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Dr. Daniel ist eine echte Erfolgsserie. Sie vereint medizinisch hochaktuelle Fälle und menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen – und einen Arzt, den man sich in seiner Güte und Herzlichkeit zum Freund wünscht. Die Sprechstunde bei Dr. Robert Daniel war zu Ende, doch er ging nicht gleich in seine Wohnung hinauf, sondern drehte seinen Sessel zum Fenster hin und sah blicklos vor sich hin. Vier Wochen waren seit dem Brand der Waldsee-Klinik vergangen. Vier Wochen seit dem Tod von Chefarzt Dr. Gerrit Scheibler und Lernschwester Darinka Stöber. Vier Wochen… Mit einem tiefen Seufzer stand Dr. Daniel auf, dann lehnte er seine Stirn gegen das kühle Fensterglas. »Du siehst erschöpft aus, Liebling.« Beim Klang von Manons Stimme drehte sich Dr. Daniel um. »Ich weiß«, entgegnete er leise, während er seine Frau zärtlich in die Arme nahm. In den vergangenen Wochen war es fast ausschließlich Manon gewesen, die ihm die nötige Kraft zum Weitermachen gegeben hatte. »Seit dem Brand der Waldsee-Klinik fühle ich mich ausgelaugt und müde. Gerrits und Darinkas tragischer Tod… und das alles nur wegen dieses skrupellosen Dietmar Cornelius, der auf Biegen und Brechen an das Milliarden-Vermögen seiner Frau kommen wollte.« Er schüttelte den Kopf. »Ich fasse es noch immer nicht. Er und seine Geliebte haben in einer Klinik absichtlich Feuer gelegt… Sie haben so viele Menschenleben gefährdet…« Er brach ab. Tröstend streichelte Manon über seine Hand, obwohl sie selbst den tragischen Vorfall noch längst nicht verarbeitet hatte. Wie auch? Dazu waren sie alle viel zu tief betroffen. Immerhin war Darinka Stöber die Verlobte von Dr. Daniels Sohn Stefan gewesen, und Dr. Scheibler hatte sein Leben geopfert, um Stefan aus der Flammenhölle zu retten. Seine junge Frau Stefanie und ihre vier Kinder standen jetzt allein auf der Welt. »Olivia Taschke
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Seitenzahl: 114
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Die Sprechstunde bei Dr. Robert Daniel war zu Ende, doch er ging nicht gleich in seine Wohnung hinauf, sondern drehte seinen Sessel zum Fenster hin und sah blicklos vor sich hin.
Vier Wochen waren seit dem Brand der Waldsee-Klinik vergangen. Vier Wochen seit dem Tod von Chefarzt Dr. Gerrit Scheibler und Lernschwester Darinka Stöber. Vier Wochen…
Mit einem tiefen Seufzer stand Dr. Daniel auf, dann lehnte er seine Stirn gegen das kühle Fensterglas.
»Du siehst erschöpft aus, Liebling.«
Beim Klang von Manons Stimme drehte sich Dr. Daniel um.
»Ich weiß«, entgegnete er leise, während er seine Frau zärtlich in die Arme nahm. In den vergangenen Wochen war es fast ausschließlich Manon gewesen, die ihm die nötige Kraft zum Weitermachen gegeben hatte. »Seit dem Brand der Waldsee-Klinik fühle ich mich ausgelaugt und müde. Gerrits und Darinkas tragischer Tod… und das alles nur wegen dieses skrupellosen Dietmar Cornelius, der auf Biegen und Brechen an das Milliarden-Vermögen seiner Frau kommen wollte.« Er schüttelte den Kopf. »Ich fasse es noch immer nicht. Er und seine Geliebte haben in einer Klinik absichtlich Feuer gelegt… Sie haben so viele Menschenleben gefährdet…« Er brach ab.
Tröstend streichelte Manon über seine Hand, obwohl sie selbst den tragischen Vorfall noch längst nicht verarbeitet hatte. Wie auch? Dazu waren sie alle viel zu tief betroffen. Immerhin war Darinka Stöber die Verlobte von Dr. Daniels Sohn Stefan gewesen, und Dr. Scheibler hatte sein Leben geopfert, um Stefan aus der Flammenhölle zu retten. Seine junge Frau Stefanie und ihre vier Kinder standen jetzt allein auf der Welt.
