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Eine lebensgefährliche Reise erzählt die bewegende Geschichte eines Mannes und seiner Familie, deren Leben durch verschiedene Krebsdiagnosen erschüttert wird. Auf einem schmalen Grat zwischen Hoffnung und Angst ringen die Beteiligten mit ihrer eigenen Verletzlichkeit und entdecken dabei, ihre Liebe und den familiären Zusammenhalt. Es ist eine kraftvolle Erzählung über Resilienz und darüber, die Kostbarkeit des Lebens zu begreifen. Jedes Lächeln wird bedeutungsvoller, jede Umarmung wertvoller und jeder Abschied tiefgründiger.
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Seitenzahl: 247
Veröffentlichungsjahr: 2025
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LOSLASSEN UND AUS FEHLERN LERNEN. TRÄNEN WEGWISCHEN UND LÄCHELN. DIE VERGANGENHEIT AKZEPTIEREN UND DIE ZUKUNFT LEBEN. WEITERKÄMPFEN, OBWOHL DIE KRAFT FEHLT.
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Es gibt prägende Momente im Leben, die alles auf den Kopf stellen. Diese Augenblicke, die uns den Halt rauben und unser Leben in ein Vorher und ein Nachher gliedern. Für mich war dieser entscheidende Moment, die Diagnose Darmkrebs.
Die Entscheidung, dieses Buch zu schreiben, fiel mir nicht leicht. Es bedeutete, mich meinen größten Ängsten zu stellen – dem Schmerz, der Ungewissheit und der Vergänglichkeit des Lebens. Beim Schreiben habe ich sowohl vor Verzweiflung als auch vor Erleichterung viele Tränen vergossen.
Das Schreiben wurde für mich zu einem Ventil, einem Weg, meine Gedanken zu ordnen und letztlich zu einem wichtigen Teil meiner Therapie. Doch mit der Zeit erkannte ich, dass es um weit mehr geht als nur um meine persönliche Erfahrung.
Ich teile meine Geschichte in der Hoffnung, anderen Mut zu machen. Zu zeigen, dass selbst in den dunkelsten Stunden ein Licht gefunden werden kann – und dass es sich lohnt zu kämpfen.
Dieses Buch richtet sich an alle, die vor großen Herausforderungen stehen, die kämpfen – sei es gegen eine Krankheit, die Prüfungen des Lebens oder ihre eigenen Zweifel. Es ist ebenso für die Menschen gedacht, die mich auf meinem Weg unterstützt haben.
Darmkrebs hat mein Leben grundlegend verändert. Er hat mir verdeutlicht, wie fragil unsere Existenz ist, aber auch, wie unermesslich kostbar jeder Augenblick des Daseins sein kann.
Es ist ein kühler Herbstabend, als die Dunkelheit wie ein sanfter Schleier über den Himmel gleitet und die letzten Spuren des Tages verschluckt. In meinem Arbeitszimmer herrscht eine tiefgehende Ruhe, die nur vom gleichmäßigen Ticken der Wanduhr durchbrochen wird. Dieses leise Ticken erfüllt den Raum, begleitet meine Gedanken, die träge wie fallende Blätter durch meinen Geist driften.
Am Schreibtisch sitzend, bin ich umgeben von Papierstapeln, die wie flüsternde Zeugen meiner Schreibambitionen wirken. Das sanfte Licht der Lampe fällt auf die Blätter, lässt Schatten tanzen und verleiht dem Raum eine fast magische Atmosphäre. Dabei scheint es, als ob die Zeit des stillen Innehaltens mir ein kostbares Atemholen schenkt.
Wenn ich die Augen schließe, kann ich die frische Nachtluft noch intensiver spüren, die durch das leicht geöffnete Fenster eindringt. Das ferne Rauschen der Blätter im Wind klingt wie eine Melodie. Meine Gedanken sind ein Kaleidoskop aus Ideen und Erinnerungen, unbeständig und flüchtig.
Manchmal frage ich mich, wer ich wirklich bin inmitten dieses Wirbels von Gedanken und Emotionen. Ich bin ein Mann Anfang sechzig, dessen Seele sich so jugendlich anfühlt, als wäre sie in den Fünfzigern stecken geblieben. Seit über zwanzig Jahren bin ich im Außendienst einer Pharmafirma tätig - ein Beruf, der mir nicht nur ein Auskommen gibt, sondern auch eine gewisse Erfüllung schenkt. Ich liebe den Austausch mit anderen Menschen. Ob es Apotheker, Ärzte oder Kollegen sind. Diese Gespräche nähren meinen Geist und geben mir Energie.
