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Dr. Daniel ist eine echte Erfolgsserie. Sie vereint medizinisch hochaktuelle Fälle und menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen – und einen Arzt, den man sich in seiner Güte und Herzlichkeit zum Freund wünscht. »Wenn Sie mir jetzt noch eine Patientin ankündigen, breche ich zusammen«, prophezeite Dr. Markus Reintaler seiner tüchtigen Sprechstundenhilfe. Martina Berghammer lächelte. »Es ist wirklich die letzte Patientin für heute, Herr Doktor, und ich bin sicher, daß Sie sich über ihr Erscheinen sogar freuen werden.« Dr. Reintaler hob scherzhaft drohend den Zeigefinger. »Ich hoffe für Sie, daß das keine leeren Versprechungen sind.« »Bestimmt nicht«, versicherte Martina, dann verließ sie das Sprechzimmer. Gleich darauf klopfte es an der Tür. Dr. Reintaler stand auf, um der angekündigten Patientin entgegenzugehen. Im nächsten Moment streckte eine junge Frau den Kopf zur Tür herein. Ihr hübsches Gesicht wurde von langen blonden Locken umrahmt, die sich in keine Frisur hatten zwängen lassen. Ihre smaragdgrünen Augen, die nicht katzenhaft waren, sondern von großer Herzenswärme zeugten, strahlten glücklich. »Überraschung!« rief sie. »Alena!« Liebevoll zog Markus Reintaler seine schöne Frau in die Arme und küßte sie. »Du bist also diese ominöse Patientin, über deren Erscheinen ich mich freuen soll.« »Was heißt denn ›soll‹?« fragte Alena mit gespielter Empörung. »Ich nehme doch an, du freust dich tatsächlich!« »Und wie!« bekräftigte Markus und küßte sie noch einmal. »Wie kommt es, daß du um diese Zeit in München sein kannst?« Dr. Alena Reintaler, die als Gynäkologin in der Steinhausener Waldsee-Klinik tätig war, lehnte sich an ihren Mann und blickte zärtlich zu ihm auf. »Ich habe heute ausnahmsweise früher Dienstschluß gemacht, weil ein Arztbesuch unumgänglich geworden ist«, antwortete sie. Erschrocken blickte Markus sie an. »Bist du krank?« Alena zuckte die Schultern. »Das solltest eigentlich du feststellen.« Ihr Lächeln vertiefte sich. »Ich leide unter Schwindelanfällen, morgendlicher
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Seitenzahl: 110
Veröffentlichungsjahr: 2016
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»Wenn Sie mir jetzt noch eine Patientin ankündigen, breche ich zusammen«, prophezeite Dr. Markus Reintaler seiner tüchtigen Sprechstundenhilfe.
Martina Berghammer lächelte. »Es ist wirklich die letzte Patientin für heute, Herr Doktor, und ich bin sicher, daß Sie sich über ihr Erscheinen sogar freuen werden.«
Dr. Reintaler hob scherzhaft drohend den Zeigefinger. »Ich hoffe für Sie, daß das keine leeren Versprechungen sind.«
»Bestimmt nicht«, versicherte Martina, dann verließ sie das Sprechzimmer. Gleich darauf klopfte es an der Tür. Dr. Reintaler stand auf, um der angekündigten Patientin entgegenzugehen. Im nächsten Moment streckte eine junge Frau den Kopf zur Tür herein. Ihr hübsches Gesicht wurde von langen blonden Locken umrahmt, die sich in keine Frisur hatten zwängen lassen. Ihre smaragdgrünen Augen, die nicht katzenhaft waren, sondern von großer Herzenswärme zeugten, strahlten glücklich.
»Überraschung!« rief sie.
