Driving Impact - Christian Rast - E-Book

Driving Impact E-Book

Christian Rast

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Beschreibung

Zukunftsfähig mit vernetztem Supply-Chain-Management. Die Globalisierung zeigt sich nirgendwo so stark wie in der weltumspannenden Vernetzung von einzelnen Unternehmen, Industrien und ganzen geografischen Räumen. Die globalen Wertschöpfungsnetzwerke sind das neue Paradigma der modernen Ökonomie. Folge dieser Entwicklung: Keine der großen Fragen zur wirtschaftlichen Zukunft kann ohne Berücksichtigung und Beitrag der Supply Chains beantwortet werden. In diesem Buch geben die Supply-Chain-Experten und KPMG Partner Sven Marlinghaus und Christian Rast gemeinsam mit den Zukunftsforschern von TrendONE einen Einblick in die aktuellen, unsere Wirtschaft prägenden Megatrends. Die Autoren erläutern zudem anhand von Handlungsempfehlungen, wie Unternehmen und öffentliche Organisationen ihre Wertschöpfungsketten an diese Trends anpassen könnten.

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Seitenzahl: 215

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
[email protected]
1. Auflage 2013
© 2013 by mi-Wirtschaftsbuch,
ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH,
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Redaktion: Jordan & Partner, München
Lektorat: Desirée Simeg, Gersthofen
Umschlagabbildung und Illustrationen: Carsten Abelbeck Konzept & Design, München
Satz und E-Book: Grafikstudio Foerster, Belgern
ISBN Print 978-3-86880-141-5
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86416-116-2
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-86416-117-9
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mi-wirtschaftsbuch.de

Für meine Frau Miriam, die mir Rückhalt und Kraft gibt, für meine Mutter Heidi, in tiefer Dankbarkeit, für meine Kinder Kim und Til, auf deren Zukunft ich mich freue, für meine Kollegen und alle, die Zukunft gestalten, statt nur zu träumen.

Sven T. Marlinghaus

Für meine Kollegen, die jeden Tag helfen, die Zukunft zu gestalten, und für meine Familie, die diese Zukunft erleben darf.

Inhalt

Titel
Impressum
Widmung
Inhalt
2030: Ein Buch über die Gegenwart
Die Fähigkeit zur Transformation – ein neuer Imperativ
1. Neue Weltordnung
Trend Insight
»Ohne Ordnung der Freiheit kann Globalisierung nicht gedeihen« – welchen Weg die globalisierte Welt nehmen wirdGespräch mit Dr. Theo Waigel, Bundesfinanzminister a. D.
»Intellectual Property ist gemeinsame Vertrauenssache« – globale Waren- und Know-how-Ströme im WandelGespräch mit Prof. Dr. Helmut Haussmann, Bundeswirtschaftsminister a. D.
»Wir müssen den Innovationsbegriff weiter fassen« – wie die Wertschöpfung in Europa erhalten bleibtGespräch mit Dr. Hans-Joachim Haß, Abteilungsleiter für Wirtschafts- und Industriepolitik, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI)
Vom Exportweltmeister zum Globalisierungsweltmeister
2. Vernetzte Wertschöpfung
Trend Insight
»Mobilität muss aus Kundensicht gedacht werden« – wie Netzwerkökonomie in der Mobilitätsbranche funktioniertGespräch mit Maxim Nohroudi, Gründer und CEO, Waymate
Die Welt ist nicht genug – wie die digitale Dimension unsere Geschäftsmodelle verändern wird
3. Strategie nach neuen Spielregeln
Trend Insight
»Ich liebe die Konkurrenz!« – deutsche und amerikanische Wirtschaftskultur im WandelGespräch mit Fred B. Irwin, Ehrenpräsident der Amerikanischen Handelskammer e. V.
Imperative für die Supply-Chain-Strategie 2030
4. Spiel um die Zukunft
Trend Insight
»Manager sollten spielen« – wie Szenarienspiele die Zukunft der Unternehmen gestaltenGespräch mit Dr. Bernhard Albert, Mitgründer Netzwerk Zukunftsforschung
»Zukunft macht Spaß« – Ideen visualisieren und zu Geschäftsmodellen entwickelnGespräch mit Eckard Foltin, Leiter Creative Center und Dr. Carsten Rennekamp, Leiter Strategische Planung, Bayer Material Science
Das Spiel um die Zukunft
5. Outernet
Trend Insight
»Alles wird verbunden sein« – wie M2M-Kommunikation die Geschäftswelt verändern wirdGespräch mit Oozi Cats, CEO, Telit Communications PLC
Smarte Strategien für eine (total) vernetzte Welt
6. Big Data
Trend Insight
»Uns stehen radikale Veränderungen bevor« – wie die Technologie Menschen aus der Armut helfen wirdGespräch mit René Schuster, CEO, Telefónica Deutschland Holding AG
Big Data: Fördertechnologien für das Erdöl der Zukunft
7. Riskante Welt
Trend Insight
»Terrorismus ist Low Cost Business« – Lieferketten im Fokus asymmetrischer KriegsführungGespräch mit Rolf Tophoven, Direktor des Instituts für Krisenprävention (IFTUS)
Supply-Chain-Risk-Management – Königsdisziplin des nächsten Jahrzehnts
8. Future-Tech
Trend Insight
»Paradigmenwechsel in der Fertigung« – neue Produktionsverfahren und ihre Antwort auf die Herausforderungen der ZukunftGespräch mit Dr. Adrian Keppler, Geschäftsführer Strategie und Geschäftsfeldentwicklung, EOS GmbH
Sechster Sinn für Zukunftstechnologien
9. Qualifizierungslücke
Trend Insight
»Verhalten hat kein Auslaufdatum« – Qualifizierung über Generations- und Kulturgrenzen hinwegGespräch mit Dr. Kai-Holger Liebert, Global Learning Manager, Siemens AG
Kampf der Kompetenzen
10. Welt des Mangels
Trend Insight
»Eine nachhaltige und soziale Ernährung ist weltweit möglich« – ressourcenschonende Landwirtschaft löst die Herausforderungen der ZukunftGespräch mit Prof. Dr. Claus Hipp, Geschäftsführer, HiPP-Werk Georg Hipp OHG
Erfolg und Wachstum in Zeiten von Knappheit – Mangel als Innovations­treiber des Supply-Chain-Managements
11. Zeitalter der Nachhaltigkeit
Trend Insight
»Erneuerungsschub dank Nachhaltigkeit« – warum grüne Supply-Chains die Wirtschaft ankurbelnGespräch mit Martin Schoeller, Geschäftsführer, Schoeller Holding
»Das Rückgrat der Stadt« – wie der öffentliche Nahverkehr in Megacitys funktionieren wirdGespräch mit Henrik Falk, Vorstand für Finanzen und Vertrieb, Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
Sustainable Logistics: Jenseits von Hype und Aktionismus
Danksagung
Quellen
Über die Herausgeber

