Die Wohlstandsvernichter - Roland Leuschel - E-Book

Die Wohlstandsvernichter E-Book

Roland Leuschel

0,0
2,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Ihr Vermögen und Ihre Altersvorsorge sind in höchster Gefahr. Doch damit nicht genug, denn auch Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel. In den vergangenen Jahren hat eine heimliche Machtübernahme durch die Zentralbanken stattgefunden: weg von demokratisch legitimierten Parlamenten, hin zu Zentralbankern, die zunehmend über dem Gesetz zu stehen scheinen. Die unangenehmen Folgen dieser Machtverschiebung werden jetzt immer stärker spürbar. Tatsächlich haben die Zentralbankbürokraten eine Interventionsspirale angestoßen, deren innere Logik ihnen scheinbar keine andere Wahl lässt, als immer radikalere Markteingriffe vorzunehmen, um gegen die unerwünschten Nebenwirkungen ihrer eigenen Geldpolitik anzukämpfen. Dabei entstehen Kollateralschäden, die umso größer werden, je länger sich die Spirale dreht. So haben die Zentralbanken riesige Spekulationsblasen hervorgerufen, die verheerende Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft haben. Darüber hinaus haben sie einen Umverteilungsprozess in Gang gesetzt, der Europa spaltet und politischen Extremismus fördert. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer, während die Altersvorsorge der Bürger vernichtet wird. Diesem Treiben muss Einhalt geboten werden. Denn am Ende dieser verantwortungslosen Politik steht entweder ein totalitärer Staat, der von einem Zentral(bank)komitee beherrscht wird, oder der Zusammenbruch des bestehenden Währungs- und Finanzsystems – mit all seinen Folgen. Claus Vogt und Roland Leuschel, beide erfahrene Finanzanalysten, gehen hart mit der Geldpolitik der vergangenen Jahre ins Gericht. Sie analysieren, welche Gefahren durch die heimliche Machtübernahme der Zentralbanken entstanden sind, und zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Vermögen trotz allem erhalten, schützen und vermehren können.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2019

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Claus Vogt | Roland Leuschel

DIE WOHLSTANDSVERNICHTER

Claus Vogt | Roland Leuschel

DIE WOHLSTANDS VERNICHTER

Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

3. Auflage 2020

© 2020 by FinanzBuch Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH,

Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Die im Buch veröffentlichten Ratschläge wurden von Verfasser und Verlag sorgfältig erarbeitet und geprüft. Eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Ebenso ist die Haftung des Verfassers beziehungsweise des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ausgeschlossen.

Redaktion: Judith Engst

Korrektorat: Bärbel Knill

Umschlaggestaltung: Laura Osswald

Umschlagabbildung: IStock.com/instamatics

Satz: Helmut Schaffer, Hofheim a. Ts.

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

eBook: ePubMATIC.com

ISBN Print 978-3-89879-896-9

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86248-699-1

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86248-700-4

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.finanzbuchverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

INHALT

Einleitung

Teil I: Der Zentralbankkult

Drei fragwürdige Glaubensgrundsätze bestimmen die Geldpolitik

Teil II: Spekulationsblasen

Immer wieder kommt es zu epochalen Spekulationsblasen, so auch jetzt

Teil III: Fundamentale Bewertung der aktuellen Situation

Überbewertung in den wichtigsten Anlageklassen erkennen und danach handeln

Teil IV: Weltwährungssysteme und exzessive Staatsschulden

Weltwährungssystem und Staatsfinanzierung vor dem Kollaps

Teil V: Quo vadis, Europäische Union? In die Freiheit oder in die Knechtschaft?

Von der EU-Freihandelszone zur Schuldenunion

Teil VI: Umverteilung als Folge der Geldpolitik

Die Geldpolitik setzt eine skandalöse Umverteilung in Gang – mit unliebsamen Folgen

Teil VII: Enteignung oder Helikopter-Geld – was auf uns zukommt

Bargeldverbot und Modern Monetary Theory - die Vorbereitungen laufen

Schlussteil

So schützen und sichern Sie Ihr Vermögen in diesen schwierigen Zeiten

Über die Autoren

EINLEITUNG

Die Lage in der Weltwirtschaft und an den Finanzmärkten ist ernst. Wir befinden uns heute an einem ähnlich bedeutenden Wendepunkt wie zuletzt im Jahr 2007. Die ökonomischen Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen und die damit einhergehenden Gefahren und Risiken sind heute sogar noch erheblich größer als damals. Deshalb sollten Sie sich die Zeit nehmen, sich mit der aktuellen Situation zu befassen. Es gilt, Vorbereitungen zu treffen, um die kommende Krise möglichst unbeschadet zu überstehen oder sogar als Gewinner daraus hervorzugehen.

