Doppeldenk - Janice G. Raymond - E-Book

Doppeldenk E-Book

Janice G. Raymond

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Beschreibung

Mein Buch befasst sich mit der Transgenderidologie und ihre Auswirkungen auf Frauen und Kinder. Es ist eine detaillierte Untersuchung dieses Phänomens in westlichen Ländern (USA, UK, Europa etc). Ich arbeite seit über 40 Jahren zu diesem Thema und bin die Autorin von The Transsexual Empire, dass das erste feministische Buch zu diesem Thema war (1979). Ich stelle viele Fragen wie zum Beispiel: wissen Leute, die Transgenderideologie befürworten, dass die medizinische Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen durch Medikamente und Operationen zu schweren, lebenslänglichen Problemen führen werden? Ist es Lesern klar, dass niemand sein Geschlecht ändern kann? Wir werden als Mädchen (mit XX Chromosomen) oder Jungen (mit XY Chromosomen) geboren und können das nie ändern. Das heisst aber nicht, dass wir uns misogynistischen Geschlechtsrollen-Stereotypen unterwerfen müssen: kleine Mädchen können es durchaus lieben, auf Bäume zu klettern, und kleine Jungs mit Puppen zu spielen. Meiner Meinung nach müssen wir sexistische Stereotype abbauen - und nicht Körper von Kindern und Jugendlichen durch gefährliche medizinische Behandlungen verstümmeln. Transgenderideologie ist auch sehr feindlich gegenüber Frauen und besonders Lesben. Ein Mann, der sich plötzlich als Frau fühlt, darf kein Recht haben in Frauenräume einzudringen und sich anzumassen eine 'Transfrau' zu sein. Er ist und bleibt ein Mann. Das ist nicht transphobisch, sondern die Wahrheit. Noch schlimmer ist es, wenn er sich eine "Lesbe mit Penis" nennt, und darauf besteht, das Lesben mit ihm Sex haben müssen. Dagegen wehren sich Lesben mit Recht. Wir brauchen Gesetze, die Transpersonen die gleichen Gesetze geben, wie allen andern Leuten, die aber auch darauf bedacht sind, Frauen und Mädchen ihre eigenen Toiletten, Sport, Häuser für geschlagene Frauen und Vereine zu sichern, wo Transpersonen kein Recht haben, teilzunehmen und einzudringen. Ein Self-ID Gesetz ist falsch, da niemand sein Geschlecht wechseln kann. Wenn das Geschlecht auf dem Geburtsschein verändert wird, ist das eine Lüge: es entspricht nicht der Wirklichkeit. Mein Buch befasst sich mit all diesen Fragen und macht Mut in friedfertige Debatten zu diesem Thema einzusteigen.

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Seitenzahl: 427

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Janice G. Raymond ist eine langjährige radikalfeministische Aktivistin. Ihr Ziel ist es, Gewalt gegen Frauen und ihre sexuelle Ausbeutung in allen Formen, wie auch den medizinischen Missbrauch von Mädchen und Frauen, zu beenden. Sie ist die Autorin von fünf Büchern, die Herausgeberin eines Sammelbandes und von hunderten in viele Sprachen übersetzten Aufsätzen. Sie schreibt über Gewalt gegen Frauen, Gesundheitsthemen, feministische Theorie, lesbischen Feminismus und Biomedizin, wie auch Prostitution und Sexhandel. Raymond ist international bekannt als Referentin zu diesen Themen.

Janice Raymond ist emerierte Professorin für Frauenstudien an der Massachusetts Universität in Amherst, wo sie seit 1978 unterrichtete und forschte.

Raymond war 13 Jahre lang im Direktorium der Coalition Against Trafficking in Women (CATW). CATW war die erste globale feministische Organisation – mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UN) – die gegen Sexhandel, Sextourismus und die internationale Sexindustrie kämpfte. Durch diese Kampagnen wurde Janice Raymond international bekannt, da sie Prostitution als Gewalt gegen Frauen bezeichnet und sich für das Nordische Model einsetzt.

Sie war eine der Mitautorinnen des UN Palermo Protokolls „To Prevent, Suppress and Punish Trafficking in Persons, especially Women and Children“ von 2003.

2007 wurde Janice Raymond mit dem „International Woman Award“ vom Zero Tolerance Trust in Glasgow, Schottland, für ihre internationale Aktionen geehrt mit denen sie Regierungen und BürgerInnen aufklärt, dass Prostitution und Sexhandel Gewalt gegen Frauen sind.

Andere Bücher von Janice G. Raymond:

The Transsexual Empire: The Making of the She-Male, 1979/1994, Beacon Press; Teachers College Press.

(<https://janiceraymond.com>)

A Passion for Friends. Toward a Philosophy of Female Affection, 1986/2002, Beacon Press; Spinifex Press;

Frauenfreundschaften: Philosophie der Zuneigung, 1987, Frauenoffensive.

The Sexual Liberals and the Attack on Feminism (co-editor with Dorchen Leidholdt), 1990, The Athene Series, Pergamon Press.

RU486: Misconceptions, Myths and Morals (co-author with Renate Klein und Lynette Dumble), 1991/2013, Spinifex Press; 1992, Narigrantha Prabartana, Bangladesh;

Die Abtreibungspille RU 486. Gefahr oder Wundermittel?

1992, Konkret Literatur Verlag.

Women as Wombs: Reproductive Technologies and the Battle over Women’s Freedom, 1995/2020, Harpers Collins; Spinifex Press.

Not a Choice, Not a Job: Exposing the Myths about Prostitution and the Global Sex Trade, 2013, Spinifex Press.

DOPPELDENK

Eine feministische Herausforderung an die Transgenderideologie

Aus dem US Amerikanischen Englisch von Claudia Heinze und Renate Klein

JANICE G. RAYMOND

Die Originalausgabe erschien 2021 unter dem Titel

Doublethink: A Feminist Challenge to Transgenderism bei Spinifex Press: North Geelong und Mission Beach, Australien.

© Janice G. Raymond, 2021, 2023

Erste Auflage der deutschen Ausgabe, 2023

© Spinifex Press North Geelong und Mission Beach, Australien

c/o KOFRA Baaderstrasse 30 80469 München

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werks darf in irgendeiner Form (durch Fotographie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlags reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzerinnen: Claudia Heinze und Renate Klein

Lektorat: Renate Klein

Index: Elske Janssen

Umschlagsgestaltung: Deb Snibson

Satz: Helen Christie, Blue Wren Books

Schriftsatz: Minison Pro

Herausgegeben von: Spinifex Press, spinifexpress.com.au

Verlagslabel: Spinifex Press

Druck und Distribution im Auftrag des Verlags:

Spinifex Press, c/KOFRA, Baaderstrasse 30, 80469 München, Germany

ISBN Paperback 978-1-925950-76-2

ISBN e-Book 978-1-925950-74-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Verlag verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Verlags, zu erreichen unter: Spinifex Press, c/KOFRA, Baaderstrasse 30, 80469 München, Germany.

Für all diejenigen, die es wagen zu sagen, dass Frauen existieren. Für all diejenigen, die mutigen Widerstand leisten gegen Attacken auf Frauen und Frauenrechte. Für alle Überlebenden von Transition, die jetzt detransitionieren. In der Hoffnung, dass auch andere aufstehen werden, um gegen die schnelle Ausbreitung des Transgenderismus zu kämpfen, der bereits überall in Gesetzen, Regierungen, Erziehung und Sport zu finden ist.

Danksagungen

Während der Jahre, in denen ich an diesem Buch gearbeitet habe (und sogar schon vorher) haben mir Leute aus der ganzen Welt Artikel und andere Materialien zukommen lassen. Sie brachten auch zum Ausdruck, wie wichtig dieses Buch sein würde und unterstützten mich mit substanziellen Bemerkungen. Viele von ihnen sind selbst AutorInnen, die an ihren eigenen Büchern schreiben. Für ihren unschätzbaren Mut, ihre Unterstützung, ihre Inspiration und Ermutigung danke ich Malka Marcovich, Esohe Aghatise, Julie Bindel, Twiss und Pat Butler, Sheila Jeffreys, Anna Zobnina und die Radical Girlsss, Jean Enriquez, Aurora Javate de Dios, Daphne Patai, Nikki Craft, Rachel Paul, Renée Gerlich, Jan Rivers, Rachel Moran, Max Robinson, Kitty Robinson, Donna Hughes, Melissa Farley, Bernice Dubois und der verstorbenen Alix Dobkin.

