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Zukunftsfähig mit vernetztem Supply-Chain-Management. Die Globalisierung zeigt sich nirgendwo so stark wie in der weltumspannenden Vernetzung von einzelnen Unternehmen, Industrien und ganzen geografischen Räumen. Die globalen Wertschöpfungsnetzwerke sind das neue Paradigma der modernen Ökonomie. Folge dieser Entwicklung: Keine der großen Fragen zur wirtschaftlichen Zukunft kann ohne Berücksichtigung und Beitrag der Supply Chains beantwortet werden. In diesem Buch geben die Supply-Chain-Experten und KPMG Partner Sven Marlinghaus und Christian Rast gemeinsam mit den Zukunftsforschern von TrendONE einen Einblick in die aktuellen, unsere Wirtschaft prägenden Megatrends. Die Autoren erläutern zudem anhand von Handlungsempfehlungen, wie Unternehmen und öffentliche Organisationen ihre Wertschöpfungsketten an diese Trends anpassen könnten.
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Seitenzahl: 215
Veröffentlichungsjahr: 2013
www.mi-wirtschaftsbuch.de
Für meine Frau Miriam, die mir Rückhalt und Kraft gibt, für meine Mutter Heidi, in tiefer Dankbarkeit, für meine Kinder Kim und Til, auf deren Zukunft ich mich freue, für meine Kollegen und alle, die Zukunft gestalten, statt nur zu träumen.
Sven T. Marlinghaus
Für meine Kollegen, die jeden Tag helfen, die Zukunft zu gestalten, und für meine Familie, die diese Zukunft erleben darf.
»Man kann einen Barbier als einen definieren, der all jene und nur jene rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Die Frage ist: Rasiert der Barbier sich selbst?«
Bertrand Russel, The Philosophy of Logical Atomism
»Den Menschen, deren Beschäftigung über das Gebiet ›realistischer Projekte‹ hinausgeht; den Trockenland-Ökologen, wo immer sie wirken werden oder zu welcher Zeit, ist dieser Versuch einer Voraussage in Anerkennung und Verehrung zugeeignet.«
Frank Herbert, Widmung in Dune, der Wüstenplanet
Zukunftsforschung ist Etikettenschwindel.
Wundern Sie sich, dass ein Buch über die Zukunft mit diesen Worten beginnt? Das sollten Sie nicht. Denn ein guter Zukunftsforscher ist sich dieser Tatsache nicht nur bewusst, sondern wird sie so oft er kann selbst ins Feld führen: Er will schließlich nicht als Wahrsager in einem Rummelzelt enden. Denn was macht ein Zukunftsforscher? Er schaut weder in den Kaffeesatz noch in die Kristallkugel. Er sieht sich die Gegenwart an. Das allerdings ziemlich genau.
Der Zukunftsforscher ist vor allem ein Ökologe: Er versucht das komplexe ökologische System, in dem er sich bewegt, zu begreifen – seine Elemente, Kausalitäten und Interdependenzen. Er bedient sich dabei des Mikroskops, um neu sprießende Keime und selbst kleinste Mutationen zu entdecken und ökologische Nischen zu erkennen. Er braucht aber zwingend auch ein Makroskop, um die Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten zu begreifen, die zu Veränderungen führen. Erst ein tiefes Verständnis eines ökologischen Systems erlaubt dem Ökologen, sich über seine weitere Entwicklung Gedanken zu machen, mögliche Zukünfte am Horizont zu erkennen und zu strukturieren. Das ist ein zutiefst kreativer Prozess – aber nicht halb so anspruchsvoll wie der vorausgehende Blick auf die Gegenwart. An ihm misst sich der Ökologe, an ihm misst sich der Zukunftsforscher.
Bei alledem weiß ein guter Ökologe auch um das zentrale Paradoxon seiner Forschungen: Er ist selbst Teil des von ihm beobachteten und analysierten Systems. Und damit ist sein Blick alles, nur nicht objektiv und vollständig. Ein guter Ökologe wird deshalb versuchen, möglichst viele Methoden anzuwenden, um die blinden Flecken seiner selektiven Wahrnehmung zu umgehen. Und er wird dennoch wissen, dass seine grundsätzliche Subjektivität nicht aufzubrechen ist. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass der Ökologe mit seinen Beobachtungen unmittelbar Einfluss auf das beobachtete Ökosystem nimmt – sowohl durch seine teilnehmende Beobachtung als auch dadurch, dass er über seine Beobachtungen spricht, verändert er die Gegenwart und auch die Zukunft des Systems. Man kann das als Problem sehen – oder als eine Chance, Werte zu schaffen.
