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Essaysammlung zu: Digitalisierung Soziale Bindungen Krypto-Überwachung Simulationshypothese Transhumanismus Grenzen der Wahrnehmung Sanfter Totalitarismus Transzendenz des Seins Technik und Zyklik Sozialkreditsystem Bewusstsein Diese Essaysammlung will zum Nachdenken über die aufkommende neue digitale Revolution anregen. Welche Sicht auf die Welt haben wir? Können wir auch hinter die digitalen Kulissen sehen, die um uns herum aus dem Nichts entstehen? Welchen Narrativen folgen wir unbewusst und wie kann das Unbewusste zu Tage treten und unser Bewusstsein aufs neue verzaubern?
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Seitenzahl: 77
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz unser Leben beeinflussen
- Essays -
Digitalisierung
Soziale Bindungen
Krypto Überwachung
Simulationshypothese
Transhumanismus
Grenzen der Wahrnehmung
Sanfter Totalitarismus
Transzendenz des Seins
Technik und Zyklik
Sozialkreditsystem
Bewusstsein
Für Erik
Innere Integrität
Von der Freundschaft
Limitierung des gemeinsamen Erlebens
Das andere Ich
Die digitale Überwachung
Der Weg nach vorne
Technik – der Bruch mit der Zyklik
Das Menschenbild und die Technik
Technologische Singularität
Life Extension
Reproduktionsmedizin
Posthumanität
Nietzsches "Zarathustra" – ein erstes Aufleuchten des Transhumanismus im 19 Jahrhundert?
Mögliche Fehler in der Simulation und deren Folgen. .
Der Zirkelschluss der Simulation
Metaversum - Verlagerungen der menschlichen Affekte in eine Parallelwelt
Zwischenbilanz
Wozu die digitale biometrische Vermessung?
Wie kann dem Totalitarismus und der Massenpsychose begegnet werden?
Wie wird unser Bewusstsein erzeugt
Eine Gegenelite – eine neue herrschende Klasse – ist das möglich?
Im Kochtopf
Der alte Mann am Meer
Literaturverzeichnis
Als wir uns wieder trafen, nach so vielen Jahren, mein lieber Freund, war meine Seele wieder frei.
Es gibt eine innere Integrität, diese innere Integrität sieht sich täglich vielfachen Korruptionsversuchen ausgesetzt. Wir verlieren unsere innere Integrität aus Angst und aus Bequemlichkeit. Wir folgen den äußeren Zwängen aus Gründen der täglichen Routine. Wir übersehen die Einzigartigkeit unseres Daseins, welche sich am Scheidepunkt des Hier-seins zwischen Leben und Tod zeigt.
Es gibt zwei Arten von Möglichkeiten den unfreiwillig auferlegten Ketten zu entkommen: den Glauben an Gott und den Glauben an die eigene Erlösungskraft. Dort wo sich beides verbindet handelt der Mensch als zeitliches Ebenbild Gottes.
Erzählten wir Gott von unseren Plänen, so würde er lachen, so das Sprichwort.
Liegt jedoch unseren Plänen eine Synergie zwischen dem Hier und Jetzt des handelnden Menschen und den immerfortwährenden Kräften Gottes, welche sich in ihrer Verwirklichung zu einer Einheit verbinden, zugrunde, dann handelt der Mensch wirkkräftig.
Im Zuge der Digitalisierung von Lebensbereichen, begannen die Menschen damit, ein Spiegelbild ihrer Selbst in einem virtuellen Raum zu erzeugen.
