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"Sie haben Ihr Kind nicht im Griff, es macht mit Ihnen, was es will!" oder "ADHS? Das gibt es doch nicht, Ihr erzieht Euer Kind nicht, das ist das Problem. Ihr Eltern seid das Problem und nicht das Kind." Kommen Ihnen diese Sätze bekannt vor? Stellen Sie infrage, dass Sie eine gute Mutter oder ein guter Vater sind, da Ihr Kind nicht so ist, wie es von der Gesellschaft verlangt und erwartet wird? Daniela Chirici kennt sowohl die Angriffe als auch die Selbstzweifel. Ihr ältester Sohn erhielt früh die Diagnose Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS). Zehn Jahre lang, bis ihr Sohn 19 Jahre alt war, schrieb sie regelmäßig für die ADHS-Organisation Schweiz. In ihren Texten beschreibt sie, wie es ist, mit einem ADHS-betroffenen Kind unterwegs zu sein und was dies für die ganze Familie bedeutet. In den zehn Jahren wurde sie zudem vom Schweizer Fernsehen SRF begleitet – daraus sind drei Reportagen entstanden. Die Autorin vereinigt im vorliegenden Buch alle Texte, die während dieser zehn Jahre entstanden sind, und ergänzt sie mit Informationen zu den wichtigsten Etappen im Leben ihres Sohnes Kilian. "Ziel des vorliegenden Buches ist es, in Form einer wahren Geschichte aufzuzeigen, wie trotz vieler Hürden und Widrigkeiten erfolgreich mit ADHS umgegangen werden kann und dass auch Kinder und Jugendliche trotz und mit ADHS eine produktive Entwicklung und glückliche Lebensperspektive haben können." Roland Abegglen, Paar- und Familienterapeut FSP
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Seitenzahl: 97
Veröffentlichungsjahr: 2022
Daniela Chirici
Eine Kindheit mit ADHS
Leben mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom
Eine Kindheit mit ADHS
Daniela Chirici
Daniela Chirici
Mattweg 10
6037 Root
Schweiz
E-Mail: [email protected]
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Lektorat Psychologie
Länggass-Strasse 76
3012 Bern
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Tel. +41 31 300 45 00
www.hogrefe.ch
Lektorat: Dr. Susanne Lauri
Bearbeitung: Angelika Pfaller, Bad Reichenhall
Herstellung: René Tschirren
Umschlagabbildung: Getty Images/pixdeluxe
Umschlaggestaltung: Claude Borer, Riehen
Satz: Mediengestaltung Meike Cichos, Göttingen
Format: EPUB
1. Auflage 2022
© 2022 Hogrefe Verlag, Bern
(E-Book-ISBN_PDF 978-3-456-96193-4)
(E-Book-ISBN_EPUB 978-3-456-76193-0)
ISBN 978-3-456-86193-7
http://doi.org/10.1024/86193-000
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Danke
Geleitwort
Geleitwort zum Buch von Daniela Chirici zur Geschichte von Kilian
Vorwort
Einleitung
Ein kleiner Einblick in das Leben mit einem ADHS-betroffenen Kind: „anders unterwegs sein“
Kilians Geschichte in der elpost von November 2011 bis April 2021
November 2011
März 2012
Juni 2012
November 2012
Sommer 2012
Herbst 2012
März 2013
Juni 2013
November 2013
März 2014
Juni 2014
November 2014
März 2015
Juni 2015
November 2015
März 2016
Juni 2016
November 2016
März 2017
Juni 2017
November 2017
Juni 2018
November 2018
März 2019
Juni 2019
November 2019
April 2020
Juni 2020
November 2020
April 2021
Fazit von Roland Abegglen
Kontaktadressen
Ein großes Dankeschön geht an meine beiden Söhne Kilian und Silvan Chirici.
An meine Freundinnen Edith, Manuela, Sylvia, Begoñia, Silvana, Michaela, Barbara, Monika und Heidi, die mich in diesem Buchprojekt sehr unterstützt und ermutigt haben.
Danke an meine Familie und Verwandten, die uns und Kilian so annehmen, wie er ist.
An Roland Abegglen, er ist Paar- und Verhaltenstherapeut und Fachpsychologe für Psychotherapie FSP und begleitet Kilian seit über 10 Jahren mit großem Engagement.
An Verena Schenk-Leu, ehemalige Redakteurin von elpos.
An das Schweizer Fernsehen (SRF) und Michéle Sauvain, (sie ist im DOK- und Reporterteam) für die großartigen DOK-Filme und die tollen Reportagen (2011, 2017, 2020).
