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Demografischer Wandel und Fachkräftemangel - zwei Einflussfaktoren, die die Altenhilfe vor ganz besondere Herausforderungen stellen. Immer häufiger scheinen Pflege 4.0 oder die Robotik Lösungsansätze zu bieten. Doch welche Innovationen und digitalen Tools entlasten Pflegekräfte und erhöhen die Lebensqualität der Pflegebedürftigen? Und woher kommen und wie gelangen solche Innovationen in die Praxis? Dieses Buch stellt zehn ausgesuchte Gründer vor. Es beschreibt die Geschäftsideen der Start-ups, zeigt den Nutzen auf und informiert über die Entwicklung des Geschäftsfeldes. Ziel des Buches ist es, Start-ups und Betreiber, Projektentwickler oder Investoren zusammenzubringen. Damit Innovationen wie zum Beispiel der Careturner bald häufiger beim Verlagern bettlägeriger Patienten unterstützen.Verschaffen Sie sich einen konzentrierten Überblick zu diesem spannenden Thema.
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Veröffentlichungsjahr: 2018
Hrsg. Thomas Bade
Digitale Transformation in der Pflege
Innovationen, Start-ups und Perspektiven
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© VINCENTZ NETWORK, Hannover 2018
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E-Book ISBN: 978-3-86630-997-5
Hrsg. Thomas Bade
Digitale Transformation in der Pflege
Innovationen, Start-ups und Perspektiven
VINCENTZ NETWORK
INHALT
Einleitung
Vorwort
Gründer und Innovatoren – Motoren der Transformation
Start-up-Aktivitäten im Vincentz Network
Start-up 1BringLiesel – Der Komfort-Service für die stationäre Pflege
Start-up 2Careturner® – Assistenz bei der Körperpflege
Interview mit Bruno Ristok
Start-up 3CARU – Monitoring für die Wohnung
Start-up 4CubileHealth – Sinnvolles Monitoring
Interview mit Christiane Bausback
Start-up 5ichó – der interaktive Ball
Start-up 6Konnex – Intuitives Qualitätsmanagement
Interview mit Heide Grimmelmann-Heimburg und Nicole Fiedler
Start-up 7Lindera – Die Sturz App
Start-up 8nevisO – Intelligente Fußleisten für die Pflege
Interview mit Lars Jessen
Start-up 9SonicView – Bewusstes und informiertes Einkaufen für Alle
Start-up 10SuperNurse® – Die Lern App für die Pflege
Einleitung
von Thomas Bade (Hrsg.)
Die Vielschichtigkeit der Branche Altenhilfe spiegelt sich u. a. in einer Vielzahl von Start-ups und Gründern wider. Schon seit 2010 stellen sich diese im Sonderschau-Format „aveneo“ der Leitmesse ALTENPFLEGE der Öffentlichkeit vor.
Zu ihren Hauptthemenfeldern zählt die Digitalisierung, die Optionen neuer Technologien aufzeigt. Hier prägte seinerzeit der Begriff Ambient Assisted Living (AAL) technische Innovationen. In den begleitenden Debatten wurden aber auch technische wie ethische Vorbehalte gegenüber diesen Entwicklungen diskutiert.
In einer „Live Reise in die Zukunft der Pflege 2053“ diskutierten Zukunftsforscher und Experten der Altenpflege die Möglichkeiten und Tendenzen der Digitalisierung. Dr. Bernd Wiemann (deep innovation GmbH, München) und Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler (Pflegewissenschaftliche Fakultät der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar) entwickelten im Auftrag des Vincentz Networks das beschriebene interaktive Innovationsformat. Dieses wurde neugierig, aber auch hin und wieder lächelnd registriert. Dennoch darf es heute als Initialzündung für die Altenhilfe betrachtet werden. Nicht von ungefähr wurde einer der damaligen Initiatoren, Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, als Mitglied der Sachverständigen Kommission des „Achten Altenberichtes – Ältere Menschen und Digitalisierung“ unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Kruse aufgenommen.
