurs Erkenntnis, dass sich mikroskopisch kleine Bakterien in und auf fast allem tummeln, was der Luft ausgesetzt ist – und dass diese Bakterien durch große Hitze zerstört werden können –, veränderte für immer die allgemeine Sicht auf Keime und die Gesundheit des Menschen.
Mit der markantesten Neuerung infolge von Pasteurs Werk ist wohl jeder vertraut: mit der Pasteurisierung von Milch. Es dauerte zwar geraume Zeit, bis sie sich durchsetzte, aber in vielen Teilen der Welt wurde die Erhitzung von Milch, um Bakterien abzutöten, immer beliebter. Schließlich wurde sie nach Pasteur zum Standard bei der Lebensmittelverarbeitung, insbesondere weil im Zuge der Industrialisierung die Sicherheit immer wichtiger wurde.
Interessanterweise war die Pasteurisierung gar nicht für Milch gedacht, aber Milchverarbeitungsbetriebe begannen, sie en masse einzusetzen, als sie erkannten, dass kommerziell produzierte Milch dadurch haltbarer wurde und vor vorzeitiger Gärung geschützt war. Mit Pasteurisierung konnte auch schmutzige swill milk (Milch von Kühen, die Schweinefutter zu fressen bekamen) kaschiert werden, weil sie gefährliche Pathogene wie Typhus- und Diphtherieerreger abtötete, die aufgrund mangelhafter Hygiene oft darin zu finden waren.
Die heutige weite Verbreitung der Pasteurisierung von Milch ging nicht reibungslos vonstatten, zumindest nicht in den Vereinigten Staaten. Aufgrund der Skepsis darüber, was sie der Milch antun könnte und was durch sie im Verarbeitungsprozess verschleiert wurde, blieb die Pasteurisierung eine Randerscheinung, bis Ende des 19. Jahrhunderts der erste kommerzielle Pasteurisierer sein Geschäft eröffnete. 15› Hinweis Vorher pasteurisierten ein paar Milchproduzenten im Geheimen ihre Milch, um sie länger haltbar zu machen und um Infektionskrankheiten zu verhindern.
Diese Zeit – Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts – stand im Zeichen einer eklatanten Abkehr von dereinst gesichert scheinenden Ansichten über Krankheiten. Erstmals galten Keime und Bakterien allgemein als schädlich, obwohl in der Fermentierung und Kultivierung von Lebensmitteln seit Jahrhunderten nützliche Bakterien bedenkenlos eingesetzt worden waren.
Bakterien, das wissen Sie sicherlich, sind überall um uns herum und sogar in uns. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Wissenschaft so weit fortgeschritten, dass wir zwischen »guten« und »schlechten« Bakterien unterscheiden – das hatten Pasteur und seine Nachfolger noch nicht richtig verstanden. Diese Männer betrachteten Keime ausschließlich als schädlich, und sie verbrachten unzählige Stunden in ihren Laboratorien, um Methoden zu ihrer Vernichtung auszusinnen.
Pasteurs wichtigste Errungenschaften, die Pasteurisierung und Impfstoffe, beruhen auf einem Weltbild, das Bakterien als Gefahr sieht. Und dieses Weltbild herrscht noch heute vor – ich bin mir sicher, Sie haben Freunde, Angehörige oder Nachbarn, die eine Todesangst davor haben, sich eine Krankheit »einzufangen«, wenn sie in Kontakt mit krankheitserregenden Bakterien oder Viren kommen. Aber ist diese Angst berechtigt?
Im Gegensatz zu dem, was Ihnen wahrscheinlich in der Schule beigebracht wurde, sind nicht alle Bakterien und Viren bösartig. Andere Wissenschaftler, die zu Pasteurs Zeit lebten, widersprachen seinen Theorien über Krankheiten vehement, und auch sie konnten sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse berufen. Demnach sind nicht Bakterien die Ursache menschlicher Erkrankungen. Vielmehr bestimmt das Milieu, in dem sich Bakterien breitmachen, ob jemand krank wird oder nicht.
