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Was kann eine Frau tun, wenn sie einen großen Kinderwunsch hat, aber keinen Mann an ihrer Seite? Ihr Glück selbst in die Hand nehmen! Das hat Johanna Bolder getan und schildert in diesem Buch ihre Erfahrungen – von den ersten Überlegungen, als Single ein Kind zu bekommen, über die Möglichkeiten der praktischen Umsetzung bis hin zum Alltag mit Kind. Dabei spricht sie soziale, finanzielle und rechtliche Fragen an. Außerdem gibt sie Tipps für Frauen, die überlegen, ebenfalls einen solchen Weg zu gehen.
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Seitenzahl: 81
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Johanna Bolder
Ein Kind ohne Mann
Über den Weg, als Single Mutter zu werden
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Inhalt
Vorwort
Mein Weg
Möglichkeiten, als Single ein Kind zu bekommen
Warum jetzt?
Und dann kam Julius
Alleinerziehende – das stigmatisierende Bild in der (medialen) Öffentlichkeit
Marion und Antje
Das liebe Geld – ein Kind alleine finanzieren
Generelle Kosten
Finanzielles Polster
Betreuung in Kita und Co.
Wohnen
Unterhalt vom Kindsvater/Erzeuger
Was ist mit meinem Kind, wenn mir etwas passiert?
Allein mit Kind – den Alltag stemmen
Unterstützung rund um die Geburt
Alltag mit dem Kind
Wie sage ich „es“ Familie und Freunden?
Entscheidungsfindung
Anmerkungen
Literatur und Links zum Thema
Impressum neobooks
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche Genehmigung der Autorin verwertet oder vertrieben werden.
Die Texte geben die persönliche Meinung und Erfahrungen der Autorin wieder. Da sich insbesondere rechtliche und finanzpolitische Aspekte verändern können, gelten alle Hinweise ohne Gewähr.
Autorin: Johanna Bolder www.einkindohnemann.de
Lektorat: Ellen Rennen
Covergestaltung: Constanze Kramer, www.coverboutique.de
Bildnachweise: ©reeel, ©DatenschutzStockfoto – stock.adobe.com
Alles erfüllt sich
Alles fügt sich
und erfüllt sich,
musst es nur
erwarten können
und dem Werden
deines Glückes
Jahr und Felder
reichlich gönnen.
Christian Morgenstern
Vorwort
Mein Weg
Möglichkeiten, als Single ein Kind zu bekommen
Warum jetzt?
Dann kam Julius
Alleinerziehende – das stigmatisierende Bild in der (medialen) Öffentlichkeit
Marion und Antje
Das liebe Geld – ein Kind alleine finanzieren
Generelle Kosten
Finanzielles Polster
Betreuung in Kita und Co.
Wohnen
Unterhalt vom Vater/Erzeuger
Was ist mit meinem Kind, wenn mir etwas passiert?
Allein mit Kind – den Alltag stemmen
Unterstützung rund um die Geburt
Alltag mit dem Kind
Wie sage ich „es“ Familie und Freunden?
Entscheidungsfindung
Anmerkungen
Literatur und Links zum Thema
Die Namen der in dem Buch vorkommenden Personen wurden verändert.
Es war ein langer Weg zu der vielleicht wichtigsten Entscheidung meines Lebens: Die Entscheidung, ein Kind ohne einen Partner an meiner Seite, ohne einen präsenten Vater zu bekommen. Mein tiefer Wunsch nach einem (weiteren) Kind war sehr groß. Von den ersten Überlegungen bis zur Geburt meines Sohnes sind mehrere Jahre vergangen. In dieser Zeit musste ich mir viele Informationen für meine Entscheidungsfindung mühselig zusammensuchen. Mir fehlten die Erfahrungen und der Rat von Frauen, die einen solchen Weg bereits gegangen waren. Mit diesem Buch möchte ich daher Frauen helfen, die darüber nachdenken Solo-Mutter zu werden.
