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Sinn ist ungewiss - und damit eher schon vorhanden! Ist Gutes nämlich ungewiss, also möglich, dann dünkt für Gutes zu suchen eher sinnig als alles andere; denn allein Gutes wäre anzustreben, kein Schlechtes, kein Bedeutungsloses. ~ ~ ~ Ein Gutes - rundum richtig, da rundum zu befolgen - dünkt ungewiss, doch - richtiger in sich - im Zweifel eher da als nicht da; denn Richtigeres dünkt im Zweifel eher wahr und eher wirklich. ~ ~ ~ Jede Begründung braucht einen Urgrund, sonst hängt sie letztlich in der Luft. Jeder Urgrund muss sich selbst begründen, sonst hängt auch er in der Luft. Ein allgut-allrichtig ewiger (so ehest allbegründender) Urgrund "Gott" dünkt vorerst eher wahr und eher wirklich als ein anderer ("Ur-Zufall") oder ein unbestimmter ("ewiges Weltall") Urgrund. ~ ~ ~ Unsere sachliche, so letztlich magische Moderne (gegründet auf Gewolltem statt auf erkennbar Gesolltem) scheitert geistig an ihren Extremen, die sie aus sich selbst nicht widerlegen kann. ~ ~ ~ Eine sinnige Moderne dagegen, auf einen Eher-Sinn gegründet, erklärte sich tiefer als ihre Gegner. ~ ~ ~ Erst eine sinnige Moderne vollendete die Aufklärung.
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Christian Mosler
Eher-Sinn
Für eine zweite Moderne
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Anfang
Thesen
Ist etwas gut?
Zwei Würdigkeiten
Zwei Wahrscheinlichkeiten
Ein allguter Gott
Ein Urgrund
Zwischensumme: Warum die Welt?
Für Gutes
Die neue Moderne
Anhang
Impressum neobooks
Wer eher Richtigkeiten folgt, lebt irgend eher gut;
denn Gutes (möglich sowie ganz zu befolgen) wäre ganz richtig.
*
Sinn ist möglich – und als Suche dafür schon eher vorhanden.
Wie auch, ehest stimmig, eine Wahrheit.
*
Wahrscheinlichkeitsdenken denkt Vieldeutiges eine Idee klarer.
1. Gutes – allseits ganz richtig (auch im Wollen) – dünkt anzustreben wie je machbar, sonst egal, dünkt so persönlich eher anzustreben.
Dazu stets möglich-ungewiss. In Summe: Gutes dünkt persönlich eher suchend anzustreben.
2. Einziglich; denn sonst dünkt Gutes ganz ungewiss – und einzig Gutes anzustreben, kein Schlechtes, kein Bedeutungsloses.
3. So dünkt die Suche für Gutes der einzige Eher-Sinn(Quelle von Menschlichkeit und Würde) sowie ehest der Sinn alles Lebens, beides auf unabsehbar lange Zeit. Anderes verbleibt im Sinngefühl.
4. Wir suchen wirksamst für Gutes, wenn wir zugleich lernen, immer wirksamer dafür zu suchen: wenn wir uns alle, guten Willens, rundum geistig entwickeln.
5. Gutes dünkt, als ganz Richtiges, allein betrachtet gänzlich anzustreben, auch jenseits unseres Könnens und Sollens (im Letzten von Gott?).
6. Eher (ganz) Richtiges dünkt wahnärmer und so im Zweifel eher wahr und eher wirklich als minder (ganz) Richtiges.
7. So dünkt die Weltin Summe eher gut und wird – im großen Überblick – niederschwellig und mit Brüchen eher besser. Noch eher, wenn wir bewusst für Gutes suchen.
8. Je tiefer, umfassender ein Grund, desto eher allrichtig.
Ein allbegründender „All-Urgrund“ muss ewig-allrichtig sein; denn nur Ewig-Allrichtiges begründete alles alleine (damit, begründungswichtig, auch sich selbst).
9. Ehester All-Urgrund dünkt so ein allgut-allrichtig ewiger Gott, eher Grund seiner selbst als der dunklere, minder wollens-richtige, so minder wahre „Ur-Zufall“, der zum Wirken eher schon eine Vielheit benötigt.
