9,99 €
Als essenzieller Begleiter für alle Zen-Übenden, besteht dieses Werk aus Versen von Zen-Klassikern, Sutras und den Gedichten der Tang und Sung Ära Chinas. Die Auswahl in diesem Band ist grundlegend, inspirierend und zeitlos, wobei jeder Eintrag eine Phase des Satori und des Zen-Lebens enthüllt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 40
Veröffentlichungsjahr: 2019
EIN ZEN WALD
Deutsche Ausgabe: Alle Rechte vom Herausgeber und Übersetzer Daikan Jörg Westerbarkey Vorbehalten
Gestaltung Daikan Jörg Westerbarkey
© Copyright 2019 Daikan Jörg Westerbarkey
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 42,
22359 Hamburg
ISBNs:
978-3-7497-7667-2 (Paperback)
978-3-7497-7668-9 (Hardcover)
978-3-7497-7669-6 (e-Book)
Meinem Lehrer Daichi Bunryo Yamada Roshi gewidmet
EIN ZEN WALD
Zen Sprüche der Zen-Roshi
Aus dem Japanischen übersetzt
von Sōiku Shigematsu
Vorwort von Gary Snyder
Übersetzung ins Deutsche
von Daikan Jörg Westerbarkey
Verlag und Druck: tredition GmbH, Hamburg
ENGLISCHE AUSGABE:
Copyright ©2004 von White Pine Press
Translations copyright ©1981,
2004 von Sōiku Shigematsu
Vorwort ©1981, 2004 von Gary Snyder
Dieses Buch wurde ursprünglich von Weatherhill, Inc. veröffentlicht.
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Werk oder Teile davon dürfen nicht reproduziert werden in jeglicher Form ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers.
Die Veröffentlichung dieses Buches wurde teilweise mit öffentlichen Mitteln vom New Yorker State Council on the Arts, einer staatlichen Agentur ermöglicht.
Gedruckt und gebunden in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Erste Ausgabe
Control-Nummer der Kongressbibliothek:
200410916I
Veröffentlicht von
White Pine Press
PO. Kasten 236
Buffalo, New York 14201
www.whitepine.org
Zur Erinnerung an Asahina Sōgen Roshi
Inhalt
Vorwort von Gary Snyder
Einführung
Danksagung
Hinweise von Daikan J. Westerbarkey
Sprüche
VORWORT
Die Mohave-Indianer des unteren Colorado River legten ihre ganz Energie für ästhetische und religiöse Angelegenheiten in die Rezitation langer poetischer Erzählungen. Einige der Epen sind bemerkenswert präzise in der Beschreibung der Wüsten des Südwestens. Die Erzähler glaubten aber, dass sie alle in Träumen erfahren wurden. Durch eine andere Art der religiösen Umkehr schuf die Welt des Zen (Ch'an) Buddhismus mit seiner „keine Abhängigkeit von Wörtern und Buchstaben“ – den schmucklosen Hallen, schlichten Altären, dunklen Gewändern – eine große und sehr spezialisierte Literaturkultur. Sie registrierte die Schwierigkeit des Spiels zwischen verbalen und nonverbalen Methoden in den Trainingshallen. Die gebildeten Zen Praktizierenden (Mönche) waren auch mit weltlicher Literatur gut vertraut, und sie liehen sich nützliche Redewendungen aus jeder Quelle. Ein letzter Schritt war die Sichtung von Ch'an-Texten, chinesischen Gedichten und Sprichwörtern, buddhistischen Sutras sowie zu guter Letzt taoistischer und konfuzianischer Klassiker. Dies geschah im 16. und 17. Jahrhundert in Japan und das Ergebnis war der Zenrin Kushū, die „Sprüche aus dem Zen Wald.“ Die meisten der gesammelten Sprüche stammen aus Chinesischen Gedichten, so dass R. H. Blyth sagen konnte, dass das Zenrin Kushū „der Zen-Blick auf die Welt auf diesem spirituellen Weg ist, ausgedrückt durch Poesie bis hin zum Haiku.“
Werfen Sie einen Blick in dieses Buch. Es ist nicht ganz so wie eine Sammlung von Zitaten oder eine Auswahl aus „großer Literatur“, die man schon mal gelesen hat. Eichō Zenji, der die Grundbearbeitung geschrieben hat, und seine Nachfolger wussten, wonach sie suchten. Soiku Shigematsu‘s Einführung berichtet darüber.
Aber die Zenrin Kushū Auswahl könnte nicht in ihrer Kürze die Kraft und Lebendigkeit ausstrahlen, die sie hat, wenn nicht der Reichtum des Ausgangsmaterial wäre. Zuallererst, die Kürze. Alles stammt aus dem Chinesischen. Die chinesische Sprache ist meistens Einsilbig, mit einer Grammatik für die Wortfolge, die sehr sparsam sein kann. Es ist eine längst etablierte kulturweite Freude an Redewendungen und Zitaten, und es gibt eine besondere Überlieferung von Mehrdeutigkeit und Fragwürdigkeit, die mit den vielen gleichen Wortkörpern in der Sprache spielt. Frühgeschichtliche Bücher wie das I Ging und Taoistische Essays sind reich an „undurchdringlichen Sprüchen“.
Die Sammlung der Zen-Sprüche greift nicht absichtlich auf obskure Sprüche, Zungenbrecher, traditionelle Rätsel und ähnliches zurück. Mit Ausnahme der Zitate, die aus den Texten ihrer eigenen Schule stammen, präsentieren sie uns eine Auswahl aus veröffentlichten Sprüchen und Redewendungen. Gedichte werden nie vollständig zitiert, so dass sich in diesem Fall die Unverständlichkeit (vor allem für Westliche Leser) aus dem fehlenden Zusammenhang ergibt. Wenn die Zen Redewendung eigentlich ein altes Sprichwort ist wie:
Um Hundefleisch zu verkaufen,
einen Schafskopf ausbreiten.
Mehrere Bedeutungsebenen sind augenblicklich klar. Auf Chinesisch wäre dies wörtlich: "Schafskopf aufhängen, Hundefleisch verkaufen."
Ein anderes Sprichwort, das in dieser Sammlung vorkommt, ist:
Einer, der mit
fünfzig Schritten flieht
Spottet über den anderen
der hundert gemacht hat.
Englisch ist eine relativ karge Sprache, aber in der Chinesischen heißt es wörtlich: „Fünfzig Schritte verhöhnen ihn vor hundert.“ Der Sinnzusammenhang entzieht sich durch den Wettbewerb.
Die gebräuchlichste Art von Zen Sätzen ist das Couplet (scherzhaft-satirisches Strophengedicht), das aus Gedichten mit fünf Zeichen in einer Zeile entlehnt wurde. Es gibt 578 solche Vers-Paare in der Baiyō Shoin Edition des Zenrin Kushū. (Herr Shigematsu hat das traditionelle Arrangement der Zen-Sätze nach Anzahl der Zeichen abgeschafft. Seine originale und die persönliche Reihenfolge erleichtert das Lesen des Buches durchgehend.) Zeilen mit sieben Zeichen, einzeln und gepaart, bilden die nächstgrößeren Zitate, auch bei der Poesie.
