Beschreibung

Auf der vereisten Erde sucht Arc Doorn nach den geheimnisvollen Gäa-Geräten – und findet ein Geheimnis, das selbst er nicht erklären kann. Ren Dhark und die Besatzung der POINT OF geraten zur gleichen Zeit und weit entfernt in eine Falle, aus der es scheinbar kein Entrinnen mehr gibt. Endet ihr Weg in der Strahlungshölle W?

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 468

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Sammlungen



Ren Dhark

Weg ins Weltall

 

Band 5

Strahlungshölle W

 

von

 

Achim Mehnert

(Kapitel 1 bis 6)

 

Uwe Helmut Grave

(Kapitel 7 bis 12)

 

Alfred Bekker

(Kapitel 13 bis 17)

 

Jo Zybell

(Kapitel 18 bis 22)

 

und

 

Hajo F. Breuer

(Exposé)

Inhalt

Titelseite

Prolog

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

20.

21.

22.

Empfehlungen

Ren Dhark Classic-Zyklus

Ren Dhark Drakhon-Zyklus

Ren Dhark Bitwar-Zyklus

Ren Dhark: Weg ins Weltall

Ren Dhark Extra

Clayton Husker: T93

Eric Zonfeld: Nation-Z

Impressum

Prolog

Im März des Jahres 2065 steht die Menschheit vor einer Zerreißprobe: Die Bewohner Terras sind nach Babylon evakuiert, wo Henner Trawisheim, der amtierende Commander der Planeten, die Zentrale des neuen Terra schaffen will. Nur noch 20 Millionen Menschen sind auf der mittlerweile völlig vereisten Erde zurückgeblieben.

Doch es ist Ren Dhark und seinen Mitstreitern gelungen, den Abfluß der Materie von unserer Sonne zu stoppen, indem sie die Hyperraumstation zerstörten, die kontinuierlich Masse aus der Sonne abzog und nach Proxima Centauri transferierte.

Als darüberhinaus die Synties, tropfenförmige Energiewesen aus dem All, sich aus alter Freundschaft zur Menschheit und vor allem zu Ren Dhark bereit erklären, die verlorengegangene Masse der Sonne durch neuen interstellaren Wasserstoff zu ergänzen und sie wieder so stark zu machen wie zuvor, scheint der glückliche Ausgang der Katastrophe gewiß.

Trotzdem läßt Henner Trawisheim die Evakuierungsaktion fortsetzen. Traut er den Synties nicht, oder verfolgt er eigene geheime Ziele? Die Frage wird bald überflüssig, als eine unbekannte Kraft die Synties aus dem Sonnensystem absaugt: Ohne die spurlos verschwundenen Helfer ist die Erde nicht mehr zu retten!

Resigniert beteiligt sich Ren Dhark mit seiner POINT OF an der weiteren Evakuierungsaktion. Doch nach ihrem Abschluß will er die Synties suchen, auch wenn er nicht den allerkleinsten Hinweis auf ihren Verbleib hat. Langsam faßt er wieder Mut – als eine bisher unbekannte Spezies aus den Tiefen des Alls auftaucht und die Erde zu ihrer neuen Heimat erklärt! Und dieses Volk scheint wie geschaffen für ein Leben in arktischer Kälte.

Die Eisläufer oder Riiin, wie sie sich selbst nennen, landen an beiden Polen und nehmen die Erde von dort aus in Besitz. Verzweifelt versucht Ren Dhark, auf Babylon Hilfe für die Heimat der Menschheit zu bekommen – doch Henner Trawisheim läßt ihn eiskalt abblitzen. Auch Terence Wallis, der Herrscher von Eden, will seine noch junge Welt nicht in einen Krieg verwickeln.

Auf dem Rückflug nach Terra macht die POINT OFBekanntschaft mit einer unheimlichen Waffe der Eisläufer: dem Relativitätswerfer, der die Zeit rings um ein getroffenes Schiff um den Faktor 104 verlangsamt.

Trotzdem gelingt Ren Dhark der Durchbruch nach Cent Field. Die genaue Überprüfung alter Protokolle führt ihn und seine Gefährten zu einem geheimnisvollen Gerät unter Stonehenge, dessen Vernichtung einen kurzen Frühling in ganz Südengland auslöst und so Millionen Eisläufer das Leben kostet.

Arc Doorn erinnert sich daran, ein ähnliches Gerät schon einmal gesehen zu haben – und nimmt kurzerhand seinen Abschied von der POINT OF, um auf der Erde nach weiteren dieser geheimnisvollen Artefakte zu suchen.

Ren Dhark aber folgt der Spur des Energieimpulses nach Andromeda. Doch diesen neuen Flug in die Weiten des Alls will Dan Riker, Rens bester Freund, nicht mehr mitmachen: Auch er nimmt seinen Abschied von der POINT OF!

