Eckball - Stefan Donaubauer - E-Book

Eckball E-Book

Stefan Donaubauer

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8,99 €

Beschreibung

Die Welt ist rund – der Ball ist es auch. Außerdem muss das Runde ins Eckige, der Ball ins Buch, das Wort ins Bild. Oder anders gesagt: 50 Bilderrätsel rund um das Thema Fußball warten darauf, entschlüsselt zu werden. Die begleitende Lektüre der als Lexikonartikel verfassten Auflösungen überrascht selbst Fachleute garantiert mit dem einen oder anderen bislang unbekannten Aspekt – meist abseits der offiziellen FIFA-Regeln, dafür aber umso näher an der wirklichen Welt.

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Seitenzahl: 73

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Inhaltsverzeichnis

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Nicht erst seit in Deutschland ein Sommermärchen wahr wurde und die Menschen sich euphorisch beseelt in den Armen lagen, steht fest, was unsere Welt im Innersten zusammenhält: der Fußball. Generationsübergreifend und interkulturell, übersetzt er komplexe Zusammenhänge in einfache Formeln und Begriffe. Er ist Bestandteil unseres alltäglichen Lebens und Redens geworden, nur nehmen wir davon selten Notiz, würdigen kaum die Bedeutung und den philosophischen Tiefgang dieser einzigartigen Ballsportart. – Hier setzt das Fußball-Foto-Rätsel-Buch an: In 45 Spielminuten (und 5 Minuten Nachspielzeit) lädt es dazu ein, dem Phänomen Fußball neu zu begegnen. Ein anderer Blickwinkel ist gefragt, und es muss auch mal um die Ecke gedacht werden, um den 50 Fotorätseln ihre jeweilige Bedeutung aus der Welt der Fußballbegrifflichkeit zuzuordnen. Die begleitende Lektüre der als Lexikonartikel verfassten Auflösungen überrascht selbst Fachleute mit dem ein oder anderen bislang unbekannten Aspekt – meist abseits der offiziellen Regeln, dafür aber umso näher an der wirklichen Welt …

Anstoß, der [ˈanʃtoːs] 1. Der Anstoß erfolgt zu Beginn eines Spiels, der zweiten Halbzeit, jeder Hälfte einer Verlängerung und nach einem Tor. Während der Ball auf dem Mittelpunkt des Spielfelds ruht, stellen sich alle Spieler in der eigenen Spielfeldhälfte auf, wobei sie einen Mindestabstand zum Ball von 9,15 m einhalten. Dies wird durch den Mittelkreis angezeigt. Der Ball ist im Spiel, wenn er mit dem Fuß in Bewegung versetzt wurde. Der ausführende Spieler darf erst wieder Kontakt mit dem Ball haben, nachdem dieser von einem anderen Spieler berührt wurde. 2. Obwohl der Anstoß der Lebensmittelpunkt des Spiels ist, ist er in seiner Außenwirkung eher unscheinbar. Bevor er vor Spielbeginn erfolgt, bietet sich das erste Mal die Möglichkeit, sich psychologisch zu betätigen: fester Händedruck mit den Schiedsrichtern und dem gegnerischen Kapitän, ein tiefer Blick in die Augen: Kann los gehen! 3. Die meisten Regeln des StGB und der StVO werden mit dem Anstoß für 90 Minuten außer Kraft gesetzt. Selbst im Falle massiver Körperverletzung, der Verleumdung oder Beleidigung bleiben die Spieler vor dem Gesetz straffrei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spielsituationen bietet der Anstoß relative Sicherheit vor Verletzungen (siehe auch Bankdrücker oder Einwurf). Einmal angestoßen, gibt es kein Zurück mehr. 4. Eine besondere Form des Anstoßes stellt der sogenannte Ehrenanstoß dar. Dies ist ein inoffizieller Anstoß, der von einer besonderen Person (Kanzler, Papst, Lichtgestalt) noch vor dem regulären Anstoß zu Beginn eines Spiels ausgeführt wird. Nicht zu ver wechseln mit: Kugelstoßen, anstößiges Verhalten oder Stoßverkehr. Beispiele aus dem wirklichen Leben: Geburt – Zündung – das erste Mal.

