Digitalkrimi - Manon Clasen - E-Book

Digitalkrimi E-Book

Manon Clasen

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Beschreibung

Manon Clasen und Stephan G. Humer betrachten die beiden neuen Phänomene Cyberterrorismus und Cyberextremismus in Theorie und Praxis und stellen fest, dass zumindest letzteres ein Stück weit Mythos ist. In der Breite spiele vor allem politisch motivierte Kriminalität - gerade in den Bereichen politisch oder religiös motivierter Extremismus - eine Rolle. Aber auch diese ist laut Clasen und Humer nicht zu unterschätzen: Hassreden, Drohungen und Einschüchterungen dienen als äußerst wirkungsvolle Mittel zur psychologischen Kriegsführung und effektiven Beeinflussung des politischen Gegners.

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Seitenzahl: 20

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Kalter Frieden

 

Inhalt

Manon Clasen, Stephan G. Humer

Digitalkrimi

Ein Bericht zur Lage des Cyberterrorismus

Anhang

Über die Autoren

Impressum

Manon Clasen, Stephan G. Humer Digitalkrimi Ein Bericht zur Lage des Cyberterrorismus

Theorie: Grundlagen einer terroristischen Revolution

Das Internet hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten in nahezu jeder Gesellschaft enorm an Relevanz gewonnen. Inzwischen ist es nicht nur in fast alle Bereiche des menschlichen Lebens vorgedrungen und aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken, sondern es bildet auch die Basis für große Teile unserer gesellschaftlichen Infrastruktur. So werden Atomkraftwerke, Elektrizitäts- und Trinkwasserversorgung sowie Flugzeuge, um nur einige Beispiele zu nennen, zu weiten Teilen über digitale Netze dirigiert. Aber auch soziale und kulturelle Einflüsse der Digitalisierung sind unverkennbar. Unsere Gesellschaft wird digitaler, und das hat Folgen.1

Diese umfassende, weiter stark wachsende und sozial noch völlig unzureichend erfasste Vernetzung lädt natürlich früher oder später auch Menschen mit sinisteren Absichten ein, mitzuwirken. Dabei gilt es jedoch zu differenzieren, denn nicht jeder Hacker ist gleich ein Cyberterrorist. »Klassische Hacker«2 verfolgen meist keine profitorientierten Interessen (wie etwa Cyberkriminelle), sondern handeln – zugegebenermaßen unkonventionell – im Sinne ihrer ideologischen (und aus freiheitlich-demokratischer Sicht nicht selten anerkennenswerten) Ziele.3 So gibt es einige Hackergruppen wie den Chaos Computer Club oder Kollektive unter dem Label Anonymous, welche regelmäßig auf politische Missstände wie zum Beispiel Korruption von Regierungen, Menschenrechtsverletzungen und Massenüberwachung hinweisen, indem sie etwa durch Hacking erlangte Informationen der breiten Öffentlichkeit zukommen lassen und damit – trotz des Einbruchs in Rechnersysteme oder der Verletzung von Gesetzen und Vorschriften – vielmehr ideologische als kriminelle Interessen verfolgen.4

Im Gegensatz dazu gibt es sehr wohl Cyberkriminelle, welche das Hacken als illegales Geschäft betrachten. Hinzu kommen Cyberterroristen, wobei die Übergänge vom unkonventionellen, aber ehrenwerten Kämpfer für Gerechtigkeit über den durchschnittlichen Straftäter bis hin zum Schwerstkriminellen und Terroristen auch im Internet fließend sein können. Letztere verüben konkrete Angriffe auf Computersysteme, verfolgen jedoch zugleich das Ziel, Angst und Schrecken zu verbreiten und ihre politisch beziehungsweise religiös motivierten Ideen zu propagieren.5 Dabei sind sie allerdings, und das ist an dieser Stelle wichtig vorwegzunehmen, in ihrer extremen Ausprägung oft eher Mythos als Realität. Die, die tatsächlich terroristisch aktiv werden, richten durchaus Schaden an: Die Wirkungen cyberterroristischer Taten sind nämlich in vielen Fällen nicht nur auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt, etwa einen, der für eine vermeintliche politische Misere ver