Beschreibung

Ren Dhark, Charaua und einige unerschrockene Menschen und Nogk haben den Vorstoß in den Hyperraum gewagt, um doch noch die Vernichtung der irdischen Sonne zu verhindern. Aber sie geraten in die Dimensionsfalle, aus der es scheinbar kein Entrinnen gibt.

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Sammlungen



Ren Dhark

Bitwar-Zyklus

 

Band 12

Dimensionsfalle

 

von

 

Conrad Shepherd

(Kapitel 1 bis 5)

 

Alfred Bekker

(Kapitel 6 bis 10)

 

Uwe Helmut Grave

(Kapitel 11 bis 15)

 

Jo Zybell

(Kapitel 16 bis 20)

 

und

 

Hajo F. Breuer

(Exposé)

Inhalt

Titelseite

Prolog

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

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Impressum

Prolog

Anfang des Jahres 2063 scheint das Ende der Menschheit – oder zumindest das Ende ihres Heimatplaneten Terra und des Sonnensystems – unausweichlich. Ein bisher unbekanntes Volk offenbar intelligenter Roboter hat terranische Kolonien angegriffen und unprovoziert einen Krieg mit Terra vom Zaun gebrochen.

Stärkste Waffe der Roboter, die sich selbst »das Volk« nennen und alle Lebewesen abschätzig als »Biomüll« bezeichnen, sind modifizierte Geschütze der Worgun: Die Energie eines herkömmlichen Nadelstrahlers wird auf wenige Nanometer konzentriert und erreicht somit eine Kraft, die sogar in der Lage ist, Raumschiffshüllen aus Unitall einzudrücken!

Doch diese »Kompri-Nadel« genannte Waffe ist harmlos im Vergleich zu dem, was die Roboter sonst noch zustande bringen!

Mit einer bislang völlig unbekannten Technik ist es ihnen gelungen, die Sonne zum Untergang zu verdammen! Von einer heimlich im Nachbarsystem Proxima Centauri errichteten Station aus haben sie es offenbar geschafft, ein winziges Schwarzes Loch im Zentrum unserer Sonne zu plazieren.

Gegenstück ist ein kleines Weißes Loch im Inneren von Proxima Centauri. Und so fließt immer mehr Masse aus unserer Sonne ab und läßt den einst trüben Nachbarstern regelrecht aufblühen, während Sol immer mehr an Kraft verliert. Der Winter, der im November 2062 anbricht, könnte der letzte sein, den die Erde erlebt – der ewige.

Und als wäre das nicht schon genug, fliegen die Roboter einen Großangriff auf Terra. Der kann erst im letzten Augenblick abgewehrt werden, nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung durch neuartige Kampfraumschiffe des Planeten Eden, auf dem sich der Großindustrielle Terence Wallis selbständig gemacht hat.

Eden verbündet sich mit der Erde, um die weitere Manipulation der Sonne zu verhindern und eingetretene Schäden möglichst rückgängig zu machen. Bei einem koordinierten Großangriff auf das System Proxima Centauri kann die Station zur Sonnenmanipulation vernichtet werden.

Doch es ist schon zu spät: Der Prozeß hat sich verselbständigt. Immer mehr Energie fließt aus der Sonne ab, die bald nur noch ein verlöschender Stern sein wird…

Die Verantwortlichen der Erde wissen nach wie vor nicht, weshalb die Roboter Terra überhaupt den Krieg erklärt haben. Also wird ein Stoßtruppunternehmen aus Soldaten der Schwarzen Garde und einigen Cyborgs in Marsch gesetzt, um Eins, den Heimatplaneten des »Volkes«, zu erkunden.

Dabei stößt man auf das »Heiligtum« der Maschinen, in dem man wider Erwarten nicht nur einige Grakos findet, sondern auch eine riesige Halle, in der mehrere tausend Salter in Tanks mit Nährflüssigkeit schlafen! Nur einer von ihnen übersteht den Befreiungsversuch lange genug, um Ren Dhark zu berichten, daß es diese Salter waren, die die intelligenten Roboter erschufen – nur um von ihnen versklavt zu werden…

Nach dem Tod des letzten Salters findet man einen neuen Hoffnungsfunken: Informationen über eine Hyperraumstation der Grakos, von der aus der Masseverlust der Sonne gesteuert wird. Ren Dhark und Charaua, begleitet von einigen Meegs, terranischen Wissenschaftlern und Soldaten der Schwarzen Garde, stoßen mit dem Halbraumgleiter REESCH II in den Hyperraum vor. Tatsächlich finden sie die Grako-Station und können die Landung erzwingen. Doch dabei wird der Halbraumgleiter zerstört, und die Gruppe gerät unter heftigsten Beschuß…

1.

»Das war knapp!«

H.C. Vandekamps Stimme klang zwar erleichtert, dennoch war seine Miene hinter der Klarsichtscheibe des W-Anzuges alles andere als entspannt.

»Äußerst knapp«, stimmte ihm Ren Dhark zu, während er rasch die Aggregate seines Anzuges kontrollierte; alles war im grünen Bereich.