In den letzten Jahren wurde es u. a. durch den Wegfall der breiten öffentlichen Förderungen der AAL stiller um diese Innovatoren. Einige Gründer mussten aufgeben, wurden technologisch überholt oder fanden keine Marktakzeptanz. Andere versuchten ihr Glück in der großen „weiten“ Welt, so auch Bernhard Mehl, damaliger Student an der Technischen Universität München. Er stellte auf der ALTENPFLEGE 2013 einen digitalen Türöffner für die ambulante Pflege, die Kisi Box, vor. Doch hierzulande war das Zutrauen in die Innovation des digitalen Schlüsselkastens zu gering. Mehl ging in die Vereinigten Staaten und gründete in New York erfolgreich das Unternehmen „KISI“ (www.getkisi.com), zu dessen Kunden heute unter anderem die Unternehmen Netgear und GM zählen.
Die Branche war vermutlich noch nicht für die Transformation der Digitalisierung in die Altenhilfe bereit. Das hat sich grundlegend – wenn auch noch nicht flächendeckend – geändert.
Knapper werdende Ressourcen, demografische Faktoren und ein latenter Fachkräftemangel beschleunigen die Entwicklung der Digitalisierung in der Pflege. Auch die Skepsis der Fachkräfte schwindet langsam. Zudem haben sich die Themenfelder der Pflege 4.0 bis hin zur Robotik in den Universitäten und Forschungslaboren verankert. Schon in fast logischer Konsequenz hat sich die Anzahl und Qualität der Innovatoren deutlich verbessert.
In den letzten zwei Jahren haben sich 110 Gründer – 85 Prozent davon digital geprägt – zur Teilnahme an der START-UP CHALLLENGE beworben. Insgesamt 56 hiervon konnten die Hürde zur Nominierung nehmen, von denen zehn in diesem Buch vorgestellt werden.
Thomas Bade wechselte nach einer Ausbildung in der Heilerziehungspflege und Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie noch einmal auf die Studienbank und entwickelte als Dipl.-Sozialpädagoge/Sozialarbeiter betriebliche Konzepte für die Sozialwirtschaft, leitete einen ambulanten Assistenz- und Pflegedienst mit rund 600 Angestellten, entwickelte eine Aktiengesellschaft für den Sozialmarkt, begleitete die Gründung von Integrationsfirmen und gründete das Institut für Universal Design in München.
In Zusammenarbeit mit Vincentz Network entwickelte er die Sonderschau Formate Lebens(t)räume, aveneo und die START-UP CHALLENGE. Zudem ist Thomas
Thomas Bade auf dem Diversity Day 2018
© Wacker Chemie AG, München
Bade als Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Industrial Design an der Technischen Universität München (TUM) und seit 2018 an der Hochschule Joanneum in Graz tätig. 2018 gründete er das Social Innovation (SIC) in der Region Hannover mit.
Ehrenamtlich ist er Geschäftsführer des Universal Design Forum e.V. und Mitglied des „Deutschen Design Tag“ und beratendes Mitglied der japanischen Organisation IAUD (International Association of Universal Design) in Yokohama.
Vorwort
von Michael Schlenke, Redakteur CAR€ Invest
Michael Schlenke, Redakteur CAR€ Invest
Deutschland ist bekannt für seinen Gründergeist und sein unternehmerisches Engagement. Ohne motivierte Jungunternehmer werden wir die vielfältigen Herausforderungen, die unsere immer älter werdende Gesellschaft mit sich bringt, nicht lösen können. Seit einigen Jahren ist zu beobachten, dass sich Start-ups intensiv mit den Fragestellungen der Pflegewirtschaft und Altenhilfe auseinandersetzen.
Sie entwickeln, aus den unterschiedlichsten Motivationslagen heraus, Geschäftsideen, die das Leben im Alter erleichtern.
Sie treffen dabei auf einen Markt, der im Kontext des demografischen Umbruchs auf Jahre hin von Wachstum geprägt sein wird.