Ich habe den Entschluss gefasst, meine Geschichte in einem Buch festzuhalten, doch die Zweifel nagen an mir.
„Kann ich das wirklich?“, frage ich mich leise, während die Stille des Raumes zu einer stummen Antwort wird.
In der Tiefe meiner Gedanken beginne ich nach einer Stimme zu suchen, die Worte formt, die so lange ungesagt blieben. Vielleicht ist es genau diese Herausforderung, die ich meistern muss, um nicht nur mir, sondern auch anderen Menschen Hoffnung und Perspektive zu schenken.
Vor mir liegt immer noch das weißes Blatt Papier, das im warmen Licht der Schreibtischlampe zu leuchten scheint. Unberührt. Leer. Erwartungsvoll.
Mein Blick bleibt daran haften, und für einen absurden Moment glaube ich, dass es mich ansieht – als würde es mich stumm auffordern, endlich loszulegen.
„Jetzt fängt dein Kopf auch noch an, mit dem Papier zu reden“, murmele ich und schüttle ihn. Aber dann, fast widerwillig, greife ich zum Stift und formuliere erste Sätze.
Es war mein Arzt, der den Anstoß gegeben hatte. Es war nur ein beiläufiger Kommentar gewesen, als ich ihm erzählte, dass ich gelegentlich Gedanken aufschreibe, um den ganzen Wahnsinn besser zu verarbeiten. „Ein Buch“, hatte ich gesagt, halb im Scherz, „vielleicht schreibe ich später mal ein Buch.“
Seine Reaktion hatte mich überrascht. „Das sollten Sie tun“, sagte er mit einem Blick, der keine Widerrede duldete. „Es könnte helfen – nicht nur Ihnen.“
Damals hatte ich das abgetan, aber jetzt, da ich diese lose Sammlung von Notizen, Gedanken und Gefühlen vor mir sehe, bin ich überrascht. Es ist mehr, als ich erwartet hatte. Mehr, als ich zugeben wollte.
Ich atme tief ein. Mein Blick wandert über die Tischkante hinaus, zu dem kleinen Bücherregal an der Wand. Zwischen den Büchern suche ich vergebens das kleine blaue Tagebuch mit der Lasche, das man verschließen kann – ein Relikt aus meiner Jugend.
Mein einziges Tagebuch, das ich jemals hatte in meinem Leben. Es war ein Geschenk meiner Mutter zu meinem zwölften Geburtstag. Damals hatte ich Liebeskummer, und sie meinte, das Schreiben helfen würde.
Ich erinnere mich, wie ich abends im Bett mit der Taschenlampe heimlich meine pubertären Gefühle niederschrieb. Ob es geholfen hat, weiß ich heute nicht mehr, aber allein die Erinnerung daran weckt ein besonderes Gefühl in mir.
Ein weiteres Mal betrachte ich das weiße Blatt vor mir. Plötzlich sehe ich nicht nur die ersten Sätze darauf, sondern das große Potenzial. Mit einem tiefen Atemzug greife ich nach dem Stift, meine Finger schweben über das Papier, während der Drang, die wirren Gedanken in Worte zu fassen, unwiderstehlich wird. Schreibend kann ich in die unentdeckten Räume meiner Seele eintauchen.
Während die Tinte über das Papier fließt, fühle ich, wie etwas in mir aufbricht. Erinnerungen, Emotionen, eine Flut von Gedanken, die ich nicht mehr zurückhalten kann. Sie sprudeln hervor, unkontrolliert und lebendig.
Es ist, als würde jedes Wort, das ich schreibe, einen kleinen Teil der Last von meinen Schultern nehmen.
Nach einer Weile lehne ich mich zurück. Der Kopf ist voller neuer Gedanken, der Rücken schmerzt von der angespannten Haltung. Ich lasse den Stift sinken und betrachte die ersten Zeilen. „Willst du das wirklich?“, frage ich mich laut.
Die Antwort kommt leise, aber entschieden aus meinem Inneren: Ja!“
Das hier ist der Anfang. Der Anfang von etwas Neuem, von etwas Gutem. Vielleicht auch von etwas Inspirierenden.