In dem der Nachbargalaxis vorgelagerten Kugelsternhaufen Welcome trifft Dhark auf das aggressive Echsenvolk der Lizards – und auf unübersehbare Spuren der Worgun in Form einer gigantischen goldenen Echsenstatue. Nach der Zerstörung ihres Flash sitzen Dhark und sein Begleiter Bressert auf dem Planeten der Gigantstatue fest. Um zu entkommen, wollen sie einen Ringraumer der Lizards kapern – und werden entdeckt…

Auf der Welt Lost Paradise bedroht eine unbekannte Seuche das Leben dreier Besatzungsmitglieder – und als wäre das nicht schon genug, gibt es noch die geheimnisvolle letzte Waffe, die ein zurückgebliebener Digrun endlich einsetzen will…

1.

Es war warm, und der aus der Küche herüberströmende Wohlgeruch tat das Seinige zu Arc Doorns Wohlbefinden. Seine Frau Doris, die altertümliche Kochkünste den modernen Garmethoden vorzog, klapperte mit den Töpfen. Hier, in ihrer gemeinsamen Wohnung im Gebäude der POINT OF-Stiftung in Alamo Gordo, waren die Voraussetzungen, sich kulinarisch auszuleben, ungleich höher als an Bord des Ringraumers, den die Doorns vor einem Vierteljahr verlassen hatten.

Arcs Freund Chris Shanton, der das Leben vor allem dann genoß, wenn es sich um gutes Essen drehte, wäre ein gerngesehener Gast gewesen, doch Chris und sein Faktotum Jimmy waren auf der POINT OF geblieben und mit Ren Dhark in den Tiefen des Weltalls unterwegs.

Der kräftig gebaute Mann mit den langen roten Haaren seufzte und lenkte seine Aufmerksamkeit zurück zu seiner Abendlektüre. Auf dem heimischen Hyperkalkulator studierte er den Abschlußbericht über den neuen Ortungsschutz, den er gegen die Eisläufer entwickelt hatte. Oder gegen die Riiin, wie sich die von Fischen abstammenden Invasoren der Erde selbst nannten. Die abschließenden Prüfungen waren erfolgreich verlaufen, so erfolgreich, daß der von Svante Steinsvig geforderten Expedition zu einem weiteren »Ort der Macht« nichts mehr im Wege stand.

Doorn sah auf, als seine Frau aus der Küche herüberkam. Wie er selbst trug sie schlichte Freizeitkleidung.

»Seit Stunden grübelst du über diesen Plänen«, sagte sie.

»Weil ich ausschließen will, daß ich auch nur die geringste Kleinigkeit übersehen habe.«

»Hast du?«

Der im Jahre 546 vor Christus geborene Worgunmutant, den die meisten Menschen für einen Sibirier hielten und der offiziell auch als solcher geführt wurde, schüttelte den Kopf. Er schaltete den Hyperkalkulator aus, schob die Eingabeeinheit beiseite und streckte sich.

»Ich habe nichts anderes erwartet vom größten wissenschaftlichen Genie der Menschheit.«

»Bin ich das?«

»Sicher. Wer sonst?«

»Es gibt auch noch Chris und den jungen Robert Saam.«

»Nennen wir es halt eine Dreifaltigkeit zum Vorteil der Menschheit. Obwohl, eigentlich gehört Saam gar nicht mehr dazu. Er ist weder bei den Menschen auf der Erde noch auf Babylon bei Trawisheim, sondern bei Terence Wallis auf Eden.« Doris schüttelte entschieden den Kopf. »Nein, er gehört nicht mehr dazu.«

»Auch Chris ist weder auf der Erde noch auf Babylon, sondern in den unendlichen Weiten des Weltalls unterwegs…« Doorn zögerte einen Moment. »Die unendlichen Weiten des Weltalls… irgendwo habe ich diesen Spruch doch schon mal gehört. Aber ich kann mich nicht erinnern. Egal.« Er straffte sich. »Also bleibe nur noch ich, stimmt’s? Wobei man aber nicht wirklich behaupten kann, daß ich Teil der Menschheit bin.«

Seine Frau blickte ihn aus großen Augen an. Natürlich verstand sie, worauf er anspielte. Als sie geheiratet hatten, hatte Doris nichts von seiner wahren Herkunft gewußt. Erst vor drei Jahren hatte sie erfahren, daß er ein extrem langlebiger mutierter Worgun war. Anfangs von Zweifeln und Ängsten gepackt, hatte sie bald erkannt, daß ihr Mann sich längst mehr als Mensch sah denn als einer der Gestaltwandler, eine Gabe, die er ohnehin nicht mehr besaß – was ihn ihr auch wirklich entfremdet hätte. Er liebte sie so sehr wie sie ihn, und da sie ihn als Menschen kennengelernt und geheiratet hatte, sah sie ihn auch weiterhin als solchen an.

