Du kannst vertrauen - Anselm Grün - E-Book
Beschreibung

Krankheit macht uns oft sprachlos. Wie kann man einen leidenden Menschen trösten, wie seine Sorgen und Ängste bezüglich seines eigenen Gesundheitszustandes ausdrücken? Anselm Grün zeigt einen Weg, sich mit Krankheit auseinanderzusetzen, sie zu akzeptieren und mit ihr zu leben. Das Buch hilft Angehörigen, mit Kranken in einen guten Umgang zu kommen, ohne sie zu sehr zu bevormunden oder zu vertrösten, sondern ihnen Verständnis und Fürsorge entgegen zu bringen.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl:127

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Inhalt
Vorwort
Einleitung
I. Die Deutung der Krankheit
1. Psychologische Deutungen
2. Biblische Deutungen der Krankheit
II. Der Umgang mit der Krankheit
1. Biblische Impulse für den Umgang mit der Krankheit
Psalmen
Die Heilung des Aussätzigen (Markus 1,40–45)
Die Heilung am Teich von Betesda (Johannes 5,1–9)
2. Spirituell mit der Krankheit umgehen
Krankheit und Gebet
Spiritueller Umgang mit dem Schmerz
3. Meditationen für kranke Menschen
Zur Vorbereitung
Innehalten
Krankheit als Schlüssel
Krankheit als Chance
Schule des Lebens
Wechselbad der Gefühle
Warum ich?
Hadern und Klagen
In Gottes Hand
Angst und Vertrauen
Schmerzen
Krankheit – Ort der Neugeburt
Beziehungen
Geben und nehmen
Wenn du nur noch einen Tag zu leben hättest ...
Krankheit und Gebet
Die Frage nach dem Sinn
In der Krankheit für andere beten
Krankheit als Aufbrechen
Krankheit ausleiden für die Welt
»Was soll ich dir tun?«
III. Die Begleitung kranker Menschen
1. Dem Kranken die Wahrheit sagen
2. Kranke besuchen
3. Die Pflege kranker Angehöriger
4. Die Begleitung Sterbender
5. Begleitung durch Rituale
Schluss
Segenskarten für Kranke
1
2
3
4
Vorschläge für Rituale
Salbung der Hände
Auflegung der Hände
Einen Brief schreiben
Tagebuchschreiben
Ritual für den Umgang mit der Angst
Meditation des Kreuzwegs
Literatur

Anselm Grün

Du kannst vertrauen

Worte der Zuversicht in Zeiten der Krankheit

Vier-Türme-Verlag

Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie. Detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© Vier-Türme GmbH, Verlag, Münsterschwarzach 2017

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat: Marlene Fritsch

Umschlaggestaltung: wunderlichundweigand

Umschlagfoto: © Borut Trdina/iStock.com

ISBN 978-3-7365-0045-7 (print)

ISBN 978-3-89680-988-9 (epub)

www.vier-tuerme-verlag.de

Vorwort

Dieses Buch wendet sich sowohl an Kranke als auch an Menschen, die Kranke pflegen oder begleiten. Es will den Kranken helfen, ihre eigene Krankheit zu verstehen und spirituell damit umzugehen. Zugleich lädt dieses Buch dazu ein, sich selbst Gedanken zu machen über den Sinn der eigenen Krankheit und über die Erfahrungen, die jeder mit seiner Krankheit macht.

Der Kranke wird dazu ermuntert, ein Tagebuch zu führen und die Gedanken aufzuschreiben, die ihm in seiner Krankheit durch den Kopf gehen. Zu diesem Buch haben mich die Erfahrungen angeregt, die ich mit eigener Krankheit und bei der Krankenbegleitung gemacht habe. Bereichernd war auch der Austausch mit der evangelischen Theologin Hsin-Ju Wu, mit der ich während eines längeren Aufenthaltes in Taiwan zusammengearbeitet und gemeinsame Vorträge gehalten habe und die ganz ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hat. Inspiriert hat uns beide die Erzählung eines Pastors, der von einer Frau berichtete, die während ihrer Krankheit ihre Gedanken aufgeschrieben hat. Bei der Beerdigung haben dann die Verwandten aus diesem Tagebuch vorgelesen. Alle Anwesenden waren tief berührt von den Gedanken, die dieser Frau in ihrer Krankheit gekommen sind und die sie für sich selbst, aber auch für ihre Familie aufgeschrieben hat.