Wo beginnt man, eine Geschichte zu erzählen, die das eigene Leben umspannt? Ist es der Augenblick, als ich die alles verändernde Diagnose erhielt?
Oder sollte ich noch weiter in die Vergangenheit zurückreisen?
Tief in meinem Inneren entsteht das Gefühl, dass ich zu den Wurzeln zurückkehren muss – über diesen schicksalhaften Tag hinaus. Denn meine Reise fand ihren Ursprung lange davor. Alle Geschehnisse ergeben nur im Kontext einen Sinn.
Meine Gedanken schweifen zurück ins Jahr 2002, eine Zeit meiner persönlichen Umbrüche und Neuanfänge. Hier begann ich, mein Leben neu zu ordnen und meine Familie zu gründen. Die Tatsache, dass dies vor so vielen Jahren geschah, erfüllt mich mit Ehrfurcht und drängt mich zur Reflexion dieser Zeit.
Ein kleines Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus, und ich nicke, als würde ich mit meinem jüngeren Ich sprechen: „Ja, es ist so viel Zeit vergangen.“
Damals war mein Lebensrucksack bereits gut gefüllt mit Erfahrungen – einer Mischung aus Erfolgen und Rückschlägen. Inmitten dieser Veränderungen und dem unerbittlichen Verstreichen der Zeit gab es eine Konstante: meinen Sohn. Er war das wertvollste Geschenk jener Tage. Sein Lächeln, seine Hände, die voller Vertrauen meine hielten – sie waren mein sicherer Hafen in einer stürmischen See. Doch allmählich fühlte ich, wie dieser Anker sich langsam löste, Schritt für Schritt, ohne dass ich es aufhalten konnte.
Er wuchs schon seit einiger Zeit in seiner neuen Familie auf. Seine Welt entfernte sich mehr und mehr von meiner. Zunächst waren es nur kleine Veränderungen – andere Gewohnheiten, neue Freunde, ein veränderter Alltag. Doch mit der Zeit wurde aus den Unterschieden eine spürbare Entfernung. Unsere Gespräche wurden seltener, unsere gemeinsame Sprache verlor an Stabilität. Ich spürte, wie die einst mühelosen Fäden zwischen uns zu reißen drohten.
Oft fragte ich mich, ob ich der Einzige war, der diesen Verlust so intensiv wahrnahm. Ob er spürte, dass sich etwas zwischen uns veränderte. Vielleicht war es tatsächlich nur ich, der nicht loslassen konnte. Aber warum sollte ich loslassen? Wie konnte ich annehmen, dass unsere Verbindung dünner wurde, dass die Zeit uns auseinandertreiben würde wie zwei Schiffe auf offener See?
Diese Vorstellung warf einen Schatten aus Angst auf mein Herz. Eine tief verwurzelte Angst, die mich nicht losließ. Der Gedanke, dass eines Tages nur noch blasse Fragmente der Vergangenheit übrigbleiben, machte mir Angst. Ich wollte ihn rufen, ihn festhalten, ihn zurückziehen in jene Welt, in der wir uns ohne Worte verstanden. Doch das Leben zog ihn weiter, zu seinen Träumen und Verpflichtungen. Ich blieb still zurück. Dennoch bewahrte ich das Bild meines Sohnes in meinem Herzen – mit der Hoffnung, dass sich unsere Wege eines Tages wieder enger zusammenführen lassen.
Ich lebte zu dieser Zeit allein, spürte aber zunehmend, dass die Einsamkeit nicht von Dauer sein würde. Dass an einem unbekannten Ort da draußen jemand auf mich wartete, der mein Leben bereichern und jenes besondere Kribbeln zurückbringen konnte.
Mit dem Aufkommen der ersten Online-Dating-Plattformen erschloss sich mir ein digitales Fenster. Es waren Begegnungen möglich, die im realen Leben vielleicht nie stattgefunden hätten.
Ich durchstöberte Profile, versank in Beschreibungen und ließ mich von Worten und Bildern gleichermaßen verführen. Diese virtuelle Welt war fesselnd und aufregend, manchmal jedoch auch von Ernüchterung geprägt. Zahlreiche Gespräche endeten in belanglosen Floskeln, bevor sie überhaupt die Chance hatten, Tiefe zu entwickeln. Doch dann entdeckte ich sie.
