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Als Sarah auf den Chef ihres Freundes trifft, kann sie im ersten Augenblick gar nicht verstehen, warum ihn alle als den eiskalten, gewissenlosen Geschäftsmann bezeichnen. Doch genau der ist er. Für Mr Jayden Hall ist das Leben nichts weiter, als ein Spiel um Geld und Macht. Dabei sind Menschen nicht wichtig. Und die junge, hübsche Frau bedeutet ihm allerhöchstens so viel wie eine Schachfigur, mit der er seinen Widersacher schlagen kann. Als Sarahs Freund sie erst betrügt und dann auch noch verlässt, hat Jayden leichtes Spiel mit ihr. In ihrer grenzenlosen Enttäuschung verfällt sie dem gutaussehenden, charismatischen Mann, dem keine Frau widerstehen könnte. Viel zu spät erkennt sie, in eine Rivalität verwickelt worden zu sein, die Jayden Hall und ihr Ex-Freund gegeneinander austragen. Alles, was geschieht, scheint zu Jaydens hinterhältigem Plan zu gehören. Allerdings schreibt das Leben manchmal seine eigenen Regeln und die Dinge laufen nicht ganz so, wie Jayden es sich gedacht hat. Schon gar nicht, weil Sarah zwar jung und naiv zu sein scheint, sich aber ganz und gar nicht als Spielfigur missbrauchen lässt. Im Gegenteil … Kann die Liebe in einem bösartigen Spiel um Macht und Geld siegen? Oder verliert Sarah alles, was ihr jemals lieb und teuer war – einschließlich ihres Herzens?
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Prolog
1. Sarah
2. Sarah
3. Jayden
4. Sarah
5. Jayden
6. Sarah
7. Jayden
8. Sarah
9. Jayden
10. Jayden
11. Sarah
12. Jayden
13. Sarah
14. Sarah
15. Jayden
16. Sarah
17. Jayden
18. Jayden
19. Sarah
20. Sarah
21. Jayden
22. Sarah
23. Jayden
24. Sarah
25. Jayden
26. Sarah
27. Jayden
28. Sarah
29. Jayden
30. Jayden
31. Sarah
32. Jayden
33. Sarah
34. Jayden
35. Sarah
36. Jayden
37. Sarah
38. Sarah
39. Jayden
40. Sarah
41. Jayden
42. Jayden
43. Sarah
44. Jayden
45. Sarah
46. Jayden
47. Sarah
48. Jayden
49. Sarah
50. Jayden
51. Sarah
52. Jayden
53. Sarah
54. Jayden
55. Sarah
56. Jayden
57. Sarah
58. Jayden
Epilog
Über die Autorin
Copyright © 2020 Lily Turner
Covergestaltung: Art for your book
Satz & Layout: Julia Dahl / [email protected]
Alexandra Carol
c/o Autorenglück #43564
Albert-Einstein-Str. 47
02977 Hoyerswerda
Alle Rechte, einschließlich das, des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten. Dies ist eine fiktive Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden, oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Alle Markennamen, Firmen sowie Warenzeichen gehören den jeweiligen Copyrightinhabern.
Dirty Game erschien erstmals 2018 ebenfalls unter Lily Turner
Er war wie die Sonne. Niemand in seinem System schaffte es, eine andere Bahn zu fliegen, als unweigerlich um ihn herum.
Als Sarah auf den Chef ihres Freundes trifft, kann sie im ersten Augenblick gar nicht verstehen, warum ihn alle als den eiskalten, gewissenlosen Geschäftsmann bezeichnen. Doch genau der ist er. Für Mr Jayden Hall ist das Leben nichts weiter, als ein Spiel um Geld und Macht. Dabei sind Menschen nicht wichtig. Und die junge, hübsche Frau bedeutet ihm allerhöchstens so viel wie eine Schachfigur, mit der er seinen Widersacher schlagen kann.
Als Sarahs Freund sie erst betrügt und dann auch noch verlässt, hat Jayden leichtes Spiel mit ihr. In ihrer grenzenlosen Enttäuschung verfällt sie dem gutaussehenden, charismatischen Mann, dem keine Frau widerstehen könnte. Viel zu spät erkennt sie, in eine Rivalität verwickelt worden zu sein, die Jayden Hall und ihr Ex-Freund gegeneinander austragen. Alles, was geschieht, scheint zu Jaydens hinterhältigem Plan zu gehören.
Allerdings schreibt das Leben manchmal seine eigenen Regeln und die Dinge laufen nicht ganz so, wie Jayden es sich gedacht hat. Schon gar nicht, weil Sarah zwar jung und naiv zu sein scheint, sich aber ganz und gar nicht als Spielfigur missbrauchen lässt. Im Gegenteil …
Kann die Liebe in einem bösartigen Spiel um Macht und Geld siegen? Oder verliert Sarah alles, was ihr jemals lieb und teuer war – einschließlich ihres Herzens?
Dieser Roman enthält potenziell triggernde Inhalte. Aus diesem Grund findet ihr hier eine Liste mit sensiblen Themen. Bitte bedenkt, dass diese niemals vollständig sein kann. Jeder Mensch reagiert anders auf Texte und Situationen. Diese Zusammenfassung enthält daher lediglich jene Punkte, von denen mir bewusst ist, dass sie für manche Leute problematisch sein können.
»Gut, dann können wir ja auch noch bleiben.«
Ich machte Anstalten, meine Tür wieder zu öffnen, doch im Nu hatte Jayden mein Handgelenk gepackt und war mir sehr nah. »Was dort heute Nacht noch stattfindet, ist nichts für dich«, knurrte er und seine Nasenspitze berührte dabei fast meine.
Wovon ich mich ausnahmsweise nicht aus der Ruhe bringen ließ. »Wieso denkt eigentlich jeder, für mich entscheiden zu müssen was für mich gut ist und was nicht?«, retournierte ich nicht weniger grob, denn es ging mir tatsächlich auf die Nerven, dass jeder glaubte, mir Vorschriften machen zu können.
»Also gut.« Er ließ mich los, wandte sich von mir ab und stieß mit einem Ruck seine eigene Tür auf. »Steig aus!«, befahl er. Und als ich nicht sofort reagierte brüllte er mich an. »Steig aus!«
Bei dem Ton zuckte ich zusammen und machte dann, was er wollte. Ich kletterte aus dem Wagen und blieb daneben stehen. Unschlüssig, was ich nun tun sollte. Jayden war so rasend vor Wut, dass ich mich kaum traute, ihn anzusehen, als er zu mir rum kam. Ehe ich mich versah, hatte er meine Hand ergriffen und zog mich zurück zum Garten. Obwohl der Mond diese stockdunkle Nacht nur spärlich erhellte und alles um mich herum grau wirkte, was in der Sonne bunt und anmutig ausgesehen hatte, erkannte ich, dass wir diesmal einen anderen Weg einschlugen, als den, auf dem wir vorhin gekommen waren. Dieser führte zum See und ich sah schon von Weitem, dass in den Pavillons warme, orangefarbene Lichter brannten, wie züngelnde Farbkleckse in der Dunkelheit. Von der Musik war nichts mehr zu hören, stattdessen wurden seltsame Geräusche immer lauter, je näher wir kamen. Tat da jemandem etwas weh? Hinter dem weißen Zeltstoff waren nur Schatten zu erkennen und sie bewegten sich. Da drin mussten einige Leute sein und sie klangen wirklich so, als würde etwas nicht stimmen. Verwirrt und geschockt ließ ich mich von Jayden immer weiter den Pfad entlang ziehen. Es ging einen kleinen Hügel hinauf, wo ich einige Male stolperte. Immer wieder blickte ich mich um, weil ich nicht einordnen konnte was da geschah. Dadurch bekam ich nicht mit, was direkt vor mir passierte. Jay blieb wie angewurzelt stehen. Verwirrt sah ich erst zu ihm auf, dann folgte ich seinem Blick. Wir standen etwa zwanzig Meter von einem dieser Pavillons entfernt. Er war nicht verschlossen, wie die anderen. Und nun, da ich sah, was darin geschah, wusste ich auch, die seltsamen Geräusche zuzuordnen. Es war lustvolles Stöhnen! Ich traute meinen Augen kaum. Vier Menschen waren halb entblößt, küssten und streichelten sich. Die schwarzen Masken verdeckten ihre Gesichter. Trotzdem erkannte ich den grauhaarigen Mann. Sinclair. Und Bonny. Sie saß verkehrt herum auf seinem Schoß und bewegte sich auf und ab, wobei eine andere Frau ihre Brüste liebkoste, während diese selbst von einem anderen Mann im Stehen gevögelt wurde. Angewidert verzog ich das Gesicht. Aber obwohl ich vor Ekel und Schock den Mund kaum zubekam, schaffte ich es mal wieder nicht, den Blick abzuwenden.
