Die Zeiten meiner Mutter - Catalina Onda - E-Book

Die Zeiten meiner Mutter E-Book

Catalina Onda

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Beschreibung

Eine Kindheit, zwischen Hitlerzeit und Krieg in Böhmen. Eine Jugend, zwischen Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder in Oberösterreich. Eine Auswanderung nach Spanien. Das waren die Schauplätze ihres Lebens. Alleinerzieherin in den 60er Jahren. Geliebte eines bekannten Mannes, in einer kleinen Ortschaft. Eine Büroangestellte, die plötzlich Künstlerin wird. Das waren die Rollen, die ihr das Leben zuspielte. Meine Mutter war kein Mensch der Worte, sondern vielmehr der Gefühle, der Formen und der Bilder... ...was sie zutiefst ablehnte, waren Fragen wie "Was möchten sie mit diesem Kunstwerk sagen?", da sie ja die Kunstwerke schuf, um sich das Sprechen zu ersparen... ...Eigentlich führte sie damals schon das Leben einer emanzipierten Frau, wie wir es heute verstehen. Aber sie hatte sich dieses Leben nicht ausgesucht; es war ihr einfach passiert.

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Seitenzahl: 245

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Um die Privatsphäre der Personen zu schützen, wurden alle Namen geändert. Aus demselben Grund wurden Verfremdung und Maskierung angewendet. Jede Namensgleichheit, oder sonstige Ähnlichkeit mit derzeit lebenden, oder verstorbenen Personen, wäre daher unerwünscht und rein zufällig

Inhaltsverzeichnis

TEIL 1

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Kapitel 22

Kapitel 23

Kapitel 24

Kapitel 25

Kapitel 26

Kapitel 27

Kapitel 28

TEIL 2

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

ZITATE UND LITERATUR

TEIL 1

1

Die Ortschaft N. hatte damals an die 6000 Einwohner.

Sie lag im Voralpenland und nach der einen Seite hatte man einen wunderschönen Ausblick auf das Höllengebirge; nach der anderen Seite aber, sah man die Fabrik und die Schornsteine, aus denen schwarzer Rauch aufstieg.

Anfangs rußte es in der Ortschaft ganz fürchterlich.

Wenn man zum Beispiel im Freien Essen wollte und ein weißes Tischtuch aufdeckte, musste man sich beeilen, weil schon nach wenigen Minuten konnte man sehen, wie sich die Ruß Körner sammelten und nach einer halben Stunde war das Tuch schwarz. Später bekamen die Schornsteine Filter und von da an war der Rauch weiß und angeblich »sauber«.

Mit dem Bau der Fabrik, hatte man schon vor dem Krieg begonnen und der Vater meiner Mutter, war als Bauführer an ihrer Konstruktion beteiligt.

Die Ortschaft N. war um die Fabrik herum entstanden und man hatte sie nach einem hierarchischen System angelegt.

Da gab es Direktorenhäuser; die waren auf dem Hügel oben gelegen, wo die Luft etwas besser war und die Aussicht rechts auf das Gebirge sich durchaus sehen lassen konnte. Diese hatten nach hinten schöne, breite Gärten.

Dann gab es Angestelltenwohnungen, etwas weiter unten und direkt an der Hauptstraße. Diese hatten nach hinten nur halb so breite Gärten, aber gleichfalls Aussicht aufs Gebirge.

Und dann waren da noch die Arbeiterwohnungen. Das waren Doppelhäuser, wo eine Familie im Erdgeschoß wohnte und eine weitere im ersten Stock. Auf mehr hatte ein Arbeiter damals nicht Anspruch. Auch diese Häuser hatten Gärten, allerdings ohne Aussicht.

Ursprünglich waren alle diese Häuser Dienstwohnungen gewesen, aber im Lauf der Zeit, waren sie baufällig geworden. So hatte die Firmenleitung sie irgendwann günstig zum Kauf angeboten, um sich die Erhaltungskosten zu sparen.

Die Häuser waren in den letzten Kriegsjahren gebaut worden und ihre Bausubstanz war schlecht.

Wenn man im oberen Stock herumging, konnte man jeden Schritt hören; zudem gab der Boden an vielen Stellen knarrende Geräusche von sich.

Auch wenn man die Treppe hinauf oder hinunterging, ächzte das Holz.

Die Häuser waren als Reihenhäuser angelegt und so gab es, rechts und links, einen Nachbarn, an dessen Leben man - zumindest akustisch - teilzunehmen gezwungen war.

Was nicht nur negative Seiten hatte.

So stellte z.B. meine Großmutter ihr Bett extra an jene Wand, hinter der sich der Fernseher der Nachbarn befand. Denn da wir selbst kein TV hatten, empfand sie es durchaus als Vorteil, so hier immerhin das Abendprogramm mithören zu können.