Ich will auch den wunderbaren Frauen bei Spinifex Press von Herzen danken – vor allem Susan Hawthorne, Renate Klein und Pauline Hopkins – die den Mut haben, dieses Buch zu veröffentlichen in einem Klima, in dem Widerspruch gegenüber Transorthodoxien oft als Transphobie interpretiert wird und viele genderkritische Bücher zensiert werden. Wie ich schon früher sagte, bin ich der Meinung, dass Spinifex Press ein Geschenk an die feministische Bewegung ist.

Meine Partnerin, Pat Hynes, hat das Manuskript mit ihrem scharfen Autorinnenblick gelesen, obwohl sie an ihrem eigenen Buch schrieb. Ich kann ihr niemals genug danken für die inspirierenden 48 Jahre, die wir bisher zusammen verbringen konnten.

Für die deutsche Ausgabe von Doublethink geht mein großer Dank an alle Frauen, die daran gearbeitet haben, dass dieses Projekt Wirklichkeit wurde. Aber vor allem danke ich Claudia Heinze und Renate Klein für die vielen Stunden, die sie ohne Bezahlung damit verbracht haben, meine Worte ins Deutsche zu übersetzen. Ich freue mich sehr, dass es jetzt eine deutsche Ausgabe gibt und hoffe, dass mein Buch zum Widerstand gegen den Transkult in deutschsprachigen Ländern beiträgt.

Janice G. Raymond

August 2021 und Mai 2023

Geleitwort zur deutschen Übersetzung

Als ich Doublethink im Februar 2022 endlich in meiner Buchhandlung abholen konnte, hatte ich fast vier Monate lang darauf gewartet. Das lag aber nicht an der langen Reise von Australien, sondern an einem Papierengpass. Die ersten Seiten zu lesen fühlte sich an wie Balsam für meine Seele. Janice Raymond hat so klar und deutlich aufgeschrieben, was ich sonst nur mit Freundinnen oder auf Twitter diskutieren konnte. Ich fing an für diese Freundinnen einige Seiten zu übersetzen und stellte besonders prägnante Abschnitte auf Twitter ein. Irgendwann fiel mir das Copyright ein und ich schrieb an Spinifex, ob ich überhaupt tun dürfte, was ich da tat. Renate antwortete (auf deutsch!), es entstand ein sehr wertschätzender Mailwechsel. Schließlich wagte ich mein Angebot: wenn ich das Buch umsonst übersetze, bringt Ihr es dann hier raus? Bitte! Wir brauchen das in Deutschland!

Renate sagte zu, und unsere Arbeit fing an. Ich bin keine gelernte Übersetzerin, sondern habe mich mit meinem allerdings recht guten Schulenglisch durchgeschlagen, trotzdem einige Nuancen verpasst und Feinheiten des US amerikanischen politischen Systems nicht wirklich treffsicher benannt. Deshalb ist Renate als Zweitübersetzerin dabei und als Lektorin; sie hatte mit mir deutlich mehr zu tun als mit „richtigen“ Übersetzerinnen. Renate, die als Schweizerin seit 37 Jahren in Australien lebt, hat natürlich ein anderes Sprachgefühl als ich Hamburgerin, manchmal mussten wir miteinander ringen. So habe ich mit einer mich selber überraschenden Leidenschaft für mein ß gekämpft, dafür aber einige Bindestriche und zusammengesetzte deutsche Begriffe aufgegeben, die Renate nicht mochte. Darüber, wie manche Begriffe aus der Transsprache feministisch übersetzt werden können, haben wir viel diskutiert. Mit dem Ergebnis dieser Zusammenarbeit bin ich sehr zufrieden, das Buch ist klar und gut zu lesen.

Jetzt wünsche ich mir, dass es viele LeserInnen findet. Es soll über die fatalen Folgen der Transgenderideologie für Mädchen, Frauen, Lesben aufklären und die Konsequenzen des geplanten Selbstbestimmungsgesetzes für alle deutlich machen. Und ich wünsche mir, dass es viele KäuferInnen findet, sodass wir Spinifex mitteilen können: wir brauchen mehr Bücher aus Eurem phantastischen Sortiment!

Claudia Heinze

Mai 2023

Als Janice Raymond uns vor einigen Jahre fragte, ob wir interessiert wären, das Buch zu veröffentlichen, an dem sie gerade schrieb, waren wir natürlich begeistert! Ein neues Buch zum Transkult zu veröffentlichen von der Autorin, die von sich selbst sagt, sie wäre wohl die erste TERF gewesen mit ihrem bahnbrechenden Buch The Transsexual Empire (1979), erschien uns toll. Das fertige Buch Doublethink: A Feminist Challenge to Transgenderism ist brilliant und hat sich auch gut verkauft.

Viele der Spinifexbücher sind in andere Sprachen übersetzt worden, aber als kleiner unabhängiger Verlag ist es für uns immer schwierig Geld aufzutreiben für eine Übersetzung. Als Claudia mir unerwartet offerierte, Doublethink zu übersetzen, nahm ich ihre großartige Offerte liebend gern an. Da es seit dem Ende von Frauenoffensive in Deutschland keinen radikalfeministischen Verlag mehr gibt (obwohl nun Radfem Berlin diese Lücke schließen will) hatten wir bereits zwei Bücher unter dem Impressum Spinifex auf Deutsch herausgegeben: Das Ende des Patriarchats. Radikaler Feminismus für Männer von Robert Jensen und die erweiterte Neuauflage meines Buches Mietmutterschaft. Eine Menschenrechtsverletzung. Wir freuen uns sehr, dass Doppeldenk. Eine feministische Herausforderung an die Transgenderideologie das dritte Buch in dieser Serie werden wird.

Mein riesengroßer Dank geht also an Claudia. Ohne ihre Initiative wäre Doppeldenk nie so schnell ins Deutsche übersetzt worden. Aber wie jede Übersetzerin weiß, braucht es unendlich viele Stunden bis ein erster Entwurf da ist, der dann natürlich überarbeitet werden muss. Zusammen mit Claudia habe ich das getan (und auch zwei andere Frauen haben zeitweilig mitgeholfen, ziehen es aber vor, nicht namentlich erwähnt zu werden). Wie Claudia schon sagte, war unsere Zusammenarbeit prima bis wir an den Punkt kamen wo sie meinte, ich würde ihre geliebten ß absichtlich nicht brauchen. Die Wahrheit war aber, dass ich als Schweizerin die ß Regeln nie gelernt hatte, was sich jetzt aber blitzschnell geändert hat und ich jedes Wort mit zwei ss sofort unter die Lupe nehme! Erstaunlicherweise entwickelte ich dann eine ebenso große Leidenschaft in Bezug auf Bindestriche und kämmte das ganze Manuskript durch um so viele von ihnen wie möglich zu eliminieren. Womöglich ging ich da etwas zu weit, aber die Übersetzung ist jetzt fertig. Allfällige Beschwerden bitte an meine Adresse richten.

Wie Claudia finde ich auch, dass sich das Buch gut liest. Da es bis anhin wenig feministische Literatur auf Deutsch zum Transthema gibt, haben wir sicherlich einige Wörter erfunden! Mit dem Einverständnis der Autorin haben wir den Text auch an einigen Stellen leicht gekürzt oder einige erklärende Worte und Anmerkungen beigefügt.

Janice Raymond schreibt klar und deutlich, wie misogyn der Transkult ist, und wie Gewalt gegen Frauen von Transideologen geschürt wird, vor allem gegen Lesben. Dagegen müssen wir uns resolut wehren, damit nicht noch mehr Frauen verklagt, dämonisiert und angepöbelt werden und/oder ihren Job verlieren.

Wir hoffen sehr, dass Doppeldenk zum Widerstand gegen diese gefährliche Ideologie anregt: wir brauchen viele MitkämpferInnen, um diese globalen Kampagnen gegen die Existenz von Frauen erstmals aufzudecken und dann zu stoppen.

Renate Klein

Mission Beach, Australien

Mai 2023

Inhalt

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

Widmung

Danksagungen

Geleitwort zur deutschen Übersetzung

EINLEITUNG: Von Transsexualismus zu Transgenderismus

Persönliche Geschichte

Transgenderideologie: Begriffe, Abkürzungen und Argumente

Sei höflich?