»Und? Bist du nun zufrieden?«, fragte Jayden.
* * *
Ich war nicht danach gefragt worden, ob ich in London leben wollte, oder nicht. Nein, er war eines Abends nach Hause gekommen, hatte mir freudestrahlend und siegessicher erklärt, wie glücklich er sei, den Job bekommen zu haben und dass wir in vier Wochen in einem der besten Viertel von London wohnen würden. Nur bis Weihnachten, denn der Vertrag war befristet und Jonas wollte die Stelle nur annehmen, um – wie er es nannte – seinen Horizont zu erweitern. Im neuen Jahr wären wir wieder zu Hause. Alles war bereits arrangiert, der Umzug geplant.
Und nun waren die vier Wochen vorbei. Schon längst. Was nichts anderes bedeutete, als dass ich tagein, tagaus in dieser miserablen Bude saß. Keine Ahnung, wie es im schlechtesten Viertel der Stadt aussah, aber wenn dies hier eine der besseren Gegenden war, wollte ich das auch lieber nicht so genau wissen. Warmes Wasser gab es nur aus einem dieser veralteten Boiler, das Badezimmer musste ein Überbleibsel des zweiten Weltkrieges sein, möglicherweise auch des ersten. Stromleitungen, Gas- und Wasserrohre waren über Putz verlegt. Jonas hatte sie liebevoll mit Holz verkleiden lassen, damit man sie nicht mehr sah. Und das Beste an allem, jeder der herkam, bewunderte diese Baracke und meinte, etwas Schöneres könnte man für den Preis in London gar nicht bekommen.
Ich wollte nach Hause!
Sofort!
Nicht erst im Dezember!
Ich wollte meine beste Freundin wiedersehen.
Ich wollte den Mann zurück, in den ich mich vor drei Jahren verliebt hatte. Den, der mich nur ansehen musste, um mich dahinschmelzen zu lassen. Den, der mit mir nachts im Stadtpark auf einer Decke gelegen und Sterne gezählt hatte.
Heute zählte er Geld. Das von fremden Leuten, versteht sich. Als Anwalt in einer Kanzlei, die Unternehmen aus aller Welt wirtschaftlich vertrat, schien er völlig vergessen zu haben, was es bedeutete, wenn ein kleiner bis mittelständiger Betrieb über Nacht sein gesamtes Vermögen verlor. Die Menschen, die hinter all dem standen, waren ihm egal geworden. Dabei kam er selbst aus solch einer Familie. Das Unternehmen seines Vaters, Groß- und Urgroßvaters, war erst vor einigen Jahren einer dieser Heuschrecken zum Opfer gefallen. Aufgekauft, dann zerlegt. Geld, Maschinen, Grundstücke und auch Menschen waren nur noch virtuelles Kapital. Die Summen, mit denen Jonas und seine Kollegen jonglierten, hatten mit der Realität nichts mehr zu tun. All das hätte mir schon während des Studiums aufgehen müssen, es im wahren Leben hautnah mitzubekommen, war allerdings noch etwas ganz anderes. So wie jetzt, wenn die feinen Herren mit ihren dämlichen Weibern an unserem Tisch saßen und sich von mir bedienen ließen.
Wie ich sie hasste!
Alle!
Und sie liebten deutsches Essen. Zumindest war das die Ausrede, mit der Jonas mich immer wieder dazu brachte, für seine bescheuerten Freunde zu kochen. Das tat ich. Ich kochte vor Wut. Von Mal zu Mal wurde es schlimmer. Und heute meinte ich, würde mir endgültig der Kragen platzen.
»Ich werde mir auch eine deutsche Frau suchen«, meinte Peter Bennet, dieser rothaarige Klops mit den vorstehenden Zähnen. »Die wissen, wie sie einem Mann gefallen können.« Dann schob er sich noch eine Portion Rotkohl in den Mund und grinste seine Verlobte dreckig an. Gott, was für ein widerlicher Kerl! Und die blöde Kuh widersprach ihm nicht einmal, sondern klimperte nur dumm mit ihren Wimpern. Zum Glück klingelte die Türglocke, weshalb ich von dem ekelhaften Anblick abgelenkt wurde. Stirnrunzelnd blickte ich zu Jonas hinüber. Erwartete er etwa noch einen Gast? Es saßen schon vier Paare an unserem Esstisch. Die einzig verbliebenen Sitzgelegenheiten, waren die Couch und ein einfacher Hocker, den ich in der Küche meist als Tritt benutzte, um an die oberen Schränke zu gelangen.
»Das muss Jayden sein«, meinte Jonas.
Aha? Der Chef höchstpersönlich? Das war ja mal was ganz Neues. Sein Ruf eilte ihm voraus. Bisher hatte ich immer nur gehört, wie schwierig der Umgang mit Mr Jayden Hall war. Eine harte Nuss. Ein arrogantes Arschloch. Ein Genie auf seinem Gebiet. Soviel ich wusste, löste er Firmen auf, die zuvor für einen geringen Betrag in den Besitz irgendwelcher Banken übergegangen waren, welche sich mit der Entsorgung nicht weiter belasten wollten. Mit Entlassungen hatte der Kerl keine Probleme und daher den Ruf des Undertakers. Ein knallharter Geschäftsmann.
Jonas deutete in Richtung Flur. »Bist du so lieb, Schatz?«
»Aber natürlich, Darling«, säuselte ich und wusste genau, er hörte meinen sauren Unterton dabei heraus. Um den Schein zu wahren erhob ich mich dennoch und ging in den Flur. Ehrlich, ich war doch kein bisschen besser als die dumme Pute des rothaarigen Klopses. Wieso sagte ich nicht endlich, was mich nervte? Ach ja, weil hinter jedem erfolgreichen Mann, eine starke Frau stand. Und diese Stärke bestand eben oft darin, seine eigenen Interessen und Meinungen für sich zu behalten. Die mahnenden Tiraden meiner Mutter! Immer, wenn ich kurz vor dem Ausrasten war, hallten ihre fürsorglichen Worte in meinem Kopf wider. Allerdings auch die meiner besten Freundin. Ihre nicht besonders freundlichen Ausdrücke schossen mir durch den Kopf, weshalb ich nun breit grinsen musste. Solche Sachen wie ›fick dich‹, ›verpiss dich‹, ›Arschloch‹, hätte ich niemals laut ausgesprochen, aber mental hatte ich ihre Sprache längst übernommen. Pia hatte mir schon vorher prophezeit, einen Fehler zu begehen, wenn ich mit Jonas nach England ginge, ohne an meine eigene Zukunft zu denken.
Er war meine Zukunft, rückte ich meine Gedanken zurecht und drückte den Summer. Dann öffnete ich schon mal die Tür und wartete, bis Mr Hall endlich die Treppen hoch gekrochen kam. Garantiert war er auch so ein hässlicher Kerl wie all die anderen, die gerade unser Wohnzimmer belagerten.