10. Ein allguter Gott dünkt eher wahr; denn Unsinn kann nicht richtig sein (sonst wäre er keiner mehr), kann so alleine nichts begründen; jeder Irgend-Eher-Sinn gilt eher.
11. So ist der allgut-allrichtig ewige Urgrund „Gott“ die gründlichere Theorie.
An einen Grund aller Gründe zu glauben ist logischer als nicht an ihn zu glauben.
12. Ist ein allgut-allrichtig ewiger, somit allgerechter Urgrund eher wahrscheinlich als ein anderer oder als kein Urgrund, dann dünkt – gerechtigkeitshalber – ein Leben von uns nach dem Tod auch eher wahrscheinlich; denn vieles dünkt ungerecht auf Erden.
13. Unsere sinnferne, so letztlich willkür-magische Moderne scheitert geistig an ihren Extremen, die sie aus sich selbst nicht widerlegen kann.
14. Eine sinnige Moderne dagegen begründet sich tiefer als ihre Gegner. Sie macht Geistiges klarer. Sie fördert freie Gemeinschaft.
15. Die sinnige Moderne vollendete die Aufklärung.
Sinnvoll leben · Gutes (tun) dünkt möglich · Suche für Gutes · Sinnfall, Unsinnsfall · Erfahrung und Begründung eher überzeugend
Sinnvoll leben heißt Gutes tun, rundum Richtiges, rundum zu Befolgendes. Ist etwas gut? Ich weiß es nicht. Niemand beweist mir, ob es gute oder schlechte Taten gibt, oder ob nicht alles egal ist.
Doch ich will Richtiges tun und folge zwei Leitgedanken aus Erfahrung:
1. Die Zukunft weiß ich nicht.
2. Minder Wahrscheinliches glaube ich nicht.
Rätseln wir über Gutes, dann wäre die Vorarbeit zu mehr Gutem, nach Gutem zu trachten, sonst rätselten wir stets gleich darüber. Bestünde ein gutes Ziel, und wir könnten es nie erfüllen, dann ihm möglichst zugetan! Erkennten wir einst, dass nichts zu tun sei, hätten wir sinnlos gestrebt; doch wir rätseln – und suchen vorerst besser für Gutes.
Denn solange wir über Gutes schlicht rätseln, solange fördert einzig die Suche für Gutes (Suche guten Willens) gezielt, dass Gutes einmal erkannt und befolgt werde – gut, wenn es Gutes gibt, schadlos wenn nicht: in Summe eher gut, vorzuziehen, vorerst besser.
Suchtaten für Gutes dünken heute eher gut als ein sinn-abgewandtes Handeln, da sinn-abgewandtes Handeln in reinem Unsinn stets gar nichts bedeutete, bei einem Sinn aber zufällig gut dünkt oder gleich zufällig schlecht: sinn-abgewandtes Handeln so im Sinnfall und im Unsinnsfall je letztlich wertneutral dünkt, letztlich immer sinnlos, ohne das Gutheits-Plus der Suche für Gutes (Abb. 1). Suchtaten für Schlechtes dünken sogar eher schlecht.
Gibt es Gutes zu tun, sei Gutes getan und zuvor angestrebt; fehlte Gutes, strebten wir schadlos: Die reine Suche für Gutes dünkt heute ehest zu tun (dünkt; denn wer wüsste ewig sicher?) (Abb. 2), ihr Anteil macht unser Handeln heute eher tunlich, vorerst besser als sinnloses Tun – auf zu möglichst Gutem! (Abb. 3)
Die Suche für Gutes führt nach heutigem, Gutheits-ungewissem Denken eher ins Gute als alles andere (als für Gutes irgend minder zu suchen). Gutem dünkt heute eher zuzutun, je mehr und eher desto vorerst besser; Gutes soll so zur Erfüllung eher erkannt, soll eher angestrebt werden. Gutes erscheint ungewiss, also möglich, befolgensmöglich, dünkt heute richtigstes Ziel (denn einzig von Gutem dünkt, es solle unbegrenzt geschehen): Wir sollen heute für Gutes suchen, eher als alles andere.