Voraus ging eine Abspaltung der sozialen Beziehungen auf Basis von räumlicher Distanz. Historisch betrachtet war es zunächst so, dass man seinen Freund persönlich aufsuchen musste, um mit ihm sprechen und interagieren zu können. Dann tauchte der Brief auf, der es ermöglichte während einer längeren Zeit der Distanz sich einander mitzuteilen. Während dieser klassischen Epoche stand das persönliche Gegenüber stets im Vordergrund, aber auch das gemeinsame Erleben der Welt. Das Abenteuer, unter Menschen welches unserer Existenz die Würde verleiht und ihr einen magischen Glanz verleiht. Das gemeinsame Erleben unter Freunden ist eines der Kernelemente der charakterbildenden Bausteine des Lebens. Die Freunde spiegeln sich einander, entdecken ihre Stärken und Schwächen und überwinden zusammen Hindernisse, die jeder für sich allein niemals überwunden hätte. Historisch gibt es eine Vielzahl von Mustern und Vorbildern, die dieser Stufe des Seins einen kulturellen Rahmen gaben: die Schulfreunde, die Nachbarfreunde. An diesen Beispielen hängt noch nicht der ideologische Überbau der ideell geprägten Jugendbewegungen. Die Prägephase des gemeinsamen Erlebens bildet den Grundstein für abwägendes Verhalten der späteren Erwachsenen. Da hier am eigenen Leib Euphorie und Niederlage, aber auch loyale Freundschaft, Demut und Sieg erlebt werden können, indem der Körper alle jene Stoffe ausschüttet, die Glück verheißen. Niemand kann ihn vergessen den Tag als der beste Freund ihn verriet und niemand kann die Tränen zurück halten, als man vor der anklagenden Autorität für den besten Freund log und sich dessen nicht schämte, man ihn doch gerettet hatte, den Seelenverwandten. Gemeinsames Erleben erzeugt die Freundschaft,deren Wert die antiken Philosophen noch weit über den der Liebe zwischen Mann und Frau stellten. Jemand der ohne Freunde bleibt, seien sie verschwunden oder tot, befindet sich auf verlorenen Posten. Dieser wird gehalten bis zum Fall. Die Freunde entdecken in der Jugend die Gefahr, die Freude und das erste Glück außerhalb des Hauses, in dem Vater, Mutter und Geschwister das erste Glück gaben. Somit ist das gemeinsame Erleben und Entdecken ein Initiationsprozess der durchlaufen werden muss, um im späteren Leben Erkrankungen der Psyche zu vermeiden und die Annahmefähigkeit von Bindungen zu erlangen. Es kommt zu Schlüsselerlebnissen, die in späteren Lebenskonflikten eine fundierte Grundlage zum Treffen von Entscheidungen werden. Ein Mangel oder Nichterleben von gemeinschaftlichen Erlebnissen mit Freunden, führte mithin zu einer späteren Entscheidungsschwäche, da die autoritäre Entscheidungsmacht von Vater und Mutter nicht durch den Aufbau eines eigenen Geflechts von dem was man selbst als "Gut und Böse" erkennt und fühlt, abgelöst werden kann. Erkennen und Fühlen als zusammenfließende Ströme des Verstandes und der Seele. Hier steht noch im Einklang was zu oft separiert wird.
Es wird erkannt, dass der andere in Gestalt des Freundes einen selbst annimmt, aber nicht auf die gleiche Art und Weise wie dies Mutter und Vater tun in ihrer bedingungslosen Liebe. Sondern der Freund erkennt einen an, weil man ihn auch anerkennt. Weil die gleichen Vorstellungen bestehen was man tun würde und was nicht. Die Freundesliebe ist nicht bedingungslos, sie hat zur Voraussetzung eine Anerkennung und Achtung eines Gegenüber. Aber in ihr ist auch der Grundstein gesetzt für eine geistige Entwicklung, ein gegenseitiges Aufschaukeln, ein Beflügeln der Ideen. Enden Freundschaften doch immer, wenn die Favoriten der Beschäftigungen auseinander gehen, wenn der eine Fußball spielen will und der andere Flieger basteln will. Somit muss es für Freundschaft eine gegenseitige, geistige Interessengrundlage geben, weil in einer Freundschaft immer eine Entwicklung des Geistes und des Körpers mit inbegriffen ist, welche im Laufe der Zeit ihre Richtung ändern kann. Wobei eine einmal fundierte Freundschaft nicht notwendigerweise bricht, wenn einer oder beide verschiedenen Beschäftigungen nachgehen. Ist die Freundschaft tief, dann werden sich die Freund abseits ihrer anderen, neuen Beschäftigen extra treffen, um ihren alten Spleen weiter zu folgen. Mögen die Freundschaften auch die Ehen und Kriege überdauern, am Ende sind es die alten Gesellen, die am Tische zusammen sitzen, dann werden sie von früher erzählen, und die Freundschaften werden sich vergeistigen. Je älter eine Freundschaft wird, desto mehr wandert diese ins Geistige ab, da dort die magischen Momente des Lebens noch greifbar sind. Man vergisst sie nicht, die Nacht in der die Freunde, fünf an der Zahl, sich hinausschlichen in den verbotenen Wald, während Vater und Mutter schliefen, um dann mit Taschenlampen im nächtlichen Wald im Juni den Flug der Leuchtkäfer zu beobachten. Und am nächsten Tag, gab es dann ein Geheimnis, und dieses war heilig und wir es für immer bleiben.