Gelangweilt lehnte ich im Türrahmen und starrte ins Nichts, bis die Schritte hinter mir lauter wurden. Dann erst drehte ich mich um und ... hielt die Luft an.
Wow!
Mit allem hatte ich gerechnet. Damit nicht. Der Mann, zu dem ich nun aufsah und mir dabei beinahe den Hals verrenkte, war weder fett, schmierig, noch so aufgesetzt freundlich, wie all die anderen, die ich bisher kennengelernt hatte. Sein Lächeln wirkte reserviert, aber höflich. Wenn das Jayden Hall war, dann konnte ich plötzlich nicht mehr verstehen, weshalb ihn alle so verachteten. Er war groß. Mindestens 1,90. Seine Figur? Leider konnte ich die im ersten Moment nicht abschätzen, weil er einen Mantel trug. Und einen Schal, was elegant und gleichzeitig lässig wirkte. Es waren bestimmt allerhöchstens drei Sekunden, in denen ich untätig dastand und ihn anstarrte, doch das reichte natürlich dafür, allmählich einen Schwindelanfall zu bekommen. Meine Lungen protestierten, weshalb ich endlich reagierte und in den nächsten Schlamassel geriet. Denn mit dem ersten Atemzug registrierte ich diesen unvergleichlichen Duft, der drohte, mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Was zur Hölle war das? Ein herbes Aftershave? Was noch? Ich konnte den Geruch nicht zuordnen, doch er war absolut exquisit.
Natürlich hätte ich den Mann sofort hereinbitten müssen, aber leider brachte ich noch immer nichts anderes zustande, als ihn anzustarren. Als wäre ich ein verdammtes Groupie, das vor seinem Rockstar stand! Doch mir fiel kein einziger Kerl ein, der so göttlich, so sexy, so wahnsinnig heiß aussah.
Dummerweise blieben meine Gedankengänge wohl nicht ganz unbemerkt, denn so wie er mich inzwischen musterte, war ihm sehr wohl bewusst, was in mir vorging. Mit leicht zur Seite geneigtem Kopf betrachtete er mich, sein Mund verzog sich zu einem halben, absolut umwerfenden Grinsen und sein wissender, leider überaus arroganter Blick verriet mir, wie lächerlich ich mich gerade machte.
»Jayden! Wie schön, dass du es noch geschafft hast«, erklang Jonas‘ Stimme hinter mir, die mir plötzlich vorkam wie meine Rettung. »Darf ich dir meine Verlobte vorstellen?«
Seit wann waren wir verlobt?
»Sarah. Jayden«, machte er uns mit einer lässigen Handbewegung bekannt. »Komm doch bitte herein.«
Einigermaßen verwirrt blickte ich Jonas an. Allerdings nur für einen winzigen Moment, denn sein atemberaubend gut aussehender Boss hielt mir die Hand hin. »Ich freue mich sehr«, sagte er mit einer wohlklingenden, tiefen Stimme.
Meine musste dagegen völlig heiser klingen, als ich »Ganz meinerseits«, erwiderte, mich räusperte, um die Trockenheit in meinem Hals loszuwerden, und zögerte, bevor ich meine Hand in seine legte. Tief in mir drin lief so eine Art Katastrophenwarnung ab. Tu das nicht. Fass ihn nicht an. Was für ein Blödsinn! Es wäre total unhöflich gewesen, ihn nicht zu begrüßen. Doch als seine Finger meine umschlossen, fühlte es sich an, als würde ein heftiger Stromstoß meinen ganzen Körper fluten! Automatisch hielt ich wieder die Luft an, meine Beine schienen zu einer klumpigen Masse zu verkommen und mein Magen vollführte eine unsanfte Drehung. Das Ganze währte höchstens eine Sekunde, dann ließ ich ihn los und wich sogar einen Schritt zurück. Einatmend und gleichzeitig hoffend, dass Jonas nicht bemerkte, wie bescheuert ich mich benahm. Wenigstens das, denn was Mr Hot und Sexy anbelangte, machte ich mir keine Illusionen. Er hatte mich längst durchschaut, wusste, wie er auf mich wirkte, denn wieder bedachte er mich mit seinem arroganten, wissenden Grinsen. Bei dem ich dahin schmolz! Verdammt! Wie machte der Kerl das?
Dann folgte er Jonas und zog seinen Mantel aus. Weil er ein Jackett darunter trug, konnte ich noch immer nicht genau sagen, ob er muskulös war oder nicht. Leider. Deprimiert nahm ich den leichten, grau melierten Stoff entgegen und achtete dabei sorgsam darauf, Jayden nicht nochmal zu berühren. Daraufhin wies Jonas ihm den Weg ins Wohnzimmer und ich hängte das wohlriechende Kleidungsstück an der Garderobe auf. Ehrlich, es war verrückt, aber ich konnte nicht anders, als diesen Duft tief einzuatmen. Dabei kam ich mir selbst vor, als sei ich im Begriff, überzuschnappen. Vielleicht bekam mir der englische Nebel nicht, verschleierte meine Sinne! Was wusste ich denn? Und überhaupt hatte ich noch nie derart sprachlos einem Mann gegenüber gestanden.
Nichtsdestotrotz straffte ich die Schultern und ging ebenfalls zurück ins Wohnzimmer. Um den Getränkenachschub hatte Jonas sich bereits gekümmert. Auch um den einzigen freien Stuhl am Tisch. Meinen. Immerhin hatte er den Hocker bereits aus der Küche geholt, und als er mich sah, bedeutete er mir, darauf Platz zu nehmen. Wie zuvorkommend er doch war – Arschloch! Als wäre nichts gewesen, ließ ich mich wortlos auf dem unbequemen Ding nieder, nahm mein Glas und trank einen großen Schluck Wein. Dabei fiel mein Blick auf Jayden … den er prompt erwiderte. Seine Augen funkelten, nein, sie glühten! Schon begann meine Hand zu zittern. Hastig stellte ich das Glas wieder ab.
Glücklicherweise kamen die Männer untereinander schnell ins Gespräch und ich bereitete mich mental auf die übliche Langeweile vor.
»Wir könnten das bei einem Pokerspiel austragen«, hörte ich Jaydens Stimme, die ich nach diesen wenigen Minuten sicher unter Tausenden wiedererkannt hätte.
Ich hatte keine Ahnung worum es sich in dem Gespräch handelte, aber mir entging ganz sicher nicht, wie Jonas sich plötzlich verkrampfte. Für den Moment ballten sich seine Hände zu Fäusten, dann fing er sich wieder. »Leider spiele ich nicht besonders gut«, entgegnete er dann.
»Spielen Sie Poker?«
Verwirrt blickte ich zu Jayden hinüber. Meinte der mich? Er sah mich an. Aus haselnussbraunen Augen, die nach außen dunkler wurden. Wie Gold, das in einen schwarzen Kranz eingefasst war. Das Tor zur Hölle. Bei diesem flüchtigen Gedanken schluckte ich trocken und konzentrierte mich auf seine Frage, denn anscheinend wartete er gespannt auf meine Antwort. Ernsthaft neugierig. Aufgeschlossen. Wenn ich es mir recht überlegte, war er der Erste, der mir seine ganze Aufmerksamkeit schenkte. Und wie es aussah, machten die anderen es ihm nach, denn es war mucksmäuschenstill geworden.
»Nein«, antwortete ich zaghaft und nahm mein Glas mit beiden Händen, in der Hoffnung, es unbeschadet an meinen Mund führen zu können, denn meine Nervosität fuhr gerade wieder zur Höchstform auf.
»Was machen Sie beruflich, meine Liebe?« Sein Deutsch war einwandfrei, und ich musste zugeben, dass es mich beeindruckte.
