Drachenzähmen leicht gemacht (6). Handbuch für echte Helden - Cressida Cowell - E-Book

Drachenzähmen leicht gemacht (6). Handbuch für echte Helden E-Book

Cressida Cowell

4,9
6,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.
Mehr erfahren.
Beschreibung

Kein Weg zurück?! Hoffnungslos verloren im Labyrinth der geheimnisvollen Dickschädel-Bibliothek kämpft Hicks zusammen mit seinen Freunden Fischbein und Kamikazzi einmal mehr um sein Leben. Denn die tödlichen Drillkillstacheldrachen und Barbar Irrwürg sind dicht auf ihren Fersen - und das alles ausgerechnet an Hicks' zwölftem Geburtstag …

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 118

Bewertungen
4,9 (16 Bewertungen)
15
1
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Cressida Cowell

DRACHENZÄHMEN

LEICHT GEMACHT

Handbuch für echte Helden

Aus dem Englischen von Karlheinz Dürr

Mit Illustrationen von Clara Vath

In der Reihe »Drachenzähmen leicht gemacht« von Cressida Cowell sind im Arena Verlag erschienen: Band 1 Drachenzähmen leicht gemachtBand 2 Drachenzähmen leicht gemacht. Wilde Piraten voraus!Band 3 Drachenzähmen leicht gemacht. Strenggeheimes DrachenflüsternBand 4 Drachenzähmen leicht gemacht. Mörderische DrachenflücheBand 5 Drachenzähmen leicht gemacht. Brandgefährliche FeuerspeierBand 6 Drachenzähmen leicht gemacht. Handbuch für echte HeldenBand 7 Drachenzähmen leicht gemacht. Im Auge des DrachensturmsBand 8 Drachenzähmen leicht gemacht. Flammendes Drachenherz

www.drachenzähmen.de

Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Drittewar ein Furcht einflößender Schwertkämpfer, ein Drachenflüsterer und überhaupt der größte Wikingerheld, der jemals lebte. Doch seine Memoiren entführen dich in die Zeit, als er noch ein ganz gewöhnlicher Junge war und sich überhaupt nicht vorstellen konnte, dass aus ihm mal ein Held werden würde.

Cressida Cowellverbrachte ihre Kindheit in London sowie auf einer unbewohnten Insel an der Schottischen Westküste. Sie war überzeugt, dass es dort nur so vor Drachen wimmelte, und ist seither von ihnen fasziniert. Neben den Aufzeichnungen von Hicks’ Memoiren hat sie mehrere Bilderbücher geschrieben und illustriert. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern im englischen Hammersmith.

Clara Vathliebte es schon als Kind, bunten und verrückten Fantasiewesen eine Gestalt zu geben. Dass ihr dabei auch der ein oder andere Drache begegnet ist, kam ihr bei der Arbeit an Hicks’ Memoiren sehr gelegen. Seit 2012 arbeitet sie als freie Illustratorin für verschiedene Unternehmen.

Dieses Buch widme ich FRANCESCO

Danke an Joey Dairies für seine Zeichnungen und an Simon für alles.

Die Originalausgabe erschien erstmals 2007 unter dem Titel »A Hero’s Guide to Deadly Dragons« bei Hodder Children’s Books, London. © 2007 Cressida Cowell

1. Auflage 2017 © 2017 Arena Verlag GmbH, Würzburg Alle Rechte vorbehalten Aus dem Englischen von Karlheinz Dürr Einband, Satz und Illustration: Clara Vath ISBN 978-3-401-80657-0

Besuche uns unter: www.arena-verlag.dewww.twitter.com/arenaverlagwww.facebook.com/arenaverlagfans

