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Dr. Daniel ist eine echte Erfolgsserie. Sie vereint medizinisch hochaktuelle Fälle und menschliche Schicksale, die uns zutiefst bewegen – und einen Arzt, den man sich in seiner Güte und Herzlichkeit zum Freund wünscht. Vicky Sternberg war rundherum glücklich. Ihre Vernissage war ein voller Erfolg gewesen. Vier Bilder hatte sie heute verkauft, dabei hatten Kritiker behauptet, ihre Art von Kunst wäre längst veraltet und würde das Publikum nicht mehr ansprechen. »Von wegen!« rief Vicky triumphierend aus. »Es gibt immer noch genug Leute, die mehr sehen wollen als nur schwer zu deutende Kreise und Striche.« Traumhafte Landschaften, romantische Aktbilder… nichts Abgeschmacktes, sondern zarte Schönheiten in ansprechender Weise auf die Leinwand gebracht – das war Vickys Art zu malen. Die junge Frau schaltete das Autoradio ein und sang vergnügt den alten Schlager mit, der aus den Lautsprechern tönte. Für einen Moment wanderte ihr Blick zum Beifahrersitz. Aus dem Korb lugte der schlanke Hals einer Champagnerflasche. Eigentlich hätte sie sich ein so edles Getränk gar nicht leisten können – trotz der vier verkauften Bilder, aber der heutige Tag war etwas Besonderes und verdiente deshalb eine außergewöhnliche Feier. »Es ist dreiundzwanzig Uhr. Sie hören Nachrichten«, drang die Stimme des Radiosprechers an ihr Ohr. Vicky schaltete ab. Sie war jetzt nicht in der Stimmung für trostlose Nachrichten. Sie verließ die Autobahn und bog auf die Landstraße, die nach Steinhausen führte. In einer Viertelstunde würde sie zu Hause sein und dann… »Kevin wird Augen machen«, meinte sie und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Die gelungene Vernissage war schließlich nicht der einzige Grund zum Feiern. In Vickys Augen war sie im Verhältnis sogar noch der unwichtigere. Viel bedeutsamer war das, was sie bereits seit dem Vormittag wußte und womit sie ihren Freund heute überraschen
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Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Vicky Sternberg war rundherum glücklich. Ihre Vernissage war ein voller Erfolg gewesen. Vier Bilder hatte sie heute verkauft, dabei hatten Kritiker behauptet, ihre Art von Kunst wäre längst veraltet und würde das Publikum nicht mehr ansprechen.
»Von wegen!« rief Vicky triumphierend aus. »Es gibt immer noch genug Leute, die mehr sehen wollen als nur schwer zu deutende Kreise und Striche.« Traumhafte Landschaften, romantische Aktbilder… nichts Abgeschmacktes, sondern zarte Schönheiten in ansprechender Weise auf die Leinwand gebracht – das war Vickys Art zu malen.
Die junge Frau schaltete das Autoradio ein und sang vergnügt den alten Schlager mit, der aus den Lautsprechern tönte. Für einen Moment wanderte ihr Blick zum Beifahrersitz. Aus dem Korb lugte der schlanke Hals einer Champagnerflasche. Eigentlich hätte sie sich ein so edles Getränk gar nicht leisten können – trotz der vier verkauften Bilder, aber der heutige Tag war etwas Besonderes und verdiente deshalb eine außergewöhnliche Feier.
»Es ist dreiundzwanzig Uhr. Sie hören Nachrichten«, drang die Stimme des Radiosprechers an ihr Ohr. Vicky schaltete ab. Sie war jetzt nicht in der Stimmung für trostlose Nachrichten.
Sie verließ die Autobahn und bog auf die Landstraße, die nach Steinhausen führte. In einer Viertelstunde würde sie zu Hause sein und dann…
»Kevin wird Augen machen«, meinte sie und strahlte dabei über das ganze Gesicht. Die gelungene Vernissage war schließlich nicht der einzige Grund zum Feiern. In Vickys Augen war sie im Verhältnis sogar noch der unwichtigere. Viel bedeutsamer war das, was sie bereits seit dem Vormittag wußte und womit sie ihren Freund heute überraschen wollte.