Sie erzählte mir einmal, sie hätte entdeckt, dass die Akustik dann am besten sei, wenn sie das Ohr in direkten Kontakt mit der Wand brachte; und die Bilder könne sie sich ja dazu vorstellen.

Außerdem könne sie dabei auch noch bequem im Bett liegen!

Diese Nachbarn, bei denen die Großmutter »fernhörte«, wohnten immer schon auf unserer rechten Seite; ganz liebe Menschen, die jederzeit mit fehlender Petersilie, oder einem fehlenden guten Wort aushelfen konnten.

Gelegentlich waren wir dort auch offiziell zum Fernsehen eingeladen. Ich durfte mit ihrem Enkel »Flipper« sehen und manchmal auch »Daktari«; und meine Großmutter des Öfteren am Samstag-Abend den Heinz Konrad oder eine Operette.

Und die gemütliche Bauernstube der Nachbarn umgibt in meiner Erinnerung jene Fernsehbilder, wie ein Rahmen. Das lächelnde Bild des Delfins genauso, wie das Bild des Kleinkindes, das am Sarg seines Vaters salutiert; damals, als Kennedy erschossen wurde und die Welt einen Moment lang den Atem anhielt.

Über diesen Fernsehbildern war eine kleine, trichterförmige Lampe, ein sogenanntes »Fernsehlicht« und daneben zwei riesige Gläser mit Bonbons; und rechts davon war das Sofa des Nachbarn, auf dem er sein Mittagsschläfchen zu machen pflegte. Der Fernseher stand auf einem Tischchen, von dem eine kunstvoll bestickte Decke herabhing. Und auf der linken Seite stand ein Schrank, in dem eine überkomplette Sammlung Gmundner Keramik zu sehen war, »das gute Geschirr«, wie die Nachbarin es nannte. Obenauf, lag die Pfeife des Nachbarn und der Beutel mit dem Tabak und an einer der Glasscheiben steckten einige Ansichtskarten.

Von diesen Dingen umrahmt, sahen wir die bedeutenden Geschehnisse jener Zeit.

In dem einen Glas war immer eine Mischung von sehr guten, teuren Zuckerln, in dem anderen aber nur Lakritze und eine Süßigkeit, die als »Batzen« bezeichnet wurde, mit einem strengen Geschmack, den ich hasste, was ich den Nachbarn aber aus Höflichkeit nie zu sagen wagte. Dieser »Batzen« eignete sich gut, um Kindern eine Art Maulsperre zu verpassen, denn er war so riesig, dass es locker eine halbe Stunde dauerte, bis man wieder sprechen konnte.

Diesen Geschmack habe ich auf der Zunge, wenn ich an die Mondlandung denke. Aber nicht nur diesen; weil zunächst gab es auch ein Seidenzuckerl und dann ein Stollwerk. Am Ende aber, weil sich die Sache hinzog, kam dann Lakritze und zuletzt der unvermeidliche Batzen.

Als dann selbst dieser schon zu Ende war, gab es um 3h morgens einen Espresso für die Erwachsenen und für mich, zur Feier des Tages, dann doch noch ein zweites Seidenbonbon.

Und so verbinde ich mit der Mondlandung ein Gefühl von bleierner Müdigkeit und das Aroma eines ganz köstlichen Seidenzuckerls mit Himbeerfüllung, gemischt mit dem penetranten Geschmack des »Batzen«.

Und ich fand es lustig, dass die Männer auf dem Mond beim Gehen hüpften.

Auf der linken Seite, waren vor einiger Zeit neue Leute eingezogen.

Sie hatten das Haus durch Beziehungen bekommen. Denn diese Häuser waren an sich Angestelltenwohnungen und Herr F. war nur als Arbeiter im Werk beschäftigt.

Aber die Zeiten waren gerade dabei, sich zu ändern. Auch ein Arbeiter, wenn er fleißig und sparsam war und nicht trank, konnte es inzwischen zu etwas bringen.

Frau F. war fast immer im Haus. Sie kam nie in den Garten, weil sie die Sonne nicht vertrug und die Einkäufe erledigte ihr Mann mit dem Auto.

Man hörte, sie wäre sehr krank gewesen und auch damals, machte sie auf mich, einen eher schwächlichen, leidenden Eindruck.

Herr F. hingegen strotzte vor überschüssiger Kraft.

Anfangs flirtete er gerne ein bisschen mit meiner Mutter im Garten. Er kam auffällig oft an den Zaun, um etwas zu fragen. Er bot Hilfe beim Verrichten von traditionellen Männerarbeiten an, mit denen meine Mutter »als Frau alleine« gewisse Probleme hatte. Zu diesem Zweck konnte er, ohne dass daran irgendjemand etwas Anstößiges hätte finden können, in den Garten meiner Mutter herüberkommen.