INHALTSVERZEICHNIS

FRÜHER GAB ES DRACHEN

1. KOMISCHE ART, GEBURTSTAG ZU FEIERN

2. SPINAT MIT TREIBHOLZSALAT?

3. HAUDRAUF FINDET ES GAR NICHT LUSTIG

4. SUMPFDIEBE SAGEN NICHT IMMER DIE (GANZE) WAHRHEIT

5. DER TARNKAPPENDRACHE

6. WILLKOMMEN IN DER DICKSCHÄDEL-BIBLIOTHEK

7. HOCH OBEN IM MORDSGEBIRGE

8. ES GIBT KEIN ZURÜCK MEHR

9. DER BORSTENGARSTIGE BÜCHERHÜTER

10. GANZ ARG IN DER KLEMME

11. VERSTECK SPIELEN MIT DRILLKILLSTACHELDRACHEN

12. DAS HANDBUCH DER GEFÄHRLICHSTEN DRACHEN

13. HUCH!

14. IRRWÜRG WIRD IRRE WÜTEND

15. DER BORSTIGE BÜCHERHÜTER WIRD GARSTIG

16. PLATT WIE EINE FLUNDER

17. SCHWERT NUMMER SECHS

18. WARUM NIEMAND IRRWÜRG BEKLAUT

19. HICKS’ GEBURTSTAGSGESCHENK

EPILOG VON HICKS DEM HARTNÄCKIGEN VOM HAUENSTEIN III., DEM LETZTEN DER GROSSEN WIKINGERHELDEN

 

 

 

 

FRÜHER GAB ES DRACHEN

Stell dir die Zeit der DRACHEN vor – von denen manche so groß wie Berge waren und in den Untiefen des Ozeans schlummerten, während andere kleiner als dein Fingernagel waren und durch das Heidekraut hüpften.

Und jetzt stelle dir die Zeit der WIKINGERHELDEN vor, in der die Männer noch richtige Männer waren und die meisten Frauen auch so was wie richtige Männer und sogar kleine Babys Haare auf der Brust hatten.

Und nun stelle dir vor, du seiest ein Junge namens Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Dritte, noch nicht ganz zwölf Jahre alt und auch nicht gerade auf dem besten Weg, die Art von Held zu werden, die sein Vater von ihm erwartet. Der Junge damals, das war natürlich ICH. Aber der Junge, der ich damals war, scheint mir heute so fremd und weit entfernt, dass ich die Geschichte so erzählen will, als sei er tatsächlich ein Fremder.

Also – stelle dir vor, dass nicht ich, der Fremde, der Möchtegern-Held, in der Geschichte mitspielt, sondern DU.

Du bist klein. Du hast feuerrotes Haar. Du weißt es noch nicht, aber du bist auf dem besten Weg, dich zum schlimmsten und furchtbarsten aller Abenteuer in deinem ganzen bisherigen Leben aufzumachen … Wenn du einmal ein alter, alter Mann bist, so wie ich jetzt, wirst du es »Wie man seinen Geburtstag NICHT feiern sollte« nennen – und selbst aus diesem zeitlichen Abstand wird schon die Erinnerung genügen, dass dir ein Schauder über den Rücken und deine alten, verschrumpelten Arme läuft, wenn du dich an die Gefahren dieses entsetzlichen Abenteuers erinnerst …

1. KOMISCHE ART, GEBURTSTAG ZU FEIERN

Schlag zwölf Uhr mittags an seinem zwölften Geburtstag stand Hicks der Hartnäckige vom Hauenstein der Dritte, Hoffnung und Erbe des Stammes der Räuberischen Raufbolde, zitternd und bebend auf einem schmalen, vom Wind umtosten Fenstersims dreihundert Fuß über der Erde. Trotz seines langen und furchterregenden Namens sah Hicks eigentlich recht normal aus: ziemlich klein, ziemlich schmächtig, ziemlich bohnenstangendünn – und mit leuchtend roten Haaren, die ihm ständig zu Berge standen, als sei er gerade von irgendwas Schlimmem überrascht worden. Außerdem hatte Hicks ein völlig durchschnittliches Gesicht, an das man sich schon nach zweieinhalb Augenblicken nicht mehr erinnern konnte.

In diesem Augenblick jedenfalls zitterten seine Knie heftig und er presste sich, so eng es ging, an die Mauer.