Unwillkürlich mußte sie daran denken, wie sie Kevin damals kennengelernt hatte. Ihre beste Freundin Lisa Andersen und sie hatten Urlaub in Florida gemacht. Zwei Jahre lang hatten sie jeden Pfennig gespart, um sich diese vierwöchige Traumreise leisten zu können und am vorletzten Tag war für Vicky ein Märchen wahr geworden.
Lisa und sie waren in Disney-World gewesen, als Vickys Märchenprinz wie aus dem Nichts gewachsen plötzlich leibhaftig vor ihr gestanden hatte. Vor Schreck hatte sie ihre Handtasche fallengelassen. Er hatte sie aufgehoben und sie ihr mit dem schönsten Lächeln der Welt zurückgegeben. Vicky hatte nichts anderes tun können, als ihn anzusehen – das schmale Gesicht, den sensiblen Mund, das weiche braune Haar, das in der Sonne wie edles, altes Gold geschimmert hatte, und die ausdrucksvollen, smaragdgrünen Augen. Noch nie zuvor hatte Vicky so intensiv grüne Augen gesehen… Augen, die nicht katzenhaft wirkten, sondern so viel Licht und Wärme ausstrahlten.
»Kevin McGuire«, hatte er sich vorgestellt, und seine tiefe, weiche Stimme hatte das Gesamtbild abgerundet.
Vicky seufzte in der Erinnerung an diese Minuten vollkommenen Glücks. Die Liebe zu Kevin hatte sie überfallen wie ein Naturereignis. Ihm war es ebenso ergangen, denn er hatte alle Zelte hinter sich abgebrochen und war mit ihr nach Deutschland gereist. Nun ja, viele Zelte hatte es im Grunde gar nicht abzubrechen gegeben. Kevin war mit zehn Jahren Vollwaise geworden und in einem Heim aufgewachsen.
»Ich habe niemanden außer dir«, pflegte er immer zu sagen.
Vicky lächelte so selig, als stünde Kevin direkt vor ihr.
»Bald, mein Liebling«, murmelte sie. »Bald wirst du mehr haben als nur mich… wir beide werden mehr haben als nur uns…«
Vicky hatte den Ortseingang von Steinhausen fast erreicht, als urplötzlich ein kleiner Transporter vor ihr auftauchte.
Mit überhöhter Geschwindigkeit schoß er aus der Ortschaft heraus – vermutlich ging er davon aus, daß ihm um diese Uhrzeit kein anderer Wagen begegnen würde.
Vicky trat auf die Bremse und wußte gleichzeitig, daß ein Unfall unvermeidlich sein würde. Auch der Fahrer des Transporters bremste, der Wagen geriet ins Schleudern, überschlug sich und prallte mit voller Wucht auf die Kühlerhaube von Vickys Auto.
Die junge Frau registrierte nicht mehr, wie der Airbag herausschoß und ihren Kopf wenigstens einigermaßen sanft abbremste. Sie bemerkte nur, wie die ungestüme Kraft des aufprallenden Transporters ihren Wagen zurückschob, bis sich ihm eine der mächtigen Eichen in den Weg stellte, die den Straßenrand säumten.
Das Auto wurde förmlich um den Baum gewickelt. Vicky fühlte den schmerzhaften Schlag im Rücken und ihr gellender Schrei vermischte sich mit dem eigentümlichen Knirschen ihrer Knochen, das nichts Gutes bedeuten konnte.
Für ein paar unendlich lange Minuten saß Vicky in ihrem Auto, während ihr so unsinnige Dinge durch den Kopf gingen wie die ungebügelten Hemden von Kevin und das Geschirr, das sie zwar abgespült, aber noch nicht aufgeräumt hatte.