»Du bist einer der menschlichsten Menschen, die ich überhaupt kenne. Als Krankenschwester ist mir so manches Musterexemplar untergekommen«, dozierte sie. »Nein, wirklich, dir kann kein anderer Mann das Wasser reichen.«

»Ist das weibliche Logik?«

»Es ist eher der Beweis dafür, daß Liebe blind macht.«

Doorn lächelte und zog seine Frau an sich. Seine Finger nestelten in ihren langen braunen Haaren, die sie zu einem Turm hochgesteckt hatte, in dem türkisblaue Kunstedelsteine schimmerten.

»Das Essen wird anbrennen«, protestierte Doris.

»Das wird es nicht. Ich habe den Überhitzungsschutz mit Bedacht so eingerichtet, daß die Meßfühler rechtzeitig reagieren, um dem zuvorzukommen. Du siehst, ich denke an alles.«

»Ich sehe, woran du denkst, du Lüstling.«

»Damit meinst du doch wohl nicht mich? Dein Vertrauen in einen zweieinhalbtausend Jahre alten Mann ist zuviel der Ehre.«

In Doorns Augen funkelte es begehrlich, als er sie küßte…

… und im nächsten Moment blitzte es verärgert, als der Türsummer ihrer Wohnung das Allegro eines Streichquartetts von Joseph Haydn anspielte.

»Das gibt es doch nicht«, preßte Doorn zwischen den Zähnen hervor.

»Erwartest du Besuch?«

»Hattest du gerade eben den Eindruck?«

»Ich maße mir nicht an, die Gedankengänge von Männern zu verstehen.«

Mürrisch erhob sich Doorn und ging zur Tür, um sie zu öffnen. Ein mittelgroßer, etwas zu füllig geratener Mann mit schütteren dunklen Haaren, einer spitzen Nase und dunklen Augen stand draußen.

»Bruder Lambert«, entfuhr es Arc überrascht. Er hatte keinen Besuch erwartet, und diesen schon gar nicht. »Und dazu allein? Was ist aus Ihrer Leibgarde geworden?«

»Die benötige ich in Alamo Gordo nicht«, wehrte Lambert mit seiner ruhigen, kraftvollen und dennoch melodischen Stimme ab. Die Pigmentflecken im Gesicht und an seinem Hals verliehen ihm etwas Geheimnisvolles. »Wir haben uns eine Weile nicht gesehen, Mister Doorn. Sie wissen es wohl noch nicht, aber ich bewege mich in der Stadt inzwischen völlig ohne meine Beschützer. Kein Mensch hat etwas gegen mich, deshalb ziehe ich es vor, etwas unauffälliger durch die Gegend zu laufen. Die Leute sollen nicht den Eindruck von Distanz gewinnen, nur weil ich mich mit ein paar Hünen umgebe, die im Grunde überflüssig sind. Als Statussymbol brauche ich sie schon gar nicht. Ich bin keiner dieser Profilneurotiker vergangener Zeiten, die sich um ihrer Selbstbestätigung wegen in politische Ämter haben wählen lassen. Ich kann mich allein auf die Straße trauen. Wir leben in einer kleinen verschworenen Gemeinde. Was soll mir da schon passieren?«

»Um darauf eine Antwort zu erhalten, kommen Sie aber sicher nicht zu mir.«

»Ich komme auch nicht, um mit Ihnen ein Gespräch zwischen Tür und Angel zu führen.« Lambert drehte den Kopf und sah sich um. »Ich habe darauf geachtet, daß mich niemand herkommen sah.«

»Wieso? Haben Sie vor Ihren Leuten etwas zu verbergen?«

»Nein.« Lambert zuckte mit den Achseln. »Es ist so, wie es ist. Darf ich nun eintreten, oder wollen wir noch länger hier stehen?«

Die Antwort klang merkwürdig. Doorn fühlte sich überfahren, aber einen Mann wie Bruder Lambert ließ man nicht draußen stehen, selbst wenn er noch so unangemeldet und zu einer Unzeit kam. Anfangs nur als Anführer der auf der Erde verbliebenen evangelikalen Christen in Erscheinung getreten, hatte der Mittvierziger auch die sonstigen Splittergruppen wie die Aufrechten und die Gäa-Jünger um sich gesammelt und war von ihnen zum neuen Staatschef der Erde gewählt worden. Er firmierte als »Kurator Terras« und damit als Oberhaupt über die etwa zwanzig Millionen Menschen, die die Heimat der Menschheit aus verschiedenen Gründen nicht verlassen hatten. Was immer den Kurator hertrieb, er hatte noch etwas gut bei Arc. Der hatte keineswegs vergessen, daß es Lambert gewesen war, der ihm vor drei Monaten ein Zusammentreffen mit Steinsvig ermöglicht hatte.

»Kommen Sie herein.« Doorn trat beiseite, ließ den Gast passieren und schloß die Tür. Lambert begrüßte die Dame des Hauses und nahm auf ihr Angebot hin Platz.

»Sie haben gegessen?« fragte er.

