Eifel-Kreuz - Jacques Berndorf - E-Book
  • Herausgeber: GRAFIT
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2011
Beschreibung

Der 13. Band der Eifel Serie Wer kreuzigt einen 18-Jährigen? Nachdem Siggi Baumeister die Leiche Sven Dillingers gesehen hat, lässt ihn diese Frage nicht mehr los. Bei der Suche nach einer Antwort trifft er auf Menschen, die ohne den Glauben an die Kirche hilflos wären, und auf solche, die dieser Glaube zerstört. Doch dem Mörder begegnet er nicht ...

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Seitenzahl:389

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Beliebtheit


Jacques Berndorf

Eifel-Kreuz

Originalausgabe © 2006 by GRAFIT Verlag GmbH

E-Book © 2014 by GRAFIT Verlag GmbH

Chemnitzer Str. 31, D-44139 Dortmund

korrigiert nach den neuen Regeln deutscher Rechtschreibung

Internet: http://www.grafit.de

E-Mail: info@grafit.de

Alle Rechte vorbehalten.

Umschlaggestaltung: Peter Bucker

eISBN 978-3-89425-809-2

Jacques Berndorf – Pseudonym des Journalisten Michael Preute – wurde 1936 in Duisburg geboren und lebt heute in der Eifel. Er war viele Jahre als Journalist tätig, arbeitete unter anderem für den stern und den Spiegel, bis er sich ganz dem Krimischreiben widmete.

Seine Siggi-Baumeister-Geschichten haben Kultstatus, im Grafit Verlag sind erschienen: Eifel-Blues, Eifel-Gold, Eifel-Filz, Eifel-Schnee, Eifel-Feuer, Eifel-Rallye, Eifel-Jagd, Eifel-Sturm, Eifel-Müll, Eifel-Wasser, Eifel-Liebe, Eifel-Träume und

Das Wetter war umgeschlagen. Es war kalt, ein halber Sturm wehte, und vor uns lagen wie eine Mauer die schwarzen Forsten der Schnee-Eifel, wo die Drachen hausten …

Für meine Frau Geli.

Für Nadine und Simon, irgendwo in Down Under, auf Bali, oder sonst wo.

ERSTES KAPITEL

Es war so ein Morgen, an dem alles schieflief. Wie üblich schwebte ich in tranigem Zustand die Treppe hinunter in die Küche und versuchte, einen Kaffee herzustellen. Mein Hund Cisco stürmte in den Raum und sprang an mir hoch, weil er wahrscheinlich der Meinung war, er habe mich vier Wochen nicht gesehen. Dazu jaulte er von Herzen, bellte ein paarmal und pinkelte in heller Begeisterung eine Serie hübscher, mattgelber Ornamente auf die Küchenfliesen. Von dem Getöse angelockt, erschien mein Kater Satchmo, verzog sich beim Anblick Ciscos aber sicherheitshalber auf den Küchentisch, fauchte kurz und machte sich über eine halbe Frikadelle her, die ich dort über Nacht deponiert hatte.

Ein Blick durch das Fenster verriet mir, dass draußen heller Sonnenschein war, dass ein paar Schäfchenwolken am Himmel trieben, dass irgendwelche blöden Vögel zwitscherten, dass da zwei Schmetterlinge mit Namen Kleiner Fuchs durch die laue Luft taumelten, dass eine Hummel gegen die Fensterscheibe brummte, vielleicht, um mich aufzufordern, herauszukommen und mein Dasein in diesem Erdenjammer freudig zu bestaunen. All die Zeichen ekelhafter Lebenslust waren mir von Herzen zuwider.

Ich war allein im Haus, meine Existenz ging mir auf die Nerven, so etwas wie Privatleben hatte ich nicht vorzuweisen, beruflich sah ich weder ein Nahziel noch etwas von bleibendem Wert, was ich betreiben konnte. Ich hätte den Rasen mähen müssen und mein Teich gammelte im Zeichen haushoher Schilf- und Grasbewachsung seinem jähen Ende entgegen. Mir war durchaus bewusst, dass alle meine lieben Fische jeden Tag an akutem Sauerstoffmangel eingehen konnten. Mein Teich würde Schlamm sein und ich würde an seinem Ufer sitzen und darüber nachsinnen, wieso alles auf Erden dem Untergang geweiht war, noch ehe man sich richtig daran erfreuen konnte. Diem perdidi, sagten die Lateiner: Ich habe den Tag verloren.

Natürlich genügte Satchmo die halbe Frikadelle nicht und ich gab ihm noch einen ordentlichen Schlag Industriefleisch in sein Schälchen. Cisco bekam einen Napf Wasser und zwei Handvoll steinharter Kekse, die angeblich sein Wohl und Wehe steuerten. Merksatz: Auch wenn es dir beschissen geht, sorge für deinen Haushalt. Im Falle deiner Beerdigung darf niemand sagen können: Er hat sich zuletzt ja so gehen lassen …

Die Kaffeemaschine äußerte ein letztes Blubbern und ich goss mir einen Becher voll. Heraus kam heißes Wasser, ich hatte vergessen, Kaffeepulver in den Filter zu tun. Also das Ganze noch einmal.

Es folgte die Besichtigung meines Wohnzimmers, das Zurückziehen der Vorhänge, das Öffnen der Terrassentür, das Einschalten des Fernsehers alles wie gehabt.

Auf dem Bildschirm sagte jemand voller Inbrunst: »Und jetzt gucken wir uns an, was alles drin ist in diesem leckeren Gericht. Da wären zweiunddreißig Prozent Kohlenhydrate …« Der Mann war etwa fünfzig, und es dauerte zwei Sekunden, ehe ich begriff, dass das, was er auf dem Kopf trug, keine Wurzelbürste aus der Küche war, sondern seine ins Strohgelbe gefärbten Haare. Ich schaltete ihn ab, ich kann morgens um diese Zeit mit geklonten Wesen nichts anfangen.

In dem Moment schellte es an der Tür.

Tante Anni krähte: »Guten Morgen, mein Lieber! Es ist Zeit für einen ausgreifenden Spaziergang. Die Welt lacht.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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