»Hallo!« Ein Mann schlug mit der flachen Hand gegen die Fensterscheibe. »Können Sie mich hören? Sind Sie verletzt?«
Vicky versuchte verzweifelt, die Scheibe herunterzukurbeln, aber es ging nicht. Sie war hoffnungslos eingeklemmt und konnte nur schwach nicken.
»Ich hole Hilfe!« brüllte der Mann.
Für einen Moment hatte Vicky den Eindruck, als würde er aus einer Kopfwunde bluten. Ob er wohl der Fahrer des Transporters gewesen war? Vicky hatte nicht mehr die Energie, um darüber nachzudenken.
»Kevin«, schluchzte sie leise. »Kevin… hilf mir…«
*
Lisa Andersen fuhr zurück, als hätte sie sich verbrannt. Entsetzt preßte sie beide Hände vor den Mund.
»O Gott, Kevin, was haben wir getan?« stieß sie mit gepreßter Stimme hervor.
Kevin McGuire strich sich mit dem Handrücken über die schweißnasse Stirn. Was, um Himmels willen, war mit ihm geschehen? Mit ihnen beiden?
Er war eigentlich nur gekommen, um Lisa zu Vickys Vernissage abzuholen. Schon seit Wochen hatten sie das geplant. Sie hatten Vicky überraschen wollen. Aber nun…
Kevin schluckte schwer. Es schmerzte höllisch im Hals. Sein ganzer Körper schien plötzlich eine einzige Schmerzquelle zu sein, dabei hatte er gerade noch vor Leidenschaft förmlich geglüht. Jetzt jedoch fühlte er Lisas Fingerabdrücke wie Brandmale auf seiner Haut.
Mit einem Satz sprang er aus dem Bett und ging unter die Dusche. Eiskaltes Wasser ließ er über seinen Körper laufen. Es nützte nichts. Die Schmerzen wurden eher noch schlimmer. Er fühlte sich elend… wie ein gemeiner Verräter.
Lisa trat herein. Sie hatte ihr Kleid wieder angezogen und nur das zerraufte Haar erinnerte an die Stunden wilder Leidenschaft. Wortlos reichte sie Kevin ein Handtuch, das er um seine Hüften schlang, dann trat er aus der Dusche.
Sie standen sich gegenüber – so nah, daß jeder die Wärme des anderen fühlen konnte und gleichzeitig so weit entfernt, als würden sie sich auf verschiedenen Planeten aufhalten.
»Lisa…« Kevins Stimme klang ungewöhnlich heiser. »Ich schäme mich so sehr.«
Sie nickte. »Ich auch, Kevin.« Zögernd streckte sie eine Hand aus und berührte seine behaarte Brust, die sie noch vor wenigen Minuten mit heißen Küssen bedeckt hatte. Stöhnend hatte er sich ihr entgegengebogen, aber jetzt zuckte er zurück, als hätte sie ihn geschlagen.
»Kevin.«
Er sah sie an. Im gleichen Moment entfachten seine unwahrscheinlich grünen Augen wieder das Feuer in ihr. Sie flüchtete aus dem Bad und warf sich schluchzend auf das zerwühlte Bett.
Lange Zeit umgab sie atemlose Stille, dann kam Kevin zu ihr. Sie spürte ihn mehr, als daß sie ihn hörte.
»Ich kann nicht zu ihr zurück und einfach so tun, als wäre nichts geschehen.« Kevins Worte kamen leise und schuldbewußt. »Lisa, ich liebe dich.«
Heftig schüttelte sie den Kopf. »Das ist völlig unmöglich, Kevin! Du gehörst zu Vicky! Sie liebt dich so sehr.«
Er setzte sich zu ihr, zögerte noch einen Moment, und berührte dann ihr langes, dunkles Haar.
»Ich fühle mich schäbig… niederträchtig, gemein, aber… ich kann nicht anders, als dich zu lieben, Lisa.« Er seufzte tief auf. »Mir ist, als wäre in mir ein Vulkan ausgebrochen. Mein Blut scheint in den Adern wie Lava zu glühen. Es tut weh.« Verzweifelt vergrub er sein Gesicht in ihrem weichen Haar. »Ich liebe dich so sehr, daß es weh tut.«
Lisa richtete sich ein wenig auf und nahm ihn wie ein Kind in die Arme. Zärtlich streichelte sie sein leicht gewelltes Haar.