Gewalt gegen transidentifizierte Personen

Stärkung der Stimmen von Überlebenden von Männergewalt gegen Frauen

Zur Sprache in diesem Buch

KAPITEL 1: Der neue Transbiologismus: Weibliche Hirne und weibliche Penisse

Wissenschaft und Pseudowissenschaft

Die Medikalisierung der Geschlechtsrollen: Transsexualität wird zu Transgenderismus

Gender als (Selbst-)Darstellung

Was ist eine Frau?

Andrea Dworkin: Biologismus versus politischer Materialismus

Genderkritische transidentifizierte Personen

Das akademische Babel

KAPITEL 2: Die rasante Verbreitung des Transgenderismus: Wie konnte das passieren?

Sofortige Transgenderbehandlung für Kinder wird als Notfallbehandlung bezeichnet

Die Suiziddrohung

Zweifelhafte Beweise und Ärzte als Anwälte

Ausbeutung in der Sex- und Transgenderindustrie

Geht es um Menschenrechte oder um Werbung für die Genderindustrie?

Die Transpornoindustrie

Allianzen zwischen Transgenderpersonen und Vertretern von „Sexwork“: Werbung für die Entkriminalisierung von Prostitution

Allianzen zwischen Feministinnen, die gegen Prostitution und Transgenderismus kämpfen

Wie prominente Leute sexuelle Objektivierung bejahen

Die Transgenderbewegung Löscht die Lesben aus

KAPITEL 3: Selbstidentifizierte Männer, Transition und Detransition

Die Unsichtbarkeit von Frauen, die sich als Männer identifizieren

Schwangere Männer?

Detransitionierende: Viele selbstidentifizierte Transmänner gewinnen ihr Frausein zurück

Detransitionierende sprechen für sich selbst

Selbstidentifizierte Männer in einer Männerwelt

Misogynie: Außen und Innen

Die Komplexität des Detransitionierens

Sag mir, wo die Lesben sind? Die Transfalle

Das Transleben verlassen

Spiel mit Zahlen: Forschung übers Detransitionieren

Trans versus Trans

Nehmt das L aus LGBT weg oder schmeißt das T raus

KAPITEL 4: Die Transkultur der Gewalt gegen Frauen

Gewaltandrohungen gegen Frauen in den sozialen Medien

Gewalt gegen Lesben

LGBT freundliche Kreise und Gruppenkultur sind gefährlich für Lesben

„Du hast mir gesagt, dass du anders wärst“

Vorfahren der „anderen Männer“ in den Trans- und LGBT+ Communities

Echte Gewalt gegen echte Frauen

Magisches Denken

KAPITEL 5: Genderidentität verdrängt Geschlecht in Frauensport und Kindererziehung

Es geht nicht nur um Hormone

Gesetzgebung in den Vereinigten Staaten

Voreingenommene Presseberichtserstattung

Hoffnungen junger Sportlerinnen werden zerstört

Wie wird man transgender?

Staaten mit Transgendermandaten

Auslöschung der Elternrechte

Wer entwickelt den Lehrplan zur Gendererkennung?

Erziehung gegen Mobbing (bullying)?

Genderidentität und sexuelle Orientierung gehören nicht zusammen

Internationale Genderidentitätserziehung

KAPITEL 6: Mundtot gemacht durch Trans: Die Auslöschung von Frauen, Pronomentyrannei und die Zensur von Kritik

Hassrede

Höhere Bildung: niedrigere Standards

Zensur von AkademikerInnen und ForscherInnen

Social Media als Tempel der Zensur

Zensur, an der sich die Regierung beteiligt

Die liberale Linke und der Transgenderismus

Zensur in den großen Medienkonzernen

Schlussfolgerungen

Transideologie zurückweisen und Gendernonkonformität bestätigen

Wir Müssen von den Überlebenden des Transgenderismus lernen

Vorwärtsgehen

Bibliografie

Index

Doppeldenk

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EINLEITUNG

Von Transsexualismus zu Transgenderismus

Alles, was gebraucht wurde, war eine unendliche Serie von Siegen über die eigene Erinnerung. Sie nannten es „Realitätskontrolle“, in Neusprech „Doppeldenk“.

—George Orwell, 1984

Ich habe Das Transsexual Empire, das 1979 veröffentlicht wurde, aus verschiedenen Gründen geschrieben. Ursprünglich war es meine Dissertation. In der Zeit der frühen 70er Jahre entstand die internationale Frauengesundheitsbewegung und hinterfragte viele medizinische Praktiken, die Frauen ernsthaften Schaden zufügten, wie z. B. unnötige Hysterektomien.

Ein großer Teil meiner Forschung und Lehre, meines Schreibens und meines Aktivismus konzentrierte sich zu dieser Zeit auf den Einsatz von Technologien, die schädlich für Körper und Geist von Frauen waren, z. B. Verhaltenskontrolle und verändernde Eingriffe wie Psychochirurgie (früher Lobotomie genannt) und Elektroschocktherapie. Meine frühe Forschung führte dazu, die medizinischen Konsequenzen der körperlichen Verstümmelung der Transsexuellenchirurgie genauso zu hinterfragen wie die nachteiligen Effekte einer lebenslangen Hormoneinnahme.

Obwohl es in den 70er Jahren überwiegend Männer waren, die sich geschlechtsmodifizierenden Behandlungen unterzogen, vermutete ich schon damals, dass Transsexualismus und später die neue Entwicklung des Transgenderismus das Leben von Frauen verändern würde bis hin zur Auslöschung von Frauen. Aber niemand konnte vorhersehen, dass Transgenderaktivisten die Frechheit haben könnten, uns als „Cis-Frauen“, „TERFs“, „Vorderlöcher“, „Uterusbesitzerinnen“, „Eierproduzentinnen“, „Brustfütternde“ und sogar „Nichtmänner“ zu bezeichnen – und dass sie ironischerweise den Begriff „Frau“ für sich selber beanspruchen würden. Selbst AnbieterInnen von Abtreibungen haben sich darauf eingelassen, ihre Dienstleistungen nicht mehr für „schwangere Frauen“ anzubieten, sondern für „schwangere Menschen“.

In einigen Rezensionen vom Transsexual Empire wurde ich als Verschwörungstheoretikerin bezeichnet, weil der Titel den Begriff „Empire“ enthält. Mit diesem Titel wollte ich ein Schlaglicht auf die Genderindustrie der Transsexuellentherapien, -operationen und -hormonbehandlungen werfen, eine Industrie, in der eine Horde von Allgemeinchirurgen, plastischen Chirurgen, Endokrinologen, Gynäkologen, Urologen und Psychiater daran arbeiten, der transidentifizierten Person zu versichern, dass sie als das gewünschte Geschlecht akzeptiert werden könne. Das heißt, dass sie die patriarchalen Geschlechtsrollen imitierte.

So entdeckte ich die Medikalisierung der Genderdysphorie, die sich nun exponentiell zur Genderidentitätsindustrie ausgeweitet hat, die auf Big Medizin, Big Pharma, Big Banken, Big Stiftungen und Big Forschungszentren basiert, einige davon Universitäten angeschlossen. Geldgeber wie George Soros und Jennifer Pritzker unterstützen die Transbewegung mit riesigen Summen als Beitrag zur Subventionierung einer internationalen Kampagne, damit der Transgenderismus juristischen und politischen Handlungsspielraum bekommt. Obwohl die Anzahl der Transgenderpersonen in der Bevölkerung klein ist, ist sie keine finanziell schwache Randgruppe, sondern profitiert von einem gut finanzierten globalen Feldzug, durch den in vielen Ländern Gesetze etabliert werden, die die Transgenderideologie und -praxis unterstützen.

In den späten 1980er Jahren begannen Transaktivisten, feministische Theorien anzugreifen, die sagten, dass Transsexualismus die Konformität mit rückständigen patriarchalen Geschlechtsrollen unterstütze. Stattdessen behaupteten sie, Transsexualismus würde Geschlechtsrollen infrage stellen. Außerdem veränderte sich die Sprache von Transsexualismus zu Transgenderismus. Vertreter der Transgenderbewegung behaupteten, dass gerade transidentifizierte Personen die Geschlechtsrollen radikal infrage stellten, indem sie ihre Erwartungen überschritten und die starren Grenzen der binären Geschlechtsrollen auflösten, wenn sie sich Hormontherapien und Operationen unterwerfen, die versprechen, ihren Körper dem anderen Geschlecht anzupassen.