Ihr Schreibstil war erfrischend anders. Lebendig und warmherzig, gewürzt mit einer frechen Art, die mich neugierig machte.
Unsere Nachrichten hatten eine Leichtigkeit, eine Art von Rhythmus, die selten war. Kein oberflächliches Geplänkel, keine austauschbaren Höflichkeiten – es war echter, bedeutungsvoller Austausch.
Mit jeder Nachricht, die wir tauschten, wuchs meine Neugierde. Ich wollte mehr über sie erfahren, mehr von dem fühlen, was sie ausmachte. Der Wunsch, ihre Stimme zu hören, wurde schließlich übermächtig. Als wir unsere Telefonnummern austauschten, zögerte ich keinen Moment.
Dann kam der Augenblick der Wahrheit. Ich tippte ihre Nummer ein, das Freizeichen erklang – und dann hörte ich sie: „Hallo?“
Diese Stimme! Sie strahlte eine angenehme Wärme, Weichheit und Lebendigkeit aus.
Wir plauderten stundenlang, sprangen von einem Thema zum nächsten. Wir sprachen über Vergangenes, erzählten uns von unseren Träumen und philosophierten über das Leben. Wir lachten über absurde Erlebnisse und fanden heraus, dass wir von vielen Dingen gleichermaßen schwärmten. Es wurde uns schnell bewusst das ein persönliches Treffen unvermeidlich war.
Jede Faser meines Seins war gespannt. Wie würde sie in der Realität sein? Würde die Magie, die zwischen uns vibrierte, auch außerhalb der digitalen Welt Bestand haben?
So verabredeten wir uns spontan, und erst dann stellte ich fest, dass sie in der Prignitz lebte – ein beträchtliches Stück weg. Egal, dachte ich. Du bist mobil.
Die Fahrt zog sich in die Länge. Kilometer um Kilometer durch die flache Weite Brandenburgs, vorbei an Feldern und kleinen Dörfern. Je näher ich unserem Treffpunkt kam, desto stärker spürte ich die Spannung. Wie würde sie in Wirklichkeit sein?
Als ich mit dem Auto in ihren Heimatort ankam, wurde meine Nervosität mit jedem Meter stärker. Die Straße war schmal, gesäumt von hohen Bäumen, die sich im Wind leicht bewegten, als wollten sie mir zuflüstern, was gleich geschehen würde. Die Hausnummern waren nur schwer erkennbar, weshalb ich mich leicht nach vorn beugte, um durch das Seitenfenster einen besseren Blick zu erlangen.
Und dann – da war sie.
Oben auf der Treppe vor ihrem Elternhaus stand sie, leicht nach vorn gebeugt, ihre Hand über den Augen, um nicht vom Scheinwerferlicht geblendet zu werden. Sie hatte mich längst entdeckt, bevor ich sie sah, das wurde mir sofort klar. Unsere Blicke trafen sich, und ich hätte schwören können, die Welt hielt für einen winzigen Moment den Atem an. Mein Herz klopfte so laut, dass ich es im ganzen Körper spürte.
„Bleib ruhig“, flüsterte ich mir zu, als ich den Wagen langsam zum Stehen brachte. „Verliebtheit ist keine Liebe. Beruhige dich.“ Doch mein Verstand hatte längst das Steuer abgegeben, und die Aufregung schoss mir heiß in den Nacken, als ich ausstieg und die Treppe hinaufging.
Ich überlegte fieberhaft, wie ich sie ansprechen sollte. Was sagt man in so einem Moment? Was, wenn ich etwas Dummes sage und alles verderbe? Mein Mund wurde trocken, mein Hals wie zugeschnürt. Und dann stand sie vor mir, leibhaftig, schöner, als ich es mir in all meinen Gedanken ausgemalt hatte.
Ihre Erscheinung erinnerte mich unvermittelt an Lady Diana. Ihre natürliche Anmut war bezaubernd, und zog mich sofort in ihren Bann. Das sanfte Lächeln, das ihre Lippen umspielte, schien von einer anderen Welt zu stammen. Die Art, wie sie mich ansah – es war fast unwirklich. Und bevor ich überhaupt wusste, was ich tat, folgte ich einem Impuls, der sich wie eine unsichtbare Kraft anfühlte. Ich näherte mich, umarmte sie behutsam und gab ihr einen zaghaften Kuss auf die Wange, als ob unsere Bekanntschaft schon lange bestünde..