Es sind aber nicht allein die Wachstumsprognosen, die dafür sorgen, dass Start-ups sich intensiv mit den Nutzeranforderungen dieses Markts auseinandersetzen. Vielfach ist es auch das eigene Erleben, die unmittelbare persönliche Betroffenheit im familiären Umfeld, der Nachbarschaft oder im Freundes- und Bekanntenkreis, die dazu führen, dass kluge und erfolgsversprechende Ideen entwickelt werden.
Mich persönlich begeistern die Gründerinnen und Gründer, die aus dieser Motivation heraus ihre Geschäftsideen entwickeln, in dem Bestreben, lebenserleichternde und vor allen Dingen nicht stigmatisierende Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
Das allein wird aber nicht reichen. Um einen nachhaltigen unternehmerischen Erfolg zu erzielen, braucht es ein breites Anwenderspektrum aufseiten der Anbieter von ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen. Start-ups müssen aus dem oftmals geschützten Bereich ihrer Coworking-Spaces und Gründerzentren hinaus, um Geschäftspartner für ihre Ideen zu finden. Subventionen und Fördergelder dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Produkt am Markt durchsetzen und letztendlich profitabel sein muss. Das ist nicht nur für die Kapitalgeber, sondern auch für die Gründer von immanenter Wichtigkeit.
Genau an dieser Schnittstelle setzt dieses Buch an. Es stellt zehn ausgesuchte Gründer vor, beschreibt ihre individuelle Geschäftsidee, zeigt den Nutzen auf und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand ihres Business Development. Es soll dafür sorgen, dass Start-up und Betreiber, Projektentwickler oder Investor zusammenfinden.
Beim Blick in die Referenzlisten der Start-ups fällt auf, wie breit das Anwendungsspektrum ihrer Produkte und Services ist. Über die verschiedenen Versorgungsformen hinweg haben die Start-ups Erstaunliches geleistet und verdienen unseren Respekt und vor allen Dingen den wirtschaftlichen Erfolg, der ihre Existenz langfristig und nachhaltig sicherstellt.
Insofern richtet sich dieses Buch auch an die Anwenderseite: die Akteure der Pflegewirtschaft, die mit Unterstützung der Start-ups ihre Geschäftsprozesse optimieren. Diese sind aufgerufen, eine Innovationskultur zu entwickeln und zu pflegen, die es den Start-ups ermöglicht, die richtigen Anwendungspartner zu finden.
Danken möchte ich an dieser Stelle Thomas Bade, der für das Zustandekommen dieses Buchs Wesentliches geleistet hat. Ihm ist es gelungen, die Autoren anzusprechen und für ihre Teilnahme am Buch zu begeistern. Als treibende Kraft und Organisator der Sonderschau aveneo hat er, in enger Zusammenarbeit mit Vincentz Network, die START-UP CHALLENGE ins Leben zu rufen. Aus dieser Plattform heraus haben sich in den vergangenen Jahren einige bemerkenswerte Gründer zu echten Unternehmerpersönlichkeiten entwickelt.
Als Mitglied des Redaktionsteams des CARE Invest Netzwerks freue ich mich darüber, dass wir mit dem Buch „Digitale Tranformation in der Pflege“ eine umfassende Dokumentation unserer gemeinsamen Start-up-Aktivitäten vorlegen können. Hannover, Oktober 2018
Gründer und Innovatoren – Motoren der Transformation
von Thomas Bade
Es steht außer Frage, dass die Altenpflege sich immer wieder mit „Innovationswellen“ auseinandersetzen musste. Diese Wellen wurden in der Regel extern ausgelöst. Die Einführung der Pflegeversicherung im Jahre 1995 rüttelte am Bestand der etablierten, in der Regel gemeinnützigen Betreiber. Zunächst „explodierte“ der Markt der ambulanten Pflegedienste. Fachkräfte der Pflege als Unternehmerinnen und Konkurrenz von Diakonie, Caritas, DRK … waren davor nahezu undenkbar.