In den 90er Jahren fingen Transaktivisten an, ihre männliche oder weibliche Identität mit „Selbstidentifikation“ zu erklären. Operationen und/oder Hormone waren für eine Transition nicht länger notwendig. Wenn ich sage, „ich bin jetzt ein Mann“, dann bin ich ein Mann und muss als solcher anerkannt werden.

Manchmal fragen mich Leute: „Was ist denn das große Problem mit dem Transgenderismus?“ Oder: „Warum ist das so ein Riesenthema, insbesondere im Zusammenhang mit feministischen Theorien?“ Ich habe es damals so gesehen und sehe es auch heute noch so: Transsexualismus und Transgenderismus werfen die Frage auf, was Gender eigentlich ist und wie es hinterfragt werden kann. Im expandierenden Ethos des Transgenderismus – der Ideologie und Praxis, die Frauen und Männern eine „Genderidentität“ unterstellt, die vom biologischen Geschlecht abweicht – wird es immer kritischer, diese Frage zu stellen und auch zu beantworten.

In der gegenwärtigen Welle des Transgenderismus ist Gender zu Biologie geworden. Statt zu erkennen, dass Gender ein soziales und politisches Konstrukt ist, behaupten Transaktivisten, es sei ein persönliches Thema der Selbstidentifikation qua Sprechakt, egal ob mit hormoneller und chirurgischer Behandlung oder ohne. Sie verstehen es als biologischen Kippschalter, der nach Belieben ein- und ausgeschaltet werden kann. Aber Gender ist keine Naturgewalt, wie die Transaktivisten behaupten. Es kann so gestaltet werden, dass es der herrschenden patriarchalen Macht entspricht. Das ist, was heute passiert, wenn sich die Transgenderideologie in beinahe allen Institutionen des Sports, der Erziehung, des Rechts und der Regierung ausbreitet.

Als ich 1979 in die Zukunft blickte, hab ich mir schon damals vorgestellt, dass die wenigen Genderzentren an Universitäten und Krankenhäusern, die erwachsene Transsexuelle behandelten, Geschlechtsrollenkontrollzentren für männliche und weibliche Kinder werden würden, die von den traditionellen Geschlechtsrollen abweichen. Ich schrieb: „Solche Genderidentitätszentren werden bereits zur Behandlung von sogenannten Transkindern benutzt“. Heute gibt es schätzungsweise mehr als 60 Genderidentitätskliniken in den USA, in denen „Kinder mit Genderdysphorie“ behandelt werden. Das Gender Mapping Projekt hat kürzlich diese Schätzung hinterfragt und ist auf mehr als 300 Genderkliniken in ganz Nordamerika gekommen, die meisten davon in den Vereinigten Staaten. (The Gender Map, 2021)

Die gegenwärtige Pathologisierung kleiner Kinder ist ein weit verbreiteter Skandal. Ein sehr großer Teil der Kinder, die jetzt als „Transkinder“ behandelt werden, sind Mädchen. Angesichts des medizinischen Modells, das nach wie vor die Behandlung von Kindern in den Genderidentitätskliniken bestimmt, ist es keine Überraschung, dass problematische Medikamente wie Pubertätsblocker und daran anschliessend gegengeschlechtliche synthetische Hormone salonfähig geworden sind und von MedizinerInnen offenbar nicht hinterfragt werden.

Die gute Nachricht ist, dass viele der Mädchen, die sich dieser Behandlung unterzogen haben, im Gegensatz zu Jungen detransitionieren und dann Kritikerinnen des Transgenderismus werden.

Selbstbestimmung ist die dominante Ideologie von Männern geworden, die darauf bestehen, als Frauen anerkannt zu werden, und die jetzt die Gesetzgebungskampagnen anführen. Ihre Mantras sind: Wer sich als Frau fühlt, soll auch so behandelt werden, oder vereinfacht gesagt: „Männer können Frauen werden“. Im Kapitel „Sappho by Surgery“ im Transsexual Empire habe ich erwähnt, dass Männer, die behaupten, Frauen zu sein, auch gerne beanspruchen, als „Translesben“ akzeptiert zu werden.

Bevor ich Doppeldenk geschrieben habe, habe ich lange und intensiv nachgedacht, wissend, dass die Verleumdungen der Transaktivisten mich wieder treffen würden, nur dass es diesmal noch giftiger sein würde. Ich musste mich in die Ideologie, die Themen und die Praxis der gegenwärtigen Transgenderbewegung einarbeiten. Die Hassnachrichten und die Zensur, die ich persönlich erlebt habe, haben nie aufgehört, und ich hätte mich lieber anderen feministischen Themen zugewandt, die meinen Geist, meine Zeit und mein Schreiben ausfüllten.

Dieses Buch ist nicht TheTranssexual Empire Teil 2, aber es hätte ohne Teil 1 nicht geschrieben werden können. Es geht jetzt viel mehr um Mädchen und Frauen, die transitionieren und dann detransitionieren, während sich in den 70er und 80er Jahren nur sehr wenige Frauen dem Transsexualismus und den damit verbundenen Hormonen und Operationen zuwandten.

Doppeldenk ist auch ein Buch über junge Frauen, die in LGBT+ Zusammenhängen sexualisierte Gewalt erlebt haben. Sie sind mutig und Überlebende von Transgendergewalt gegen Frauen und haben beschlossen, über diese Verletzungen zu sprechen. Sie haben dem Mundtotmachen und der Zensur widerstanden, die in diesen Gruppen in Bezug auf sexuelle Ausbeutung von Frauen herrscht. Diese Gewalt wird von Mainstream LGBT+ Organisationen ignoriert und verschwiegen. Stattdessen berichten sie ausschließlich, was Männer, die sich als Frauen identifizieren, als Gewalt erleben.

In diesem Buch geht es auch um die Biologisierung von Illusionen, z. B. die Besessenheit von einigen Transpersonen, es möge Wege geben, dass Männer menstruieren, schwanger werden und sogar stillen könnten. Und ich schreibe über „Trans Neusprech“, in dem uns gar das Wort „Frau“ abgesprochen wird. Benutzen dürfen dieses Wort nur noch selbstidentifizierte Frauen (also Männer). Geborene Frauen werden als „Cis-Frauen“, „Menstruierende“ und „Vorderlöcher“ bezeichnet.

Persönliche Geschichte

Sicher ist die Zuschreibung, dass ich als Erste als „TERF“ bezeichnet wurde, eine fragwürdige Ehre, die ich inzwischen mit allen teile, die genderkritisch oder AbolitionistInnen sind.

Durch das Internet verloren die Transaktivisten allen ethischen Bezug, als sie Onlineforen übernahmen und Gift spritzten. Sie bezeichnen jegliche Genderkritik als transphobisch und als Hassverbrechen, wenn ihre Transgenderdoktrin zurückgewiesen wird, dass Männer Frauen werden können. Zensur ist jetzt das beliebteste Mittel von Transaktivisten, mit dem sie hauptsächlich feministischer Kritik begegnen, aber auch allen TherapeutInnen, allen ForscherInnen und allen JournalistInnen, die bewusst vom Transgenderkanon abweichen.

Es bedurfte der Angriffe von Transaktivisten auf männliche Kritiker, die einige moderate Kritiken am Transgenderismus verfassten, um ein (geringes) öffentliches Bewusstsein zu schaffen für die Frauenfeindlichkeit der von Cybertrolls geschleuderten Diskussionsstränge, und die Zensur, die viele radikale Feministinnen seit Jahren erleben. Als Jesse Singal 2016 einen Artikel im New York Magazine veröffentlichte, wurde er von der Journalistin Julian Vigo kontaktiert und gefragt, ob er angegriffen worden sei. Er antwortete: „Ich bin ein Mann, deshalb bekomme ich nur einen winzigen Anteil der Angriffe ab, wie Frauen sie erleben“. Aber kürzlich hat Singal doch mehr als nur einen kleinen Teil von Transangriffen durch eine Twitterkampagne mit Lügen über ihn abbekommen. (Kay, 2021)

Für mich gab es Zensur von Anfang an. Als graduierte Studentin hatte ich in den frühen 70er Jahren Forschungsmittel beantragt, um meine Dissertation zu schreiben, aus der dann das Buch The Transsexual Empire wurde. Eine angesehene US Stiftung setzte sich mit mir in Verbindung, um mir mitzuteilen, dass die Gelder bewilligt worden seien und nur pro forma noch einige Unterschriften der Verwaltung benötigt würden. Da ein Teil des Stipendiums darin bestand, dass meine Krankenversicherung bezahlt würde, forderten sie mich auf, einen Termin bei einem Arzt zu machen; eine Standardprozedur beim Abschluss dieser Versicherung. Sie wollten die Untersuchung bezahlen und ich ließ mich sofort darauf ein. Einige Wochen später sprach mich ein Kollege an, der für die Stiftung arbeitete und der meine Bewerbung unterstützt hatte, und teilte mir mit, dass die Lehrkräfte einer bekannten Universitätsklinik für Geschlechtsidentität, in der ich einige Interviews durchgeführt hatte, sich darüber beschwert hatten, dass meine Untersuchung ihre Arbeit gefährden würde. Das war ein zweifelhaftes Kompliment, und ich muss wohl nicht erwähnen, dass mir die Gelder dann gestrichen wurden.