Sie erzählte mir, dass er dann einige Male versucht hätte, sie zu küssen, was ihr sehr peinlich gewesen sei, auch der kranken Nachbarin gegenüber.

Irgendwann gingen meiner Mutter dann seine Annäherungsversuche endgültig zu weit und sie verwies ihn etwas deutlicher in seine Grenzen.

Daraufhin zog er sich beleidigt zurück. Aber von da an hatte meine Mutter einen Feind.

Es begann dann über Jahre der sogenannte »Schneckenkrieg«.

Meine Mutter ließ ihren Garten in gewisser Weise verwildern. Sie schnitt den Rasen nur selten und ließ die Sträucher und Blumen weitgehend wachsen, wie sie wollten.

Der Nachbar hatte ständig ein Problem.

Die Sträucher wären zu hoch und würden seine Aussicht aufs Gebirge behindern- Meine Mutter wiederum, wollte die Sträucher deshalb so hoch, weil sie, von ihrem Garten aus gesehen, den wenig schönen Ausblick auf die Fabrik abdeckten.

Das Gras sei zu hoch. Und weil alles so ungepflegt wäre, würde es bei uns haufenweise Schnecken geben; und eben diese Schnecken kämen dann in seinen Garten und würden dort seinen Salat und seine Erdbeeren anfressen......

Meine Mutter kürzte widerwillig die Sträucher, aber sie weigerte sich, Schneckengift auszulegen, weil sie sich vor dem Anblick der verendeten Tiere zu viel ekelte.

Von da an grüßte der Nachbar nicht mehr. Aber er schimpfte oft lautstark auf meine Mutter im Garten, besonders dann, wenn er wusste, dass sie auch draußen war und seine Worte hören konnte.

Ich weiß nicht, was er alles sagte. Aber es dürften doch eher schlimme und beleidigende Dinge gewesen sein, denn einmal sah ich, wie meine Mutter deswegen weinte.

2

Meine Mutter war eine ungewöhnliche Erscheinung-

Aus dem Rahmen fallend; sowohl aus dem Rahmen dieser Ortschaft, als auch aus dem Rahmen der damaligen Zeit-

Ihr Vater war gestorben, als sie 17 Jahre alt gewesen war.

Damals starb man noch zu Hause, im Kreise seiner Familie.

Sie erzählte mir oft davon, wie er eines Abends, als er das Ende nahe fühlte, zu seiner Familie gesagt hätte, sie sollten darauf achten, den Augenblick seines Todes nicht zu übersehen, woraufhin seine Frau, die ganze Nacht lang, an seinem Bett wachte.

Gegen 4h morgens, verlangte er nach seinen Kindern. Also weckte meine Großmutter meine Mutter und ihren Bruder. Weil die Kinder schlaftrunken waren, kuschelten sie sich zu ihrem sterbenden Vater ins Bett. Meine Mutter hielt seine rechte Hand und ihr Bruder seine Linke und so blieben sie bei ihm liegen, bis er kalt geworden war-

Und dann begann der Ernst des Lebens.

Der Bruder war in der Maturaklasse und es konnte damals, in der Nachkriegszeit, fast ein Jahr dauern, bis die Witwenpension ausgezahlt wurde.

So nahm man kurzerhand meine Mutter aus der Internatsschule, in der man sie untergebracht hatte, weil es im Haus nicht genug Platz gab.

Unter den bestehenden Umständen das Schulgeld weiterhin aufzubringen, war natürlich unmöglich. Außerdem wurde es damals als Luxus erachtet, ein Mädchen auf eine maturaführende Schule zu schicken.

Eine Tochter würde ja doch heiraten und dann früher oder später bei den Kindern zuhause bleiben. Und die paar Jahre bis dahin, würden schon irgendwie vergehen.

Die Familie meiner Mutter allerdings, konnte sich weder den Schulbesuch, noch das zuhause Rumsitzen der Tochter leisten.

Man schickte sich an, ihr eine Arbeit zu organisieren, weil, irgendjemand musste ja die Familie ernähren.

Meine Mutter war gerne zur Schule gegangen.

Sie hatte Englisch und Französisch gelernt. Ihr Zeichentalent hatte Beachtung gefunden. Und sie hatte sich, in der von Nonnen betriebenen Schule, sehr wohl und geborgen gefühlt. Aus dieser Zeit behielt sie einen fatalistischen Glauben an das Gute zurück.

»Der Herrgott wird´ s schon richten!« und »Man weiß nie, wofür etwas gut ist!« waren zeitlebens Lieblingsaussprüche von ihr.