Margarita, Acker und Bell begannen in fliegender Eile, jedoch ohne Hast, ihre mitgebrachten Instrumente aufzubauen und sofort Messungen und Tests durchzuführen, während Schwengers seinen Leuten mit Handzeichen bedeutete, ihren augenblicklichen Standort zu sichern.

Unaufgefordert gab Vincente Margarita bekannt: »Die Analyse zeigt, daß die Gaszusammensetzung hier drin für uns unbedenklich ist, Commander.« Er beging damit, ob vorsätzlich oder unbewußt, eigentlich einen Affront gegenüber Charaua, der das Kommando über die Mission innehatte. Dhark war noch nicht einmal der Stellvertreter des Nogk-Regenten. Diese Aufgabe oblag Hauptmann Schwengers. Margarita, den Kommandostrukturen herzlich wenig interessierten, fuhr fort: »Etwas mehr als siebzig Prozent Stickstoff, satte zwanzig Prozent Sauerstoff – also genug für unsere Lungen – und ein Gemisch von anderen Gasen, welche für die restlichen zehn Prozent verantwortlich zeichnen. Die Konzentration von Kohlendi- und -monoxid ist vernachlässigbar gering.«

Der Professor für Hyperphysik an der Gardeuniversität in Star City gehörte nicht wirklich zur kämpfenden Truppe und fühlte sich ein wenig deplaziert in dem Multifunktionsanzug der Garde, der ihm ein martialisches Aussehen verlieh, mit dem er nichts anzufangen wußte. Dennoch hatte der Wissenschaftler nicht dagegen protestiert, als man ihn wegen seines Fachwissens kurzerhand zur Einsatztruppe abkommandierte. Aber vielleicht war das der unterschwellige Grund, weshalb er hartnäckig immer wieder Ren Dhark als die für ihn bestimmende Kraft in den Mittelpunkt stellte.

Über ihren Raum- bzw. Multifunktionsanzügen trugen alle Angehörigen der Gruppe zusätzlich einen leichten 5-D-Schutzanzug, der sie vor etwaigen Einflüssen des Hyperraums schützte, in den die Grako-Station eingebettet war.

»Wir können also die interne Sauerstoffversorgung abschalten?« ließ sich ein Gardist namens Tom Giff mit hoffnungsfroher Stimme vernehmen.

»Auf keinen Fall, Tom«, wehrte die Koryphäe in Worgun-Mathematik ab. Vandekamp hatte den Gardisten von den Kursen über Metalogik her in Erinnerung. »Wir befinden uns hier auf feindlichem Gebiet. Die Werte können sich jederzeit sehr schnell und sehr brutal zu unserem Nachteil verändern.«

»Aber…« setzte der Gardist zu einer Entgegnung an.

»Haben Sie bei der Einsatzbesprechung eigentlich völlig geschlafen, Obergefreiter Giff?!« ließ sich Hauptmann Schwengers knapp und bestimmend über den Helmlautsprecher vernehmen – Viphos funktionierten in der Hyperraumstation nicht, wie sich herausgestellt hatte –, und der Tonfall des Offiziers unterband jede weitere Diskussion über dieses Thema innerhalb der Gardisten. »Die Helme bleiben zu, dieser Befehl gilt für alle. Oder wollen Sie sich eine Hyperstrahlenvergiftung einfangen? Und für alle gilt äußerste Wachsamkeit.«

Vor Sekunden erst war hinter ihnen das Donnergrollen verstummt, mit dem die REESCH II sich auf der anderen Seite des mächtigen Schotts in ihre Bestandteile aufgelöst hatte. Sie hatten den Halbraumgleiter buchstäblich in allerletzter Sekunde verlassen.

Dhark und die weiteren 36 Mitglieder des Einsatzkommandos, darunter die zwölf Nogk, hatten sich auf der anderen Seite des Schotts versammelt. Jetzt standen sie dicht beieinander inmitten ihrer Ausrüstung, die ebenfalls vollständig hatte gerettet werden können, und sondierten mit wachsamen Blicken die Umgebung, froh darüber, daß sie gerade noch rechtzeitig dem Chaos entgangen waren und sich in Sicherheit bringen konnten.

Soweit man von Sicherheit überhaupt sprechen konnte, denn es blieb ihnen nicht einmal Zeit zum Durchatmen; schon deutete sich neues Ungemach an.

Vor ihnen lag ein Korridor, der nur diffus erhellt war vom allgegenwärtigen roten Glimmen, offenbar die vorherrschende Standardbeleuchtung der gewaltigen Grako-Station – die sich, obwohl man in ihrem Inneren nicht unbedingt den Eindruck hatte, tatsächlich im Hyperraum befand!

»Zumindest müssen wir nicht im Dunkeln tappen«, spottete Vincente Margarita.

»Wie tröstlich«, beschied ihm sein Kollege Tim Acker.

»Hören Sie das, Commander?« machte Hauptmann Schwengers Dhark aufmerksam.

»Ich höre es«, bestätigte der, und jedes seiner Worte wurde von den anderen über ihre Außenmikrophone registriert, während seine Blicke das bläuliche Schimmern zu durchdringen suchten. Noch war nichts zu sehen. Dafür aber zu hören: ein merkwürdiges Geräusch. Leise zunächst, dann lauter: ein seltsam beunruhigendes Rollen und Surren, untermalt vom Singen laufender Servomotoren. Und es kam näher.