Damals, im Sommer 2007, warnten wir unsere Leser vor der weltweiten Rezession und Finanzkrise, die sich in unseren Prognosemodellen immer deutlicher abzeichneten. Wir erkannten die Immobilienblase in den USA und einigen europäischen Ländern, deren Vorhandensein von den Zentralbanken vehement geleugnet wurde. Wir schrieben über die verheerenden Folgen, die das Platzen dieser Spekulationsblase für das Finanzsystem und die Realwirtschaft haben würde. So prognostizierten wir nicht nur fallende Immobilienpreise und eine Wirtschaftskrise, sondern auch eine Aktienbaisse und Bankenpleiten in den USA und Europa. Unseren Lesern empfahlen wir damals sogar, den Banken vorsichtshalber das Vertrauen zu entziehen und liquide Mittel in Staatsanleihen oder die Tagesanleihen des Bundes umzuschichten.

Den Rest der Geschichte kennen Sie: Die Rezession begann im Dezember 2007, und Ende 2008 bzw. Anfang 2009 stand das Finanzsystem unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Die Aktienkurse fielen weltweit um mehr als 60 Prozent und die Immobilienpreise in den USA sowie einigen europäischen Ländern, darunter Spanien, Portugal und Irland, waren ebenfalls im freien Fall. Der dadurch entstandene Abschreibungsbedarf auf faule Hypothekenkredite sorgte dafür, dass die meisten Großbanken Europas und der USA de facto pleite waren.

Es folgten groß angelegte Bankenrettungen, und in den USA wurden im März 2009 die Bilanzierungsvorschriften der Banken (»mark-to-market accounting rule FAS 157«) aufgeweicht, damit diese ihre Verluste nicht mehr ausweisen mussten. Seither sind Banken zu unberechenbaren Blackboxes verkommen, deren Risiken von externen Beobachtern nicht mehr analysiert oder eingeschätzt werden können.

Wie in jedem Abschwung hatten die Zentralbanken schon im Vorfeld dieser dramatischen Zuspitzung mit drastischen Zinssenkungen reagiert. Darüber hinaus begannen sie unter der Führung des damaligen Fed-Präsidenten Ben Bernanke damit, in gigantischem Umfang Staatsanleihen und Hypothekenkredite, später auch Unternehmensanleihen, mit speziell zu diesem Zweck geschaffenem Geld zu kaufen. Diese von Anfang an höchst umstrittenen unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen (»unconventional monetary policy measures«), wie Bernanke sie nannte, wurden der Öffentlichkeit ausdrücklich als kurzfristige Notfallmaßnahmen verkauft.

Die erhofften realwirtschaftlichen Ergebnisse wurden damit jedoch nicht erzielt. Der anschließende Aufschwung war extrem schwach und so fragil, dass die Zentralbanken immer wieder neues geldpolitisches Öl ins Feuer gossen, um es wenigstens am Glimmen zu halten. Dennoch wurde diese Politik nicht als gescheiterter Versuch ad acta gelegt, sondern sie wurde zu einem jahrelangen Dauerzustand. Inzwischen werden diese Notfallmaßnahmen von den Zentralbankern sogar als normales geldpolitisches Instrument bezeichnet. Sie gelten weltweit als geldpolitischer Standard.

Im Frühjahr 2009, auf dem Höhepunkt der Krise, wurde es für kurze Zeit salonfähig, die weltweite Überschuldung und die ihr zugrunde liegende laxe Geldpolitik der Zentralbanken als die eigentliche Ursache der verheerenden Entwicklungen beim Namen zu nennen, sogar in den Massenmedien. Diese für den hochverschuldeten Staat und seine Notenbanken sehr unbequeme Wahrheit wurde aber schnell wieder unter den Teppich gekehrt. Anstatt die Schuldenlast zu reduzieren und die Zentralbanken zu einer Rückkehr zu einer wenigstens halbwegs seriösen Geldpolitik zu zwingen, ist seither das genaue Gegenteil geschehen: Weltweit hat die Gesamtverschuldung von Staat, Wirtschaft und privaten Haushalten um gut 40 Prozent zugenommen. Ermöglicht wurde dies durch eine ultralaxe Geldpolitik der Zentralbanken.

Jetzt deutet alles darauf hin, dass die nächste Krise bevorsteht. Sie wird wahrscheinlich noch heftiger ausfallen als in den Jahren 2007 bis 2009, weil die Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen noch größer sind als damals.

Die treibende Kraft hinter diesen Entwicklungen sind die Zentralbanken. Mit ihrer Nullzinspolitik haben sie den Zins abgeschafft, das heißt den Preis des Kapitals, und damit den wichtigsten Steuerungsmechanismus einer Marktwirtschaft. Diese Geldpolitik zerstört nicht nur die Marktwirtschaft, sie untergräbt auch die Demokratie und gefährdet die Freiheit.