»Sie hat einen Abschluss in Wirtschaftsmathematik«, meinte Jonas.
Jayden sah ihn nur sehr kurz aus dem Augenwinkel heraus an, dann sprach er wieder mit mir. »Und wie sieht es mit der Familienplanung aus?«
Wie bitte? Ich verschluckte mich fast an meinem Wein.
»Damit warten wir noch, nicht wahr, Schatz?«, kam Jonas mir wieder zuvor, und ich nickte heftig. Weiß Gott wollte ich noch nicht an Kinder denken, denn schließlich war ich genau genommen gerade erst mit dem Studium fertig. Sobald wir wieder in Deutschland wären, würde ich mich ebenfalls nach einem passenden Job umsehen. Ob es Jonas gefiel oder nicht.
»Ich suche noch eine Assistentin«, meinte Jayden, wobei er Jonas überhaupt nicht beachtete. Sein Fokus lag unbeirrt und sehr eindringlich auf meiner Wenigkeit. »Hätten Sie Interesse?«
»Sarahs Englisch ist nicht besonders gut«, wandte Jonas ein. »Von daher …«
Diesmal warf Jayden ihm einen Blick zu, der ihn umgehend mundtot machte.
»Also Sarah, hätten Sie Interesse?«
Der hypnotisierte mich. Eindeutig. Man konnte diesem Mann nicht in die Augen sehen ohne, dass … fuck! … es einem das Höschen auszog. Dabei liebte ich Jonas. Wie war es möglich, dass ich derart auf diesen Kerl reagierte?
»I…ich … habe mir noch gar keine Gedanken darüber gemacht, arbeiten zu gehen. Schließlich …« Hilfesuchend sah ich zu Jonas hinüber, aber der wartete anscheinend ebenso wie alle anderen auf meine Antwort. Vielleicht gehörte es sich auch nicht, Jayden Hall ins Wort zu fallen, ihn zu unterbrechen, wenn er es auf jemanden abgesehen hatte. Und in diesem Fall war das leider ich.
»Schließlich?«, hakte er nach. Oh Gott, seine Stimme besaß einen leicht rauchigen Klang. Pure Verführung. Come on, Baby, werde meine Assistentin. Verkauf mir deine Seele. Wie kam ich auf so was?
»Schließlich ist mein Englisch nicht so besonders gut«, griff ich Jonas Antwort für mich auf.
»Ich bin sicher, Ihnen dabei behilflich sein zu können, falls Sie etwas nicht verstehen.«
Wieso glaubte ich, dass er damit nicht den Job meinte? Wieder blickte ich zu Jonas. Und wieder war er mir keine Hilfe.
»Okay«, stieß ich hervor. Wieso zur Hölle hatte ich das gesagt? Ohne es vorher mit Jonas zu besprechen? Davon, dass ich arbeiten ginge, waren wir nie ausgegangen. Immer hatte es geheißen, wir würden einige Monate in London bleiben und dann zurück nach Frankfurt gehen, wo auch ich mich schließlich nach einem Job umsehen könnte. Dies hier gehörte nicht zum Plan.
»Sehr schön«, meinte Jayden und strahlte. Wirklich! Sein Gesicht leuchtete, sein Lächeln wirkte absolut echt. Er hob sein Glas. »Willkommen im Team, Sarah.«
Jonas tobte vor Wut. Nein, es flogen keine Gläser gegen die Wand und auch sein Schreibtisch blieb unberührt. Ein leidenschaftlicher Mann hätte den als Erstes abgeräumt. Ordner, Hefter, Stifte, nichts wäre ihm heilig gewesen. Und eine selbstbewusste Frau hätte dagegen gehalten. Vermutlich hätte sie aus lauter Hysterie das dämliche Geschirr vernichtet, das ihm seine Mutter geschenkt hatte. Alles wäre zertrümmert worden. Aber wenn Jonas wütend war, sprach er einfach nicht mehr mit mir und ich hielt ebenfalls die Klappe.
Das war nicht weiter tragisch. In den letzten Wochen und Monaten hatten wir uns ohnehin nicht mehr viel zu sagen gehabt. Er hatte nicht mal die Nacht auf der Couch verbracht, sondern mir im Bett den Rücken zugedreht. Kein simples »Gute Nacht«, Sex schon gar nicht. Auch das war zu verkraften. Wenn er mit mir schlief, zählte ich neuerdings die Holzkästen an den Wänden, die diese verfickten Stromleitungen abdeckten.
Am Morgen stand ich vor ihm auf und verbarrikadierte mich im Bad. Schließlich hatte ich zugesagt, heute bei der Harvest Global Management Group – kurz HGMG – pünktlich zum Dienstbeginn zu erscheinen. Um sieben Uhr! Jayden Hall war offenbar ein Frühaufsteher. Das konnte ich von mir selbst nicht behaupten, deshalb nahm ich eine kalte Dusche, um wach zu werden und zog mich dann an. Bluse, Rock und Blazer. Es war das einzige Kostüm, das ich besaß und mir war klar, dass ich um eine ausgiebige Shoppingtour nicht herum kommen würde.
Für den ersten Tag war mein Outfit okay und das Make-up trug ich sparsam auf. Die wilden roten Locken auf meinem Kopf bändigte ich, indem ich sie nach hinten bürstete und im Nacken zusammenband. Den Kaffee, den ich mir direkt nach dem Aufstehen zubereitet hatte, kippte ich lauwarm im Vorbeigehen herunter. Mehr Zeit blieb mir nicht, wenn ich pünktlich um sieben da sein wollte. Eilig verließ ich die Wohnung und hetzte kurz darauf durch Londons Straßen. Wenigstens regnete es nicht. Im Gegenteil, der Nebel schien sich zu verziehen, und bei den Temperaturen wurde es mir in meinem Mantel schnell zu warm.
Mein neuer, oder besser gesagt, erster Arbeitsplatz, war mit nur einer einzigen U-Bahnlinie erreichbar, doch obwohl ich nicht umsteigen musste, brauchte ich trotzdem eine halbe Stunde und der Zug war hoffnungslos überfüllt. Um diese Zeit schienen alle ins Zentrum des Bankenviertels zu streben. Aber wahrscheinlich war ich die Einzige, die sich auf dem Weg vorbei an historischen Gebäuden, inmitten von beeindruckenden Wolkenkratzern, ehrfürchtig umsah. Ich kam aus Frankfurt, doch mit meiner Heimatstadt hatten diese Giganten und vor allem die bizarre Mischung aus alt und neu, wenig gemeinsam.
Dank der Navigations-App meines Smartphones, fand ich relativ schnell zu meinem Ziel. Es war einer dieser Glastempel, in dem die Harvest Global Management Group ihren Sitz hatte. An der Information teilte man mir das entsprechende Stockwerk mit und zeigte mir den Weg zum Aufzug.
Gerade rechtzeitig schaffte ich es, vor der Vorzimmerdame von Mr Hall zu stehen. Aus dieser Position konnte man gar nicht anders, als ihr auf den Ausschnitt zu glotzen. Körbchengröße C. Mindestens. Ihre Bluse war eindeutig zu eng, aber vielleicht trug man das ja hier so. Sie begrüßte mich mit einem freundlichen Lächeln. »Mrs Bender?«
»Miss.« Kaum hatte ich es ausgesprochen, schämte ich mich, die Dame verbessert zu haben und blickte auf meine Füße.