Dhark zog eine Grimasse hinter der Klarsichtscheibe seines Helmes und nickte unwillkürlich.

Er hörte dieses Geräusch nicht zum erstenmal.

Fast war es ein Déjà-vu-Erlebnis.

Schon einmal war er in einer beinahe identischen Grako-Raumstation gewesen und den Verursachern solcher Geräusche begegnet: Robotern der Grakos, die sich wie kleine Kettenfahrzeuge auf Rollen und Raupen durch eine alte, vergessene Kampfstation der Schatten bewegten.

Erste Bewegungen zeigten sich in der Tiefe des Korridors, in dem eine Helligkeit herrschte, deren Quelle nicht eindeutig zu lokalisieren war. Die Wände waren von eigentümlich bizarren Mustern bedeckt, in denen sich weder Zweck noch System erkennen ließen. Spiralige, halbtransparente Rohre und Leitungen sprossen aus dem Boden und verschwanden in der Decke; eine sinnverwirrende Anhäufung sich widersprechender Anordnungen, die es von selbst verboten, sie länger zu studieren, wenn man nicht den Verstand verlieren wollte. Im Innern der verdrehten und verknoteten Leitungen huschten farbige Entladungen unregelmäßig hin und her. Es hatte fast den Anschein, als würde die Station leben.

Unbewußt glitt Dharks Zunge über seine trockenen Lippen; sein Puls beschleunigte sich.

Scharf klang Hauptmann Schwengers’ befehlende Stimme in den Lautsprechern der geschlossenen Helme auf: »Vorrücken, Männer!«

Er vollführte eine Reihe schneller Handbewegungen; die Gardisten formierten sich zu beiden Seiten des Korridors und rückten vor.

Charauas Fühlerpaare arbeiteten heftig. Gab er ebenfalls Befehle? Mit Sicherheit, denn die elf Meegs mit Uwegra an der Spitze setzten sich unverzüglich in Bewegung und verstärkten das kleine Kontingent der Schwarzen Garde.

In den Klauenfingern der durchweg rund 2,50 Meter großen Reptilienwesen wirkten die neuen Multikarabiner wie Spielzeuge. Die inzwischen zur Standardausrüstung der Schwarzen Garde zählenden Waffen des Typs GEH&K 10/62 waren allerdings alles andere als das, sondern tödliche Wunderwerke der terranischen Waffen- und Mikrotechnik. Sie ließen sich zwischen Dust, Nadelstrahl und Strichpunkt umschalten, verschossen Projektile und waren außerdem als Raketenwerfer zu verwenden.

Der Gang war etwa fünf Meter hoch, gut zehn Meter breit und nahezu ohne Deckung, wenn man von einigen Nischen absah, die von den verdrehten und sich überlappenden Rohrverzweigungen gebildet wurden, zwischen denen ein Mensch Platz finden konnte, wenn er sich schmal machte. Ob weitere Gänge seitlich in den Hauptkorridor mündeten, war aus der Position der Gruppe nicht auszumachen.

»Prallschirme aktivieren!« befahl Schwengers, der sich an die Spitze seiner Truppe gesetzt hatte. »Schildformation einnehmen!«

Bei dem neuartigen, leichtstoffgepanzerten Multifunktionsanzug der Schwarzen Garde, kurz MFA genannt, handelte es sich um eine Weiterentwicklung des üblichen TF-Raumanzugs. Die eingebaute und anflanschbare Zusatzausrüstung umfaßte Fallschirm und Funkboje, Peilsender, Sauerstoffnotversorgung und Überlebensausrüstung. Je nach geforderten Einsatzparametern konnten weitere Zusatzmodule angebracht werden. Der MFA unterdrückte zudem Infrarot- und Bioimpulse des Trägers nahezu hundertprozentig. Vor allem aber schützte er das Leben seines Trägers durch ein modifiziertes Prallfeld in Schutzschirmkonfiguration, das von miniaturisierten Generatoren erzeugt und aufrechterhalten wurde. Allerdings schränkte der Einsatz des Prallschirms die Bewegungsfreiheit der Gardisten ein und war zudem energieintensiv, weshalb ein Dauerbetrieb auch nur in wirklich prekären Situationen angezeigt erschien, so wie sie jetzt in dem ohne vernünftige Deckungen ausgestatteten Korridor gegeben war.

Die Gardisten veränderten ihre Positionen ein wenig, und die aktivierten Prallfelder verschmolzen überlappend zu einem einzigen Schirmfeld, hinter dem der Rest der Gruppe, die Wissenschaftler, Dhark und Amy, die in ihren W-Anzügen nicht über einen derartigen energetischen Schutzschirm verfügten, weitestgehend von den Feuerstößen der Roboter verschont bleiben würden.

Wieder ertönte Schwengers’ Stimme.

»Alles klar, Leutnant Buck?«

Kurt Buck drehte sich langsam um seine Achse und sah, wie die anderen Gardisten ebenso wie er einen Arm in die Höhe streckten. Er atmete tief durch und nickte zustimmend, ehe ihm aufging, daß seine Kopfbewegung in dem Helm keiner der anderen mitbekam.