Der Fenstersims, auf dem er kauerte, gehörte zu einer Burg – einer entsetzlich riesigen und gespenstischen Burg, die sich wie ein hässliches schwarzes Ungeheuer auf einer von Möwengeschrei widerhallenden Klippe der Insel Vergissmich erstreckte.

Obwohl die Burg als ÖFFENTLICHE BIBLIOTHEK DES DICKSCHÄDEL-STAMMES bekannt war, stand sie der Öffentlichkeit überhaupt nicht offen. Das war einfach so in der Zeit der Wikinger. Diese waren nämlich davon überzeugt, dass Bücher einen hoch gefährlichen Einfluss haben, weil sie Bildung und Kultur verbreiteten und dafür sorgen würden, dass der Stamm der Dickschädel immer zivilisierter würde. Deshalb hatte man alle Bücher eingesammelt und in die Bibliothek gesperrt, wo sie von bis an die Zähne bewaffneten Dickschädel-Kriegern Tag und Nacht bewacht wurden. Der Zutritt war nur auf persönliche Einladung möglich.

Hicks war nicht eingeladen worden, weder persönlich noch sonst wie.

Und genau das war auch der Grund, warum er nun dreihundert Fuß über der Erde in der Luft hing und versuchte, sich durch eines der Fenster der höchsten Stockwerke in die Burg zu schleichen.

Hicks plante einen Überraschungsbesuch. Er wollte AUF GAR, GAR KEINEN FALL, dass jemand bemerkte, dass er da war.

Wenn Hicks nach unten schaute (und er gab sich wirklich allergrößte Mühe, genau das nicht zu tun), konnte er tief unten Hunderte kleiner Gestalten herumlaufen sehen – die schwer bewaffneten Dickschädel-Wärter, die im Burghof patrouillierten. Die Sonnenstrahlen funkelten bösartig auf den Eisenspitzen der Pfeile, die sie in den Köchern trugen, und sie führten ihre Drillkillstacheldrachen an langen Leinen mit sich. Hicks war klar: Wenn auch nur einer von ihnen nach oben schaute, würden die Krieger keinen Wimpernschlag zögern und ihn mit ihren Pfeilen vom Sims schießen. Hicks schluckte heftig. Er kratzte all seinen Mut zusammen, um das zu tun, was er tun musste, aber nicht tun wollte: durch das zerbrochene Fenster in die Bibliothek klettern. Wer konnte schon wissen, WAS sich in dem finsteren Labyrinth der Räume verbarg? In einem Labyrinth, in dem man wochenlang herumirren konnte, ohne jemals von einer Menschenseele gefunden zu werden?

Was auch immer dort drin lauern mochte, Hicks wusste jedenfalls, dass irgendwo in diesem Höhlensystem ein großer böser Bibliothekar herumschlich – der Borstengarstige Bücherhüter, der halb blinde Wächter der Bibliothek, dessen Stimmbänder vom Staub so eingetrocknet waren, dass man sein mühsames Krächzen kaum verstand.

Aber der Borstengarstige Bücherhüter war ein meisterhafter Schwertkämpfer, ein Mathematikgenie und ein erbarmungsloser Killer, wenn er einen Eindringling erwischte. Hicks hatte ihn auf Versammlungen der Stämme prahlen gehört, wie er törichte Krieger, die das Geheimnis der Bibliothek lüften wollten, mit einem einzigen Schwertstreich erledigte. Seine Schwerter nannte er zärtlich »Härzschlitzer«.

»Kräpiern solln sie durch meine Härzschlitzer«, flüsterte der Borstengarstige Bücherhüter krächzend, während das Lagerfeuer in seinen untoten Augen glitzerte. »Ich schlitze sie auf von ihräm Frässloch bis runter zum Wanst.« Dazu machte er eine hässliche Bewegung mit der Hand vom Mund bis zum Bauchnabel. »Geschieht ihnen ganz rächt – NIEMAND borgt sich Büchers aus MEINER Bibliothäk, wänn är am Läben bleiben will.«

So eine Stammesversammlung war eine gemütliche Angelegenheit, bei der alle bequem um das Lagerfeuer saßen. Und wenn sich der Borstengarstige Bücherhüter bei einem so geselligen Ereignis schon so garstig aufführte, dann würde er sich doch ganz bestimmt noch viel, viel garstiger aufführen, wenn er seinem Beruf nachging – und wie eine Spinne im Netz und mit seinen Herzschlitzern in der Hand hinter jedem Bücherregal lauern!