»Sie werden bereits erwartet, Miss Bender. Allerdings telefoniert Mr Hall noch.« Sie stand auf und kam zu mir rum. »Möchten Sie sich einen Moment setzen?«, fragte sie und bot mir mit einer Geste den Platz auf einer modernen schwarzen Ledercouch an. Ich folgte ihrer Einladung, nachdem ich ihr meinen Mantel gegeben hatte, und beobachtete, wie sie zur Garderobe stolzierte. Ihr Gang war absolut elegant und grazil. Ihr Kostüm passte, mal abgesehen von der zu engen Bluse, wie angegossen, und wenn mich nicht alles täuschte, hatte sie ein Vermögen dafür ausgegeben. Plötzlich kam ich mir völlig underdressed vor. Und hässlich. Wieso hatte ich mir auch diesen dämlichen Zopf gebunden? Das Einzige, was wirklich schön an mir war, waren schließlich meine roten Haare. Wenn ich sie offen trug, passte mein allzu blasses Gesicht dazu. Abgesehen davon kam meine Figur da auch nicht mit. Weder besaß ich solche Kurven, noch eine so große Oberweite. Ich war einfach nur dünn, niemals sportlich gewesen und wirkte wahrscheinlich, obwohl ich mit meinen 1,68 nicht wahnsinnig groß war, bestimmt wie eine Bohnenstange. Nun, zumindest im Gegensatz zu dieser Blondine. Falls Jayden Hall sich ausschließlich mit solchen Vorzeigepüppchen umgab, dann wollte er mich höchstwahrscheinlich tatsächlich nur wegen meiner hervorragenden Ausbildung einstellen. Ha, was für ein blöder Gedanke. Natürlich wollte er mich genau deshalb einstellen. Weil ich ein abgeschlossenes Studium vorweisen konnte und er eine qualifizierte Mitarbeiterin suchte. Weshalb denn wohl sonst? Wieder blickte ich die blondierte Schönheit von oben bis unten an. Ich würde Horrorsummen ausgeben müssen, wenn ich da mithalten wollte.
»Möchten Sie etwas trinken?«, fragte sie, als sie zurückkam.
»Nein danke.«
Nach einer halben Stunde ärgerte ich mich, nichts zu Trinken genommen zu haben. Wie lange telefonierte der denn bloß? Verstohlen blickte ich immer wieder auf meine Armbanduhr. Wenn er nicht in fünf Minuten unseren Termin wahrnehmen würde, könnte er sich jemand anderen suchen. Mich so lange warten zu lassen, war eine Frechheit! Nun zählte ich die Sekunden leise vor mich hin. 1 … 2 … 3 … 150 … 198 … 232 … 300!
So!
Nun ja, zu meiner Beruhigung war diese Zählerei gar nicht so übel. 1 … 2 … 564 …
Das Telefon der Blondine klingelte und sobald sie den Hörer abgenommen hatte, brüllte ihr jemand ins Ohr. Und zwar so laut, dass ich jedes einzelne Wort verstehen konnte. »Wo sind die Sinclair-Verträge, Natascha?!« Dabei handelte es sich natürlich um ihren Chef, was nicht zu überhören war, schon allein, weil ich seine Stimme auch vage aus dem Büro nebenan vernehmen konnte.
An Nataschas Stelle wäre mir bei dem Ton das Blut in den Adern gefroren. Vielleicht war es auch so, denn sie wurde kreidebleich. »Ich …«
»In fünf Minuten will ich sie auf dem Schreibtisch haben!«
»Ich würde sie ja sofort holen, Sir. Aber Miss Bender …«
Offenbar ließ er sie nicht ausreden, doch diesmal verstand ich die Worte nicht. Dann legte Natascha auf und blickte zu mir herüber. »Mr Hall ist nun für Sie da, Miss Bender.«
Was? Oh. Ja. Mist. Damit hatte ich nun gar nicht gerechnet, viel zu schockiert war ich von dem Telefonat. Geistesgegenwärtig sprang ich auf und … wusste nicht wohin.
»Gehen Sie einfach durch.« Die hübsche Sekretärin deutete mit der Hand auf die Tür zu ihrer Rechten und nickte mir aufmunternd zu, was ich mit einem schüchternen Lächeln erwiderte und mich dann endlich in Bewegung setzte. »Sie brauchen nicht anklopfen«, sagte sie, wahrscheinlich, weil sie sah, dass ich genau das vorhatte.
Doch bevor ich irgendetwas tat, drehte ich mich noch mal zu ihr um. »Ist der immer so?«, fragte ich, bekam allerdings nur ein halbes Lächeln und ein Schulterzucken zur Antwort. Irgendwie verunsicherte mich das noch mehr. Dennoch ließ ich nun die Hand auf die Türklinke sinken, drückte sie hinunter und … Himmel, wieso war ich bloß so verdammt nervös? Er hatte sie angeschrien, nicht mich. Dafür wirkte sie nun total gelassen, während meine Finger zu zittern begannen. In meinem Nacken bildete sich sogar Schweiß, und als ich es endlich geschafft hatte, einzutreten und Jayden Hall hinter seinem überdimensionalen Schreibtisch sitzend vorfand, kam mir nur eines in den Sinn: Fick mich!
Nein, nein, nein! Sowas dachte ich natürlich nicht! Eher sowas wie … wie … Komm schon, Sarah, dir wird doch wohl etwas ganz Harmloses einfallen, wenn du diesen Mann siehst! Den, der gerade erst seine Sekretärin zur Schnecke gemacht hatte, was man ihm überhaupt nicht ansah. Er wirkte völlig relaxed und stand mit einer unglaublichen Anmut von seinem Stuhl auf, womit er mich mental zum Seufzen brachte, und ich dachte … Fick mich! Jetzt! Hier! Sofort!
Mist, ich konnte es nicht länger leugnen, denn es war das Einzige, was in meinem durchtriebenen Kopf herumschwirrte. Und nicht nur in dem. Leider spürte ich Jaydens Präsenz im ganzen Körper. Und weil ich gerade registrierte, dass ich nicht in der Lage war, diese bescheuerte Reaktion einfach abzustellen, wäre ich am liebsten davongelaufen. Es war doch nicht normal, so etwas zu denken! Am ersten Arbeitstag! Oh nein, viel, viel schlimmer! Zum ersten Mal in meinem Leben! Noch nie war ich dermaßen scharf auf einen Kerl gewesen, nicht mal auf Jonas, und das machte mir gerade eine scheiß Angst. Ehrlich.
»Du bist pünktlich, Sarah.« Meinen Namen sprach er leise, fast heiser aus. Automatisch stellte ich mir vor, wie er ihn flüsterte, während er all die verbotenen Sachen mit mir machte, die gerade so durch meinen Kopf – und Körper – spukten. Gott, war dieser Mann berauschend!
Und noch etwas fiel mir auf. Ich konnte unmöglich für ihn arbeiten. Nicht, wenn ich an nichts anderes denken konnte. »Ich bin mir gar nicht so sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben«, erwiderte ich. »Schließlich war es sehr spontan zuzusagen. Ich hätte darüber nachdenken sollen.«
»Dazu hattest du eine ganze Nacht Zeit …«
Bei »eine ganze Nacht«, stellten sich die feinen Härchen an meinen Armen auf. Mir war echt nicht zu helfen.
»… und dazu noch fast eine Dreiviertelstunde am Empfang. Es tut mir leid, dass du so lange warten musstest.«
Diese Kleinigkeit hatte ich völlig vergessen. Während ich keinen Ton darauf zu erwidern wusste, ging er um den Schreibtisch herum. Elegant, geschmeidig, atemberaubend. »Glaub mir, es war die richtige Entscheidung«, sagte er dabei und kam langsam auf mich zu. »Und jetzt gehst du noch einmal raus, schließt die Tür, und dann kommst du wieder herein.«
Was sollte das? Verwirrt starrte ich ihn an.
»Mach schon!« Dieser knurrende Befehlston brachte mich tatsächlich dazu, zu tun, was er verlangte. Ich machte es genau so und ging hinaus. Nun war ich froh, dass Natascha gerade nicht an ihrem Schreibtisch saß, ich wäre mir ansonsten total bescheuert vorgekommen. Zumal ich tatsächlich gehorchte und gleich wieder eintrat.