»Garde klar zum Vormarsch!« meldete er. »Alle in Schußbereitschaft.«

Dhark konnte seine Zähne hinter der Klarsichtscheibe des Helmes blitzen sehen. Offenbar hatte der junge Leutnant es eilig, in Aktion zu treten.

Sein Wunsch sollte ihm erfüllt werden: Wie aus dem Nichts auftauchend, rollten Kampfroboter der Grakos aus der Tiefe der Station heran.

*

»Dachte ich es mir doch«, konnte sich Dhark nicht verkneifen zu äußern. Er zog scharf die Luft zwischen den Zähnen ein; sein Puls beschleunigte sich. Er packte seinen Handnadelstrahler fester.

Aus den Augenwinkeln heraus bemerkte er ein Lächeln, und als er den Kopf wandte, erkannte er das dazugehörende Gesicht seiner Gefährtin Amy Stewart.

»Was hast du dir gedacht?« erkundigte sich der weibliche Cyborg und legte ihm eine Hand auf den Arm. Ihre blauen Augen wirkten aufgrund der polarisierenden Klarsichtscheibe des Helmes fast schwarz, als sie ihn ansah.

»Diese Roboter«, gab er zur Antwort. »Sie sind im Gegensatz zu jenen, auf die ich bei meinem ersten Besuch in einer solchen Station gestoßen bin, bestens in Schuß.«

In der Tat schien es sich diesmal um nagelneue Exemplare zu handeln, die da auf Raupenketten und Rollen auf sie zusurrten. Vielseitige, komplex gebaute Allzweckmaschinen… Nein, verbesserte er sich rasch, vielseitig ja, aber mit Sicherheit keine Allzweckmaschinen. Diese hier dienten nur einem einzigen Zweck: Sie waren Kampfroboter. Aus Seitengängen drängten weitere auf den Hauptkorridor hinaus und verstärkten die Angreifer.

»Siehst du Probleme?« erkundigte sich Amy.

»Nicht mehr als die üblichen«, wiegelte Dhark ab und zeigte ein Grinsen, das Gleichmut und Gelassenheit darstellen sollte, sie aber nicht täuschen konnte.

Sie setzte zu einer Erwiderung an, wurde aber von den sich plötzlich in rasender Eile abspulenden Ereignissen davon abgehalten.

*

»Achtung, sie feuern!« Leutnant Buck stieß einen Warnruf aus undhob in der gleichen Sekunde seinen schweren Multikarabiner an die Schulter. Er hatte noch nicht ausgeredet, als schwarze Strahlen aus den Mündungen der Roboterwaffenarme schossen. Sie trafen die Prallschirme der sich in vorderster Front befindlichen Gardisten und wurden sprühend und knisternd abgeleitet.

Kurt Buck atmete tief ein, zielte und drückte ab. Der erste Roboter wurde getroffen. Der Nadelstrahl teilte ihn in zwei Hälften, die über den Boden kullerten. Eine helle, ölig schimmernde Flüssigkeit spritzte. Ein anderer Gardist schnitt dem nächsten Angreifer die Geh- beziehungsweise Fahrwerkzeuge ab; der so Getroffene kreiselte um seine Achse und krachte im vollen Lauf gegen die Korridorwand. Ein Dritter implodierte regelrecht und verstreute seine mechanischen Innereien über den Boden.

Die Roboter wirkten zwar bedrohlich, aber irgendwie auch unentschlossen, ohne daß man genau sagen konnte, ob das stimmte. Ihre Koordination beim Vorrücken ließ ebenfalls zu wünschen übrig.

»Hast du schon bemerkt, daß die Burschen nicht gerade Weltmeister im Zielen sind?« ließ Park seinen Nebenmann Kurban wissen.

»Yeah, Mann«, erwiderte der Gardist gedehnt wie einer der legendären Westernhelden, obwohl er weder in Texas noch in Wyoming geboren war, sondern auf der anderen Seite des Erdballs das Licht der Welt erblickt hatte. »Ich habe es schon immer gesagt, diese Rollschuhheinis sind lausige Schützen. Ich frage mich…«

Er verstummte mit einem wilden Knurren, als ein schwarzer Blitz prasselnd vor ihm in den Boden fuhr und eine meterlange Spur in den Belag fräste.

Er trat halb aus seiner Nische heraus. Seine Waffe sandte gepulste Energiebahnen aus, wobei der Gardist kaukasischer Abstammung seine Ziele nicht einmal exakt über Kimme und Korn anvisieren mußte. Die von der mikroprozessorgesteuerten Visiereinrichtung des Karabiners auf die Innenseite seiner Helmscheibe aufgeschaltete Zielerfassung war mit dem Abzug der Waffe über die Optronik gekoppelt.

Der Zielkreis wanderte exakt mit seinen Augenbewegungen. Jedesmal, wenn er einen der Roboter ins Blickfeld bekam, zuckten die Strahlenbahnen aus seiner Waffe.

Diese programmierbare »Freundfeindkennung« war ein weiteres Ausstattungsmerkmal der Waffe; es unterschied in Sekundenbruchteilen, ob sich ein Mensch oder ein Grako im Visier befand. Die Waffe war so in der Lage, nur jemanden zu treffen, der getroffen werden sollte. Man brauchte dabei nicht einmal den Finger vom Abzug zu nehmen: Der miniaturisierte Suprasensor unterbrach die Schußfolge von sich aus und setzte sie wieder in Gang, sobald der »Freund« wieder aus der Zielerfassung geriet.