»Olivia Taschke ist in den Flammen umgekommen, und Dietmar Cornelius wird für lange Zeit ins Gefängnis wandern«, erwiderte Manon und wußte gleichzeitig, daß das für Dr. Daniel kein Trost sein konnte.
»Das macht Gerrit und Darinka auch nicht wieder lebendig«, gab er deprimiert zurück, dann seufzte er. »Zur Zeit stehen wir wirklich vor einem Scherbenhaufen. Stefan versucht Gerrits Frau und den Kindern eine Stütze zu sein, dabei steht er selbst am Rande
eines Zusammenbruchs.« Er schwieg einen Moment, dachte an seinen Schwiegersohn Dr. Jeff Parker, der in der Waldsee-Klinik als Anästhesist gearbeitet hatte und nun seit vier Wochen im Kreiskrankenhaus lag. »Jeff weiß auch noch nicht, ob er seinen linken Arm jemals wieder ohne Beeinträchtigung gebrauchen kann…«
Überrascht blickte Manon auf. »Wolfgang ist doch sehr zuversichtlich.«
»So gibt er sich Jeff gegenüber, aber in Wirklichkeit sieht es anders aus. Der herabstürzende Balken, der Darinka getötet hat, hat seine beiden Unterarmknochen nicht nur gebrochen, sondern förmlich zersplittert, dazu kommen die schlimmen Verbrennungen… Wolfgang ist ein erstklassiger Arzt, aber hier wäre wohl ein kleines Wunder nötig.«
Manon seufzte. Ihr Mann hatte völlig recht – im Moment standen sie tatsächlich vor einem Scherbenhaufen. Irgendwie schien es, als könne nichts jemals wieder so sein wie zuvor.
*
Zur selben Zeit waren Franziska und Dominik Behrens unterwegs nach München. Es sollte für sie nur ein kleiner Abstecher ins Kino werden. Sie konnten nicht ahnen, daß sich ihr Ausflug ähnlich dramatisch entwickeln würde wie der mit elf Oscars ausgezeichnete Film, den sie sich anschauen wollten.
Als sich auf der Kinoleinwand das grandiose Finale ankündigte, spürte Franziska zum ersten Mal das unangenehme Ziehen im Rücken. Gleichzeitig wurde ihr Bauch bretthart.
Dominik spürte, wie sich seine Frau neben ihm versteifte, und warf ihr in der herrschenden Dunkelheit einen langen Blick zu, doch Franziska bemerkte es nicht. Ihre Augen waren scheinbar voller Faszination auf die Leinwand gerichtet – niemand konnte ahnen, daß sie von dem Spektakel dort vorne in Wirklichkeit nicht das geringste mitbekam.
»Alles in Ordnung, Liebling?« raunte Dominik ihr zu.
Franziska antwortete nicht sofort.
»Ich… weiß nicht so recht«, brachte sie mit gepreßt klingender Stimme hervor. »Irgendwie… mein Bauch ist ganz hart geworden und… mein Rücken schmerzt fürchterlich.«
Dominik erschrak zutiefst. »Sind das… Wehen? Jetzt schon?«
Franziska zuckte die Schultern. »Keine Ahnung. Ich bin zum ersten Mal in dieser Situation.« Sie schwieg einen Moment, weil der unangenehme Schmerz zurückkehrte. »Frau Lüder hat in der Geburtsvorbereitung gesagt, der Schmerz käme in Wellen, aber das hier… es ist einfach anders.«
Dominik versuchte im Dunkeln das Zifferblatt seiner Uhr abzulesen. Der Film würde bestimmt noch eine halbe Stunde dauern, dazu die Fahrtzeit von München nach Steinhausen… je nach Verkehr würden sie dafür auch eine halbe bis eine Stunde brauchen. Wenn Franziska aber wirklich Wehen hatte… noch dazu drei Wochen vor dem errechneten Termin…
»Wir müssen hier raus«, flüsterte Dominik seiner Frau zu.