»Wir hatten es eben vor«, gestand der Sibirier zerknirscht. »Mein Magen hängt in den Kniekehlen, aber anscheinend ist es mir nicht vergönnt.«

»Von mir brauchen Sie sich nicht hindern zu lassen. Ich kann plaudern, während sie essen.«

»Man sagt mir zwar zuweilen eine gewisse Direktheit nach, die manche Leute für fehlende Höflichkeit halten, doch die Gesetze der Gastfreundschaft habe ich stets beachtet.«

»Ich habe genug gekocht.« Doris eilte in die Küche. »Ich bin sicher, wenn ich ein wenig trickse, bekommen wir drei reichhaltige Portionen.«

»Das ist mir nun ein wenig peinlich«, behauptete Lambert, als die Männer allein waren. »Das sieht so aus, als hätte ich mich quasi durch die Hintertür selbst eingeladen.«

»So ist es, aber es muß Ihnen nicht peinlich sein. Außerdem glaube ich Ihnen das sowieso nicht. Sie sind kein Mann, dem so schnell etwas peinlich wird.«

Lambert lächelte unergründlich. Sein Blick ließ nicht erkennen, woran er dachte. Zuweilen, so wie in diesem Moment, verwandelte sich das Geheimnisvolle, das ihn umgab, in etwas Dämonisches. Dennoch genoß er großes Vertrauen unter seinen Anhängern, was zu gleichen Teilen an seiner tiefen und aufrichtigen Frömmigkeit wie an der Tatsache lag, daß er die Erde um keinen Preis verlassen würde. Doorn hingegen gefiel Lamberts öffentliche Verlautbarung, in der er den Commander der Planeten Henner Trawisheim zur persona non grata auf der Erde erklärt hatte, weil der Cyborg auf geistiger Basis die Heimat der Menschen im Stich gelassen und damit jegliches Recht verwirkt hatte, jemals wieder ihre Geschicke zu bestimmen.

»Was gibt es Neues von der Eisläuferfront?«

»Nichts. Ischko scheint sich diesmal tatsächlich an unsere Abmachung zu halten. Uns bleiben Alamo Gordo, die ehemaligen Tropen und der schmale Verbindungskorridor dazwischen, ihnen der Rest.«

»Sie wissen, daß dieser Zustand auf Dauer keinen Bestand haben wird. Schon einmal haben Ischkos Truppen versucht, Alamo Gordo zu erobern, was nur durch den von Robert Saams Gruppe entwickelten Kompaktfeldschirm verhindert wurde. Bei nächster Gelegenheit werden die Eisläufer es wieder versuchen. Sie werden sich auch nicht ewig mit dem KFS abfinden, sondern nach Wegen suchen, ihn zu eliminieren.«

»Mir sind die Gefahren durchaus bewußt«, erklärte Lambert in seiner ruhigen Art. Allerdings war er heute trotzdem anders als bei früheren Zusammentreffen. Doorn hatte das Gefühl, daß sein Gast stark unter Druck stand. »Ich bin weder naiv noch kurzsichtig. Doch ich bin auch guter Dinge, daß sie sich an dem KFS ihre Kauleisten verbiegen.«

»Das klang wie ein Scherz, und das paßt nun wirklich nicht zu Ihnen.«

»Sie irren sich. Zuweilen übe ich mich auch in dieser Disziplin, da sie wichtiger Bestandteil der Diplomatie sein kann.«

»Das freut mich zu hören. Was ist nun der Grund Ihres Besuchs?«

»Wir haben einen Richtspruch von der POINT OF erhalten.«

Doorn horchte auf. »Keine schlechten Nachrichten, hoffe ich.«

»Entscheiden Sie selbst. Die POINT OF hat bekanntlich die Leiche eines Eisläufers an Bord. Durch sie haben die Mediziner neue Erkenntnisse gewonnen. Die Riiin platzen beim Kontakt mit einem Intervallfeld deswegen buchstäblich auseinander, weil sich in ihrem ›Frostschutzblut‹ exotische Proteine befinden, eine Kombination aus Eiweißen und unbekannten Stoffen metallischer Natur. Ein Intervallfeld regt diese Proteine zu Mikrovibrationen an, wodurch Hitze entsteht und die Eisläufer platzen.«

Doorn stieß einen Pfiff aus. »Wir brauchen also nur mit ein paar Intervallfeldern durch die Reihen der Eisläufer fliegen, und unser Problem löst sich von selbst.«

Lambert verzog ungläubig das Gesicht.