Die Pflegeversicherung verabschiedete die Abrechnung nach Stunden und führte sogenannte Leistungskomplexe ein, die hinter vorgehaltener Hand schon damals mit der Stichwortfolge „Trocken. Satt. Sauber“ umschrieben wurden. Viel wichtiger allerdings war die nahezu parallele Einführung von aufwendigen Dokumentationssystemen. Der PC erleichterte die Bearbeitung in vielen Bereichen, die händische Dokumentation sollte sich noch lange (er)halten. Rückblickend scheinen das die ersten digitalen Vorboten gewesen zu sein.
Dennoch. Innovationen spiegelten sich eher im Verborgenen ab. Erst die Ambient Assisted Welle nahm die Betreiber und Innovatoren der Branche Altenpflege selbst mit. Im Wesentlichen waren es aber wiederum Innovationen, die durch externe Experten getrieben wurden.
Allerdings wurde auch deutlich, dass die Branche Altenpflege externen Impulse braucht, um die Herausforderungen der demographischen Entwicklungen zu meistern.
Die jungen Wilden der Forschung und Universitäten fanden das Themenfeld Altenhilfe damals eher „unsexy“ und wurden mehr oder weniger per Dekret der Professoren motiviert ihre Vorstellungen einzubringen.
Dies war aus heutiger Sicht nur eine kurze Episode, denn der Markt der Altenpflege musste sich bewegen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Chance für Investoren und mutige Gründer, die andere und manchmal neue Wege gehen mussten. Allerdings auch die Zeit der Entrepreneure und mit etwas Zeitversatz auch die der Intrapreneure.
Begriffe wie Pflege 4.0, Automatisierung der Pflege und Digitalisierung der Pflege entwickelten sich mit enormer Geschwindigkeit aus einer „Diskussionsnische“ in die Wirklichkeit der Altenhilfe hinein.
So weit so gut? Eben nicht! Denn Digitalisierung ist eben deutlich mehr als nur das Verarbeiten und Speichern analoger Daten!
Wie auch in anderen Bereichen der Wirtschaft leitet die Digitalisierung eine Transformation des Bestehenden ein. Es geht also nicht um die Frage des „ob“, sondern um die Frage, „wie“ die Transformation in Altenhilfe implementiert wird. Eins ist hierbei sicher. Es wird nicht ohne das Infragestellen vorhandener Strukturen und nicht ohne eine andere, offene Führungsstruktur gehen.
Mehr als in der Vergangenheit müssen die Akteure der Altenhilfe und ihre Stakeholder ihre Netzstrukturen öffnen, mit anderen Netzwerken aus Wirtschaft und Wissenschaft verknüpfen und immer wieder neu verdichten. Eine gewaltige Herausforderung für Sozialwirtschaft und Gesellschaft. Wer glaubt, für die Annahme dieser Herausforderung noch reichlich Zeit zu haben, irrt!
Der Transformationszug wird nicht von einer Dampflokomotive gezogen, sondern vielmehr von einem ICE der neusten Klasse. Auch hier hakt es manchmal im Betriebssystem, aber der Zug rollt (rast) unaufhaltsam mit hoher Geschwindigkeit. Auch wenn es wehtut: Wer jetzt kein Ticket gebucht hat, wird seinen Zielbahnhof nicht erreichen und aller Wahrscheinlichkeit nach auch keine Anschlussverbindung mehr bekommen.
Was ist zu tun? Es braucht eine gelebte Innovationskultur und eine gelebte Haltung der Unternehmensführung, die bereit ist, alle internen wie externen Ressourcen einzubinden. Hierzu werden im Folgenden Impulse vorgestellt, die für sich allein genommen nicht als das Geheimrezept gelten sollen.
Die Impulse dienen vielmehr dazu, einzelne Optionen zu recherchieren, zu testen, ins Unternehmen zu implementieren und immer wieder im Prozess zu kalibrieren.