»Aber… Vicky…«, murmelte sie gepreßt. »Es wird ihr das Herz brechen. Meine Güte, Kevin, du bist für sie… du bist ihr ganzes Leben…«
Er rückte ein wenig von ihr ab. »Und du bist meines, Lisa.« Mit einem Ruck stand er auf. »Glaub ja nicht, daß es mir leichtfällt. Ich fühle mich wie der letzte Schuft, und ich hasse mich schon jetzt dafür, daß ich im Begriff bin, Vicky so schrecklich weh zu tun.« Niedergeschlagen ließ er den Kopf hängen. »Als ich sie damals kennenlernte… als sie wie aus dem Boden gewachsen auf einmal vor mir stand… es war Liebe auf den ersten Blick. Ich dachte… das wäre die Liebe für immer. Ich war so sicher, daß sich meine Gefühle niemals ändern würden und… ich war ja auch glücklich mit ihr… zufrieden. Aber das mit dir… meine Güte, es ist soviel mehr. Niemals hätte ich gedacht, daß es Gefühle in dieser Intensität überhaupt geben könnte. Es ist… wie ein Leben in zwei Körpern. Lisa, du bist… du bist meine Sonne, und um dich soll sich künftig mein ganzes Leben drehen.«
Die Brust war Lisa bei diesen Worten sehr eng geworden. Kevin hatte genau das ausgedrückt, was sie selbst fühlte. In den vergangenen Stunden der Liebe und Leidenschaft… da war er nicht einfach nur bei ihr gewesen… nicht bloß mit ihr zusammen im Bett, und auch jetzt… es war mehr als nebeneinander zu sitzen. Kevin war in ihrem Herzen, in ihrem Kopf, in ihrem ganzen Körper. Er war sie, und sie war er.
»Vicky wird inzwischen zu Hause sein«, murmelte Kevin, dann stand er seufzend auf. »Ich werde ihr jetzt gleich die Wahrheit sagen.«
Lisa nickte. Sie wußte, daß Kevin viel zu anständig war, um mit einer solchen Lüge leben zu können. Es war schlimm genug für ihn… für sie beide, daß sie Vicky heute abend hintergangen hatten.
»Ich komme mit«, beschloß Lisa. »Vicky ist immerhin meine beste Freundin… eigentlich sind wir sogar mehr als nur Freundinnen. Seit der Kindergartenzeit haben wir alles geteilt, waren immer ehrlich zueinander. Das soll sich nicht ändern.« Traurig senkte sie den Kopf. »Auch wenn sie mich für das, was ich ihr heute antun muß, hassen wird.«
Kevin griff nach ihrer Hand und drückte sie sanft. »Ich fürchte, sie wird uns beide dafür hassen.«
*
Als der junge Notarzt Dr. Alec Horn die Unfallstelle erreichte, drehte sich beim Anblick des verbeulten Autowracks, das aussah, als hätten zwei Riesenhände es um den Baumstamm gewickelt, förmlich der Magen um.
Wild gestikulierend kam ein junger Mann auf ihn zu, blieb auf einmal stehen, als wäre er gegen eine Mauer gerannt, und kippte dann um wie ein gefällter Baum.
Dr. Horn eilte zu ihm und brachte ihn in eine stabile Seitenlage, dann kehrte er zu seinem Wagen zurück und holte ein Keilpolster heraus, um damit die Beine des Ohnmächtigen hochzulagern. Nahezu im selben Moment kam der Mann wieder zu sich, aber als er gleich aufstehen wollte, hielt Dr. Horn ihn fest.
»Liegenbleiben«, befahl er energisch. »Sie haben vermutlich eine Gehirnerschütterung.«
»Die Frau… ich bin zu schnell…«, stammelte er, dann begann er hilflos zu schluchzen.