Mit Aufkommen der Festnetz Telefonie wurde erstmals ein Treffen unter Menschen auf die Stimme reduziert. Am Telefon gab es kein aktives gemeinsames Erleben mehr. Trist und traurig das Bewusstwerden einer weiten räumlichen Distanz zu dem Menschen, den man mag, weil man ihn vom gemeinsamen Erleben her kennt und vermisst. So blieb das ersehnte Versprechen eines baldigen Wiedersehens und die frohe Hoffnung auf neue gemeinsame Erlebnisse,sowie bei den älteren Semestern das Schwelgen in Erinnerungen der alten Abenteuer.
In diesem Zeitalter, das doch einige Jahrzehnte währte, beschleunigte sich der Takt der Impulse. Auch der Takt der unbefriedigten Impulse. Denn eine Balance aus Gemeinschaft und Einsamkeit macht uns erst zum Glück fühlenden Menschen.
Ein Kind empfindet die Welt als eine Ganzheit. Alle lieben Menschen sind immer in greifbarer Nähe. Die Einheit der Gemeinschaft, deren Erspüren wir alle als Erwachsene bereits entfremdet sind, äußert sich in der Welt der Kinder noch unmittelbar. Fehlt Mutter, Bruder, Vater oder Großvater, so stellt sich ein Mangel ein. Das einheitlich Ganze wurde beschädigt und das Kind ruft nach seiner Wiederherstellung. Wo ist Opa? ,wenn dieser gestorben ist; oder wo ist Papa? ,z.B. nach einer Trennung der Eltern. Lässt sich die Ganzheit nicht wieder Herstellen, so wird die neue Realität als unvollständiger erlebt. Der alte greifbare Kontakt wurde unerreichbar oder existiert nebenher in der Distanz weiter. Es wird versucht an den Bruchstellen Ersatzpersonen einzufügen, die jedoch niemals die alte Ganzheit wieder herstellen können.
So ist das Leben a priori der Verlust der ursprünglichen Ganzheit der Welt hin zu einer zersplitterten, zerbrochenen Welt. Insofern ist jeder Mensch eine Brücke, so ist er doch fähig für den eigenen Nachwuchs eine anfängliche Ganzheit herzustellen, während er selbst von dieser bereits weit entfernt ist.
Die Zersplitterung der Ganzheit in ihre Fragmente ist Schicksal, jedoch ist sie auch eine Aufgabe zur Meisterung. Denn die digitale Welt der 2000er Jahrzehnte bietet eine Fülle von Möglichkeiten der Sehnsucht nach der Ganzheit, die sich traditionell in der Gründung einer eigenen Familie materialisiert, auszuweichen und die Sehnsüchte von der Realität in die virtuelle Welt abgleiten zu lassen. In dieser virtuellen Welt stellen sich die menschlichen Emotionen als Fragmente dar. Als Ersatz für reale Emotionen, damit wird die Sehnsucht nach der Ganzheit entmaterialisiert und baut sich in einer virtuellen Scheinrealität wieder auf. Die Facetten der inneren Welt flackern in der digitalen Welt losgelöst von sich selbst. Sie verlieren sich in Nullen und Einsen, in Ziffern.
Im Zuge der Digitalisierung der Lebensbereiche begann die Zurschaustellung eines Avatars, eines Spiegelbildes des Menschen im Internet. Der Avatar entwickelt sich aus Facetten einer Spiegelung. Zu dem Zeitpunkt dieser Niederschrift, 2024, ist der Avatar noch nicht vollständig in der digitalen Welt materialisiert. Verschiedene Faktoren verhindern dies gegenwärtig noch.