In der Eurozone gerät die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank zunehmend unter Beschuss – doch prallt jede Kritik wirkungslos an den Verantwortlichen ab. So veröffentlichte etwa die Bild-Zeitung am 13. August 2019 unter dem Titel »Sparkassen-Chef rechnet mit Nullzins-Draghi ab« einen Brief des Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands an EZB-Präsident Draghi. Hier die wichtigsten Passagen aus diesem Schreiben:

Lieber Mario Draghi,

wir haben viel Respekt vor Ihrer schwierigen Aufgabe, den Euro stabil und Europa zusammenzuhalten. Das vorweg. Was Sie aber machen, ist falsch. […] Sie ändern damit schrittweise Europa, Deutschland und das Leben von Millionen Menschen – nicht zum Guten, sondern langfristig zum Schlechten. […] Die Altersvorsorge für Millionen Menschen schmilzt wie Schnee in der Sonne. […] Wenn man in der Sackgasse ist, sollte man nicht noch das Tempo erhöhen. Es ist Zeit umzukehren – Schritt für Schritt. Jetzt!

Diese Zeilen sprechen für sich. Aus unserer Sicht hat es zwar unerträglich lange gedauert, bis die Erkenntnisse über die fatalen Wirkungen der EZB-Politik zu öffentlich geäußerter Kritik in dieser unmissverständlichen Form geführt haben. Sie wird bei der EZB und deren Chefin in spe Christine Lagarde allerdings keine nachhaltigen Effekte erzeugen. Das zeigt die Reaktion der Zentralbanker auf diesen Brief.

Laut Bild-Zeitung wollte Draghi nicht selbst auf die Vorwürfe antworten, er ließ sich von einer Sprecherin vertreten. Die EZB habe »die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Erholung geschaffen«, die Deutschland die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung beschert habe. Die EZB-Politik habe »den Bürgern eindeutige Vorteile gebracht«.

Diese Behauptungen lassen sich natürlich nicht belegen. Genauso gut kann man das exakte Gegenteil behaupten, also dass die EZB eine stärkere und tragfähige Erholung der Wirtschaft verhindert habe und die niedrige Arbeitslosigkeit auch ohne Nullzinspolitik und Anleihenkäufe eingetreten wäre, und das womöglich früher. Auch die letzte Behauptung der EZB-Sprecherin ist reine Propaganda. Denn die Geldpolitik der EZB erzeugt Gewinner und Verlierer. Einigen wenigen hat sie tatsächlich eindeutige Vorteile gebracht, während die große Mehrheit unter den Nachteilen und Nebenwirkungen leidet. Das belegt die Schere zwischen Arm und Reich, die in den vergangenen Jahren erheblich größer geworden ist, wie zahlreiche Statistiken zeigen.

Dies alles beweist aber, dass selbst ernstzunehmende Warnungen wie die vom Sparkassen-Präsidenten Schleweis bei den Zentralbankern auf taube Ohren stoßen. Trotzdem zeigt die Veröffentlichung in der auflagenstarken Bild-Zeitung, die ja nur Themen aufgreift, die ihre große Leserschaft interessieren, dass die Nullzinspolitik der EZB den Deutschen Sorgen bereitet. Möge das in Berlin genug Druck aufbauen, damit sich die Politik endlich wieder um die Interessen der deutschen Bevölkerung kümmert und dem Nullzins-Wahnsinn Einhalt gebietet.

Momentan allerdings sieht es nicht danach aus. Im Gegenteil: Tatsächlich hat in den vergangenen Jahren eine heimliche Machtübernahme der Zentralbanken stattgefunden. Diese Machtübernahme und ihre Folgen sind das Thema dieser Publikation.

Im ersten Teil des Buches beschäftigen wir uns mit dem Zentralbankwesen und der Geldpolitik der vergangenen Jahre. Der Grund dafür ist einfach: Unter der Führung der US-amerikanischen Notenbank Fed wurde weltweit als Antwort auf die Finanz- und Wirtschaftskrise des Jahres 2008 ein einmaliges und hochriskantes geldpolitisches Experiment begonnen. Die zahlreichen unangenehmen Nebenwirkungen dieser Politik werden immer deutlicher spürbar, sowohl innerhalb Europas als auch global. Sie spalten Europa und bereiten protektionistischen Strömungen auf der ganzen Welt den Weg. Dabei folgt diese Geldpolitik der inneren Logik einer Interventionsspirale, in der ein bürokratischer Eingriff aufgrund seiner zahlreichen Nebenwirkungen eine ganze Reihe weiterer Eingriffe nach sich zieht. Es ist für jeden Anleger wichtig zu wissen, wohin diese Entwicklung wahrscheinlich führen wird.