Liebe Leserin, lieber Leser,
vor rund 10 Jahren ergab sich die glückliche Fügung, dass Frau Daniela Chirici ihren Sohn Kilian bei mir zur Psychotherapie auf verhaltenstherapeutischer Grundlage angemeldet hatte, und es freut mich natürlich sehr, dass sich Frau Chirici nach dieser 10-jährigen „Geschichte“ mit vielen Ups und Downs und einer enorm großen Portion Energie, Geduld, Hoffnung und Durchhaltewillen dazu entschlossen hat, ein erhellendes und hilfreiches, spannendes Buch – sprichwörtlich „aus dem Leben gegriffen“ – zu verfassen und zu veröffentlichen. An dieser Stelle möchte ich mich bei der ganzen Familie Chirici für das entgegengebrachte langjährige Vertrauen herzlich bedanken – nicht zuletzt auch dafür, dass mich Frau Chirici gebeten hat, zum vorliegenden Buch ein Geleitwort und ein Fazit zu schreiben, was ich hiermit als Eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut mit Spezialisierung auf Paar-, Familien- und Verhaltenstherapie sehr gerne mache. Und natürlich richtet sich mein spezieller Dank auch an Kilian und seine Mutter, mit ihnen beiden haben viele Dutzende (Hunderte?) Stunden anregende, herausfordernde und erfreuliche Therapiesitzungen stattgefunden – sowohl im Einzelsetting mit Kilian als auch im Gruppensetting/Familiensetting mit Kilian und seiner Mutter, und vereinzelt auch noch zusammen mit dem Vater. Und last but not least geht ein großes Dankeschön an die Schweizer Invalidenversicherung (IV), welche Kilians Psychotherapie über all die vielen Jahre mitgetragen und finanziert hat; ohne Invalidenversicherung wäre eine derart intensive und überdurchschnittlich lang andauernde Psychotherapie wahrscheinlich nicht finanzierbar gewesen (... schweizerische Missstände in Sachen Krankenkassen … psychologische versus medizinische Psy|10|chotherapie/Psychiatrie …). Ziel des vorliegenden Buches ist es, in Form einer wahren Geschichte aufzuzeigen, wie trotz vieler Hürden und Widrigkeiten erfolgreich mit ADHS umgegangen werden kann und dass auch Kinder und Jugendliche trotz und mit ADHS eine produktive Entwicklung und glückliche Lebensperspektive haben können. „Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln“ (William Shakespeare), auch ADHS muss kein schlimmes bzw. determinierendes „Schicksal“ sein, sondern ist in gewisser Hinsicht eine Laune der Natur, welche in einem guten kooperativen Modus vivendi bewältigt werden kann, wenn man bereit ist, immer wieder kreativ an neuen Lösungsstrategien herumzutüfteln und nicht vorschnell aufzugeben; es lohnt sich, dranzubleiben, das ist die Kernbotschaft des vorliegenden Buches – im Wissen, dass Kilian überdurchschnittlich stark von ADHS betroffen war und ist.
Roland Abegglen, Kinder- und Jugendpsychologe,
Paar- und Verhaltenstherapeut SGVT, Psychotherapeut FSP,
im Sommer 2021
Als im November 2011 der SRF-DOK-Film „Hyperaktive Kinder, Modeerscheinung oder Warnsignal?“ mit Kilian als Hauptdarsteller ausgestrahlt wurde, berührte mich vor allem die Szene bei der Kinderärztin: seine großen, blauen Augen im schmalen, bleichen Gesicht. Das Leiden war spürbar. Als damalige Redakteurin der „elpost“ hatte ich schnell den Wunsch, darüber zu berichten. So nahm ich Kontakt auf. Einige Zeit später durfte ich Familie Chirici in Ballwil besuchen. Ich wollte sie gerne kennenlernen und Fragen stellen. Auf dem Weg zu ihnen sah ich nur eine Straße, die ich entlangging, und ein paar Häuser im dichten Nebel. Was für eine gute Idee, dachte ich, mit einem „verhaltensoriginellen“ Kind auf einen Bauernhof zu ziehen. Mit viel Raum, um zu sein und sich auszutoben, Tieren, die eine artgerechte Umgangsform benötigen, Abläufen und Ritualen. Der Nachmittag verlief ganz und gar nicht langweilig. Es gab ein paar ziemlich spezielle Situationen und ich versicherte Daniela mehr als einmal, dass ich ja die Problematik kenne und dies überhaupt keine Sache für mich sei. Aus dem Entschluss, weiterhin in einer Rubrik über Kilians Leben und das seiner Familie zu berichten, ergab sich eine langjährige und bereichernde Zusammenarbeit mit Daniela, die auf gegenseitiger Wertschätzung und Zuneigung beruhte. Wir tauschten uns sowohl auf fachlicher als auch auf privater Ebene aus, sei es via Mail, Telefon oder bei einem Essen. Kritisch, nachdenklich, nicht selten vergnüglich, aber auch mal traurig. Ich danke Daniela, Kilian und Silvan für den Mut, ihre oft so unglaublich schwierige Geschichte mit anderen Menschen zu teilen. Es freut mich riesig, dass sie nun in Buchform erscheint. Be|12|stimmt wird sie vielen Eltern auf ihrem beschwerlichen Weg mit einem etwas „anderen“ Kind Trost und Unterstützung sein.