1995 kontaktierte eine selbstidentifizierte Frau (also ein Mann) die Columbia Teachers College Press in New York, die eine Neuauflage vom Transsexual Empire herausgegeben hatte. Er warf mir vor, dass ich „absichtlich“ das Vorwort der alten Ausgabe in der neuen weggelassen hätte. Der Beschwerdeführer klagte mich des „akademischen Fehlverhaltens“ an, eine skurrile Behauptung, dass die Neuauflage nicht wirklich eine Kopie der Originalausgabe sei. Die HerausgeberInnen des Teachers College antworteten, dass es ihre Entscheidung gewesen sei, das ursprüngliche Vorwort wegzulassen, damit das Buch eine bestimmte Seitenzahl nicht überschreitet, wenn mein neues Vorwort hinzugefügt würde.

Der Transankläger ließ sich nicht beirren und wandte sich an meine Universität, um den fatalen Vorwurf des „akademischen Fehlverhaltens“ zu wiederholen und eine Disziplinaranhörung zu erwirken, die eine weit hergeholte Anschuldigung meines „akademischen Betrugs“ bestätigen sollte. Als der Dekan mir mitteilte, dass die Universität eine entsprechende Untersuchung durchführen würde, sagte ich ihm, dass die HerausgeberInnen das bereits gemacht und die Verantwortung für das weggelassene Vorwort übernommen hätten. Ich fügte hinzu, ich wäre gezwungen, mir eine Anwältin zu nehmen, wenn die Universität eine überflüssige Untersuchung zu so einem weit hergeholten Vorwurf durchführen würde. Der Dekan änderte seine Entscheidung prompt und schrieb eine Antwort an den Transankläger, in der er feststellte „der richtige Weg für diese Behauptung ist nicht das Disziplinarverfahren, es ist einfach ein akademischer Marktplatz von Ideen“.

Im gleichen Zeitraum erlebte ich den ersten Massenprotest von Transaktivisten gegen einen feministischen Buchladen in New York City, wo ich ein anderes Buch über neue Reproduktionstechnologien vorstellte. Das Spalier der Protestierenden fühlte sich sehr bedrohlich an, besonders beim Betreten und Verlassen des Buchladens. Wo immer ich danach sprach, gab es viele solcher Proteste. Mit dem Aufkommen des Internets gingen Kübel voll Jauche über alle nieder, welche der Transgenderbibel nicht folgten. Ich bekam extrem üble Mails.

Nachdem ich mehr als 40 Jahre dem Transgenderdogma widersprochen hatte, erfuhr ich, dass das Frauenstudienprogramm (das jetzt Frauen-, Gender- und Sexualitätsstudien heißt), in dem ich 28 Jahre lang unterrichtet hatte, die folgende Mitteilung auf die eigene Webseite gestellt hatte:

In Anbetracht des Fortbestehens des transausschließenden radikalen Feminismus, einschließlich seiner Präsenz in der Geschichte der Frauenstudien an der University of Massachusetts in Amherst, und als Reaktion auf die Bitten von Transgemeinschaften an der UMass und im Pioneer Valley um Klärung dieser Frage, lehnen wir … Transphobie in unserem Fachbereich, auf unserem Campus und in unserer Disziplin kategorisch ab.

Obwohl ich mich 2002 aus der Universität zurückgezogen hatte, fühlte sich diese Distanzierung von meiner Zugehörigkeit zum Frauenstudienprogramm an wie eine langsame Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen. Die „transausschließende radikale Feministin“ wurde wahrscheinlich aus juristischen Gründen nicht namentlich genannt, aber es war ganz eindeutig, dass in der Geschichte der Fakultät niemand so mit dem Radikalfeminismus identifiziert war wie ich. Niemand sonst hatte die heiligen Dogmen von Transsexualismus und Transgenderismus hinterfragt.

Die Geschichte ging weiter: ich sollte zum Schweigen gebracht werden, wo immer ich sprach, und es gab online eine große Anzahl von Gewaltdrohungen gegen mich. Leider ist das nichts Neues für irgendeine Feministin oder Transkritikerin, die sich gegen das Transdogma ausspricht, nämlich die Behauptung, dass Männer durch Operationen, Hormone oder Selbstdeklaration zu Frauen werden können.

Transgenderideologie: Begriffe, Abkürzungen und Argumente

Die Transgenderideologie schliesst prä- und postoperative Transsexuelle, Crossdresser und diejenigen, die sich als nonbinär bezeichnen mit ein, wie auch diejenigen, die sich in irgendeiner Art als „geschlechtsübergreifend“ verstehen oder verhalten, oder die einfach „fühlen“, dass sie dem anderen Geschlecht angehören. Manche von ihnen versuchen, ihr Aussehen durch Hormone und Operationen zu verändern, manche wechseln ihre Kleidung oder ihre Pronomen.

In einer Gesellschaft, die mit den Phantasien der Populärmedien und virtueller Realität überflutet ist, wird das Märchen, dass sich Männer in Frauen und Frauen in Männer verwandeln können, zu einer Tatsache. Die britische Journalistin Helen Joyce weist darauf hin, dass nach Schätzungen die Gruppe der Transgenderpersonen sehr klein ist (weniger als 1% der Bevölkerung) und Männer enthalten kann, die „Teilzeitcrossdresser“ sind. Sie betont, dass sich die meisten von ihnen keinerlei körperlich verändernden Behandlungen unterzogen haben und dass sie nicht an einer so genannten Genderdysphorie leiden. (Joyce, 2020)

Wenn du zu der „trendigen“ Buchstabensuppe gehören willst, musst du endlos neue Worte und Abkürzungen lernen, über die du dich identifizieren kannst, wie „assigned female at birth“ (AFAB, „bei Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen“) oder das Gegenteil, AMAB. Oder auch LGBTQQIAAP. Viele von uns wissen, was LGBT bedeutet, aber QQIAAP steht für „Queer“, „Questioning“, „Intersex“, „Allies“, „Asexual“, „Pansexual“ – was auch immer die gerade präferierte Abkürzung ist. Wer sie benutzt, versteht diese Abkürzungen als politisches Statement und sagt damit, er/sie möchte nicht als „binär“ angesehen oder auch nur einfach über die sexuelle Präferenz identifiziert werden. Und dann gibt es die hasserfüllte Abkürzung TERF: transexclusionary radical feminist.

Statt von „Transgender“ zu sprechen, verwende ich manchmal nur den Begriff „Gender“. Sheila Jeffreys beschreibt in ihrem wichtigen Buch Gender Hurts die Geschichte der feministischen Interpretation von Gender und deren Umkehrung. Bevor der Begriff „Gender“ von vielen übernommen wurde, „beschrieb er normalerweise die sozial konstruierten Geschlechtsrollen“ (Jeffreys, 2014, S. 4) Diesen Begriff habe ich durchgehend in meinem ersten Buch über Transsexualität benutzt.