Franziska nickte nur. An dem Film hatte sie plötzlich kein Interesse mehr.
»Vielleicht sollten wir besser gleich in die Sommer-Klinik fahren«, schlug Dominik vor. »Die könnten wir von hier aus in zehn Minuten erreichen.«
Aber Franziska schüttelte den Kopf. »Ich will zu Dr. Daniel.«
»Wenn es wirklich Wehen sind, kann er dir in seiner Praxis nicht helfen«, gab Dominik zu bedenken. »Und die Waldsee-Klinik ist abgebrannt…«
»Ich will zu Dr. Daniel«, beharrte Franziska. »Er wird schon wissen, was zu tun ist.«
Dominik seufzte ergeben, half seiner hochschwangeren Frau beim Einsteigen und setzte sich schließlich hinters Steuer. Trotz der späten Stunde herrschte noch relativ reger Verkehr in München, was Dominik immer hektischer werden ließ. Er hatte Angst um seine Frau, weil er merkte, daß die Abstände zwischen den Wehen – und etwas anderes konnte es seines Erachtens nun nicht mehr sein – immer kürzer wurden.
»Dominik, paß auf!« rief Franziska, weil er wieder bei gelb über die Ampel gefahren war und beinahe einen Lastwagen übersehen hätte.
Er bremste, doch kaum war die Gefahr gebannt, beschleunigte er wieder.
»Bitte, Schatz, fahr langsamer«, mahnte Franziska, während sie den Schmerz erneut kommen fühlte.
Auch Dominik bemerkte, wie sich seine Frau neben ihm wieder versteifte – ein deutliches Zeichen, daß die nächste Wehe kam. Er hatte jetzt die Autobahn erreicht und drückte das Gaspedal voll durch. Seine Angst und Nervosität ließen sich kaum noch steuern. Wenn bei dieser Schwangerschaft… bei der Geburt etwas schiefgehen würde… die künstliche Befruchtung durch Dr. Daniel war doch ihre einzige Chance auf ein eigenes Kind gewesen!
Ich muß nach Steinhausen, dachte Dominik. So schnell wie möglich!
Mit absoluter Höchstgeschwindigkeit bretterte er die Autobahn entlang und nahm nur unmerklich seine Geschwindigkeit zurück, als die Ausfahrt in Sicht kam. Unmittelbar vor dem LKW, den er gerade noch überholt hatte, scherte er ein, was den Fahrer hinter ihm zu einem wütenden Hupkonzert animierte. Vermutlich hatte er wegen Dominiks riskanter Fahrweise gefährlich scharf abbremsen müssen.
»Dominik!« schrie Franziska auf, als der Wagen viel zu schnell in die Kurve ging.
Der junge Mann versuchte zu bremsen, doch es war schon zu spät. Völlig außer Kontrolle geraten, schlingerte das Auto in die scharfe Kurve der Ausfahrt, raste die Böschung hinunter, überschlug sich zweimal und blieb schließlich mit dem Dach nach unten liegen.
Der LKW-Fahrer, den Dominik gerade so knapp geschnitten hatte, hielt nun mitten in der Ausfahrt an, schaltete die Warnblinkanlage ein und lief dann so schnell es ging zu dem Unfallwagen.
Währenddessen krabbelte Dominik schon aus dem verbeulten Wrack.
»Sie hirnloser Wahnsinniger!« brüllte der LKW-Fahrer ihn an, als er sah, daß der Mann offenbar nur leichte Verletzungen davongetragen hatte – was schon beinahe einem Wunder gleichkam.
»Meine Frau!« stieß Dominik hervor. »Sie hat Wehen…«
Der LKW-Fahrer warf einen Blick durch das geborstene Fenster auf die schwangere Frau, die mit dem Kopf nach unten besinnungslos in den Sicherheitsgurten hing.
»Die Wehen sind jetzt wohl ihr geringstes Problem«, entfuhr es dem Fahrer, dann rannte er zu seinem Wagen zurück, riß das Mikrophon seines CB-Funkgeräts heraus und brüllte hinein: »Wir brauchen Hilfe! Schnell! Unfall, schwangere Frau!« Im Telegrammstil gab er den Standort durch und bekam von einem Kollegen unverzüglich Antwort.