Innovationskultur
Veränderungen tun gerade am Anfang der Transformation weh und finden in Regel nie die gesamte Zustimmung des Unternehmens. Innovationskultur braucht eine offene Haltung des Managements und die Fähigkeit, auch sich selbst infrage zu stellen. Nur so wird eine offene Kultur im Hause entstehen, die Fehler verzeiht, Rücksicht auf Skeptiker nimmt und die unterschiedlichen Kompetenzen und Kenntnisse der Mitarbeitenden sowie des Umfelds mitnimmt.
Es braucht darüber hinaus ein sichtbares, lesbares und hörbares Bekenntnis zum Wandel und die Öffnung des Unternehmens nach außen.
Und nicht zuletzt gilt die Herausforderung, die Innovationspotenziale im eigenen Unternehmen zu entdecken und zu fördern. Im vorliegenden Buch werden die Leserinnen eine Reihe von Innovatorinnen kennen lernen, die selbst aus der Pflege oder deren Umfeld Ihre Konzepte entwickelt haben.
Kreative Raumszenarien unterstützen die Innovationskultur
© burgbad GmbH, Greding by Daniel George
Partner der Digitalisierung und Transformation
Auch hier gibt es keine Geheimadresse. Zu unterschiedlich sind die lokalen oder regionalen Strukturen. Es gilt mit der Suche zu beginnen. Wer könnten Partner sein?
Wo vermute ich Innovatoren? Wo finde ich Experten der Digitalisierung? Wer könnte aus dem Bereich Wissenschaft infrage kommen?
Es dürfen, besser sollten, besonders die vermeintlich verrückten Fragen gestellt werden. Was verbindet die berufliche Qualifikation der Altenpflege mit der Ausbildung der Lufthansa-Piloten? Könnte ein Altenheim auch ein Fitnesscenter betreiben? Wäre es denkbar, Roboter der Automobilindustrie in der Pflege zu nutzen?
Sinn könnte auch ein Design Thinking Work Camp (erstmalig Live auf der ALTENPFLEGE 2018 In Hannover) oder der Besuch bei einem Benchmark sein, um erste Grundlagen für neue Fragen zu entwickeln.
Prof. Gunnar Spellmeyer, Hannover, moderiert einen Live Workshop „Design Thinking“ auf der Altenpflege in Hannover
© Institut für Universal Design KG, München by Daniel George
Benchmarks
Wenn auch nicht mit der Intensität amerikanischer oder asiatischer Entrepreneurship Centren, hat sich dennoch eine quicklebendige Szene der Innovationsschmieden in Deutschland entwickelt.
Die Ergebnisse dieser neuen Innovationskultur lassen sich in öffentlichen Shows wie „Höhle der Löwen“ beobachten. Hier lohnt der Blick hinter die Kulissen. Denn wie bei dem genannten Fernsehformat, handelt es sich in der Regel um PR-Bühnen mit Aussicht auf eine hohe Aufmerksamkeit. Zunehmend öffnen sich diese Bühnen auch für Innovationen aus der Pflegebranche.
Hier gilt es genau zu hören und zu sehen. Nicht alle diese Konstellationen stehen für einen Erfolg. Meint aber auch, dass gerade hieraus gelernt werden kann.
So investierte Rocket Internet (Zalando-Gründer) in die ambulante Altenpflege.
Das Unternehmen „Pflegetiger“ wurde als „Knaller“ in der Gründerszene vorgestellt.
Gut für die Altenpflege, denn hierdurch wurde der Milliarden-Markt der Altenpflege sichtbarer. Dass der Markt der Altenpflege im übertragenen Sinn „auch nicht auf dem Baum schläft“ und wie jede Branche auch eigene Spielregeln vorhält, wird spätestens mit der Meldung, dass der Pflegetiger (130 Mitarbeitende) insolvent sei, deutlich. Vorsicht sei bei einer voreilig negativen Bewertung dringend empfohlen.
Innovatoren aus der Start-up-Szene können verlieren, aus Fehlern lernen und wieder mit einem optimierten Konzept im Markt erscheinen. Vielleicht auch ein Anlass für Querdenker der Branche, Kontakt zu den Pflegetigern aufzunehmen.
Social Entrepreneure