Dieses Buch ist aber auch gedacht für die Männer und Frauen, die Kranke begleiten: für die Krankenhausseelsorger, für die Mitglieder der Pfarreien, die Kranke aus ihrer Pfarrei besuchen, und für die Angehörigen von Kranken. Sie finden in diesem Buch Gedanken, die ihnen möglicherweise bei der Begegnung mit Kranken helfen, und Vorschläge, wie sie Kranke dazu ermutigen können, mit ihrer Krankheit spirituell umzugehen. Hinzu kommen Anregungen für Rituale, welche die Begleiter mit den Kranken vollziehen können. Darüber hinaus bietet dieses Buch Meditationen und Gebetskarten, die in Zeiten der Krankheit trost- und hilfreich sein können. Kranke brauchen Bilder und Worte, an denen sie sich gleichsam festhalten können. Und sie sehnen sich danach, dass die Begleitung nicht nur mit Worten geschieht, sondern durch Rituale, die tiefer gehen als bloße Worte.

So hoffe ich, dass ich mit diesem Buch den Kranken eine Hilfe in die Hand gebe, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen können. Und ich wünsche den Begleitern von Kranken, dass sie in diesem Buch Anregungen finden für den Umgang mit kranken Menschen. Ich habe die Texte dieses Buches im Austausch mit Frau Hsin-Ju Wu besprochen. So sind diese Texte aus der gemeinsamen Erfahrung entsprungen. Ziel ist es, den Kranken und den Begleitern von Kranken zu helfen, ihre eigenen Erfahrungen zu verstehen und sie bewusster zu erleben.

Pater Anselm Grün

Einleitung

Jesus hat sich in besonderer Weise den Kranken zugewendet. Er hat Kranke geheilt und uns Christen den Auftrag gegeben, uns um die Kranken zu kümmern, ja sie sogar zu heilen. In der Aussendungsrede gibt Jesus den Jüngern den Auftrag: »Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!« (Matthäus 10,7f)

Die Heilung der Kranken ist Zeichen für die Nähe des Himmelreiches. Wenn Gott im Menschen herrscht, dann kann dieser gesund werden. Das heißt nicht, dass jede körperliche Krankheit sofort geheilt wird. Aber der Mensch wird in seiner Seele heil und ganz. Von den Christen – so fordert uns Jesus auf – soll eine heilende Ausstrahlung auf die Menschen ausgehen. Sie sollen Leben wecken in Menschen, die innerlich tot sind. Sie sollen Aussätzige rein machen, indem sie Menschen, die sich selbst nicht annehmen können, durch ihre liebende Zuwendung dazu befähigen, sich als wertvoll und rein zu empfinden. Und sie sollen Dämonen austreiben, das heißt, sie sollen die Menschen befreien von krank machenden, unreinen Geistern, die das Denken und Fühlen eintrüben. Sie sollen die Menschen von inneren Zwängen befreien.

Jesus ist auf kranke Menschen zugegangen. Der Evangelist Matthäus deutet sein heilendes Handeln an den Kranken mit einem Verweis auf den Propheten Jesaja: »Dadurch sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen« (Matthäus 8,17 und Jesaja 53,4). Und der 1. Petrusbrief versteht das Wirken Jesu vor dem Hintergrund der prophetischen Worte folgendermaßen: »Durch seine Wunden seid ihr geheilt« (1 Petrus 2,24 und Jesaja 53,5). So hat er uns einen Weg aufgezeigt, wie wir mit der Krankheit im Blick auf Christus spirituell umgehen können. Und so fordert Jesus auch uns Christen auf, Kranke zu besuchen und sie auf ihrem Weg der Krankheit zu begleiten. Den Worten der Bibel folgend möchte ich daher diese drei Bereiche behandeln: die Deutung der Krankheit, den spirituellen Umgang mit der Krankheit und die christliche Begleitung kranker Menschen.

I.Die Deutung der Krankheit

Wenn wir krank werden, sind wir innerlich verunsichert. Wir fragen uns: Warum gerade ich? Ich habe doch immer gesund gelebt, mich immer um meine Gesundheit gekümmert. Warum hat es mich getroffen? Was habe ich verkehrt gemacht? Habe ich mich falsch ernährt? Oder haben mich die Umstände in der Firma oder die schwierige Beziehung in der Ehe krank gemacht?

Wir suchen immer nach Ursachen für unsere Krankheit. Und manchmal beziehen wir diese Ursache auch auf Gott: Warum hat Gott das zugelassen? Wie kann Gott so grausam sein? Was ist das für ein Gott, dem ich bisher gedient habe? Habe ich mich in Gott getäuscht? Hat Gott mich durch die Krankheit gestraft, weil ich nicht so gelebt habe, wie er sich das vorstellt?

Keiner von uns ist gefeit gegen Krankheit. Auch wenn wir noch so gesund leben, wenn wir auf gesunde Ernährung achten und uns genügend bewegen, haben wir keine Garantie, von Krankheit verschont zu bleiben. Werden wir krank, gehen wir zum Arzt und setzen alles daran, die medizinischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Aber wir müssen uns auch innerlich mit der Krankheit auseinandersetzen. Wir haben sie als unsere Aufgabe zu sehen, an der wir wachsen können. In diesem Sinne ist unsere Krankheit als geistliche Aufgabe zu verstehen.

