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Krank sein im einundzwanzigsten Jahrhundert. Werner Ullmann, Frankfurter Farbengroßhändler im Ruhestand, beschreibt humorvoll seinen überstandenen Leidensweg. Noch vor einigen Jahren wäre seine Krankheit vermutlich ein Todesurteil gewesen. In Dankbarkeit widmet er sein Buch allen Ärzten und Pflegekräften, die sich Tag und Nacht für ihre Patienten einsetzen. Ärzte werden mit wuchernder Bürokratie überzogen. Dadurch fehlt ihnen die Zeit für ihre Patienten. Hausärzte finden kaum noch Nachfolger. Krankenhäuser werden aus Kostengründen geschlossen. Über sinnlose Maßnahmen in Millionenhöhe ärgern sich die Bürger. Werner Ullmann greift , um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen, nach dem alten Frankfurter Sprichwort: "Krieh die Kränk, Offebach!"
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Seitenzahl: 19
Veröffentlichungsjahr: 2025
Du Haus oder Pflege?
Der Ausrutscher
Und immer wieder Untersuchungen
Warten bis die Putzfrau kommt
Nur noch fünf Untersuchungen
Verstehen sie Spaß?
Die Odyssee im Krankenhaus
Station 33, Zimmer 323
Gäste-Toilette
Nachts im Zimmer 223
Blutdruck
Gallenblasen-Entzündung
Die Oberschwester aus Kroatien
Weiterbehandlung und ihre Folgen
Abschied
Das erste Mal in meinem Leben war ich am 25. 11. 1938 in diesem Krankenhaus.
Damals wusste man noch, dass das Stöffche nicht Äppler heißt und, nicht Äbbelwoi, sondern Ebbelwei geschrieben wird. Ein jeder wuchs zweisprachig auf, nämlich in der Mundart und in Deutsch. Wer weiß denn heute noch, dass ein Bike ein Heiker oder Drahtesel oder Fahrrad ist?
In der Schule kamen dann die Fremdsprachen dazu. Natürlich die grammatikalisch richtigen und keine Fantasiesprache. Fremdsprachen waren aber für mich nicht so wichtig, weil mein Vater sagte: „Wenn die Franzosen hierherkommen möchten, sollen sie Deutsch reden.“ Zu seiner Rechtfertigung muss ich anmerken, dass er im Jahrbuch 1914 der Frankfurter Brüder-Grimm-Schule für das Schuljahr 1913 als einer der besten Schüler der Schule erwähnt wurde. So weit habe ich es nicht gebracht.
Erst später begriff ich, dass für meine Urlaubsreisen und mein Steckenpferd der Familienforschung, andere Sprachkenntnisse von Vorteil sind.
Nach der im Krankenhaus unvermutet mit gewaltiger Lautstärke vorgetragenen Frage einer Empfangsdame: „Du Haus oder Pflege“? zu urteilen, muss sie der Überzeugung gewesen sein, alte Menschen besonders deutlich ansprechen zu müssen. Angestrengt versuchte ich, den Sinn der Frage zu erkennen. „Muss ich von zu Hause meinen eigenen Pfleger mitbringen?“ In Folge meines verständnislosen Blickes war die Dame sich endgültig sicher: „Und schwerhörig ist er auch noch.“ Mein Sohn Stefan, der mich begleitete, kam der Frage sinngemäß näher. „Papa, die Schwester will sicher ihre Deutschkenntnisse anwenden und dich fragen, ob du noch zu Hause wohnst oder in einem Pflegeheim.“
Mein Mineralien- und Wanderfreund Karl-Adolf und ich waren wieder einmal im Taunus auf einer Entdeckungstour. Ich ahnte nicht, dass mein Endziel der OP-Tisch im Krankenhaus sein würde.
Unser erstes Ziel war der Hünerberg mit seinen Ringwällen aus der Karolingerzeit. Tief atmeten wir den würzigen Hauch des Waldes und waren erfüllt von seinem Frieden.