Jeffreys stellt fest, dass der Begriff „Geschlechtsrolle“ nicht „aufnahmebereit ist für die Korruption, die den Begriff „Gender“ getroffen hat, und es damit möglich machte, so effektiv von den Transgenderaktivisten übernommen zu werden“. Nach und nach weiteten Feministinnen den Begriff Gender aus und wiesen damit nicht nur auf sozial konstruiertes Verhalten hin, sondern auch auf „das System von Männermacht und Frauenohnmacht an sich, was dann als „Genderhierarchie“ oder „Geschlechterordnung“ bekannt wurde“. (Jeffreys, 2014, S. 4)

Als Begriffe wie „Männermacht“ und „weibliche Ohnmacht“ unmodern wurden, wurden die Täter von Frauenunterdrückung unsichtbar, denn es wurde „politisch unkorrekt“, Männer zu benennen, und besonders Männer, die als Frauen auftreten. Wie Jeffreys schreibt, wurde der Begriff „Gender“ zum Euphemismus, durch den Männer als Täter von Gewalt gegen Frauen unsichtbar gemacht werden. Genauso unsichtbar wurde der Begriff „Gewalt gegen Frauen“, stattdessen wird heute von „genderbasierter Gewalt“ gesprochen. Auf diese Weise konnte in offiziellen Dokumenten und Formularen von „Geschlecht“ auf „Gender“ umgestellt werden. Wie Sheila Jeffreys sagt, wurde „Gender“ ein Platzhalter für „Geschlecht“ und wird damit als biologisch angesehen. (Jeffreys, 2014, S. 5)

Es gibt andere Worte im Vokabular der Transgenderbewegung, von denen es manche in die Mainstreammedien geschafft haben, die Frauen beleidigen. „Cis-Frauen“ wird für als Mädchen geborene Frauen benutzt, die als Frauen leben. Transextremisten lassen es nicht mal zu, Frauen einfach als Frauen zu bezeichnen. Heute dürfen sich offenbar nur noch Männer als „Frau“ ohne Zusatz definieren! Das Transwörterbuch ist voll von anderen Bezeichnungen, die Frauen beleidigen, wie „Menstruierende“, Menschen mit „Vorderlöchern“, und – mein Lieblingsausdruck – „Nichtmänner“.

Dabei ist zu beachten, dass es für Männer keine entsprechenden Ausdrücke gibt. Ich habe kaum einmal den Begriff „Cis-Mann“ gehört und nie Begriffe wie „Hinterlöcher“ oder „Nichtfrauen“. Und es gibt keine Abkürzung wie TERF für transausschließende radikale Männer.

In progressiven Diskussionen ist es inzwischen politisch korrekt, zur Selbstidentifikation anzugeben, welche Pronomen bevorzugt werden. Jede Person kann jederzeit aus dem sich ständig erweiternden Set der genderbezogenen oder neutralen Pronomina neu wählen, welche Pronomen er/sie bevorzugt, „er“, „sie“, „es“, „they“. Eine Direktive gibt vor, auf eine Person niemals als „er/ sie“ oder „es“ zu referieren, außer die Person wünscht es so. Selbst College PräsidentInnen unterschreiben inzwischen ihre Briefe mit den präferierten Pronomen. Oscar Wilde hätte gespottet, dass diese Menschen durch Pronomen „buchstäblich erregt“ werden.

„Deadnaming“ bedeutet, dass wir keinen Bezug auf das Leben eines Menschen vor der „Transgenderidentität“ herstellen dürfen. Deadnaming wird als krimineller Akt gesehen, der die schlimmste Strafe verdient. Und des „misgenderings“ machst du dich schuldig, wenn du es wagst, jemanden, der zur „sie“ transitioniert, als ehemaligen „er“ anzusprechen, besonders wenn du es absichtlich tust, weil du damit sagen willst, dass kein „er“ jemals eine „sie“ werden kann. Verwirrend, nicht? Und dabei war ich in meinem früheren Leben Englischlehrerin!

Viele Menschen wissen, dass selbstidentifizierte Frauen nicht identisch mit geborenen Frauen sind, aber das sagen sie nicht öffentlich aus Angst, dann als TERFs, bigott oder transunterdrückend beschimpft zu werden. Viele Leute haben mir diese Angst vertraulich in verschiedenen Foren oder in Mails mitgeteilt. Manche schreiben: „Ich bewundere Ihren Mut“, gestehen dann aber, dass sie selbst die Transgenderideologie nicht öffentlich hinterfragen könnten, weil sie zu viel zu verlieren hätten. Dazu käme die Angst, als transphobisch bezeichnet zu werden. Eine große Anzahl von Individuen und Institutionen, die bereit sind, das Transgenderdogma und die Drohungen als normal anzusehen, wenn sie sich gegen TranskritikerInnen und besonders Feministinnen richten, haben Transgenderkampagnen ermöglicht, indem sie die radikalfeministische Opposition dämonisieren und als transphobisch brandmarken.

Ich bin immer kritisch mit dem Begriff „Phobie“ umgegangen. Er definiert eine irrationale oder dauerhafte Angst vor Dingen oder Situationen, wird aber oft missbraucht, um den Hass gegen eine besondere Gruppe zu betonen. Radikale Kritikerinnen des Transgenderismus haben keine Angst vor transidentifizierten Personen, sie hassen sie auch nicht. Wie die Autorin Suzanne Moore erklärte:

Wir fürchten, was wir immer gefürchtet haben: Männergewalt, in welcher Kostümierung sie auch immer auftritt. Wir fürchten, unser Einkommen zu verlieren. Wir fürchten, dass das Frausein für manche junge Frauen so furchterregend ist, dass sie medizinisch daraus zu fliehen versuchen. (Moore, 2020)

Was wir hassen, ist die Gewalt, die viele selbstidentifizierten Frauen (also Männer) und ihre Verbündeten ausüben gegen Frauen, die die Transgenderideologie ablehnen und die sich gegen sexuelle Übergriffe wehren.

„Transphobisch“ ist ein Etikett, das jedem leicht anzuhängen ist, weil der Vorwurf kleben bleibt. Als transphobisch bezeichnet zu werden ist so schlimm wie rassistisch oder faschistisch genannt zu werden. Wenn Etiketten Menschen in ängstliche MitläuferInnen verwandeln, die es nicht wagen, eine ehrliche Meinung zu äußern, erhalten nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Institutionen die Erlaubnis, Frauen zu verunglimpfen. Auch Regierungen werden ermutigt, Gesetze zu formulieren und zu verabschieden, die die Gendertyrannei festschreiben und Frauenrechte auslöschen. Viele Menschen entscheiden, ignorant zu bleiben. Es ist aber keine unschuldige Ignoranz, sondern eine gewählte: Sie haben entschieden, nichts wissen zu wollen.

Es kam mir immer paternalistisch vor, wenn intelligente Menschen in Diskussionen über Transgenderismus zur Vorsicht mahnten in der Unterscheidung zwischen Transextremisten und der Mehrheit der transidentifizierten Menschen, die sich nicht an den Angriffen gegen Frauen beteiligten. Ich denke an die vielen Male, wenn Feministinnen über Misogynie sprachen und völlig vorhersehbar irgendjemand antwortete: „Aber nicht alle Männer sind so“. Oder sie beschuldigen uns des Männerhasses, während das tatsächliche Problem der Frauenhass ist.

Genderkritische Feministinnen wissen, dass die Transgendercommunity keine einheitliche Gruppe ist. Natürlich repräsentiert die Sicht der Frauenhasser nicht die Sicht aller. Eine Anzahl von transidentifizierten Personen und ihre Verbündeten – leider nicht genug – haben die Misogynie in ihren eigenen Communities kritisiert. Aber es ist das Ansteigen der digitalen und physischen Attacken gegen Frauen und Lesben und die sich ausbreitende Transgenderideologie, die diese Angriffe legitimiert und die politischen Ziele der Transgenderbewegung definiert.

Sei höflich?

Manche Leute sagen, sie benutzen die Sprache der transidentifizierten Personen nur um höflich zu sein. Der Journalist und Professor Robert Jensen berichtet von seinen Gesprächen mit Menschen, die so argumentieren, weil sie unbedingt vermeiden wollen, Transpersonen zu verletzen:

Es ist angemessen, sensibel auf andere einzugehen, aber was passiert, wenn diese Sensibilität das Verstehen der Inhalte unmöglich macht? Ist es respektvoll gegenüber Transgendermenschen, nicht über diese Themen zu sprechen … aufgrund der Überzeugung, dass die Menschen in der Transgendercommunity der Diskussion über die intellektuellen und politischen Behauptungen, die sie aufstellen, emotional nicht gewachsen sind? (Jensen, 2016)

Ich benutze nicht das Pronomen „sie“, um eine selbstidentifizierte Transfrau zu beschreiben, und nicht „er“, um einen selbstidentifizierten Transmann zu beschreiben. Ich glaube nicht, dass es höflich ist, die Menschen als etwas zu bezeichnen, was sie nicht sind. Ich würde auch keine weiße Person als „Schwarze“ bezeichnen, sogar wenn sie wie Rachel Dolezal als weiße US Bürgerin darauf besteht und so genannt werden will.