2030: Ein Buch über die Gegenwart

»Man kann einen Barbier als einen definieren, der all jene und nur jene rasiert, die sich nicht selbst rasieren. Die Frage ist: Rasiert der Barbier sich selbst?«

Bertrand Russel, The Philosophy of Logical Atomism

»Den Menschen, deren Beschäftigung über das Gebiet ›realistischer Projekte‹ hinausgeht; den Trockenland-Ökologen, wo immer sie wirken werden oder zu welcher Zeit, ist dieser Versuch einer Voraussage in Anerkennung und Verehrung zugeeignet.«

Frank Herbert, Widmung in Dune, der Wüstenplanet

Zukunftsforschung ist Etikettenschwindel.

Wundern Sie sich, dass ein Buch über die Zukunft mit diesen Worten beginnt? Das sollten Sie nicht. Denn ein guter Zukunftsforscher ist sich dieser Tatsache nicht nur bewusst, sondern wird sie so oft er kann selbst ins Feld führen: Er will schließlich nicht als Wahrsager in einem Rummelzelt enden. Denn was macht ein Zukunftsforscher? Er schaut weder in den Kaffeesatz noch in die Kristallkugel. Er sieht sich die Gegenwart an. Das allerdings ziemlich genau.

Der Zukunftsforscher ist vor allem ein Ökologe: Er versucht das komplexe ökologische System, in dem er sich bewegt, zu begreifen – seine Elemente, Kausalitäten und Interdependenzen. Er bedient sich dabei des Mikroskops, um neu sprießende Keime und selbst kleinste Mutationen zu entdecken und ökologische Nischen zu erkennen. Er braucht aber zwingend auch ein Makroskop, um die Bedingungen und Gesetzmäßigkeiten zu begreifen, die zu Veränderungen führen. Erst ein tiefes Verständnis eines ökologischen Systems erlaubt dem Ökologen, sich über seine weitere Entwicklung Gedanken zu machen, mögliche Zukünfte am Horizont zu erkennen und zu strukturieren. Das ist ein zutiefst kreativer Prozess – aber nicht halb so anspruchsvoll wie der vorausgehende Blick auf die Gegenwart. An ihm misst sich der Ökologe, an ihm misst sich der Zukunftsforscher.

Bei alledem weiß ein guter Ökologe auch um das zentrale Paradoxon seiner Forschungen: Er ist selbst Teil des von ihm beobachteten und analysierten Systems. Und damit ist sein Blick alles, nur nicht objektiv und vollständig. Ein guter Ökologe wird deshalb versuchen, möglichst viele Methoden anzuwenden, um die blinden Flecken seiner selektiven Wahrnehmung zu umgehen. Und er wird dennoch wissen, dass seine grundsätzliche Subjektivität nicht aufzubrechen ist. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist, dass der Ökologe mit seinen Beobachtungen unmittelbar Einfluss auf das beobachtete Ökosystem nimmt – sowohl durch seine teilnehmende Beobachtung als auch dadurch, dass er über seine Beobachtungen spricht, verändert er die Gegenwart und auch die Zukunft des Systems. Man kann das als Problem sehen – oder als eine Chance, Werte zu schaffen.