Mit der heilen Welt des Klosters, war es dann schlagartig vorbei gewesen.

Eine Nachbarin organisierte einen Fuchspelz, ein über die Kriegsjahre gerettetes Erbstück, den sie sich ihrerseits von einer Verwandten auslieh.

So wurde meine Mutter, in einem viel zu großen Pelzmantel, der ihr ein respektables, erwachsenes Aussehen geben sollte und mit einer Unzahl von Ratschlägen, die das damals sehr wichtige, gute Benehmen betrafen, zum Vorstellungsgespräch in die Fabrik geschickt.

Sie bekam die Stelle in der Telefonzentrale, was ein großes Glück war, da ja das Wohnrecht, in diesen, als Dienstwohnungen geführten Häusern, daran gebunden war, dass zumindest ein Familienmitglied, in der Fabrik arbeitete.

Meine Mutter hatte sich damals schnell an die neue Situation gewöhnt. Sie war stolz gewesen, ganz allein für ihre Familie sorgen zu können.

Das war ganz klar ihre Pflicht.

Wenige Jahre später, kam dann das große Thema »Selbstverwirklichung« in Mode.

Aber in ihrer Kindheit, war noch »Pflichterfüllung« das große Erziehungsschlagwort gewesen.

Die Nachkriegszeit ging gerade zu Ende und das Wirtschaftswunder begann. Mangelnde Schulbildung war damals kein Problem. Es fehlten viele Arbeitskräfte. Die Wirtschaft wuchs gewaltig und in den Kriegs- und Nachkriegsjahren, hatten sich die wenigsten Familien leisten können, allzu viel Zeit und Geld, in die Ausbildung ihrer Kinder zu investieren.

Eines Tages, fiel meine Mutter einem leitenden Angestellten der Fabrik auf. Der sorgte dafür, dass sie einen Posten im Werbebüro der Firma bekam.

In weiterer Folge, machte meine Mutter Karriere.

Sie heiratete zwar zunächst und bekam ein Kind.

Aber weil das Haus, wie schon erwähnt, eine Dienstwohnung war, konnte sie nicht, wie damals üblich, zu Hause bleiben.

Die Ehe dauerte nicht lange und meine Mutter war im Alter von 27 geschieden mit Kind, was ihr viele Jahre lang so peinlich war, dass sie es vermied, neuen Bekannten davon zu erzählen.

Damals ließ man sich zumeist nicht scheiden, man arrangierte sich; aber ihr Mann hatte sie um die Scheidung gebeten und sie wollte seinem Glück nicht im Weg stehen.

Dennoch war es für sie ein Schock gewesen, wegen einer wesentlich älteren und dazu noch unattraktiven Frau verlassen zu werden. Ein Schock, von dem sie sich wohl nie ganz erholte-

Aber dann, ganz unerwartet, machte sie in diesem Werbebüro Karriere.

Sie führte das Leben einer modernen, emanzipierten Frau, wie wir es heute definieren.

Jedoch hatte sie sich dieses Leben nicht ausgesucht.

Es war ihr einfach passiert.

Sie aber, war für ein ganz anderes Leben erzogen worden.

Sicher, ohne die Großmutter wäre das alles nicht möglich gewesen. Aber so, übernahm die alte Frau die Mutterrolle und meine Mutter war eigentlich der Mann im Haus.

Sie brachte es weit, beruflich. Sie verdiente als alleinstehende Frau so viel, dass sie sich damals schon leisten konnte, zwei Mal jährlich auf Urlaub zu fahren. Im Sommer ans Meer und im Winter zum Schifahren.

Und das in einer Zeit, als die meisten im Urlaub, bestenfalls zu Verwandten in die Sommerfrische fuhren.

Als ich 7 Jahre alt war, fuhr meine Mutter nach Paris und lebte dort einige Zeit. Sie besuchte eine Modezeichen-Schule, porträtierte am Montmartre und ein halbes Jahr nach ihrer Rückkehr, fing sie an, zu malen.

Da sie beruflich des Öfteren auf Modeschauen fuhr, war Bekleidung für sie sehr wichtig.

Damals wechselte die Mode anfangs nur alle paar Jahre und es konnte sich nicht jeder leisten, nach der Mode zu gehen. In einer Ortschaft wie N., nur einzelne Frauen. Zumeist die Gattinnen der Direktoren im Werk; und eben meine Mutter.

Auf den Modeschauen wurden die Trends gezeigt, die frühestens zwei Jahre später im Handel sein würden.

So war meine Mutter der Mode immer um zwei Jahre voraus.

Anfangs wunderten sich die Leute, über ihr ungewohntes Outfit. Aber irgendwann gewöhnten sie sich daran, in meiner Mutter, eine Art wandelnden Modevorboten zu sehen.