Im zweiten Teil dieses Buches geht es um Spekulationsblasen. Sie sind eine wichtige Nebenwirkung einer solchen Geldpolitik. Sie haben weitreichende negative Folgen für die Realwirtschaft. Ihr ganzes zerstörerisches Ausmaß wird allerdings erst in der Krise sichtbar, die durch das unvermeidliche Platzen der Blase unweigerlich ausgelöst wird. In den vergangenen Jahren sind Spekulationsblasen entstanden, die umfassender und größer sind als jemals zuvor. Was das bedeutet, wird hier näher analysiert und erläutert.

Im dritten Teil nehmen wir eine fundamentale Bewertung der aktuellen Situation vor. Anhand von ausgewählten, aussagekräftigen Kennzahlen lässt sich der Nachweis erbringen, dass sich längst wieder eine enorme Spekulationsblase aufgebläht hat, die sowohl die Anleihen- als auch die Aktien- und Immobilienmärkte erfasst hat und in vielen Ländern der Welt grassiert. Wie groß das Ausmaß ist und wie bald diese Blase wahrscheinlich platzen wird, müssen Sie wissen, um die richtigen Vorkehrungen treffen zu können.

In Teil vier werfen wir einen Blick zurück in die Finanzgeschichte, mit deren Hilfe Sie das aktuelle Geschehen einordnen und besser verstehen können. Dazu müssen wir kurz die Entstehung des gegenwärtigen Weltwährungssystems ungedeckter, das heißt beliebig vermehrbarer Gelder beleuchten. Denn diese Geldordnung ist die Voraussetzung für die hohe Verschuldung von Staat, privaten Haushalten und Unternehmen, die seit 2008 wider besseres Wissen nicht etwa beendet oder wenigstens gebremst wurde, sondern ganz im Gegenteil erheblich zugenommen hat.

In Teil fünf analysieren wir die Europäische Union, in der die Europäische Zentralbank eine maßgebliche und selten thematisierte Machtposition übernommen hat. Die gesellschaftlich entscheidende Frage lautet: »Freiheit oder staatlich gelenkte Wirtschaft?« bzw. »Freiheit oder Knechtschaft?« Diesen Begriff verwendete schon der große Ökonom Friedrich August von Hayek. Die Antwort tendiert durch die europapolitischen Entwicklungen und Bestrebungen in EU-Brüssel immer mehr in Richtung Knechtschaft. Der Stabilitätspakt, ohne den Deutschland der Abschaffung der D-Mark niemals zugestimmt hätte, hat sich endgültig als wertlos erwiesen, und die Europäische Währungsunion ist und bleibt ein Debakel. Ohne die massiven Eingriffe der Zentralbank wäre sie längst auseinandergefallen.

In Teil sechs geht es um das Thema Umverteilung als Folge der Geldpolitik. Die Politik der Europäischen Zentralbank, deren Ziel es ist, die Währungsunion zu erhalten, was auch immer es koste, hat tatsächlich diesen sehr hohen Preis. Die skandalöse geldpolitisch in Gang gebrachte Umverteilung von unten nach oben, von Jung zu Alt oder von Nordeuropa nach Südeuropa mit all ihren Folgen ist die eigentliche Ursache der weitverbreiteten Unzufriedenheit, die in großen Teilen der Bevölkerung Europas vorhanden ist.

Schließlich machen wir uns im siebten Teil des Buches Gedanken darüber, wie die (Geld)-Politik auf die nächste Krise reagieren wird. Da alle Weichen längst auf Inflation gestellt sind, rechnen wir mit der Einführung von Helikopter-Geld und in dessen Gefolge mit einer großen Geldentwertung. Schließlich ist der Staat der mit Abstand größte Schuldner und somit auch der größte Profiteur der Inflation. Darüber hinaus ist diese Lösung des Überschuldungsproblems aus Sicht der Regierenden vergleichsweise einfach, da sie ihnen im Unterschied zu einem offenen Staatsbankrott oder einer Rückkehr zu einem seriösen Staatshaushalt keine harten Entscheidungen abverlangt.

Abschließend zeigen wir Ihnen in einem kurzen Schlussteil, wie Sie Ihr Vermögen vor den Gefahren der kommenden Jahre schützen und vermehren können. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg.

TEIL I:

DER ZENTRALBANKKULT

DREI FRAGWÜRDIGE GLAUBENSGRUNDSÄTZE BESTIMMEN DIE GELDPOLITIK

Nach welcher Maxime handeln aktuell die Zentralbanken der wichtigsten Industriestaaten? Der US-Analyst James Grant hat die Zentralbankpolitik der vergangenen Jahre in Form dreier Glaubensgrundsätze hervorragend auf den Punkt gebracht. Diese lauten folgendermaßen:

Wir glauben an Preiskontrollen.

Wir glauben an Marktmanipulationen.

Wir glauben an die Phillips-Kurve.