Die Krankheit stellt mich in Frage – sie stellt mir viele Fragen. Die erste Frage ist die nach dem richtigen Leben: Weist mich meine Krankheit darauf hin, dass ich etwas übersehen habe, dass ich an meiner Wahrheit vorbeigelebt habe? Habe ich mich übernommen? Habe ich zu viel gearbeitet? Habe ich zu viel heruntergeschluckt? Habe ich wichtige Signale meines Leibes und meiner Seele überhört? Was will mir die Krankheit sagen? Was sollte ich verändern? Wo sollte ich andere Akzente in meinem Lebenskonzept setzen? Worauf kommt es wirklich an in meinem Leben? Sollte ich kürzertreten, behutsamer und achtsamer leben? Was bedeuten mir meine Freunde, meine Familie? Wo habe ich sie vernachlässigt? Wie möchte ich mit ihnen umgehen, wenn die Zeit, die mir mit ihnen bleibt, begrenzt ist? Die Krankheit ist eine Chance, mein Leben zu überdenken und die Schwerpunkte anders zu setzen.

Was sagt dir deine Krankheit? Wo hat sie deine Sicht des Lebens verändert? Wo hat sie die Maßstäbe, nach denen du lebst, relativiert und dir andere Maßstäbe für dein Leben geschenkt? Und wo hat dich deine Krankheit verwirrt und ratlos gemacht? Oder hat dich deine Krankheit wütend werden lassen: wütend gegen Gott, wütend gegen das Schicksal, wütend gegen die Ärzte, die dich nicht vor der Krankheit geschützt haben?

1. Psychologische Deutungen

Viele Kranke suchen nach Ursachen für ihre Krankheit. Sie fragen sich, was sie selbst möglicherweise verkehrt gemacht haben und ob dieses oder jenes an ihrer Lebensweise falsch war. Diese Art, die Krankheit zu deuten, entspricht dem ­kausal-reduktiven Deutungsmodell von Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse. Dabei reduziere ich die Krankheit auf eine vergangene Ursache. Dieses Deutungsmodell sagt natürlich auch etwas Richtiges. Wenn ich mich falsch ernährt habe, dann weiß ich, dass dies die Ursache meiner Krankheit ist. Oder wenn ich zu viel Alkohol getrunken habe, weiß ich, dass dies meiner Leber geschadet hat. Die Erkenntnis der Ursache kann mich einladen, mein Leben zu ändern, die krank machenden Ursachen zu vermeiden oder zu reduzieren.

Manchmal verweist die körperliche Krankheit aber auch auf eine seelische Ursache. Ein Beispiel: Eine Frau hat Gürtelrose bekommen und wurde ihre Krankheit auch deshalb nicht los, weil die Beziehung zu ihrem Mann nicht mehr stimmte. Sie wollte mit dem Willen unbedingt an der Beziehung festhalten, doch ihr Körper sagte ihr, dass diese ihr auf Dauer nur schaden würde. Als sie sich von ihrem Mann getrennt hatte, wurde sie wieder gesund.

Aber wenn ich das kausal-reduktive Deutungsmodell verallgemeinere, dann vermittle ich jedem Kranken: Du bist selbst schuld an deiner Krankheit. In der New-Age-Bewegung sagt man den verletzenden Satz: »Du machst dir deine Krankheit selbst.« Mit einem solchen Satz verletze ich den Kranken und werde ihm in seiner Situation nicht gerecht. Ich vermittle ihm Schuldgefühle. Und mit solchen Schuldgefühlen mache ich seine Krankheit nur noch schlimmer. Ich schwäche seine Gesundheit. Dennoch ist es heute sehr weit verbreitet, Krankheiten allzu schnell als psychisch bedingt hinzustellen.

Wie verletzend das für den Kranken bzw. die Kranke sein kann, wird zum Beispiel in dem Buch des amerikanischen Psychologen Ken Wilber deutlich. Ken Wilber berichtet von der Brustkrebserkrankung seiner Frau Treya und von ihrem Umgang mit der Krankheit. Treyas eigene Erfahrungen kommen zudem in den mitabgedruckten Passagen aus ihrem Tagebuch zur Sprache.