»Ich alarmiere mit meinem Handy den Notarzt! Keine Panik, Mann! Wird gleich jemand bei euch sein!«
Es dauerte keine fünf Minuten, bis der neue Notarzt dieses Bezirks, Dr. Alec Horn, mit seinem Wagen neben der Unfallstelle anhielt.
»Sind Sie ganz allein?« fragte der LKW-Fahrer entsetzt.
»Krankenwagen ist schon unterwegs«, antwortete Alec knapp, dann öffnete er die Beifahrertür und konnte nun einen ersten Blick auf das Gesicht der noch immer ohnmächtigen Schwangeren werfen.
»O Gott, nein!« stieß er hervor, dann winkte er dem athletischen Fahrer. »Helfen Sie mir!«
Der LKW-Fahrer stieß den am ganzen Körper zitternden Dominik unsanft beiseite.
»Dieser Mann ist gerast wie ein Irrer!« schimpfte er, während er dem Notarzt half, die junge Frau aus dem Unfallauto zu bergen. »Mich hat er noch geschnitten und dann ist er mit mindestens hundertachtzig Sachen in die Ausfahrt gebraust. Ihn hätte es eigentlich so erwischen sollen, wie dieses arme Ding da.«
»Bitte, mäßigen Sie Ihren Zorn«, bat Alec, während er eine erste Untersuchung vornahm. »Ich kann Sie ja verstehen, aber alle Wut ändert nichts mehr an dem, was geschehen ist.«
Stöhnend schlug Franziska nun die Augen auf und blickte direkt in das Gesicht des jungen Notarztes.
»Sie?« stammelte die junge Frau.
Alec lächelte. »Keine Angst, Frau Behrens, heute bin ich nicht so hilflos wie damals – auch wenn dies mein erster Einsatz als Notarzt ist. Aber ich habe jetzt eine umfassende Ausbildung hinter mir.« Er tastete vorsichtig ihren Körper ab. »Tut das weh?«
Franziska schüttelte den Kopf. »Nur mein Nacken und mein rechter Fuß.«
Alec nickte. »Der blutet auch ein wenig, es ist aber nur eine harmlose Schürfwunde.« Er ertastete die Nackenwirbel und bewegte vorsichtig Franziskas Kopf hin und her. »Nicht so tragisch. Sie hatten eine Menge Glück.«
Franziska krümmte sich zusammen und stöhnte auf.
»Die Wehen«, keuchte sie. »Sie fangen wieder an und… es ist noch drei Wochen zu früh.«
Alec konnte nicht verhindern, daß ihm nun doch der Schweiß ausbrach. Sollte sich sein schrecklichster Alptraum wiederholen? Er hatte diese Frau schließlich schon einmal nach einem Unfall betreut. Damals war er ein völlig unerfahrener Arzt und sie in der fünfundzwanzigsten Schwangerschaftswoche gewesen. Sie hatte ihr Baby verloren – ohne seine Schuld, trotzdem hatte ihn jene Nacht immer wieder verfolgt. Sollte er dieses Trauma nun noch einmal durchleiden müssen?
Er zwang sich zur Ruhe, bevor er die erste Frage stellte: »Seit wann haben Sie Wehen?«
»Ich weiß es nicht«, stammelte Franziska. »Eine Stunde vielleicht.«
Alec streifte sich Plastikhandschuhe über. »Keine Angst, Frau Behrens, ich werde bei der Untersuchung ganz vorsichtig sein.«
Es stellte sich heraus, daß der Muttermund etwa zwei Zentimeter offen war – also noch kein Grund zur Besorgnis.
»Diesmal wird alles gut werden«, versprach er der jungen Frau. »Der Krankenwagen muß jeden Moment kommen, dann fahren wir sofort ins Kreiskrankenhaus.« Er schwieg kurz. »Dr. Daniel werde ich auch gleich Bescheid sagen.« Er wollte aufstehen, doch Franziska hielt ihn fest.