»Alena!« Liebevoll zog Markus Reintaler seine schöne Frau in die Arme und küßte sie. »Du bist also diese ominöse Patientin, über deren Erscheinen ich mich freuen soll.«
»Was heißt denn ›soll‹?« fragte Alena mit gespielter Empörung. »Ich nehme doch an, du freust dich tatsächlich!«
»Und wie!« bekräftigte Markus und küßte sie noch einmal. »Wie kommt es, daß du um diese Zeit in München sein kannst?«
Dr. Alena Reintaler, die als Gynäkologin in der Steinhausener Waldsee-Klinik tätig war, lehnte sich an ihren Mann und blickte zärtlich zu ihm auf.
»Ich habe heute ausnahmsweise früher Dienstschluß gemacht, weil ein Arztbesuch unumgänglich geworden ist«, antwortete sie.
Erschrocken blickte Markus sie an. »Bist du krank?«
Alena zuckte die Schultern. »Das solltest eigentlich du feststellen.« Ihr Lächeln vertiefte sich. »Ich leide unter Schwindelanfällen, morgendlicher Übelkeit und…«
Sie mußte nicht weitersprechen. Aus weit aufgerissenen Augen starrte Markus sie an, dann wirbelte er sie mit einem glücklichen Auflachen herum.
»Du bist schwanger?« wollte er wissen. »Du bist wirklich schwanger?«
Alena nickte glücklich. »Es sieht ganz danach aus, Markus, und ich dachte, den Schwangerschaftstest könnten wir hier gemeinsam vornehmen.«
Markus nickte eifrig. »Nichts lieber als das. Komm, Alena.«
Zusammen führten sie den Test durch und warteten dann gespannt wie zwei kleine Kinder, ob sich der Teststreifen verfärben würde.
»Positiv«, flüsterte Alena schließlich mit glänzenden Augen, dann schlang sie beide Arme um Markus’ Nacken. »Ich wußte es, aber es ist doch etwas völlig anderes, wenn man es sieht.«
Markus nickte nur. Im Augenblick war er einfach sprachlos vor Glück.
»Was hältst du davon, wenn wir dieses Ereignis gebührend feiern?« raunte er Alena ins Ohr.
»Ausgesprochen viel«, erwiderte sie.
Arm in Arm verließen sie die Praxis, die Markus Reintaler in der herrlichen, im viktorianischen Stil erbauten Villa seines Vaters betrieb.
Schon Markus’ Urgroßvater war hier als sogenannter Bader tätig gewesen, sein Großvater dann als Allgemeinmediziner, sein Vater als Gynäkologe, und nun hatte er die Praxis übernommen, auch wenn das für ihn bedeutete, daß er zweimal täglich die Strecke Steinhausen-München und zurück hinter sich bringen mußte, denn die Wohnung hatte das junge Ehepaar in dem idyllischen Vorgebirgsort, wo Alena arbeitete.
Dorthin fuhren sie jetzt auch und machten von dem schmucken, kleinen Häuschen aus, das sie hier gemietet hatten, einen Spaziergang zu der gemütlichen Weinstube am Ortsrand von Steinhausen.
»Weiß Dr. Daniel schon etwas davon?« wollte Markus wissen, als sie sich in einer verschwiegenen Nische gegenübersaßen.
Alena schüttelte den Kopf. »Nein, noch nicht.« Sie lächelte. »Er ist zwar Direktor der Waldsee-Klinik und daher mein Chef, aber über meine Schwangerschaft wollte ich schon zuerst mit dir sprechen, auch wenn ich Dr. Daniel sehr schätze.« Sie wurde ernster. »Morgen früh werde ich gleich mit ihm sprechen. Rein rechtlich gesehen müßte ich das zwar nicht, aber Dr. Daniel soll genügend Zeit haben, um einen geeigneten Ersatz für mich zu finden, denn zumindest die ersten drei Jahre nach der Geburt werde ich wohl ausfallen und auch danach… wir wollten ja immer mehr als ein Kind.«
Markus beugte sich zu ihr und küßte sie. »Ich glaube, darüber sollten wir uns jetzt noch keine Gedanken machen. Erst mal bringen wir dieses Kind zur Welt.«
»Wir?« schmunzelte Alena amüsiert. »Ich fürchte, diese Arbeit wirst du mir allein überlassen müssen.«
»Notgedrungen«, fügte Markus lächelnd hinzu, dann küßte er sie wieder. »Aber ich werde mit dir leiden, Liebling.«
*
Monika Merten war schrecklich nervös, als sie die Eingangshalle der Waldsee-Klinik betrat. Aufmerksam blickte sie sich um und war von der angenehmen Atmosphäre, die hier herrschte, sehr angetan.