Louis Pasteur gilt zwar als einer der weltweit größten Wissenschaftler und als Vater der Serologie (die Lehre von den Körpersäften), aber er ist nicht der Mann, auf den wir uns konzentrieren sollten, wenn wir die Fortschritte in unserem Verständnis von den Abläufen in unserem Körper nachverfolgen wollen. R. B. Pearson schreibt in seinem Buch Pasteur: Plagiarist, Impostor – The Germ Theory Exploded die Rolle des wahren Helden vielmehr einem französischen Professor namens Pierre Jacques Antoine Béchamp zu. 16› Hinweis
Béchamp, Professor für medizinische Chemie und Pharmazie an der Universität von Montpellier, hatte ein viel klareres Verständnis davon, wie Bakterien beim Fermentierungsprozess wirken – eine Lehrmeinung, die Pasteur vehement ablehnte. Er vertrat stattdessen die Vorstellung, Fermentierung sei schlecht und trete spontan, ohne Ursache, auf. Dies ist insofern von Bedeutung, als Béchamp und Pasteur völlig unterschiedliche Wege beschritten, um auf der Grundlage ihrer jeweiligen Sichtweise über das Wesen von Keimen mit diesen zu verfahren.
Béchamps Arbeit auf diesem Gebiet wird selten, wenn überhaupt gewürdigt. Aber er war für Pasteur eine Art Rivale, und seine Schlussfolgerung über Keime, die auf umfangreichen wissenschaftlichen Tests beruhte, war bedeutend treffender als Pasteurs. Die Vermehrung von Keimen, so seine Erkenntnis, wird nicht von den Keimen an sich, sondern von der Umgebung bewirkt, in der sie existieren. Zudem erkannte Béchamp, dass Keime und Bakterien irgendwo entstehen müssen und nicht einfach spontan auftreten, wie Pasteur fälschlicherweise annahm.
Mit seinem Verständnis von Keimen war Béchamp seiner Zeit weit voraus, und seine Sichtweise erwies sich als viel stimmiger als Pasteurs. Béchamp stellte fest, dass Keime pleomorph sind, das heißt, sie können sich in Größe und Form an ihre Umweltbedingungen anpassen. Pasteur hingegen meinte, Keime seien konstant – auch hier hatte Béchamp das Milieu im Blick, Pasteur hingegen die Keime selbst.
Pearson präsentiert zahlreiche überzeugende Beweise dafür, dass Béchamp – und nicht Pasteur – der wahre wissenschaftliche Vordenker seiner Zeit war und das Wesen der Bakterien viel besser erfasste. Und doch schreiben die meisten modernen Geschichtsbücher Pasteur, dem Pearson auch vorwirft, das Werk von Béchamp kopiert und verdreht zu haben, den ganzen Ruhm zu.
Ehe ich mich den Gründen widme, warum Pasteur ins Rampenlicht gelangte, möchte ich Ihnen einen weiteren Mann vorstellen, der mit seinen Forschungen Béchamps Werk fortführte und der Welt ein noch besseres Verständnis vom Wesen der Keime schenkte. Sein Name ist Claude Bernard, und obwohl auch er ein Zeitgenosse Pasteurs war, könnten ihre wissenschaftlichen Standpunkte und Herangehensweisen kaum unterschiedlicher sein.
Béchamp und Bernard waren in der Forschung des 19. Jahrhunderts so etwas wie Holmes und Watson in der Welt des Krimis. Béchamp entdeckte vieles über die Natur der Keime, was zuvor unbekannt war, und Bernard füllte die Wissenslücken, etwa warum Keime in unterschiedlicher Umgebung so agieren und wirken, wie sie es eben tun. Bernard haben wir beispielsweise unser heutiges Wissen um das pH-Gleichgewicht und um die Effekte eines sauren bzw. basischen Milieus auf Mikroorganismen zu verdanken.
Bernard gilt als Vater der experimentellen Medizin, und von ihm stammt die Aussage: »Der Keim ist nichts, das Milieu ist alles.« 17› Hinweis
Dieses Credo widerspricht allem, was Pasteur über Keime dachte, und doch hat seine Genauigkeit in der progressiveren Richtung der modernen Medizin den Test der Zeit überstanden, und genau in diese Richtung möchte ich Sie in diesem Buch mitnehmen. Bernard erkannte, dass Keime nur dann schädlich sind, wenn sie sich in einem Milieu befinden, das es ihnen erlaubt, Schaden anzurichten. Und wenn die Umgebung so gestaltet werden kann, dass Keime keinen Schaden anrichten können, bräuchten Menschen sich nicht davor zu fürchten, mit ihnen in Kontakt zu kommen.