Der Moment fühlte sich magisch an – als ob wir die einzigen Menschen auf der Welt wären. Doch in meinem Kopf schrillten Alarmglocken. „Was machst du da?“, fragte ich mich entsetzt. „Das ist doch verrückt! Sie könnte jetzt zurückweichen, sich abwenden oder mir eine klare Grenze setzen.“
Doch nichts dergleichen geschah. Stattdessen strahlte sie mich an, ihre Augen leuchteten, und ihre Lippen formten ein schüchternes, aber ehrliches Lächeln. Es war, als ob sie genau dasselbe empfand wie ich.
Die Luft um uns herum schien vor Spannung zu knistern, und ich hatte das Gefühl, dass in diesem einen Augenblick alles, was ich je gesucht hatte, direkt vor mir stand. Kein Wort wurde gesagt, aber wir beide wussten: Hier begann etwas, das größer war als wir selbst. Ein Zauber lag über diesem Moment, und ich hätte alles dafür gegeben, ihn für immer festzuhalten.
Den Abend verbrachten wir in einem kleinen italienischen Restaurant. Wir bestellten quer durch die Karte, aßen aber kaum etwas. Stattdessen sahen wir uns ständig verliebt in die Augen. Die Gäste und das Personal warfen uns amüsiert-neugierige Blicke zu, aber das war uns egal.
Als ich sie später nach Hause brachte, verabschiedete ich mich mit einem, intensiven Kuss. Ihre Lippen waren so weich, und sie schmeckte so unwiderstehlich süß, dass ich den Moment für immer in meinem Gedächtnis verankert habe.
Nur wenige Tage später hatte ich die Gelegenheit, ihre Mutter und ihre Tochter kennenzulernen. Die Kleine war ein unglaublich liebenswürdiges, wissbegieriges Kind. Dennoch konnte ich ihr den Schmerz der Trennung von ihrem geliebten Vater deutlich anmerken. Ich sah die Parallelen zu meinem eigenen Sohn und wusste, dass ich niemals den Platz ihres Vaters einnehmen konnte oder wollte. Stattdessen wollte ich ihr ein Anker sein, ein verlässlicher, väterlicher Freund, der sie stützt und begleitet.
Diese Rolle war für mich eine neue, unerwartete Quelle der Verantwortung und Zuneigung. Es war, als hätte sich ein weiteres Kapitel meines Lebens aufgeschlagen, das mit Fingerspitzengefühl und Behutsamkeit geschrieben werden musste.
Leider konnte ich nur meine Schwiegermutter in Spe kennenlernen, da sie ihren Vater bereits vor einigen Jahren durch Darmkrebs verloren hatte.
Es war eine schmerzhafte Tragödie, denn ihre beiden Eltern waren damals zur gleichen Zeit an Krebs erkrankt, und die Prognosen gaben wenig Hoffnung. Ihre Mutter hatte das Glück, die Krankheit zu überleben. Die Angst, beide Eltern zu verlieren, hatte sie viel zu schnell erwachsen werden lassen.
Diese Erlebnisse ließen mich nicht los. Ich spürte ihren Schmerz, ihren Verlust und gleichzeitig die innere Stärke, die sie daraus entwickelt hatte. Mit jedem Gespräch wuchsen sowohl mein Respekt vor ihr als auch meine Zuneigung.
Einige Monate nach dieser Erkenntnis wagten wir den nächsten großen Schritt und zogen zusammen. Eine neue Stadt bedeutete auch eine neue Schule und ein gemeinsames Zuhause für uns. Es war eine Herausforderung, aber schon in den ersten Tagen zeigte sich die Entschlossenheit und der Wille, den wir alle in uns trugen, um es erfolgreich zu meistern.
Ein Jahr später krönten wir unser Familienglück mit unserer Hochzeit. Sie fand auf einer wunderschönen Burg statt, mit einer weißen Kutsche und einem mittelalterlichen Flair, das uns alle in ein Märchen versetzte. Es fühlte sich an, als würde hier ein Traum wahr werden – die perfekte Vereinigung von Prinzessin und Prinz. Es wurde ein neues Kapitel in unserem gemeinsamen Leben aufgeschlagen.
Und obwohl wir beide nicht mehr zwanzig waren, wussten wir, dass unsere Familienplanung noch nicht abgeschlossen war.