Diesmal lehnte er an seinem Schreibtisch, die Arme verschränkt, mit einem lockeren Grinsen auf den Lippen. »Guten Morgen. Aufgeregt am ersten Arbeitstag?«
»Guten Morgen. Ein bisschen.«
Er sah mich durchdringend an. Sein offenes Lächeln verschwand allmählich. »Unser Job ist eigentlich ganz simpel. Es geht immer nur um Geld. Zahlen, weiter nichts.« Seine Stirn legte sich nachdenklich in Falten. »Ich weiß, was über mich geredet wird. Aber keine Angst. Ich bin nicht der kalte, berechnende Arsch, für den mich jeder hält. Nicht immer jedenfalls.« Der letzte Satz kam etwas zu leise über seine Lippen und klang deswegen sogar verletzlich. Das passte überhaupt nicht zu ihm.
Am liebsten hätte ich beteuert, dass Jonas nicht schlecht über ihn geredet hatte. Aber meine Angst, er könnte die Lüge enttarnen, hielt mich davon ab.
»Also gut. An die Arbeit«, meinte er dann, wesentlich besser gelaunt, als noch gerade eben, und ging wieder zu seinem Platz. Er nahm eine Mappe zur Hand und winkte mich zu sich heran.
Sobald ich bei ihm war, schlug er sie auf. »Ich brauche eine genaue Analyse. Wert des Objektes, Maschinen, du weißt schon.«
Das Erste, was ich sah, war der Name der Firma: Carl Meyers. Wahrscheinlich ein Familienunternehmen, das kurz vor dem Exitus stand. »Nur Zahlen, hm?«
»Richtig«, bestätigte er. »Nur Zahlen. Nichts Greifbares.«
Das sah ich ein wenig anders, hielt aber die Klappe.
»Sieh es doch mal so«, versuchte er weiter zu erklären. »Letztlich dreht sich immer alles nur um Geld.« Er machte eine sehr kurze Pause. »Und um Sex«, ergänzte er dann.
Beim letzten Wort konnte ich gar nicht anders, als zu ihm aufzusehen. Seinem Gesicht war keinerlei Belustigung abzulesen. Er wirkte völlig ernst. Und heiß. Keine Ahnung, wieso, aber in meinem Unterleib spürte ich schon wieder dieses wahnsinnige Prickeln. Unsere Blicke versanken für einen winzigen Moment ineinander, ich hätte gern gewusst, woran er dachte. Dann räusperte er sich und wirkte plötzlich sehr geschäftig. Doch das war egal, denn die Spannung zwischen ihm und mir, die mich schon gestern echt fertig gemacht hatte, war wieder so extrem, dass es mich ab sofort verdammt große Mühe kostete, einfach nur direkt neben ihm zu stehen. Trotzdem riss ich mich zusammen, hielt die Luft an und warf wieder einen Blick auf das Papier. Dann nickte ich, als hätte ich alles verstanden.
»Natascha zeigt dir dein Büro. Und wenn du mit der Übersetzung nicht klarkommst, ruf einfach an. Meine Durchwahl ist 117. Ich helfe dir.«
Ich nahm die Mappe an mich und trat einen Schritt zurück. Welch Erleichterung! Endlich konnte ich frei atmen. »Danke«, stieß ich hervor und marschierte in Richtung Tür.
Seinen Blick fühlte ich an meinem Rücken, was mit jedem Schritt schlimmer wurde.
Ich musste hier raus! Dringend!
Doch so einfach war das nicht. Gerade als ich den Raum verlassen wollte, fühlte ich ihn direkt hinter mir. Seine Hand legte sich auf meine und hinderte sie so daran, die Klinke hinunterzudrücken. Die Berührung fuhr mir bis in die Zehenspitzen. Ich war wie elektrisiert. Wie von selbst stockte mir der Atem und ich kniff die Augen fest zusammen.
»So wird das nichts«, murmelte er direkt an meinem Ohr – oh mein Gott! Ein warmer Luftzug streifte mein Gesicht. Davon wurde mein Zustand nicht gerade besser. »Wenn du in meiner Nähe nicht atmen kannst, dann …« Er drehte mich an der Schulter herum. Ausweichen konnte ich ihm nicht, da er seine Arme neben mir abstützte und mich so wie in einem Käfig gefangen hielt. Für einen Moment glaubte ich, meine Beine würden versagen, daher war es gut, dass ich an der Tür lehnte.
»Sieh mich an!« Herrisch, der Mann war unglaublich herrisch! Ich fühlte zwei seiner Finger unter meinem Kinn und registrierte, dass ich noch immer mit geschlossenen Augen vor ihm stand. Was besser war. Denn hätte ich ihn angesehen … Ich schüttelte den Kopf und atmete tapfer durch den Mund ein und aus, weil ich ganz genau wusste, was es mit mir anstellen würde, seinen unvergleichlichen Duft einzusaugen. Nun, das versuchte ich wenigstens, denn plötzlich spürte ich, wie er mir sanft über die Wange strich. Was war das? Verwirrt blinzelte ich nun doch zwischen den Lidern hervor. Seine Lippen streichelten mich, und als er sah, dass ich ihn endlich anblickte, zog ein sehr sanftes Lächeln über sein Gesicht. Fast hatte ich Angst, er würde nun zurückweichen, doch das tat er nicht. Stattdessen küsste er meine Wange, leicht wie eine Feder.
Und ich? Ich hielt einfach nur ganz still. Und wollte nicht, dass er jemals damit aufhörte.
Als hätte er meinen Wunsch gespürt, zog er mit seinen Lippen eine brennende Spur bis zu meinem Kinn.
Automatisch schnappte ich nach Luft. Es ging nicht mehr anders, als seinen Duft einzuatmen. Und genau in dem Moment, als mir das klar wurde, war es vorbei. Jayden richtete sich auf, räusperte sich und trat einen Schritt zurück. Fehlte nur noch, dass er sich entschuldigte.
Hätte ich ihn zu diesem Zeitpunkt schon gekannt, hätte ich es besser gewusst. Ein Jayden Hall wusste was er tat und hatte keinen Grund für irgendwelche Ausflüchte.
»Ich will mehr«, sagte er entgegen allem, was ich ihm zugetraut hätte. »Ich will dich in meinem Bett, Sarah.«
In dem Moment war mir eines klar. Er würde alles kaputt machen und danach aus meinem Leben verschwinden. Keine gute Idee. Mein Leben war bis gestern in Ordnung gewesen. Ja, bei Jonas und mir lief es nicht mehr so wie in den ersten Monaten, als wir frisch verliebt gewesen waren. Das war völlig normal. Der Alltag hatte uns längst eingeholt, und nur deshalb reagierte ich auf einen wildfremden Mann derart gestört.
Ohne irgendetwas zu erwidern streckte ich die Hand aus, in der ich die Unterlagen fest umklammert hielt und drückte sie Jayden in die Arme. Dann drehte ich mich um und floh aus dem Raum.
Diesmal war Natascha anwesend, weshalb sich meine Flucht nicht ganz so einfach gestaltete, wie ich gehofft hatte. »Ist alles in Ordnung?«, wollte sie wissen.
»Ja, ich würde gern gehen«, antwortete ich und sah mich um. Wo hatte sie noch mal meinen Mantel hingebracht?