Torjubel, der [ˈtoːɐ̯juːbl] 1. Zwar ist es einem Spieler erlaubt, seiner Freude nach einem Treffer Ausdruck zu verleihen, doch darf der Torjubel nicht übertrieben werden. Selbst die am eindrucksvollsten choreographierte Jubelszene wird unterbunden, wenn durch sie zu viel Zeit verloren geht. Die Schiedsrichter sind angewiesen, über den korrekten Torjubel zu wachen und sich dabei vom gesunden Menschenverstand leiten zu lassen. Entsprechend wird ein Spieler verwarnt, wenn er zum Beispiel mit provozierenden, höhnischen oder aufhetzenden Gesten jubelt, oder an einem Zaun hochklettert, um seinen Treffer zu feiern. 2. Drin. Das schönste Gefühl der Welt. Der Spieler erzielt ein Tor. Die Fans singen, der Trainer und die gesamte Ersatzbank sind begeistert aufgesprungen, und der Kommentator überschlägt sich in Superlativen. Doch der geneigte Torschütze denkt bereits an etwas anderes. Denn: Nach dem Torerfolg ist vor dem Torjubel, und die Jubelarie will sorgfältig vorbereitet sein, auch wenn sie mittlerweile vom Weltverband mit Verboten bedacht und von Sanktionsmöglichkeiten bedroht ist. So wird heutzutage die zusehende Frauenwelt durch das Trikot-Auszieh-Verbot um eine besondere Augenfreude gebracht. Ein schmerzlicher Verlust. Auch schön: Roger Millas Lambada-Tanz mit der Eckfahne. 3. Oftmals werden richtig gute Torjubler von ihren Mitspielern regelrecht gejagt, über den halben Platz verfolgt, und, sollten sie eingefangen werden, unter den Kameraden begraben. Dies wiederum stellt eine ungewöhnliche, aber nicht ganz seltene Quelle überraschender Verletzungen (Muskelfaserrisse, Rippenbrüche, etc.) beim Fußballspiel dar. Nicht zu verwechseln mit: Unterjubeln, Jubiläum oder Jubeljahre. Beispiele aus dem wirklichen Leben: Orgasmus – Der Vettel-Finger – »That’s one small step for man. One giant leap for mankind.«

Viererkette, die [ˈfiːʀərˈkɛtə] 1. Die Viererkette besteht aus zwei Innen- und zwei Außenverteidigern. Diese raumaufteilende Kombination findet mittlerweile auch im Mittelfeld Anwendung und heißt dann 4-4-2-System. Die Abkehr von Manndeckern, Libero und Ausputzer nutzt das spielerische Offensivpotenzial einer Mannschaft weitaus mehr, als dies noch in den 1960er und 1970er Jahren der Fall war. Auch der Torwart rückt nun nach vorne, zwischen Fünfer und Elfer, um lange Bälle abzufangen und sie gleich wieder gewinnbringend ins Spiel zurückzufeuern. 2. Kaum ein Spielsystem verkörpert die flexiblen und dynamischen Elemente des modernen Fußballspiels so wie die Viererkette. Das Verteidigungsspiel mit den Vieren – zumeist auf einer Linie operierend – gehört schlichtweg zum Ausweis einer modernen Mannschaft. International repertoirefähig seit Ende der 1980er Jahre, in Deutschland jedoch erst 1999 gesichtet. Wie so oft liegen Kunst und Versagen im Detail, und die arg geforderten Abwehrspieler plagen zahllose Fragen: »Was mach ich, wenn der andere auf Abseits spielt?«, »Soll ich auch rausgehen?«, »Nimmst du ihn oder hab ich ihn nicht?«, »Wo kommt der jetzt her?« 3. Ist die Kette harmonisiert und geistig wie körperlich auf gleichem Niveau, bildet sie ein nicht zu überwindendes Bollwerk. Wenn nicht, ist sie löchrig wie Schweizer Käse. An dieser Kette entscheidet sich in Sekundenschnelle Wohl und Wehe: Kommt der Stürmer durch, ist er weg. Früher war’s schöner: Mann gegen Mann. Manch einer wünscht sich da den Libero oder gar den Kaiser zurück! Nicht zu verwechseln mit: Supermarktkette, Halskette oder Kettenbrief. Beispiele aus dem wirklichen Leben: Die fantastischen Vier – Vierlinge – die vier apokalyptischen Reiter.