Als sie 100 Bilder beisammen hatte, wagte sie ihre erste Ausstellung und von da an hatte die Ortschaft N. eine eigene Künstlerin.

Meine Mutter hatte in N. eigentlich die meiste Zeit über keine Freunde. Selbst Bekannte hatte sie nur wenige. Aber die ansässigen Menschen waren äußerst liebenswürdig und sie fühlte sich dort wohl. Man respektierte sie damals. Man war auch in gewisser Weise stolz auf sie. Doch man hielt auch Abstand.

Als die Großmutter nicht mehr in der Lage war, ihren Verpflichtungen nachzukommen, kam sie in ein Heim.

Von da an begann für meine Mutter ein neues Leben. Sie war jetzt Malerin und Bildhauerin und bewegte sich in anderen Kreisen. Sie lernte die Künstler ihrer Umgebung kennen und hatte sie bei sich zu Gast. Sie fuhr nach Linz, Salzburg und München zu Ausstellungen und begann, Kontakte zu diversen Künstlervereinigungen zu knüpfen.

Sie änderte ihren Bekleidungsstil.

Sie hätte es satt, nach der Mode zu tanzen, sagte sie. Und die nächsten Jahre trug sie schwarze Hose mit schwarzem Oberteil, in dreifacher Ausführung. Dazu einen langen, schwarzen Mantel.

Und für den Sommer, hatte sie das Gleiche in Weiß.

Somit war die Bekleidungsfrage gelöst. Sie musste keinen Gedanken mehr daran verschwenden und konnte sich ganz auf ihre Schöpferkraft konzentrieren.

Wieder brauchten die Leute der Ortschaft einige Zeit, sich an ihr neues Erscheinungsbild zu gewöhnen und von weitem, wurde sie in ihrem langen, schwarzen Mantel oft für den Herrn Pfarrer gehalten.

Sie änderte ihren Vornamen und nannte sich jetzt Marielle.

In diesen Künstlerkreisen, begegnete sie eines Tages dem Professor G.; und diese Begegnung war folgenschwer, für ihr weiteres Leben.

3

Professor Dr. G. war ein beliebter Arzt und praktizierte damals unweit jener Kleinstadt, wo sich das Internat, in dem ich untergebracht war, befand.

Darüber hinaus, war er ein großer Liebhaber und Förderer der bildenden Kunst und er organisierte regelmäßig Ausstellungen. Auch wenn er sich letztlich für den Arztberuf entschieden hatte, war er der bildenden Kunst doch in besonderer Weise zugetan, da er vor seinem Medizinstudium, selbst zwei Semester Kunst inskripiert hatte.

Eines Samstags, bevor meine Mutter mich vom Internat abholte, plante sie, eine seiner Ausstellungen zu besuchen.

Sie war zutiefst beeindruckt, von den imposanten Räumlichkeiten des alten Palais. Unter dem Arm hatte sie zwei Gemälde, die sie ihm bei dieser Gelegenheit zeigen wollte. Mit der Bitte, um eine fachliche Bewertung ihrer Arbeit und in der Hoffnung, in die lokale Künstlervereinigung, der er als Geschäftsführer vorstand, aufgenommen zu werden.

Es war schon etwas spät, als sie die Stiegen zum ersten Stock eilig hochstieg. Endlich oben angekommen und ziemlich außer Atem, fand sie das Tor bereits verschlossen. Also prägte sie sich die Öffnungszeiten noch einmal genau ein und ging dann langsam wieder die gewundene Marmortreppe nach unten-

Plötzlich aber hörte sie, wie oben das Tor wieder aufgesperrt wurde. Die schweren Flügel knarrten in den mächtigen Angeln und durch die geöffneten Türflügel, flutete Licht in das düstere Treppenhaus-

Sie drehte sich um und oben auf der Treppe stehend, erblickte sie ihn zum ersten Mal-Im Gegenlicht waren nur seine Umrisse zu sehen.

»Wollten sie zu mir? « Sie blickte zu ihm hoch. Er war groß und so wie er da oben stand, wirkte er noch größer.

Wie ein dunkler Engel, stand er vor dem Tor; wie der Hüter der Schwelle, der darüber wachte, wer Zugang zu den heiligen Hallen der höheren Kunst erhielt und wer nicht- Und dann stieg er langsam die Treppe zu ihr herab, bis er direkt vor ihr stand und sie seine Gesichtszüge klar erkennen konnte.

Er war dunkelhaarig, mit hellen Augen und sein Lächeln saß sehr locker.