Natascha erhob sich schnell von ihrem Platz und holte, wonach ich stumm verlangt hatte. Wahrscheinlich stand das Wort »Flucht« auf meiner Stirn geschrieben. Sie sagte zwar nichts, schließlich arbeitete sie hier und durfte ihrem Vorgesetzten nicht in den Rücken fallen, doch ihr Gesicht sprach von Verständnis, sogar von Mitleid. Nichts von beidem verdiente ich, denn ihr Chef hatte mich schließlich nicht so schlecht behandelt, wie sie. Obwohl … wer wusste schon, ob er … und sie … vielleicht … war ja möglich, dass … Egal! Ich wollte hier raus. Und deshalb bedankte ich mich nur höflich und beeilte mich, zum Aufzug zu gelangen. Immer wieder blinzelte ich hinter mich, um sicher zu gehen, dass Jayden mir nicht folgte. Ehrlich, mir wäre auch die Treppe recht gewesen, hätten die Türen nicht offen gestanden. Schnell stieg ich ein, drückte mich an die hintere Wand und betete, bald hier weg zu sein. Genau in dem Moment tauchte Jayden doch noch auf. Bei seinem Anblick zuckte ich zusammen, sein Gesicht war völlig emotionslos. Er kam nicht herein. Nicht ganz. Nur einen Schritt, um auf den Knopf zu drücken, der mich in die dritte Etage bringen würde. »Sie möchten bestimmt noch Ihren Lebensgefährten begrüßen, ehe Sie gehen«, meinte er als wäre das in seinem Büro niemals passiert. Außerdem sprach er in so einwandfreiem Deutsch, dass ich mich für einen winzigen Augenblick ernsthaft fragte, ob er überhaupt Engländer war. Dann trat er wieder den Rückzug an und wartete, bis die Metalltüren zuglitten. Sobald sich der Aufzug in Bewegung setzte, atmete ich tief durch. Vielleicht hätte ich irgendetwas sagen sollen, um zu überspielen, wie durcheinander ich war. Ich fühlte mich schrecklich und wollte in diesem Zustand ganz sicher nicht auch noch Jonas über den Weg laufen. Würde er mir ansehen, was soeben zwischen Jayden und mir geschehen war? Möglich war es, schließlich kannte er mich gut genug, um zu spüren, wie aufgewühlt ich war.
Als der Aufzug im dritten Stock hielt, hoffte ich inständig, es würde niemand zusteigen, der mich kannte. Ich wollte nur eines: Dieses Gebäude so schnell wie möglich verlassen, ohne irgendwem Rede und Antwort zu stehen.
Niemand wartete vor den Türen, was ich als glücklichen Umstand wertete, und abermals erleichtert aufatmete. Bis mein Blick auf die offene Tür eines Büros fiel. Ich war mir sicher, Jonas zu erkennen. Und er war nicht allein. In seinen Armen hielt er eine Frau. Brünette, lange Haare fielen ihr in seidigen Wellen über den Rücken. Weil ich mir nicht ganz sicher war, stürzte ich vorwärts, ehe sich der Aufzug wieder schließen konnte. Genau in dem Moment streckte das Weib den Arm aus und gab der Tür einen Schubs. Mit einem leisen Klick fiel sie ins Schloss.
Mist! Was mir dann sofort ins Auge fiel, war das Schild. Jonas Danninger.
»Kann ich Ihnen helfen?«, hörte ich eine weibliche Stimme in einiger Entfernung rechts von mir fragen und blickte mich um. Erst jetzt registrierte ich, dass ich ganz allein, auf einem weiten Flur stand. Mist. So gut wie möglich, straffte ich die Schultern und ging auf die Empfangsdame zu. Noch so ein Vorzeigepüppchen mit Körbchengröße C. In diesem Haus wimmelte es ja offenbar vor weiblichen Reizen.
»Ich suche Jonas Danninger«, sagte ich, als wüsste ich nicht längst, wo ich ihn finden könnte.
»Haben Sie einen Termin?«
»Nein.«
»Das tut mir leid, Miss. Mr Danniger möchte gerade nicht gestört werden.«
Komisch. Sowas in der Art hatte ich mir schon gedacht.
»Möchten Sie, dass ich einen Termin vermerke … Miss …?«
»Nein, nicht nötig. Ich werde mich telefonisch bei ihm melden.«
Dann ging ich zum Aufzug zurück und fuhr wieder nach oben.
Ich lehnte an meinem Schreibtisch. Mein Blick lag unbeirrt auf dem großen Flachbildschirm, der über der Getränkebar hing. Die Uhrzeit, die im unteren rechten Bildrand leuchtete, hatte ich genauso gut im Auge, wie die Liveübertragung aus Jonas Dannigers Büro.
Der kleine Scheißer hatte sich mit dem Falschen angelegt. Wenn er glaubte, ich wüsste nicht, weshalb er als junger Anwalt, der doch sicher noch sowas wie Gerechtigkeit vertrat, ausgerechnet für die HGMG arbeiten wollte, war er schief gewickelt. Und mittlerweile hatte ich genug gegen ihn in der Hand, um ihn auffliegen zu lassen und dafür zu sorgen, dass er seinen Arsch zurück nach Deutschland bewegte, anstatt seine Nase in Dinge zu stecken, die ihn nichts angingen. Doch als ich gestern sein Vorzeigefrauchen getroffen hatte, kam mir das alles viel zu einfach vor. Was sprach schon dagegen, dieses Spiel ein bisschen zu erweitern, indem ich die Kleine als eine Art Trophäe jagte? Nichts. Besonders spannend würde dieser letzte Schachzug wahrscheinlich nicht werden, da machte ich mir keine Illusionen. Sie war so ausgehungert, so gierig. Das Verlangen nach Sex stand ihr förmlich auf der Stirn geschrieben. Mehr als zwei oder drei Treffen würde ich nicht benötigen, dann hätte ich sie dort, wo ich sie haben wollte.
Momentan gab ich ihr drei Minuten. Vielleicht fünf. Dann würde sie zurückkommen. Als die Digitalanzeige auf acht Uhr und fünf Minuten fiel, öffnete sich die Tür. Schnell schaltete ich den Fernseher aus und die Überwachungskamera in diesem Büro ein.
Showtime, Miss Bender! Dieser Film würde heiß werden!
Dicht gefolgt von Natascha stürmte sie mein Büro und diesmal war ihr Auftreten keineswegs mehr so schüchtern, wie vorhin, als sie geflohen war. Sie trug den Kopf höher und streckte sogar ihre Brüste vor. Netter Anblick.
»Es tut mir leid, Sir. Sie ist einfach…«
»Schon gut«, unterbrach ich Natascha. »Lass uns allein.«
Das tat sie und schloss die Tür hinter sich.
»Haben Sie es sich anders überlegt?«, fragte ich lauernd, ehe Sarah etwas sagen konnte.
»Haben Sie mich in den dritten Stock zu Jonas geschickt, damit ich ihn mit seiner Geliebten erwische?« Ah, das klang sogar wütend. Und es brachte mich zum Lachen.
»Seine Geliebte?«, hakte ich nach. »Ich würde sie als heiße, aber billige Affäre bezeichnen. Jessica kann Ihnen nicht das Wasser reichen, das können Sie mir glauben.«
»Klingt danach, als hätten Sie ebenfalls bereits das Vergnügen gehabt.«
Darauf gab ich ihr keine Antwort, sondern stieß mich von dem Tisch hinter mir ab und ging zu ihr. Sie durfte da nicht weggehen, denn dann hätte die Kamera sie nicht mehr im Fokus. »Was macht diese neue Erkenntnis mit dir?«, fragte ich leise, in freundschaftlichem Ton und erwartete wirklich neugierig ihre Antwort.
Es war faszinierend zu sehen, wie die Wut aus ihrem süßen Gesicht verschwand. Sie wirkte plötzlich nachdenklich. Ihre Stirn legte sich in winzige hübsche Fältchen, dann sah sie zu mir auf. »Nichts. Es berührt mich nicht.« Das schien ihr ein bisschen weh zu tun, weshalb ich den irrsinnigen Drang verspürte, sie in die Arme zu nehmen.
