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Maria Rohmer

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Beschreibung

Da spaziere ich also 14 Tage vor Weihnachten, Toby an meiner Seite, durch diese in der Adventszeit herausgeputzte, lichtergeschmückte Stadt. Die Altstadt, die Plätze, die Innenstadt - ein einziger, riesiger Weihnachtsmarkt. Verkaufsstand neben Verkaufsstand, Buden, die sich aneinanderreihen, überdimensionale Pyramiden, die sich ohne Pause drehen, Karussells für die Kleinen, eine Eisbahn, auf jedem Platz, in jeder der Einkaufsarkaden im Mittelpunkt eine ausladende, stattliche Tanne, die im Glanz der bunten Kugeln und Lichterketten erstrahlt. Von überall ertönen Weihnachtslieder, überall in den Straßen liegt der typische Duft dieser Jahreszeit, eine Mischung aus Glühwein und Punsch, aus Lebkuchen und Printen, heißen Maronen, frisch gebackenen Waffeln und Crêpes, aus Bienenwachs und Honig und aus Wald. Vorweihnachtszeit. Adventszeit. Wieder einmal. Und wieder einmal packt auch mich der ganz besondere Zauber dieser Wochen. Spannung, Erwartung, Vorfreude, der Wunsch nach Geborgenheit und Nähe, all dies begleitet die meisten Menschen in den Tagen bis zum 24. Dezember. Man genießt die Gemütlichkeit, die Behaglichkeit daheim, den Schutz, den ein schönes Zuhause einem gibt. Man freut sich nach einem Spaziergang draußen in der winterlichen Kälte auf Wärme, Kerzenschein, ein gutes Buch, auf ein Glas heißen Tee und auf Weihnachtsplätzchen! Du weißt, Amelie, wie gerne ich immer zum Haushüten in Düsseldorf war, wie viel Schönes ich da erleben durfte, an diese Dezember-Einsätze aber erinnere ich mich besonders gerne und intensiv. Immer noch lösen sie ganz starke und ganz konträre Gefühle und Gedanken aus. Und damals wie heute war und ist die Konfrontation mit den Gegensätzen, die mir vor Augen geführt wurden, nicht leicht zu ertragen, sind die Bilder nicht zu verdrängen. Bilder, die sehr nachdenklich, die sehr betroffen machen. Bilder, die berühren.

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Seitenzahl: 18

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Maria Rohmer

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in der Advents-und Weihnachtszeit (Bilder und Gedanken)

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

Impressum neobooks

1. Kapitel

Advent, Advent - ein Lichtlein brennt ...

Es ist wieder einmal soweit: Die Vorweihnachtszeit ist angebrochen, oder sollte ich besser sagen ausgebrochen?

Als ich gestern Abend in den Nachrichten die Menschenmassen sah, die sich am zweiten Samstag vor Weihnachten durch die Düsseldorfer Altstadt schoben (quälten?), da konnte ich nur den Kopf schütteln.

Da bleibe ich doch lieber hier im Dorf, mache meinen Rundgang durch die nun abgeernteten Felder und wärme mich anschließend bei Rohmers in deren Wohnzimmer tüchtig auf.

Eine dicke Kerze brennt, die Blütenmischung Winterland auf dem messingfarbenen Sternenteller verströmt einen wunderbaren Duft (winterländisch eben) der blaubemäntelte! und blaubemützte! Holzweihnachtsmann ist heute noch nicht von seinem Platz auf dem Schrank gewichen, die Weihnachtsmotivansichtskarten (nenn‘ mir ein Wort mit neunundzwanzig Buchstaben) halten jedem Luftzug stand, draußen auf dem Dielenschrank hält der kleine Weihnachtsbär gerade einen Plausch mit dem molligen Bärenfräulein hinter ihm (da will ich nicht stören!), wahrscheinlich dreht es sich bei dem Gespräch um das Thema Wintersport, denn das Fräulein hat die Skier schon untergeschnallt (wünschen wir den beiden Ski-Heil), vor mir auf dem Tisch steht ein kleiner (blauuniformierter!) Gardeoffizier und trommelt vor sich hin (ganz gedämpft, weil er ja sieht, dass ich Amelie schreibe, und weil er ein kleiner Gentleman ist), dann wäre da noch der handgeschnitzte Hirte, der seine handgeschnitzten Schafe hütet (es sind nur vier, da hat er nicht allzu viel Mühe damit) - Ja, und dann wäre da noch ich, ohne Skier, ohne Trommel, ohne blaue Mütze, ohne jemanden mit dem ich ein Schwätzchen halten könnte (schreib ich stattdessen an Amelie), winterländisch dufte ich auch nicht - aber adventlich, so ist mir zumute.

Außerdem sind da noch zwei Weihnachtssterne, die sind auch bald ohne, ganz ohne Blätter - denen scheint’s bei Rohmers nicht zu gefallen.