Zu unserer großen Freude bekamen wir Zuwachs in Form einer weiteren Tochter, unserem Nesthäkchen, dass unser Glück nun vollkommen machte.
Wir schwebten auf einer Wolke des Glücks, nachdem unsere jüngste Tochter ihren ersten Geburtstag gefeiert hatte. Das kleine Fest mit der gesamten Familie, das Lächeln unserer Tochter und die Fröhlichkeit aller Gäste, hatte unseren Alltag einmal mehr erleuchtet. Doch das Leben lehrte uns einmal mehr, wie zerbrechlich solche Glücksmomente sind.
Die Nachricht erreichte uns an einem kühlen Morgen, als die Sonne noch tief am Himmel stand und der Tau die Welt in ein glitzerndes Band hüllte. Meine Mutter, mein Fels in der Brandung, war zur Untersuchung gewesen. Niemand hatte mit etwas so Schwerwiegendem gerechnet. Doch da war er, der unausweichliche Schatten, der sich plötzlich über unsere Familie legte: Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Der Boden, auf dem wir glaubten, sicher zu stehen, wankte unter unseren Füßen. Die Welt, die sich bis zu diesem Moment in einer harmonischen Ordnung zu entfalten schien, wurde von einem Wirbel aus Angst und Unsicherheit erfasst. Pläne, die wir gemacht hatten, von zukünftigen Urlaubsreisen bis zu kleinen alltäglichen Vorhaben, erschienen plötzlich unbedeutend, verschlungen von diesem plötzlich auftauchenden Abgrund.
Es waren die Ärzte, die uns die Schwere der Diagnose erklärten, die nüchtern über Prognosen und Behandlungen sprachen.
Meine Mutter saß aufrecht, die Hände fest ineinander verschlungen. Ihr Gesicht war ruhig, aber ihre Augen blitzten trotzig. Sie strahlte eine Art von unerschütterlichem Optimismus aus, der uns dazu zwang, zu glauben, dass es einen Weg gab, auch wenn wir ihn bisher nicht sehen konnten. Dieses entschlossene Lächeln war ein Leuchtturm inmitten eines aufgewühlten Ozeans aus Sorgen und Ängsten.
Sobald die Ärzte den Raum verließen, brach die Stille und machte den Emotionen Platz. Mein Vater räusperte sich und brach das Schweigen als Erster. „Wir sind stark“, sagte er, und seine Stimme zitterte kaum merklich. „Gemeinsam schaffen wir das“.
Die Erkrankung war eine dunkle Wolke, die sich über uns gelegt hatte, doch die Stärke meiner Mutter und die Einigkeit unserer Familie erweckten in uns einen Widerstandsgeist. Hoffnung war nicht nur ein Gefühl, sondern eine bewusste Wahl, die wir alle trafen.
In den folgenden Tagen und Wochen, wenn der Alltag uns zu verschlucken drohte, war es meine Mutter, die den Ton angab. Sie war die Dirigentin eines Orchesters, das aus der Liebe und der Entschlossenheit ihrer Familie bestand. Zwischen Nachsorgeterminen und den Gesprächen mit Fachleuten schöpften wir Kraft aus ihrer unerschütterlichen Zuversicht.
Ich erinnerte mich an eine Erzählung von ihr, wie sie es geschafft hatte, als Kind in der Kriegszeit, einen ganzen Sommer barfuß zu laufen, ungeachtet der heißen Pflastersteine. So marschierte sie auch jetzt unerschrocken weiter, Schritt für Schritt, als wäre der Schmerz nichts weiter als eine flüchtige Erfahrung.
Mit der Zeit veränderte die Krankheit unsere Perspektive. Wir lernten, den Wert des Augenblicks zu schätzen, die kleinen Freuden zu verfolgen, die wir einst als selbstverständlich angesehen hatten. Die Sonne, die jeden Morgen aufging und den Raum erfüllte, war jetzt mehr als nur ein Beginn des Tages. Sie war ein Symbol der Hoffnung.
Aus dieser Zeit ging ich mit der Überzeugung hervor, dass die echte Stärke nicht im Fehlen von Angst lag, sondern in der wahren Entschlossenheit, trotz aller Widrigkeiten weiterzumachen. Die Liebe, die meine Mutter ihrer Krankheit entgegenstellte, war das Tageslicht, das die dunkelsten Ecken unserer Sorgen vertrieb. Sie lehrte uns, dass Hoffnung nicht nur ein flüchtiges Gefühl ist, sondern eine Entscheidung, die man jeden Tag neu trifft.