Auch wir, die Herausgeber dieses Buchs, schätzen eine ökologische Sichtweise. Und die Subjektivität, die unseren Blick auf die Phänomene der globalen Entwicklung kennzeichnet, wollen wir dabei nicht leugnen – im Gegenteil: Es ging uns darum zu zeigen, welche reichhaltigen Beobachtungen die oft vernachlässigte Perspektive des Supply-Chain-Managements ermöglicht, wie essenziell sie für das Verständnis unserer Gegenwart und das Vorausdenken und Gestalten unserer Zukunft ist.
Ökologisches Denken ist dem Supply-Chain-Management inhärent. Wie die Ökologie befasst es sich mit einer vielschichtigen Realität, der es mit anspruchsvollen, multidisziplinären Modellen begegnet. Diese Fähigkeit zum Verständnis und Management der Komplexität versetzt das Supply-Chain-Management in die Lage, effektive Strategien zu entwickeln und nachhaltige, wertstiftende Veränderungen – Impact – zu initiieren.
Driving Impact ist ein Impulsgeber. Wir wollen uns einmischen, überzeugen und uns überzeugen lassen. Deshalb ist dieses Buch das Protokoll vieler heißer, engagierter und inspirierender Diskussionen, ein Projekt, das für uns zu einem intellektuellen und emotionalen Road-Trip wurde. Wir hoffen, dass Sie einiges davon auf den folgenden Seiten wiederfinden werden.
Sven T. Marlinghaus, Partner, Leiter SCM & Procurement Consulting, KPMG
und
Christian A. Rast, Partner, Leiter des globalen Center of Excellence Strategic Sourcing & Procurement, KPMG
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Um im heutigen globalisierten Unternehmensumfeld noch bestehen zu können, hilft nur eins: Man muss innovativ sein! Innovative Unternehmen generieren heute 30 Prozent ihres Umsatzes mit Produkten, die jünger sind als drei Jahre. Bezogen auf das Jahr 2015 besteht also ein solches Unternehmen jetzt erst zu 70 Prozent. Bezogen auf das Jahr 2021 gibt es dieselbe Firma heute noch gar nicht. The Economist findet noch deutlichere Worte: »Innovation is the single most important ingredient in any modern economy.«
Doch innovativ zu sein ist leichter gesagt als getan. Denn das heutige Innovationsumfeld ist hyperdynamisch, komplex und unberechenbar. Das Digitale hat sich tief in die ökonomische DNA integriert und dabei nicht nur Eintrittsbarrieren verringert und Branchengrenzen verwässert, sondern auch ein neues Innovationsparadigma ausgelöst. Innovationen entstehen heute nicht mehr in abgeschotteten F&E-Abteilungen, sondern vielmehr an den Schnittstellen zwischen Menschen, Märkten und Unternehmen. Egal ob mittelständische Maschinenbauer, Original Equipment Manufacturer (kurz OEM; dt. Erstausrüster) oder börsennotierte Nahrungsmittelkonzerne: Unternehmen müssen heute in einem Umfeld agieren, das weder stabil noch sicher ist. Die Fähigkeit zur Transformation ist dabei zur neuen Grundvoraussetzung geworden. Doch die kommt nicht von ungefähr.
So sehr Innovationen auch ein Produkt aus Disruption und Chaos sein mögen, ein systematischer Umgang mit ihnen kann dem genialen Zufall durchaus auf die Sprünge helfen. Oder anders ausgedrückt: You always have to feed innovation to keep it alive! An dieser Stelle kommen auch Trends ins Spiel. Denn in dieser Logik sind Trends das Futter – das »Brain-Food«. Durch die systematische Vereinfachung der diffusen Wandelwelt reduzieren sie die Komplexität und geben Orientierung. Trends helfen somit dabei, die Welt von morgen besser zu verstehen und zu antizipieren. Zudem sind sie kreative Impulse, die uns im ersten Moment irritieren, später inspirieren und schließlich faszinieren. Es sind eben jene Impulse, die uns – mal sanft, mal ziemlich abrupt – aus unserer gedanklichen Komfortzone locken und zum Handeln motivieren. Und das ist auch gut so, denn ohne Handlung keine Wirkung – ohne Impulse kein Impact.
Torsten Rehder, TrendONE GmbH
Wie sieht die Welt in 20 Jahren aus? Prognosen globaler Natur zu treffen, beispielsweise zu den Veränderungen der weltweiten wirtschaftlichen und politischen Kräfteverhältnisse, ist schwierig. Auch wenn der republikanische Politologe und Strategieberater George Friedman mit seinen provokanten geopolitischen Vorhersagen etwas anderes suggeriert und in manchen Aspekten sogar Recht behalten mag. So sieht er die Rolle der USA als dominierende Weltmacht bis zum Ende des Jahrhunderts gestärkt. China, Indien und Russland verlören dagegen an Bedeutung, die EU zersetze sich, und Deutschland werde von seinem demografisch begünstigten Nachbarn Polen überflügelt. Afrika und Südamerika misst Friedman offenbar zu wenig Bedeutung bei, um sie überhaupt zu erwähnen.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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