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Die zunehmende Internationalisierung und der demografische Wandel in der Bevölkerung verlangen die Entwicklung neuer Managementkonzepte zum Umgang mit Diversität in Krankenhäusern. Das Fachbuch stellt ein ganzheitliches, praxisorientiertes Konzept zum Management von Diversität vor. Aktuelle Erkenntnisse zum Umgang mit Diversität werden zusammengefasst, zudem wird eine Strategie aufgezeigt, um die damit verbundenen Vorteile zu nutzen, bzw. Risiken zu reduzieren. Die Darstellung eines ganzheitlichen Managementansatzes wird durch praktische Beispiele und Leitfragen ergänzt.
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Seitenzahl: 242
Veröffentlichungsjahr: 2015
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1. Auflage 2015
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17- 024324-8
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-024325-5
epub: ISBN 978-3-17-024326-2
mobi: ISBN 978-3-17-024327-9
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Vorwort
1 Herausforderung Diversität im Krankenhaus
1.1 Diversität hält Einzug in deutschen Krankenhäusern
1.2 Diversität als Chance statt Risiko
1.3 »Viele« oder »Vielfalt«?
1.4 Leitfragen
2 Diversitätsbasis im Krankenhaus
2.1 Diversität entdecken
2.2 Demografische Diversität
2.3 Kulturell-ethnische Diversität
2.4 Leitfragen
3 Diversitätsziele
3.1 Kein Management ohne Zielsetzung
3.2 Keine Zielsetzung ohne Kenntnis der aktuellen Situation
3.3 Diversity-SWOT-Analyse
3.4 Leitfragen
4 Zyklus Diversitätsmanagement
4.1 Die Elemente des Diversitätsmanagements
4.2 Diversitätsmanagement in drei Phasen
4.3 Die Rolle des Diversitätsmanagements in der Organisation
4.4 Leitfragen
5 Erkennen & Analysieren
5.1 Das Krankenhaus aus einer neuen Perspektive
5.2 Die Risiken der Diversität
5.3 Die Chancen der Diversität
5.4 Leitfragen
6 Gestalten & Entwickeln
6.1 Aktives Diversitätsmanagement
6.2 Der Mitarbeiter im Fokus
6.3 Die Organisation im Fokus
6.4 Leitfragen
7 Steuern & Kontrollieren
7.1 Kennzahlen zum Management der personellen Vielfalt
7.2 Steuerung mit der Diversity-Scorecard
7.3 Kontrolle beim Diversitätsmanagement
7.4 Leitfragen
8 Diversität als Bestandteil der Unternehmenskultur
8.1 Diversität als Teil der Unternehmenskultur
8.2 Die Unternehmenskultur auf Diversität einstellen
8.3 Diversität managen
8.4 Leitfragen
Autorenverzeichnis
Literaturverzeichnis
Stichwortverzeichnis
Das Management von Krankenhäusern steht vor vielen und noch weiter zunehmenden Herausforderungen. Ein Treiber ist die Einführung des pauschalisierten Entgeltsystems mit weitreichenden Konsequenzen für die Kosten- und Erlössituation. Das Krankenhausmanagement muss sich seit dieser Umstellung vor allem auf die Kostensenkungen und die Erschließung von zusätzlichen Erlösquellen konzentrieren, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Gegenwärtige Trends deuten darauf hin, dass zukünftig neben den finanziellen Aspekten vor allem die Verfügbarkeit von ausreichendem und geeignet qualifiziertem Personal in den Mittelpunkt des Managements von Krankenhäusern treten wird – eine Herausforderung, die in Deutschland durch den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel getrieben wird.