Bevor ich so etwas Widersinniges tun konnte, hob sie die Hand zu meiner Wange und ließ ihre Finger darüber gleiten. Für einen kurzen Moment erstarrte ich unter dieser fast schon keuschen Berührung. Wusste diese Frau eigentlich, wie intensiv sie auf mich wirkte? Wie hübsch sie war, wenn ihre Lider vor Nervosität ein wenig flatterten? Ihr Blick war leicht verschwommen, und doch konnte ich sehen, wie sehr sie mit sich rang. War sie sich darüber im Klaren, was es mit mir anstellte, wenn sie mich aus diesen großen, jadegrünen Augen ansah? Unsicher und gleichzeitig mit einem wild lodernden Feuer darin. Nein, davon hatte sie keine Ahnung, weil sie sich von ihrem Mann klein halten ließ. Weil sie ihn zu lieben glaubte. Weil sie glaubte, zu ihm zu gehören. Zumindest bis gerade eben noch. Denn momentan war ihre heile Welt ins Wanken geraten, und das würde ich schamlos ausnutzen, weil ich sie wollte. Und das nicht nur aus logischen Gründen.
Anstatt sie einfach endlich an mich zu ziehen, trat ich einen Schritt zurück, sobald sie ihre Hand sinken ließ.
»Vielleicht war er es gar nicht«, meinte sie nachdenklich. »Diese Jessica stand vor ihm. Möglicherweise war jemand anderes in seinem Büro.«
»Möglicherweise«, pflichtete ich ihr bei, ging zu meinem Schreibtisch und drückte den Knopf der Fernbedienung. Sobald das Licht des Bildschirms aufflackerte, drehte Sarah sich erschrocken herum. Der Mantel und die Handtasche, die sie gerade noch festgehalten hatte, glitten zu Boden. Dann erstarrte sie.
Langsam setzte ich mich in Bewegung und blieb ganz nah hinter ihr stehen. Meine Arme legte ich sanft um sie und beugte mich zu ihrem Ohr. »Wie du sehen kannst, hast du dich nicht geirrt.«
Jessica lag auf dem Schreibtisch, Jonas kniete zwischen ihren Beinen und besorgte es ihr mit der Zunge. Den Ton hatte ich abgeschaltet, weshalb man das Stöhnen der Kleinen nicht hören konnte. Und doch war deutlich zu erkennen, wie sehr sie es genoss. Ich fragte mich, was dabei in Sarahs Kopf vor sich ging. Mich machte der Porno ziemlich an. Sehr vorteilhaft, wenn man vorhatte, einen eigenen zu drehen. Mit einem Blick zu der Kamera, die direkt über dem TV-Gerät angebracht war, vergewisserte ich mich, dass wir gut zu sehen sein würden. »Was denkst du?«, flüsterte ich Sarah ins Ohr. »Was fühlst du, wenn du siehst, wie dein Lover eine andere leckt?« Langsam ließ ich meine Hand zu ihrer Brust gleiten. Ihre Brustwarze reckte sich meinem Daumen entgegen. Interessant!
»Mach es aus.« Das war ein müder Befehl. Sie hätte wegsehen können, doch das tat sie nicht. Stattdessen streckte sie ihren Oberkörper gegen meine Hände. Ein gutes Gefühl.
»Damit wir das Beste verpassen?«, erwiderte ich kühl und leise und tastete mich gleichzeitig hinab bis zu ihren Kniekehlen, wo ich unter den Saum ihres Rocks fasste und ihn mit den Handflächen an ihrer seidenweichen Haut nach oben streifte. »Schließlich wird er sie gleich vögeln. Immer und immer wieder in sie stoßen.«
Ich fühlte, wie ihr Atem schwerer wurde. Yes! Selbst sie ließ das nicht kalt. Die Feuchtigkeit zwischen ihren langen Beinen glaubte ich beinahe riechen zu können. Immer weiter schob ich ihren Rock hoch, bis er sich um ihre Hüften bauschte.
»Nein«, stöhnte sie und rieb gleichzeitig ihren kleinen Hintern an mir. Schamlos schob ich die Finger unter ihr Höschen. Himmel, sie war so verdammt feucht und keuchte auf, als ich begann sie zu verwöhnen. Noch immer blickten wir beide auf den Bildschirm, wo Jonas gerade seinen Schwanz zwischen Jessicas Beinen positionierte. Sarah war mir in diesem Moment ein wenig zu untätig. Ich öffnete meine Hose und befreite meine inzwischen steinharte Männlichkeit. Dann nahm ich Sarahs Hand und zog sie zu mir heran. Als sie merkte, was ich von ihr wollte, zuckte sie leicht zusammen, dann umfasste sie meinen Schwanz und begann endlich ihn zu massieren. Es war fast so, als hätte sie das noch nicht besonders oft gemacht.
»Gut so«, spornte ich sie an und sog im nächsten Augenblick die Luft zwischen zusammengebissenen Zähnen ein, während Jonas immer schneller, immer fester zustieß. Das Stöhnen der beiden konnte man erahnen, obwohl außer unserem Atem nichts zu hören war. Ich schätzte, die beiden würden gleich zum Höhepunkt gelangen.
Wahrscheinlich dachte nicht nur ich daran, denn Sarah drehte sich abrupt zu mir um. Keine Ahnung was sie vorhatte, wahrscheinlich wusste sie es selbst nicht, so verwirrt wie sie nun aussah. Ich nahm ihr die Entscheidung ab, indem ich mich vorbeugte, ihren Hals küsste und ihr dabei den Blazer über die Schultern streifte. Dann machte ich bei ihrer Bluse weiter. Knöpfe rissen ab, doch das nahm ich nur noch am Rande wahr. Viel zu sehr war ich auf dieses einzigartige Wesen fixiert, das ganz offensichtlich nicht wusste, was mit ihm geschah. Als ich mich von ihr löste, war sie ganz atemlos und ihre Augen waren glasig, ihr Blick so voller Vertrauen, dass es kurz in meiner Magengegend stach. Doch ich würde keine Gnade zeigen! Das durfte ich nicht! Kurzerhand hob ich sie auf meine Arme, drehte mich mit ihr um und presste sie gegen die Wand. Dann endlich schob ich mich in sie hinein. Sie war so verdammt eng. Lange würde ich das nicht aushalten. In ihren Augen loderte dieses wahnsinnige Feuer, ihr Atem überschlug sich mit jedem Stoß mehr. Gleich hätte ich sie dort wo ich sie haben wollte.
»Gott, Jayden«, stöhnte sie. Meinen Namen unter dieser süßen Qual zu hören, war wie heiße Glut, die sich durch meine Adern brannte. Dieser Film würde jeden gottverdammten Porno toppen! Angefeuert von diesem flüchtigen Gedanken, erhöhte ich das Tempo. Immer heftiger fickte ich sie und spürte meinen eigenen Orgasmus stetig näher kommen. Doch Sarah schien sich zu verkrampfen, ihr Blick lag auf dem Bildschirm hinter mir. Bestimmt war das der Grund.
»Sieh mich an!«, forderte ich, und als sie nicht gleich reagierte, noch einmal härter. »Sarah, sieh mich an!« Endlich machte sie, was ich sagte. »Komm schon, Baby, lass los«, flüsterte ich und legte meine Stirn an ihre. So konnte sie mir nicht mehr ausweichen, und endlich gehorchte sie. Ihr Gesicht verzerrte sich vor Lust, ihre Muskeln zogen sich um mich zusammen und damit sie nicht schrie, hielt ich ihr kurz die flache Hand vor den Mund. Sie klammerte sich an meinen Schultern fest, ihre spitzen Fingernägel durchbohrten meine Haut. Ja, so wollte ich sie sehen, das wollte ich spüren und war nun selbst bereit loszulassen. Der Orgasmus überrollte auch mich wie eine beinahe schmerzhafte Welle. Ich ergoss mich in ihr und konnte trotzdem kaum aufhören, in sie hineinzustoßen.