»Das war nicht ernst gemeint«, beeilte sich Arc zu sagen. »Was für Empfehlungen hat Dhark gegeben?«

»Gar keine. Bei der Übertragung war die POINT OF offenbar schon so weit draußen im Leerraum, daß der Bordfunk an seine Leistungsgrenze kam. Es war zu spät für eine Antwort. Wir sind nicht mehr durchgekommen.«

»Keine Rückfragen also. Wir haben daher auch keinen Kontakt mehr zur POINT OF?«

»Nein, was ich sehr bedaure. Vielleicht hat Dhark inzwischen weitere Informationen erlangt. Zumindest wüßten wir, daß es ihm und seiner Mannschaft gut geht. Um auf Ihre scherzhafte Bemerkung zurückzukommen: Wäre es möglich, ein Intervallfeld von der Größe der Erde zu erschaffen?«

»Dafür bräuchte man gewaltige Energiemengen. Theoretisch halte ich das für machbar, aber nicht mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen. Allerdings kann ich mir den Bau von Spezialschiffen mit dünnen Intervallfeldern vorstellen. Nennen wir es weniger Felder als einfach nur Hüllen. Sie könnten zehn oder mehr Kilometer Durchmesser haben. Sie könnten die Erde abfliegen wie ein Pflug ein Feld. Ich brauche wohl nicht zu erklären, was das bedeuten würde.«

»Ich habe verstanden. Das Verfahren würde sämtliche Riiin töten.« Das Gesicht des Kurators verfinsterte sich weiter. »Wir reden von geschätzten 2,5 Milliarden Intelligenzwesen, die wir damit umbringen würden.«

»Die Erde wäre frei von Eisläufern… allerdings um einen gewaltigen Preis.«

Lambert zuckte heftig zusammen. »So etwas dürfen wir nicht einmal denken. Wir würden uns zu den größten Massenmördern der Geschichte machen. Und außerdem wäre damit nicht einmal wirklich etwas gewonnen. Die Erde bliebe nach wie vor eine Eiswüste.« Er taxierte den Sibirier. »Würden Sie eine solche Option ernsthaft in Erwägung ziehen?«

Darüber brauchte Doorn keine Sekunde nachzudenken. Entschieden schüttelte er den Kopf. »Täten Sie es, wären Sie für mich kein Ansprechpartner mehr.«

»In dem Fall bitte ich Sie, kein Wort über unser Gespräch zu verlieren. Es gibt manche unter meinen Anhängern, die einen wesentlich radikaleren Standpunkt vertreten als ich. Sie würden solche brutalen Maßnahmen gutheißen, daher ist es besser, sie erst gar nicht auf dumme Gedanken zu bringen.«

»Einverstanden. Von mir erfährt niemand ein Sterbenswörtchen über die Achillesferse der Eisläufer. Ich selbst habe sowieso einen gänzlich anderen Plan.«

»Darf ich erfahren, wie der aussieht?«

Doorn brauchte nicht lange zu überlegen. Was er vorhatte, war kein Geheimnis, und von Steinsvig würde Lambert ohnehin davon erfahren. »Ich plane, weitere Gäa-Geräte wie das unter Stonehenge zu suchen.«

»Gäa-Geräte.« Der Kurator lachte humorlos auf. »Oder Gäa-Generatoren. Orte der Macht. Gäa-Zentren. Magische Orte. Sie klingen wie der Erdmeister.«

Das war der Titel, mit dem die Gäa-Jünger ihren Anführer Svante Steinsvig bezeichneten. Die Jünger hüteten uralte Runentafeln, auf denen von den »Orten der Macht« die Rede war. Von diesen besonderen Plätzen streckte angeblich Gäa, die Erdmutter, ihre Hände nach den Sternen aus. Nach dem Abzug der Giants waren die Tafeln mit modernster Technik untersucht und analysiert worden, und die Gäa-Jünger waren zu der Überzeugung gelangt, daß die Erde vor zehntausend oder mehr Jahren Teil eines interstellaren oder gar intergalaktischen Kommunikationsnetzes gewesen war. Welchen Hintergrund die sogenannten Orte der Macht auch immer hatten, eines stand fest: »Es handelt sich um keine Ammenmärchen, wie wir am Beispiel Stonehenges gesehen haben. Wären die Eisläufer nicht auf der Erde aufgetaucht, hätte Steinsvig längst eine Expedition nach Grönland unternommen, wo ein weiterer Ort der Macht liegen soll.«

Daß er selbst im Jahre 982 in der Gegend des heutigen Thule eine unterirdische Höhle mit einer Maschine wie der unter Stonehenge gefunden hatte, verschwieg Doorn wohlweislich. Im Gegensatz zum Erdmeister gehörte Bruder Lambert nicht zu den wenigen Eingeweihten, was seine Natur, sein wahres Alter und seine Wanderung durch die irdische Historie anging.

»Selbst wenn Sie ein solches Gäa-Gerät finden, wie soll es uns helfen?«

»Wir haben die enorme Hitzeentwicklung rings um Stonehenge erlebt. Mit mehreren solcher Apparaturen gelingt es uns vielleicht, die Erde wieder zu erwärmen.«

»Wir haben auch die Auswirkungen auf die Eisläufer erlebt«, blieb Bruder Lambert skeptisch. »Millionen Eisläufer, die in Südengland siedelten, wurden innerhalb weniger Augenblicke getötet. Die Inbetriebnahme mehrerer Gäa-Generatoren würde genauso zum massenhaften Tod der Eisläufer führen wie der Einsatz von Intervallfeldern.«

»Diese Gefahr schätze ich anders ein. Wir schalten die Geräte so, daß sie die Erde nur langsam erwärmen. Damit bleibt den Riiin genug Zeit für einen Rückzug, bei dem keiner von ihnen zu Schaden kommt.«