Nur wer diese Glaubensgrundsätze moderner Zentralbank-Bürokraten teilt und für richtig hält, kann die Geldpolitik der vergangenen Jahre gutheißen. Denn das geldpolitische Tagesgeschäft der vergangenen Jahre basiert auf Preiskontrollen und Marktmanipulationen und schließlich auf der Hoffnung, dass höhere Inflationsraten auf wundersame Weise Arbeitsplätze schaffen könnten. Dieser vermeintliche Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitsplätzen ist unter Ökonomen als Phillips-Kurve bekannt.

All das zu glauben, sei jedem unbenommen – auch wenn diese Glaubensgrundsätze im Widerspruch zur ökonomischen Realität stehen, wie wir gleich näher ausführen werden. Allerdings sollte sich der solchermaßen Gläubige nicht gleichzeitig zur Marktwirtschaft bekennen. Denn mit marktwirtschaftlichen Prinzipien ist jeder einzelne dieser Glaubenssätze schlicht und einfach nicht vereinbar.

Tatsächlich widerspricht das gesamte Zentralbankwesen der Systematik einer Marktwirtschaft. Denn wie der Name schon andeutet, handelt es sich bei Zentralbanken um zentrale staatliche Planungsbehörden. Zentralbanken sind also nach planwirtschaftlichen Prinzipien arbeitende Fremdkörper in einer Marktwirtschaft. Sie sind Teil des staatlichen Papiergeld-Monopols, das wie alle Staatsmonopole natürlich ebenfalls nicht zu einer Marktwirtschaft gehört. Die Kenntnis dieser Tatsachen ist aus drei Gründen überaus wichtig:

Erstens ist sie zum Verständnis der Fehlentwicklungen unerlässlich, die das Weltwährungssystem und die Verschuldung von Staaten, Unternehmen und privaten Haushalten in den vergangenen Jahrzehnten genommen haben.

Zweitens lässt sich die Dynamik der Krisenspirale, in der sich die Welt befindet, ohne diese Kenntnis ebenso wenig verstehen wie die Rolle, die Spekulationsblasen dabei spielen.

Drittens ist die Kenntnis dieser Tatsachen von herausragender Bedeutung im Hinblick auf die Weichenstellungen, die in Zukunft vorgenommen werden müssen. Spätestens wenn das gegenwärtige Währungssystem endgültig zusammengebrochen sein wird, muss schließlich ein Nachfolgesystem gefunden werden.

Bei dessen Gestaltung können die planwirtschaftlichen Fehler der Vergangenheit natürlich wiederholt werden, und trotz des erzwungenen Neuanfangs bleibt dann letztlich doch wieder alles beim Alten. Es kann stattdessen aber auch ein echter Neuanfang gemacht werden, indem ein Währungssystem zugelassen wird, das marktwirtschaftlichen Prinzipien folgt.

Im Moment deutet zwar noch nichts auf ein solches marktwirtschaftliches Szenario hin. Aber das Ausmaß der Wirtschafts- und Finanzkrise, die das Ergebnis des monumentalen geldpolitischen Experiments der vergangenen Jahre sein wird, kann durchaus zu einem starken Stimmungsumschwung in der Bevölkerung führen. Auf diese Weise bereitet sie womöglich den Boden für die Einführung marktwirtschaftlicher Lösungen. Als unerschütterliche Optimisten und radikale Freiheitsfreunde geben wir die Hoffnung nicht auf, dass die Menschheit an diesem zentralen volkswirtschaftlichen Punkt ihre vielgepriesene Lernfähigkeit doch noch unter Beweis stellen wird.

1. PREISKONTROLLEN

Frei verhandelbare Preise, auch Marktpreise genannt, spiegeln die Wertschätzung wider, die Menschen den verschiedenen Gütern und Dienstleistungen entgegenbringen. Deshalb sind Marktpreise ein unerlässlicher Steuerungsmechanismus, um die Konsumwünsche der Verbraucher in höchstmögliche Übereinstimmung mit den Produktions- und Leistungskapazitäten zu bringen. Auf diese Weise werden die stets begrenzt vorhandenen Ressourcen einer effizienten und optimalen Nutzung zugeführt.

Da die Konsumwünsche einem permanenten Wandel unterliegen, der nicht vorhersehbar ist, muss der an Märkten stattfindende Preisfindungsprozess immer wieder aufs Neue durchgeführt werden. Auf diese Weise verarbeiten Märkte das Wissen und die Informationen von Millionen von Individuen und verdichten diesen Input zu einem Marktpreis.

