Ein Lächeln vom Weihnachtsmann - Rolf Appel - E-Book

Ein Lächeln vom Weihnachtsmann E-Book

Rolf Appel

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Beschreibung

Weihnachtsgeschichten Persönliches, Vergangenes und Märchenhaftes Erzählungen Advents- und Weihnachtszeit Fakten: Erinnerung, Bundesfachschule für Konditoren in Wolfenbüttel Erinnerung, zeitgeschichtlicher Hintergrund eines Dorfes im Herzen Europas Anmerkung zur Geschichte der Tannenbäume

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Erzählungen für Dich

INHALT

Dunkelstunde

Märchenhaftes

Erinnerung - Hopgarten

Havermanns Baumkuchen

Erinnerung - Konditorenhandwerk

Ein Lächeln vom Weihnachtsmann

Anmerkungen zum Märchen

Dank

DUNKELSTUNDE

Adventszeit, leben mit der Pandemie. Die virenfreie Maske aus dem Backofen genommen. Ein verregneter Nachmittag. Duft von aromatischem Kaffee zieht durch den Raum. Kim Wildes Winteralbum im CD- Player schweigt. Allein Zuhause, die Familie lässt auf sich warten. Dunkelstunde auf dem Sofa ist angesagt. Ich schließe die Augen. Minuten vergehen, die Kindheit erwacht im tiefsten Inneren.

Mein großer Bruder erscheint vor mir. „Hallo Paul“, wir begeben uns in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Kinderjahre, Paul ist mir entwachsen. Auch bei mir beginnen innere und äußerer Veränderungen. „Damals, Paul, am Stadtrand, wo wir zusammen mit unseren Eltern aufwuchsen und gemeinsam die Kindheit erlebten. Du hattest eine andere Stufe der Entwicklung erreicht, ich war eben noch ein Kind und du schon ein junger Mann.“

Einen großen Anteil daran hat unser Nachbar Meister Wilke, ein absoluter Fachmann der Fahrradtechnik. Im Hinterhof seines Hauses steht die kleine Werkstatt. Nachdem Paul bei ihm eine Fahrradmechanikerlehre begonnen hat, entwickelt sich bei ihm ein ganz neues Selbstwertgefühl. Die Erfahrung des Meisters und sein besonnenes Wesen tragen dazu bei, dass er eine vorher nicht gekannte innere Harmonie findet. „Es war für mich eine sehr glückliche Zeit.“ Paul huscht ein Lächeln übers Gesicht. „Du hattest eine neue Lebensstufe erreicht, um die ich dich beneidete,“ erwidere ich.

In der Vorweihnachtszeit wird es aber immer deutlicher, dass auch ich dabei bin, der Kindheit zu entfliehen.

„Paul, erinnerst du dich? Da waren meine Freunde, die oft draußen warteten, um mit mir gemeinsam die Nachmittage zu verbringen, nachdem ich die quälenden Schularbeiten endlich beendet hatte. Da war am Ende unserer Straße die kleine Konditorei der Winkelmanns, in der ich meine Liebe für die Arbeit mit der Kuvertüre entdeckte. Zweimal in der Woche half ich dem geduldigen Meister beim Temperieren der Kuvertüre und beim Glasieren des fertigen Honigkuchens. Im Laufe der Zeit gelang es immer besser. Nicht zu vergessen die ersten Kinobesuche! Zusammen mit meinen Freunden, waren sie an Wochenenden oft eingeplant. “

Paul unterbricht mich: „Mutter hatte mich darauf angesprochen. Vor ihr blieb nichts verborgen. Deswegen forderte sie dich auf, gerade ihre in der Vorweihnachtszeit, jedes Jahr neu erdachten sozialen Ideen in die Tat umzusetzen.“

„Ja, Paul, ich sehe es bildlich vor mir. In der zweiten Adventswoche nahm sie mich beiseite und legte mir ans Herz, Rosalinde zu besuchen, eine uns gute ältere Bekannte. Rosi, lebte seit geraumer Zeit allein in ihrer Wohnung, zwei Querstraßen von uns Zuhause entfernt. Früher war sie oft bei meinen Eltern und unterstützte Mutter, wenn sie Heimarbeit angenommen hatte. Der Besuch sollte eine schöne Abwechselung in den dunklen Tagen für Rosi sein. Eigentlich ein dringendes Gebot, den Wunsch von Mutter umgehend zu erfüllen. Aber wie es in dieser Vorweihnachtzeit so war, da half ich am nächsten Tag in der kleinen Konditorei und nach getaner Arbeit drückte mir Frau Winkelmann mal soeben fünf Mark in die Hand. Wie sehr fühlte ich mich da schon in der Welt der Erwachsenen. Das