Mauer, die [ˈmaʊ̯ɐ] 1. Eine Mauer wird immer dann gebildet, wenn durch einen gegnerischen Freistoß direkte Torgefahr für eine Mannschaft besteht. Das heißt also, dass sich der Tatort in der gleichen Spielfeldhälfte befinden sollte, in der auch das bedrohte Tor liegt. Mindestens ein Spieler, meistens aber drei oder vier Kameraden stellen sich vor den Ball und decken so das hinter ihnen liegende Tor ab. Ein aufmerksamer Schiedsrichter überprüft nach dem Zusammenfinden der Tapferen, dass der Abstand zwischen Mauer und Ball mindestens 9,15 m beträgt. Die grobe und zunächst von den betroffenen Spielern als mit Sicherheit falsch eingeschätzte Entfernung wird vom Referee durch Abschreiten der Distanz festgelegt (und stellt sich durch die Einblendung des tatsächlichen 9,15-Meter-Kreises auf dem Fernsehbildschirm, meistens – Überraschung! – doch als richtig heraus). 2. Kein Spieler stellt sich freiwillig in die Mauer. Meistens trifft es die Arbeitsbienen und Verteidiger (siehe auch Wasserträger), im seltensten Fall die Kreativabteilung (siehe auch Spielmacher). Die Mauer wird vom Torhüter eingerichtet, der vom Torpfosten aus die Flugbahn des Balls mit sicherem Blick antizipiert und seine Vorderleute entsprechend richtungsweisend herumkommandiert. Dies geschieht oft in gehobener Lautstärke. Zur verbesserten Kommunikation dreht sich einer der in der Mauer außen stehenden Männer um und stellt Sichtkontakt zum Torwart her. Er zerrt und zupft nun so lange an seinen Mitspielern, bis die Mauer steht. Sobald sich der Schiedsrichter etwas entfernt hat oder in eine andere Richtung schaut, versucht die Mauer geschlossen, die Distanz zum Ball mit kleinen Schritten zu verkürzen, um so eine schlechtere Ausgangsposition für den Schützen zu schaffen. Mutig, aber oft schmerzhaft. 3. Trotz aller getroffenen Vorkehrungen ist die Mauer kein unüberwindbares Bollwerk. Kunstschützen aller Länder messen sich daran: Es wird geschlenzt, gezimmert, gebolzt und gezwirbelt, was das Zeug hält. »Hauptsache nicht in die Kronjuwelen!« , denkt sich der Verteidiger und hält die Hände schützend vor dieselben. Achtung: Eher suboptimal ist es, wenn die Spieler mit dem Einrichten der Mauer so beschäftigt sind, dass sie dabei übersehen, dass der Schiedsrichter die Hand gehoben hat, und der Freistoß somit indirekt auszuführen ist. Nicht zu verwechseln mit: Mauerfall, »Auf der Mauer, auf der Lauer  …« oder Mau Mau. Beispiele aus dem wirklichen Leben: Pay-TV – Kondom – Burggraben.

Kasten sauber halten, den [ˈkastn̩ ˈzaʊ̯bɐ ˈhaltn̩] 1. Spielt ein Torwart zu null (siehe auch Hinten-drin-Stehen