Wir besprachen Behandlungspläne und informierten uns allumfassend. Die Tage füllten sich mit Krankenhausbesuchen, das Telefon klingelte unaufhörlich, während wir zwischen unserem Zuhause und der Klinik hin- und herpendelten. Zwischendurch drehte sich die Welt weiter, ohne Rücksicht auf unseren inneren Sturm: Windeln unserer Tochter mussten gewechselt, das Mittagessen gekocht und die Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen werden. Inmitten dieser Zeit leuchteten die kleinen, flüchtigen Momente des Alltags weiterhin auf, wie versprengte Lichtinseln in einem tobenden Meer.
Gemeinsam navigierten wir durch Wellen von Gefühlen – Trauer, Wut, Hoffnung und die Angst vor dem Unbekannten. Aber trotz allem war da auch eine neue Form der Nähe, ein stilles Versprechen des Zusammenhalts, das in den beschriebenen Zeiträndern der Dunkelheit glühte. Die Krankheit, so verzehrend sie war, hatte uns doch näher zueinander gebracht und ein tiefes Verständnis füreinander geweckt. Was auch immer geschehen würde, meine Mutter würde diesen Weg nicht alleine gehen.
Das Leben hatte einen ungewollten Begleiter in unser Sein eingeführt. Manches verstellte er, andere Blickwinkel öffneten sich unverhofft. Doch so schwierig der Weg auch erschien, so sicher war unsere Entschlossenheit, ihn gemeinsam zu meistern. Unsere Familie, unsere kleine Tochter, die inmitten all dessen unbeschwert lachte, waren unser Licht, das den Schatten in Schach hielt.
Als die körperliche Schwäche die Oberhand bei meiner Mutter gewann, wuchs ihr Wunsch nach Vertrautheit und Geborgenheit. Sie sehnte sich danach, in ihrem Zuhause zur Ruhe zu kommen, umringt von ihrer Familie. Die letzten Tage wurden zu einem stillen Abschied, umgeben von uns, ihren Liebsten.
Diese Zeit war eine Lektion in Demut und Menschlichkeit, geprägt von der unausweichlichen Erkenntnis, dass das Leben in seiner Fragilität wertvoller ist, als wir es je angenommen hatten. Sie lehrte uns, jeden Moment zu schätzen und festzuhalten.
Die Nachmittagssonne fiel in langen, warmen Streifen durch die Fenster des Wohnzimmers und tauchte den Raum in einen sanften Goldton. Das Haus meiner Eltern, sonst erfüllt von Lachen und lebhaften Gesprächen, war nun still, bis auf das sanfte Atmen der Anwesenden.
Wir hatten uns alle um das Bett meiner Mutter versammelt. Es war, als würden wir in einem unsichtbaren Kreis stehen, verbunden durch ein unausgesprochenes Band der Sorge und Liebe. Jeder von uns suchte Halt in der Nähe der anderen, als könnten wir gemeinsam die Last der Ungewissheit tragen, die schwer auf unseren Schultern lag.
Meine Mutter lag da, blass und ruhig, während das goldene Licht auf ihrem Gesicht tanzte. Wir wussten, dass dieser Moment des Beisammenseins ein Abschied sein konnte. Ihre Augen flackerten unter den geschlossenen Lidern, vielleicht in einem Traum, vielleicht im Bewusstsein unserer Anwesenheit.
Eine eigenartige Ruhe hatte den Raum durchdrungen, jene Art von Stille, die reich an unausgesprochenen Gedanken und Erinnerungen ist. Es war, als hingen alle Worte, die gesagt werden mussten, in der Luft und warteten darauf, von jemandem ausgesprochen zu werden. Doch es war nicht notwendig, denn unser Schweigen sprach Bände.
Ich schaute zu meiner Schwester rüber, deren Gesicht eine Mischung aus Traurigkeit und Stärke zeigte. Auch sie spürte, dass dieser Tag anders war. Wir waren durch die gemeinsamen Jahre, die guten und die schwierigen Momente miteinander verwoben. Diese Verbundenheit war jetzt deutlicher denn je.