Vor allem, wenn ein Besucher wie Hicks nicht in die Bibliothek gekommen war, um sich ein wenig umzuschauen, sondern um eines der kostbaren Bücher sogar zu STEHLEN und mit nach Hause zu nehmen.

Während Hicks diese ermutigenden Gedanken durch den Kopf gingen, flog zufällig ein kleiner Wilddrache genau vor dem Fenster vorbei, auf dessen Sims Hicks kauerte. Hicks blickte ihm nach. »Kleingefleckter Rotschwanzdrache«, murmelte er vor sich hin. Und während der kleine Drache frei und unbekümmert, sorglos und ziellos in den strahlend blauen Himmel flatterte, schoss Hicks plötzlich noch ein Gedanke durch den Kopf: WAS habe ich hier eigentlich zu suchen? Heute ist mein GEBURTSTAG, um Thors willen. Ich sollte jetzt eigentlich froh und vergnügt zu Hause sitzen, statt hier oben an der Mauer der Bibliothek des Verderbens zu hängen und Kopf und Kragen zu riskieren … WAS HAB ICH HIER ZU SUCHEN? WIE BIN ICH ÜBERHAUPT IN DIESEN SCHLAMASSEL HINEINGERATEN? SCHLIMMER kann es doch gar nicht mehr werden.

Und weil Hicks in diesem Augenblick nicht nur mit seinen düsteren Gedanken beschäftigt war, sondern auch dem Kleingefleckten Rotschwanzdrachen nachschaute, ließ seine Konzentration nach, sein Fuß rutschte ein wenig über den brüchigen Fenstersims – und mit einem mühsam unterdrückten Aufschrei stürzte Hicks vom Sims.

Er stürzte buchstäblich im freien Fall vom Sims. Aber er schlug wie wild mit Armen und Beinen um sich und bekam mit einer Hand gerade noch den Simsrand zu fassen, klammerte sich verzweifelt daran – und blieb mit dieser einen Hand daran hängen. Zwischen Hicks und dem harten Boden, der dreihundert Fuß unter ihm lag, war nichts als klare, reine Inselluft. Hicks schrie noch einmal vor Entsetzen auf, aber dieses Mal RICHTIG LAUT.

Im Burghof fuhren wie auf Kommando die Köpfe von vierhundert schwer bewaffneten Dickschädel-Wächtern hoch. Vierhundert Paar Dickschädel-Hände griffen nach Pfeilen und Nordbogen.

Und schon stieg ein eigenartiges Surren zu Hicks hinauf, der immer noch mit einer Hand am Fenstersims baumelte – das Surren der Drillkillstacheldrachen, die sich in die Lüfte schwangen und mit ihren sich rasend schnell drehenden Drillkillstacheln direkt auf ihn zurasten.

2. SPINAT MIT TREIBHOLZSALAT?

Wir lassen Hicks noch ein wenig am Fenstersims baumeln, wenn’s euch nichts ausmacht. Denn wir wollen erst einmal herausfinden, wie und warum er überhaupt in diesen Schlamassel geraten war.

Als Hicks an diesem Morgen um Schlag sieben Uhr aufwachte, hatte er nämlich noch nicht den blassesten Schimmer, was er fünf Stunden später erleben würde. Beim Aufwachen war er ziemlich aufgeregt, schließlich war heute sein Geburtstag. Und obwohl er zwölf Jahre alt wurde, war es genau genommen eigentlich erst sein DRITTER Geburtstag. Denn Hicks wurde in einem Schaltjahr geboren, und zwar ausgerechnet am 29. Februar – und diesen Tag gibt es, wie wohl jeder weiß, nur alle vier Jahre.