Die Roboter hatten an und für sich keine große Chance gegen die Gardisten, die sich zudem noch hinter ihren Prallschirmen in relativer Sicherheit befanden; daß sie dennoch ernstzunehmende Gegner waren, lag vermutlich daran, daß sie über ähnliche Einrichtungen zur Abwehr verfügten wie die Truppe um Hauptmann Schwengers und die Meegs Charauas.

Neben Jong Park kauerte ein Nogk – er war kniend noch immer so groß wie der stehende Gardist – und wartete das schwarze Energiegewitter ab, das sich aus den Waffenarmen der Roboter entlud.

Dann trat er in Aktion; der Feuerstoß aus seiner Waffe war nur kurz, aber gut gezielt, auch ohne MFA-Kampfhelm.

Der Kampfroboter, den er sich als Ziel auserkoren hatte, wurde etwa in Höhe der Stelle getroffen, wo bei einem Menschen der Hals saß. Der Kopf klappte nach hinten, dann wurde er von der Energieladung aus der Waffe des Nogk regelrecht von den Schultern gerissen. Aus den zerfaserten, zerrissenen Leitungssträngen züngelten kleine Elmsfeuerchen elektrischer Entladungen, die rasch erloschen.

»Wer sagt’s denn!« rief Park triumphierend über den permanent aktivierten Translator. »Guter Schuß, Pariot!«

Unter dem transparenten Blasenhelm vibrierten Pariots Fühlerpaare in einem schnellen Spiel.

»Verdammt!« rief plötzlich Stabsunteroffizier Ben Ward. »Mein Prallschirm macht Zicken! Mann, ist das zu glauben? Er ist ausgefallen! He, jemand muß mich decken!«

Der Gardist schlug mit der Faust gegen eine bestimmte Stelle seines MFA. Aber nichts tat sich auf seinen Anzeigen.

»Bin schon auf dem Weg, Ben!« Janu Kerr kam halb aus seiner Deckung hervor. Die Waffe wie auf dem Schießstand in Star City in Vorhaltung, zielte und feuerte er auf die Kampfroboter, während er zu seinem Kameraden hetzte und sich neben ihm niederkniete, um ihn mit seinem eigenen Feld vor den Attacken der Roboter zu decken.

»Danke, Mann«, sagte Ward gepreßt. »Saublödes Gefühl, wenn man plötzlich ohne Schutz auskommen muß.«

Noch während er redete, sprangen die Anzeigen des Anzuginstrumentariums auf seinem linken Ärmel plötzlich auf Grün.

Der Prallschirm stand ihm wieder zur Verfügung.

»Das soll einer verstehen«, wunderte sich Ward lautstark. »Er ist wieder da! Der Schirm hat sich wieder aktiviert!«

»Was meckerst du?« gab ihm Jong Park über die Schulter zu verstehen und fügte hinzu: »Sei froh, daß er wieder funktioniert.«

»Bin ich ja, Mann. Bin ich ja«, versetzte der Stabsunteroffizier und wandte sich schon einem neuen Angreifer zu.

Der Energiestrahl riß den Roboter von den Stelzenbeinen, die in kleinen Rollen ausliefen. Er überschlug sich, kam wieder auf die Gehwerkzeuge und rollte rückwärts den anderen entgegen, die hüpfend und springend ihrem metallenen Kollegen auszuweichen suchten.

Im Korridor herrschte ein heilloses Durcheinander. Mehrere Roboter wurden niedergekämpft und verwandelten sich unter den Strahlen aus den Multikarabinern in funkensprühenden Metallschrott.

»Himmel!« schnaubte Tom Giff. »Wo die nur alle herkommen?«

Er nestelte eine Thermogranate aus seiner Rückentasche, drückte den Aktivierungsknopf und warf sie mit weit ausholender Armbewegung in Richtung der Kampfroboter, wobei er bewußt auf die nachrückenden Maschinen zielte.

Einer der Roboter fing die grellgelb gepunktete Granate in der Luft auf, betrachtete sie mittels seiner Optiken von allen Seiten – und verwandelte sich in einen weißglühenden, rauchenden Metallfladen, als die Thermitladung in seinen Klauen explodierte und dabei auf engstem Raum Tausende von Kilojoule an Hitze freisetzte; genug, um drei weitere Kampfroboter zu zerschmelzen und außer Gefecht zu setzen.

Die Druck- und Hitzewelle wälzte sich in Richtung der Terraner und Nogk, und es war nur den Prallschirmen zu verdanken, daß sie den Hitzeorkan heil überstanden; sie warfen den größten Teil der anbrandenden Energien zurück und leiteten sie ab, so daß Dhark, Amy und die Wissenschaftler von den Auswirkungen verschont blieben.

»Mann, bist du raffiniert!« stöhnte Jong Park anerkennend underledigte währenddessen einen weiteren Angreifer. »Wie du das wieder hinbekommen hast…«

Der Kampf ging mit unverminderter Heftigkeit weiter. Es krachte unaufhörlich, Feuerlanzen schossen kreuz und quer durch den Korridor. Qualmwolken waberten unter der Decke und wurden von unsichtbaren Entlüftungen abgesogen.