Im Zuge des demografischen Wandels steigt das Durchschnittsalter in der deutschen Bevölkerung und folglich ist von einer zunehmenden Nachfrage nach Dienstleistungen im Krankenhaussektor auszugehen. Gleichzeitig schrumpft jedoch die Zahl an ausreichend qualifizierten Fachkräften und bereits im Jahr 2014 wurde vielerorts ein Fachkräftemangel festgestellt, trotz starken Gegenwirkens und staatlicher Fördermaßnahmen. Die deutsche Gesundheitswirtschaft übt damit eine spezielle Sogwirkung auf die ohnehin zunehmende globale Fachkräftemigration aus. Insbesondere hochqualifizierte Fachkräfte im Gesundheitswesen nehmen jedoch auch die Möglichkeit einer Beschäftigung im Ausland wahr. Krankenhäuser müssen folglich geeignete ausländische Fachkräfte identifizieren, anwerben, selektieren und in die Arbeitsprozesse integrieren sowie eine langfristige Bindung aller Fachkräfte sicherstellen. Die daraus resultierende steigende Vielfalt an Nationen, Kulturen, Sprachen, Alters- und Ausbildungsgruppen in der Belegschaft verlangt nach einer adäquaten Berücksichtigung im Management. Die unterschiedlichen Arbeitssysteme, Werte, Verhaltensmodelle und Erwartungen der diverseren Belegschaft wirken in den Arbeits- und Dienstleistungsprozessen im Krankenhaus ein, sowohl auf der operativen als auch auf der strategischen Ebene. Das Krankenhausmanagement muss somit eine Reihe von Herausforderungen der Internationalisierung ihrer Belegschaft aktiv managen und zudem mit geeigneten Maßnahmen versuchen, ältere Mitarbeiter länger im Unternehmen zu halten sowie deren Arbeitsbereitschaft und -fähigkeit zu erhalten.
Das vorliegende Buch greift diese Forderungen auf und stellt einen Managementzyklus für den Umgang mit Diversität vor. Das Ziel ist es, die dargestellten Herausforderungen aufzugreifen und Lösungsmöglichkeiten praxisorientiert darzustellen. Die Mitarbeiter von Krankenhäusern sollen dazu befähigt werden, Diversität zu verstehen, die Chancen der Mitarbeitervielfalt zu nutzen und die daraus folgenden Risiken abzuwenden, um letztlich das Beste aus der Diversität zu machen. Diesem Ziel entsprechend, werden die Themen und Fragestellungen anhand von Marginalien herausgearbeitet und durch praxisorientierte Beispiele verdeutlicht. Die ersten Abschnitte dieses Buchs bilden ein Grundverständnis über Diversität und ihre wichtigen Konsequenzen im Krankenhaussektor. Darauffolgend wird ein Managementzyklus für den Umgang mit Diversität vorgestellt. Der Zyklus setzt bei der Fähigkeit an, Vielfalt zu erkennen und zu verstehen. Im nächsten Schritt werden ausgewählte Methoden und Instrumente vorgestellt, mit denen die Entwicklung der Vielfalt gestaltet werden kann, bevor in der letzten Phase des Zyklus auf die Kontrolle der erzielten Ergebnisse eingegangen wird. Um einen effektiven Umgang mit Diversität im Krankenhaus zu verstetigen, gilt es, die Wertschätzung von Vielfalt zu einem Bestandteil der Unternehmenskultur zu machen. Diesem Anliegen ist der letzte Abschnitt des Buchs gewidmet. Im Einzelnen wurden die Kapitel von folgenden Personen zusammengestellt. Das erste und zweite Kapitel wurde von Frau Haupt, das vierte, fünfte und achte Kapitel wurde von Herrn Reuschl und das dritte, sechste und siebte Kapitel wurde von Herrn Pfannstiel geschrieben, ein vollständiges Literatur- und Stichwortverzeichnis verweist auf interessante weiterführende Beiträge und relevante Inhalte.