»Guten Morgen«, grüßte jetzt die rundliche Mittvierzigerin, die in dem kleinen Glashäuschen mit der Aufschrift Information saß. »Kann ich Ihnen helfen?«
Monika warf einen Blick auf das schmale Schildchen, das sich die sympathische Frau an die Bluse geheftet hatte. Martha Bergmeier stand darauf.
»Ja, Frau Bergmeier, mein Name ist Merten«, stellte sich Monika vor. »Ich habe einen Termin bei Dr. Scheibler.«
Martha blätterte in ihrem Terminkalender, sie nickte. »Ach ja, Sie wollen sich hier als OP-Schwester vorstellen.« Dienstbeflissen eilte sie Monika voran zu den undurchsichtigen Glastüren, die in den rechten Flügel der Klinik führten. Vor dem ersten Büro auf der rechten Seite blieb sie stehen und klopfte.
»Ja, bitte«, erklang von drinnen eine angenehm tiefe Männerstimme.
Martha öffnete die Tür, streckte aber nur den Kopf hinein.
»Fräulein Merten ist hier, Herr Chefarzt«, erklärte sie, dann ließ sie Monika an sich vorbei ins Zimmer treten und zog sich diskret zurück.
Ein blendend aussehender Mann Anfang Vierzig kam Monika entgegen und reichte ihr mit einem freundlichen Lächeln die Hand.
»Gerrit Scheibler«, stellte er sich vor. »Ich bin der Chefarzt der Waldsee-Klinik.« Er bot Monika mit einer einladenden Handbewegung Platz an, dann setzte auch er sich und warf einen Blick auf die Uhr. »Sie sind sehr pünktlich.«
Monika errötete ein wenig. »Bin ich etwa zu früh?«
Lächelnd schüttelte Dr. Scheibler den Kopf. »Nein, Fräulein Merten, unser Herr Direktor ist zu spät, aber wahrscheinlich wurde er wieder einmal durch einen Notfall aufgehalten.« Er schwieg kurz. »Bei Noten, wie Sie sie vorgelegt haben, verzichtet er gelegentlich darauf, beim Einstellungsgespräch selbst anwesend zu sein, aber da Sie ausschließlich in der Gynäkologie tätig sein werden, will Dr. Daniel Sie gleich persönlich kennenlernen. Immerhin werden Sie mit ihm ja auch die meiste Zeit zusammenarbeiten.«
»Ich habe schon sehr viel von ihm gehört«, entgegnete Monika. »Ich bin äußert gespannt darauf, ihn kennenzulernen.«
»Er ist der beste Chef, den Sie sich nur wünschen können, und darüber hinaus…«
Es gelang Dr. Scheibler nicht mehr, den Satz zu beenden, denn nach kurzem Anklopfen trat nun Dr. Robert Daniel ein, der nicht nur Direktor dieser Klinik war, sondern daneben auch noch als niedergelassener Gynäkologe in seiner Praxis am Kruezbergweg arbeitete.
»Tut mir leid, daß ich zu spät komme«, entschuldigte er sich. Mit dem ihm eigenen herzlichen Lächeln reichte er Monika die Hand und stellte sich vor, dann nahm er ebenfalls Platz. Prüfend sah er die junge Frau an. »Sie wollen also als OP-Schwester bei uns abeiten.«
Monika nickte. »Die Arbeit im OP macht mir großen Spaß, und ich glaube, daß ich trotz meiner Jugend schon viel Erfahrung gesammelt habe. Ich war bis vor kurzem in einer sehr großen Klinik tätig.« Sie schwieg kurz. »Ich hätte dort sicher auch nicht gekündigt, aber… meine Mutter wurde plötzlich sehr krank, und… man brauchte mich zu Hause. Zu jenem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, wie lange ich für meinen Vater und meine jüngeren Geschwister sorgen müßte.« Sie senkte den Kopf. »Die Klinikleitung war mit einem unbezahlten Urlaub leider nicht einverstanden.«
Ziemlich engstirnig, dachte Dr. Daniel unwillkürlich. Eine gute Krankenschwester sollte man doch nicht so einfach gehen lassen.