Das vorläufige Wertmaß lautet daher: wie sehr eine Tat dem Willen zum endgültig Guten dient. Sehen wir ein, dass unser Wissen schwankt, und trauen ihm doch aufgrund Erfahrung, dann gilt uns genauso fest ein Vorab-Maß, ein Vor- und Eher-Sinn, eine vorläufige Wahrheit und geistige Mitte, mit der Überzeugungskraft all unseres vorläufigen Wissens, da erfahrungsbegründet und fruchtbar. Ein Vorab-Sinn dünkt uns tunlichst weil sinnigst, dünkt vorab tiefster Schluss, höchstes Gut. Logischer Vorab-Sinn gilt, wie die Logik einleuchtet: unabsehbar lange.
Ist Gutes wähl- und befolgbar, dann soll Gutes sein, je mehr und eher desto besser, dann soll Besserung sein; andernfalls dünkt alles egal. In Summe, Gutheits-ungewiss: Gutes und Besserung sollen eher sein.
Wir sollen Gutes eher wollen, weil Gutes möglich dünkt. Denn dass wir etwas tun sollen, dünkt vorerst nicht auf ewig auszuschließen.
Einwände:
„Es gibt Gutes, doch die Suche dafür ist schlecht“? Gibt es befolgbar Gutes, dann sollen wir Gutes möglichst tun und zuvor für mehr Gutes suchen. „Erstolpere Gutes“ hingegen, dem Einwand gemäß, hieße: „Stolpere fleißig – befolgbar Gutes gibt es nicht“; und gäbe es kein befolgbar Gutes, dann wäre die Suche für Gutes nicht schlecht, nur sinnlos-schadlos-wertneutral. In Summe (Gutheits-ungewiss): Die Suche für Gutes dünkt heute eher gut.
„Wir sollen Unsinn tun“ – Unsinn gleich Sinn? Dann bitte dies begründen, erfahrungsstimmig, sonst bleibt der Satz Gelall. Ein Unsinnsziel versinkt im eigenen Quark, allein Stimmiges kann seine Tunlichkeit belegen. Jeder Hauch Irgend-Sinn ist vorerst wichtiger, vorzüglicher, als aller Unsinn.
„Wir sollen das Schlechte tun, nicht das Gute“? Sags wie du willst und tue es, ich nenne dein „Schlechtes“ gut: Stimmiges Handeln für einen Endsinn dünkt vorerst tunlich. Oder sollten wir etwa einem Endsinn stets ganz zuwiderleben? Gesolltem entgegen, Schlechtes höchst fördernd, dünkt die Suche für wirklich Schlechtes vorerst ehest verwerflich, dünkt äußerst ungesollt.
„Es gibt Schlechtes, aber kein Gutes“? Minderwahr: Wäre etwas schlecht und sollte nicht sein, dünkte dessen Abschaffung gut; nicht einmal dieses gut, dünkte alles nichtschlecht-egal.
„Das Gute ist zugleich schlecht“? Ist so und zugleich nicht so? Unsinn dünkt möglich; aber Eher-Sinn, Suche für Gutes – auch möglich – führt eher ins Gute (möglichem Guten sich eher und williger nähernd), dünkt eher gut, dünkt heute für Gutes glaubwürdiger als Unsinn.
„Sinn? Unsinn? Mir alles gleich“ – dann fordere nichts, dann finde dich ab mit der Welt. All deine „Gleichgültigkeiten“, wen sollten sie kümmern? „ Das Leben, ein Traum“? Vielleicht, doch Gutes zu wollen dünkt vorerst besser.
„Die Welt den Starken“? Suche für Gutes dünkt heute eher gut als Wille nach Belieben. Denn Gutes, vorerst sinnig-ungewiss, dünkt überbeliebig, dünkt irgend suchenswert.
„Gutheitsbetrachtungen: nicht falsifizierbar, Wolkenfängerei“? Auch Logik und Mathematik sind nicht falsifizierbar,gleichwohl – streng folgerecht sowie erfahrungsgeprüft über ihre falsifizierbaren Früchte, in ihrer Erklärungstiefe vorerst konkurrenzlos – heute als ehest wahr anerkannt. Ähnlich die Ethik: Was an Ethischem sich erfahrungsstimmig nennen darf ist erfahrungsgeprüft, dünkt eher wahr als minderstimmig Ethisches.