Die Luft im Korridor war mittlerweile auf über hundert Grad aufgeheizt worden. Zum Glück verfügten die Multifunktionsanzüge und die nogkschen Entsprechungen über separate Sauerstoffversorgung sowie Klimaregulierung, die sie gegen die äußeren Bedingungen abschirmten.

Bedauerlicherweise war wegen der räumlichen Enge nicht daran zu denken, das Pressorgeschütz einzusetzen; es hätte dem Kampf ein rascheres Ende bereitet.

Bei all dem Tohuwabohu war nicht zu übersehen, daß sich die Nogk mit Uwegra an der Spitze besonders hervortaten. Einmal mehr bewiesen die Nogk, daß sie, wenn sie gefordert wurden, einen furchtbaren Gegner darstellten. Ihr Wagemut, sich den Robotern quasi in offener Konfrontation Mann gegen Mann zu stellen, brachte sie mehr als einmal in Bedrängnis.

Pariot war einer der Eifrigsten – und geriet deswegen auch häufiger unter Druck. Zum Glück hatte er Jong Park neben sich, der dem Nogk in prekären Situationen ein wenig unter die Arme griff – bildlich gesprochen.

Park konnte allerdings nicht immer ein Auge auf seinen nogkschen Protegé haben. Und so war er gerade damit beschäftigt, sich einen Roboter vom Leib zu halten, der gefährlich nahegekommen war, als sich die Situation zu Pariots Ungunsten veränderte. Einer der Roboter, eine bizarre, tiefschwarze Konstruktion von gleicher Größe wie der Nogk, allerdings doppelt so breit, schob sich aus dem Hintergrund nach vorn. Er sah sich offenbar dazu berufen, Beute zu machen, anstatt sie zu vernichten. Zumindest setzte er keine Waffen ein, sondern surrte mit ausgestreckten Handlungsarmen auf Pariot zu. Es gelang ihm im allgemeinen Getümmel, sein Opfer zu überrumpeln, es mit seinen mehrgelenkigen Handlungsarmen zu umfassen und von den Füßen zu heben.

Pariot gab eine überraschte Lautäußerung von sich, die über den Translator als Hilferuf bei Jong Park ankam, welcher ihm am nächsten stand und sofort in Aktion trat.

»He! Läßt du das wohl sein, dämliche Maschine!« schrie der Gardist und machte heftige Handzeichen. »Tom, Janu, haltet mir den Rücken frei! Da braucht jemand meine Hilfe!«

Ohne Rücksicht auf seine eigene Unversehrtheit hetzte Park dem Roboter nach, der sich mit dem zappelnden Meeg in den Fängen davonmachen wollte.

Die Gardisten verdoppelten ihre Anstrengungen, in pausenlosem Feuer trieben sie die Roboter auseinander, die sich Park in den Weg stellten wollten, der dem Entführer Pariots auf schnellen Beinen hinterherlief; gefolgt von anderen Nogk, die sich todesmutig zwischen die Kampfroboter wagten und wild feuerten.

Pariot gelang es inzwischen trotz der Umklammerung, an seine Handfeuerwaffe zu gelangen. Er setzte den Abstrahlpol an den kantigen, nur flüchtig modellierten Kopf des Entführers, hinter dessen Augenband es bösartig glühte, und feuerte.

Der im Verhältnis zum übrigen Körper der schwarzen Konstruktion überproportionierte, wuchtige Schädel klaffte wie eine reife Frucht auf, und bläuliche Flammen entzündeten sich in seinem Innern. Dann begann er auf dem säulenartigen Hals zu rotieren, während ein konvulsivisches Zittern den Rumpf in Schwingung versetzte.

Jong Park hatte den Kampfkoloß inzwischen erreicht. Er hob den Karabiner, um dem Roboter vollends den Garaus zu machen, als dieser Pariot einfach fallen ließ und sich langsam wie ein waidwund geschossenes Tier auf die Doppelgelenke seiner unteren Extremitäten sinken ließ.

Das Zittern wurde stärker; seine Handlungsarme schlugen wild um sich. Die Klauen zerfetzten Pariots 5-D-Schutzanzug, ehe sich dieser vor den schlagenden Armen in Sicherheit bringen konnte.

Auch Jong Parks Schutzanzug wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen und bekam einige Risse verpaßt, da sich der junge koreanische Gardist zu nahe an den Koloß herangewagt hatte. Doch das waren glücklicherweise die letzten Aktionen des Grako-Roboters. Er krachte gänzlich auf den Boden und hauchte mit kaskadenartigen, funkensprühenden Entladungen seine schwarze, mechanische Seele aus.

Jong kauerte sich neben Pariot nieder.

»Bist du in Ordnung?« fragte er, während er sich von seinem ziemlich lädierten 5-D-Anzug befreite.