»Ich wollte gerade gehen«, sagte er, «aber das macht nichts…. ein paar Minuten Zeit hab ich schon noch« und dann fühlte sie seinen festen, selbstsicheren Händedruck-

»Wenn es ihnen keine Unannehmlichkeiten macht«, stammelte sie etwas verlegen.

»Nein, nein, kommen sie nur, so eine charmante Dame führe ich doch gerne noch ein bisschen herum.«

Dann schickte er sich an, sie durch die Ausstellung zu führen.

Sie fühlte sich geehrt und geschmeichelt und genoss die Aufmerksamkeit, die er ihr schenkte.

Was für ein unverhofftes Glück, vom Organisator der Künstlervereinigung persönlich durch die Räumlichkeiten geführt zu werden!!

Sie kamen ins Gespräch und er besah sich interessiert ihre mitgebrachten Bilder-

»Mmm….das ist schon was«, sagte er schließlich gönnerhaft-

Sie war überglücklich.

Er machte ihr dann von sich aus den Vorschlag, sie einmal in ihrem Atelier zu besuchen.

Da sie angab, auch Bildhauerin zu sein, schlug er vor, einen Kollegen mitzubringen, den er als sehr versierten Bildhauer betrachte; einer von den alten Hasen sozusagen. Dem würde er immer die Bewertung der Bildhauerarbeiten überlassen.

Was die Gemälde angehe, sehe er kein Problem.

Er hätte schon genug gesehen.

Dann musste sie sich etwas übereilt verabschieden.

Es war längst an der Zeit, ihre Tochter abzuholen, die wohl schon ungeduldig warten würde; vielleicht auch schon weinen, im Glauben, sie hätte sie vergessen-Sie eilte die Stiege nach unten und dann drehte sie sich auf der letzten Stufe noch einmal um-Er stand immer noch da oben, in der geöffneten Tür und sah ihr nach. Seine Gesichtszüge waren nicht mehr erkennbar, aber sie sah, wie er die Hand hob und ihr winkte.

Und plötzlich fühlte sie sich seltsam beflügelt, als sie eilig die Straße zum Internat hochfuhr.

4

Einige Wochen später kamen Professor G. und der Bildhauer S. vorbei.

S. war ein kleiner, kräftiger Mann, mit einem verwitterten Gesicht und riesigen Händen. Er hatte sein ganzes Leben lang auf dem Land gelebt und wies eine gewisse Ähnlichkeit mit einem knorrigen, älteren Apfelbaum auf.

Er besah sich ihre aus Moltofil gefertigten, kleinen Plastiken und runzelte die Stirn-»Haben sie´ s schon mal mit Ton probiert?« fragte er dann.

»Nein«, antwortete sie.

»Dieses Gipszeug ist ein Klumpert!« Er machte eine wegwerfende Handbewegung. »Probieren´ s amal an Ton«, sagte er mit einem verschmitzten Grinsen, »der spürt alles, was sie wollen! Na wirklich, glauben´ s mas!«

Dazu bewegte er seine großen, unförmigen Hände mit erstaunlicher Energie in der Luft, wie um ihr zu zeigen, was man alles formen könnte, wenn man sich nur an die richtigen Materialien heranwagte.

In weiterer Folge war es dieser Kollege, der meiner Mutter das Rüstzeug für die Bildhauerei mit auf den Weg geben sollte. Er verriet ihr nach und nach aus Gefälligkeit, genügend fachliche Tricks, bis meine Mutter, als Autodidaktin, durchaus in der Lage war, recht bemerkenswerte Arbeiten aus Ton herzustellen.

Er weihte sie in die Geheimnisse des La Farge Gießens ein. Auf das richtige Verhältnis von Sand und Zement kam es an und darauf, genügend Wasser zuzuführen. Ging alles gut, hatte man zuletzt eine Art Steinguss. Dieser konnte bei Bedarf, als Modell für einen Bronzeguss dienen.

Damit spielte man natürlich in einer anderen Liga, denn bei den Aufträgen der offiziellen Stellen, war Bronze zumeist das bevorzugte Material. Die anfänglichen Gipsköpfe meiner Mutter, waren hingegen wenig haltbar und daher problematisch.

Meine Mutter hatte sich im Keller ihres Reihenhauses, ein kleines Atelier eingerichtet. Wie sie mir gegenüber oft betonte, war das 1965 eine geradezu revolutionäre Idee.

Besonders bemerkenswert war der Boden, ein so genanntes »Holzstöcklpflaster«, das aus wabenförmigen Holzklötzchen bestand, die sie alle von Hand verlegte, abschliff und zuletzt versiegelte.