»Sie klingen sehr überzeugt. Ich hingegen zweifle an einem solchen Erfolg. Beim erstenmal gab es Millionen Tote, beim nächsten Mal wird es nicht anders sein. Das können wir nicht verantworten.«

»Das tue ich auch nicht«, widersprach Doorn vehement. »Es war ein Unfall, eine Katastrophe, die niemand vorhersehen konnte. Die Maschine hat ihre gesamte gespeicherte Energie auf einen Schlag freigesetzt. Außerdem, so hart und gefühllos das klingen mag, was geschehen ist, war eine unbeabsichtigte und daher unvermeidliche Auswirkung des Krieges. Und machen wir uns nichts vor, die Menschheit steht mit den Riiin im Krieg. Das steht fest, aber auch noch etwas anderes: Wir kennen jetzt die Gefahr, die von den Gäa-Geräten ausgeht, und werden nicht zulassen, daß sich eine ähnliche Katastrophe wiederholt.«

»Ich würde Ihre Zuversicht gern teilen.«

»Das können Sie. Das Gerät unter Stonehenge hatte mit dem abgestrahlten Funkimpuls, dem Dhark mit der POINT OF hinterherjagt, sowieso eine Sonderfunktion. Ich bin fest davon überzeugt, daß die anderen Geräte – und von denen muß es eine ganze Menge geben – ihre Energie kontrolliert über einen längeren Zeitraum abgeben können. Die Warmzeit auf Grönland im ersten Jahrtausend war auf eine solche Maschine zurückzuführen, und damals wurde die Energie sehr behutsam und wohldosiert abgegeben.«

»Woher wissen Sie das?« kam es wie aus der Pistole geschossen.

Altes Plappermaul.

Doorn hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen. In seinem langen Leben war es kaum einmal vorgekommen, daß ihm eine Begebenheit aus seiner persönlichen Vergangenheit unbedacht herausgerutscht war. Gerade eben hatte er sich so in Rage geredet, um Lambert zu überzeugen, daß ihm dieser Fauxpas unterlaufen war.

»Länger zurückliegende Forschungen haben das gezeigt«, wich er aus.

»Von denen ist mir nichts bekannt.« Lambert ließ nicht erkennen, ob er mißtrauisch war. »Mir scheint, ich sollte mich bei Gelegenheit tiefer in die Materie einarbeiten, damit ich mich nächstes Mal auf Augenhöhe mit Ihnen über dieses Thema unterhalten kann.«

»Auch als Staatschef kann man nicht alles wissen. Jedenfalls habe ich vor, die Geräte zu finden und kontrolliert zu aktivieren. Wichtig ist, daß wir dabei nicht mehr kaputtmachen als reparieren. Eine langsame Energieabgabe sollte verhindern, daß sich die durch den Frost entstandenen Schäden durch plötzliches Auftauen vervielfachen.«

»Sie gehen davon aus, daß es genug dieser Geräte gibt, um die Erde zu erwärmen und die früheren Verhältnisse zurückzuholen. Was ist aber, wenn zu wenige davon existieren?«

»Dann versuchen wir, ihre Technik zu ergründen und sie nachzubauen«, zeigte sich Doorn kämpferisch. »Gleichgültig wie wir es hinbekommen, wichtig ist nur, daß es uns gelingt, die Erde unabhängig von der Sonne wieder bewohnbar zu machen.«

Ein Lächeln huschte über Lamberts Gesicht. »Ich bewundere Ihren Enthusiasmus. Niemand wünscht mehr als ich, daß Sie auf dem richtigen Weg sind und Erfolg haben. Je länger ich über Ihren Plan nachdenke, desto mehr sagt er mir zu. Noch etwas anderes gefällt mir.«

»Und was?« fragte Doorn in die entstehende Pause hinein.

»Daß Sie sowenig wie ich selbst bereit sind, sämtliche Eisläufer zu töten.«

»Das halte ich für eine Selbstverständlichkeit.«

»Ich möchte Sie um einen Gefallen bitten. Hängen Sie Ihren Plan nicht an die große Glocke. Die auf der Erde gebliebenen Menschen haben nicht mehr allzuviel. Ein Teil davon ist ihre Hoffnung auf eine Normalisierung der Verhältnisse. Ich will nicht, daß zusätzliche Hoffnungen geweckt werden, die sich letztlich nicht erfüllen lassen. Das könnte manchen einen Knacks versetzen, und ich erwähnte bereits, daß einige meiner Anhänger jede noch so drastische Maßnahme ergreifen würden, um die Eisläufer loszuwerden. Wir bewegen uns auf dünnem Eis, der Status quo ist eine fragile Angelegenheit. Begehen wir einen Fehler, könnten auch sie auf die Idee kommen, sich nicht mehr an die Vereinbarungen halten zu müssen.«

»Noch weniger, als sie es ohnehin schon angedeutet haben?«

Doorn bereute seine sarkastische Frage sofort.