Es geht beim Transgenderkonflikt nicht nur um die Gefühle einer individuellen Person. Nein, diese frauen- und feministinnenfeindliche Ideologie hat einen weitreichenden Einfluss auf die Gesetzgebung in vielen Ländern, in der festgelegt wird, dass Männer Frauen sein können. Frauen, denen durch diese Gesetzgebung geschadet wird, werden oftmals nicht gehört. Wenn die Transgendergesetzgebung besprochen wird, hinkt die öffentliche Meinung leider meist der öffentlichen Politik hinterher.

Wir werden zunehmend häufiger dazu angehalten, Männer als Frauen zu bezeichnen und Frauen als Männer, dadurch passt sich unsere Sprache den Forderungen der Transgenderbewegung an. Aber wenn die Genderideologie in die Rechtsordnung Einzug hält, können Pronomen nicht mehr eine Frage der Höflichkeit sein, besonders wenn es Beweise gibt, dass Protransgenderorganisationen sich in die Ausarbeitung einer Politik der Pronomennutzung von Gerichten einmischen. Der British Columbia Supreme Court veröffentlichte 2020 eine Praxisanleitung, in der vereinbart wurde, dass alle vor Gericht erscheinenden Parteien gefragt würden, mit welchem Pronomen sie angesprochen werden möchten. „Nach dieser Anordnung wird verlangt, dass die Leute bei ihrer Vorstellung ihre Pronomen nennen, egal ob sie ihrem biologischen Geschlecht entsprechen oder nicht“. Wenn Personen vor Gericht nicht angeben, „welche ihre Pronomen sind“, werden sie von einem Gerichtsangestellten oder Anwalt bestimmt. (Litzcke, 2021)

Diese Instruktion wurde geschrieben, um „inklusives Verhalten“ zu fördern, aber es klingt mehr wie „erzwungenes Verhalten“. Die Anwaltskammer von British Columbia war nicht nach ihrer Meinung gefragt worden, und nur eine kleine Gruppe von Juristen, die zum „Sexual Orientation and Gender Identity Committee“ (SOGIC) gehörten, wurden in die Ausarbeitung einbezogen. Das „Gericht entwickelte die Instruktion mit der Hilfe von SOGIC“, die dann auch einen Pressereferenten für dieses Thema stellte. Als die Oberste Richterin des BC Provincial Court sich zu den Folgen der Anordnung äußern sollte, verwies sie auf SOGIC. (Litzcke, 2021)

Die Journalistin Karin Litzcke führt aus:

Bei mehr als einer Gelegenheit benutzte der Richter männliche Pronomen, die sich auf ein Mädchen bezogen, dessen gewünschter Geschlechtswechsel Gegenstand der Verhandlung war. Wie kann es einen ordentlichen Prozess geben, wenn die Sprache des Richters zeigt, dass das Urteil bereits feststeht? (Litzcke, 2021).

Diese Veränderungen passieren im Kontext von Gerichtsentscheidungen, die im Sinne der Kinder entscheiden sollen, die entgegen den Wünschen ihrer Eltern transitionieren wollen. Es „stellt sich die Frage, ob Gerichte durch eine ideologische Bewegung voreingenommen sind, deren Doktrin stärker ist als Rechtsgrundsätze“ (Litzcke, 2021).

In New York City können Geschäftsleute und Angestellte zu einer Busse von bis zu $ 250 000 verurteilt werden, wenn sie „absichtlich und wiederholt“ transgenderidentifizierte Personen „misgendern“. (New York City, 2002) Aber eine Frau kann „absichtlich und wiederholt“ als „Hure“ oder „Fotze“ bezeichnet werden, und das wird nicht als die Hassrede erkannt, die sie ist!

Eine von der Ontario Canada Human Rights Commission herausgegebene Anweisung von 2014 stellt fest:

Die Weigerung, sich auf die selbstgewählten Namen und die Pronomen einer Transgenderperson zu beziehen, die ihrer Genderidentität entsprechen, oder absichtliches Misgendering wird als Diskriminierung angesehen, wenn es in dem Sozialbereich passiert, der durch unsere Richtlinien abgedeckt ist. Das schließt Beschäftigung, Wohnen und Dienstleistungen wie auch Bildung ein. (Ontario Human Rights Commission, 2014)

Aber Frauen haben nicht die gleichen Rechte, wenn sie fälschlicherweise als „Cis-Frauen“, „Menstruierende“, „Vorderlöcher“, „Menschen mit Cervix“ oder „Nichtmänner“ bezeichnet werden. Wir wollen Feminism Unmodified, wie Catharine McKinnon 1987 geschrieben hat, obwohl leider, bezogen auf heute, ihre Aussage fehlt, dass „unveränderter Feminismus“ nur auf den Schultern von „unveränderten Frauen“ wachsen kann, d. h. auf Frauen, die sich nicht von Männern definieren lassen.

In progressiven Organisationen hat die Gewalt gegen Männer, die sich als Frauen bezeichnen, eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Das überrascht nicht, da Männerthemen – vom Männersport bis hin zu Männern, die sich als Frauen identifizieren – üblicherweise sehr viel öffentliche Aufmerksamkeit bekommen, während Frauenthemen in der Menschheitsgeschichte stets in den Hintergrund gedrängt wurden. Männer, die sich als Frauen verstehen, übernehmen jetzt den ersten Platz in der Frauengeschichte.

Gewalt gegen transidentifizierte Personen

Als ich einer Kollegin erzählte, dass ich für dieses Buch ein Kapitel über Männergewalt gegen transidentifizierte Personen schreibe, dachte sie, ich meine Gewalt, die sich gegen transidentifizierte Frauen (also Männer) richtet. Sie gehört zum Team eines Centers gegen häusliche Gewalt, und die meisten transidentifizierten Opfer, denen sie hilft, sind Männer, die sich als Frauen identifizieren. Sie erkennt das Ausmaß der Gewalt gegen „Transfrauen“ (also Männer), aber ich habe nie gehört, dass sie über Notlagen aufgrund von Gewalt gegen Frauen spricht, die sich als „Transmänner“ verstehen.

Die Human Rights Campaign (HRC) hat fünf Jahre lang Berichte über „schwere Gewalt gegen Transgenderpersonen“ gesammelt. Aber diese Berichte verzeichnen nicht die Gewalt und die sexuelle Ausbeutung, die Frauen erleben, die sich als Männer identifizieren; sie berichten ausschließlich über Gewalt gegen Männer, die sich als Frauen identifizieren. Der Report des HRC von 2020 dokumentiert, dass 37 Transgenderpersonen oder Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität getötet wurden. Die meisten waren Schwarze und Latino-„Trans“Frauen (also Männer) (HRC 2020). Vermutlich ist die Gewalt, die sich gegen Frauen richtet, die sich als Männer identifizieren, oder gegen „Gender nonbinaries“, ein sensibler Punkt, da sie meist von transidentifizierten Männern oder Männern mit nichtbinärer Geschlechtsidentität ausgeübt wird, die zu LGBT+ Gruppen gehören.

Die Journalistin Monica Roberts führte in Portland/Oregon Befragungen in den Communities durch, was über Morde an transgenderidentifizierten Personen bekannt wäre. „Wer hat diese Frauen (Männer) getötet und warum?“ Paige Kreisman ist ein politischer Veranstalter in Portland, der sich als Frau identifiziert. Er fand, dass diese Morde keine zufälligen Hassverbrechen waren, bei denen marodierende Faschistenbanden losziehen, um „Transfrauen“ (Männer) zu töten, sondern sagt:

… rein statistisch sind die meisten Gewalttäter gegen Transfrauen ihre Partner … Die Angreifer waren sich meist bewusst, dass ihre Partner transgender sind. Wenn sie sich jetzt auf Transgenderphobie beziehen, ist das für sie eine Möglichkeit zu verleugnen, dass sie sich wissentlich von einem anderen Mann angezogen gefühlt hatten, der sich als Frau identifizierte.

Die meisten der „Transfrauen“ (also Männer), von denen Kreisman schrieb, wurden von Männern getötet, die wussten, dass sie sich als transgender identifizierten. (Woodstock, 2020)

Als ich diesen Zeitungsartikel aus Portland und den HRC Report las, wollte ich wissen, wo die HRC die Gewalt benennt, die sich gegen Frauen richtet, die sich als Männer identifizieren. Ich suchte auf der Webseite der HRC und sah frühere Berichte der Organisation durch. Nichts. Ich suchte nach Belegen für Gewalt gegen „Transmänner“, aber ich fand nichts außer immer mehr Artikel über Gewalt gegen „Transfrauen“.