Vom Keller führte eine Türe in den Garten, die sie mit Kupferplatten benagelte. Diese Türe bekam auch einen massiven Riegel, um das rustikale Aussehen zu unterstreichen. Der Durchgang, welcher die zwei kleinen Räume verband, bekam einen Rundbogen. Rechts davon wurde ein ebenfalls oben abgerundetes Fenster in die Wand gebrochen. Im hinteren Raum stand die Staffelei meiner Mutter und vor dem Fenster, eine antike, geschnitzte Truhe aus Ebenholz.

Im vorderen Raum hatte sie selbst ein Bänkchen gemauert. Obenauf lag eine von ihr handgefertigte Polsterauflage aus Schaumstoff, die sie mit rotem Stoff bezogen hatte, wodurch man darauf auch bequem sitzen konnte.

Sie kaufte damals gern Antiquitäten, die ihr gefielen; teils alte Sachen und oft auch Gegenstände aus anderen Kulturen. Diese verwendete sie einfach nach Gutdünken, in ihrem Alltag.

Was manchmal auch zu lustigen Situationen führte- z. B. hatte sie einmal einen Bekannten aus dem Iran zu Besuch.

Der Mann wusste sich vor Lachen kaum mehr zu halten, als sie ihm stolz ein dreibeiniges Stühlchen zeigte, von dem man ihr beim Kauf gesagt hatte, es stamme aus dem Iran. Irgendwann beruhigte sich der Mann wieder soweit, dass er uns erklären konnte, es würde sich eindeutig um ein bei ihm zuhause gängiges Modell von Melkstuhl handeln.

Und er fand es halt ganz unglaublich erheiternd, dass es hier in Europa doch tatsächlich jemanden gab, der sich so etwas ins Wohnzimmer stellte und es schön fand.

Denn seiner Meinung nach, gehörte dieses Teil eindeutig in einen Stall.

Meine Mutter, Professor G., der Bildhauer S. und ich, nahmen auf dem gemauerten Bänkchen im Kelleratelier Platz. Es wurde ein Kesselgulasch serviert, welches eine Erfindung meiner Mutter war.

Meine Mutter konnte nicht im traditionellen Sinn kochen. Es war in diesen Jahren sehr ungewöhnlich, wenn eine Frau das nicht konnte und lag daran, dass meine Großmutter, die Küche immer als ihr alleiniges Revier verteidigt und ihre Kochgeheimnisse für sich behalten hatte.

So konnte meine Mutter zwar nicht kochen, aber in gewisser Weise, hatte sie damals schon die Erlebnisgastronomie vorweggenommen.

An diesem Abend gab es also ein Kesselgulasch, welches sich in einem riesigen, verbeulten Kessel aus blank poliertem Kupfer befand, der an einer Kette von der Decke hing.

Das imposante Gefäß diente aber nur zum Servieren. Ich wusste, dass es in einem ganz normalen Topf in der Küche gekocht worden war.

Schließlich hatte ich es dort die längste Zeit beaufsichtigt, während meine Mutter sich ihren Gästen widmete.

Aber der Auftritt im Kessel machte schon Eindruck. Es kam dann noch ein alter Schöpfer (ebenfalls aus Kupfer) zum Einsatz, mit dem sie das Zeug in Teegläser beförderte, die kurzerhand zweckentfremdet wurden.

Danach gab es noch eine Feuerzangenbowle; stilecht mit brennendem Zuckerhut.

Und ich beobachtete -da ich ja nur Tee zu trinken bekam- sehr nüchtern, wie meine Mutter und ihre Gäste immer lustiger wurden.

5

Meine Mutter war jetzt reguläres Mitglied der Künstlervereinigung und besonders die Entwicklung ihres bildhauerischen Potentials, wurde für sie und auch für mich, in ihrem Schlepptau, zu einem absoluten Abenteuer.

Da meine Mutter sich das teure Internat nicht mehr leisten konnte und die Schule auch Halbinternat anbot, konnte ich wieder zuhause schlafen.

Allerdings war es dadurch nötig, bereits um halb sechs Uhr morgens aufzustehen.

Meine Mutter hatte damals schon ein Auto, einen gebrauchten, babyblauen Puch 500, den sie liebevoll »Spuckerl« nannte. Mit diesem brachte sie mich morgens immer in die nächste Ortschaft, zur Bushaltestelle.

Die Schule war 17 km entfernt und der Autobus brauchte für diese Strecke eine volle Stunde, weil er sämtliche Ortschaften der Umgebung abklapperte.

Eine dieser Haltestellen bot ein seltsames Bild.

Man konnte dort ein so genanntes Altenheim sehen. Eine Baracke, die nicht einmal Vorhänge hatte und ganz ungeniert den Blick freigab, auf ca. 30 alte Menschen, die sich in einem einzigen Raum aufhielten. Sie schienen zum Teil verwirrt zu sein und schnitten beängstigende Grimassen.