Natürlich hatte Bruder Lambert recht. Alles in allem hielten sich die Invasoren weitgehend zurück und ließen den Menschen ihr kleines bißchen Lebensraum. Die Lage hätte noch viel verzweifelter sein können.

Arc schlug die Augen nieder. Sie waren wirklich auf sich allein gestellt. Ren Dhark war, wenn auch aus guten Gründen, einmal mehr mit der POINT OF im Weltall unterwegs, Terence Wallis ließ sich aus nachvollziehbarer Sorge um Eden nicht in eine militärische Auseinandersetzung mit den Riiin hineinziehen, und Henner Trawisheim ging die Urheimat der Menschheit schlicht am Allerwertesten vorbei.

»Wenn Arc Hoffnung streut, ist die in den wenigsten Fällen vergeblich«, meinte Doris, die herüberkam und drei Teller mit Kürbiscremesuppe und einen trockenen Rotwein auftrug. Sie setzte sich zu den Männern und wünschte einen guten Appetit.

»Ich glaube Ihnen gern. Ich kam mit einer gehörigen Portion Skepsis zu Ihnen, doch Ihr Mann hat mich mit seinem Tatendrang überzeugt. Trotzdem gibt es keine Sicherheiten. Deshalb plädiere ich dafür, die Menschen erst in seine Pläne einzuweihen, wenn sich greifbare Ergebnisse abzeichnen.«

»Ich stimme Bruder Lambert zu«, sagte Doorn. »Die verschiedenen Splittergruppen auf Terra haben sich zwar unter seiner Führung geschart, trotzdem verfolgen sie eigene Ziele. Eine herbe Enttäuschung könnte sie aus dem gemeinsamen Kurs ausscheren und eigenständig vorgehen lassen. Wenn sie eine aggressive Dummheit begehen, kann sich der Funke schnell zu einem Flächenbrand entwickeln, der sich nicht mehr aufhalten läßt.«

»Wenn wir die Invasoren loswerden wollen«, protestierte Doris, »führt kein Weg daran vorbei, früher oder später etwas gegen sie zu unternehmen.«

Doorn nickte. Das wußte er nur zu gut. Auch er konnte sich nicht vorstellen, daß der ausgehandelte Status quo quasi für die Ewigkeit war. Die Erde gehörte der Menschheit. Sie war und blieb deren Lebensmittelpunkt, auch wenn Trawisheim andere kosmopolitische Pläne verfolgte.

»Dauerhaften Frieden wird es erst geben, wenn Terra wieder frei ist.«

»Darauf trinken wir«, nickte der Kurator.

Die drei Menschen erhoben ihre Gläser. Nach der Suppe servierte Doris geschmorte Hasenkeule mit Petersilienkartoffeln und in Butter gedünstetem Gemüse. Bruder Lambert war begeistert.

»Sie sind wirklich eine Spitzenköchin«, lobte er. »Ich habe lange kein Essen von solcher Qualität mehr genossen. Mit einer Frau wie Ihnen würde ich dick und rund werden.«

»Ich hoffe, das war keine Anspielung«, empörte sich Doorn zwischen zwei Bissen und mußte unwillkürlich wieder an seinen fülligen Freund, den Genußmenschen Shanton denken.

»Wenn, dann nur auf meinen eigenen Leibesumfang.« Lambert neigte entschuldigend den Kopf.

»So groß ist der nun auch nicht«, spielte Doris die Diplomatin. »Aber im Ernst, die POINT OF-Stiftung versorgt uns mit dem Besten, was Eden zu liefern hat. Da ist es nicht schwer, etwas Leckeres zu zaubern.«

»Es scheint um Stufen besser zu sein als das, was Eden den übrigen Terranern liefert. Verstehen Sie mich nicht falsch. Das soll keine Kritik an der Politik von Eden sein. Obwohl Terence Wallis seinen eigenen Staat hat, tut er für die Menschheit der Erde, was er kann. Ich wünschte, das könnte man auch von Trawisheim sagen.«

Als Dessert servierte Doris Birnen in Rotwein. Die Begeisterung des Kurators war nicht zu übertreffen.

»Verderben wir uns den Abend nicht mit Gedanken an den Commander der Planeten.« Sie verdrehte die Augen und blickte hilfesuchend zum Himmel. »Wenn doch nur Ren Dhark dieses Amt wieder bekleiden würde. Ich frage mich, was er gerade macht.«

Das tat Doorn ebenfalls. Er schob den Gedanken von sich. Jede Spekulation darüber war müßig. Es gab keinen Kontakt zum berühmtesten Raumschiff der Menschheitsgeschichte. Die POINT OF war einmal mehr auf unbestimmte Zeit mit Mann und Maus im Universum verschollen.

*

»Du hast ihm ganz schön auf den Zahn gefühlt«, sagte Doris, als Bruder Lambert längst gegangen war. Die Doorns lagen nebeneinander im Bett und sahen sich einen suprasensorisch überarbeiten Film aus dem vorigen Jahrhundert als Holokonserve an. Der Blade Runner Rick Deckard jagte Replikanten.

