Liebe Amelie! DREI - Maria Rohmer - E-Book

Liebe Amelie! DREI E-Book

Maria Rohmer

0,0

Beschreibung

Daß dieser Brief ohne Unterschrift der Verfasserin, ohne Absender und Poststempel und auf mysteriöse Weise in Deine Hände gelangt ist, darf Dich nicht erstaunen lassen. Ich ziehe es vor, bis auf weiteres anonym und im Untergrund zu verbleiben. Lies und Du wirst begreifen warum. Am Schluß dieser Zeilen wirst auch Du die Gründe für mein Untertauchen nachvollziehen können. "Guten Tag, wir sind von der Kriminalpolizei. Wir ermitteln in einem Mordfall. Wo waren Sie am 16. Februar?" Hierbei handelt es sich nicht um einen Dialog aus der SOKO-Folge vom letzten Freitag. Nein! -– mit diesen Sätzen wurde eine brave, bis dato unauffällig in einem ungenannt bleibenden Dorf dahinlebende Mitbürgerin in Angst und Schrecken versetzt. Und das in der Mittagszeit eines eigentlich recht freundlichen Frühlingstages Ende März. Du sagst: >. >. >. >. Gibt es doch! Und ist geschehen. Kann ich jederzeit bezeugen. Wenn's sein muß unter Zuhilfenahme zweier weiterer – wenn auch minderjähriger – Zeugen des Geschehens. Der Vorfall erschüttert mich immer noch über alle Maßen. Immer noch will ich es nicht glauben können. Immer noch grübel ich, der Verzweiflung sehr nah, darüber nach, wo auf dieser Welt ich am 16. Februar war? Hast Du eine Ahnung? Verschweig' sie mir nicht! Ich brauch' ein Alibi! Ein lückenlos überzeugendes! ICH als Verdächtige! Hast Du auch nur im entferntesten befürchtet, mit wem Du da seit Jahren korrespondierst? Kurz zum Tathergang während des Mittagessens. Die zur Mitwirkung gezwungenen: Eine Tante, eine Nichte, ein Neffe. Gegen 14.00 Uhr klingelt es (wie immer). Neffe Julian springt in spontaner Neugier auf, will zur Haustür rasen (wie immer). Die Tante schnappt ihn sich am letzten vorbeiwehenden Hemdenzipfel: > (Vertreterbesuche sind bei uns grundsätzlich nicht vorgesehen), >.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 42

Veröffentlichungsjahr: 2014

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Maria Rohmer

Liebe Amelie! DREI

Zwei wie wir...

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

Impressum neobooks

1. Kapitel

Auf daß ihr suchet und findet

«Da sitze ich also inmitten von Hunderten Maria-Briefen und Karten und soll eine

Auswahl der für mich besten zusammenstellen» - schreibst Du mir in aller Seelenruhe,

anstatt weiter zu wühlen in den Tiefen Deiner Schreibtischschublade.

Ich will mal für Dich hoffen, daß Du wenigstens alle beisammen und nicht welche in

jener Kiste und andere in jenem Kasten abgelegt hast. Daß in Deinem letzten

dienstlichen Führungszeugnis nebenOrdnungeinSehr guteingetragen wurde,

steigert noch den Grad meiner Hoffnung. Wär’ doch auch wahrscheinlich nicht

so günstig, wenn Du Deine Patienten, die Dir uneingeschränkt grenzenlos vertrauen,

während der O.P. wieder falsch zusammenmontierst, nur weil Du einzelne Teilstücke

gerade nicht auffinden kannst. So was ließe sich auf Dauer bestimmt nicht verheimlichen.

Wenn ich nun schon höflich drängend dazu aufgefordert worden bin

Geschichten von uns oder sozu schreiben, dann benötige ich zumindest Material

aus dem sich ggf. und möglicherweise etwas machen ließe.Recherchierenmuß auch

die beste Autorin – warum also sollte ichnichtmüssen! Die wirklich guten,

die recherchieren bis kurz nach Ablauf von zwei Jahren und schreiben das eigentliche

Buch zwischen Weihnachten und Neujahr. (Da passiert ja ohnehin nicht viel.

Da wartet doch nur jeder auf Silvester.)

Falls Du, meine bisherliebe Amelie, nun Dein Zeitlupentempo nicht ein wenig in

Beschleunigung versetzt, sehe ich nicht allzu rosig für unser gemeinsames Projekt.

Bis Weihnachten ist nicht mehr lange hin ...

Daß Peter sich genau so begeistert von der Buchidee zeigt, ist angenehm zu hören und

versetzt mich in freudige Erwartung.