„Ich weiß das Gute, also glaubt mir immer“? Erst erfahrungsstimmig begründen macht glaubwürdig, erhebt Behauptung oder Ahnung – nun prüfbar – zur Vorab-Erkenntnis.
„Ich bin schon eher gut, wenn ich tue was ich will, sinnlos, gottlos, und dazu noch ein Heil fördere, einen Teufel schlachte“: doch wäre so ein „Teufel“ nicht ein Mensch, der – sinnblinden Teufelsjägern reichlich wesensnah – auch nur „seinen Teufel schlachtet“ und sonst tut was er will? Bemäntelte „Heil“ nicht ein Ziel, das zuerst mir selber passt? Gegen echte Teufel hälfe kein Draufschlagen; echtes Heilswirken braucht Wahrhaftigkeit: Beweisbar eher Gutes tun! Anderes Tun taugt minder.
„Ich darf alles, was ich kann“? Eher nein; denn im Sinnfall gilt etwas nicht zu schädigen, bei jeglichem Tun, egal mit welcher Kraft – und im Unsinnsfall gilt gar nichts (da sonst kein Unsinn mehr).
Ein Letzt-Unsinn mit zufälligen, gleichwohl irgend dauerhaften Zwischen-Richtigkeiten („postmoderne Welt“) dünkt minder wahr als eine letztsinnige Ur- und Allbegründetheit; denn tiefere Richtigkeit dünkt wahnärmer als eine weniger tiefe Richtigkeit, dünkt vorerst gründlicher richtig. Eine Wahrheit stimmt am ehesten, vielfältigsten.
Geben wir uns „eigene Werte“, dann setzen wir Ziele nach eigenem Willen. Wie aber könnten Willkürwerte dauerhaft dem Guten dienen, wo jede Laune sie beeinflusst, umdreht, abschafft? Auch Mörder leben Willkürwerte; beliebiger „Ja-wie-Nein-Sinn“ hieße gar kein Sinn.
Die zwei Leitgedanken des Kapitelanfangs gelten allgemein, soweit jeder sie braucht. Stimmen sie? Erfahrung macht dies glauben. Aller Erfahrung zu spotten und dennoch Erfahrung zu nutzen wäre minder sinnig. Wie irr, der Alltagslogik trauend ein vorläufiges Wertmaß – erfahrungsbewährt, offenbarungsfrei, einzig: also vorerst unentkräftbar – dennoch zu übergehen zugunsten eines Sittengefühls, einer Geschmackseingebung, eines Wertegelalls.
Zusammenfassung:
Sollen wir etwas tun? Letztlich wissen wir es nicht; denn wir erkennen bislang nur Vorläufiges, somit kein Endziel, nichts, was endgültig gut und zu tun ist.
Doch solange unser Wissen schwankt, solange suchen wir besser für Gutes, als es zu lassen.
Denn solange Gutes (und so alles Tunliche) ungewiss ist, also möglich, solangeführt Suchen für Gutes eher ins Gute, dünkt eher zu tun,einziglich (da Gutes sonst rein ungewiss, und Schlechtes oder Belangloses nicht zu tun): dünkt Suchen fürGutes so tunlicher als alles andere. Jetzt und auf unabsehbar lange Zeit.
Verfolgen wir unsere einzig eher gut dünkende Aufgabe und suchen für Gutes, dürfen wir glauben, dass unser Leben eher wohl gerät.
Verweigern wir uns ihr aber, können wir höchstens zufällig gut sein, wären ebenso zufällig schlecht und zufällig sinnlos. Wir fänden an unserem Tun keinen Wahrscheinlichkeits-Vorsprung des Guten, keinen vorläufigen Sinn am Leben.
Gutes ist vorerst unbewiesen-ungewiss, also möglich. Und schon diese Möglichkeit von Gutem – in Summe ihrer Chancen eher nicht egal, eher irgend verfolgenswert – schafft einen Eher-Sinn.
Sinn ist möglich – und so als Eher-Sinn schon da.