Er holte sich die Unterlagen heran, um sich noch einmal zu informieren, wo Monika zuletzt gearbeitet hatte. Selbstverständlich hatte er ihre Bewerbung schon vor ein paar Wochen eingehend geprüft, aber dieser Punkt war ihm entfallen. Als er jetzt jedoch den Namen des Krankenhauses las, war ihm alles klar. Von dieser Klinik hatte er schon mehrfach Dinge gehört, die ihm unverständlich waren – allerdings durchweg im persönlichen und sozialen Bereich. Medizinisch betrachtet war die Klinik über jeden Zweifel erhaben, was auch über Monikas Fähigkeiten einiges aussagte.
»Es wird für Sie eine ziemliche Umstellung sein«, erwiderte Dr. Daniel nun. »Die Waldsee-Klinik kann sich allein schon von der Größe her nicht mit dem Krankenhaus messen, an dem Sie bisher tätig waren. Wir verfügen natürlich auch nicht annähernd über so viele Abteilungen. Sie wären hier ausschließlich in der Gynäkologie tätig – allerdings nicht nur im Operationssaal, sondern auch auf der Station. Wir arbeiten alle Hand in Hand, anders würde der Betrieb hier gar nicht funktionieren.«
Monika lächelte. »Das hört sich gut an.« Sie strich ihr halblanges dunkles Haar zurück. »Wissen Sie, ich habe mich bereits ein bißchen umgehört. Die Waldsee-Klinik genießt einen erstklassigen Ruf – nicht nur aus medizinischer Sicht, sondern auch bezogen auf das Betriebsklima.«
Dr. Daniel lächelte. »Ja, wir sind hier so ein bißchen wie eine große Familie… zum Teil bestehen sogar wirklich familiäre Bande. Dr. Scheibler ist beispielsweise der Schwager unserer Anästhesistin Dr. Erika Metzler, die übrigens auch in der Gynäkologie tätig ist. Dr. Köhler, unser Assistenzarzt, ist mit meiner Sprechstundenhilfe verlobt, und unser zweiter Anästhesist Dr. Jeff Parker wird wohl in absehbarer Zeit mein Schwiegersohn werden.«
Monika mußte erneut lächeln. »Sie haben recht, Herr Direktor, hier scheint es wirklich familiär zuzugehen.«
»An dieser Stelle möchte ich Sie gleich bitten, den Direktor schnellstmöglich zu vergessen«, hakte Dr. Daniel sofort nach. »Diesen Posten hat mir der frühere Chefarzt der Waldsee-Klinik aufs Auge gedrückt, und es macht mir auch wirklich Spaß, die Geschicke der Klinik ein wenig zu lenken, aber für hochtrabende Titel habe ich nicht viel übrig. Ein schlichtes ›Herr Doktor‹ reicht da vollkommen.«
Monika lächelte wieder. Sie war von Dr. Daniel ganz hingerissen. Von einem solchen Chef konnte man wirklich nur träumen.
*
Dr. Daniel durchquerte nach dem Einstellungsgespräch mit Monika Merten gerade die Eingangshalle, als ihm die Gynäkologin Dr. Alena Reintaler entgegenkam.
»Robert, gut, daß ich Sie gerade sehe«, meinte sie, und Dr. Daniel fiel auf, daß sie heute noch mehr strahlte als sonst.
»Sie sind aber gut drauf, Alena«, stellte er fest.
