Eine Qual hinter dem Vorhang - Shila Meyer-Behjat - E-Book

Eine Qual hinter dem Vorhang E-Book

Shila Meyer-Behjat

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Beschreibung

Auf eindrückliche Weise beschreibt Shila Meyer-Behjat im Kursbuch 192 die bemerkenswerte Geschichte der persischen Frauenrechtlerin Tahiri aus dem 19. Jahrhundert, die, wenn sie als Junge zur Welt gekommen wäre, ihre intellektuellen Interessen und Fähigkeiten nicht nur verborgen hinter einem Vorhang zum Ausdruck hätte bringen können und mit späteren öffentlichen Auftritten als islamische Religionsgelehrte keinen Tabubruch begangen hätte. Im Gegenteil, ihr Vater, selbst ein Gelehrter, soll gesagt haben: "Wäre sie ein Junge gewesen, sie hätte mein Haus erleuchtet und wäre mein sicherer Nachfolger gewesen." Tahiri, die Vorkämpferin, wurde 1852 auf grausame Weise hingerichtet.

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Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Frauen II

 

Inhalt

Shila Meyer-Behjat Eine Qual hinter dem Vorhang Das starke Leben der persischen Feministin Tahiri

Die Autorin

Impressum

Shila Meyer-Behjat Eine Qual hinter dem Vorhang Das starke Leben der persischen Feministin Tahiri

Wie oft ist sie noch zu hören, die Geschichte vom Mädchen, das als Sohn erzogen wurde? Die Eltern hätten sich eher diesen als eine Tochter gewünscht, und so trug sie »Latzhosen und Kurzhaarschnitt bis in die Pubertät«, erzählt sie dann. Da liegt keine Bitterkeit in der Stimme. Dass es sich bei der so Behandelten um eine der aktuellen Generation handelt, also von der Sorte, der wir bewundernd zusehen, wie sie mit dem Smartphone auf Instagram und Co. virtuos herumfuchtelt – das ist nur ein Sinnbild des Fortschrittsungleichgewichts, in dem wir uns heute weltweit befinden, jetzt, bereits im ersten Viertel des 21. Jahrhun­derts.

Zehn Jahre ist das iPhone alt. Und doch schon verdammte 70 Jahre ist es her, seit Simone de Beauvoir die »zweite Welle« losgetreten, das »andere Geschlecht« definiert hat. Es sind doch über 40 Jahre seit »dem kleinen Unterschied« – und noch immer geht es um Latzhosen. Klar, ich spreche vom Feminismus. Aber auch vom Zustand der Welt. Die damalige First Lady Michelle Obama formulierte 2016 in der Wahlkampfrede für Hillary Clinton in New Hampshire jenen verheißungsvollen Satz: »The measure of any society is how it treats women and girls.« – Jede Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie Frauen und Mäd­chen behandelt. Welch wohltuende Selbstdistanz! Obama zeigte da­bei nicht mit dem Finger auf die anderen, sondern sie sprach davon, in wel­chem Klima der Einschüchterung und Degradierung Mädchen heute in den USA aufwachsen, umso mehr jetzt, da Donald Trump gegen Obamas Anstrengungen Präsident geworden ist.