Planungsbehörden verfügen nicht über das Marktwissen

Eine zentrale Planungsbehörde kann niemals über die Gesamtheit dieses weit verstreut vorliegenden Wissens verfügen. Deshalb kann eine Planwirtschaft die für ein effizientes Wirtschaften entscheidende Frage, was wann für wen mit welchen Mitteln produziert werden soll, nicht sinnvoll beantworten. Aufgrund dieses Wissensund Informationsmangels wird die Planungsbehörde zwangsläufig eine Fehlentscheidung nach der anderen fällen. Das gilt auch für den Fall, dass die Angestellten der betreffenden Behörde die besten Absichten und Ziele haben.

Diesen Zusammenhang hat als Erster der große Ökonom und Freiheitsdenker Ludwig von Mises in seinem 1920 erschienenen Artikel »Die Wirtschaftsrechnung im sozialistischen Gemeinwesen« dargestellt und in seinem 1922 erschienenen Buch »Die Gemeinwirtschaft – Untersuchungen über den Sozialismus« vertieft. Trotz der bestechenden Logik dieses Arguments weigern sich Sozialisten aller Schattierungen bis zum heutigen Tag zu akzeptieren, dass eine funktionierende Planwirtschaft unmöglich ist.

Die Fed kennt die marktwirtschaftlichen Mechanismen eigentlich genau

Der marktwirtschaftliche Preisfindungsprozess ist für ein effizientes Wirtschaften unerlässlich. Staatlich festgelegte Preise, auch Preiskontrollen genannt, stören diesen Prozess und führen zwingend zu Fehlentscheidungen und ökonomischen Fehlentwicklungen. Das formulierte der damalige Fed-Präsident Ben Bernanke im Rahmen einer Vorlesung an der George-Washington-Universität im März 2012 folgendermaßen:

Wie Sie wissen, sind Marktpreise das Thermostat einer Volkswirtschaft. Sie sind der Mechanismus, auf dem das Funktionieren einer Wirtschaft basiert. Deshalb führten Lohn- und Preiskontrollen zu Mangelwirtschaft und zahlreichen weiteren Problemen quer durch die Wirtschaft. […] Wie Milton Friedman es ausgedrückt hat, war es, als wollte man einenüberhitzten Hochofen reparieren, indem man dessen Thermostat zerstörte.

Bernanke bezog sich in seiner hier zitierten Rede auf die Preiskontrollen, die US-Präsident Richard Nixon in den 1970er-Jahren eingeführt hatte. Nun war Bernanke, als er diese klaren Worte sprach, Präsident der US-Notenbank Fed. Als solcher war er zuständig für die Preiskontrolle des mit Abstand wichtigsten Preises einer Volkswirtschaft: des Preises von Geld und Kapital, auch Zins genannt. Was für ein Widerspruch!

Wenn Sie mit uns, mit Ben Bernanke in seinen Sonntagsreden, mit Milton Friedman und zahlreichen anderen namhaften Denkern und Ökonomen die Überzeugung teilen, dass Preiskontrollen zu ökonomischen Problemen führen, dann müssen Sie logisch zwingend zu dem Schluss kommen, dass Zentralbanker keine Problemlöser sind, sondern ganz im Gegenteil die Verursacher der Probleme, für deren Lösung sie sich angeblich einsetzen.

Wie das Beispiel Ben Bernanke zeigt, wissen moderne Zentralbank-Bürokraten ganz genau, was sie tun und wie schädlich und kontraproduktiv ihr Treiben ist. Dennoch werden sie nicht müde, der gutgläubigen Bevölkerung vorzugaukeln, sie würden Wichtiges, ja sogar Großartiges leisten.

In den Massenmedien wird diese eigentlich offensichtliche Irreführung gebetsmühlenartig und unkritisch wiederholt. Das Wirken der Zentralbanken wird sogar noch zusätzlich überhöht, indem prominente Zentralbank-Bürokraten zu Helden ernannt, gar zu Weltenrettern verklärt oder zum »Mann des Jahres« gekürt werden. Dieser Titel, der vom US-Magazin Time seit 1927 verliehen wird, wurde 2009 Ben Bernanke zugedacht.

Wie Sie gesehen haben, hat diese Darstellung des Zentralbankwesens nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen modernen Aberglauben. Ein Aberglaube, dem eine herausragende Rolle zukommt bei der Entstehung der Spekulationsblase, die in den vergangenen Jahren fast alle Anlageklassen erfasst hat.

»Bullshitter« auf dem Vormarsch

Viel zu reden, ohne etwas Vernünftiges zu sagen beziehungsweise zu tun, das kommt in der Politik ebenso vor wie bei den Zentralbanken. Presseberichten zufolge hat kein Geringerer als Ex-US-Präsident Barack Obama seinen Amtsnachfolger Donald Trump als »Bullshitter« bezeichnet. Nun sollte, wer im Glashaus sitzt, bekanntlich nicht mit Steinen werfen, fällt uns in Erinnerung an Obamas nicht eingehaltene Wahlversprechen dazu ein. Denn Bullshit bleibt Bullshit, auch wenn er mit rhetorischer Exzellenz vorgetragen wird, über die Obama im Unterschied zu seinem Nachfolger zweifelsfrei verfügt.