Auch wir, die Herausgeber dieses Buchs, schätzen eine ökologische Sichtweise. Und die Subjektivität, die unseren Blick auf die Phänomene der globalen Entwicklung kennzeichnet, wollen wir dabei nicht leugnen – im Gegenteil: Es ging uns darum zu zeigen, welche reichhaltigen Beobachtungen die oft vernachlässigte Perspektive des Supply-Chain-Managements ermöglicht, wie essenziell sie für das Verständnis unserer Gegenwart und das Vorausdenken und Gestalten unserer Zukunft ist.

Ökologisches Denken ist dem Supply-Chain-Management inhärent. Wie die Ökologie befasst es sich mit einer vielschichtigen Realität, der es mit anspruchsvollen, multidisziplinären Modellen begegnet. Diese Fähigkeit zum Verständnis und Management der Komplexität versetzt das Supply-Chain-Management in die Lage, effektive Strategien zu entwickeln und nachhaltige, wertstiftende Veränderungen – Impact – zu initiieren.

Driving Impact ist ein Impulsgeber. Wir wollen uns einmischen, überzeugen und uns überzeugen lassen. Deshalb ist dieses Buch das Protokoll vieler heißer, engagierter und inspirierender Diskussionen, ein Projekt, das für uns zu einem intellektuellen und emotionalen Road-Trip wurde. Wir hoffen, dass Sie einiges davon auf den folgenden Seiten wiederfinden werden.

Sven T. Marlinghaus, Partner, Leiter SCM & Procurement Consulting, KPMG

und

Christian A. Rast, Partner, Leiter des globalen Center of Excellence Strategic Sourcing & Procurement, KPMG

Die Fähigkeit zur Transformation – ein neuer Imperativ

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Um im heutigen globalisierten Unternehmensumfeld noch bestehen zu können, hilft nur eins: Man muss innovativ sein! Innovative Unternehmen generieren heute 30 Prozent ihres Umsatzes mit Produkten, die jünger sind als drei Jahre. Bezogen auf das Jahr 2015 besteht also ein solches Unternehmen jetzt erst zu 70 Prozent. Bezogen auf das Jahr 2021 gibt es dieselbe Firma heute noch gar nicht. The Economist findet noch deutlichere Worte: »Innovation is the single most important ingredient in any modern economy.«

Doch innovativ zu sein ist leichter gesagt als getan. Denn das heutige Innovationsumfeld ist hyperdynamisch, komplex und unberechenbar. Das Digitale hat sich tief in die ökonomische DNA integriert und dabei nicht nur Eintrittsbarrieren verringert und Branchengrenzen verwässert, sondern auch ein neues Innovationsparadigma ausgelöst. Innovationen entstehen heute nicht mehr in abgeschotteten F&E-Abteilungen, sondern vielmehr an den Schnittstellen zwischen Menschen, Märkten und Unternehmen. Egal ob mittelständische Maschinenbauer, Original Equipment Manufacturer (kurz OEM; dt. Erstausrüster) oder börsennotierte Nahrungsmittelkonzerne: Unternehmen müssen heute in einem Umfeld agieren, das weder stabil noch sicher ist. Die Fähigkeit zur Transformation ist dabei zur neuen Grundvoraussetzung geworden. Doch die kommt nicht von ungefähr.

So sehr Innovationen auch ein Produkt aus Disruption und Chaos sein mögen, ein systematischer Umgang mit ihnen kann dem genialen Zufall durchaus auf die Sprünge helfen. Oder anders ausgedrückt: You always have to feed innovation to keep it alive! An dieser Stelle kommen auch Trends ins Spiel. Denn in dieser Logik sind Trends das Futter – das »Brain-Food«. Durch die systematische Vereinfachung der diffusen Wandelwelt reduzieren sie die Komplexität und geben Orientierung. Trends helfen somit dabei, die Welt von morgen besser zu verstehen und zu antizipieren. Zudem sind sie kreative Impulse, die uns im ersten Moment irritieren, später inspirieren und schließlich faszinieren. Es sind eben jene Impulse, die uns – mal sanft, mal ziemlich abrupt – aus unserer gedanklichen Komfortzone locken und zum Handeln motivieren. Und das ist auch gut so, denn ohne Handlung keine Wirkung – ohne Impulse kein Impact.

Torsten Rehder, TrendONE GmbH

1.Neue Weltordnung

Trend Insight

Wie sieht die Welt in 20 Jahren aus? Prognosen globaler Natur zu treffen, beispielsweise zu den Veränderungen der weltweiten wirtschaftlichen und politischen Kräfteverhältnisse, ist schwierig. Auch wenn der republikanische Politologe und Strategieberater George Friedman mit seinen provokanten geopolitischen Vorhersagen etwas anderes suggeriert und in manchen Aspekten sogar Recht behalten mag. So sieht er die Rolle der USA als dominierende Weltmacht bis zum Ende des Jahrhunderts gestärkt. China, Indien und Russland verlören dagegen an Bedeutung, die EU zersetze sich, und Deutschland werde von seinem demografisch begünstigten Nachbarn Polen überflügelt. Afrika und Südamerika misst Friedman offenbar zu wenig Bedeutung bei, um sie überhaupt zu erwähnen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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