Béchamp und Bernard ergänzten sich grandios im Finden einer neuen, verbesserten Keimtheorie, und doch hat keiner von ihnen den gebührenden Respekt in der Geschichte erhalten. Pasteur, dem Erfinder der Pasteurisierung, wurde der ganze Ruhm zuteil, obwohl seine Methode das Ergebnis eines fehlerhaften Verständnisses von der Natur der Keime war. Auf dem Sterbebett gab Pasteur tatsächlich zu, dass er unrecht hatte und dass das Milieu alles sei – doch da war der Schaden schon angerichtet. 18› Hinweis
Pasteur war nicht der Einzige, der ursprünglich einer gänzlich anderen Denkart anhing und später aufgrund wissenschaftlicher Fortschritte seine Meinung änderte. Rudolf Virchow, ein weiterer Vorreiter der experimentellen Medizin, hatte im 19. Jahrhundert in Deutschland (bzw. im Königreich Preußen) viele Jahre damit verbracht, die aufkommende Zellularpathologie zu entwickeln. 19› Hinweis Auch er war, wie viele andere seiner Zeit, zunächst der Überzeugung: »Keime sind schädlich«, hatte aber später eine Art Erleuchtung und gestand:
»Könnte ich mein Leben noch einmal leben, widmete ich es dem Nachweis, dass Keime sich ihren natürlichen Lebensraum – krankes Gewebe – suchen und nicht etwa die Ursache des kranken Gewebes sind; Mücken zum Beispiel suchen abgestandene Teiche und sind nicht die Ursache für die Beschaffenheit solcher Gewässer.« 20› Hinweis
Virchow, Bernard und Béchamp stimmten also darin überein, dass Keime keine Gefahr darstellen, wenn die Umgebung bzw. das Milieu, auf das sie in einem Organismus stoßen, geeignet ist, um mit ihnen fertigzuwerden. Und wir sprechen hier noch nicht einmal vom Immunsystem, das nur eine Komponente dessen darstellt, was ein gesundes Milieu ausmacht. Wir sprechen vom körpereigenen Ökosystem, dessen Ganzheit von Faktoren wie chemischer Toxizität und dem Ernährungszustand bestimmt wird.
Ihr Immunsystem fungiert technisch gesehen, ob Sie es glauben oder nicht, als eine Art Sicherung, wenn Ihr körpereigenes ökologisches Milieu als vorderste Verteidigungsfront bei der Abwehr von Keimen versagt. Dann wird Zellgewebe krank und zieht weitere Keime an, und das Immunsystem reagiert, indem es in einen höheren Gang schaltet – manchmal mit Erfolg, manchmal ohne.
Ein gesundes internes Milieu aufrechtzuerhalten ist der erste wichtige Schritt, die Stärkung des Immunsystems der zweite. Sich über Keime aufzuregen hat hingegen, wie sich gezeigt hat, überhaupt keine Priorität – und doch stehen wir als Gesellschaft genau an diesem Punkt. Pasteurs falsche Hypothese, dass Keime die Ursache von Krankheiten seien, ist nach wie vor die Grundlage dessen, wie die moderne Medizin Krankheiten behandelt.
Aus der Perspektive der Krebsbehandlung und – prävention ist dies signifikant, wie Sie gleich sehen werden. Denn heute wird den Patienten nichts über die große Bedeutung eines gesunden Milieus für die optimale Immunfunktion gesagt. Hauptsächlich erzählt man ihnen, es gleiche einem Glücksspiel, ob man Krebs bekommt oder nicht, und dass Menschen, die ihn bekommen, keine andere Wahl haben, als sich Intensivtherapien auszusetzen, die – ähnlich wie Pasteur mit Keimen verfuhr – Krebszellen mit toxischen Substanzen zu zerstören versuchen, statt das beschädigte Milieu zu reparieren, in das sie eingedrungen sind.
Ein weiterer Fehler in Pasteurs Keimtheorie besteht darin, dass sie nicht zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien unterscheidet. Trotz ihrer vielen Mängel gelangt die moderne Wissenschaft nun endlich zu dem richtigen Schluss, dass nützliche Bakterien, häufig Probiotika genannt, für ein starkes Immunsystem von entscheidender Bedeutung sind. Man könnte sogar sagen, Probiotika sind eine lebenswichtige Komponente des Milieus.