Doch lesen Sie, was der US-Philosoph Harry G. Frankfurter, der sowohl in Yale als auch in Princeton gelehrt hat und mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt wurde, in seinem 2005 erschienenen Traktat »Bullshit« zu diesem interessanten Thema zu sagen hat:

Zu den auffälligsten Merkmalen unserer Kultur gehört die Tatsache, dass es so viel Bullshit gibt. Jeder trägt sein Scherflein dazu bei. Die meisten Menschen meinen, sie seien in der Lage, Bullshit zu erkennen und sich davor zu schützen, weshalb dieses Phänomen bislang wenig ernsthafte Aufmerksamkeit gefunden hat und nur unzureichend erforscht worden ist. Das hat zur Folge, dass wir nicht sonderlich genau wissen, was Bullshit ist, warum es so viel davon gibt undwelchen Zwecken er dient. Mit anderen Worten: Wir besitzen keine Theorie.

Frankfurters Traktat stellt den ersten ernsthaften Versuch dar, diese unerträgliche Lücke zu schließen. Die folgende Grafik zeigt Ihnen, warum diese Lücke unbedingt geschlossen werden sollte. Sie zeigt beispielhaft für die Entwicklung der verbalen Bemühungen des weltweiten Zentralbankwesens für den Zeitraum 1920 bis 2016 die Anzahl von Reden, die allein von Angehörigen der Bank of England pro Jahr gehalten wurden.

Anzahl der von Mitarbeitern der Bank of England pro Jahr gehaltenen Reden im Zeitraum 1920 bis 2016. Fazit: Je ernster die Lage, desto mehr offizieller Bullshit wird geredet.

Quelle: Bank of England

Die Hohepriester des Gelddruckmaschinenkults beschwören die Schar ihrer Gläubigen

Wie Sie in der Grafik sehen, schwappt seit der Jahrtausendwende, als die Dotcom-Blase platzte, ein geldpolitischer Redeschwall über die Welt. Je deutlicher die Wohlstand vernichtenden Folgen der zuvor begangenen geldpolitischen Fehler und Sünden spür- und sichtbar werden, desto häufiger beschwören die Hohepriester des Gelddruckmaschinenkults die Schar ihrer Gläubigen.

Dabei haben die Zentralbanker bei Licht besehen kaum etwas zu sagen, denn genau genommen steht nur ein einziges Arbeitswerkzeug zur Verfügung: die Gelddruckmaschine. Mit ach so vielen Worten und in bewusst unverständlich gehaltenem Kauderwelsch verlesen sie die stets gleiche Liturgie: Wir drucken Geld, wir drucken Geld, wir drucken Geld.

Die US-Regierung verfügt über eine Technologie, genannt Druckerpresse (oder heutzutage ihr elektronisches Äquivalent), die es ihr gestattet, ohne Kosten so viele US-Dollar zu produzieren, wie sie will.

(Ben Bernanke, am 21. November 2002)

Sehr klar und präzise entzaubert der US-Analyst Michael J. Panzner in seinem 2012 erschienenen Buch, »Modern Central Banking Simplified«, das moderne Zentralbankwesen. Auf jedem Blatt dieses 200-Seiten-Werks steht nur ein einziger Satz: »Print Money«, zu Deutsch: »Druckt Geld«.

2. MARKTMANIPULATIONEN

Eine besondere Form von Preiskontrollen sind direkte und indirekte Marktmanipulationen. Darunter verstehen wir sämtliche Markteingriffe, deren Ziel darin besteht, den Preisfindungsprozess in eine gewünschte Richtung zu lenken und ihn damit zu verfälschen. Den Zentralbank-Bürokraten steht für diese Manipulationen ein ganzes Arsenal zur Verfügung. Es reicht von verbalen Eingriffen wie der bloßen Erwähnung möglicher manipulativer Maßnahmen über deren konkrete Ankündigung oder die Androhung von Verboten bis hin zu tatsächlich durchgeführten Käufen von Wertpapieren, um die Kurse nach oben zu treiben. Auch ein Verbot von Leerverkäufen (Short Sales), um fallende Aktienkurse zu verhindern, gehört dazu. Es wurde beispielsweise im Jahr 2008 praktiziert.

Da solche Marktmanipulationen nur eine Sonderform von Preiskontrollen sind, führen auch sie »zu Mangelwirtschaft und zahlreichen weiteren Problemen quer durch die Wirtschaft«, um mit den Worten Bernankes zu reden. In seiner Funktion als Präsident der mächtigsten Zentralbank der Welt hat ihn seine eigene Erkenntnis aber nicht davon abgehalten, die Finanzmärkte im großen Stil zu manipulieren. Damit hat er das Zentralbankwesen handstreichartig revolutioniert, indem er mit dem »Kauf« von Anleihen in Billionenhöhe begann (warum wir hier Anführungszeichen verwenden, werden wir weiter unten erläutern) und diese Vorgehensweise weltweit salonfähig machte.