Der Diversitätsmanagementzyklus ist ein Teil der Ergebnisse des Forschungsprojektes Serivce4Health, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Kennzeichen 01FL10046 gefördert wird. Projektträger des Vorhabens ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wir danken den zuständigen Mitarbeitern beim BMBF und DLR, insbesondere Herrn Klaus Zühlke-Robinet sowie unseren Projektpartnern für die konstruktive Zusammenarbeit im Projekt Service4Health. Ein besonderer Dank gebührt Frau Angelika Kolb, die einen wertvollen Beitrag durch die Korrekturlesungen dieses Buchs geleistet hat. Dem Kohlhammer Verlag – und hier Herrn Dominik Rose – danken wir für die Prüfung, Gestaltung und Drucklegung dieses Buchs.
Bayreuth, im Februar 2015
Ricarda B. BounckenMario A. PfannstielAndreas J. ReuschlAnica Haupt
Die zukünftigen Herausforderungen der Krankenhäuser in Deutschland
Was sind die zukünftigen Herausforderungen für deutsche Krankenhäuser?
hängen eng mit dem demografischen Wandel zusammen. Es ist davon auszugehen, dass die Bevölkerung in Deutschland insgesamt kleiner wird und das Duchschnittsalter steigt. Laut Berechnungen des statistischen Bundesamtes wird die Einwohnerzahl von derzeit 82 Mio. bis auf 74 Mio. Einwohner im Jahr 2050 schrumpfen (Statistisches Bundesamt 2009a, S. 12). In diesem Zusammenhang wird auch die Zahl der Erwerbstätigen bis zum Jahr 2060 um rund 20 Mio. abnehmen. Aus heutiger Perspektive entspräche diese Entwicklung einer Halbierung des Erwerbstätigenpotenzials in Deutschland.
In Krankenhäusern zeichnet sich dieser demografische Wandel durch die
Wie hält Diversität Einzug in deutsche Krankenhäuser?
Veränderung der Zusammensetzung der Krankenhausbelegschaft sowie der Patienten in Bezug auf Alter, Geschlecht und Ethnizität aus (Burkhart/Ostwald/Ehrhard 2012, S. 53). Das führt dazu, dass in Krankenhäusern vermehrt unterschiedliche Personengruppen aufeinandertreffen werden, wie beispielweise Männer und Frauen, Jüngere und Ältere, mit oder ohne Migrationshintergrund. Krankenhäuser müssen sich im Rahmen dieser Veränderung auf eine steigende personelle Vielfalt, sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Patienten einstellen. Zusätzlich werden all diese Personen Erwartungen sowie spezifische Bedürfnisse mit in das Krankenhaus bringen und fordern, dass sie in ihrer personellen Vielfalt wahrgenommen und wertgeschätzt werden.
Gleichzeitig bedeutet diese demografische Entwicklung, dass Krankenhäuser
Wie wichtig ist das Thema Diversität für Krankenhäuser?
einer abnehmenden Zahl an Fachkräften bei einer wachsenden Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen gegenüberstehen werden. Bereits heute verzeichnen viele Einrichtungen, insbesondere in ländlichen Regionen, einen gravierenden Fachkräftemangel. Dass einzelne Bemühungen und Instrumente nicht ausreichen, um einem Fachkräftemangel zu bewältigen, ist den meisten Krankenhäusern bewusst.
Eine Strategie, die die Krankenhäuser zunehmend nutzen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist die Akquise von internationalen Fachkräften. Die daraus resultierende personelle Vielfalt der Belegschaften stellt besondere Anforderungen an das Personalmanagement und die Führungskräfte im Krankenhaus. Der Chance, eine leistungsfähige Belegschaft aufrechtzuerhalten und eine bedarfsorientierte Patientenversorgung sicherzustellen, steht die Gefahr gegenüber, dass sich die Produktivität der Krankenhäuser durch Konflikte aufgrund von unterschiedlichen Wertvorstellungen, Sprachbarrieren, Vorurteilen sowie Stereotypisierungen vermindert. Das Konfliktpotenzial und die Konfliktvielfalt sind bei zunehmender personeller Vielfalt in der Belegschaft häufig höher als zunächst angenommen (Vedder 2011, S. 20).
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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