Manche standen immer am gleichen Fleck und unter ihnen war des Öfteren auch eine Pfütze von Urin.

Eine Pflegerin in weißer Tracht, schwirrte durch den Raum. Ich sah, wie sie die alten Leute schlug. Sie wischte die Urinpfützen auf und hielt den betagten Menschen den stinkenden Fetzen ins Gesicht. Aus der Baracke hörte man fast immer gedämpftes Schreien und ich dachte oft, dass ich lieber tot wäre, als dort zu leben.

Ich verstand jetzt, warum ältere Menschen oft weinten, wenn vom Altenheim die Rede war.

Meine Großmutter allerdings war in einem Pensionisten-Heim untergebracht und das war ganz etwas anderes. Das war, so erklärte es mir meine Mutter, eine Art Dauerhotel für ältere Menschen.

Seit die Großmutter nicht mehr da war, stellte das morgendliche Aufstehen, für meine Mutter und mich, eine schwer zu bewältigende Herausforderung dar.

Es war traditionell die Aufgabe der Großmutter gewesen, uns zu wecken, was sie immer gewissenhaft erledigt hatte.

Unser Teil beschränkte sich darauf, dass wir faul in den Betten liegen blieben und auf die Großmutter böse waren, weil sie es doch tatsächlich wagte, uns auf eine derart unsensible Weise, aus den warmen, weichen, kuscheligen Betten zu werfen.

Es war eine Art Spiel, zu dem es auch gehörte, bis zum Letzten erbitterten Widerstand gegen die Weckversuche der Großmutter zu leisten, im Vertrauen darauf, dass sie uns schon rechtzeitig hochjagen würde.

Damit war es jetzt vorbei-

Der Wecker klingelte dezent und weder ich noch meine Mutter waren in der Lage, sein Läuten zu hören-

Von da an gab es gewisse Probleme mit dem Umfeld.

Ich kam fast täglich zu spät zur Schule und meine Mutter zu ihrer Arbeit.

Das war äußerst peinlich und hatte oft unangenehme Folgen.

Für besondere Anlässe, entdeckte meine Mutter eine spezielle Lösung, auf die sie durch einen Zufall kam.

Eines Tages schlief sie in der Badewanne ein und als das Wasser kalt wurde, wachte sie von selbst wieder auf.

Sie entwickelte das System dahingehend weiter, dass sie die Zeit stoppte, die das Badewasser zum Abkühlen brauchte. Dann versuchte sie, die Dinge so zu steuern, dass das Wasser um die vorgesehene Aufwachzeit kalt sein würde.

Der Nachteil war, dass sie in der Nacht zwischendurch warmes Wasser nachfüllen musste, wodurch eine ungestörte Nachtruhe nicht gegeben war.

Aber für besondere Gelegenheiten, wie Amtstermine oder Schularbeiten, griff sie auf dieses System zurück.

Meine Mutter verfiel damals immer mehr in eine Art Schaffensrausch-

Sie arbeitete so lange, wie ihre Energie reichte.

Und sie sah dabei nicht auf die Uhr. Ich hatte oft den Eindruck, dass sie nicht wusste, ob es Tag oder Nacht war.

»Komm mal schnell, du musst mir Modell stehen!«

-sie rüttelte mich beharrlich wach-

Unten im Atelier war ihr bisher größtes Werk in Arbeit-

In Ton (jenem Ton, der ja bekanntlich alles spürt) formte sie ein lebensgroßes Kind, das offensichtlich kurz vor dem Verhungern war. Es kniete am Boden und hob flehend die Arme – Ich zog mich also schlaftrunken aus und kniete mich nackt neben das Kind. Ich hob die Arme und versuchte mich möglichst wenig zu bewegen.

»Nein! Du bist schon wieder falsch!«

Sie kam und richtete meinen Körper und meine Arme in die richtige Position. Dann wies sie mich an, in dieser Haltung zu erstarren.

Es war eine Qual. Ich war müde und mir war kalt. Meine Knie und meine Arme, fingen nach wenigen Minuten an, zu schmerzen.

Ich versuchte mich, -so lange es irgendwie möglich war- nicht zu bewegen, um sie nicht zu verärgern.

Während sie arbeitete, versank für sie alles andere. Es gab nur ihr Werk und sonst nichts.

Es war mitten in der Nacht und die Zeit streckte sich für mich endlos.

»Darf ich bitte schlafen gehen? Ich muss doch morgen in die Schule!«

»Ja gleich, nur noch ein bisschen; ich kann das ohne dich nicht machen.«

Als sie mich endlich gehen ließ, war es vier Uhr morgens.

In weiterer Folge, war ich in der Schule oft sehr müde.