Mit Hilfe eines genderkritischen Blogs fand ich Onlineseiten, die bösartige und gewalttätige Angriffe gegen Frauen sammelten. Einige von ihnen waren Lesben, einige gendernonkonform, und einige identifizierten sich als Transmänner. Eine lesbische Aktivistin verschaffte mir Zugang zu Aussagen von Frauen, die sich einst in LGBT+ Kreisen bewegt hatten und die das unglaubliche Ausmaß an sexueller Ausbeutung von Frauen in diesen Zusammenhängen benannten. Die meisten Taten wurden von Männern verübt, die sich als Frauen identifizieren, sogenannte Translesben, genderqueere Personen, oder solche mit nichtbinärer Geschlechtsidentität. Die sexuelle Ausbeutung umfasste Vergewaltigungen, sexuelle Übergriffe und andere Formen sexualisierter Gewalt. Die Aktivistin sprach als Überlebende von Männergewalt, verübt durch Männer, die sich als Frauen identifizieren. Einige Überlebende dieser speziellen Form von Männergewalt in LGBT+ Kreisen, haben mutig ihre Geschichten in einem Buch erzählt: You told me you were different: An Anthology of Harm. (Kitty Robinson, Hrsg., 2021) Ich schreibe darüber in Kapitel 4.

Weil die Gewalt gegen Frauen in LGBT+ Gruppen von Männern ausgeübt wird, die sich als Frauen identifizieren, wissen wir wenig über diese Gewalt und sexuelle Ausbeutung. Deshalb mögen Organisationen wie die Human Rights Campaign an dieses Thema nicht herangehen.

Gewalt gegen Frauen durch Männer, die sich als Frauen oder als Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität identifizieren, bleibt das schmutzige kleine Geheimnis der Transgendercommunity, wo Aussagen von Frauen dem Code von Omertà folgen müssen, dem Gesetz des Schweigens und des Geheimnisses, das den Menschen in dieser Community verbietet, ihre „Brüder“ zu verraten.

Überlebende dieser Gewalt haben berichtet, dass Frauen, die das Gesetz des Schweigens über Männergewalt gegen Frauen brechen, mit der Anschuldigung verfolgt werden, sie würden „zum Mythos der rücksichtslosen Transfrau beitragen“, wenn sie die Gewalt benennen, die diese verüben. Ihnen wird gesagt: „Auch wenn es wahr ist … du solltest nicht darüber sprechen“. (Kitty Robinson, Hrsg., 2021, p.vii) Das ist eine eklatante Verleugnung moralischer Verantwortung. Die endemische Gewalt gegen Frauen in diesen Gruppen wird durch diese „Vergewaltigungsentschuldigung“ überdeckt.

Im Buch You told me you were different: An Anthology of Harm schreibt die Herausgeberin über die „mächtige Taktik des zum Schweigen bringens, die viele von uns verstummen ließ und in der wir für lange Zeit gefangen waren“. Gleichzeitig wird den weiblichen Opfern die Mitverantwortung für das Sterben von selbstdefinierten Frauen (also Männern) aufgebürdet. Wenn die Frauen über ihre Erfahrungen sprächen, wären sie beteiligt am Töten von Transfrauen:

Wenn jemand, der von männlichen Transpersonen zum Opfer gemacht wurde, glaubt, dass männliche Transpersonen die am schlimmsten stigmatisierten, unterdrückten, gefährdeten Personen auf der ganzen Welt sind, dann ist das Schweigen über die eigene Gewalt die einzige moralisch richtige Möglichkeit. (Kitty Robinson, 2021, p.vii)

Stärkung der Stimmen von Überlebenden von Männergewalt gegen Frauen

Einen stetig wachsenden Anteil der Transitionierenden machen jetzt junge Mädchen aus, die sagen, dass sie Transmänner werden wollen. Immerhin, die größte Zahl der Detransitionierenden und derjenigen, die von einer Transition absehen, sind ebenfalls Mädchen und junge Frauen, die ihren Transstatus wieder abgelegt haben. Einige von ihnen haben eloquent darüber geschrieben. Auf vielen Onlineseiten und in einigen wenigen mutigen Büchern berichten Frauen, die sich vorher als „Transmänner“ verstanden haben, ergreifend über diese Abkehr von sich selbst und anderen Frauen, über ihre Flucht aus der Zwangsfeminität, ihren sexuellen Missbrauch und ihre erlebten Übergriffe, die Misogynie, der sie als Heranwachsende ausgesetzt waren, und die Reisen, mit denen sie dann ihr Frausein wiederentdeckten (Max Robinson, 2021, Kapitel 3).

Wie die #Me too Bewegung Männer für den Missbrauch von Frauen verantwortlich gemacht hat, so sollten anständige Menschen den Mut haben klarzumachen, dass selbstidentifizierte Frauen (also Männer) die Verantwortung für ihr hässliches Verhalten übernehmen müssen. Es gibt selbstidentifizierte Frauen, die ehrlich sind und unmissverständlich sagen, dass sie keine Frauen sind. Sie distanzieren sich von dem Anspruch eines großen Teils der Transgendercommunity, „echte“ Frauen zu sein. Leider ändert das aber nichts an der Tatsache, dass die meisten der selbstidentifizierten Frauen (also Männer) und ihre Verbündeten Frauen mit der übelsten Sprache angreifen. Sie wollen Frauen auslöschen (erase), indem sie das Wort „Frauen“ aus jeder Gruppe und jedem Zusammenhang streichen, in dem es um Frauenthemen geht.

Ein Ziel dieses Buches ist es, die Stimmen derjenigen Frauen zu stärken, die durch den „Doppeldenk“ des Transgenderismus verletzt wurden, und sie als Überlebende sexualisierter Männergewalt anzuerkennen, auch wenn viele der Täter sich als sogenannte „Transfrauen“, als Personen mit nichtbinärer Geschlechtsidentität oder queer bezeichnen.

Aussagen von Überlebenden, die sexuell ausgebeutet, vergewaltigt und verletzt wurden, sind auch für andere Bewegungen wichtig, z. B. für die feministischen Bewegungen gegen Menschenhandel und gegen Prostitution. Wir sind dankbar für die verlässlichen Stimmen von Frauen, die beschreiben, wie sie durch die Transgenderideologie, -praxis und offene sexualisierte Gewalt verletzt wurden.

Wenn sie nicht zensiert werden, repräsentieren die Webseiten, Blogs und Zeitungsartikel die Erfahrungen der Überlebenden, die der Schlüssel zum öffentlichen Verständnis von Transgenderismus sind. In ihren Schriften und ihrem Aktivismus enthüllen die Überlebenden von männlicher Transgendergewalt gegen Frauen die Wahrheit über die Transgenderindustrie. Sie können besser als alle anderen die Mythen über eine Industrie demaskieren, die Frauen und Kindern ernsthaften Schaden zufügt. Die Überlebenden fangen an, als einzelne und als Gruppen zu sprechen und sind damit eine große Herausforderung für die Orthodoxie des Transgender Empire.

Zur Sprache in diesem Buch

Ich möchte nicht die gleiche Herrschaft über die Sprache beanspruchen wie die Transpronomenpolizei, wenn ich meine Begriffe für diejenigen diskutiere, die sich als transgender identifizieren. Im Transsexual Empire habe ich den Begriff „männlich zu konstruiert weiblich“ gebraucht, um damit die Fabrikation von Transgenderidentitäten zu illustrieren. Trotz seines Wahrheitswertes hat sich dieser Begriff als unhandlich herausgestellt. Er geht nicht leicht über die Zunge und auch nicht über die Tastatur.

An einigen Stellen in diesem Buch habe ich den Begriff „Transitionierende“ gewählt oder „transidentifizierte Männer oder Frauen“, oder „Frauen mit männlichem Körper“ oder „Männer mit weiblichem Körper“. Es ist eine Entscheidung nach persönlichem Ermessen, welcher dieser Ausdrücke gerade passt und Klarheit ins Schreiben bringt. An anderen Stellen, wo das Geschlecht unklar ist, ergänze ich das Geburtsgeschlecht in Klammern, z. B. „transidentifizierte Frau (also ein Mann)“.