Die junge Ärztin nickte glücklich. »Das hat auch einen Grund.« Sie wurde unvermittelt ernst. »Ob Sie sich allerdings darüber ebenfalls freuen werden, wage ich zu bezweifeln.«
Verständnislos runzelte Dr. Daniel die Stirn. »Ich fürchte, das müssen Sie mir etwas genauer erklären, Alena.« Er begleitete sie in sein Büro und bot ihr mit einer einladenden Geste Platz an. »Also, dann erzählen Sie mal.«
»Ich bin schwanger!« platzte die junge Frau da glücklich heraus.
Dr. Daniel stand auf und reichte ihr lächelnd die Hand. »Das freut mich für Sie, Alena.« Er hielt ihre Hand noch einen Augenblick lang fest. »Ich hoffe aber doch, daß Ihr Baby hier in der Waldsee-Klinik zur Welt kommen wird.«
Alena nickte. »Worauf Sie sich verlassen können.« Sie lächelte. »Auch wenn die Vorsorgeuntersuchungen von meinem Mann durchgeführt werden.«
»Das ist doch klar«, meinte Dr. Daniel, dann seufzte er. »So sehr ich mich für Sie und Markus freue – für mich hat das Ganze natürlich einen Wermutstropfen. Ich brauche in absehbarer Zeit einen erstklassigen Gynäkologen für die Klinik.« Er schmunzelte ein wenig. »Es sei denn, Ihr Mann würde für Sie einspringen.«
Lachend schüttelte Alena den Kopf. »Das glaube ich kaum. Markus ist mit seiner Praxis voll und ganz ausgelastet.« Sie wurde wieder ernst. »Es kommt ziemlich ungelegen, nicht wahr?«
»Der Weggang einer so guten Ärztin, wie Sie es sind, kommt immer ungelegen«, erwiderte Dr. Daniel, was Alena erröten ließ. »Aber konzentrieren Sie sich jetzt in erster Linie auf Ihre Schwangerschaft. Es ist meine Aufgabe, für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu sorgen.« Er schwieg kurz. »Weiß Gerrit schon Bescheid?«
Alena schüttelte den Kopf. »Ich wollte erst mit Ihnen darüber sprechen.« Sie schwieg kurz. »Ich werde aber auch Gerrit heute noch informieren.«
*
Da Monika arbeitslos war, hatten Dr. Daniel und Dr. Scheibler ihr angeboten, die Stellung als OP-Schwester gleich am nächsten Tag anzutreten, worüber die junge Frau auch ganz glücklich war. Nach endlos langen Wochen, die zu allem anderen auch von Angst und Sorge um ihre kranke Mutter gezeichnet gewesen waren, konnte sie jetzt in ihren Beruf zurückkehren – beruhigt, weil sich ihre Mutter auf dem Weg der Besserung befand und Monikas Hilfe zu Hause nicht mehr rund um die Uhr vonnöten war. Es genügte, wenn sie ihrem Vater abends und am Wochenende ein wenig zur Hand gehen würde.
Der erste Arbeitstag begann für Monika relativ ruhig, worüber sie auch froh war. Es war doch ungewohnt, plötzlich wieder im Krankenhaus zu sein… noch dazu in einer Klinik, die sich so grundlegend von ihrem früheren Arbeitsplatz unterschied. Die Ärzte dort waren durchaus versiert gewesen, aber auch leider ziemlich arrogant. Mit einigem Grauen erinnerte sich Monika an den äußerst autoritären Oberarzt – welch ein Unterschied zu Dr. Lisa Walther, die hier in der Waldsee-Klinik als Oberärztin tätig war und ein so herzliches, einnehmendes Wesen hatte. Auch der Chefarzt war allseits beliebt, was Monika schon nach dem Einstellungsgespräch vermutet hatte, obgleich er sehr auf Disziplin achtete und mit ihm zumindest dienstlich bestimmt nicht zu spaßen war.
Die Gynäkologin Dr. Alena Reintaler hatte Monika auf Anhieb ganz besonders ins Herz geschlossen, und es stimmte sie ein wenig traurig, daß die junge Ärztin hier nur noch wenige Monate bis zum Mutterschutz arbeiten würde.