»Diesmal sind es Zwillinge, Herr Doktor, und… sie sind noch sehr klein.«
Alec schluckte. »Bleiben Sie ganz ruhig liegen, Frau Behrens. Ich werde jetzt nach Ihrem Mann sehen und dann sofort Dr. Daniel anrufen. Ich schwöre Ihnen, daß Ihre Zwillinge gesund zur Welt kommen werden.«
Doch ganz so sicher, wie er sich dieser jungen Frau gegenüber gab, war er nicht.
Zwillinge, dachte er verzweifelt. Drei Wochen zu früh. Wenn das bloß gutgeht!
*
Dr. Daniel und seine Frau Manon waren gerade im Begriff zu Bett zu gehen, als das Telefon klingelte.
»Soll ich hingehen?« fragte Manon und hatte die Hand schon am Hörer, aber Dr. Daniel winkte ab.
»Ist ja doch wieder für mich«, meinte er und hob nun seinerseits ab. »Daniel!«
»Alec Horn«, gab sich der Anrufer zu erkennen. »Ich bin bei meinem ersten Einsatz an der Autobahnausfahrt. Das Ehepaar Behrens hatte einen Unfall.«
Sekundenlang schloß Dr. Daniel die Augen. »Meine Güte!« Er dachte an die schwierige künstliche Befruchtung, die er bei ihr durchgeführt hatte… daran, wie sehr sich das junge Ehepaar auf die beiden Babys freute.
»Der Wagen sieht aus wie eine Wellblechdose, aber erstaunlicherweise blieben die beiden nahezu unverletzt«, fuhr Alec fort. »Das Schlimme an der Sache ist, daß Frau Behrens Wehen hat, und die hatte sie offenbar schon vor dem Unfall. Vermutlich waren sie sogar der Auslöser dafür. In seiner Panik muß Herr Behrens viel zu schnell gefahren sein.«
Dr. Daniel spürte die Nervosität des jungen Arztes, und er kannte auch den Grund dafür.
»Keine Panik, Alec«, beruhigte er ihn. »Es wird nicht wieder so laufen wie damals. Hören Sie zu: Eine Spontangeburt ist in diesem Fall leider nicht möglich. Die Zwillinge sind zu klein, als daß sie das überleben könnten. Legen Sie bei Frau Behrens sofort einen Zugang, und geben Sie ihr eine Infusion, die die Wehen zum Erliegen bringt. Im Krankenwagen ist ein Wehenschreiber, damit können Sie die Herztöne überprüfen. Aber aufpassen, Alec, Sie müssen die Herztöne von zwei Babys hören.«
»In Ordnung, Robert.« Alecs Stimme klang noch immer unsicher. »Ich dachte, ich wäre nach meiner Ausbildung nun endlich fit für solche Einsätze, doch jetzt… ausgerechnet Frau Behrens mußte meine erste Notfallpatientin sein und… ich habe solche Angst, daß ich wieder ein totes Baby in den Armen halte…«
»Ihre Angst ist verständlich, aber unnötig, Alec. Nun tun Sie, was ich Ihnen gesagt habe. Wir sehen uns in ein paar Minuten in der Waldsee…« Er brach ab. Obwohl der Brand nun schon vier Wochen zurücklag, passierte es ihm immer wieder, daß er zur Waldsee-Klinik wollte. »Im Kreiskrankenhaus«, korrigierte er sich nun, dann legte er auf und drehte sich zu seiner Frau um. »Franziska Behrens hat Wehen. Ihr Mann hat offensichtlich einen Unfall gebaut…«
»Und Alec ist vor Ort«, ergänzte Manon, dann schüttelte sie den Kopf. »So etwas kann es doch normalerweise gar nicht geben. Zweimal dieselbe Situation.«
»Nein, Manon, diesmal ist es anders«, entgegnete Dr. Daniel ernst. »Erstens ist Alec nicht allein, zweitens wird es keine Verzögerung mit dem Krankentransport geben und drittens wurde Alec im vergangenen Jahr zum Profi getrimmt. Er ist nicht mehr der unbeholfene Arzt, der er damals war.«