Ein Eher-Sinn genügt vorerst; denn auch sonst genügt uns unser vorläufiges Eher-Wissen.
Glaube ich sonst nichts, so glaube ich meiner Erfahrung und meinem erfahrungsstimmigen Denken. Gutes dünkt heute ungewiss, also möglich. Als sittliches Naturgesetz.
Ist Gutes möglich, sollen wir eher für Gutes sein.
Ist Gutes zudem unverstanden, sollen wir eher für Gutes suchen.
Eher gut heißt: eher für Gutes.
Abb.1: Möglichkeitsdiagramm der Reinform: „sinn-abgewandtes Handeln“ (ohne Suche für Gutes oder für Schlechtes)
Abb. 2: Möglichkeitsdiagramm der Reinform: „Suche für endgültig Gutes“
Abb. 3: Möglichkeitsdiagramm der Mischform: „real-menschliche Suche für endgültig Gutes“
Immer besser suchen · zwei Gleichheitsziele · Verstand, Vernunft · seinswürdig, verhaltenswürdig · Gesolltes vor Gewolltem
Sind weder Ziel klar noch Richtung auf der Suche für Gutes, erkennen wir doch eins: Wir finden ein Gesuchtes eher, wenn der Suchakt zugleich die Fähigkeit zu suchen steigert. Rechtestes Suchen wie rechtestes Tun verspricht so heute: allseits und immer besser für Gutes zu suchen, gleich planvoll-freischauend unsere Geistesgröße überall zu mehren, Verstand, Gefühl, entschlossen dass nur Gutes sei.
Solange wir Gutes nur vorläufig kennen, solange dünkt Verbesserung im Streben nach dem Guten möglich sowie noch eher gut. Daher muss eine vorläufig ehestgute Lehre vom Tun unsere geistig-seelische Immer-Höher-Bildung fordern, unsere Vervollkommnung, sonst gäbe es eine noch tunlichere Lehre.
Wäre nichts befolgbar ehergut, dann zerfiele uns jeder Widerspruch gegen selbst grundlose Macht. Wenn wir jedoch Rechte wollen, begründen wir, Gutheits-ungewiss, Rechte für uns eher, inwieweit wir mit ihnen noch eher sinnig-gut handeln. Sinn geht vor Macht, Vernunft (wohl gleich: Verstand für Gutes¹) vor Willkür, weil Gutes möglich ist; Sinn schafft Recht, Macht nur Gesetze.
Die Suche für Gutes dünkt, vorerst einziglich, ein eher gutes Tun. Also dünken wir Menschen – vorerst je-anders-durchsetzt, eher ungleich für Gutes suchend – auch eher ungleich gut. Doch allein für Endgutes gedacht, ohne Hochmut; denn Gutheitsdünkel, eher selbst- als besserungsdienlich, entkräftete sich selber. Alle Menschen dünken in ihrem Suchanteil für Gutes vorab ehest gut und so in ihrem guten Willen gleich.
Wir erscheinen heute nicht als rundum gut, schon gar nicht im aufreibenden, zur Schlauheit zwingenden Naturzustand, sondern mal eher gut, mal eher schlecht, je nach unseren Taten.
„Alle Menschen sind gleich gut, in ihrem Sein und in ihrem Tun“? Bezogen auf unser Tun in Summe eher falsch; denn im Sinnfall dünkt unser Handeln unvollkommen-unterschiedlich, und im Unsinnsfall gilt gar nichts.
„Jeder sei schon jetzt ganz gleich“? Minderstimmig, da der Satz die ur-eigentliche Gleichheit, Egalheit unseres Seins und Tuns voraussetzt, „gerechten Unsinn“ fordernd – wo Unsinn aller Regel spottet. Dagegen findet das andere, eher gute, eher zu fördernde sinnige Gleichheitsziel „Vollkommenheit“ ungleiche Menschen vor zur Besserung, dünkt heute „Jedem das Angemessene zum Guten“ aller Unsinns-Gleichheit vorzuziehen². Wir erscheinen weder ganz gleich noch gleich-erschaffen, sondern (siehe später) als Personen ehergut und an Personenwürde, Menschenwürde gleich, „frei und gleich an Würde und Recht geboren“³; dazu aber