Dr. Michael Lam, Doktor der Medizin und Master of Public Health, ein vom American Board of Anti-Aging/Regenerative Medicine zertifizierter Arzt, ist im Bereich des biologischen Milieus sehr bewandert. Er sagt, dass probiotische Bakterien für das, was er als »ausgeglichenes mikroskopisches Zusammenspiel von Milliarden nützlicher (›guter‹) und pathogener (›schädlicher‹) Bakterien« bezeichnet, essenziell sind. 21› Hinweis Der Magen-Darm-Trakt ist das vermutlich wichtigste Glied im Geflecht Ihres körpereigenen ökologischen Milieus – und häufig die Eintrittsstelle, durch die Krebs im Körper Fuß fasst.
Dr. Lam betont zudem, dass eine funktionierende Alkalinität wichtig ist, denn Krebszellen gedeihen in einem sauren biologischen Milieu. Sein Verständnis von Gesundheit fügt sich in die Milieutheorie der Keime ein, die Virchow, Bernard und Béchamp vertraten, und den gleichen Ansatz verfolgen viele der »alternativen« und integrativen Krebstherapien, die ich Ihnen später in diesem Buch vorstellen werde.
Die westliche Medizin beruht zum größten Teil nach wie vor auf einem falschen Verständnis der Keime, das die Rolle der ökologischen Umgebung für die Gesundheit außer Acht lässt – sehr zum Nachteil unserer Gesundheit. Millionen von Menschen leiden und sterben unnötig an den Folgen falscher Therapien, die die Keime bekämpfen und meist pharmazeutische Krebsmittel einsetzen.
KAPITEL 2
Der Flexner-Report: Die Übernahme der Medizin durch große Ölkonzerne
Die Medizin hat sich von einer sorgfältig austarierten Balance zwischen Wissenschaft und Kunst – dezentralisiert, offen für Veränderungen, um sich Fortschritten anzupassen, und mit vielen individuellen Ausprägungen – zu einem eingleisigen System aus dogmatischen und unumstößlichen kommerziellen Edikten entwickelt. Wie kam es so weit? Noch wichtiger: Wie und warum veränderte sich die Medizin so drastisch – von der Anwendung von Pflanzen und Kräutern, um den Körper beim natürlichen Heilungsvorgang zu unterstützen, hin zur bloßen Symptombekämpfung mit synthetischen, auf Erdöl basierenden chemischen Präparaten, sprich pharmazeutischen Arzneimitteln?
Um die Antworten auf diese wichtigen Fragen zu finden, müssen wir einen 1910 veröffentlichten Bericht heranziehen, den sogenannten Flexner-Report, der die westliche Medizin dramatisch – und im Grunde dauerhaft – veränderte. Mächtige Unternehmen und die American Medical Association (AMA) beauftragten damals einen Mann namens Abraham Flexner, insgesamt 155 medizinische Fakultäten in ganz Nordamerika zu bewerten. Flexner beurteilte die verschiedenen Lehrmethoden jeder einzelnen Schule, um ein standardisiertes medizinisches System zu erarbeiten, das seine Bosse verwirklichen wollten.
Vor dem Flexner-Report war das, was heute viele als »alternative« Medizin bezeichnen, einfach die alte Medizin. Die praktizierenden Ärzte wandten eine ganze Reihe von Therapieansätzen wie etwa die Homöopathie an, die an medizinischen Hochschulen überall im Land gelehrt wurde. Auch die Kräutermedizin wurde in den Lehrsälen hoch geachtet und nahm im riesigen philosophischen Konsortium der medizinischen Ausbildung ihren ganz eigenen Platz ein.
Im 19. Jahrhundert wurde Medizin hauptsächlich auf drei Arten gelehrt: 22› Hinweis
In Lehrlingsprogrammen erteilten ansässige Ärzte einzelnen Auszubildenden praktische Anweisungen.
Privatschulen – Ärzte unterrichteten Studentengruppen an privaten medizinischen Fakultäten.
An Universitäten bekamen die Studenten in Lehrsälen und Krankenhäusern eine Kombination aus didaktischer und klinischer Ausbildung.
Die medizinische Ausbildung in den USA vor 1910 war also sehr unterschiedlich, je nach Institut und vor allem je nach Art der Schule. Wie bei den meisten höheren Ausbildungswegen jener Zeit hatte die Suche nach der Wahrheit in Form der wissenschaftlichen Ermittlung viele verschiedene Facetten, und für die Menschen war das völlig normal. Es gab unüberschaubar viele Denkrichtungen und medizinische Ansätze in Hülle und Fülle, alle mit ihren ganz eigenen Vorteilen.