Die Entscheidung, als alleinstehende Frau Mutter zu werden, kann dir niemand abnehmen. Die Informationen über rechtliche, finanzielle und soziale Aspekte, sind dabei hoffentlich nützlich. Ich werde hier sowohl meinen persönlichen Weg von der ersten Überlegung bis hin zum Alltag als alleinerziehende Mutter erzählen, als auch auf allgemeine Dinge eingehen, die vielleicht manche Single-Mütter betreffen. Dabei geht es auch um mögliche Hürden und Lösungen. Einen „goldenen“ und uneingeschränkt richtigen Weg gibt es nicht, da jede Lebenssituation anders ist. Mein Wunsch ist es, dass du mit meinen persönlichen Erfahrungen und den allgemeinen Informationen ein realistisches Bild vom Leben als alleinstehende Mutter bekommst. Ich hoffe, dass dir mein Buch hilft, eine für dich richtige Entscheidung zu treffen.
Nein, er hat mich nicht verlassen. Nein, es war kein One-Night-Stand. Nein, ich habe auch niemandem ein Kind untergeschoben. Ich wollte ein Kind, ein zweites Kind, um genau zu sein.
Im Jahr 2012 kam mein erster Sohn Anton zur Welt. Er war ein „Verhütungsunfall“ mitten im Studium und entstammt er einer ganz normalen Beziehung mit Liebe und allem Drum und Dran. Bereits kurz nach Antons Geburt verspürte ich den Wunsch nach einem zweiten Kind. Doch die Beziehung zu seinem Vater war schwierig. Als unser Sohn 15 Monate alt war, habe ich mich getrennt und bin seitdem mehr oder weniger alleinerziehend. Anton sieht seinen Vater, der inzwischen in einer anderen Stadt lebt, ein- bis zweimal im Monat und verbringt einen Teil der Ferien mit ihm.
Es gab viele Konflikte mit Antons Vater. Da wir nicht verheiratet waren, hatte ich zunächst das alleinige Sorgerecht, was meinen damaligen Freund zunächst auch nicht störte. Zwei Jahre nach der Trennung wollte er das gemeinsame Sorgerecht und bekam es auch. Unterhalt für seinen Sohn zahlte er nicht und ich scheute mich damals noch davor, Unterhalt einzuklagen. Irgendwann zog mein Exfreund in eine hunderte Kilometer entfernte Stadt und war unter der Woche nicht mehr verfügbar. An den Papa-Wochenenden musste Anton nun stundenlange Zug- oder Autofahrten mitmachen oder die Wochenenden wurden ganz abgesagt.
Wegen vieler Kleinigkeiten setzten Antons Vater und ich uns auseinander, zum Teil bis vor Gericht. Das kostete mich reichlich Nerven (und Geld). Immerhin gibt es inzwischen Unterhalt für Anton. Aber ich brauche eben auch die Zustimmung und Unterschrift seines Vaters, wenn ich mit Anton verreisen möchte, ihn bei einer Schule anmelden möchte (was ich ja tun muss) oder für ihn ein Sparkonto bei der Bank eröffnet werden soll.
In all den Jahren dieser Auseinandersetzungen hatte ich stets den Wunsch nach einem zweiten Kind, der immer stärker wurde. Eigentlich hätte ich sogar gerne drei Kinder – wahrscheinlich würde ich mich mit der Anzahl „vollständig“ fühlen. Aber zunächst einmal ging es in meinem Kopf immer um ein zweites Kind. So habe ich Männer gedatet, um hoffentlich den Richtigen zu finden, mit dem sich auch der Kinderwunsch erfüllen könnte. Ich habe auf Annoncen in Magazinen geantwortet und selbst welche geschaltet, mich bei Online-Partnerbörsen angemeldet, mit Männern geschrieben, sie getroffen. Aber der Richtige war nicht dabei. Irgendwann wurde mir klar: Ich suchte gar nicht „Mr Right“ für mich, sondern hauptsächlich einen Vater für mein zweites Kind.
Doch die Dates brachten mich nicht mit dem Richtigen zusammen und Spaß machten sie mir irgendwann auch nicht mehr. Ich mochte mein Single-Leben. Natürlich wäre es schön, einen passenden Partner an meiner Seite zu haben. Aber letztlich war ich auch so zufrieden.
Zugleichhatte ich auch Angst, Konflikte, wie ich sie mit Antons Vater hatte, mit einem neuen Partner erneut durchzumachen. Zwar hatte ich anfangs die Hoffnung, Mr Right zu treffen, mit dem eine Beziehung auch halten würde. Doch war mir klar, dass – abgesehen davon, dass Mr Right noch nicht in Sicht war und mir die Zeit für ein zweites Kind allmählich abzulaufen drohte – mir das Risiko zu hoch war. So entschied ich mich nicht zuletzt deshalb für den Weg, ein Kind alleine zu bekommen. Ich wollte solche Auseinandersetzungen bei dem zweiten Kind nicht wieder machen müssen. Ja, dann würde ich es halt finanziell alleine stemmen und mehr arbeiten müssen. Aber das war es mir allemal wert!