»Natürlich, Mensch«, antwortete der Nogk, und die Fühlerpaare unter seinem Blasenhelm schwangen in einem komplizierten Muster, das der Gardist an seiner Seite nicht zu entziffern wußte. Es konnte Dankbarkeit sein, möglicherweise aber auch nur die Reaktion auf die ausgestandene Angst oder Freude darüber, am Leben geblieben zu sein – was es auch war, es würde Jong Park wohl für immer verschlossen bleiben.

Er packte seinen Multikarabiner fester und leckte sich über die trockenen Lippen.

»Dann ist es ja gut«, versetzte er, hob die Waffe an die Schulter und wandte sich wieder dem Hauptgeschehen zu, nur um erkennen zu müssen, daß seine Kameraden inzwischen den Rest der Roboter mit gezieltem Feuer ausgeschaltet hatten. Die Mechanischen lagen verbrannt, verbeult und zerfetzt weitverstreut im Korridor, in dem sich nichts mehr bewegte; Boden und Wände waren geschwärzt, die Strahlschüsse hatten teilweise tiefe Furchen hinterlassen.

Über die Außenlautsprecher drang das Knistern und Zischen kleinerer Brandherde, die in den Torsi der Roboter langsam erstarben. Die letzten Reste des Qualms zogen träge entlang der Decke zur nächsten Entlüftungsöffnung.

Hauptmann Schwengers zeigte sich erleichtert.

»Es hat den Anschein, als hätten wir es für den Augenblick überstanden«, gab er laut zu verstehen. »Wurde jemand von uns verletzt?«

»Nein, höchstens Jongs Stolz«, versicherte Leutnant Buck mit einem Grinsen und trat mit dem Fuß die glosenden und qualmenden Reste eines Roboters beiseite. »Und noch etwas anderes«, fügte er hinzu.

Schwengers schickte erst ein paar Gardisten nach vorne, um herauszufinden, ob weitere Hindernisse in Gestalt von angriffslustigen Robotern ihren Vormarsch aufhalten würden, ehe er sich wieder an seinen Stellvertreter wandte.

»Wie soll ich das verstehen, Leutnant?«

»Er hat sich seinen 5-D-Anzug ruiniert, Sir, als er versuchte, Pariot aus den Klauen des Roboters zu retten, der ihn entführen wollte.«

Der Hauptmann starrte den jungen Offiziersanwärter an, während gleichzeitig eine Veränderung mit ihm vorging. Seine Miene hinter der Klarsichtscheibe des Helmes verhärtete sich von einem Moment zum anderen, und mit eisiger Stimme pfiff er Jong Park an: »Wer zum Donner, Fähnrich Park, hat Ihnen erlaubt, den Schutzanzug abzulegen?«

Der koreanische Gardist erstarrte in Grundstellung.

»Sir«, antwortete er nervös. »Ich habe gedacht, weil er doch kaputt ist… Außerdem hat er…« Er machte eine Kopfbewegung zu dem Meeg, der sich ebenfalls seines Schutzanzuges entledigt hatte, um den Raumanzug darunter besser auf Schäden untersuchen zu können.

»Sie sollen nicht denken, Fähnrich«, unterbrach ihn Schwengers in drohendem Ton. »Sie sollen sich an Ihre Befehle halten.«

»Jawohl, Sir.«

»Wie? Ich habe Sie nicht verstanden, Mann!«

Park holte Luft und sagte überlaut: »Sir, jawohl, Sir.«

»Gut. Und wie lauten diese Befehle?«

»Den Anzug nicht ablegen, Sir.«

»Na bitte, scheint doch angekommen zu sein.«

Peter Schwengers runzelte die Stirn und begutachtete den Schaden des Gardisten.

»Schwein gehabt, Fähnrich«, meinte er dann und stellte eine ernste Miene zur Schau. »Ihr MFA hat nichts abbekommen.«

»Ja, Sir, ich meine nein.«

»Dalli, ziehen Sie schon das Ding wieder an.«

»Aber, Sir, er ist nicht mehr funktionstüchtig!«

»Muß ich mich wiederholen, Fähnrich Park?« drohte der Hauptmann und schob das markante Kinn vor. Leider ging die beabsichtigte Wirkung durch den Helm etwas verloren.

»Nein, Sir. Anziehen, jawohl…«

»Gut so, Fähnrich Park«, nickte Schwengers und wandte sich an Parks Kameraden. »Damit das klar ist, jeder behält seinen Anzug an. Das ist ein Befehl. Wer sich nicht daran hält, dem mache ich die Hölle heiß. Darauf könnt ihr euch verlassen. Ist das verstanden worden?«

»Ja, Sir!« kam es nahezu wie aus einem Mund; sie hatten verstanden.

»Ausgezeichnet. Und nun helft diesem leichtsinnigen Burschen«, befahl er. »Verschließt die Risse und Löcher so gut es geht mit Klebeband.«

»Sir, darf ich etwas sagen?«

Schwengers sah Buck scharf an. »Ich weiß, was Sie vorbringen wollen, Leutnant. Ich gebe Ihnen recht, es ist nur ein Provisorium, doch es ist das Beste, was wir im Augenblick für ihn tun können. Ich sehe keine andere Möglichkeit.«

»Wird schon gutgehen, Sir«, versetzte Jong Park optimistisch.