Dr. Horn spritzte ihm ein Beruhigungsmittel und untersuchte ihn, aber außer einigen schmerzhaften Prellungen und einer gequetschten Hand konnte er keine nennenswerten Verletzungen feststellen. Rasch stand er auf und eilte zu dem Unfallwagen am Baum. Zu seiner Überraschung war die Frau, die hinter dem Steuer saß, bei vollem Bewußtsein und schien auf den ersten Blick ebenfalls nicht ernsthaft verletzt zu sein, aber der junge Notarzt war lange genug im Dienst, um zu wissen, wie sehr gerade dieser erste Eindruck täuschen konnte.
Mit Blaulicht und Martinshorn jagte nun der Krankenwagen herbei und hielt neben Dr. Horn. Die beiden Sanitäter sprangen heraus.
»Ich brauche schnellstens die Feuerwehr«, erklärte Dr. Horn, weil er vergeblich versucht hatte, die völlig verbeulte Autotür aufzubekommen. Er wies zu dem jungen Mann, der noch immer am Boden lag. »Anschließend bringen Sie ihn ins Krankenhaus. Er scheint außer einer Gehirnerschütterung, ein paar Prellungen und Quetschungen keine schlimmen Verletzungen davongetragen zu haben.« Was an sich schon verwunderlich war, weil der weiße Transporter auf dem Dach lag, sich also offensichtlich überschlagen haben mußte. Aber wahrscheinlich war der Fahrer angeschnallt gewesen.
Die beiden Sanitäter gehorchten und gerade als sie den Unfallfahrer auf der fahrbaren Treppe ins Innere des Krankenwagens schoben, trafen Polizei und Feuerwehr an der Unfallstelle ein.
Die Feuerwehrmänner machten sich sofort an die Arbeit und begannen die Fahrertür aufzuschweißen, während die beiden Polizeibeamten schon versuchten, den Unfallhergang zu rekonstruieren.
»Der andere Fahrer wurde bereits ins Kreiskrankenhaus gebracht«, informierte Dr. Horn die Polizisten. »Sobald die Wirkung des Beruhigungsmittels nachgelassen hat, dürfte er vernehmungsfähig sein.«
Der Krankenwagen traf wieder an der Unfallstelle ein. Wenige Minuten später hatten die Feuerwehrmänner endlich die Fahrertür aufgeschweißt, so daß Dr. Horn an die Verletzte herankonnte.
»Haben Sie Schmerzen?« wollte der junge Notarzt wissen.
»Ja… nein… ich weiß nicht«, stammelte sie, dann schluchzte sie auf. »Ich bin schwanger. Mein Baby… ich will mein Baby nicht verlieren.«
»Ganz ruhig«, versuchte Dr. Horn sie zu besänftigen. Er sah die seltsam verdrehten Beine und vermutete schlimme Knochenbrüche. Um so alarmierender war es, daß die Frau kaum Schmerzen zu haben schien.
»Wie heißen Sie?« wollte Dr. Horn wissen, während er vorsichtig ihren Körper abtastete.
»Vicky Starnberg«, antwortete sie leise.
»Gut, Vicky. Sie sagen mir bitte sofort, wenn Ihnen etwas weh tut.«
Er ertastete die Knochenbrüche an beiden Beinen, aber von Vicky erfolgte keine Reaktion. Ein eisiger Schauer rann dem jungen Notarzt über den Rücken.
»Nicht bewegen«, befahl er seiner Patientin, dann schnitt er kurzerhand das Polster des Autositzes so weit auf, daß er eine Hand bequem zwischen Vickys Rücken und die Lehne des Sitzes schieben konnte.
»In meinem Rücken hat es so komisch geknirscht«, meinte Vicky.
Dr. Horn schluckte schwer, weil er dieses ›Knirschen‹ jetzt auch mit den Fingern fühlen konnte.
»Bleiben Sie ganz ruhig sitzen«, bat er. »Wir bringen Sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus.«
