• Herausgeber: GRAFIT
  • Kategorie: Krimi
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2011
Beschreibung

Der 9. Band der Eifel-Serie Zwölf blau lackierte Fässer, eine Polstergarnitur in Rot und eine junge Frau, tot - die wilde Müllkippe, die Journalist Siggi Baumeister in Augenschein nimmt, hat es in sich. Er recherchiert das Leben der ermordeten Natalie und findet heraus: Fast jeder, der die Neunzehnjährige gekannt hat, hatte auch ein Motiv, sie zu töten ...

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Seitenzahl: 422

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Impressum

Der Autor

Zitat

Danksagung

ERSTES KAPITEL

ZWEITES KAPITEL

DRITTES KAPITEL

VIERTES KAPITEL

FÜNFTES KAPITEL

SECHSTES KAPITEL

SIEBTES KAPITEL

ACHTES KAPITEL

NEUNTES KAPITEL

ZEHNTES KAPITEL

ELFTES KAPITEL

ZWÖLFTES KAPITEL

Jacques Berndorf

Eifel-Müll

Originalausgabe © 2000 by GRAFIT Verlag GmbH

E-Book © 2014 by GRAFIT Verlag GmbH

Chemnitzer Str. 31, D-44139 Dortmund

Internet: http://www.grafit.de

E-Mail: [email protected]

Alle Rechte vorbehalten.

Umschlagillustration: Peter Bucker

eISBN 978-3-89425-829-0

Jacques Berndorf – Pseudonym des Journalisten Michael Preute – wurde 1936 in Duisburg geboren und lebt heute in der Eifel. Er war viele Jahre als Journalist tätig, arbeitete unter anderem für den stern und den Spiegel, bis er sich ganz dem Krimischreiben widmete.

Seine Siggi-Baumeister-Geschichten haben Kultstatus, im Grafit Verlag sind erschienen: Eifel-Blues, Eifel-Gold, Eifel-Filz, Eifel-Schnee, Eifel-Feuer, Eifel-Rallye, Eifel-Jagd, Eifel-Sturm, Eifel-Müll, Eifel-Wasser, Eifel-Liebe, Eifel-Träume und Eifel-Kreuz.

Bei der Festlegung der Preise darf sich das Übel der Habgier nicht einschleichen. Man verkaufe sogar immer etwas billiger, als es sonst außerhalb des Klosters möglich ist, damit in allem Gott verherrlicht werde.

Ich habe vielen Leuten Dank zu sagen, vor allem Christa und Wolfgang Menzel, die mir höchst wertvolle Einsichten in den Alltag von Polizisten vermittelten.

Dank an die vielen Menschen beiderlei Geschlechts, die bereit waren, mich über die dubiosen Praktiken im Müll-Geschäft zu informieren und deren Namen ich aus leicht ersichtlichen Gründen nicht nennen kann.

Und Dank auch an Ulrike Sokul für ihr Gedicht Vielleicht vielschwer.

Für Geli.

ERSTES KAPITEL

Jedes Mal, wenn die kleine Britney Spears mit ganz verruchter Gauloises-Stimme I cant get no satisfaction singt, habe ich das Gefühl, mein Eisfach versuche mir klarzumachen, dass es mich hemmungslos liebt.

Also, Britney röhrte durch mein Haus, draußen herrschten blauer Himmel und Schäfchenwölkchen. Ein paar wild gewordene NATO-Krieger spielten in ihren Jets Fangen und mühten sich, die vorgeschriebene Höhe von mindestens dreihundert Metern zu unterschreiten, weil das so schön kreischt.

Pfarrer Eich rollte in seinem dunkelblauen Ford vor dem Haus vorbei und grüßte in mein Arbeitszimmer. Er ist meines Wissens der einzige katholische Geistliche in der Eifel, der es fertig bringt, auf eine viel befahrene Kreuzung zu gleiten und dabei nach allen Seiten zu winken, ohne zu bemerken, dass die andere Seite Vorfahrt hat. Er ist eben liebenswert und hat den Vorteil des Bodenpersonals, dem stets ein Engel auf der Schulter hockt, der sanft bremst.

Es war Juni, der Ginster blühte noch, die Eifel explodierte in Grün streng nach internationalen Regeln: Irland hat vierzig Sorten Grün, die Eifel fünfzig und Indien tausend. Gisbert Haefs hat das bei der Recherche für seinen Roman Raja herausgefunden, seitdem sagen die Eifler: Wir sind weltweit an zweiter Stelle. Dabei grinsen sie diabolisch.

Ich war von Herzen glücklich, was damit zu tun hatte, dass ich allein im Haus war und mir schon nur die Möglichkeit einer unbegrenzten freien Ausdehnung ein massiv zärtliches Gefühl im Bauch bereitete obwohl es schwierig ist, zwei Lokusse gleichzeitig zu besetzen. Immerhin konnte ich mich rasieren und zwischendurch mit Schaum im Gesicht schnell einmal am Billardtisch versuchen, einen Stoß über drei Banden hinzubekommen. In solchen Situationen gewinne ich grundsätzlich.

Das Leben war klar, fast durchsichtig heiter. Ich dachte pausenlos positiv und hätte in diesem Zustand vermutlich sogar ein Interview mit dem Papst in Rom durchgestanden, ohne auffällig zu werden. Meine Seele spielte unaufhörlich einen langsamen Walzer mit etwa siebenundvierzig Streichern und sechs fantastisch schönen Frauen an goldglänzenden Harfen. Das war morgens gegen elf Uhr.

Irgendwo im Haus jaulte der junge Hund Cisco erbärmlich. Er war jetzt etwa anderthalb Jahre alt und das Versprechen, es handle sich um einen Schäferhund, hatte Mama Natur nicht eingehalten. Nach allgemeiner Ansicht war Cisco eine Mischung aus Schäferhund, Spitz, Dackel, Boxer und einem Eifler Vorstehhund der Marke 1870. Er hatte merkwürdig lange, leicht gekrümmte Beine, einen Ringelschwanz wie ein Ferkel und Augen wie ein Labrador: eisgrau. Er war ein eindrucksvolles Stück Gemüt und wir liebten uns intensiv.

Wenn er jetzt jaulte, hieß das nicht, dass er verzweifelt um sein Leben bettelte. Er bettelte vielmehr, dass der Hausherr kommen möge, ihn zu kraulen. Gehorsam latschte der Hausherr die Treppen hoch und fand Cisco im Dachgeschoss auf seiner Wolldecke liegend, Bauch nach oben, Läufe anmutig angewinkelt, Schnauze zur Seite, Augen geschlossen. Ich hockte mich neben ihn, murmelte »Guten Tag« und kraulte wie befohlen. Er seufzte aus tiefster Seele und schlief wieder ein. Vor etwa dreizehn Uhr war mein Cisco nicht lebensfähig.

Ich ging in den Garten, um am Teich ein paar Züge zu rauchen und mir zu überlegen, ob ich auf Willis Grab einen besonders schönen Stein legen sollte. Willi, mein Kater, hatte unlängst das Zeitliche gesegnet, war einfach im hohen Gras umgefallen wie jemand, der todmüde ist. Infarkt bei Katzen gibt es, hatte mir jemand lakonisch erklärt. Ich hatte Willi unter dem Apfelbaum begraben, der in diesem Jahr die ersten Blüten angesetzt hatte.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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