Je umfangreicher solche Marktmanipulationen sind, desto schwerwiegender sind die Probleme, die quer durch die Wirtschaft entstehen. Deshalb haben wir die bewusst unverständlich als »quantitative easing« (quantitative Lockerung) bezeichneten »Käufe« von Anleihen durch die Zentralbanken von Anfang an als falsch gebrandmarkt. Wir haben sie als höchst gefährliche Weichenstellung in eine Zukunft bezeichnet, die von den Folgen dieser planwirtschaftlichen Politik geprägt sein wird. Dazu gehören unter anderem eine massive Umverteilung von unten nach oben und schließlich die maßlose Vernichtung von Wohlstand.

Wir sind die Versuchskaninchen

Seit Jahren bezeichnen wir diese Marktmanipulationen als das größte geldpolitische Experiment aller Zeiten und prophezeien ihm aufgrund der oben dargestellten Zusammenhänge ausdrücklich kein Happy End.

Die Dimensionen dieses Experiments haben inzwischen monströse Ausmaße erreicht. Laut Bank of America haben die Zentralbanken weltweit Anleihen im Wert von mehr als 20 Billionen US-Dollar »gekauft«.

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Entwicklung der von den Zentralbanken der USA, Europas, Japans, Großbritanniens und der Schweiz gehaltenen Wertpapiere in Billionen US-Dollar seit 2006. Mitte 2017 wurde die gigantische Summe von 14,6 Billionen US-Dollar erreicht. Unter Einbeziehung der chinesischen Zentralbank steigt diese Summe um weitere 5,1 Billionen US-Dollar auf insgesamt 19,7 Billionen Dollar. Inzwischen wurde die 20-Billionen-Dollar-Marke überschritten.

Anleihenkäufe der Chinesischen Volksbank, der EZB, Fed, Bank of Japan, Bank of England und der Schweizer Nationalbank von 2006 bis 2017.

Quelle: BofA Merill Lynch Global Investment Strategy, Bloomberg

Eine geldpolitische Revolution ohne demokratische Legitimation

Auf dem nächsten Chart sehen Sie, wie sich die gigantische Summe, bei der es sich vor allem um Staatsanleihen handelt, auf die sechs genannten Zentralbanken verteilt. Die schwarze Linie stellt den Gesamtbetrag in Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts dar. Diese Grafik verdeutlicht Ihnen, warum wir hier vom größten geldpolitischen Experiment aller Zeiten sprechen. Die ganze Welt ist daran beteiligt und davon betroffen – auch von den Folgen seines Scheiterns.

Nicht nur Kleinigkeiten: Die wichtigsten Zentralbanken halten über ein Drittel der weltweit emittierten Anleihen.

Quelle: Citi Research, Haver

Dieses Experiment wurde von einer kleinen Clique von Ökonomie-Professoren erdacht, die für die Zentralbanken tätig sind. Die Risiken, die seine Durchführung birgt, wurden niemals öffentlich diskutiert. Auch wurde die Frage, ob es überhaupt zur Durchführung kommen soll, keinem Parlament zur Abstimmung vorgelegt. Ihm fehlt also jegliche demokratische Legitimation und Kontrolle.

Dabei handelt es sich bei dieser geldpolitischen Revolution um eine folgenschwere, um nicht zu sagen extremistische Weichenstellung, da sie die Preisfindung an den Kapitalmärkten außer Kraft setzt. Damit zerstört sie das Herzstück der Marktwirtschaft, da der Preis von Geld und Kapital der mit Abstand wichtigste Einflussfaktor und Steuerungsmechanismus einer Volkswirtschaft ist.

Ein geldpolitischer Angriff auf Demokratie und Freiheit

Etwas zugespitzt ausgedrückt haben die Zentralbank-Bürokraten damit begonnen, die Marktwirtschaft zu zerstören und durch eine von Zentralbanken gelenkte Kommandowirtschaft zu ersetzen. Wer die Marktwirtschaft zerstört, vernichtet nicht nur den Wohlstand der Bevölkerung, sondern gefährdet auch Freiheit und Demokratie. Denn ohne freie Märkte kann es keine Freiheit des Individuums geben, sondern nur ein immer enger gezogenes Netz aus planwirtschaftlichen Interventionen, Regulierungen, Vorschriften und Verboten. Das hat der große Freiheitsdenker und Ökonom Friedrich August von Hayek beispielsweise in seinem 1944 erschienenen Buch »Der Weg zur Knechtschaft« gezeigt.