Draußen verblasste die Sonne allmählich am Horizont und hinterließ den Raum in einem wärmeren Dämmerlicht. Die Dunkelheit, die von außen hereinströmte, trug eine friedliche Akzeptanz in sich.
In diesem Augenblick fiel die schwere Last der Ungewissheit ein wenig ab, und das Band der Familie fühlte sich stärker an als die Angst vor dem, was noch kommen mochte. Wir waren da für meine Mutter und sie für uns, wie sie es immer gewesen war. Und so verharrten wir in diesem flüchtigen, kostbaren Moment der Verbundenheit, gehalten von der Wärme des Lichts und der Sanftheit unserer Hoffnungen.
Als sie am Abend mit erneuten Schmerzen ins Krankenhaus kam, war das Gefühl der Unausweichlichkeit mit uns in den Raum getreten.
Am nächsten Morgen, als das Telefon laut klingelte und die Atmosphäre jäh zerriss, griff ich nach dem Hörer. Mein Herz klopfte laut, während ich den Arzt am anderen Ende der Leitung hörte. Seine Worte kamen stockend, als ob sie durch einen Schleier dringen müssten: „Ihre Mutter hat die Nacht überstanden. Sie ist stabil – auf bemerkenswerte Weise stabil. Sie möchte Sie sehen und erwartet Ihren Besuch mit großer Freude.“
Die Überraschung traf mich, wie ein warmer Sommerregen. Umringt von meiner Familie, die alle gespannt auf ein Zeichen warteten, konnte ich nur schweigend dasitzen. Die Tränen der Erleichterung nur schwer zurückhalten. Schließlich fand ich meine Stimme wieder und überbrachte meinem Vater und den anderen die unerwartete freudige Nachricht. Es war, als wäre ein kollektiver Seufzer der Erleichterung durch den Raum gegangen, der uns die Luft zurückbrachte, die wir angehalten hatten.
Von diesem momentanen Wunder an, begann sich der Gesundheitszustand meiner Mutter fortwährend zu verbessern.
Die behandelnden Ärzte überzeugten sie, an einer medizinischen Studie teilzunehmen, die nicht nur körperliche Heilung in Aussicht stellte, sondern auch Hoffnung für andere Betroffene bot. Ihre Genesung wurde zu einem kleinen, Wunder in unserem Leben, das bis heute nachhält.
Die ständige Bedrohung der Diagnose schwebte aber weiter über uns. Jeder Moment fühlte sich an, als könnten die düsteren Wolken sich plötzlich entladen und unser Leben abermals erschüttern. Die Worte vollständige Heilung sprach in der darauffolgenden Zeit kein Arzt aus.
Kurze Zeit später kam ein Anruf meiner Schwiegermutter. Ich spürte sofort, dass etwas nicht stimmte, als meine Frau mit ernster Miene das Gespräch entgegennahm. Ihre Stimme war tonlos, als sie auflegte und sich mir zuwandte. „Es ist der Krebs“, sagte sie leise, „er ist wieder da.“ Was für eine Tragik. Wenige Wochen nach meiner Mutter nun die Schwiegermutter. Womit haben wir das verdient?
Alles um uns herum verschwand und es blieb nur diese schreckliche Nachricht, die wie ein eisiger Wind durch unseren Alltag blies. Der Gedanke daran, vielleicht schon bald einen weiteren geliebten Menschen zu verlieren, war erdrückend.
Doch mitten in diesem Strudel aus Sorge und Angst schimmerte ein zarter Hauch von Hoffnung. Die Ärzte hatten die Rückkehr des Krebses früh entdeckt, noch bevor er immensen Schaden anrichten konnte. Das ließ uns durchatmen. Die Chance bestand, dass mit einer schnellen Behandlung die Krankheit wieder eingedämmt werden könnte. Der Plan für die Chemotherapie wurde zügig erstellt und versprach, den Tumor im Keim zu ersticken.
Die folgenden Wochen und Monate waren eine Achterbahn der Gefühle. Jeder Tag brachte neue Herausforderungen und kleine Siege, die wir fest umklammerten. Es war, als würden wir auf einem Seil über einem Abgrund balancieren, bemüht darum, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Die Dunkelheit war ständig präsent, aber inmitten dieser Finsternis setzten wir einen Fuß vor den anderen und ließen uns nicht unterkriegen.