Was mich eher zweifeln ließ und mir immer noch so manches Mal Sorgen bereitet, ist die Frage, ob dem Kind die Präsenz eines Vaters nicht fehlen wird. Könnte mein Kind sich später einmal benachteiligt oder als weniger wert empfinden, weil es ohne Vater aufwächst? Was die männlichen Bezugspersonen anging, baute ich ein Stück weit auf meine beiden Brüder. Und wer weiß, vielleicht finde ich irgendwann einen Partner, mit dem ich zusammenleben möchte und der für das Kind ein (Ersatz-)Vater wird.
Mit dem Gefühl, dass die aktive Suche nach einem Lebenspartner mir weder Spaß machte, noch zum Ziel führte, kamen mir erste Gedanken über eine Samenspende. Ich recherchierte dazu im Internet und fand verschiedene Kliniken im Ausland, die auch Singlefrauen behandeln.
Etwa zeitgleich, Anfang Januar 2017, erfuhr ich von dem Portal familyship.org, einer kostenpflichtigen Plattform. Dort können Menschen mit Kinderwunsch, die Co-Eltern werden möchten, oder auch Frauen und Samenspender zueinanderfinden. Ich schrieb dort mit mehreren Männern, die ebenfalls einen Kinderwunsch hatten. Meine Hoffnung war es, einen Co-Vater zu finden, also einen Mann, der gerne Vater werden möchte, ohne dass wir beide eine Paarbeziehung eingehen würden. Damit hätte das Kind einen aktiven Vater, mit dem es phasenweise zusammenleben würde und der gerne Zeit mit dem Kind verbringt. Zudem könnte das auch mich entlasten.
Im März 2017 schrieb mich M. an, der sich als Samenspender mit „Das Kind kann mich jederzeit kennenlernen, aber sonst liegen alle Rechte und Pflichten bei dir“-Option anbot. Ich schob ein persönliches Kennenlernen und eine mögliche Umsetzung des Kinderwunsches jedoch noch auf. Er schrieb, dass ich mich auch irgendwann später noch melden könne und der Kontakt endete wieder.
Für mich passte damals der Zeitpunkt nicht, da ich gerade mitten im Referendariat war. Für das Kennenlernen eines Co-Vaters braucht es mehr Zeit, daher war ich bereits auf der Plattform aktiv. Eine Samenspende wollte ich zu dem Zeitpunkt nicht. Erst wollte ich mein Referendariat zu Ende bringen und eine feste Stelle antreten, um mir ein kleines finanzielles Polster zu erarbeiten. Zumal hoffte ich auch immer noch, einen Co-Vater zu finden. Unter anderem schrieb ich einige Monate später mit einem schwulen Mann, der Single war und seit längerer Zeit einen Kinderwunsch hatte. Wir schrieben viel und ausführlich hin und her, unsere Werte und Vorstellungen von Erziehung passten sehr gut. Er besuchte mich sogar. Letztlich erhielt ich von ihm aber eine Absage, da ihm die Entfernung von rund 160km zwischen unseren Wohnorten doch zu groß erschien.
Ich hakte die Idee vom Co-Parenting allmählich ab. Mein Fokus legte sich stärker auf eine mögliche Samenspende. Inzwischen wurden die Gesetze zur Samenspende und Insemination bei alleinstehenden Frauen in Deutschland gelockert. Zu diesem Zeitpunkt jedoch war das in Deutschland noch nicht legal möglich. So habe ich mir im Internet dänische und holländische Fertilitätskliniken und Samenspender-Kataloge angeschaut. Alle Informationen auf den Seiten sind auch auf deutsch zu finden. Auch fand ich in Online-Foren einzelne Schilderungen von Frauen, die diesen Weg bereits gegangen waren, sah Reportagen in Mediatheken und las die wenigen Artikel dazu. Dieser Weg schien mir immer realistischer.
Hinzu kam, dass es mit Antons Vater zunehmend mehr Probleme gab, die zum Teil nur noch über Anwälte und vor Gericht gelöst