»Was meinst du?« fragte Arc.

»Deine Idee mit den Intervallfeldhüllen, mit denen sich sämtliche Eisläufer umbringen lassen. Ich wußte, daß es dir damit nicht ernst ist. Bruder Lambert ist aber genau davon ausgegangen.«

»Das sollte er auch.« Doorn stemmte sich auf die Unterarme und richtete seinen Oberkörper auf. »Ich wollte wissen, woran ich mit ihm bin. Die Vorstellung, mit einem potentiellen Massenmörder zu kooperieren, wäre mir unerträglich. Von unseren gelegentlichen Zusammentreffen konnte ich mir kein Bild von ihm machen. Ich habe ihm schlicht und einfach nicht getraut.«

»Das ist ein allgemeines Problem bei Politikern… war es schon immer. Man kann ihnen einfach nicht trauen.«

»Traurig aber wahr. Ich wollte hören, ob Lambert tatsächlich bereit ist, sämtliche Eisläufer umzubringen. In dem Fall hätte ich auf jede weitere Zusammenarbeit mit ihm verzichtet. Ich habe nämlich keine Lust, meine Hände im Blut von Milliarden Intelligenzwesen zu waschen, auch nicht wenn sie Invasoren der Erde und somit unsere Feinde sind.«

»Nach seiner Weigerung, die Eisläufer auszurotten, hast du eine Bestätigung. Also traust du ihm jetzt?«

Doorn hatte bereits darüber nachgedacht. »Ja, das tue ich.«

»Mich wundert, daß Lambert sich anfangs so eigenartig verhielt. Wieso legte er Wert darauf, daß niemand ihn gesehen hat, als er zu uns kam?«

»Du hast es gehört. Auch wenn sich Gäa-Jünger, Aufrechte und all die anderen ihm angeschlossen haben, sind nicht alle seiner Meinung. Viele Falken würden lieber in die Offensive gehen und die Riiin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. Leider sind diese Mittel begrenzt. In einem offen geführten Kampf können wir ihnen nur unterliegen.«

»Ich hoffe, das ist der einzige Grund für sein Verhalten«, unkte Doris. Sie rutschte zu ihrem Mann hinüber und pustete ihm sachte ins Ohr.

Doorn ließ den Kopf in die Kissen fallen und starrte zu dem Holofilm.

»Gleich kommt der Voight-Kampff-Test«, sagte er. »Genial.«

Wenn sich nur jeder so zweifelsfrei durchschauen ließe.

2.

Die Zentrale der Gäa-Jünger war in einem Lagerhaus am Stadtrand nahe dem Kompaktfeldschirm untergebracht. Der KFS überspannte ganz Alamo Gordo in einer Höhe von zwei Kilometern und damit noch weit oberhalb der höchsten Wohnkugeln, die nach wie vor das Erscheinungsbild der irdischen Hauptstadt prägten. Die mit achtzig Metern Durchmesser vergleichsweise schlanken Türme mit den voluminösen Kugeln an ihrer Spitze ragten zwischen 500 und maximal 1500 Meter empor.

Es war ein eigenartiger Anblick. Unterhalb des Schirms herrschten angenehme Temperaturen von zwanzig Grad Celsius, Ende Juli grünte und blühte es. Außerhalb des KFS, nur wenige Meter entfernt, begann die Schnee- und Eiswüste, die den Großteil der Erde bedeckte. Der Wärmestau war der Polung des Schirms zu verdanken, der Infrarotstrahlung zwar eindringen, aber nicht wieder entweichen ließ. Das Kompaktfeld wurde von 120 neuartigen Modulgeneratoren gespeist. Die Steuerung geschah von Bruder Lamberts Regierungsgebäude aus. Fünf Tage waren vergangen seit dem Besuch des Kurators bei Arc Doorn. Zum heutigen Aufbruch der Expedition war das Regierungsoberhaupt nicht zugegen.

Auch so liefen genug Leute durcheinander, die mit dem Beladen der Schneemobile – sechs an der Zahl – und letzten Routinekontrollen vor dem Aufbruch beschäftigt waren. Die nahe am KFS abgestellten Fahrzeuge hatten geschlossene Kabinen und besonders breite Raupenketten, die sich durch sämtliche wetterbedingten Unwägbarkeiten kämpfen sollten. Die offenen Ladeflächen dienten als Stauraum für Ausrüstung, Waffen und Nahrungsmittel. Auf jedem Schneemobil war ein PressMod montiert. Die wesentlich verkleinerte Version herkömmlicher Pressorgeschütze hatten Spezialisten der Gäa-Jünger entwickelt. Nach Einschätzung I. D. Vandekamps war die Bezeichnung »Jünger« irreführend, da es sich bei ihnen beileibe nicht um esoterische Spinner handelte, sondern um zu allem entschlossene Kämpfer gegen die Invasoren.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!