Einen Monat nach ihrer Heirat wird bei Treya Brustkrebs diagnostiziert. Sie ist schockiert. Noch mehr verletzt sie jedoch die Reaktion ihrer Freunde, von denen viele – wie sie selbst – Psychologen sind. Diese urteilen sehr schnell: »Du hast Krebs, weil du zu viel Groll verdrängt hast.« Das macht Treya und ihren Mann wütend. Sie sprechen miteinander über die Deutung von Krankheit. Und sie erkennen: Immer wenn sich jemand eine Theorie macht über meine Krankheit, weigert er sich, sich auf mich in meiner Krankheit einzulassen. Er hält die Theorie zwischen sich und mich, weil er nicht bereit ist, mich in meiner Krankheit wirklich zu verstehen und sich mir zuzuwenden.

Wir sollten daher sehr vorsichtig sein, die Krankheit sofort zu deuten. Und vor allem sollten wir es uns verbieten, in der Vergangenheit die Ursachen für die Krankheit zu suchen. Denn die Vergangenheit können wir nicht ändern. Und wir zerfleischen uns nur mit Schuldgefühlen, wenn wir in der Vergangenheit nach der Ursache fragen.

Heilsamer als das Deutungsmodell von Sigmund Freud ist das von C. G. Jung. Man nennt es das finale Deutungsmodell. Jung fragt nicht nach der Vergangenheit. Er fragt die Krankheit vielmehr: Was für einen Impuls gibst du mir für die Zukunft? Ich quäle mich dann nicht mit Schuldgefühlen, sondern ich nehme die Krankheit an, um bewusster und achtsamer zu leben und um manches in meinem Leben zu ändern. Ich höre auf die Botschaft der Krankheit. Sie hat mir etwas zu sagen. Sie ist ein Impuls für die Zukunft. In jeder Krankheit steckt durchaus eine Botschaft. Wenn ich immer wieder Schnupfen bekomme, sagen wir ja auch: Ich habe die Nase voll. Aber ich quäle mich dann nicht mit der Vergangenheit. Ich nehme den Schnupfen vielmehr als Impuls, besser auf mich aufzupassen, mich besser abzugrenzen. Die Krankheit hängt mit der Psyche zusammen. Sie ist eine Mahnung, besser für meine Seele und meinen Leib zu sorgen. Aber ich soll nicht in der Vergangenheit herumwühlen, was ich verkehrt gemacht habe. Denn dann werfe ich mir nur meine eigene Schuld vor. Und diese Selbstvorwürfe helfen mir nicht weiter. Es ist ganz normal, dass wir nicht immer achtsam leben. Doch wir sollten die Mahnung des Leibes berücksichtigen, behutsamer und sorgsamer mit uns umzugehen.

C. G. Jung verbindet sein finales Deutungsmodell mit dem Begriff der Synchronizität (= Gleichzeitigkeit). Manchmal treten psychische und körperliche Symptome gleichzeitig auf. Dennoch kann man das gleichzeitige Auftreten von Krankheit und seelischer Problematik nicht kausal erklären. Ein Beispiel: Zu mir kam eine junge Frau und fragte mich: »Ist Sehnenriss psychisch bedingt?« Ich war verwundert über diese Frage und antwortete: »Warum willst du das so genau wissen?« Da erzählte sie: »Ich habe eine Freundschaft mit einem jungen Mann gehabt. Doch die ist zerrissen. Am Abend nach meiner Trennung von ihm habe ich mir beim Volleyball die Sehne zerrissen.«

Eine solche Gleichzeitigkeit kann man wohl kaum kausal erklären. Aber es ist ein Phänomen, das wir oft beobachten können. Manchmal trift eine innere Zerrissenheit mit einem äußeren Unfall zusammen. Wir sollten dann den Unfall als Symbol sehen, aber nicht nach den Ursachen fragen.

Wenn wir das finale Deutungsmodell von C. G. Jung annehmen, dann können wir uns in der Krankheit folgende Fragen stellen: Was ist Leben, wenn es begrenzt ist, wenn es verletzt ist? Worin besteht der Sinn meines Lebens? Was will Gott mir durch die Krankheit sagen? Worauf setze ich?

Die Krankheit zwingt mich, von manchen Illusionen Abschied zu nehmen. Ich erlebe meine Endlichkeit, meine Vergänglichkeit. Alles, was ich bisher geschaffen habe, relativiert sich. Ich kann die Krankheit nur in innerem Frieden bewältigen, wenn ich mich auf meine wahre Identität besinne. Was ist mein innerster Kern? Was ist mein wahres Selbst? Alles Äußere fällt weg. Der Leib funktioniert nicht mehr, wird unansehnlich. So muss ich den Weg nach innen gehen und dort mein wahres Selbst entdecken. Bei aller äußeren Gefährdung und Schwächung gibt es in mir einen Raum, in dem ich heil bin und ganz. Es ist der Raum der inneren Stille, wo Gott selbst in mir wohnt. In diesen Raum muss ich mich zurückziehen. Es ist eine Konzentration auf das Wesentliche. Alles andere fällt ab.