Schwengers sah ihn an, schweigend, nickte und wandte sich Pariot zu, um den sich inzwischen Uwegra und ein paar Meegs bemühten. Charaua war hinzugekommen und verfolgte deren Tun. Auch sie reparierten den zerfetzten Schutzanzug Pariots gegen die 5-D-Strahlung notdürftig mit Klebebändern, die sie sich von den Gardisten ausliehen. Eigene schienen sie nicht zu besitzen. Offenbar hatte bei ihnen niemand damit gerechnet, daß die Anzüge Schaden erleiden könnten, oder aber ihre Reparatursets waren wie so vieles andere auch mit dem zerstörten Halbraumgleiter untergegangen.

»Ersatzanzüge habt ihr wohl nicht dabei?« fragte Ren Dhark den Nogk-Regenten.

Charaua bewegte den mächtigen Libellenschädel und senkte die Fühler in einer Weise, die, wie Dhark inzwischen wußte, ein gewisses Unbehagen und auch Verlegenheit ausdrückte.

»Schon«, kamen seine Impulse, die merkwürdig indifferent auf den Commander wirkten. Und Ren erfuhr auch gleich den Grund dafür, als Charaua fortfuhr: »Fatalerweise blieben sie in der REESCH II zurück. Das heißt, sie sind unwiederbringlich zerstört.«

»Dann müssen die beiden tatsächlich mit dem auskommen, was sie haben«, meinte Ren Dhark und erntete dafür einen verweisenden Blick von Amy.

Er hob die Schultern und setzte zu einer Entgegnung an, als der Erkundungstrupp zurückkam.

»Wir sind bis zu einer Halle vorgedrungen, ohne auf Widerstand zu stoßen«, meldete Gardist Naha. »Niemand hat sich uns in den Weg gestellt, wir konnten auch keine unmittelbaren Aktivitäten registrieren.«

»Gar keine?« fragte Schwengers nach.

»Jedenfalls nicht innerhalb der Reichweite unserer Handspürgeräte«, antwortete Naha. »Wir trafen nicht einmal auf Hindernisse in diesem augenverknotenden Horrorkabinett einer Grako-Station.«

»Augenverknotend?« dehnte Ren Dhark.

»Schwierig zu erklären, wie man das umschreiben soll, Commander. Es gibt keine klar erkennbare Definition für das, was hier drin abläuft. Das ganze scheint völlig konzeptionslos zu sein. Wenn man glaubt, einen gangbaren Weg vor sich zu haben, findet man sich hinter der nächsten Biegung in einem ganz anderem Szenario wieder, das einen zweifeln läßt, ob man sich noch auf der ursprünglichen Ebene befindet.«

»Auswirkungen des Hyperraums«, kamen Charauas Impulse. »Man kann sich auf nichts verlassen, man kann vor allem seinen Sinnen nicht trauen.«

»Ich weiß, was du meinst, Charaua«, erwiderte Dhark. »Schwarz ist weiß, oben ist unten…«

»Ich hätte es nicht besser formulieren können, mein Freund«, bestätigte der Nogk-Regent, und seine Fühler vibrierten.

»Schöne Aussichten«, bekundete Tim Acker sein deutliches Mißfallen. »Hoffentlich drehen wir nicht alle durch.«

Niemand antwortete auf diese Bemerkung.

Ren Dhark warf einen Blick in die Runde.

»Gehen wir weiter«, sagte er und packte seinen Handnadelstrahler fester. »Das war erst Phase eins unserer Mission. Es liegt noch eine ganze Strecke Wegs und eine Menge Arbeit vor uns.«

»Also dann, gehen wir«, nickte Monty Bell. »Hat jemand etwas entdecken können, das wie ein Lageplan aussieht?«

Niemand antwortete.

»Man kann ja mal fragen«, brummte der kleine Professor mürrisch und sputete sich, um nicht den Anschluß zu verlieren.

Phase zwei der Eroberung der Hyperraumstation begann.

2.

Hauptmann Peter Schwengers und seine Gardisten bildeten die Vorhut, Uwegra mit den Meegs sicherte nach hinten ab. Die Kisten mit der Ausrüstung behinderten ihren Vormarsch nur unwesentlich.

Über die Größe der Station ließen sich nur hypothetische Schlüsse ziehen. Vandekamp und Margarita beschäftigten sich zwar unentwegt damit, mittels ihrer Instrumente ein klareres Bild von der genauen Ausdehnung der Grako-Kampfstation zu bekommen, hatten aber unerklärliche Schwierigkeiten damit. Zu viele Störfaktoren fünfdimensionaler Art, wie sich der Doktor der Hyperraumphysik und Worgun-Mathematik, Tim Acker, auszudrücken beliebte. Mit verschärfter Wachsamkeit drang der Trupp weiter ins Innere der Station vor.

»Keine Gegenwehr, wie soll ich das verstehen?« murmelte Jong Park.

»Noch nicht«, zeigte sich der Leutnant pessimistisch. »Aber beschreie es nicht, bekanntlich soll man niemals nicht den Tag vor dem Abend loben.« Seine Wortwahl löste ein Stirnrunzeln bei Schwengers aus, doch dann erkannte der Hauptmann am Grinsen seines Stellvertreters, daß diese doppelte Verneinung von Buck bewußt eingesetzt worden war.

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