Sein erster Gedanke beim Aufwachen war, dass er sich etwas wünschen sollte. Und dies war sein Geburtstagswunsch: »Lieber Thor, könntest du bitte dafür sorgen, dass es heute ein richtig netter, ruhiger, FRIEDLICHER Tag wird? Ohne Schiffbruch, ohne Stürme, ohne Begegnungen mit mörderischen Schurken, die Haken statt Hände an den Armen haben, oder mit lebensgefährlichen Drachenarten? Nur heute, an meinem Geburtstag?«

An diesem Wunsch kannst du erkennen, dass friedliche Tage im Barbarenarchipel ausgesprochen selten vorkamen und dass das Leben eines Möchtegern-Wikingerhelden ziemlich aufregend war – und vielleicht auch ein bisschen anstrengend.

Hicks stand auf und verschwendete einige Zeit damit, seinen Lieblingsdrachen Ohnezahn zu einem gesunden Frühstück zu überreden.

Drachen sollten eigentlich jede Menge Gemüse fressen und eigenartigerweise auch eine Menge HOLZ, nämlich kleine Zweige, Äste und Rinde. Das verhilft ihnen zu einem gesunden Feueratem, was sehr wichtig ist. Denn ein Drache, der nicht gut Feuer spucken und fauchen kann, wird sehr krank und kann sogar explodieren.

Ohnezahn gehörte zur Art der Gewöhnlichen oder Felddrachen. Allerdings war er kein sehr folgsames Exemplar dieser Gattung. Das einzig Ungewöhnliche an ihm war, dass er viel kleiner war als die Drachen der anderen Jungen. Er hatte schon seit Wochen kein Holz mehr gefressen. Und auch jetzt weigerte er sich stur, seinen Spinat oder den Treibholzsalat zu essen. Stattdessen hockte er vor seinem Fressnapf und blies mürrisch Rauchringe in die Luft.

»Also gut, Ohnezahn«, sagte Hicks, »wenn du so weitermachst, nehme ich dich nicht zum Einbrecher-Wettkampf mit. und wenn ich zurückkomme und feststellen muss, dass du den Treibholzsalat nicht bis zum letzten Zweig aufgefressen hast, kriegst du KEINEN SCHELLFISCH.«

»Du bist ein ga-ga-ganz gemeines He-He-Herrchen!«, antwortete Ohnezahn beleidigt, aber würdevoll. »Und dein Herz ist aus Na-Na-Nasenpo-po-popeln* gemacht.«

Schmollend stieg Ohnezahn in die Spinatschüssel zurück und tauchte ganz tief ein wie ein winziges Krokodil in den Uferschlamm. Nur seine Nase und die Schwanzspitze ragten noch aus dem grünen Brei, sodass es aussah, als würde die Spinatschüssel Rauchringe ausstoßen. Ohnezahn peitschte ein wenig mit dem Schwanz und Spinat spritzte überallhin. Und so machte sich Hicks allein auf den Weg zum Einbrecher-Wettkampf, wo heute die Endrunde im Taschendiebstahl stattfand.

Der Nachbarstamm der Sumpfdiebe weilte zu Besuch bei den Räuberischen Raufbolden und der Einbrecher-Wettkampf dauerte nun schon drei Tage. In der Wettkampfdisziplin Diebstahl waren die Sumpfdiebe erschreckend gut, wie schon ihr Stammesname verrät. Gleich am ersten Tag hatten sie den Wettkampf im Schafeklauen gewonnen und am zweiten Tag den Wettkampf im Langbootkapern. Heute war nun der dritte und letzte Tag der Wettkämpfe und es stand das Taschendieb-Finale auf dem Programm. Die Räuberischen Raufbolde mussten diesen letzten Wettbewerb unbedingt gewinnen, wenn sie sich nicht blamieren und ein bisschen von ihrem Stolz behalten wollten.

Leider waren nun eben die Sumpfdiebe im Taschendiebstahl genauso gut wie in allen anderen Klau-Sportarten. Und so gingen denn auch die Raufbolde in diesem letzten Wettkampf sang- und klanglos unter.