Verena Schenk-Leu,
ehemalige Redakteurin der elpost Wangen, im Mai 2021
„Schauen Sie besser auf Ihr Kind und erziehen Sie Ihr Kind mal richtig!“
„Ihr habt euer Kind nicht im Griff, es macht mit euch, was es will.“
„Euer Sohn ist so aggressiv, ich möchte nicht, dass mein Kind so wird wie euer Kind. Daher möchte ich mit euch nichts mehr abmachen.“
„Euer Sohn ist so, weil ihr ihn zu sehr verwöhnt und ihm keine Grenzen setzt.“
„ADHS? Das gibt es doch nicht, ihr erzieht euer Kind nicht, das ist das Problem. Ihr Eltern seid das Problem und nicht das Kind.“
Kommen Ihnen diese Sätze bekannt vor? Haben Sie sich auch die Schuld gegeben, dass Ihr Kind so ist, weil Sie einen Erziehungsfehler machen? Oder stellen Sie infrage, dass Sie keine gute Mutter oder kein guter Vater sind, da Ihr Kind nicht so ist, wie es von der Gesellschaft verlangt und erwartet wird?
In den ersten Jahren erging es mir so. Ich suchte den Erziehungsfehler bei mir, ich redete mir ein, keine gute Mutter zu sein. Obschon ich Grenzen setzte, strukturiert war, meinen Sohn über alles liebte. Ich konnte mir nicht erklären, warum es bei uns mit allen Maßnahmen und mit der Erziehung nicht so funktionierte wie bei anderen Kindern. Dass unser Sohn anders war als die anderen, fiel mir dabei schon sehr früh auf. Bis zur Diagnose ADHS. Ah, darum und deshalb verlief alles anders als bei anderen Kindern und Familien. Je mehr ich über ADHS gelesen hatte, umso mehr verstand ich meinen Sohn und konnte ihm helfen. Dennoch gibt es weiterhin für viele Menschen kein ADHS, sondern sie behaupten, dass das Kind so sei, weil die Eltern nicht erziehungsfähig sind. Unterdessen habe ich da eine „dicke Elefantenhaut“ bekommen.
|14|Dieses Buch habe ich über einen Zeitraum von 10 Jahren geschrieben und darin einige Situationen beschrieben und wie ich diese gemeistert habe. Ich möchte mit diesem Buch Mut machen und aufzeigen, dass die Erziehung eines betroffenen Kindes sehr anspruchsvoll ist, aber nicht unmöglich. Dass Sie als Eltern nicht alles falsch machen, sondern das Beste geben, was Sie können. Ein betroffenes Kind kann Verhalten lernen, dabei ist es wichtig, klare Strukturen und Grenzen zu geben und liebevoll stur zu bleiben – es lohnt sich!
Ich heiße Daniela Chirici und bin die Mutter von Kilian und Silvan. Kilian ist ADHS-betroffen, Silvan nicht. Dies ist ein Erfahrungsbuch für Eltern, Lehrpersonen, Therapeuten, Ärzte, Großeltern oder auch alle, die mehr über ADHS erfahren möchten.
Ich arbeite als Schulassistentin und begleite Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und/oder Lernschwierigkeiten. Von 2018 bis 2021 arbeitete ich in eigener Praxis für Elternberatung in Zug. Seit 2021 arbeite ich im Zentrum für Psychologie und Verhaltenstherapie Abegglen, Isler & Partner in Baar, als ADHS-Coach für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und Elternberatung. Ich habe den Lehrgang zur Elternberatung absolviert und werde demnächst mit jenem zur Entwicklungs- und Lerntherapeutin nach PäPKI beginnen. In meiner Freizeit spiele ich Panflöte in einem Ensemble, gehe gerne wandern oder segeln.
Das Schweizer Fernsehen (SRF) hat Kilian und unsere Familie während der letzten 10 Jahre begleitet. In dieser Zeit sind zwei DOK-Filme (2011, 2017) und eine Reportage (2020) entstanden, die bereits im SRF ausgestrahlt worden sind.
Während dieser 10 Jahre habe ich für elpos (ADHS-Organisation Schweiz) dreimal jährlich die Rubrik „Neues von Kilian“ verfasst; im vorliegenden Buch sind alle diese elpos-Texte zusammengetragen. Darin beschreibe ich die Zeitspanne von Kilians Geburt bis zu seinem 19. Lebensjahr und berichte, wie es ist, mit einem ADHS-betroffenen Kind unterwegs zu sein und was dies für die ganze Familie bedeutet, und wie der enorm herausfordernde Alltag produktiv gemeistert werden kann. Für das vorliegende Buch habe ich zu wichtigen Etappen im Leben von Kilian einige Informationskästen eingefügt, damit Sie auf den ersten Blick |16|