Daß er Dich – wie Du schreibst – mehrmals täglich bedrängt, nehme ich als Zeichen

seiner zunehmenden Spannung.

«Hast Du nun endlich die Briefe für Marichen rausgesucht?» - man höre Marichen!

«Nun mach aber mal!»

Ich suche Schatz, ich suche...«Wo ist mein weißer Pullover?»

«Hast Du die Jeans schon gewaschen?» «Geh’ doch ins Bett wenn Du so erkältet bist.»

« Wann gibt es Abendessen?» «Kommst Du Krimi gucken?»

«Machst Du dem Hund die Zecke raus?» «Hast Du überhaupt heute eingekauft?»

«Packst Du mir gleich die Reisetasche für nächste Woche?»

«Wie weit bist Du nun mit den Briefen???»

Gleich, gleich Schatz. Ich suche, ich suche...

DAS Amelie, das ist einer der Dialoge, die ich liebe! DAS wäre glatt etwas für unsere

Geschichten. Sollten wir uns überlegen, ob wir’s mit reinnehmen.

Auf jeden Fallmit reinnehmenmüssen wir die Geschichte unseres Kennenlernens.

Nicht, daß eventuelle Leserinnen oder noch eventuellere Leser sich verwundert fragen,

wieso da ständig und seit nunmehr zwanzig Jahren Briefliches zwischen Jena und –

erst Mönchengladbach, dann Rath-Anhoven, jetzt Niederkrüchten hin und her

versendet wird.

Auch mit rein kommt der zweite Abschnitt der dritten Seite DeinesSuchmeldungs-

Briefes. Und das jetzt gleich sofort. Da steht also zu lesen:

«Ja, wieweit bin ich mit dem Briefe-Suchen? Wieweit komme ich überhaupt?

Komme ich überhaupt weiter? Bis nachts zwei Uhr kannst selbst Du als beste Freundin

nicht verlangen, wo ich doch gegen halb sechs schon wieder aufwachen muß!

Ich soll Dir also vier oder fünf Deiner gelungensten Briefe schicken.»

(“Gelungen“ im Sinne von seltsam – wunderlich sind die alle– Anmerkung von M.)

«Du bist drollig!» (Das behauptet mein Gemahl auch des öfteren. Langsam fang’ich an,

das zu glauben– Anmerkung von M.)

«Weißt Du überhaupt wieviele sich da im Laufe der Zeit angesammelt haben?»

(Klar, weiß ich das, hab’die schließlich eigenhändig auf den Postweg gebracht.

Außerdem – der Amelie-Briefe-Berg ist nun auch nicht gerade mitleidsvoll zu belächeln!

– wieder eine Anm.)

«Erinnerst Du Dich an all das, was Du mir geschrieben hast?» (Och, da laß’ich mich

gerne mal überraschen. Sicher nicht uninteressant– A.v.M.)

«Was hab’ ich da bis jetzt nicht alles gefunden – dickeBriefe

(faß’Dich doch mal kurz, sagt mein Gemahl auch des öfteren!), Zettel,

(lose Zettel? Du mußt Dich irren! Guck’noch mal auf den Absender! – A.v.M.),

Briefe ohne Umschlag (Du willst doch wohl nicht behaupten, das seien die durch meine

Schuld!?), Umschläge ohne Briefe (vielleicht begegnen die mir in meiner Schublade,

sollte dem so sein, werden sie Dir in nächster Zeit zugehen), diese und jene Karte,

von der ich bis gestern nicht wußte, das ich die gleiche noch dreimal besitze,

(drei gleiche in 240 Monaten!,willst Du im nachhinein reklamieren?), förmlicheBriefe

(die Form, die hab’ich stets bewahrt, in jedweder Lebenslage. Und am Anfang unserer

brieflichen Kontaktaufnahme, da warst Du eben noch die Frau Hansen, ähnlichwie ich

die Frau Rohmer war.Nur “lieb“, das waren wir da schon – hast Du jedenfalls stets

darübergeschrieben zur Begrüßung: “Liebe Frau Rohmer“)‚ Briefe die thematisch,

grammatisch, theoretisch und überhaupt vollends aus der Art schlugen (heißt das nicht

„grammatikularisch“?), traurige Briefe mit Tränen innendrin, besinnliches, romantisches,

und immer wieder humoriges(Amelie, wenn ich den nicht mehr hätte – meinen Humor ... ich bin demjenigen unendlich dankbar, der mir den "aufgedrückt“ hat!),Briefe für 1,-DM